USB Köln Katalogsaal G 3402

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Sammlung Alff

Flugschriften zur Brabanter und Lütticher Revolution

und den folgenden Jahren


bearbeitet von

Bruno Haak

 

 

Das gedruckte Manuskript befindet sich im Katalogsaal der USB Köln, Standort: G 3402.
Die Flugblätter selbst können zur Benutzung im Lesesaal an der Lesesaaltheke bestellt werden.

 

 

Einführung

Der vorliegende Bestandskatalog weist die Einzel- und Sammelschriften der 'Sammlung Alff' formal und inhaltlich nach, die die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vor einigen Jahren mit Mitteln des Deutschen Stifterverbandes von dem Bremer Geschichtsprofessor Dr. Alff erworben und deren Katalogisierung die Deutsche Forschungsgemeinschaft mitfinanziert hat. Die Geschichte dieser Sammlung ist leider nicht zu rekonstruieren, da entsprechende Anfragen in Bremen unbeantwortet blieben.

Die in der überwiegenden Mehrheit aus Flugschriften bestehende Sammlung umfaßt 618 bibliographische Einheiten. Ein Teil der Schriften liegt gebunden vor - es handelt sich um die Schriften mit der Signaturenfolge Alff.A (laufende Dok.-Nr.) bis Alff.J (laufende Dok.-Nr.) unter Ausschluß der Buchstaben F und I. Die meistens ungebundenen Ausgaben erhalten die Signatur Alff.K (laufende Dok.-Nr.)

Die Flugschriften und wenigen Zeitungsausgaben beziehen sich inhaltlich auf die revolutionären Ereignisse in den Österreichischen Niederlanden und dem Fürstbistum Lüttich zum Ende des 18. Jahrhunderts. Ein paar Flugschriften datieren ins beginnende 19. Jahrhundert. Die Schwerpunkte liegen auf den Jahren 1790 und 1791. Die Dichte der Flugschriften für das Jahr 1791 ist im Rahmen dieser Sammlung bemerkenswert.

Die Zahl der während der Brabanter und der Lütticher Revolution erschienenen Schriften wird auf mehrere Tausend geschätzt, so daß hier nur ein kleiner Ausschnitt der Flugschriftenliteratur versammelt ist. Zeitlich spannt sich der Bogen von 1781 bis etwa 1825.

Thematisch umgreifen die Flugschriften die ganze Bandbreite der Auseinandersetzungen, Diskussionen und Reformvorschläge dieser Zeit. Auffallend sind die vielen Schriftstücke zur Frage der Legalität des Brabanter Rates im Jahre 1791. Der Band Alff.C beinhaltet im wesentlichen Flugschriften zur Denkschrift des Großherzogs Leopold vom 2.3.1790 und zur Frankfurter Erklärung des Kaisers vom 14.10.1790. Der Band Alff.E spiegelt die Auseinandersetzungen in Brüssel während der ersten französischen Besetzung 1792/93 wider. Der Band Alff.G enthält ausschließlich Schriften zur Frage des bürgerlichen Eides auf die französische Republik. Die Auseinandersetzungen um das Generalseminar in Löwen sind nur durch wenige Schriften dokumentiert; die Sammlung enthält jedoch eine Ausgabe der Erklärung des Erzbischofs von Mecheln, Kardinal Franckenberg, zur Orthodoxie der Lehre am Löwener Generalseminar vom 26.6.1789. Obwohl sich in der Sammlung kein Exemplar der 'Considérations impartiales' von Vonck befindet, findet man die weniger bekannte Schrift 'Redenvoering...' aus dem Jahre 1792 von Vonck in der Sammlung. Die für die Kontroverse um die Brabanter Verfassung so wichtige Schrift von d'Outrepont, 'Qu'allons-nous devenir', befindet sich mit einer Ausgabe von 1789 in der Sammlung. In einigen Flugschriften werden auch wirtschaftliche Fragen erörtert. Die zahlreichen Schmäh- und Spottschriften geben einen Einblick in die Seelenlage der Belgier zur damaligen Zeit.

Das Verzeichnis, dessen Kernstück die inhaltlichen Zusammenfassungen jeder einzelnen Schrift bildet, wurde nach folgenden Gesichtspunkten angelegt:

Verzeichnet wurde nach bibliographischen Einheiten. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache begründet, daß es ohne größeres Vergleichsmaterial schwierig ist, zu entscheiden, ob es sich bei scheinbar nur beigebundenen Schriften nicht doch um eine Sammelschrift handelt. Mehrfachexemplare, die offenbar einer Ausgabe angehörten, wurden in einem Eintrag unter Verwendung eines Schrägstrichs zusammengefaßt (z.B. Nr. 157/158). Bei zweisprachigen Ausgaben, beigebundenen Schriften oder bei einseitig bedruckten, unpaginierten Doppelblattdrucken, die auf jeder Druckseite einen eigenen Titel enthalten, und bei denen angenommen werden darf, daß sie entweder auch als selbständige Schriften erschienen oder unter ihrem zweiten Titel in anderen Katalogen verzeichnet sind, wurde der Titel unter Hinweis auf die Hauptschrift in den Katalog eingearbeitet.

Soweit bekannt wurde in eckigen Klammern jeder Schrift ihr Verfasser oder Herausgeber vorangestellt. Ergab sich kein Hinweis auf den Autor, so wurde nichts verzeichnet. Pseudonyme und Sammelbegriffe wurden in folgender Form festgehalten: [anonym, 'PSEUDONYM':]. Verfassernamen und Körperschaften wurden in der Regel ins Französische übertragen und normalisiert. Der Titel jeder Flugschrift wurde, soweit technisch möglich, diplomatisch getreu aufgenommen. Dies bezieht sich auch auf alle Angaben zur Unterzeichnung, zur Zensur, zur Beglaubigung oder zur Angabe des Datums der Abfassung des Textes am Ende einer Schrift. Bei fehlendem Titelblatt oder bei Einblatt- oder Doppelblattdrucken wurde zusätzlich der Beginn des Textes notiert. Auf diese Weise können die Schriften, deren Titel oft gleichlautend sind, besser unterschieden werden.

Der Titelaufnahme schließt sich die Kollation an. Die Datierungen wurden nach dem Prinzip der frühestmöglichen Veröffentlichung vorgenommen. Dies sichert eine gewisse Einheitlichkeit in der oft unsicheren Datierung.

Die Signaturenfolge in den Schriften wurde so wiedergegeben, wie sie sich in der jeweils vorliegenden Schrift darstellte. Ein Titelbogen, der die ganze Schrift wie einen Umschlag umfaßt, wurde folgendermaßen notiert: (t),...,(). Dabei kann es durchaus vorkommen, daß das letzte Blatt noch eine Signatur trägt, die dann in Klammern gesetzt wurde, z.B. (t),...,(E). Taucht diese Notation in der folgenden Form auf (),...,(), verbunden mit der Angabe am Schluß der Kollation 'Broschur', so bedeutet dies, daß das erste Blatt der Schrift unbedruckt ist. Diese Notation wurde eingeführt, um diese Drucke unterscheiden zu können von Drucken, die am Ende der Schrift einen Bogen mit der Signatur X2 ausweisen.

Auf die Angabe des Fingerprints wurde verzichtet, da er in der Handhabung zu unsicher und bei vielen Kurzschriften zu ungenau ist. Außerdem gibt es heute Weiterentwicklungen, die erfolgversprechender erscheinen, ohne daß sie jedoch in diesem Katalog zur Anwendung kommen konnten.

Die Inhaltsangaben, die immer ein subjektives Moment in sich tragen, konnten frei ausgestaltet werden, da es keinerlei Vorgaben gab. Die Zusammenfassungen, die mein Vorgänger bereits geschrieben hatte, wurden aufgrund tieferer Erkenntnisse neu erstellt. Einerseits wuchs damit der Arbeitsaufwand, andererseits konnten die Inhaltsangaben vereinheitlicht werden. Die Inhaltsangaben sind so aufgebaut, daß sie zunächst das Thema oder den Grund der Veröffentlichung nennen. Danach wird anhand der inhaltlichen Gliederung der Inhalt der Schrift zusammengefaßt. Kommentierungen wurden im allgemeinen vermieden. Trotzdem wird an manchen Stellen die Art vermerkt, in der die Schrift abgefaßt wurde, oder ein Hinweis zur Einordnung der Schrift gegeben.

Zur Begrifflichkeit sei gesagt, daß zur Vereinfachung die Österreichischen Niederlande mit Belgien bezeichnet wurden. Um eine Aufzählung der Titel zu vermeiden (z.B. Herzog von Brabant etc.) wurde für die österreichischen Herrscher immer der Begriff Kaiser verwandt.

Besonderen Dank schulde ich nicht nur im Zusammenhang mit der Erstellung der Inhaltsangaben Herrn Dr. Klinger, der für die lateinischen Schriften die Zusammenfassungen beisteuerte.

Auf Nachweise der Schriften in anderen Bibliotheken oder Bestandsverzeichnissen mußte verzichtet werden, da keine ausreichende Möglichkeit bestand, andere Flugschriftenbestände vor Ort über eine längere Zeit hin einzusehen und die wenigen Verzeichnisse von belgischen Flugschriften dieser Zeit die Schriften oft zu ungenau beschreiben, um eine exemplarspezifische Zuordnung vornehmen zu können.

Zur schnelleren Orientierung wurden die oft undatierten Drucke alphabetisch angeordnet. Artikel gelten dabei nicht als Ordnungswörter. Als Ergänzung zur alphabetischen Ordnung befindet sich im Anschluß an den Katalogteil ein Register, das die Schriften mit einem Hinweis auf die laufende Nummer in chronologischer Reihenfolge auflistet. Ein Verfasser und Pseudonymenregister schließt den Band ab.

Da auf eine Literaturliste verzichtet werden mußte, seien hier folgende Veröffentlichungen genannt, mit deren Hilfe man sich einen ersten Überblick über die Brabanter Revolution verschaffen kann. Für den deutschen Leser immer noch unentbehrlich ist die Mongraphie von H. Schlitter, 'Die Regierung Josefs II in den Österreichischen Niederlanden.' Wien, 1900. Grundlegend sind die Belgische Geschichte von H. Pirenne und die Schriften von Suzanne Tassier, von der folgende Monographie hier angezeigt sei: Suzanne Tassier, 'Les démocrates belges de 1789. Étude sur le vonckisme et la révolution brabançonne.' Brüssel 1930. Diese Arbeit ist aus Anlaß der 200jährigen Wiederkehr der Brabanter Revolution neu herausgegeben worden. Verschiedene Aspekte der Brabanter Revolution beleuchtet der Sammelband 'Actes du Colloque sur la révolution brabançonne 13-14 octobre 1983.' hrsg. von J. Lorette, P. Lefevre und P. de Gryse, Brüssel 1984. Ihre überarbeitete Dissertation legte 1985 Janet L. Polasky unter dem Titel, 'Revolution in Brussels 1787-1793', Brüssel 1985 vor. Diese kleine Literaturauswahl kann natürlich nur ein Anreiz zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema bieten und viele gleichrangige Werke müssen hier unberücksichtigt bleiben.

Jede Erörterung des Flugschriftenbegriffs unterbleibt, obwohl bei der Arbeit an den Schriften einige neue Aspekte zur Definition der Flugschrift gefunden wurden und der Begriff keineswegs eindeutig definiert ist.

Zum Schluß möchte ich allen Dank sagen, die zum Gelingen der Arbeit beigetragen haben. Mein besonderer Dank gilt den belgischen Kollegen für ihre Unterstützung, vor allem dem Direktor der Bibliothek in Löwen, Herrn Dr. Roegiers. Besonders erwähnen möchte ich auch Herrn Priv. Doz. Dr. Wolfgang Schmitz, den ich jederzeit um Rat fragen konnte.


Köln, den 23. 12. 1992Bruno Haak
 

 
Lfd.Nr.: 001

[anonym, 'UN VRAI CITOYEN':]

A LA NATION BELGIQUE SUR LE PREMIER ACTE DE SA SOUVERAINETE, L'EXÉCUTION DE LA CAPITULATION DE LA CITADELLE D'ANVERS.

1790. [9.4.1790], s.l., 10 S., 8°;

[unterz.:] UN VRAI CITOYEN

Aufruf an das souveräne belgische Volk, die Usurpation seiner Souveränitätsrechte durch die Stände nicht länger passiv hinzunehmen. Der Souveränität des Volkes sollte durch einen erneuten Kapitulationsakt der Festungstruppen in Antwerpen, diesmal vor einer gewählten Abordnung des Volkes, sichtbar Ausdruck verliehen werden.

Alff.K 1





Lfd.Nr.: 002

[HAINAUT, ETATS de:]

A LEURS ALTESSES ROYALES.

SUpplient en très profond respect les États du pays & comté de Hainau, disent que, d'après le traité de Reichenback(!) [...].

[S.4:] Chez N.J. Bocquet, Lib. Imp.des États & de la Ville, rue de la Clef, à Mons., s.d., [02.1791], , 4 S., 8°;

[unterz.:] DU PRÉ

Eingabe an die Generalgouverneure mit der Bitte, die neuerlichen Einschränkungen der Generalamnestie, die im Vertrag von Den Haag vom 10.12.1790 zugesichert worden waren, wieder zurückzunehmen.

Alff.B 14





Lfd.Nr.: 003

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

A Messeigneurs les Etats de Brabant en leur Assemblée Générale.

LES Syndics des Nations de cette Ville de Bruxelles, tant comme constitués d'icelles, que du troisième Membre de la Ville d'Anvers, & des troisième & quatrième Membres de la Ville de Louvain, ne doivent pas s'efforcer de prouver la fidélité à toute épreuve, [...].

s.d., [13.8.1787], s.l., [Bruxelles], 13 S. [S. 7-10 Verlust], A5, 8°;

Veröffentlichung zweier Schreiben der 'Nationen' von Brüssel an die Brabanter Stände. Im ersten Schreiben (unvollständig) an die Stände beklagen die 'Nationen' neben den negativen Auswirkungen der kaiserlichen Truppenkonzentration an den Grenzen des Landes auf die Bevölkerung, die Übergriffe des einheimischen Militärs. Im zweiten Schreiben beklagen sie die Verknappung und Verteuerung der Lebensmittel - mitverschuldet durch die schlechte Wirtschaftspolitik der Regierung - , durch die viele Menschen wirtschaftlich ruiniert und in ihrer Verzweiflung zur Anwendung von Gewalt getrieben worden wären. Zur Verhinderung weiterer Übergriffe fordern sie für bestimmte landwirtschaftliche Produkte vorübergehend Ausfuhrverbote und die Anordnung der üblichen Maßnahmen bei Ausbruch einer Hungersnot.

Alff.K 2





Lfd.Nr.: 004

A MESSIEURS ASSEMBLÉS SOUS LA DÉNOMINATION DES AMIS DU BIEN PUBLIC.

A BRUXELLES. 1791. [2.3.1791], 7 S., A4, 8°;

In Erwiderung auf die Erklärung der Société des amis du bien public vom 25.2.1791 (s. Nr. 377), die der Schrift vorangestellt ist, fordert der Verfasser die Auflösung dieses entstehenden Jakobinerklubs. Die Ereignisse vom 24. Februar seien keineswegs der Ausdruck des allgemeinen Volkswillens gewesen, sondern nur der einer verführten Jugend. Die Kaisertreuen vertrauten der weisen Regierung Leopolds, der eine Verfassung nach französischem Muster nicht zulassen würde. Die Mitglieder der Gesellschaft täuschten sich, wenn sie mit der Unterstützung ihrer Ideen durch die Österreicher rechneten.

Alff.K 3

A Messieurs du Magistrat de cette Ville de Bruxelles... s.Nr.33





Lfd.Nr.: 005

[BEAULIEU, JEAN-PIERRE baron de:]

A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI en son Conseil Souverain de Brabant.

REmontre le Lieutenant-général Baron de Beaulieu, [...].

[S.8:] De l'imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie., s.d., [12.10.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz. S.7:] Bruxelles, 10 Octobre 1791

Beaulieu fordert den Rat von Brabant auf, die Stände als Anführer des Aufstandes gegen den menschenfreundlichen Kaiser Joseph II. zur Zahlung seiner Entschädigungsforderungen - sein Landsitz war während der Revolution 1790 verwüstet worden - zu verurteilen. Aus den drei beigefügten kurzen Schriftstücken geht hervor, daß dem Antrag des Verfassers stattgegeben und den Ständen seine Eingabe zur Stellungnahme übergeben wurde.

Alff.K 4





Lfd.Nr.: 006

[anonym, QUELQUES RÉFUGIÉS':]

A SA MAJESTÉ LÉOPOLD II.

SIRE! "C'est le coeur navré de la plus vive douleur que nous nous jettons aux pieds de VOTRE MAJESTÉ [...].

s.d., [nach 2.3.1790], s.l., 16. S., A8, 8°, Broschur;

[unterz.:] ..., QUELQUES RÉFUGIÉS.

In der Erklärung Leopolds vom 2.3.1790 sehen einige im Exil lebende Regierungsbeamte die Abdankung der Monarchie zugunsten einer Oligarchie der Stände. In ihrer jederzeit opferbereiten Treue zum Kaiserhaus fühlen die Verfasser sich durch dieses Memorandum verraten. Bei Betrachtung der gegenwärtigen Lage empfehlen sie Leopold, nur dann Milde walten zu lassen, wenn das Volk seine Fehler eingestehe. Ansonsten solle er mit militärischer Gewalt den Frieden wiederherstellen, hart durchgreifen , überkommene Privilegien bei dieser Gelegenheit abschaffen und Reformen durchsetzen. Im Schlußteil der Schrift bitten die Autoren Leopold, ihren Sorgen und Nöten größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Alff.K 5





Lfd.Nr.: 007

A Son Excellence le Comte Mercy Argenteau, Ministre Plénipotentiaire de Sa Majesté l'Empereur.

CINQ mille Citoyens, au moins, qui ne signent pas la présente, pour éviter toute espèce de difficulté, [...].

s.d., [18.2.1791], s.l., 2 S, 2 Bl., 8°;

[S.2:] Bruxelles, le 18 Février 1791.

Appell an den bevollmächtigten Minister, den Abt von Tongerloo wegen seiner führenden Rolle während der Revolution zu verbannen.

Alff.K 6





Lfd.Nr.: 008

A tous & un chacun.

IL est constant, qu'il n'y a ni Royaume, ni République, qui puisse se soutenir ou (!) le crime, la trahison, restent impunies, [...]

s.d., [nach 24.6.1790], s.l., unpag, [5 S.], 4 Bl., 8°, Broschur;

Die Stände der Provinzen, besonders des Hennegaus, die der Verfasser vonckistischer Bestrebungen verdächtigt, werden aufgefordert, gegen die Verräter in Armee und Kongreß schärfer vorzugehen. Die zu milde Behandlung der Aufrührer durch den Kongreß legt die Vermutung nahe, der Kongreß arbeite bewußt in die Hände Leopolds. Das Volk fordert Gerechtigkeit und Bestrafung der Schuldigen.

Alff.K 7





Lfd.Nr.: 009

[TOURNAY, ETATS de:]

A TOUS LES BELGES SANS DISTINCTION.

LES consaux, faisant les États de la Ville Cité, Banlieue & district réuni de Tournay, ont fait remettre par leurs Députés le 14 de Juin 1791 [...].

s.d., [nach 20.6.1791], s.l., 7 S., 8°;

Kommentierte Veröffentlichung der Antwortschreiben des bevollmächtigten Ministers und der Generalgouverneure auf eine Denkschrift der Stände von Tournai (s. Nr. 376), auf die im Einleitungsschreiben der Stände hingewiesen wird und in der die bloße Rückkehr zu den Verhältnissen unter Maria-Theresia abgelehnt wird (s. Nr. 346, Denkschrift Leopolds vom 2.3.1790). Die Stände fordern vielmehr eine genaue Festlegung der Rechte und Pflichten des Souveräns und des Volkes, um Mißverständnisse in Zukunft zu vermeiden. Die Vorschläge der Stände werden abschlägig beschieden.

Alff.D 15





Lfd.Nr.: 010

[COBENZL, JEAN-PHILIPP de:]

A tout Ecclésiastique, Noble Homme d'Epée & de Robe, Bourgeois, Commerçant & Homme de la Campagne, à tout Magistrat, Serment, Corps de Métier, Communauté, Compagnie & Société, & à tout Particulier de tout Etat, Ordre & Condition dans toutes les classes des Citoyens des Provinces Belgiques.

Ayant plû à l'Eternel de prendre à lui JOSEPH II, Empereur Roi, Notre Seigneur, j'en ai donné information aux Etats de votre Province par ma Lettre, dont la teneur suit: [...].

s.d., [28.2.1790], s.l., [Luxembourg (?)], 4 S., 8°;

[unterz.:] Luxembourg, le 28 Février 1790. J. PH. COBENZL.

Cobenzl zeigt den Belgiern den Tod Joseph II. an. Selbstbewußt unterbreitet er ihnen folgende Vorschläge zur Rückkehr unter die kaiserliche Herrschaft: 1. sofortiger Abzug der Truppen aus den Provinzen Limburg und Geldern, sowie aus Teilen der Provinz Luxemburg; 2. Aufhebung der Belagerung der Zitadelle in Antwerpen und Versorgung der dortigen Garnison; 3. Einstellung jeder weiteren Bewaffnung und Kriegsvorbereitung; 4. Freilassung aller Gefangenen. Im Gegenzug werden alle Gefangenen in der Festung Luxemburg freigelassen; 5. Druckverbot aufrührerischer Schriften, die die Unruhen weiter anheizen; 6. Entsendung eines Unterhändlers, mit dem er über die zu ergreifenden Mittel, die die Ruhe und Ordnung wiederherstellen, über die Huldigung für Leopold, den neuen Herrscher und über die Inauguration Leopolds sprechen kann.

Alff.C 1





Lfd.Nr.: 011

[BOUVET, (Abbé):]

L'ABC DES PRÊTRES, OU Instructions en forme alphabétique, pour apprendre aux Ecclésiastiques leurs Devoirs & les remettre à l'A, B, C de leur état. Par un PRETRE connu & amateur de l'ordre.

1791. [Anfang 1791 (?)], s.l., 43 S., A8-B8,C4,D2, 8°;

Der Verfasser geißelt in 59 kurzen Artikeln - gemäß den 59 Paragraphen der Joyeuse Entrée (?) und lexikalisch nach Stichworten geordnet - den übersteigerten Materialismus und die Inquisition der Kirche, die im Widerspruch zur christlichen Lehre stehen (belegt durch Beispiele und Zitate der Apostel, der Kirchenväter etc.).

Alff.K 8





Lfd.Nr.: 012

ACTENS VAN DE PROPOSITIEN AEN ALLE DE CORPORATIEN VAN VLAENDEREN GEDAEN, Raekende de Huldinge van Zyne Majesteyt den Keyzer LEOPOLDUS den II. Met de Resolutien daer op gevolgt.

1791. [17.5.1791], s.l., [Gent(?)], 33 S., (t),A8-B8,(), 8°;

Veröffentlichung der von den Ständen Flanderns erbetenen Stellungnahmen aller Körperschaften Flanderns (Clergé van het district van Gend, Clergé van Brugge, Collatie der Stad Gend, Burgmeesters, Schepenen ende Raed der Stad Brugge, Burgmeesters ende Schepenen s'Lands van den Vryen, Borgemeester ende Schepenen der Stad Cortryk, Burgemeester en Schepenen der Stad Audenaerde, Bailliu ende Mannen van Leene van den Kasteele ende Audenburg van Gend, Hoog Pointers en Vrije Schepenen der Casselrije van Cortrijk, Hoog Pointers der Heuver-en-Neder Casselrye van Audenaerde, Hoofd-Collegie van den Lande van Aelst, Hoofd Collegie van den Lande van Waes, Borgemeester, Schepenen ende Raed der Stad Dendermonde, Hoofd-Schepenen van den Lande van Dendermonde, Borgemeester ende Schepenen der Stad Ninove, Bailliu, Borgemeester ende Schepenen der Stede ende Ambachte van Assenede, Bailliu, Borgemeester ende Schepenen der Stede en Ambachte van Bouchaute, Bailliu, Burgmeester ende Schepenen van den Lande van Bornhem, Burgmeester ende Schepenen der Stede en Port van Nieuport, Bailliu ende Schepenen der Stede ende Port van Oostende) zur geplanten Inauguration Leopold II. zum Grafen von Flandern. Hauptsächlich auf der Basis des Vertrages von Den Haag vom 10.12.1790 (s. Nr. 190) stimmen alle Körperschaften dem Vorhaben zu. Die Vorschläge einiger Gremien aufnehmend wollen die Stände mittels einer Eingabe an den Kaiser auf eine Wiedergutmachung aller begangenen Verfassungsbrüche dringen.

Alff.D 1





Lfd.Nr.: 013/014

ACTES AUTENTIQUES DES CONVENTIONS PRÉLIMINAIRES CONCLUES A REICHENBACH. Entre Sa Majesté le Roi d'Hongrie & de Bohême, & les Cours Médiatrices.

A LA HAYE. 1791. 27 S., (t),A8,B4,(), 8°;

Veröffentlichung der drei Erklärungen der Reichenbacher Konvention und einiger diesbezüglicher Schriftstücke. Österreich erklärt sich bereit, unter Vermittlung der Dreibundmächte einen Waffenstillstand auf der Basis des status quo ante mit der Pforte zu schließen und in Friedensverhandlungen mit der Türkei einzutreten. In gesonderten Erklärungen garantieren die Seemächte und Preußen Österreich seine Herrschaftsrechte in den belgischen Provinzen. Die Garantie wird unter der Bedingung gegeben, daß den Belgiern bei freiwilliger Unterwerfung eine Generalamnestie und geringfügige Verfassungsänderungen, die jedoch nicht den Kernbestand der Konstitution gefährden dürfen, zugestanden werden. Bei einer gewaltsamen Lösung soll es bei der Wiederherstellung der alten Verfassung bleiben.

Alff.K 9/Alff.K 10





Lfd.Nr.: 015

ACTES D'UNION DES PROVINCES BELGIQUES.

[S.3]: A BRUXELLES, Chez T'SERSTEVENS, rue de la Montagne., s.d., [30.11.1789], 3 S., 8°;

[unterz.:] ...dans Notre Assemblée du 30 Novembre 1789. Etoit signè (!) J.F. Rohart,...

Der hier angezeigte Unionsvertrag zwischen den Ständen Brabants und Flanderns zur Sicherung der wiedergewonnenen Freiheit soll nach Vorschlägen Van Eupens in eine gemeinsame Herrschaft über beide Provinzen umgewandelt werden. Dabei soll die Souveränität einem noch zu bildenden Kongreß übertragen werden. Zum Zeichen besonderer Verbundenheit mit Brabant akzeptieren die flandrischen Stände diesen Plan, mit der Einschränkung, daß die vertragschließenden Parteien selbst entscheiden, ob dieser Kongreß möglicherweise nur mit der Wahrnehmung gemeinsamer Interessen betraut wird.

Alff.B 3





Lfd.Nr.: 016

[GAND, COLLACE de:]

Actum den 26. April 1790. in generale Vergaederinge van de Collatie der Stad Gend.

TEn voornoemden daege de Collatie communicatie bekomen hebbende van den brief in date 23. April 1790., [...].

s.d., [26.4.1790], s.l., [Gent (?)], 3 S., 8°;

[unterz.:] C.J.Oudaert.

Die 'Collace' der Stadt Gent wendet sich an den Magistrat der Stadt mit der Bitte, ihre Darlegungen als Bericht an die Stände weiterzuleiten. Sie drückt ihre Besorgnis über die Festsetzung des Generals Van der Mersch in der Zitadelle von Antwerpen aus, die auf Veranlassung des Kongresses ohne vorherigen Prozeß erfolgt sei. Die Sicherheit Van der Merschs sei in Antwerpen nicht gewährleistet und eine Überstellung des Generals nach Flandern garantiere im Falle einer Anklageerhebung einen unparteiischen Richterspruch. Sie bedauert, daß diese Überstellung nicht mit mehr Nachdruck betrieben wird und verweist auf die wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen, die die umlaufenden Gerüchte wegen der Verhaftung des Generals schon jetzt auf die beunruhigte Bevölkerung haben.

Alff.K 11





Lfd.Nr.: 017

[HULEU, JEAN-FRANÇOIS-GHISLAIN:]

AD CRISIM DURAM ET TRILINGUEM DISSERTATIONIS FLANDRICAE TRIPARTITAE, ET AURORAE VERITATIS RESPONSIO MOLLIS

J.-G. HULEU, Archipresbyteri Mechliniensis.

TYPIS MECHLINIAE, Apud P.J. HANICQ, Bibliopalam. 1798., [Mecheln], 47 S., 1 Errataliste, A8-C8, 8°;

Huleu setzt sich zunächst mit einem anonym verbreiteten Manuskript auseinander, in dem Kritik an dem Inhalt seiner flämischen Schrift "Pligten van allen catholyken Borger" geübt wird. Er zitiert Passagen aus der Schrift seines Kritikers, der sich als junger Theologe ausgibt, und stellt seine Gegenposition dar. Dabei bekräftigt er seine Ansicht, daß sich der von der Geistlichkeit geforderte Eid nur auf staatliche und nicht auf geistliche Angelegenheiten beziehe. Die staatliche Autorität sei anzuerkennen. Religionsfreiheit und freie Ausübung des Gottesdienstes seien gewährleistet. In einem zweiten Teil mit dem Titel "Ad Crisim duram opusculi Veritatis Aurora nuncupati Responsio mollis" antwortet Huleu auf die Kritik desselben unbekannten Autors an seinem Werk "Veritatis Aurora" (s. Nr. 583). Er weist darauf hin, daß er auf manche Einwände schon in der 2.Auflage seines Werkes eingegangen sei, und wendet sich gegen den Vorwurf, er habe bezüglich des Eides Einwendungen gegen die Entscheidung des Kardinalskollegiums gemacht. In einem Appendix geht Huleu schließlich auf das ihm in die Hand gelegte Fragment eines Briefes ein, der dem Erzbischof von Mechelen untergeschoben worden ist. Danach soll der Nuntius in Brüssel mitgeteilt haben, es sei nicht erlaubt, den geforderten Eid zu schwören. Der Brief ist unecht, außerdem beziehen sich die Aussagen auf den Eid von 1791.

Alff.G 2





Lfd.Nr.: 018

ADIEU DES ÉTATS BELGIQUES A LA SOUVERAINETÉ.

1791. [1(?).1791], s.l., 12 S. A6, 8°;

Fünf Lieder, in denen die Unfähigkeit und Skrupellosigkeit der Stände (besonders ihrer Führer: Van der Noot, La Pineau und der Abt von Tongerloo), die ihren Machtverlust nicht verwinden können, auf sarkastische Weise angeprangert werden. Nur dank der Österreicher sei man dem völligen Ruin des Landes entgangen und sehe in der Herrschaft Leopolds einer sorgenfreien Zukunft entgegen.

Alff.K 12





Lfd.Nr.: 019

[anonym, 'VRYHEYDS BORG, DE':]

ADRESSE aen Myne Mede-borgers en Vrienden van den Platten-Lande.

MYne Mede-borgers ende bezondere Landsvrienden ik hebbe U meermaels te kennen gegeéven [...].

s.d., [11/12.1792], s.l., 7 S., 8°;

[unterz.:] ...DE VRYHEYDS BORG.

Der Verfasser bezichtigt die Vonckisten als bezahlte Agenten Österreichs den heldenhaften, für die Freiheit Belgiens kämpfenden General Dumouriez über ihre wahren Absichten, Belgien wieder in die österreichische Sklaverei zu führen, zu täuschen. Er gibt seinen Mitbürgern zehn Ratschläge, die verhindern sollen, daß die Freiheit der Belgier durch die Ränke der Vonckisten wiederum gefährdet wird (s.a. Nr. 282, 600, 613).

Alff.E 14





Lfd.Nr.: 020

[anonym, 'LE VICOMTE DE R***':]

ADRESSE AUX BELGES. PAR M. LE VICOMTE DE R***

A BRUXELLES. 1791. [1(?).1791], 16 S., A8, 8°;

Der Verfasser erklärt zunächst die Unaufgeklärtheit des belgischen Volkes damit, daß es keine flämischen Übersetzungen der Aufklärungsschriften gibt, und die Mönche sich nur abwertend über das Gedankengut der Aufklärung geäußert hätten. Er warnt jedoch davor, von dem Extrem der theokratischen Herrschaft der Mönche (als negatives Beispiel gibt er ein Gespräch zwischen einem Kapuzinermönch und einer verheirateten jungen Frau in einem Beichtstuhl wieder, aus dem hervorgeht, wie die Frau zu politischen Zwecken und aus persönlichen Motiven von dem Mönch mißbraucht wird.) in das der 'Philosophenherrschaft' nach dem Muster der französischen Nationalversammlung zu fallen (er stellt Joseph II. als Opfer der 'Philosophen' hin und verweist auf die negativen Folgen der französischen Revolution.). Als Mittelweg empfiehlt er die Versöhnung mit dem Kaiser und die Aussöhnung der Belgier untereinander.

Alff.K 13





Lfd.Nr.: 021

ADRESSE AUX BELGES ET AUX FRANÇOIS.

BELGES, ne vous écartez pas de la promesse de la brave NATION FRANÇAISE. [...].

s.d., [27.11.1792], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., 8°;

[unterz.:] Bruxelles ce 27 Novembre 1792

Der Verfasser denunziert die gewählten 'Représentants provisoires' von Brüssel (18.11.1792) - die Wahlumstände und den Wahlmodus hält er für untragbar - als österreichische Agenten, und er fordert die Belgier und Franzosen auf, diese neue Tyrannis der 'Royalisten' zu bekämpfen, um die alte Brabanter Verfassung bewahren zu können (s.a. Nr. 19, 282, 600).

Alff.E 19





Lfd.Nr.: 022

[anonym, 'UN AMI DE LA PAIX ET DE LA PATRIE':]

ADRESSE AUX BELGES, PAR UN AMI DE LA PAIX ET DE LA PATRIE.

O Belges, mes chers Compatriotes! que j'ai toujours aimés, [...].

s.d., [nach 6.3.1790 ?], s.l., 7 S., A4, 8°;

In einem pathetischen Aufruf werden die Belgier beschworen, dem Krieg abzuschwören (unter Erwähnung des Aufrufs von Papst Pius dem VI. und unter Anspielung auf das Manifest Leopolds vom 2.3.1790 ?) und gemeinsam mit dem großmütigen Kaiser Leopold II. den Frieden wiederherzustellen und zu bewahren.

Alff.K 14





Lfd.Nr.: 023

[anonym, 'UN DÉMOCRATE':]

ADRESSE AUX BRABANÇONS.

NOUS devons bénir la divine Providence qui nous a servi autant & même plus que la force de nos armes, [...].

s.d., [9.1.1790 ?], s.l., 8 S., 8°, Schmutztitel;

Der Verfasser brandmarkt die Usurpation der Souveränität durch die Stände von Brabant und fordert als ersten Akt der Souveränität des Volkes die Einberufung einer Nationalversammlung, in der die Vertreter des Volkes gewählt werden.

Alff.K 15





Lfd.Nr.: 024

[anonym, 'DÉMOPHILE':]

ADRESSE AUX HABITANS DES CAMPAGNES, Sur les Cabales des mauvais Prêtres & Curés.

COMME ils nous trompent, comme ils abusent cruellement de notre crédulité, [...].

s.d., [11/12.1790 ?], s.l., 6 S., A4, 8°;

[unterz.:] DÉMOPHILE.

Schmähschrift gegen französische Priester, die sich weigern, den Eid auf die Verfasssung abzulegen (27.11.1790). Ihr Ziel sei lediglich, Zwietracht zu verbreiten und einen Bürgerkrieg zu provozieren. Um die Verirrungen der Priester zu verdeutlichen, verweist der Autor auf die Untaten des Klerus in Brabant. Er deutet an, daß die Religion nicht angetastet werden soll.

Alff.K 16





Lfd.Nr.: 025

[anonym, 'BOURGEOIS DE LA CITÉ CAPITALE DU BRABANT, DES':]

Adresse de la part des Bourgeois de la cité capitale du Brabant, à Monsieur le Commandant de la même Ville, convoquant le Peuple de Louvain au 22 & 23 de Novembre 1792.

MONSIEUR, Il est inutile de faire des instances ultérieures pour nous surprendre [...].

s.d., [23.11.1792], s.l., 3 S., 8°;

[unterz.:] Fait en Brabant, le 23 Novembre 1792.

Eingabe Brüsseler Bürger an den Stadtkommandanten von Brüssel, General Berneron, in der sie kompromißlos auf der Erhaltung der alten Brabanter Verfassung gegen das Votum einer Minderheit bestehen. Als wichtigste Grundlage des gesellschaftlichen Lebens und Wohlergehens in der Provinz werde man für den Erhalt dieser Verfassung notfalls bis aufs Blut kämpfen.

Alff.E 5





Lfd.Nr.: 026

[anonym, 'LES BOURGEOIS DE FRANCFORT':]

ADRESSE DES BOURGEOIS DE FRANCFORT, AU GÉNÉRAL CUSTINE.

A FRANCFORT. s.d., [18.12.1792], 8 S., 8°;

[unterz. S. 6:] Les Bourgeois de Francfort. Francfort le 5 Novembre 1792.

Abdruck einer Eingabe Frankfurter Bürger an den General Custine, in der sie jede Veränderung ihrer freiheitlichen Ordnung für schädlich halten und die Rücknahme der Kontributionen erhoffen, da sie den Ruin der gesamtem Bürgerschaft bedeuten würden. Die Ablehnung ihrer Wünsche führte nach Meinung des Kommentators zum Massaker an den französischen Garnisonstruppen durch die Frankfurter Bürger und preußisches Militär - auszugsweise wiedergegeben in einem ebenfalls abgedruckten Artikel des Journal de Paris vom 18.12.1792. Der Kommentator sieht hierin eine eindringliche Warnung an alle, die sich dem Willen des Volkes widersetzen.

Alff.E 3





Lfd.Nr.: 027

[PROVINCE DE NAMUR, DES HABITANS de la:]

ADRESSE DES HABITANS DE LA PROVINCE DE NAMUR. A LEURS ETATS, Concernant le Mémoire que ceux-ci ont présenté le 18 Janvier à Son Excellence le Comte Mercy-Argenteau.

1791. [18.1.1791], s.l., 13 S., 6 Bl., 8°

Antwortschreiben des "Volkes" der Provinz Namur auf die Denkschrift ihrer Stände an den österreichischen Minister. Hierin distanziert sich das "Volk" mit aller Entschiedenheit von den Forderungen der Stände (Übernahme der Soldaten der früheren Patriotenarmee in die kaiserliche Armee, keine Besetzung von Verwaltungsstellen der Provinz mit früheren Amtsinhabern, etc.). Allein die Stände seien für alle Folgen der Revolution verantwortlich, da sie nie ein Mandat des Volkes besessen hätten. Die Denkschrift wird als ein Affront gegen die Güte des Kaisers gewertet, der daraufhin gereizt reagieren könnte (s.a. Nr. 70).

Alff.K 17





Lfd.Nr.: 028

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

Aen de Seer Eerweerde ende Edele Heeren Staeten van Brabant in hunne generale Vergaederinge.

VErthoonen met alle eerbiedinge die gesworene uyt de Negen Natien, ..., hôe dat sy op den 10 Mey 1791, [...].

s.d., [14.6.1791], s.l., [Brussel ?], 4 S., 8°;

[unterz.:] J. Oppalfens, qq. H.A. Verrassel, qq. J. Ducaers, qq P.J. Vereycken, qq. N. Parys, qq. A. Smeesters, qq. J.F. De Noter, qq. J.B. Vanden Elsken, qq. Egidius Brisbarb, qq. Brussel 14 Juny 1791.

Nachdem der Magistrat von Brüssel auch nach der Eingabe der 'Syndiki' vom 28.5. (s. Nr. 32) in seiner ablehnenden Haltung verharrt, wenden sich die Syndiki direkt an die Stände von Brabant, da sie einerseits durch eine Zusatzbestimmung vom 12.8.1700 nicht berechtigt sind, sich direkt an den Souverän oder seine Stellvertreter zu wenden, andererseits den Rat von Brabant in seiner aktuellen Zusammensetzung als verfassungswidrig ansehen. Sie bitten die Stände, unter Betonung ihrer gemeinsamen Ziele, um Unterstützung ihrer Forderungen (s. Nr. 174, u. 521/22).

Alff.D 12





Lfd.Nr.: 029

AEN DE WELPEYSENDE.

WEl Mannen, wat dunkt U-L. van de standvastigheyd der Heeren Staaten van Brabant. [...]

s.d., [28.11.1791], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] Maestricht 28 9ber 1791.

Im Zusammenhang mit der Verhaftung der vier Mitglieder des Ständeausschusses am 26.11.1791 aufgrund der Unbeugsamkeit der Brabanter Stände im Streit um die Rechtmäßigkeit des Rates von Brabant, ruft der Verfasser alle auf, besonders den Dritten Stand von Brabant, für die Rechte der Nation weiter zu streiten; zumal, da die Anfrage Marie-Christines an den englischen Botschafter, der Bewilligung der Steuern und Subsidien auf unbegrenzte Zeit zuzustimmen, mit dem Hinweis auf die Konvention von Reichenbach und die Einhaltung der Privilegien und der Joyeuse Entrée ablehnend beschieden worden sei, und Marie-Christine daraufhin die vier Abgeordneten am 28.11. wieder auf freien Fuß gesetzt habe (s.a. Nr. 59, 139).

Alff.K 18





Lfd.Nr.: 030

[FLANDRE, LES VOLONTAIRES de:]

AEN DE ZEER HOOGWEERDIGE, EDELE EN HOOGMOGENDE HEERE STAETEN IN HET CONGRES TOT BRUSSEL.

TOT GENT, en is te bekomen tot BRUSSEL, By DE TREZ, Drukker, in de Boter-straete. 1790. [8.11.1790], 8 S., 8°;

[unterz., S.6:] DE VOLONTAIREN VAN VLAENDEREN. Den 8 November 1790.

Die Freiwilligen aus Flandern zeigen sich entschlossen, bis zum letzten gegen den inneren und äußeren Feind zu kämpfen. Stolz melden sie dem Kongreß in Brüssel die Rekrutierung von 40000 Freiwilligen auf dem Lande innerhalb von acht Tagen und ermutigen den Kongreß, unter Betonung ihrer unbedingten Loyalität, ihnen grünes Licht zum Losschlagen zu geben. In einem weiteren Schreiben an die Freiwilligen von Brüssel (Seer Lieve ende Beminde Confraters de Heeren VOLONTAIREN der Stad Brussel) schlagen sie eine Allianz der Freiwilligenverbände beider Provinzen vor, damit der Kongreß keinen Vorwand findet, aufgrund mangelnder Verteidigungsfähigkeit ein Abkommen mit Leopold zu schließen.

Alff.K 19





Lfd.Nr.: 031

[ANTWERPEN, HOOFD-AMBACHTEN EN VOORDERE AMBACHTEN, DEKENS der:]

Aen MYNE Eerw. HEEREN die Borgemeesteren, Schepenen ende Raed dezer Stad Antwerpen.

VErtoonen met alle eerbiedinge die Dekens zoo der Hoofd-Ambachten [...].

s.d., [7.4.1788], s.l., [Antwerpen], 16 S., 8°;

[unterz.:] Antwerpen 7 April 1788. Waeren onderteekent J. De Clyn. J.F. Van Bortel. P.J. Bouwens. Joannes Verheyen. P.J. Van Pelcom & loco Norbertus Hermans. Jacobus Eeckelaers. J.B. Segers. Petrus Carolus Anthoni fils ainé & loco J.B. Olislaeger. P. Leemans & loco J. van Hal. Joannes Vriendts. Peeter De Meyer. Michael Jos. Brackeniers. P. Ombelet. J.F. Deckers. J.H. Du Moulin.

G. Bisschop. Cornelius J.J. Mens. J.B. Segers. P.J. Cant. J.V.d. Bergh. P.J. Van den Bemden. J.B. Molyn. P. Mortelmans. J.C. De Craen. P.J. Geens. Petrus Lauwers. Judocus De Craen. Ferdinandus F. Lambrechts. J.B. Van Dyck. Jacobus Van Berckelaer. Cornelius De Ruyter.

Nicolas B. Wouters. A.H.J. Van Wamel. Hend. La Rivier. Josef Clerinckx. Joannes Sellekaers. G. Kerckhoven. C. Claessens. Cornelius Van Bussel. Joannes Goossens. J.J. Pauwels. J.J. Hantsom. J.J. Van Overmeeren. J.P. Van Hencxthoven. C.F. Schroots. Adrianus W. Ruys. ende J.B. Goris.

In ihrer Eingabe an die Stadtverwaltung zeigen die Dekens die schädlichen Folgen auf, die die Aufhebung der Universität Löwen, der bischöflichen Seminare und der Klöster sowie die Einrichtung des Generalseminars für Staat und Kirche haben. Durch ihre Brabantizität genießt die Universität Privilegien, die nicht einseitig aufgehoben werden können. Der begangene Verfassungsbruch muß rückgängig gemacht werden. Die getroffenen Maßnahmen beschneiden nicht nur in ungerechtfertigter Weise die Rechte einzelner, sondern führen auch zu Priestermangel, Verrohung der Sitten, Versorgungsschwierigkeiten kinderreicher Familien und zur Ausbreitung der Ketzerei.

Alff.K 20





Lfd.Nr.: 032

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

Aen Myne Heeren die Borgemeesters, Schepenen, Tresoriers, Rentmeesters ende Raed der Stad Brussel.

VERTHOONEN met behoorelycke eerbiedinghe die gesworene uyt de Negen Natien, uytmaekende het derde deser Stads Leden, dat zy met de aldergrootste verwonderinghe te rugh hebben ontfangen [...].

s.d., [28.5.1791], s.l., [Bruxelles], 7 S. 8°;

[unterz.:] J.OPPALFENS, qq. H.A. VERRASSEL, qq. J. DUCAERS, qq. P.J. VEREYCKEN, qq. N. PARYS, qq. A. SMEESTERS, qq. J.F. DE NOTER, qq. J.B. VANDEN ELSKEN, qq. EGIDIUS BRISBARB, qq. Brussel 28 Mey 1791.

In ihrer Antwort auf die Resolution der Brüsseler Verwaltung (s. Nr. 163, 174) versuchen die 'Syndiki' der neun Nationen ihre Vorwürfe gegen den Bürgermeister De Vieusart zu erhärten, um so die Verwaltung zur Rücknahme der Resolution und zur Beratung der nochmals vorgelegten Eingabe vom 10.5.1791 zu bewegen (s. Nr. 28 u. 521/22). Außerdem protestieren die 'Syndiki' gegen die ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung erfolgte Bestellung einer Gesandtschaft der Hauptstädte zur Inaugurationsfeierlichkeit Leopolds durch die Verwaltung und verlangen, daß mehr Bürgerliche in die Gesandtschaft aufgenommen werden.

Alff.D 7





Lfd.Nr.: 033

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

Aen Myne Heeren die Wethouderen der Stad Brussel./A Messieurs du Magistrat de cette Ville de Bruxelles.

VErthoonen die Boetmeesters der Natien in den Naem der zelve dat de Keyzerlyke en Koninglyke Depeche van Syne Majesteyt in date 3 Julii 1787 [...]./LEs Syndics des Nations exposent au nom de leurs Commettans, que suivant la Lettre de Sa Majesté en date du 3 Juillet 1787, [...].

s.d., [26.3.1788], s.l., [Brussel], 8 S., 8°, Broschur, ndl./frz., zweispaltig.

[unterz.:] Brussel 26 Meert 1788./ Bruxelles le 26 Mars 1788. Signés A. vander Stricht, Jean Joseph Sagermans, H. de Puyt, P.J.C. Beeckman, J.C. Schruers, J.B. van Lack, E. Adan, J.F. van Campenhout, J.B. van den Sande.

Eingabe der Syndiki an den Magistrat, in der sie den Kaiser der Loyalität des Volkes versichern und im Namen des Volkes den Wunsch äußern, die alte Verfassung wiederherzustellen, wie es die Erklärung des Generalgouverneurs vom 21.9.1787 ankündigte. Insbesondere wird das harte Vorgehen gegen Mitglieder der Löwener Universität mißbilligt.

Alff.K 21

Aenmerking,(*) geschreeven door den graef van Trauttmansdorff...s.Nr.395





Lfd.Nr.: 034

[anonym, '**':]

AENMERKINGEN OVER DE BINNELANDSCHE VAERT DER PROVINTIE VAN VLAENDEREN TER Wederlegging van de Memorien der Gendsche Schippers. DOOR * *

1791 [1/2(?).1791], s.l., 51 S., (t),A4-F4,(), 8°;

Der Verfasser sieht in der gewaltsamen Durchsetzung des "last breken" (Entladen von Schiffsfracht und Weitertransport dieser Fracht durch ein anderes Schiff) durch die Genter Binnenschiffer einen Verstoß gegen den Grundsatz des freien Handels, der nicht nur die Binnenschiffer der anderen Landesteile, sondern die gesamte Wirtschaft schädigt und in den Ruin treibt. Die Privilegien, auf die sich die Genter Schiffer in drei Denkschriften berufen, hält er für erfunden. Um weiteren Schaden von der Wirtschaft abzuwenden, fordert der Verfasser die Wiederherstellung der freien Binnenschiffahrt und die Aufhebung der Prozesse und Zwangsvollstreckungen durch Leopold II.. Außerdem soll eine Kommission alle mit dem Genter Stapelrecht zusammenhängenden Fragen klären und die Modalitäten einer eventuell zu zahlenden Entschädigung an die Genter festlegen.

Alff.K 22





Lfd.Nr.: 035

[anonym, 'OPENHERTIGER VADERLANDER, EEN':]

AENSPRAEK VAN EENEN OPENHERTIGEN VADERLANDER TOT DE NEDERLANDERS, ALSNU Verlost van het Jock des Huys van Lorreynen-Oostenryck.

Gedrukt in de Vaderlandsche Drukkerye. 1790. [11.3.1790], s.l., 18 S., (t),A8,(B), 8°;

Um einige Erläuterungen und Appelle erweiterte flämische Ausgabe des "Lettre patriotique aux Belges..." (Inhalt s. Nr. 340). In seinen Appellen ruft der Verfasser das Volk auf, den verderblichen Verheißungen und Reformverlangen der Royalisten und Vonckisten kein Gehör zu schenken, damit Gottes schützende Hand weiterhin die Revolution begleite und keine Zwietracht die Belgier erneut dem österreichischen Despotismus ausliefere.

Alff.C 12





Lfd.Nr.: 036

DE AGTER-DEURE DES WERELDS.

1791. [10.2.1791], s.l., 54 S., (t),A4-F4,G2,(), 8°;

Der Abt von St. Bernard (?) befindet sich aufgrund seines Sündenregisters in der Vorhölle zwischen der Tür zum Fegefeuer und der Tür zur Hölle. Ohne darauf Einfluß nehmen zu können, bestimmen die Folgen seines Handelns auf Erden, ob er der ewigen Verdammnis anheimfällt oder nicht. Im Gespräch mit den Türstehern (vier Engel, die die Eingänge zum Bezirk der Märtyrer, zum Himmel, zum Fegefeuer und zur Hölle bewachen) erfährt er, daß hauptsächlich die Revolutionsführer und ihre Anhänger sowie der größte Teil der Geistlichkeit (Verweis auf "Den Nederlandschen Koolkant", Nr. 390) in die Hölle fahren, während ihre Opfer (z.B. Van Kriecken, s. hierzu Nr. 554) in den Kreis der Märtyrer oder in den Himmel aufgenommen werden. In dieser Situation, nachdem er seine Schuld, der Absetzung Joseph II. zugestimmt zu haben, eingestanden hat, versucht er, wieder auf die Erde zu kommen, um die Menschen weiter aufzuklären und vor den Taten der Geistlichen zu warnen. Diese Bitte wird jedoch nicht erfüllt. Stattdessen werden unter Vermittlung des Propheten Elias drei Briefe geschrieben: an die Stände von Brabant, an den Rat von Brabant und an die Belgier. Den Ständen wird vorgeworfen, gegen den Artikel 59 der Joyeuse Entrée gehandelt zu haben und ohne Mandat des Volkes. Damit sei die Absetzungserklärung Joseph II. ungültig. Dem Rat von Brabant wird die Mitwirkung und Sanktionierung der politischen Umwälzungen angelastet. Er hätte auf den wahren Herrscher, Leopold II., den Gott geschickt hat, warten müssen. Im dritten Brief wird dem Volk vor Augen geführt, wie sich der größte Teil der Geistlichkeit von der Verkündigung des Evangeliums entfernt habe und sich einerseits der Vergötterung Van der Noots, andererseits der Verdammung der Vonckisten hingegeben habe. Den Belgiern wird nahegelegt, eine neue und fähigere Volksvertretung zu wählen.

Alff.K 23





Lfd.Nr.: 037

[anonym, 'BATAN, FRÈRE':]

L'AME, OU PETIT CATÉCHISME PORTATIF A l'usage des bons Citoyens.

DIEU. D. QU'est-ce que Dieu? R. Dieu est un Etre infiniment parfait. LOI. [...].

s.d., [vor 15.6.1791], s.l., 4 S., 8°;

Die staatsbürgerliche Ordnung der Vonckisten, die dieser kleine Katechismus widerspiegelt, ist gekennzeichnet durch die Herrschaft des Gesetzes, der auch der König unterliegt im Gegensatz zur Auffassung einiger Royalisten. Den tugendhaften, gesetzes- und königstreuen Vonckisten stehen die gesetzlosen, königsfeindlichen und fanatischen Aristokraten, Patrioten (Anhänger Van der Noots) und Fanatiker (Freiwillige und Mönche) am Ende der Rangordnung gegenüber. Da nur der Tugendhafte den Fürsten verehrt, kann der wahre Bürger nur ein Vonckist sein.

Alff.K 24





Lfd.Nr.: 038

[anonym, 'UNE JOLIE FLAMMANDE':]

L'AMI DES BELGES. Sur l'Air: La danse n'est pas ce que j'aime.

DANS ma Patrie, hélas! que j'aime, La liberté n'y regne pas, [...].

s.d., [10/11.1790 ?], s.l., 1 S., 1 Bl., 8°;

[unterz.:] Par une jolie Flammande.

Um dem Despotismus im Lande ein Ende zu setzen und die öffentliche Wohlfahrt zu befördern, schlägt die Verfasserin des dreistrophigen Liedes vor, Leopold II. als gesetzestreuen Landesherren einzusetzen.

Alff.K 25





Lfd.Nr.: 039

[anonym, 'L'AMI DU PEUPLE ET DE LA PAIX':]

L'AMI DU PEUPLE ET DE LA PAIX, A tous les citoyens sans distinction d'état & de condition.

VOILA, cependant, chers concitoyens, la paix & la tranquillité que plusieurs de vous, [...].

s.d., [1/2.1791 ?], s.l., 4 S., 8°;

Aufruf an alle Belgier, nach der Vertreibung der Aufständischen trotz des berechtigten Zorns über die verübten Verbrechen an Unschuldigen, jeder Art von Rache abzuschwören, um dem Land eine blühende Zukunft zu sichern.

Alff.K 26





Lfd.Nr.: 040

[anonym, 'SCEVOLA BELGIQUE':]

L'ANCIEN ET LE NOUVEAU DESPOTISME. Parallele extrait de la Préface de la Vie de Philippe II, Roi d'Espagne & Duc de Brabant.

TOUS les Despotes furent & sont des ignorans. [...].

s.d., [11.1.1793], [ms. S.1: 17 Jan 1793], s.l., [Bruxelles ?], unpag., 4 Bl., 8°;

[unterz.:] SCEVOLA BELGIQUE, Habitant Constitutionel de Bruxelles. 11 Janvier 1793.

Agitatorische Schrift - kommentierte Textpassagen aus dem Vorwort einer Biographie Philipp II., die die Parallelen zwischen alter und neuer Tyrannei verdeutlichen sollen - gegen die 'Représantants provisoires' von Brüssel, die nach Meinung des Verfassers als Agenten der österreichischen Regierung den alten Despotismus in neuem Gewande wiederaufleben lassen (Wahlvorgänge in Brüssel, 18.11. und 29.11.1792, Verhaftungen). Am Schluß ein Aufruf an die Franzosen, sich nicht länger täuschen zu lassen und ihr Versprechen, den Belgiern in der Wahl ihrer Verfassung freie Hand zu lassen, einzulösen. Sonst drohe ein Volksaufstand, und die Belgier würden die Garantiemächte der alten Verfassung, England, Preußen und die Generalstaaten um Unterstützung bitten (s.a. Nr. 108 u. Nr. 540).

Alff.E 25





Lfd.Nr.: 041

ANNALES MONARCHIQUES. PREMIERE ANNÉE. N°. I - III.

LILLE. 1791. [13.4.1791], 80 S. N°I: 1-32; N°II: 33-56; N°III: 57-80), A8-C8,D4,E8,F4, 8°, [S.2:] Konditionen der Subskription;

Die Wochenzeitschrift versteht sich, wie aus dem programmatischen Vorwort (S. 3-14) hervorgeht, als Stimme der Vernunft, die sich keiner Partei verpflichtet fühlt (Motto: Un Roi, une Nation). In den drei ersten Ausgaben, die hier gebunden vorliegen, werden folgende Themen behandelt:

N° I: a) Die Rivalität zwischen Frankreich und England und ihre Auswirkungen auf die französische Revolution (1. Teil des "Lettre familière de quelques philantropes au peuple français"), S. 15-23; b) Ausschreitungen in Douai und Beurteilung der diesbezüglichen Gesetzgebung der französischen Nationalversammlung, S. 23-32; c) Anzeige der päpstlichen Bulle über die Exkommunizierung aller französischen Priester, die den Bürgereid geleistet haben, S. 32; N° II: a) das Wesen der Monarchie. Erster Teil einer Naturgeschichte der Freiheit, die zeigen soll, daß die Freiheit der Vernunft unterworfen ist und nicht schrankenlos sein kann. Er endet im Goldenen Zeitalter, in dem das Glück des einzelnen zusammenfällt mit dem Wohlergehen der Gemeinschaft. Um dieses Zeitalter wieder zu erreichen, sollte nur solches Bestand haben, das dem Gemeinwesen nützt, S. 33-45; b) Begründung für die Schädlichkeit des geforderten Priestereides. Er beschwört u.a. die Gefahr eines Bürgerkrieges herauf, S. 45; c) Zweiter Teil des Lettre familière... . Die Sicherung des Friedens gelingt nur über eine Union der vier Großmächte Europas, Spanien, Frankreich, Österreich, Rußland. Die Interessenlage der einzelnen Mächte einschließlich Preußens wird analysiert und vor einer von außen unterstützten Jakobinerverschwörung gewarnt, S. 46-54; d) Protestschreiben Genter Schöffen vom 7.4.1791. Die Bezahlung der Schulden, die die Stände während der Revolution gemacht haben, durch den Stadtsäckel soll unter Hinweis auf die Unrechtmäßigkeit der Ständeherrschaft verweigert werden, S. 55-56; N° III: a) Erste Analyse der beiden ersten Teile der Schrift "Observations sur la constitution primitive et originaire des trois etats de Brabant" (s. Nr. 418), S. 57-74; b) Abdruck des "Lettre aux Etats de Brabant par l'agent en cour Sandelin" (s. Nr. 318). Sandelin antwortet auf die Kritik der Stände an den Amis du bien public. Die Vorwürfe, die Gesellschaft zu spalten und gegen die Verfassung zu arbeiten, weist er entschieden zurück, S. 74-80.

Alff.K 27





Lfd.Nr.: 042

[anonym, 'ADOLPHE BELGEAMI':]

L'ANTI-BALZA, OU L'AMI DE LA CONSTITUTION BRABANÇONNE.

AUX PAYS-BAS, A LA JOYEUSE ENTRÉE, Chez les Libraires Constitutionnels. s.d., [ms. Titelbl.: 17 Jan 1793], 16 S., 8°, Titelinnenseite: Hymne auf die Freiheit;

[unterz.:] ADOLPHE BELGEAMI. Bruxelles ce, &c.

Eindringliche Warnung des Verfassers vor einer Reformierung oder Abschaffung der alten Brabanter Verfassung, da dies der Despotie Tür und Tor öffnet, wie er am Beispiel der Erklärung des Generals Moreton vom 26.11.1792 und der Usurpation der Souveränität durch die 'Représentants provisoires' in Brüssel zu erläutern sucht.

Alff.E 24





Lfd.Nr.: 043/044

APOLOGIE DE MONSEIGNEUR LE CARDINAL ARCHEVÊQUE DE MALINES; Où l'on prouve par un fait très-récent qu'il est incapable de faire le mal, s'il n'y étoit entraîné par quelques individus qui ont eu l'art de le subjuguer.

1791. [ms. Titelbl.: 15.10.], s.l., 12 S., 8°, [Nr. 43, ms. S. 12: La lettre pastorale dans cette apologie est fausse et n'a jamais été faite par le Cardinal ni par son ordre mais par un Royaliste ce que des expressions designent assez];

Kommentierte Veröffentlichung der vermeintlich ursprünglichen, unverfälschten Fassung des letzten Hirtenbriefes des Kardinals von Mecheln. Dieser angebliche Originaltext soll beweisen, daß der Kardinal die falsche belgische Theologie aus der Revolutionszeit verdammt und alle Geistlichen - sich selbst einschließend - auffordert, zur wahren Lehre Christi zurückzukehren und ihre Verbrechen zu sühnen. Der Verfasser behauptet, dieser Text sei - durch die schlechten Berater des Kardinals, vor allem durch Duvivier in seinem Inhalt verfälscht - als "Lettre pastorale sur l'adoration perpétuelle" von diesen veröffentlicht worden (s.a. Nr. 339, 290, 489).

Alff.K 28/Alff.K 29





Lfd.Nr.: 045

[anonym, 'LES ANCIENS SERVITEURS DU PRINCE':]

APPEL A LA NATION BELGIQUE, Contre l'injuste proscription que les Etats de certaines provinces voudroient faire prononcer contre les anciens serviteurs du Prince.

QUAND l'Empereur donne à l'univers le plus mémorable exemple de clémence, [...].

s.d., [3.1791 ?], s.l., 4 S., A2, 8°;

Entlarvung der Kampagne gegen die ehemaligen Beamten des Kaisers als Mittel der machtgierigen und verbrecherischen Stände, ihre eigenen Gefolgsleute in einflußreiche Ämter zu schleusen, um damit Entschädigungsforderungen vieler Belgier abwehren zu können. Die Beamten sind nur dann bereit ihre Ämter niederzulegen, wenn sie durch ein Fehlverhalten das Vertrauen der ganzen belgischen Nation verloren haben sollten und nicht aufgrund der Forderungen der Stände, die sie nicht als Stimme des Volkes anerkennen.

Alff.K 30





Lfd.Nr.: 046

[FEIGNEAUX, FRANÇOIS:]

APPEL AU PEUPLE SOUVERAIN PAR FRANÇOIS FEIGNEAUX.

Le Citoyen Feigneaux fit le 18 de ce mois de Janvier aux Représentans provisoires du Peuple Souverain de la ville libre de Bruxelles, [...].

s.d., [27.1.1793], s.l., 7 S., A4, 8°;

Veröffentlichung mehrerer Schriftstücke durch den Sekretär des Brüsseler Finanzausschusses Feigneaux, um dem Eindruck, er sei ein Verleumder, entgegenzuwirken:

1. Petition Feigneaux vom 18.1.1793 an die 'Représentants provisoires' von Brüssel, S. 1-2; Vorschlag, eine monatliche detaillierte Aufstellung der Ein- und Ausgaben durch den Finanzausschuß erstellen, prüfen und veröffentlichen zu lassen, um jedem Mißtrauen den Boden zu entziehen und um zu verhindern, daß einige wenige unkontrolliert in eigener Machtvollkommenheit die Geschäfte führen.

2. Gutachten zur Petition Feigneaux vom 25.1.1793, S. 2-3; Forderung an Feigneaux, die Vorwürfe zu präzisieren und die Personen zu benennen, die er des Amtsmißbrauchs verdächtigt. Ohne diese näheren Angaben werden seine Ausführungen als Verleumdungen gewertet.

3. Befremdet über den Stil des Gutachtens weist Feigneaux den Vorwurf der Verleumdung zurück (26.1.1793, S. 3-5), indem er darauf hinweist, daß er keine konkreten Anschuldigungen vorgebracht habe und nur in staatsbürgerlicher Absicht auf das aufkeimende Mißtrauen der Bevölkerung aufmerksam machen wolle. Verschiedene Vorkommnisse (unbegründete Gehaltszahlungen, Ämteranhäufung, Ausschluß von Sitzungen) seien dazu angetan, daß Vertrauen in die Versammlung der Représentans provisoires zu erschüttern.

4. Ohne Antwort auf sein Schreiben und vor Gericht zitiert reicht Feigneaux seinen Rücktritt als Sekretär des Finanzausschusses ein, da er um seine Reputation fürchtet (27.1.1793, S. 5-6).

5. Schreiben Feigneaux an den Brüsseler Jakobinerklub vom 27.1.1793. Er unterstützt hierin den Antrag von La Faye vom 22.1.1793 zur Rechenschaftspflicht und Verantwortlichkeit des Finanzausschusses. Gleichzeitig betont er, er habe nie einen Einfluß auf die Geschäftsführung gehabt und trage deshalb keine Verantwortung für die Handlungen des Komitees.

Alff.K 31





Lfd.Nr.: 047

APPEL de la Nation Belgique contre tout ce que pourroient décerner les Etats de Brabant de contraire a la constitution du Pays.

LEs Etats de Brabant, légalement considerés, n'existent plus; [...].

s.d., [26.1.1789], s.l., 8 S., 8°;

Flugschrift, die folgende vier Texte enthält:

1. Protestschreiben aller wirklichen Staatsbürger gegen das Ansinnen der beiden ersten Stände unter dem militärischen Druck der Regierung Subsidien zu gewähren, die als fortlaufende Zahlungen von den Ständen nicht mehr jedes Mal bewilligt werden müssen. Für den Fall eines solchen Verfassungsbruches ruft man die Garantiemächte um Hilfe an (S. 1-3)

2. Schmähschrift gegen den 'Pensionär' Van Schelle (?) (S. 4-7), der als Verräter an Land und Volk aufgefordert wird, von seinem Amt zurückzutreten ("Aen den vermaerden pensionaris Van Schel tot Brussel"; derselbe Text findet sich wieder in "Versamelinge van verscheyde stukken...", S. 65-67, Nr. 588; zu Van Schelle s.a. Nr. 496 und Nr. 530)

3. Anzeige des nächsten Prüfungstermins zur Erteilung der 'mission canonique' (Missio) durch Franckenberg an den Kaiser unter Hinweis auf die Exklusivität dieses bisschöflichen Rechtes ("Representation de S. E. le cardinal Archeveque de Maline au sujet du concours", S. 7-8)

4. Vierzeiler als Widmung an Franckenberg, in dem er in seiner Glaubenszuversicht auf eine Stufe mit Ambrosius und Athanasius gestellt wird ("Quatrain dedié a son Eminence l'Archevêque de Malines, Primat des Pays-bas", S. 8; eine niederländische Fassung findet sich als Handzettel in der Sammlung, s. Nr. 607, "Waer afbeeldzel van zyne Eminentie")

Alff.K 32





Lfd.Nr.: 048

L'ARISTOCRATE EN FUITE.

IL paroit une brochure qui a pour titre: LES VRAIS INTÉRETS DE S. M. [...].

s.d., [2.1791 ?], s.l., 4 S., 8°;

Scharfe und zum Teil ausfallende Angriffe gegen Van der Hoop - Aufzählung seiner Untaten während der Revolution - und seine Schrift "Les vrais intérêts de S. M." (s. Nr. 604). Der Verfasser beschuldigt Van der Hoop als eine der Hauptstützen des ehemaligen nootistischen Despotismus die Unverfrorenheit zu besitzen, dem Kaiser eine gesetzlose Willkürherrschaft mit Hilfe der Stände als den Belgiern gemäße Regierungsform zu empfehlen.

Alff.K 33





Lfd.Nr.: 049

AU CLERGÉ BELGIQUE.

1791, [2.1791], s.l., 23 S., A8,B4, 8°;

Mit ironischem Unterton zeigt der Verfasser durch indirekte Vergleiche, indem er Personen und Ereignisse aus der Zeit der katholischen Liga und der belgischen Republik nebeneinanderstellt, daß sich unter dem Deckmantel der Religion die schlimmsten Mißbräuche verbergen. Anders als zur Zeit der Religionskriege habe der Kaiser jedoch nach seiner Rückkehr keinen der religiösen Eiferer töten lassen, und deshalb sollte sich die Geistlichkeit bemühen, in Selbstlosigkeit der Religion und dem Vaterland zu dienen.

Alff.K 34





Lfd.Nr.: 050

[MONS, MAIRE, ECHEVINS & CONSEIL de:]

AU CONSEIL SOUVERAIN de Hainaut.

REMONTRENT très-humblement Messieurs les Maire, Echevins & Conseil de la ville de Mons, qu'ayant été nommés par S. M. pour exercer les fonctions [...].

s.d., [12.3.1791], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] DE BISEAU de Familieureux, par commission.

Antrag des Bürgermeisters, der vom Kaiser eingesetzten Schöffen und des Rates der Stadt Mons an den Rat des Hennegaus, die Besetzung der Stelle des Stadtkämmerers vom 18.12.1790 durch den damaligen Rat der Stadt für verfassungswidrig und damit für ungültig zu erklären.

Alff.K 35





Lfd.Nr.: 051

[anonym, 'UN CITOYEN':]

AU PEUPLE BELGIQUE OU ADRESSE D'UN CITOYEN AUX VRAIS AMIS DU BIEN PUBLIC.

M DCC XC I. [23.3.1791], s.l., 10 S., 8°;

Der Verfasser plädiert für die Wahl neuer Volksvertreter auf der Basis von Provinzialversammlungen, da die alten Ständevertreter nur illegitime Usurpatoren seien und die alte Verfassung reformiert werden müsse, wolle man nicht in Sklaverei verharren. Um die breite Zustimmung der Bevölkerung für sein Anliegen zu erhalten, schlägt er vor, nach dem Brüsseler Vorbild Gesellschaften Gebildeter in allen Orten einzurichten, um besonders die Landbevölkerung vor der Einrichtung der Wahlversammlungen über ihre wahren Interessen aufzuklären. Diese Gesellschaften sollten untereinander einen Gedankenaustausch pflegen und ihre Vorstellungen veröffentlichen. Um das allgemeine Mißtrauen vor den Provinzialversammlungen abzubauen, weist der Verfasser am Schluß seiner Schrift darauf hin, daß es keine Zivilkonstitution des Klerus nach französischem Muster geben werde, und die Relgion weiterhin ein Eckpfeiler der Verfassung bleibt.

Alff.K 36





Lfd.Nr.: 052/053

L'AUTEUR DES OBSERVATIONS Sur les lettres d'ajournement impétrées au Conseil de Brabant par Pierre Van Schoor de Bruxelles, comme cessionnaire de J. Gosuin de Liege, à charge de Messieurs le Baron de Hove, Kemmetter, J.F.L. Vander Noot de Wannick, Baillet de Geves, le Chevalier de Nieuport, Commandeur, le Comte d'Ives, & S. Smeesters, convaincu d'absurdités à chaque page.

PREMIERE ABSURDITÉ, page 1 & 2. LE faiseur d'observations débute en posant en fait que [...].

s.d., [1791 ?], s.l., 12 S., A6, 8°;

In seiner Erwiderung auf die "Observations sur les lettres d'ajournement..." versucht der Verfasser in sechs Punkten die Widersprüchlichkeiten der Argumentation des Verteidigers ehemaliger führender Aufständischer aufzudecken. So sei weder die Absetzung Joseph II. verfassungsmäßig gewesen, noch sei die Behauptung zutreffend, Joseph II. hätte vor seinem Tode die Verfassung nicht wiederhergestellt mit der Konsequenz, daß sein Nachfolger Leopold II. keine Rechte mehr in Belgien geltend machen könnte. Seltsam sei es auch, erst die jahrhundertelange Unveränderlichkeit der Verfassungsgrundlagen zu betonen, dann aber das Fundament der Verfassung von den drei Garantiemächten abhängig zu machen, um wenig später auch diese Abhängigkeit wieder zu leugnen, da die drei Garantiemächte Leopold die Rückkehr nach Belgien ermöglicht hätten. Die Garantiemächte seien ebenfalls für die Schwäche des belgischen Militärs verantwortlich.

Alff.K 37/Alff.K 38





Lfd.Nr.: 054

[anonym, 'UN BELGE':]

AUX AMIS DE LA CHOSE PUBLIQUE, PAR UN BELGE.

M. D. CC. XCIII. [1.1793 ?], s.l., 34 S., (t),[A8]-B8,(C), 8°;

Aufruf an die Belgier, an ihrer ursprünglichen Verfassung festzuhalten und der propagierten Einführung der Volksherrschaft nach französischem Vorbild , die die Verfassung nur zum Spielball der Leidenschaften des Volkes macht und die Gefahr eines Bürgerkrieges heraufbeschwört, zu widerstehen. Im direkten, mit Beispielen aus der Geschichte und Literaturzitaten untermauerten Vergleich der aristokratischen mit der demokratischen Regierungsform zeigt der Verfasser zunächst die Vorzüge der Adelsherrschaft, sofern sie die Extreme der Tyrannis und der Oligarchie wie 1790 ausschließt, auf (Regierung der Besten, rationale, am Gemeinwohl orientierte Gesetzesherrschaft, Machtbalance, Partikularinteressen ohne Einfluß auf Regierung), um dann die gemäßigte aristokratische Herrschaftsform als die beste Regierung vorzustellen, so wie sie modellhaft in der alten belgischen Verfassung verwirklicht ist.

Alff.E 32





Lfd.Nr.: 055

AUX AVEUGLES.

LE différend survenu entre le Maréchal Baron de Bender & M. le Ministre de Prusse, Baron de Senfft [...].

s.d., [13.1.1791], s.l., 8 S., A4, 8°, zweispaltig;

Der Verfasser unterlegt einem Auszug des Briefes des preußischen Gesandten Dohm vom 13.1.1791 (s.a. Nr. 149, und spez. S. 11-14) an den General Bender seinen harschen Kommentar zur selbstsüchtigen Diplomatie des preußischen Hofes in der Angelegenheit der Beendigung der Lütticher Revolution. Die Hauptforderungen Dohms, die Beschlüsse des Reichskammergerichts in ihrer ursprünglichen Form nicht durchzuführen und die österreichischen Truppen nur für Ruhe und Ordnung sorgen zu lassen, werden als ungerechtfertigte Eingriffe in die Justiz des Reiches und die Befugnisse des Kaisers scharf zurückgewiesen. Obwohl Bender zur Ehrenrettung Dohms den Brief als gefälscht hingestellt habe, habe der junge Minister Senfft nichts Wichtigeres zu tun gehabt, als eine Klarstellung des Sachverhalts zu verlangen (s.a. Nr. 257).

Alff.K 39





Lfd.Nr.: 056

AUX BELGES

BELGES, les ruses autrichiennes sont a leur Comble [...].

s.d., [12.1791/Anfang 1792], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

Aufruf an alle Belgier, der Koalition der Despoten, die den Vormarsch der Demokratie verhindern will, zu widerstehen. Um Frankreich besser versklaven zu können, wird den Belgiern scheinbar alles zugestanden, nur um sie ruhigzustellen. Die Belgier sollten vereint mit England, den Niederlanden und den Lüttichern den Franzosen zu Hilfe eilen, damit jeder in Freiheit leben könne.

Alff.K 40





Lfd.Nr.: 057

AUX BELGES.

ENFIN, mes chers concitoyens, le moment est venu où vous allez repondre devant l'Europe entier[...].

s.d., [5.11.1790], s.l., [Bruxelles ?], 6 S., A3, 8°;

[S.6:] BRUXELLES 5 Novembre 1790.

Als Antwort auf das kaiserliche Manifest aus Frankfurt vom 14.10.1790 ruft der Verfasser die Belgier zur Verteidigung ihrer Religion und ihrer Freiheit auf. Nicht die Sache des Kaisers, sondern die der Belgier sei gerecht; der Papst selbst habe die Wiener theologische Lehre geächtet. Mit vereinten Kräften und im Vertrauen auf Gottes Hilfe sollen die Belgier der kaiserlichen Übermacht in Würde gegenübertreten, so daß ganz Europa erkenne, daß der Kaiser einen ungerechten Krieg führe. Die niederländische Ausgabe dieses Textes findet sich unter dem Titel "Tot de Nederlanders", Nr. 569/70.

Alff.C 22





Lfd.Nr.: 058

AUX BELGES.

O BELGES! réveillez-vous, réveillez-vous! il est tems; une de vos plus belles Provinces [...].

s.d., [4(?).1790], s.l., 4 S., 8°;

Eindringliche Warnung vor den Anhängern einer demokratischen Regierung und den ehrgeizigen Adligen und Generälen, die nur nach eigenem Ruhm strebten. Durch Heuchelei und Lügen versuchen diese, Zwietracht zu säen und die Belgier in Ketten zu legen, so läßt etwa der General Delomieux seine Soldaten Klage führen über die mangelhafte Versorgung, obwohl er selbst die Kleidung aus den staatlichen Magazinen verschachert. Die Belgier sollten sich durch Titel und Ehrenbezeichnungen wie 'Befreier des Vaterlandes' für Van der Mersch nicht blenden lassen und die Feinde der Republik konsequent bekämpfen (s.a. Nr. 95).

Alff.K 41





Lfd.Nr.: 059

AUX BRABANÇONS.

VOILA Souverains de la terre les principes justes & sages de celui que vous devriez prendre [...].

s.d., [15.11.1791], s.l., 26 S., 14 Bl., (),[A4]-C4,(D);, 8°, Broschur;

[S.26:] Le 15 Novembre 1791.

Der Verfasser kommentiert im ersten Teil der Schrift die Depesche der Generalgouverneure vom 3.11.1791 (s.a. Nr. 157/58), die er mit abdruckt. Er wirft der Regierung vor, sie halte sich nicht an die Verfassung, insbesondere im so wichtigen Streitfall um die Wiedereinsetzung der 5 nach der Revolution abgesetzten Justizräte. Im zweiten Teil wird die nach Ansicht des Verfassers unter skandaleusen Begleitumständen durchgeführte Verhaftung von vier Abgeordneten der Stände (s.a. Nr. 29, 139) als schweres Verbrechen der Regierung unter Leopold II. gebrandmarkt. Der Verfasser fordert die Stände, auf dem Druck und den Einschüchterungen der Regierung standzuhalten. Er verlangt die Bestrafung aller Regierungsbeamter, die durch ihr Verhalten einen Verfassungsbruch begangen haben. Erfolgt keine Bestrafung so deutet der Verfasser diese Tatsache als Zustimmung des Kaisers zu den getroffenen Maßnahmen seiner Regierung. Für diesen Fall kündigt der Autor den dann legitimen Widerstand des Volkes gegen den Kaiser an, der am Ende zu einem bewaffneten Aufstand führen kann.

Alff.K 42





Lfd.Nr.: 060

AUX ÉTATS DE BRABANT. Un petit mot à l'oreille.

MESSIEURS, L'Opinion publique est un moyen que les Ministres de Joseph ont négligé; [...].

s.d., [26.2.1791], s.l., 6 S., 8°;

Der Verfasser fordert die Stände auf, aufgrund ihrer Vergehen zurückzutreten, da sie nur so der möglichen Rache des Volkes, dessen Vertrauen sie verspielt haben, entfliehen können.

Alff.K 43





Lfd.Nr.: 061

Aux FRANÇAIS, aux BELGES.

Chers Amis, chers Freres. Nous sommes trahis, bientôt nous serons vendus. Les Ai(!)lemans reviendront [...].

s.d., [ms. Titelbl.: 15.11.1792], s.l., 1 S., 1 Bl., 8°;

Aufruf an alle Belgier, am bewaffneten Kampf für den Erhalt der belgischen Verfassungen teilzunehmen, um eine Rückkehr der Österreicher, ermöglicht durch die Intrigen ihrer Agenten, zu verhindern. Die Franzosen werden aufgefordert, den namentlich erwähnten Vaterlandsverrätern kein Gehör zu schenken und keine Komitees zuzulassen, die die Belgier nur erneut versklaven würden (s.a. Nr. 62).

Alff.E 8





Lfd.Nr.: 062

[anonym, 'UN CITOYEN POUR LA PATRIE & LA CONSTITUTION':]

Aux François aux Belges.

CHERS AMIS, CHERS FRERES! NOus sommes trahis, bientôt nous serons vendus malgré la générosité Fraternelle & les armes Victorieuses de la Republique Française, [...].

[S. 3:] De l'Imprimerie d'un Citoyen pour la Patrie & la Constitution, s.d., [15.11.1792], s.l., unpag, [3 S.], 2 Bl., 8°;

Geringfügig erweiterter Text des Flugblatts Nr. 61. Einerseits betont der Verfasser stärker die Verdienste der Franzosen, andererseits den barbarischen Charakter der Österreicher und ihrer Despotie, um Franzosen und Belgier gemeinsam für den Kampf um die Freiheit und gegen die Vaterlandsverräter zu gewinnen.

Alff.E 13





Lfd.Nr.: 063

L'AVANT-COUREUR DU MANIFESTE BELGIQUE.

LILLE. M. DCC. XCI., [28.7.1791], 14 S., 8°;

[S.14:] De notre Assemblée secrette tenue à V.......le 28 Juillet 1791.

Unter dem Motto 'Einigkeit macht stark' ruft der Verfasser die Belgier auf, im Kampf gegen die Österreicher zusammenzustehen. Es müsse verhindert werden, daß die bereits bestehende Uneinigkeit unter den Belgiern durch die Ungerechtigkeiten und Exzesse der Soldaten und der Royalisten (knapper, einseitiger Abriß des Revolutionsverlaufs und Schilderung der bisher begangenen Verbrechen) vergrößert werde, nur damit die Österreicher bei ihrem schändlichen Treiben noch freiere Hand bekämen. Da eine Unterjochung der Franzosen die Tyrannei der Österreicher in Belgien nur noch verschärfen würde, sollten die Belgier gemeinsam mit den Franzosen die Verfassungen ihrer Länder verteidigen.

Alff.K 44





Lfd.Nr.: 064

L'AVE-MARIA DES ROYALISTES NAMUROIS, Pour servir de pendant au PATER des HERVIENS.

1791. [1.1791 ?], s.l., 6 S., 8°;

Lobpreisung der Staatskunst Leopold II., Verdammung der Taten eines Van Eupen und seiner Helfershelfer Brosius und Feller und Versprechen, immer für die Sache des Kaisers einzustehen, in Form eines Gedichtes, dessen letzte Zeilen jeder Strophe mit einem oder mehreren lateinischen Wörtern enden, die hintereinander gelesen, das Ave Maria ergeben.

Alff.K 45

Avertissement....s.Nr.98





Lfd.Nr.: 065

[FLANDRE, ETATS de:]

AVERTISSEMENT.

LES ÉTATS DE FLANDRE, LES États respectives du Pays-Bas ont reçus certain Manifeste au nom de S. M. le Roi LÉOPOLD, [...].

[S. 4:] De l'imprimerie de G. Huyghe, Marché aux Fromages, , s.d., [7.11.1790], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[unterz.:] Actum dans notre Assemblée, ce 7 Novembre 1790. Étoit signé, J. F. ROHAERT.

Bekanntgabe der allgemeinen Volksbewaffnung und der Erstellung zweier Verteidigungslinien in den Provinzen Brabant und Hennegau, die der Kongreß in Brüssel als Antwort auf das Manifest Leopolds vom 14.10.1790 und der zu erwartenden Invasion der kaiserlichen Truppen angeordnet hatte, durch die Stände von Flandern. Damit verbunden wird die Aufforderung an die flandrischen Freiwilligen, sich zahlreich für den Ernstfall der Verteidigung dieser Abwehrlinien zu melden. Die Stände erwarten bis zum 18.11. die Zusendung entsprechender Listen durch die Magistrate (s.a. Nr. 91, die inhaltlich identische niederländische Ausgabe).

Alff.C 32





Lfd.Nr.: 066

[BRUXELLES, MAGISTRAT de:]

AVERTISSEMENT.

MESSIEURS du Magistrat de cette Ville étant informés, que le retour si désiré de LL. AA. RR. l'Archiduchesse MARIE-CHRISTINE d'Autriche et le Duc ALBERT CASIMIR de Saxen-Tesschen, aura lieu [...].

[S. 1:] De l'Imprimerie de G. Huyghe, Marché aux Fromages. , s.d., [6.1791,vor dem 15.6.1791], [Bruxelles], unpag., [1 S.], 1 Bl., 8°;

Bekanntgabe des Weges, den die Generalgouverneure bei ihrer Ankunft in Brüssel am 15.6.1791 bis zu ihrem Palais nehmen werden, verbunden mit der Aufforderung zu einem herzlichen Empfang.

Alff.D 13





Lfd.Nr.: 067

[BENDER, JOHANN BLASIUS von:]

AVIS.

IL m'est parvenu, que les mal-intentionnés répandoient derechef le bruit,[...].

s.d., [10.9.1790], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] Luxembourg le 10 Septembre 1790. BENDER, MARE'CHAL DES ARME'ES.

Um Desertionen zu verhindern, tritt General Bender den erneuten Gerüchten entgegen, es gäbe keine Truppenverstärkungen aus Deutschland und die Unruhen würden durch Verhandlungen beendet. Er zitiert aus der Depesche der Generalgouverneure vom 8.9.1790, aus der klar hervorgeht, daß der Kaiser die belgischen Provinzen notfalls militärisch zurückerobern will, falls die Aufständischen die Zeitspanne bis zur Heranführung der Truppen nicht dazu nutzen, sich friedlich zu unterwerfen.

Alff.K 46





Lfd.Nr.: 068

AVIS.

L'on a lú dans le Supplément au N°. 2 du Tome XXII de l'Esprit de Gazettes,[...].

s.d., [16.7.1790], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] ...les Bourguemaîtres de la ville de DINANT, COSTER. B. THIBAUTT. DINANT ce 16 Juillet 1790.

Der Bericht eines heldenhaften Angriffs auf eine österreichische Batterie und die Erbeutung zweier Geschütze durch die patriotische Armee wird durch ein Antwortschreiben des Magistrats der Stadt Dinant an den österreichischen General de Corti als falsch hingestellt, da dem Schreiben zu entnehmen ist, daß es sich bei der teilweisen Zerstörung einer Brücke über die Maas und das Fortschaffen zweier Kanonen um eigenmächtig durchgeführte Präventivmaßnahmen der Patriotenarmee gehandelt habe.

Alff.K 47





Lfd.Nr.: 069

AVIS A LA NATION. Relation de ce qui s'est passé à Namur.

INtimement persuadé de l'attachement inviolable de tous les bons Citoyens pour la liberté, & le bon ordre; [...].

[S. 3:] De l'Imprimerie de J. L. De Boubers. Imprimeur du Département Général de la Guerre. s.d., [2.4.1790], s.l., [Bruxelles], 3 S., 8°;

Flugschrift beinhaltet folgende zwei Schriftstücke:

1. Bericht über die aufrührerischen Aktivitäten der Offiziere in Namur, die unter dem Kommando Van der Merschs stehen. Es wird ihnen nicht nur die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, sondern auch die Festsetzung der Bevollmächtigten des Kongresses und die Verletzung des Briefgeheimnisses. Empört reagiert man auf die Zustimmung Van der Merschs zu diesen Maßnahmen und dementiert jede Beteiligung der Stände oder Bürger von Namur. Unterzeichnet: DE SELLIERS.

2. Lettre circulaire envoyée à tous les Commandans des Troupes de la Flandre (S. 3), unterzeichnet: JOSEPH F. DE BAST.

Die flandrischen Stände verurteilen die Eingabe der Offiziere vom 30.3.1790 als geeignet, die Armee in Fraktionen zu spalten und einen Aufruhr im ganzen Land anzuzetteln und verlangen die unbedingte Unterordnung unter die Anordnungen des Kongresses und der von ihm neu ernannten Offiziere, unter Androhung von Strafe bei Zuwiderhandlung.

Alff.K 48





Lfd.Nr.: 070

AVIS AU PEUPLE DU COMTÉ DE NAMUR, SUR Le Mémoire présenté le 18 Janvier 1791, par les Etats de cette Province, à son Excellence le Comte de Mercy-Argenteau, Ministre Plenipotentiaire de Sa Majesté l'Empereur & Roi, au gouvernement des Pays-Bas.

1791. [18.1.1791], s.l., 38 S., [A8]-B8,C4, 8°;

In scharfer Auseinandersetzung mit dem Memorandum der Stände von Namur vom 18.1.1791 versucht der Verfasser die Bevölkerung der Grafschaft Namur über die Verschleierungsmanöver der ersten beiden Stände aufzuklären, die nur dazu dienen, ihre tyrannische Herrschaft und ihre feudalen Privilegien zu erhalten. Aus Furcht, selbst zur Rechenschaft gezogen zu werden, intrigieren sie gegen die Wiedereinsetzung von Kaisertreuen in ihre früheren Ämter, da sie fürchten müssen, daß diese ihr Unterdrückungssystem aufdecken. Der Verfasser wirft den Ständen vor, keine Beweise für ihre vagen Anschuldigungen vorzulegen und daher unglaubwürdig zu sein. Er selbst untermauert seine Vorwürfe gegen die Stände, das Volk auf ihre Kosten zu unterdrücken, durch zahlreiche Beispiele (Verbreitung von Gerüchten, um das Volk gegen die Justizreform von 1787 aufzubringen, da sie ihnen Nachteile bringt; Nichtveröffentlichung kaiserlicher Absichtserklärungen zur Abschaffung der Binnenzölle; Verschleppung der Reform zur Verbesserung der Armenfürsorge; Widerspruch zwischen dem Lob des kaiserlichen Memorandums vom 2.3.1790 und seiner damaligen scharfen Ablehnung; Aufruf zum Kreuzzug gegen die Österreicher im Spätsommer 1790 in aussichtsloser Lage; Versuch, mißliebige Beamte durch Verleumdungen aus ihren Ämtern zu entfernen; ungerechtfertigte Absetzung des Kaisers, da die Regierung nie die Verfassung übertreten habe;). Die gewährte Generalamnestie werde von den Ständen dahin interpretiert, daß kein Aufständischer zur Rechenschaft gezogen werden könne und daher jede Entschädigungsforderung abgelehnt werde. Dabei sei die Abtragung der Schulden, die durch die Verschwendungssucht der Stände entstanden seien, leicht durch den Verzicht der Stände auf ihre Steuerbefreiungen und durch den Verzicht der Klöster auf jeden Prunk, zu bewerkstelligen. Der Verfasser ruft die Bevölkerung auf, wie in Flandern und Brabant die Wiedergutmachung von Mißbräuchen zu verlangen und eine neue gerechtere Volksvertretung zu fordern. Auf den Seiten 36 bis 38 stellt der Verfasser den Entwurf einer solchen neuen Volksvertretung vor (Projet de nouvelle Réprésentation pour le peuple du Comté de Namur), der die Zahl der in freier Wahl bestimmten Abgeordneten des dritten Standes erhöht, eine Begrenzung der Amtszeit und eine Abstimmung nach Köpfen vorschlägt (s.a. Nr. 27).

Alff.K 49





Lfd.Nr.: 071

AVIS AU PEUPLE DU HAINAUT.

BON Peuple du Hainaut, le salut & le sort de votre province dépend, dans ce moment-ci, de votre conseil [...].

s.d., [22.2.1791], s.l., [Bruxelles ?], 4 S., 8°;

[S.4:] Bruxelles, ce 22 Février 1791.

Der Verfasser versucht, der Bevölkerung des Hennegaus am Beispiel des Streits um die Wiederbesetzung des obersten Justizrates der Provinz klarzumachen, daß ihr Schicksal von selbstsüchtigen Räten abhängt, die sich nur ihren eigenen Interessen verpflichtet fühlen. Nur der Kaiser kann das Volk noch vor einem erneut drohenden Abgrund bewahren.

Alff.K 50





Lfd.Nr.: 072

[HOOP, HENRI-JOSEPH, VAN DER:]

AVIS AU PUBLIC.

DES mal-intentionnés ayant distribué dans divers Cantons & Paroisses de la Province de Limbourg des bruits, faux, [...].

[S. 4:] A BRUXELLES, Chez A. J. D. DE BRAECKENIER, Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers, coin de la Rue de la Mâchoire. s.d., [7.8.1790], 4 S., 8°;

[unterz. S. 2:] Fait à Liege le 7 Aout 1790. H. J. VANDERHOOP, Commissaire député pour le Limbourg.

Dementierung von Gerüchten, die Patriotenarmee brenne bei ihrer Rückkehr alle Dörfer nieder, die den letzten Einfall der Österreicher in die Provinz Limburg unterstützt hätten. Van der Hoop stellt die betroffenen Dörfer unter den Schutz des Kongresses, sichert den Beteiligten Straffreiheit zu und bittet die Bewohner ruhig in ihren Häusern zu bleiben. Es folgen zwei Ergebenheitsadressen aus dem 'Ban de Sprimont' und aus Housse vom selben Tag, in denen die sofortige Veröffentlichung der Anzeige Vanderhoops und die Durchführung der Befehle angezeigt werden. Ein Kurzbericht auf der Seite 4 zeigt auf, warum die Bewohner sich bewaffneten.

Alff.K 51





Lfd.Nr.: 073

AVIS AU PUBLIC. VENTE INVOLONTAIRE.

L'ON avertit le public que, pendant le courant de ce mois, l'on vendra à l'hôtel-de-ville de Bruxelles, [...].

s.d., [1.1791 ?], s.l., 4 S., 8°;

Satire auf das Ende der Ständeherrschaft in Form einer anspielungsreichen Verkaufsanzeige, die durch die Charakterisierung der Verkaufsstücke die Ständevertreter als blutrünstig und abstoßend darstellt.

Alff.K 52





Lfd.Nr.: 074

AVIS AUX BELGES.

Août 1790. LE moment approche qui va fixer votre sort, le règne oppressif des usurpateurs va finir; [...].

s.d., [8.1790], s.l., 4 S., A2, 8°;

Dem Aufruf an die Belgier, sich zu bewaffnen und in den Pfarrbezirken Versammlungen einzuberufen, um dort neue, wirkliche Abgeordnete zu wählen, ist ein Appell vorangestellt, nach dem absehbaren Ende der tyrannischen Ständeherrschaft sich nicht blind an den Ständevertretern zu rächen, sondern ihre Bestrafung der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu überlassen. Die Aufrichtigkeit der Ständemitglieder, die bereit sind, ihr Mandat niederzulegen, soll durch die Ableistung eines demokratischen Eides überprüft werden. Es folgen zehn 'Règles & instructions générales pour le choix des Représentans du Peuple dans toutes les Provinces Belgiques': wahlberechtigt sind danach diejenigen Familienoberhäupter, die entweder ein Haus oder eine Wohnung besitzen oder für mindestens ein Jahr gemietet haben; sie bilden die Primärversammlungen, in denen nach einem bestimmten Schlüssel die Wahlmänner gewählt werden; die Versammlungen der Wahlmänner wählen dann für ein Jahr die neuen Volksvertreter; die Volksvertreter stimmen in ihren Versammlungen nach Köpfen ab, auf Antrag kann eine ständische Gliederung wieder eingeführt werden.

Alff.K 53





Lfd.Nr.: 075

AVIS AUX BELGES.

CHERS concitoyens, il est inconsevable qu'on ne veut pas ouvrir les yeux sur l'abîme [...].

s.d., [4/5.1791 ?], s.l., 7 S., 8°,;

Eindringliche Warnung vor einer Inauguration Leopold II.. Da er die Rechtsbrüche seines Vorgängers bisher nicht beseitigt habe und ähnlich handele wie sein Bruder (Vertreibung religiöser Gemeinschaften, Herabwürdigung des Brabanter Rates, Verhöhnung der Ständeversammlung am 24.2., Plünderung des Kapuzinerklosters in Brüssel am 25.2., willkürliche Verhaftungen und Verhängung der Prügelstrafe nach dem ehemaligen Reglement der 'Capitaines de Cercles' aus dem Jahr 1787, Ablösung der zuständigen Richter durch ein kaiserliches Gremium), stünde die Zustimmung zu seiner Inauguration im Widerspruch zu Artikel 59 der Joyeuse Entrée und dem früheren Widerstand der Stände gegen Joseph II..

Alff.K 54





Lfd.Nr.: 076

AVIS AUX BELGES.

ON vendra publiquement, lundi prochain 6 Décembre 1790, devant l'hôtel du ci-devant congrès, [...].

s.d., [2.12.1790 ?], s.l., unpag., [1 S.], 2 Bl., 8°;

Satire auf die Machenschaften der früheren Revolutionsführer und der Geistlichkeit (Van der Noot, Van Eupen, Franckenberg) in Form einer anspielungsreichen Verkaufsanzeige, in der die Titel der zum Verkauf stehenden fiktiven Bücher und das Material ihrer Einbände Auskunft geben über Ziele und Charakter der Aufrührer.

Alff.K 55





Lfd.Nr.: 077

AVIS aux Belges.

OUVREZ les yeux sur votre sort, mes Chers Concitoyens, et reconnoissez avec moi que nous ne somme qu'à deux doigts de notre perte. [...].

s.d., [18.11.1790], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

Aufdeckung des angeblichen Landesverrates, begangen von Van der Noot und führenden Kongreßmitgliedern. Als Beweis wird die Kopie eines geheimen Abkommens zwischen Vander Noot und General Bender abgedruckt (Copie authentique de l'accommodement sécret fait par Mr. Henri Van der Noot, au nom des Etats Généraux, avec son Excellence le Général Bender), dessen Bestimmungen die ungehinderte Besetzung der belgischen Provinzen durch die Österreicher ermöglichen sollen. Nach Meinung des Verfassers könne nur Van der Mersch ein solches Unglück von Belgien noch abwenden. Daher ruft er die Bevölkerung auf, die Stände notfalls mit Gewalt zu zwingen, Vander Mersch freizugeben und dem General das Oberkommando zu übertragen.

Alff.K 56





Lfd.Nr.: 078

AVIS AUX BELGES.

SI vous avez fait connoître à toutes les Nations la Justice de votre Cause, [...].

[S. 3:] A BRUXELLES, Chez A. J. D. BRAECKENIER, Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers, Coin de la rue de la Machoire., s.d., [30 Octobre 1790], 3 S., 2 Bl., 8°;

Aufruf, die errungene Freiheit gegen den verschlagenen Despoten Leopold II. zu verteidigen, um mit der Hilfe Gottes die kaiserlichen Truppen zurückzuschlagen und einer erneuten Versklavung zu entgehen (s.a. Nr. 512).

Alff.C 21





Lfd.Nr.: 079

AVIS AUX HABITANS DES DÉPARTEMENS RÉUNIS.

LE BUREAU CENTRAL DE CORRESPONDANCE avec les Départemens, établi rue de la Jussienne, pour obtenir la liquidation [...].

s.d., [7.5.1801 ?], s.l., 4 S., 8°;

Offizielle Mitteilung der neuen Adresse und Anbietung erweiterter Dienste in Finanzgeschäften des 'Bureau Central de la Correspondance' - beauftragt mit der Tilgung öffentlicher Schulden - an die Bewohner der Departements réunis. Beigefügt ist eine Liste über die Abwicklung verschiedener möglicher Finanzgeschäfte in den Departements réunis durch das Bureau Central.

Alff.K 57





Lfd.Nr.: 080

[VONCK, JEAN-FRANÇOIS:]

AVIS DE L'AVOCAT VONCK AU PUBLIC.

IL se repand dans Bruxelles un imprimé ayant pour titre[...].

s.d., [12.1789], s.l., unpag, [1 S.], 1 Bl., 8°;

[unterz.:] J. F. VONCK

Vonck weist die Vermutung, Verfasser der Schrift 'Les Autheurs secrets de la Révolution présente' zu sein, zurück und distanziert sich von dem Inhalt dieser Schrift, um einem Streit über die eigentlichen Urheber der Revolution und ihrer Verdienste aus dem Wege zu gehen.

Alff.K 58





Lfd.Nr.: 081

[anonym, 'UN CITOYEN':]

AVIS D'UN CITOYEN Sur la motion adoptée par la Société des amis du bien public, ayant pour titre EXHORTATION D'UN VONCKISTE A SES CONCITOYENS.

MESSIEURS, LES sentiments que vous manifestez dans votre exhortation à vos concitoyens prouvent [...].

s.d., [28 Février 1791], s.l., [Bruxelles ?], 3 S., 8°;

[S.3:] Bruxelles 28 Février 1791.

Nachdem der Verfasser die richtigen Prinzipien der 'Amis du bien public', wie sie in ihrer Schrift vom 26.2.1791, der 'Exhortation d'un vonckiste...' (Nr. 254/55) zum Ausdruck gekommen sind, gewürdigt hat, schlägt er ihnen vor, die Bezeichnung Vonckist durch 'bon citoyen' zu ersetzen, damit jene unselige gesellschaftliche Spaltung nicht wieder aufbreche, und sich alle tatkräftig dem alleinigen Ziel der Wohlfahrt des Vaterlandes unter der gütigen Herrschaft Leopold II. widmen.

Alff.K 59





Lfd.Nr.: 082

AVIS ET SENTIMENS D'UN HOMME Qui ne prétend s'attribuer que du sens commun pour juger de la conduite de Pierre Léopold Grand Duc de Toscane &c. & du caractere de ceux qui forment des voeux pour ce Prince, & qui demandent pourquoi ses propositions n'ont pas été acceptées par les Belges.

JEstime que tous ceux, qui du premier comme du dernier mouvement de leur coeur ne sont pas pénétrés d'horreur à l'idée d'un accommodement [...].

s.d., [29.5.1790], s.l., 3 S., 8°;

Der Verfasser mißtraut den Vorschlägen und Versprechungen Leopolds in dessen Denkschrift vom 2.3.1790 (darin bestärkt durch die Depesche der Generalgouverneure vom 29.5.1790) und hält diejenigen, die sehenden Auges die Sache des Kaisers vertreten, für verachtenswert; denn wie kann der Kaiser, der die Absetzung Joseph II. durch die Belgier anerkennt und sich damit seiner Nachfolgerrechte begibt, die freie Entscheidung der Belgier gegen ihn als ihren möglichen Souverän mit Krieg beantworten, wenn nicht aus Ablehnung der unbezweifelbaren Rechte der Belgier.

Alff.C 29





Lfd.Nr.: 083

AVIS POUR LE TIERS-ÉTAT DE BRABANT: SERVANT de Supplément à l'Esquisse de la Constitution de la Province.

MR. DE VOLTAIRE a exprimé à peu près la même pensée dans Rome Sauvée, & la révolution dont la Province paroît menacée, [...].

s.d., [12.1789/1.1790 ?], s.l., 9 S., 6 Bl., (t),A4,(), 8°, Broschur;

Der Verfasser zeigt zunächst die Notwendigkeit einer unabhängigen Justizgewalt für ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen der Legislative und der Exekutive auf. Die Ursprünge des Brabanter Rates sieht er zu Beginn des 14. Jahrhunderts, als das Abschütteln der Feudalherrschaft und die Ausbildung von Kommunen und des dritten bürgerlichen Standes, die Errichtung einer Justizgewalt notwendig machten. Die Charta von Cortembergh 1312 sichert nach Auffassung des Autors dem Brabanter Rat die Mitwirkung an allen Gesetzen und die Beteiligung an der Regierung bei Abwesenheit des Souveräns. Daraus folgert er das Recht des Rates auf ein eigenes Ernennungsrecht, auf Unabsetzbarkeit seiner Mitglieder und auf die Unveränderbarkeit seiner Zusammensetzung ohne seine ausdrückliche Zustimmung. Deshalb sind alle Versuche von Seiten des Fürsten oder der beiden ersten Stände, die Befugnisse des Rates zu unterlaufen, indem Gesetze und Verträge ohne seine Beteiligung erlassen werden, unzulässig und rechtsunwirksam (s.a. Nr. 289).

Alff.K 60





Lfd.Nr.: 084

AVIS SALUTAIRE AUX BELGES.

LORSQUE deux puissances ont la guerre, la politique générale veut qu'ils ayent un médiateur, [...].

s.d., [1.1791 ?], s.l., 4 S., 8°;

Ankündigung der Ankunft des Erzherzogs Karl in Belgien, der als idealer Vermittler zwischen der belgischen Nation und dem Kaiser die bestehenden Konflikte friedlich zum Wohle Belgiens beilegen wird.

Alff.K 61





Lfd.Nr.: 085

AVIS SECRET DONNÉ L'AN 1664, PAR LE CONSEIL D'ÉTAT AU ROI DE FRANCE LOUIS XIV ET A LA REINE-MERE, ANNE D'AUTRICHE, SUR les maximes & règles à garder en la conquête des Pays-Bas. Tiré de l'histoire de la Maison d'Autriche. Avec des notes & des réflexions de l'Editeur.

1790. [3.1790 ?], s.l., 16 S., A8, 8°;

Die kommentierte Veröffentlichung dieses 'Avis secret' an Ludwig XIV. aus der Geschichte Österreichs von Krafft dient dem Herausgeber dazu, die Belgier wachzurütteln und ihnen die Methoden ihrer Versklavung durch die Stände von Brabant, die denjenigen des ehemaligen Souveräns, Joseph II., entsprechen, deutlich vor Augen zu führen. Die in dem 'Avis' aufgezählten Ratschläge (Vermeidung von Gewalttaten durch französische Soldaten, Beachtung der katholischen Religion, geringe anfängliche Kontributionen, milde Regierungsweise, Duldung und Förderung religiöser Sekten zur Spaltung und Schwächung der belgischen Gesellschaft) für die Eroberung und Verwaltung des belgischen Gebiets verfolgen nur den Zweck, Aufstände und Widerstand der kampferprobten Belgier zu verhindern und gelten nur als Instrumente zur Verschleierung einer hemmungslosen Machtpolitik (s.a. Nr. 289).

Alff.K 62





Lfd.Nr.: 086

[anonym, 'LE BABILLARD CITOYEN':]

LE BABILLARD CITOYEN; DISCOURS AUX BELGES.

1792. [6.11.1792], s.l., 12 S., 8°;

Als vornehmstes Ziel nach der Befreiung der Belgier von der feudalen und theokratischen Aristokratie durch die Franzosen sieht der Verfasser die Wiederherstellung der Einheit der in Fraktionen gespaltenen belgischen Gesellschaft an, um die Gleichheit aller Bürger nach französischem Vorbild zu verwirklichen. Er zitiert Teile der Verwaltungsinstruktionen des großen Philosophen Joseph II., um zu zeigen, daß diese am Gemeinwohl orientierten Richtlinien absichtlich von den Aristokraten zurückgehalten und falsch interpretiert wurden, um die Demokraten in ihrem Irrtum zu belassen. Er legt dar, daß die Verfolgung der Anhänger Joseph II. als Royalisten nur die Spaltung der Gesellschaft vertieft habe. Er verweist auf die Vorzüge von in Zukunft von den Bürgern frei gewählten Administratoren und Seelsorgern und rechtfertigt die Aufhebung von Klöstern durch die dort entstandenen Mißbräuche.

Alff.K 63





Lfd.Nr.: 087

[anonym, 'LA NATION':]

BALZA dit LA LIBERTÉ DE LA PRESSE OU LA MORT. LA NATION Repond LA LIBERTÉ CONSTITUTIONNELLE OU LA MORT.

1792. [ms. auf Titelbl.: 4.12.1792], s.l., 6 S., 8°;

Überzeugt davon, daß die Brabanter Verfassung - basierend auf der Herrschaft der Gesetze - die beste freiheitliche Verfassung Europas ist, denunziert der Verfasser die subtilen Versuche Österreichs, diese Verfassung durch das Volk selbst abschaffen zu lassen, als blanken Despotismus, dessen Instrumente (Abschaffung der Stände und Gerichte, Wahl neuer "Volksrepräsentanten") bereits in dem Bericht von Kaunitz an Maria-Theresia vom 25.6.1763 (s. Nr. 475) greifbar sind. Er tadelt die Inkonsequenz der Belgier, die sich zwar erfolgreich gegen die österreichische Tyrannei aufgelehnt haben, sich jetzt aber gegen die gleichen Methoden der vielleicht von Österreich bezahlten radikalen Reformer nicht energisch zur Wehr setzen. Im eigenen Interesse sollten die Franzosen die Brabanter Verfassung unter ihren Schutz stellen. Er fordert die Belgier auf, die Volksvertretung nicht mit der Exekutive zu verschmelzen und die alte Verfassung intakt zu halten.

Alff.E 10





Lfd.Nr.: 088

LE BEAU JOUR OU LE JOUR DU PEUPLE BRABANÇON.

1790. [9.4.1790], s.l., 16 S., [ursprünglich 30 S.], A8,B7, 8°, Fragment;

In acht Punkten (1. triumphaler Empfang Noots in Brüssel am 18.12.1789; 2. Geheime Ständeberatungen und ihre Resolutionen vom 26, 27, 29 und 30. Dezember 1789; 3. öffentliche Proklamation der Souveränitätsrechte der Stände am 31.12.1789; 4. der Unionsvertrag vom 11.1.1790; 5. Vereidigung der Beamtenschaft und der öffentlichen Körperschaften auf die Stände; 6. Anordnungen des Kongresses als Souverän; 7. Kapitulationsakte der Zitadelle von Antwerpen; 8. Vereidigung der Bürgerwehren am 9.3.1790) verdeutlicht der Verfasser den Prozeß der Usurpation der Volkssouveränität durch die Stände. Die widerrechtliche Aneignung der Souveränität des Volkes steht im krassen Widerspruch zu den abgegebenen Erklärungen der Stände zur Volkssouveränität (Manifest Van der Noots vom 24.10.1789; Erklärung Van der Noots vom 25.2.1790). Erst die Durchsetzung der Vereidigung der Bürgerwehren am 9.3.1790 auf die Nation, hat diese in ihre Souveränitätsrechte eingesetzt und wird als 'beau jour' gefeiert. In kurzen Zusätzen zu dieser Schrift wird die Druckverzögerung mit den Ereignissen, die sich nach dem 9.3.1790 zugetragen haben, begründet. Der Verfasser muß feststellen, daß die Rachegefühle der Stände mehr und mehr auch in der Bevölkerung Platz greifen. Er fordert für Vander Mersch einen öffentlichen Prozeß.

Alff.K 64





Lfd.Nr.: 089

HET BEDROG DER BIEGT EN DER GEESTELYKHEYD ONTDEKT, En de misbruyken geduerende de revolutie gepleegt, door het H. Schrift, en het gezag der Kerk in 't ligt gebrogt, tot onderwyzing van alle eenvoudige menschen, voorgestelt in twee brieven.

Uyt de Drukkerye der Vrinden van KERK EN STAET. Te koop by de Principaelste Boek-verkoopers. 1791. [15.4.1791], s.l., 32 S., (t),A8,B6,(), 8°;

Veröffentlichung eines fiktiven ? Briefwechsels zwischen einem Pastor und einem Kanoniker, versehen mit einem kurzen Vorwort. Der Pastor tritt in brieflichen Kontakt mit dem Kanoniker, um Gewißheit zu erhalten, wie er die Revolution und das Verhalten der Geistlichen während dieser Revolution beurteilen soll, aus Sorge um das Seelenheil seiner Gemeindeglieder. Vor allem interessiert ihn, ob die Briefe, die unter dem Pseudonym Keuremenne erschienen sind, gelesen und aufbewahrt werden dürfen, ob die Revolution gerechtfertigt war und wozu die Urheber der Revolution verpflichtet sind (unterz. S. 9: P.J.N.V. ...16 Februarii 1791). Der Kanoniker hält die Unwissenheit vieler Geistlicher und ihr Eigeninteresse für die Hauptursachen der Rebellion. Er fordert die Verbrennung der Briefe Keuremennes, verneint unter Hinweis auf die Konzilien, die eine Bewaffnung der Geistlichen verbieten, die Richtigkeit der Revolution, da der Christ der Obrigkeit, die von Gott komme, gehorchen müsse und auch der Artikel 59 der Joyeuse Entrée eine solche Revolution nicht rechtfertige und hält es für die Pflicht der Aufrührer, aus eigener Tasche die angerichteten Schäden zu bezahlen und zur rechten Lehre zurückzufinden (unterz. S. 32: ...15 April 1791 B.C.J.V.O....G.T.B.).

Alff.K 65





Lfd.Nr.: 090

DEN BEKEERDEN PATRIOT OF SAMENSPRAEKE TUSSCHEN EENEN BOER EN EENEN PATRIOT Ter gelegendheyd van eene wederontmoeting.

Uyt de Drukkerye van het Genootschap der Vrienden van het gemeene-best. 1791. [2/3.1791], s.l., [Gent ?], 50 S., (t),A4-E4,(F), 8°;

Belehrung eines Patrioten - in Form eines Gesprächs - durch einen aufgeklärten, kaisertreuen Bauern über die Zweckmäßigkeit der josephinischen Reformen und die Betrügereien und Täuschungsmanöver der Stände während der Revolution. Der Patriot, bisher der Meinung für die Erhaltung des Glaubens und der Verfassung gekämpft zu haben, sieht sich durch die Stände getäuscht und falsch informiert. Er wandelt sich während des Gesprächs zu einem überzeugten Royalisten. Eine zweite Revolution der noch verbliebenen Patrioten schließt der Bauer aus.

Alff.K 66





Lfd.Nr.: 091

[FLANDRE, ETATS de:]

BEKENTMAEKINGE.

DE STAETEN VAN VLAENDEREN, DE respective Staeten van den Lande hebben ontfangen zeker Manifest op den naeme van Zyne Majesteyt Koning LEOPOLD, [...].

[S. 4:] Uyt de Drukkerye van G. HUYGHE, op de Kaese-Merkt. , s.d., [7.11.1790], s.l., [Brussel], 4 S., 8°;

[unterz. S. 4:] ...7 November 1790. ...J.F. ROHAERT.

Flämische Ausgabe von Nr. 65 mit gleichem Text.

Alff.C 33





Lfd.Nr.: 092

[anonym, 'LES BELGES':]

LES BELGES A EDOUARD WALCKIERS.

PRÉTENDU CITOYEN, NOUS APPRENONS, sans étonnement que déréchef, vil agent de la cour de Vienne, vous usez de tous les moyens pour nous replonger dans l'esclavage. [...].

s.d., [ms. S.1.: 6.12.1792], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[unterz.:] LES BELGES. Bruxelles, 5 Décembre 1792, premier de la République.

Antwort auf den Aufruf Edouard Walckiers an alle Belgier vom 16.11.1792 (Nr. 246). Entlarvung der österreichischen Agenten, vor allem Walckiers, die Belgien und Frankreich ins Verderben stürzen wollen und gleichzeitig Aufruf an alle Belgier, die 'Freunde des österreichischen Despotismus' mit allen Mitteln zu bekämpfen und alle Komitees und Klubs zu schließen. Die Stände seien die wahren Vertreter des Volkes, des Souveräns, und die Brabanter Verfassung die wahre belgische Konstitution. Die Franzosen als Befreier der Belgier vom österreichischen Joch mögen die Verfassung respektieren und im Kampf gegen die Tyrannei mit den Konservativen kooperieren.

Alff.E 11





Lfd.Nr.: 093

LES BELGES DEMOCRATES A LEURS CONCITOYENS D'Ostende, de la West-Flandre, de Chimay, du Limbourg, de la Gueldre, du Borinage en Hainaut, de Schorisse, d'Opbracle, &c. &c. PAR TRANSLAT.

CHERS ET VALEUREUX FRERES, VOUS êtes les ennemis jurés de nos États ambitieux, nous le sommes aussi. [...].

s.d., [6.(?)1790], s.l., 7 S., 8°;

Aufforderung der Vonckisten an ihre Mitbürger, gemeinsam für eine neue Volksvertretung zu kämpfen, damit die Macht der Stände gebrochen und die künftige Regierungsform im Einklang mit dem allgemeinen Volkswillen festgesetzt wird (Volksvertretung soll nach folgenden Prinzipien gewählt werden: 1. Einberufung der Familienoberhäupter durch die Verwaltung nach Pfarrbezirken; 2. auf 100 Wähler soll in den Versammlungen ein Gewählter kommen; 3. die so Gewählten versammeln sich in der Provinzhauptstadt und wählen pro 100 Gewählter 4 Personen, einen Geistlichen und einen Adligen neben 2 Bürgerlichen; 4. die so Gewählten bilden die Provinzstände; 5. alle so gewählten Provinzstände versammeln sich zu den Generalständen, die die Vertreter der belgischen Provinzen bilden; dieser Senat bildet einen Staatsrat oder ein Ministerium und eine Rechenkammer, um die jetzt herrschende Anarchie zu beseitigen). Diese Aufforderung wird verbunden mit der Bitte, alle Vorschläge des Kaisers vorerst unberücksichtigt zu lassen und jeden Widerstand einzustellen. In ihrer Antwort (S. 5-7, 'OBSERVATIONS IMPARTIALES Servans de réponse à l'Adresse précédente.') fordern die Mitbürger die Anerkennung der Souveränität Leopolds und halten die eigenmächtige Einberufung von Volksversammlungen für einen Verstoß gegen die kaiserlichen Herrschaftsrechte und den Willen des Volkes (s.a. Nr. 389).

Alff.K 67





Lfd.Nr.: 094

[VERLOOY, JEAN-BAPTISTE-CHRYSOSTOME(?):]

LES BELGES DEMOCRATES A LEURS CONCITOYENS D'Ostende, de la West-Flandre, de Chimay, du Limbourg, de la Gueldre, du Borinage en Hainaut, de Schorisse, d'Opbracle, &c. &c. PAR TRANSLAT.

CHERS ET VALEUREUX FRERES, VOUS êtes les ennemis jurés de nos États ambitieux, nous le sommes aussi. [...].

s.d., [6/7. 1790], s.l., 4 S., 8°;

Identische Ausgabe mit Nr. 93, jedoch ohne die Antwort der Mitbürger.

Alff.K 68





Lfd.Nr.: 095

BELGES NE DORMEZ PLUS QUE D'UN OEIL.

O BELGES! réveillez-vous! réveillez-vous! il est tems; une de vos plus belles Provinces est le foyer de la discorde [...].

s.d., [4.1790], s.l., 4 S., 8°;

Gleicher Text wie Nr. 58 mit geringfügigen Zusätzen; andere Ausgabe mit anderem Titel.

Alff.K 69





Lfd.Nr.: 096

[ELSKEN, JEAN-JOSEPH, VAN DEN ?:]

BEMERKINGE.

INgevolgens den Brief die wylen S. M. Josephus den II ter zynder aenkomste tot den Troon den 30 November 1780 geschreven heeft [...].

s.d., [1.5.1791], s.l., [Brussel ?], 17 S., 9 Bl., A4-B4, 8°;

[unterz.:] SINCERIUS TOUT DROIT. Conform aen het origineel. RECHT UYT NOTS. Publ. Brussel 1 Mey 1791.

Der Verfasser prangert das einseitige und korrupte Vorgehen des Genter Magistrats und der flandrischen Justiz gegen die Patrioten an. Schmähschriften von Anhängern des Magistrats können ungehindert veröffentlicht werden, trotz bestimmter Verbote. Die Schrift des Autors 'Berigt aen de vlaemsche Natie', in der er lediglich der Pflicht eines jeden Untertans nachkommt, seinen Besorgnissen über die Zeitumstände (Edikt des Kaisers vom 2.3.1791, Konsequenzen aus den Verhandlungen mit den Garantiemächten) Ausdruck zu verleihen, und in der er die Inauguration Leopolds von der Erfüllung einer Reihe von Bedingungen abhängig machen will, wird beschlagnahmt, allein wegen der patriotischen Verfasserschaft, nicht wegen Verleumdung des Souveräns.

Alff.C 28





Lfd.Nr.: 097

[PORINGO, GERARD; MOTTOULE, J.J.; MICHIELS, J.:]

BEMERKINGEN OVER DE VOOTYDIGE EN OORSPRONGLYKE AENSTELLING OF CONSTITUTIE DER DRY STAETEN VAN BRABAND, Waer in men zien zal: 1°. Dat hunne tegenwoordige inrigting geenzins grondwettig is; maer dat zig in tegendeel van hunne onderlinge en oorspronglyke aenstelling merkelyk heeft verwyderd, en dat het gevolgentlyk zeer mogelyk is, zonder die grond-wettige aenstelling in iets te kwetzen, de gebreken die'er konnen in ontmoet worden, te behelpen. 2°. Dat in zig zelve de tegenwoordige inrigting der Staeten van Brabant gebrekkig is en luttel gelykvormig aen de toeschikking en aen het voorwerp dezer Staeten. 3°. Welk de middelen zyn om de gebrekkelykheyd van de tegenwoordige inrigting der Staeten van Braband te herstellen, zonder de grond-wettige regeering des lands te overtreeden. Door de last-hebbers van het Genootschap der vrienden van het gemeene-best, ingesteld te Brussel.

Uyt de Drukkery van EMAN. FLON, in de Puttery-straet. 1791. [02.1791], [Brussel], 124 S., A4-P4,Q2, 8°, [ms. Innenseite des Titelblatts, Besitzervermerk: J. Michiels.];

[unterz.:] PORINGO, J. J. MOTTOULLE, J. MICHIELS

Flämische Übersetzung der 'Observations sur la constitution...', Nr. 418.

Alff.K 70





Lfd.Nr.: 098

[URSEL, WOLFGANG-GUILLAUME duc d':]

BERICHT./AVERTISSEMENT.

VErnomen hebbende dat eenige quaelyk-geïntentionneerde uytgezonden geweest zyn in verscheyde plaetsen, [...]./AYant appris que des gens mal-intentionnés ont été envoyés dans plusieurs endroits [...].

s.d., [29.4.1790], s.l., unpag., [1 S.], 1 Bl., 8°, zweispaltig, ndl./frz.;

[unterz.:] ...Loo-Christi dezen 29 April 1790. Ondt. LE DUC D'URSEL./Loo-Christi, le 29 Avril 1790. Signé LE DUC D'URSEL.

Der Duc d'Ursel fordert diejenigen auf, die ihn zu verleumden suchen, einen legalen Beweis dafür vorzulegen, daß er gegen die Unabhängigkeit und die Wohlfahrt des Landes gehandelt habe. Er stellt dafür eine Belohnung von 10000 Fl. in Aussicht.

Alff.K 71





Lfd.Nr.: 099

BERIGT.

MEn heeft met soo groote verwonderinge als pynelykheyd gehoort en gesien dat verscheyde persoonen [...].

s.d., [ms. S.1: 28.12.1792], s.l., 2 S., 8°;

Der Verfasser wundert sich, daß der geforderte Eid auf die französische Gleichheit und Freiheit von so vielen ohne Bedenken geleistet wird, da er doch die hierarchischen Machtstrukturen in der römisch-katholischen Kirche und die Ständeordnung als Fundament der Brabanter Verfassung zerstört. Er hofft, daß alle dem Beispiel der Antwerpener folgen, die sich erfolgreich geweigert hatten, diesen Eid zu leisten und statt dessen ihren Eid auf die Verfassung und die römisch-katholische Religion ablegten.

Alff.E 18





Lfd.Nr.: 100

BERIGT VOOR DE INGESETENE VAN HET PLAT-LAND.

1792. [11/12.1792], s.l., 8 S., 8°;

Unter dem Vorwand, Freiheit und Gleichheit herzustellen und unter Mißbrauch des Vertrauens der französischen Generäle, versuchen nach Auffassung des Verfassers die Feinde der alten Verfassung diese umzustürzen und Belgien in die Anarchie zu führen. Die Abschaffung des Zehnt, der grundherrlichen Gerichtsbarkeit und des Jagdprivilegs, sowie die neuen Belastungen der Unterhaltung kirchlicher Einrichtungen, würden in der Hauptsache die kleinen Bauern benachteiligen. Die Gleichbehandlung der Privilegierten ergebe in Belgien anders als in Frankreich keinen Sinn, da diese das einfache Volk schon immer unterstützt hätten.

Alff.E 20





Lfd.Nr.: 101

BESLUYT OFTE RESOLUTIE Van de Prochie van ...... Lande van Aelst, aengaende het Project van Provisionele ORGANIZATIE Voor de Provintie van Vlaenderen.

Uyt de Patriotische Boek - drukkerye. M. DCC. XC. [15.5.1790], s.l., 8 S., 8°;

[S.8:] ...in onze Vergaderinge van 15 Mey 1790.

Beschluß eines Pfarrbezirkes des Landes Aalst, den zur Beratung und Stellungnahme zugesandten neuen Verfassungsentwurf für Flandern (Projet d'organisation provisionelle intérieure de la Flandre) abzulehnen, da jede Verfassungsänderung nach französischem Muster unter Einberufung einer Volksversammlung Unruhe in die Bevölkerung trägt und die Stände von Flandern die legitimen Repräsentanten des Volkes sind. Die Nation würde höchstens notwendige Verfassungskorrekturen akzeptieren, die sich im Rahmen der Resolution des Kongresses vom 31.3.1790 bewegen (s. Nr. 528).

Alff.K 72





Lfd.Nr.: 102

BLY-EYNDIG TREUR-SPEL, OFTE LOOZEN ALARM, Die voorgevallen is op den 14. November laestleden omstreeks GEND, Ende zig uytgebreyd heeft door een groot deel van VLAENDEREN, En de oorzaeke is geweest van eene generaele vlugt, en dood-schrik ONDER HEEREN, BOEREN EN MENSCHEN. EERSTE DEEL.

1790. [1.(?)1790], s.l., 19 S., 8°;

In seinem Vorwort bezeichnet der Verfasser seine Schrift als reine Unterhaltung und verneint jede Verachtung derjenigen Bauern, die aufgrund von Gerüchten um den 14.11.1789 in panischer Angst vor den Patrioten in die Wälder Flanderns geflüchtet waren und damit halb Flandern in Aufruhr brachten. Er verspottet die Bauern und legt ihnen nahe, in Gent Abbitte zu leisten. Er wirft ihnen vor, auf einen Aprilscherz der Kaiserlichen hereingefallen zu sein und blindlings ohne Verstand in verantwortungsloser Weise Frauen und Kinder im Stich gelassen zu haben.

Alff.K 73





Lfd.Nr.: 103

DE BOERE PENS-KERMIS.

1791. [1.(?)1791], s.l., 24 S., (t),A8,B4,(), 8°

Im Rahmen eines fiktiven Tischgespräches auf einer dörflichen Kirmesfeier wird über die Notwendigkeit einer Ständereform gesprochen. Hierbei wird ganz im Sinne der vonckistischen Bestrebungen den sich auf der Flucht befindlichen Ständemitgliedern deutlich gemacht, daß die Landbevölkerung andere Volksvertreter und materielle Entschädigungen fordert (s.a. Nr. 104 u. 114).

Alff.K 74





Lfd.Nr.: 104

DEN BOEREN PAP-KETEL.

1791. [1.(?)1791], s.l., 22 S., (t),A4-B4,C2,(), 8°;

In dieser an Anspielungen reichen Tierfabel, im Dialog zwischen Mensch und Tier entwickelt, wird im Rückblick die Brabanter Revolution mit einem Aufstand der Tiere auf einem Bauernhof verglichen. Nach der Vertreibung des Pächters versuchen die dümmsten Tiere über alle anderen zu herrschen, bis der neue Pächter kommt. Im Sinne vonckistischer Schriften wird die Einsetzung neuer Ständevertreter und neuer Schöffen gefordert und die Nachsicht Gottes und des Kaisers beschworen (s.a. Nr. 103 u. 114).

Alff.K 75





Lfd.Nr.: 105

LA BOÎTE A BRULIN OU L'AMADOU, N°. 4. DE LA FEUILLE BLANCHE, ETC.

NOUS naissons libres, citoyens, & en naissant nous contractons l'engagement indissoluble de nous rendre utiles, [...].

s.d., [13.1.1791], s.l., 12 S., A6, 8°;

[S.12:] Bruxelles le...13 de 1791.

Der Verfasser beschwört die Belgier, besonders die Brüsseler Bürger, nicht weiter in ihrer Verblendung zu verharren, damit die Feinde des Gemeinwohls, die Stände und Doyens, aus Brüssel endgültig vertrieben werden. In ihrer tyrannischen Herrschaft hätten sich die Stände, die Mönche und die Doyens der 'lèze-nation', der 'lèze-loi' und der 'lèze-majesté' schuldig gemacht. Royalisten und Vonckisten sollten sich vereinen, die Bürger neue Volksvertreter wählen, die Generalgouverneure und die vom Volk selbst Geächteten zurückgerufen und wieder in ihre Ämter eingesetzt, sowie Kaiser Leopold als Herzog inthronisiert werden. Eine Generalamnestie lehnt der Verfasser ab, da dies ein Affront gegen die treuen Untertanen darstelle, und die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden müßten (s.a. Nr. 375).

Alff.K 76





Lfd.Nr.: 106

LE BOUQUET VILLAGEOIS, DIVERTISSEMENT. Représenté pour la première fois le 15 Novembre 1791, sur le Théâtre de Bruxelles, par les Comédiens ordinaires de LEURS ALTESSES ROYALES. L'Ouverture & la principale Musique est de Mr. PARIS, Maître de Musique de l'Orchestre du Spectacle de LEURS ALTESSES ROYALES.

A BRUXELLES, Chez J. L. DE BOUBERS, imprimeur-libraire. M. DCC. XCI. [15.11.1791], 8 S., 8°;

Unterhaltungsstück, bestehend aus vier Szenen, zu Ehren Kaiser Leopolds. In ländlicher Umgebung feiern Hirten aus Brabant und Dorfbewohner aus der Toskana gemeinsam singend und tanzend ein Fest, auf dem sie die weise Regierung des Kaisers lobpreisen.

Alff.K 77





Lfd.Nr.: 107

[NOOT, HENRI-CHARLES-NICOLAS VAN DER:]

HET BRABANDSCH VOLK, Door de werking van den Geestelyken Staet en van het derde Lid der dry Hoofd-Steden, benevens verscheyde Leden van den Adel. Aen alle die de tegenwoordige zullen zien, of hooren lezen, SALUT.

DE gene onder de Publiekisten die heden de hoogste faem genieten, en met den grootsten luyster schryven, stellen de volgende grondregelen als zoo veele onbetwistelyke waerheden. [...].

s.d., [24.10.1789], s.l., 47 S., A8-C8, 8°;

[unterz. S. 44:] Gedaen in Braband den 24 October 1789, [...] H. C. N. VANDER NOOT [...].

Flämischsprachige Ausgabe der Brabanter Unabhängigkeitserklärung und des anschließenden Aufrufs an die Provinz Flandern. Text identisch mit der französischen Genter Ausgabe 'Manifeste du peuple brabançon' (s. Nr. 358), bis auf einige Datierungen. Zum Inhalt s. Nr. 358. Siehe auch unter Nr. 443, eine weitere französische Ausgabe.

Alff.K 78





Lfd.Nr.: 108

[anonym, 'SCEVOLA BELGIQUE':]

Braves François, chers Freres & Amis.

JE vais vous parler en HABITANT COS(!)TITUTIONNEL, au nom de mes Concitoyens les vrais Belges. [...].

[vorangestellte Zählung:] N°. 3., s.d., [12.2.1793], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., 8°, [titellose Schrift];

[unterz.:] SCHEVOLA BELGIQUE, Habitant Constitutionel de Bruxelles. Bruxelles ce 12 Février 1793.

Der Verfasser denunziert zum wiederholten Male die 'Représentants provisoires' sowie die Brüsseler Jakobiner gegenüber den Franzosen als Agenten Österreichs und Unruhestifter, die die Franzosen über ihre wahren Absichten getäuscht hätten. Als wirkliche Patrioten und Freunde der Franzosen sieht er diejenigen Belgier an, die für die Wiederherstellung der alten Verfassung, die die Freiheit Belgiens garantierte, kämpfen. Er ruft die Franzosen auf, diese Verfassung zu respektieren. Er hält die alte Verfassung für ein Bollwerk gegen eine mögliche österreichische Tyrannis. Hiermit begründet er auch den Aufruf an die Brüsseler Patrioten, kompromißlos die Durchführung des Dekretes vom 15.12.1792 abzulehnen, um jede Art von Sklaverei zu verhindern (s.a. Nr.40, u. Nr. 540).

Alff.E 27





Lfd.Nr.: 109

BREVES OBSERVATIONS, OU L'ON FAIT VOIR: 1°. Les droits de l'Empereur Léopold II à la Souveraineté des Pays-Bas Autrichiens, fondés sur les différens traités & le consentement libre des Etats de toutes les Provinces. 2°. Qu'il n'a pas été permis aux Belges de se soulever contre Joseph II leur légitime Souverain. 3°. Que le Gouvernement Monarchique est à tous égards préférable au Gouvernement Républicain.

1791. [3.(?)1791], s.l., 23 S., A8,B4, 8°;

Verfassungstheoretische Schrift, in der der Verfasser, ausgehend von der Pragmatischen Sanktion - 1725 von den belgischen Ständen anerkannt -, die unumstößlichen Herrschaftsrechte Leopolds in Belgien darzulegen versucht. Anhand von Beispielen aus der Heils- und Weltgeschichte verwirft er jedes Widerstandsrecht gegen die christliche Monarchie, selbst dann, wenn der Monarch sich als Tyrann entpuppt. Zum Schluß versucht er, die Überlegenheit der Monarchie über die Demokratie (Hort von Intrigen, Gefahr eines Bürgerkrieges) aufzuzeigen.

Alff.K 79





Lfd.Nr.: 110

BRIEF Van eenen Deken van Antwerpen aen eenen Deken van Brussel.

Antwerpen 8 Juny 1793. EERSAEMEN VRIEND MYnen Confrater is gisteren alhier te rug gekomen van Brussel over Loven ende heeft my medegebracht, [...].

s.d., [9.6.1793], s.l., [Antwerpen ?], 15 S., A8, 8°;

Veröffentlichung eines Briefwechsels zwischen einem Antwerpener und einem Brüsseler 'Deken'. Im ersten Brief (S. 1-2) vom 8.6.1793 teilt der Antwerpener dem Brüsseler 'Deken' mit, daß das dritte 'Lid' der Stadt Antwerpen seinen Widerstand gegen die kaiserlichen Gesuche um Kriegsgelder aufgegeben hat, trotz berechtigter Klagen, die in dem angehängten 'Algemeyn Besluyt' (s. 'Resolutie ten opzigte van den EEd...', Nr. 534, 2. Bl.) vorgetragen werden. In seinem Antwortbrief (S. 6-15,) verdächtigt der Brüsseler 'Deken' die Antwerpener vonckistischer bzw. französischer Gesinnung, wenn sie fordern, bei allen Finanzfragen gemeinsam mit den beiden ersten Ständen beraten zu wollen und damit die alte Verfassung veränderten. Er sieht in den Forderungen der Antwerpener keinen Grund, dem Kaiser die Mittel für die Kriegsführung gegen die Franzosen zu verweigern, sondern im Gegenteil ihre schnelle Bewilligung als ein Mittel, den Kaiser nachhaltiger dazu zu bewegen, die noch bestehenden Mißstände (z.B.: Einschränkungen des  42 der Joyeuse Entrée, Aufhebung einzelner Oktroi, die u.a. zur Lebensmittelverknappung führen) zu beheben.

Alff.K 80





Lfd.Nr.: 111

[anonym, 'GEËEDEN PRIESTER, EENEN':]

BRIEVEN Van eenen Geëeden Priester AEN EENEN Ongeëeden Geestelyken Vriend (in Braband:) Nopende den borgelyken Eed, geëyscht door de Fransche Republiek van alle Bedienaers des Gods-Dienst volgens de Wet van 19. Fructidor het V. Jaer.

TE MAESTRICHT, En men vindse te koop by de voornaemste Boekverkoopers, in de vereenigde Departementen. VIde. Jaer. [18.8.1798], 110 S., A8-G8, [letzte Bl. wahrscheinlich abgeschnitten, sonst G7], 8°;

Drei Briefe eines vereidigten Priesters zur Verteidigung des bürgerlichen Eides vom 5. Fructidor l'an V. Im ersten Brief zieht der Verfasser Parallelen zur Brabanter Revolution. Er rechtfertigt den Eid unter Hinweis auf die Eidablegung Franckenbergs am 31.1.1790. Damals habe dieser gegen das Königtum die Republik verteidigt, jetzt lehne er den Eid ab, indem er das Königtum von Gottes Gnaden gutheiße. Damals habe er den Eid geschworen, ohne das Urteil des Papstes abzuwarten, jetzt werfe man den vereidigten Priestern dieses Verhalten vor. Damals sei er dem Ansinnen des Papstes (er zitiert das Schreiben des Papstes vom 23.1.1790 an Franckenberg und dessen Antwort vom 8.3.1790), den Frieden zu bewahren, nicht gefolgt, jetzt löse der Priestereid keinen Krieg aus. Im zweiten Brief versucht der Autor die Begrifflichkeit der Eidesformel mit zahlreichen Belegen zu erklären. So bedeute der Ausdruck 'Haß' lediglich die Abkehr vom Königtum und der Anarchie, keine Feindschaft. Der Begriff 'Königtum' beziehe sich speziell auf die Verhältnisse in Frankreich, nicht auf diese Regierungsform allgemein. Der Eid verweise auf die Republik des Jahres III, die überall anerkannt sei. Er habe nur zum Ziel, Frieden und Ordnung zu erhalten und fordere nur Gehorsam den Gesetzen gegenüber. Die katholische Religion sei keine Staatsreligion mehr und es herrsche Toleranz, die zwar die Ehescheidung z.B. zulasse, sie aber nicht vorschreibe. Man müsse jeder Regierung, auch wenn sie schlecht sei, Gehorsam leisten. Franckenberg habe in unzulässiger Weise die Eidesformel negativ ausgelegt und sich nicht ausreichend über die Absichten des Gesetzgebers informiert. Im dritten Brief versucht der Verfasser klarzumachen, daß es sich nicht um einen religiösen Eid handele, da alle Bekenntnisse, auch das zum Atheismus, darin eingeschlossen seien. Er erklärt den Begriff des bürgerlichen Eides als Ausdruck der Gefühle aller Franzosen für das Gemeinwohl der Republik. Der Eid solle den Mißbrauch der Religion unterbinden. Der Autor ruft alle unvereidigten Priester auf, nicht den Einflüsterungen der Pharisäer zu erliegen. Zum Schluß versucht er die Anschuldigungen zu widerlegen, daß die vereidigten Priester das Urteil des Papstes nicht abgewartet hätten und der Papst diesen Eid bereits 1791 verurteilt hätte. Im ersten Fall habe man lediglich nach dem Vorbild Franckenbergs zur Zeit der Brabanter Revolution gehandelt und das Schweigen des Papstes könne man so deuten, daß jeder berechtigt sei, solange keine päpstliche dogmatische Entscheidung vorliege, nach seinem Gewissen zu entscheiden. Im zweiten Fall macht der Autor darauf aufmerksam, daß die Situation 1790/91 nicht mit der jetzigen zu vergleichen sei, und die Zivilkonstitution des Klerus mittlerweile abgeschafft worden sei. Er wirft seinen Gegnern vor, zu versuchen, die Gläubigen von den Gottesdiensten der vereidigten Priester fernzuhalten und sie ungerechtfertigt als Ketzer und Schismatiker zu verfolgen.

Alff.G 4





Lfd.Nr.: 112

BRIÈVES OBSERVATIONS, Relatives aux circonstances.

1791. [11.6.1791], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., 8°;

[S.8:] Bruxelles, le 11 Juin 1791.

Verfassungstheoretische Schrift, die als Antwort auf die Eingabe der Brabanter Stände vom 5.5.1791 (s.a. Nr. 168, als Antwort s.a. Nr. 410) historisch nachzuweisen sucht, daß die Verweigerung der Wiedereinsetzung der fünf Justizräte in den Brabanter Rat auf der Ausübung legitimer Rechte des Fürsten beruht, zumal da die fünf Räte, gegen den Artikel 25 der Joyeuse Entrée verstoßend, in den Dienst der Aufständischen getreten waren.

Alff.K 81





Lfd.Nr.: 113

[EUPEN, PIERRE-SIMON VAN (?):]

LE CALOMNIATEUR DU CLERGÉ BELGIQUE CONFONDU, Ou l'ignorance du CITOYEN soi-disant IMPARTIAL démasquée. OUVRAGE EN FORME DE LETTRES. [auf vorgeschaltetem Schmutztitel:] N°. I.

A DIOGMOPOLIS. M. DCC. LXXXVIII. [5.1.(?)1788], 20 S., A10, 8°;

In seiner ersten Antwort auf die Schriften des 'Citoyen impartial' (Nr. 1-5) bezeichnet Van Eupen diesen als Verleumder der belgischen Geistlichkeit. Er qualifiziere die respektbezeugenden Eingaben an den Kaiser als Ungehorsam und Aufruf zur Rebellion. Nicht der Klerus, sondern die Brandschriften des vermeintlichen 'Citoyen impartial' und seinesgleichen hätten das Volk verunsichert, aufgerührt und sein Vertrauen in das Generalseminar gänzlich untergraben. Unter dem Anspruch, kaiserliche Rechte zu verteidigen, schreibe der 'Citoyen impartial' anonym aufrührerische Schriften gegen den Klerus, obwohl der Kaiser am 22.11.1787 ein Verbot derartiger Schriften erlassen habe (s.a. Nr. 411, 504).

Alff.K 82





Lfd.Nr.: 114

LA CARMESSE A TRIPPES DES VILLAGEOIS, Traduction du Flamand.

1791. [1.(?)1791], s.l., 24 S., (t),A8,B4,() [letztes unbedrucktes Blatt des Titelbogens [()] wurde bis auf einen schmalen Streifen herausgetrennt und dieser wahrscheinlich nachträglich hinter den Bogen A gesetzt], 8°;

Französische Übersetzung der Flugschrift 'De boere pens-kermis', Nr. 103. Texte identisch bis auf den Zusatz in der französischen Übersetzung, S. 20, 3. Absatz Ende: ..., per fas aut nefas.

Alff.K 83





Lfd.Nr.: 115

CATALOGUE D'UNE BELLE ET RICHE COLLECTION DE LIVRES En plusieurs Langues & Facultés, contenant des Livres curieux & rares, la plupart supérieurement conditionnés, DÉLAISSÉS PAR FEU LE COMTE ANTI-FIGUIER Dont la Vente se fera publiquement à la grande Salle de la fameuse Hôtellerie, nommée HET SCHEMENKEL à Gand. Sous la direction de Poelman, P. De Goesin, & Le Maire, & Compagnie.

A GAND, Chez P.D. Vérité, Imprimeur-Libraire, 1790. [2.12.1790 ?], 21 S., (t),A4-B4,C2,(), 8°;

[unterz.:] Vidit L. MAGILIEN L. C.

Spottschrift gegen die abdankenden Statisten in Form eines Kataloges von 242 fiktiven Büchern in verschiedenen Sprachen, die öffentlich verkauft werden sollen. Aus der Sammlung eines Gegners des Kaisers stammend, richten sich die beziehungsreichen Buchtitel gegen die Kaiserlichen und gegen die Demokraten in Gent und Flandern. Am Schluß werden noch zwei weitere Kataloge angekündigt.

Alff.K 84





Lfd.Nr.: 116

[anonym, 'KEYZERS-GEZINDEN BOER, DEN':]

CATECHISMUS, OF PROFYTIGE LEERINGE, VERDEELD IN VIII. LESSEN. DOOR DEN KEYZERS-GEZINDEN BOER.

WORD VERKOGT, Tot Brussel, by SPANNOGHE. Tot Gend, by LEMAIRE. Tot Brugge, by VAN HESE. Tot Ipre, by BOLLE, en verdes alom. 1791. [1.8.1791], s.l., 23 S., 1 Verkaufsanzeige, (t),A4-B4,C2,(), 8°;

Ausgehend von der Frage nach den Ursachen der immer noch zu verspürenden Unruhe und Zwietracht in Belgien werden in acht kurzen Lektionen im Frage- und Antwortspiel das Unrecht und die Verstocktheit der Statisten und der weise Regierungsstil Leopolds erläutert. Der Verfasser hält eine zweite Rebellion der Statisten für unwahrscheinlich, da der Kaiser, vorausgesetzt er regiert nach den Gesetzen der einzelnen Provinzen, in den Garantiemächten und den kaisertreuen Bauern mächtige Verbündete hat.

Alff.K 85





Lfd.Nr.: 117

[anonym, 'N. C...., VRYWILLIGER DER STAD LOVEN':]

CATEGORIEK ANTWOORD Van N. C. .... Vrywilliger der Stad Loven, aen den Kyzer en Koning LEOPOLD over zyn Manifest van den 14 October 1790.

'K En zoude zoo vermeten niet zyn, aen uwe Majesteyt onmiddelyk te schryven, waer het zaeken gy u niet zoo zeer als Koning maer wel als Vader der Brabanders in uw Manifest benoemde: [...].

s.d., [8.11.1790], s.l., 7 S., 8°;

[unterz.:] ...N C.....Vrywilliger der Stad Loven. Loven den 8 November 1790.

Der Verfasser analysiert mit spöttischem Unterton Passagen des Manifests Kaiser Leopolds vom 14.10.1790. Weder aus der göttlichen Vorsehung noch aus der pragmatischen Sanktion oder der Joyeuse Entrée könnten Herrschaftsrechte für Leopold abgeleitet werden, nachdem nach Artikel 59 der Joyeuse Entrée sein Bruder abgesetzt worden ist, und die belgischen Provinzen damit ihre Unabhängigkeit errungen haben. Leopold sei den Einflüsterungen seiner Höflinge und Räte erlegen und spiele sich als Vonckist auf, wenn er einer Veränderung der Ständeversammlung zustimme. Mit Gelassenheit werden die Belgier die österreichischen Truppen erwarten. Der Autor weigert sich entschieden, irgendwelche Herrschaftsrechte Leopolds anzuerkennen.

Alff.C 16





Lfd.Nr.: 118

Ce que l'honnête & vertueux Citoïen Flamand peut, & ne peut pas conçevoir.

IL est facile de conçevoir que ceux qui avoient foulé aux pieds tous les droits, [...].

s.d., [Ende 1790/Anfang 1791 ?], s.l., 3 S., 8°;

Agitation gegen das unglaubliche Treiben der Konterrevolutionäre, die die Revolution verraten haben. Deshalb soll ihnen kein Asyl gewährt werden, damit sie nicht wiederum insgeheim eine Gegenrevolution zu Lasten aller Bürger anzetteln können.

Alff.K 86





Lfd.Nr.: 119

CHANSON

AIR:On doit soixante mille francs. ABBÉS, Moines, Conseil, Etats, Tout règne encor, rien n'est à bas, [...].

s.d., [4.2.1791], s.l., 3 S., 8°;

[S.3:] Du 4 Février 1791.

In dem Chanson wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß durch die Rückkehr Van der Merschs und Walckiers die Herrschaft der Stände endgültig zu Ende geht (S. 1-2). In dem folgenden Gedicht "AU BRAVE VANDER MERSCH, A son passage à Bruxelles. OUBLIANT les fureurs d'une ingrate patrie, [...]." wird Van der Mersch aufgefordert, trotz des undankbaren Vaterlandes nicht zu emigrieren.

Alff.K 87





Lfd.Nr.: 120

CHER COUSIN,

DEpuis ma derniere il n'est arrivé rien de particulier tout ce que je puis vous marquer pour le présent, ]...].

s.d., [27.4.1790], s.l., 6 S., 8°;

Die Flugschrift enthält zwei fiktive (?) Briefe, die sich beide auf die Aktivitäten der Vonckisten im Ausland beziehen. Im ersten Brief (S. 1-2), unterzeichnet mit 'C.A....e. Namur 27. Avril 1790', werden einerseits die Beziehungen Voncks und De la Marcks zu den Österreichern und ihre Unterstützung der österreichischen Truppen denunziert, andererseits der neue Oberkommandierende der belgischen Truppen, General Schoenfeld, lobend erwähnt. Im zweiten, von der Zensur der Stände abgefangenen Brief "LETTRE De Monsieur R...., employé de l'ancien Gouvernement, écrite de bonn, en date du 17 Avril, à M. Q., demeurant à Bruxelles (1). Avec des Notes de l'Editeur. ESt-ce la faute de nos amis, est-ce la fatalitè (!) des événemens que nous manquions toujours [...].", S. 3-6, beklagt sich ein ehemaliger Regierungsbeamter, daß alle vonckistisch-österreichischen Projekte (Übergabe der Zitadelle von Antwerpen) bisher gescheitert seien. Er erhofft sich größeren Erfolg in der Rückeroberung der belgischen Provinzen durch die Anhänger Van der Merschs in Flandern und im Hennegau sowie durch den Streit zwischen dem Kongreß und dem Brabanter Rat. Die Anmerkungen des Herausgebers dienen dazu, den Bruch des Postgeheimnisses durch die Verschwörungen der Vonckisten zu rechtfertigen, die Reformpolitik Leopolds in der Toskana anzuschwärzen und die verschiedenen Vorschläge zur Modifizierung der Ständeversammlung abzuwehren (Cornet de Grez, Kongreß, Manifest der Provinz Hennegau).

Alff.K 88





Lfd.Nr.: 121

[BRABANT, ETATS de:]

CHERS ET BIEN AMÉS,

LE Congrès Souverain des Provinces Belgiques-Unies nous ayant fait connoître que la désertion parmi les Troupes [...].

[S. 2:] De l'Imprimerie de G. HUYGHE, Marché aux Fromages. s.d., [9.10.1790], s.l., [Bruxelles], 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] De notre Assemblée Générale, tenue à Bruxelles, le 9 Octobre 1790. Les Prélats, Nobles & Députés des Chef - Villes, représentant les Trois Etats de ce Pays & Duché de Brabant. Par Ordonnance ... J.J.J. MORIS.

Anmahnung der konsequenten Durchführung der Bestimmungen, insbesondere des Zirkulars vom 1.5.1790, gegen die Deserteure der belgischen Armee (Verhaftung), deren Zahl täglich steige, unter Androhung der Konsequenzen für die zuständigen Offiziere bei Vernachlässigung ihrer Aufgaben.

Alff.K 89





Lfd.Nr.: 122

[anonym, 'JACQUES':]

LES CINQ PETITS PLATS, OU LES CINQ ENTREMETS.

PAR votre lettre, signée, la femme sans façon, vous demandez, madame, que je vous apprête quelques plats [...].

s.d., [ms. S.1: 1791], [3.(?)1791], s.l., 7 S., A4, 8°;

[unterz.:] JACQUES.

Fünf Vorschläge einer 'Zwischenmahlzeit' in Beantwortung eines Briefes der 'femme sans façon': 1. Nach der Joyeuse Entrée Karls des V., Artikel 58, waren die Stände nicht berechtigt, den Herzog von Brabant abzusetzen. 2. Nach Artikel 19 der Ordonnanz von Albert und Isabelle vom 13.4.1604 verlieren diejenigen Räte ihre Ämter, die während der Revolution im Dienst der Stände geblieben sind. 3. Es gibt keine Räte mehr, außer denen, die vor oder während der Revolution geflüchtet sind. Nach der Joyeuse Entrée Karls des V., Artikel 5, kann der Souverän selbst die Zahl der Räte erhöhen, so daß alle sieben Räte wieder eingesetzt werden können. 4. Alle, die ihren Eid auf die Stände oder Komitees abgeleistet haben, haben damit alle Maßnahmen dieser Institutionen mitgetragen. Auch sie verlieren ihre Ämter. 5. Ausgehend von Artikel 1 der Joyeuse Entrée komponiert der Autor eine Festtafel, an der der Souverän, alle seine Beamten und das gesamte Volk sitzen (in Anlehnung an die Schriften Nr. 114 und Nr. 103, und Nr. 104) und alle Fragen über Wiedergutmachung, Bestrafung und Ämterbesetzung nach Recht und Gesetz entschieden werden, damit so die Bevölkerung sich untereinander wieder aussöhnt.

Alff.K 90





Lfd.Nr.: 123

CITOYENS ET FRERES,

Souffrirez-vous encore long-temps le despotisme anarchique de quelques brigands, qui flétrissent le nom François par leurs actions infâmes, [...].

s.d., [2.2.1793], s.l., 1 S., 1 Bl., 8°;

[S.1:] Bruxelles, ce 2 Février 1793.

Aufruf an die Bürger und die französischen Soldaten, gemeinsam dem 'demokratischen Brigantentum' und dessen Lügengeschichten ein Ende zu bereiten.

Alff.K 91





Lfd.Nr.: 124

[anonym, 'BATAN, FRÈRE':]

COLERE ET GRANDE COLERE DU FRERE BATAN.

Bruxelles le 7 Juin 1791. 1791. 12 S., A6, 8°;

Schmähschrift gegen die Stände und die Mönche, die immer noch versuchen, das Volk zu unterdrücken und Zwietracht unter die Bürgerschaft zu säen. Der Verfasser versucht die 'bons citoyens', d.h. die als Royalisten und Vonckisten verschrienen Bürger, aus ihrer Lethargie aufzurütteln, damit sie sich gegen das bevorstehende Komplott der Stände zur Wehr setzen. Andererseits droht er seinen Gegnern, ihr Spiel nicht zu weit zu treiben. Das Militär solle den Verleumdungen der 'Aristokraten' und der Mönche keinen Glauben schenken und vielmehr als willkommene Waffenbrüder den Kampf der 'bons citoyens' unterstützen. Von der österreichischen Regierung fordert er ein härteres Vorgehen gegen jegliche Aufhetzung des Volkes (z.B. von Seiten der französischen Emigranten), und er wünscht sich zum Wohl des Volkes die baldige Wiedereinsetzung der Generalgouverneure.

Alff.K 92





Lfd.Nr.: 125

COMME il est plus que tems de substituer un système de liberté à l'incertitude anarchique dans laquelle nous sommes; [...].

s.d., [12.1790 ?], s.l., 4 S., 8°, [titellose Schrift];

Eingabe, unmittelbar an den Kaiser gerichtet, in der die Wünsche und Forderungen der belgischen Nation aus fortschrittlicher Sicht formuliert werden. Dem Protest gegen jede Fremdbestimmung der belgischen Nation durch die Verträge von Reichenbach und Den Haag folgt die Bitte, Leopold möge als rechtmäßiger Souverän mit dem belgischen Volk einen neuen Pakt auf der Grundlage seiner Denkschrift vom 2.3.1790 mit Ausnahme der Bestimmungen, die den belgischen Klerus betreffen, schließen. Man fordert eine neue, freie Volksvertretung, wählbar auf zwei Jahre, in der nach Köpfen abgestimmt wird; man verlangt die Begleichung aller Ausgaben und Schulden zwischen dem 12.12.1789 und dem 21.11.1790 durch die ehemaligen Stände und die Komplizen der 'Usurpatoren', protestiert gegen jegliche diesbezügliche Steuer und gegen jedes Abkommen mit den Ständen. Zur Aufklärung des Volkes und zu seinem Schutz vor ausländischen Machenschaften sollen die 'bons citoyens' das Recht erhalten, ständige Versammlungen abzuhalten. Alle Gewalttaten sollen ohne Ausnahme nach Recht und Gesetz von der Polizei verfolgt werden. Ursprünglich war der Eingabe eine Liste von Unterschriften beigefügt (s.a. Nr. 201).

Alff.K 93





Lfd.Nr.: 126

COMMENTAIRE LITTÉRAL DE LA DÉCLARATION DE L'EMPEREUR LÉOPOLD, Donnée à Francfort le 14 Octobre 1790.

A TOURNAI. M. DCC. XC. [31.10.1790], 10 S., 8°;

Kommentierter Abdruck der Frankfurter Erklärung Leopolds vom 14.10.1790 (zum Inhalt s. Nr. 194, 'DECLARATION DE L'EMPEREUR ET ROI.'). Der Kommentar spiegelt das Mißtrauen des Verfassers gegen das österreichische Kaiserhaus wider. Der Autor versucht, indem er Leopold selbst die Kommentare - als Interpretation seiner Worte direkt in Klammern den entsprechenden Textpassagen angefügt - sprechen läßt, dessen Hintergedanken sichtbar zu machen. Diese stehen in negativem Kontrast zur veröffentlichen Erklärung, wenn Leopold etwa seine Generalamnestie mit den Worten kommentiert, daß sie für die Übergriffe der früheren Regierung gelte. Andererseits sollen die Kommentare Leopolds Reden über eine gewaltsame Rückeroberung der belgischen Provinzen als leere Drohgebärden entlarven, da die Mithilfe der anderen Mächte noch keinesfalls garantiert sei. Außerdem wirft der Verfasser Leopold vor, sein ungeliebtes toskanisches Reformwerk in Belgien einzuführen.

Alff.C 15





Lfd.Nr.: 127

[PORINGO, GERARD; MOTTOULE, J.J.:]

LES COMMISSAIRES DE LA SOCIÉTÉ DES AMIS DU BIEN PUBLIC, A LEURS CONCITOYENS.

QUE des Citoyens honnêtes et désintéressés soient en butte à la calomnie; qu'ils soient vexés et persécutés, [...].

[S.8:] De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. s.d., [20.5.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] Les Commissaires de la Société des amis du bien public, à Bruxelles, PORINGO, J. J. MOTTOULE, Du 20 Mai 1791.

Die royalistisch gesinnten Verfasser weisen mit Entschiedenheit die Verleumdungen der Statisten (Feinde des Kaisers, der Religion und des Eigentums) zurück (s.a. Nr. 254/55) und verteidigen ihre vorgeschlagene Ständereform, da die bestehenden Gesetze der Verfassung nicht ausreichen, den allgemeinen Willen der Nation auf allen Gebieten zur Geltung zu bringen. Sie lehnen es ab, auf die unberechtigten Anschuldigungen, in die Februarereignisse verwickelt zu sein, einzugehen, da sie als erste die Bürger ermahnt hätten, die Gesetze zu beachten. Ihr einziges Ziel sei es, für das Wohl der Bürger zu arbeiten.

Alff.K 94





Lfd.Nr.: 128

[HAINAUT, LES COMMUNES de:]

LES COMMUNES DE HAINAUT A LEOPOLD II, EMPEREUR ET ROI.

SIRE, A cette époque remarquable où Votre Majesté, en reprenant le Gouvernement de ses Provinces Belgiques, [...].

s.d., [18.12.1790], s.l., 12 S., A6, 8°;

[unterz.:] Signé les communes de Hainaut.

Nach einer Ergebenheitsadresse der Hennegauer Kommunen an den Kaiser wird die Hennegauer Ständevertretung als Hort der theokratischen Revolution und als Kind des Feudalismus entlarvt. Die Denkschrift der Stände vom 18.12.1790 an Mercy-Argenteau gelte nur der Wahrung ihrer eigenen Interessen. Die Bezahlung der während der Revolution gemachten Schulden dürfe nicht der Bevölkerung aufgebürdet werden, da diese vom Volk nicht gebilligt worden seien und anderenfalls Unruhe unter der Landbevölkerung entstehen könne. Für die Begleichung dieser Ausgaben seien vielmehr die eigentlichen Urheber der Revolution verantwortlich, der Klerus. Der Vorschlag einer moderaten Reform der Ständevertretung auf der Basis freier Wahlen und der Repräsentation der Gesamtbevölkerung diene der Wiedergewinnung des Vertrauens aller Bürger der Provinz als notwendige Voraussetzung einer erfolgreichen Politik Leopolds.

Alff.K 95





Lfd.Nr.: 129

[DINNE, EMMANUEL-JOSEPH:]

COMPLAINTE DES VOLONTAIRES Qui ont opéré la Révolution Belgique.

NOUS ne pouvons dissimuler qu'il est des ennemis cachés, qui, abusant de certains pouvoirs qui leur sont imprudemment confiés, [...].

s.d., [3.1790], s.l., 8 S., A4, 8°;

Im Namen der Freiwilligenarmee werden die Stände aufgefordert, den Verrat in ihren Reihen energisch zu unterbinden. Die Aristokratie in der Ständevertretung handele nur nach ihren eigenen Interessen und besetze die Offiziersstellen nur mit Royalisten, die ihnen treu ergeben sind. Die Sieger von Turnhout werden vergessen, schlecht ausgerüstet und unterbezahlt. Offiziere, die kein Offizierspatent besitzen, werden wie gemeine Soldaten bezahlt. Alles mit dem Ziel, daß die Offiziere ihren Dienst quittieren und durch Ausländer ersetzt werden können, die den Militärdienst besser kennen. Van der Mersch wird indirekt aufgefordert, mehr Widerstand zu leisten.

Alff.K 96





Lfd.Nr.: 130

[WAUTIER, GUILLAUME de ?:]

CONCITOYENS ET FRERES.

JE suis parmi vous un individu qui cherche, tel est notre devoir, de coopérer, selon ma capacité, dans ma sphère, [...].

s.d., [12.8.1791], s.l., [Bruxelles ?], 4 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles le 12 Août 1791, ... GUILLAUME DE WAUTIER.

Eindringlicher Appell an alle Belgier - der Verfasser berichtet über die Mißhandlungen, die er während der Revolution erlitten hat - , dem Kaiser in Treue zu dienen.

Alff.K 97





Lfd.Nr.: 131

[STOCQUART DE COURTAUBOIS, FRANÇOIS-XAVIER ?:]

CONFESSION AUTENTIQUE ET REPENTIR D'UN MEMBRE DU CONGRÈS BELGIQUE SUIVIS DE SON AMENDE HONORABLE A Dieu, à Leopold, & à ses Concitoyens & d'une Exhortation aux Membres du Congrès & des Etats du Brabant. AVEC FIGURES.

BRUXELLES 1791. [5.2.1791], 24 S., A8,B4, 8°, Abbildungen fehlen;

Vorgetäuschte Veröffentlichung eines fiktiven Schuldbekenntnisses eines ehemaligen Kongreßmitgliedes. Nach dem Vorwort des 'Herausgebers', der die Notwendigkeit der Veröffentlichung unterstreicht, bezichtigt sich das Kongreßmitglied aller Untaten, die aus der Sicht der Vonckisten von den Statisten begangen worden sind. Im zweiten Teil seines Bekenntnisses bittet er alle diejenigen um Vergebung, die durch seine Verfehlungen drangsaliert worden sind. Abschließend leistet er gegenüber Gott, dem Kaiserhaus und seinen Mitbürgern Abbitte und ermahnt seine früheren Mitstreiter dasselbe zu tun. Er schlägt vor, eine Kommission einzusetzen, die über die Forderungen der Revolutionsopfer entscheidet (s.a. Nr. 311).

Alff.K 98





Lfd.Nr.: 132

LA CONFESSION RETARDÉE, Couplets sur l'AIR: Vous m'entendez bien.

DEPUIS long-tems je n'ai été Mes péchés à autrui conter: [...].

s.d., [ms. S.1: 1790], [12.1790 ?], s.l., 7 S., 8°;

Bekenntnis zu Kaiser Leopold, das bisher aus Angst vor möglichen Repressalien durch die Nootisten und die Geistlichkeit nicht öffentlich ausgesprochen wurde. In den Fußnoten erläutert der Verfasser das verbrecherische Treiben der Stände und der Priester während der Revolution.

Alff.K 99





Lfd.Nr.: 133

CONGRÈS DE LA HAYE. Note à leurs Hautes Puissances les États Belgiques.

HAUTS ET PUISSANTS SEIGNEURS! LE MOMENT URGENT est enfin arrivé ou il va être discuté par les Puissances voisinnes [...].

s.d., [15.9.1790], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., A4, 8°;

[S.8:] Bruxelles ce 15 Septembre 1790.

In zehn Punkten wird eine Argumentationskette aneinandergereiht, um bei den Verhandlungen in Den Haag zu versuchen, die Unabhängigkeit der belgischen Provinzen zu behaupten. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, daß die belgischen Provinzen nie ein Königreich bildeten, und die Parallelität der Vorgänge um Philipp II. und Joseph II. einerseits und die vertraglichen Verpflichtungen der Seemächte und Frankreichs andererseits es unmöglich machen, die Herrschaft der Österreicher in den belgischen Provinzen wiederherzustellen.

Alff.K 100





Lfd.Nr.: 134

[ETATS BELGIQUES UNIS, LE CONGRÈS SOUVERAIN des:]

LE CONGRÈS SOUVERAIN DES ETATS BELGIQUES-UNIS.

COMME des mal-intentionnés ont cherché à repandre à la suite de la circulation d'un Manifeste sous le nom de l'Empereur, [...].

s.d., [8.11.1790], s.l., [Bruxelles ?], 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Fait au Congrès le 8 Novembre 1790. VISBECQUE Président: H.C.N.VANDER NOOT, loco VAN EUPEN.

Dementierung von Gerüchten im Zuge der Veröffentlichung der Frankfurter Erklärung Leopolds vom 14.10.1790, die Patriotenarmee solle aufgelöst werden. Der Kongreß verspricht jedem Soldaten und allen, die vor dem 1.12.1790 zum Militär gehen und sich für vier Jahre verpflichten, eine Leibrente von 20 Florint und eine silberne Medaille mit der Aufschrift 'DEFENSEUR DE LA PATRIE'.

Alff.K 101





Lfd.Nr.: 135

[OUTREPONT, CHARLES-LAMBERT d':]

CONSIDÉRATIONS SUR LA CONSTITUTION DES DUCHÉS DE BRABANT ET DE LIMBOURG, ET DES AUTRES PROVINCES DES PAYS-BAS AUTRICHIENS, Lues dans l'Assemblée Générale des ÉTATS DE BRABANT, le 23 Mai 1787.

M. DCC. LXXXVII. [23.5.1787], s.l., [Bruxelles ?], 32 S., A8,B8, 8°, Broschur;

[unterz.:] ...D'OUTREPONT, Avocat au Conseil Souverain de Brabant.

Eindringliche Bitte an den Kaiser, dem selbstherrlichen und willkürhaften Handeln der Brüsseler Regierung ein Ende zu bereiten, damit die Österreichischen Niederlande nicht in eine Tyrannei abgleiten, die auch ihren wirtschaftlichen Niedergang nach sich ziehen würde. Wie die Geschichte der belgischen Provinzen und die Erfahrungen in Amerika bewiesen, sei die mehr republikanische Staatsform, so wie sie seit Karl V. jeder Fürst in der Joyeuse Entrée beschworen habe, die angemessene Regierungsform für das freie Volk der Belgier. Die Reformen, die in Österreich eingeführt worden seien, ließen sich nicht ohne Anpassung an den Charakter des Volkes nach Belgien übertragen. Jede gewünschte Neuerung und jede Korrektur von Mißbräuchen sollten im Hinblick auf eine mögliche Verbesserung der Verfassung auf den Prüfstand der Stände und nicht, wie geschehen, in einem Willkürakt ohne Mitsprache der Stände durchgesetzt werden. Diese Willkürmaßnahmen seien durch den Machtmißbrauch oder durch die Fehldeutung des kaiserlichen Willens von den Untergebenen des Kaisers getroffen worden, ohne Rücksicht auf die Absichten des aufgeklärten und integren Kaisers, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet weiß. Aus Respekt vor den Gesetzen setze das freie belgische Volk, von den kaiserlichen Ratgebern als energielos und engstirnig karikiert, der Gewalt keine eigene Gewalt entgegen, solange es in den Gesetzen noch Unterstützung finde. Daher bittet D'Outrepont den Kaiser, einerseits ein Auge mehr auf die Regierung der belgischen Provinzen zu werfen und andererseits, um die Empörung und das Mißtrauen der Bevölkerung abzubauen, in einem Dekret ohne diplomatische Floskeln klar allen bisherigen Reformplänen eine deutliche Absage zu erteilen.

Alff.K 102





Lfd.Nr.: 136

CONSIDÉRATIONS SUR LA DETTE DES ÉTATS-BELGIQUES ET LE MOYEN DE LA LIQUIDER. Le Clergé peut seul & doit l'acquitter.

Avril 1791. s.l., 37 S., A8-B8,C6, 8°;

Nach Darlegung der schrecklichen Folgen der belgischen Revolution versucht der Verfasser durch die Interpretation des Artikels 59 der Joyeuse Entrée zu zeigen, daß die einseitige Aufkündigung des Treueides, die Souveränitätserklärung des belgischen Kongresses und der Krieg gegen Österreich nicht durch eine angebliche Verletzung der Joyeuse Entrée durch den Kaiser gerechtfertigt werden können. Ausführlich diskutiert er die Frage des Widerstandsrechts allgemein bei Ungerechtigkeiten des Souveräns gegen seine Untertanen. Ohne sich endgültig festzulegen hält er Widerstand nur bei schwersten Verstößen des Souveräns für gerechtfertigt. Da die Geistlichkeit als Hauptstütze des Umsturzes und Anstifter zum Krieg gegen Österreich als einzige Nutznießerin des verlorenen Krieges ist, soll sie ihrem religiösen Auftrag gemäß und zum Wohlergehen des Landes allein für die Bezahlung der entstandenen Schäden aufkommen.

Alff.K 103





Lfd.Nr.: 137

CONSIDÉRATIONS SUR LA DETTE DES ÉTATS-BELGIQUES ET LE MOYEN DE LA LIQUIDER. Le Clergé peut seul & doit l'acquitter.

Avril 1791. s.l., 37 S., (t),A8-B8,C2,(), 8°, Broschur;

Druck- und textidentische Ausgabe mit Nr. 136, lediglich andere Bogenzählung und scheinbar groberes Druckpapier.

Alff.K 104





Lfd.Nr.: 138

DE CONSTITUTIE VAN GRAEF BAUDEWYN, MET DEN YZEREN ARM, IN HAERE ZUIVERHEYD.

s.d., [6.1790 ?], s.l., 8 S., 8°, Schmutztitel;

Fiktive Verfassung Flanderns, nach kontroversen Beratungen der Generalstände von Graf Balduin mit dem eisernen Arm gewährt, in der in 26 Artikeln vor allem der Adel und der Klerus verspottet werden. Das Ganze wird ad absurdum geführt, weil der Fürst selbst den Aristokraten eine gewaltsame Rebellion gegen sich und seine Verfassung ausdrücklich zugesteht.

Alff.A 5





Lfd.Nr.: 139

CONTRE-AVIS AU PUBLIC sur l'Avis au Public du Gouvernement-Général./TEGEN-WAERSCHOUWING op de Waerschouwing van het Gouvernement-generael.

NON, chers Concitoyens, ce n'est point sur un ordre privé du Gouvernement-général, que les quatre Députés [...]./NEen, waerde Medeborgers, t'is op geen bezonder bevel van het Gouvernement-generael, dat de vier Gedeputeerden [...].

s.d., [19.11.1791], s.l., 6 S., 4 Bl., 8°, frz./ndl., zweispaltig;

[S.6:] Ce 19 Novembre 1791.

Gegendarstellung zum 'Avis au Public' der Brüsseler Regierung vom 9.11.1791 (?). Die Inhaftierung von vier Abgeordneten der Stände auf Veranlassung des Brabanter Rates (s.a. Nr. 29, 535/36 u. 59) ist Anlaß, zum wiederholten Male die Illegalität dieses Rates und seiner gefällten Urteile zu behaupten. Der Verfasser vermutet hinter der Verhaftung einen Racheakt der Regierung, deren willfähriges Werkzeug der Brabanter Rat sei, und stellt sie als alleinige Aufrührerin der öffentlichen Ordnung dar (nach Meinung des Verfassers stellte die Verhaftung der Abgeordneten während der Sitzungsperiode der Stände einen Verstoß gegen Artikel 42 der Joyeuse Entrée dar).

Alff.K 105





Lfd.Nr.: 140

[anonym, 'LE BELGE':]

CONTRE-DÉCLARATION D'UN BELGE A L'EMPEREUR ET ROI.

SIRE, JE ne suis, qu'un Belge, & j'ôse entreprendre de vous écrire; [...].

s.d., [7.11.1790], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] LE BELGE. DES PROVINCES REUNIES, ce 7 Novembre 1790.

In seiner Erwiderung auf die Erklärung Leopolds vom 14.10.1790 verneint der Verfasser jeden Herrschaftsanspruch Leopolds auf die Österreichischen Niederlande. Nach der willkürlichen Außerkraftsetzung der Rechte und Privilegien des belgischen Volkes durch Joseph II. sei dieser in einem Akt von Notwehr, um die Provinzen nicht ins Verderben zu stürzen, von den legitimen Volksvertretern abgesetzt worden. Leopold könne sich daher nicht mehr auf die Pragmatische Sanktion berufen. Dem Versprechen, die Verfassungsbrüche Joseph II. wieder rückgängig zu machen, schenkt der Verfasser keinen Glauben, über das Angebot einer Amnestie wundert er sich, haben doch Joseph II. und die Vertrauten Leopolds (d'Ursel, De la Marck) alles umgestürzt und nicht die Stände. In der ministeriellen Erklärung der drei Garantiemächte vom 31.10.1790 sieht der Verfasser seine Ansicht bestärkt, daß die Provinzen sich frei, ohne eine Verpflichtung gegenüber Leopold, entscheiden können, wen sie als Herrscher anerkennen wollen. Die Drohung Leopolds, nach Ablauf seines Ultimatums am 21.11.1790, bei Ablehnung seiner Vorschläge, die Provinzen militärisch zurückzuerobern, schreckt den Verfasser nicht, da die Provinzen Gott zum Verbündeten hätten und auch Frankreich mit Sicherheit intervenieren würde.

Alff.C 24





Lfd.Nr.: 141

CONTRE-POISON.

DAns un pays renommé par sa bonne foi, sa douceur, sa fidélité au Souverain [...].

s.d., [21.11.1790], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

Mit spöttischem Unterton bewertet der Verfasser die gescheiterte Revolution als Werk einiger weniger, die versuchten, für ihre Sonderinteressen das Volk einzuspannen, als Spitzfindigkeiten einer 'Advokatenliteratur', an denen das Volk kein Interesse hat. Das Volk war glücklich und die angeblichen Verfassungsbrüche hat es nicht erkannt. Hätte der Kaiser auf eine Rückeroberung verzichtet, die Republik hätte sich, ruiniert nach zwei Jahren, wieder in seine Arme geworfen. Die Provinzen erkennen mittlerweile, welch desolates Erscheinungsbild sie gegenüber dem Kaiser abgegeben haben und die Versammlungen der aufgeklärten Geister scheinen sich mehr um die Qualität der Weine zu kümmern als um die Herstellung einer größeren bürgerlichen Gleichheit. Es gibt keine Unzufriedenheit im Volk und keine bessere Regierung auf der Welt als die kaiserliche.

Alff.K 106





Lfd.Nr.: 142

CONVENTION ENTRE Les Ministres Plénipotentiaires de S.M. l'Empereur & de Leurs Majestés les Rois de la Grande-Bretagne & de Prusse, & de Leurs Hautes Puissances les États-Généraux des Provinces-Unies, signée à la Haye le 10 Décembre 1790. TRADUIT DU FLAMAND.

A LA HAYE, Et se trouve à BRUXELLES, Chez G. HUYGHE, Imprimeur-Libraire, Marché aux Fromages, 1790, [10.12.1790], 10 S., 8°;

Übersetzung der niederländischen Ausgabe der Haager Konvention vom 10.12.1790. Beinhaltet die 5 Artikel des Vertrages (S. 1-8) und die Kopie des Briefes von Mercy-Argenteau an seine Verhandlungspartner vom 29.10.1790 (S. 9-10, irrtümlich in der Überschrift Seite 9 auf den 29.12.1790 datiert) über bestimmte kaiserliche Zugeständnisse an die Belgier, wenn sie sich freiwillig unterwerfen; ihre Einzelbestimmungen wurden auf Druck der Garantiemächte in den Vertrag von Den Haag mitaufgenommen. Zum Inhalt der einzelnen Punkte s. Nr. 143. Weitere Ausgaben zur Konvention von Den Haag finden sich unter Nr. 145/46 u. 190.

Alff.K 107





Lfd.Nr.: 143

CONVENTION Relative aux affaires des Pays-Bas, signée le 10 Décembre 1790, entre les Ministres Plénipotentiaires de S. M. l'Empereur, de Leurs Majestés les Rois de la Grande- Bretagne & de Prusse, & de Leurs Hautes Puissances les Etats-Généraux des Provinces Unies.

IL est notoire, que dans les conventions, signées à Reichenbach le 27 Juillet 1790, & ensuite duëment ratifiées [...].

[S. 24:] Chez DE TREZ, Imprimeur, rue au Beurre. s.d., [10.12.1790], s.l., [Brüssel], 24 S., 8°;

Veröffentlichung des offiziellen Textes der Haager Konvention vom 10.12.1790. In 5 Artikeln garantiert der Kaiser den Belgiern die Rückkehr zu ihren alten Verfassungen und eine Generalamnestie, die nur wenige ausschließt. Im 3. Artikel macht er ihnen zusätzliche Zugeständnisse, die ursprünglich nur bei einer freiwilligen Unterwerfung der Belgier gewährt werden sollten (Brief Mercy-Argenteaus vom 29.10.1790), aber auf Druck der Verhandlungspartner in den Vertrag mit aufgenommen wurden. Hierin kündigt der Kaiser die Rückkehr zu den politischen Verhältnissen zur Zeit Maria-Theresias an, eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Ständen und zur Lösung strittiger Verfassungsfragen die Einberufung eines von Ständen und Regierung paritätisch besetzten Ausschusses an, oder die Einsetzung unparteiischer Schiedsrichter. Alle getroffenen Vereinbarungen werden von der Tripelallianz garantiert. Es folgt die Kopie des Briefes von Mercy-Argenteau an die Bevollmächtigten der Tripelallianz vom 29.10.1790, der die genannten Konzessionen in Aussicht stellte. An diese Kopie schließen sich die vier Bestallungsurkunden der Unterhändler in Den Haag an (Mercy-Argenteau vom 20.9.1790, S. 15-16, im Zweispaltendruck, lt./frz.; Auckland vom 6.10.1790, S. 16-19, lt.; De Keller vom 8.10.1790, S.20-21, frz.; Van de Spiegel vom 26.10.1790, S. 22-24, lt.) (s.a. Nr. 142, 145/46, 190)..

Alff.K 108





Lfd.Nr.: 144

[FLANDRE, ETATS de:]

Copie.

MESSIEURS, NOUS venons d'expédier par Estafette au Congrès la Lettre, dont ci-joint la Copie: [...].

s.d., [15.4.1790], s.l., 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] ...LES ETATS DE FLANDRE. Par Ordonn. comme Greffier, Signé Joseph F. de Bast. De notre Assemblée de Gand ce 15 Avril 1790.

Kopie des Briefes der Stände von Flandern an den Kongreß in Brüssel, die mit der Bitte, der hierin geäußerten Forderung mehr Nachdruck zu verleihen, an die Abgesandten der flandrischen Stände geschickt worden ist. In dem Brief fordern die Stände, nach zahlreichen Protesten flandrischer Kommunen, Van der Mersch nicht weiter in der Zitadelle von Antwerpen zu inhaftieren und ihn nach Flandern zu überführen.

Alff.K 109

Copie authentique de l'accommodement sécret...s.Nr.77





Lfd.Nr.: 145/146

COPIE AUTHENTIQUE DE LA Convention relative aux affaires des Pays-Bas, signée le 10 Décembre 1790, entre les Ministres plénipotentiaires de Sa Majesté l'Empereur, de Leurs Majestés les Rois de la Grande-Bretagne et de Prusse, et de Leurs Hautes Puissances les Etats-généraux des Provinces-unies.

De l'Imprimerie D'EMMANUEL FLON, rue de la Putterie. 1790. [10.12.1790], s.l., [Bruxelles], 14 S., 8 Bl., A8, 8°;

Veröffentlichung des offiziellen Textes der Haager Konvention vom 10.12.1790. Der Brief Mercy-Argenteaus vom 29.10.1790 ist in dieser Ausgabe in den Artikel 3 integriert worden, im Gegensatz zur 'Convention relative...', Nr. 143. Zum Inhalt s. Nr. 143, s.a. Nr. 142 u. 190.

Alff.B 8/Alff.B 21





Lfd.Nr.: 147

[FLANDRE, ETATS de:]

Copie de la LETTRE amicale dépêchée au Magistrat de la Ville de Gand, par les Très-hauts Seigneurs les Etats de Flandre, traduite du Flamand.

Recepta au College ce 26. Novembre 1790. MESSIEURS. NOus ne pouvons, Messieurs, vous faire connôitre avec assez de force quel doit être notre étonnement [...].

s.d., [26.11.1790], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] ...les Etats de Flandre, signé J.F. DE BAST. De notre assemblée le 25. Novembre 1790.

Schreiben der Stände Flanderns an den Magistrat von Gent, in dem diese ihrer Verwunderung Ausdruck verleihen, daß die Anleihe von vier Millionen Florint, gefordert gemäß ihrer Erklärung vom 15.11.1790, noch nicht erhoben worden ist, trotz der drängenden Zeitumstände. Sollte binnen 24 Stunden kein Erhebungsbeschluß gefaßt werden, drohen die Stände ein Manifest zu veröffentlichen, in dem der Magistrat für die Folgen seines Handelns verantwortlich gemacht wird.

Alff.K 110





Lfd.Nr.: 148

COPIE De la lettre de l'Evêque d'Anvers, en réponse à celle du citoyen Lavalette.

Anvers, le 9 Décembre 1792. CITOYEN COLONEL, LE petit service que vous m'avez demandé ne méritoit certainement pas un remerciment. [...].

s.d., [9.12.1792], s.l., 4 S., 8°;

Die Flugschrift enthält in Fortsetzung des Briefwechsels zwischen Nelis und La Valette (s.a. Nr. 329) folgende zwei Briefe: a) Antwortbrief des Bischofs von Antwerpen an La Valette (Brief La Valettes s. Nr. 329), in dem er ausdrückt, einerseits den Ratschlägen La Valettes folgen zu wollen, andererseits aber jede politische Diskussion zu vermeiden, so wie es Dumouriez den Priestern nahegelegt hat. b) Antwortbrief La Valettes vom 9.12.1792 an den Bischof, in dem er betont, daß der Ausspruch aus Dumouriez Manifest, den der Bischof zitiert, sich inhaltlich nur gegen denjenigen Priester richtet, der nicht der Verkündigung des Evangeliums nachkommt, sondern als Ständemitglied Plünderungen gegen seine Widersacher gutheißt. Aufgabe des Bischofs sei es, das Kirchenvolk in seiner Diözese unverzüglich der Revolution zuzuführen und aus jeglicher Sklaverei eines korrupten Klerus zu befreien.

Alff.K 111





Lfd.Nr.: 149

Copie de la Lettre de M. Baron Senfft de Pilsach, à Monsieur le Feld-Marechal Lt. G.-Baron De Keuhll, datée de Liege, le 13 Janvier 1791.

Monsieur, MOnsieur le Ministre-Plénipotentiaire De Dohm, ignorant qui peut avoir remplacé Monsieur le Général Baron d'Alvinzij [...].

s.d., [18.1.1791], s.l., 18 S., 10 Bl., 8°;

Titellose Veröffentlichung des mit wenigen Anmerkungen versehenen Briefwechsels zwischen Baron Senfft von Pilsach und Baron De Keuhll betreffend den Inhalt und die Echtheit des Briefes von Dohm an General Bender vom 13.1.1791. In seinem Brief hatte Dohm den General gebeten, in den Lütticher Angelegenheiten vorläufig den Status quo zu bewahren und mit den kaiserlichen Truppen nur für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Bender, der den veröffentlichten Brief noch nicht erhalten hatte, hatte daraufhin diesen Brief als Fälschung hinstellen lassen, um nach Ansicht des Barons Senfft Preußen als Verräter an den Lütticher Angelegenheiten hinzustellen. Als der Unmut der Lütticher sich gegen den preußischen Baron wandte, forderte dieser eine Klarstellung von österreichischer Seite. Erst die erzwungene Veröffentlichung einer kurzen Mitteilung von preußischer Seite bestätigte die Authentizität des Briefes. Der Schriftwechsel spiegelt das diplomatische Geplänkel wider und zeigt die Empfindlichkeiten auf, die zwischen den Preußen und den Österreichern bestanden (s.a. 'Aux Aveugles', Nr. 55). Der Briefwechsel besteht aus 12 Schriftstücken, 8 Schreiben des Baron Senfft und 4 des Baron De Keuhll, datiert zwischen dem 13.1. und 18.1.1791. Beigefügt sind 5 Beweisstücke: 1. Brief Dohms an Bender vom 13.1., S.11-14, 2. Brief Dohms an die Lütticher Stände als Kopie vom 2.1., S.15-16, 3. Brief Benders an De Keuhll vom 15.1., S.16, 4. Beschwerdebrief des Barons Senfft an Bender, S.17, und 5. eine Notiz des Sekretärs von Baron Senfft, S.18 (s.a. Nr. 257).

Alff.K 112





Lfd.Nr.: 150

[MERSCH, JEAN-ANDRÉ VAN DER:]

Copie de la Lettre de S. E. le Général d'Artillerie VAN DER MERSCH, aux ETATS de Flandre.

De Bruxelles, ce 8 Avril 1790. MESSEIGNEURS, EN conséquence de l'ordre que j'ai reçu à Namur par les Commissaires du Congrès [...].

s.d., [8.4.1790], s.l., 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] VAN DER MERSCH, Général d'Artillerie.

Brief Van der Merschs an die Stände von Flandern, in dem er die Stände darüber informiert, daß er sich gemäß der Weisung des Kongresses nach Namur begeben habe und eine sofortige Untersuchung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die er für verleumderisch hält, fordere. Er erwarte ein klares Urteil - Tod oder Wiedergutmachung.

Alff.K 113





Lfd.Nr.: 151

[PROVINCES BELGIQUES-UNIES, ETATS-GÉNÉRAUX des, DÉPUTÉS des:]

COPIE DE LA NOTE Envoyée le 16 du présent mois par les quatre Députés des États-Généraux des Provinces Belgiques-Unies aux Ministres des trois Cours alliées, d'ANGLETERRE, de PRUSSE & de HOLLANDE.

MESSIEURS, ÉTANT obligés par état & par Serment au soutien de la Nation que nous représentons [...].

s.d., [16.11.1790], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles le 16 Novembre 1790. ...M. F. J. MARANNES, Président des Etats-Généraux. VISBECQUE, Président du Congrès, P. J. VAN EUPEN.

Note an die Garantiemächte, in der die Abgesandten der belgischen Provinzen ihre bisherige Ablehnung eines Waffenstillstandes begründen. Die verschwommenen Absichtserklärungen der Unterhändler der Garantiemächte, keiner Veränderung der alten Verfassungen und Privilegien die Hand zu reichen, wiederholten nur in abgewandelter Form Formulierungen aus der Frankfurter Erklärung Leopolds und reichten nicht aus, die begründeten Befürchtungen der Nation, ein weiteres Mal einer Tyrannei anheimzufallen, auszuräumen. Wer garantiere, daß Leopold seine persönlich eingegangenen Verpflichtungen einhalte und sie nicht in seinem Sinne interpretiere? Ist der Waffenstillstand nur ein Vorwand, um Zeit für den Truppenaufmarsch zu gewinnen? Wie kann innerhalb einer Frist von 21 Tagen ein Friede geschlossen werden, der sorgfältig vorbereitet werden müßte? Die belgischen Abgesandten wünschen sich Sicherheiten, die die bürgerliche und religiöse Freiheit der Nation garantieren, Ruhe und ausreichend Zeit, um die Interessen der Nation abzuwägen und sich zu erklären. In diesem Sinne hoffen sie auf die Vermittlungsdienste der Garantiemächte.

Alff.K 114





Lfd.Nr.: 152

[anonym, 'UN GRAND NOMBRE D'HABITANS DE LA PROVINCE DE GUELDRE':]

COPIE DE LA REPRÉSENTATION FAITE A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI, Par un grand nombre d'habitans de la Province de Gueldre, pour une nouvelle organisation des Etats, l'éloignement de quelques employés suspects, & la cessation de différents abus.

1791. [1.1791], s.l., 8 S., A4, 8°;

Beschwerdeschrift der Bewohner der Herrschaften Cruchten, Weghberg und Brenpt in Geldern, gerichtet an den Kaiser, gegen die eigenmächtige Rebellion der Stände im Jahre 1790. Ohne Anhörung des Volkes habe man Joseph II. für abgesetzt erklärt, das Manifest Van der Noots veröffentlicht, die Souveränität usurpiert, Mitglieder des Rates von Geldern verhaftet und jede Opposition des Volkes mit Hilfe einer Brabanter Soldateska im Keim erstickt. Die Bevölkerung habe den Ständen bereits vor der Revolution ihr Vertrauen entzogen, seien doch unter ihrer Verwaltung die Schulden immer weiter angewachsen und jeder Rechenschaftsbericht verweigert worden. Die Zusammensetzung der Stände könne nicht mehr als wirkliche Volksvertretung angesehen werden, und man fordert entweder die Abschaffung der Stände oder die Entsendung frei gewählter Beigeordneter zu den Ständeversammlungen. Außerdem seien die Finanzen offenzulegen, der Schuldendienst neu zu verteilen, die ehemaligen Aufständischen ihrer Ämter zu entheben, der Rat von Geldern neu zu besetzen und wenn möglich eine neue gerichtliche Verfahrensordnung für die Provinz zu erlassen.

Alff.K 115





Lfd.Nr.: 153

[BRUXELLES, LES CAPUCINS de:]

COPIE DE LA REPRESENTATION FAITE PAR LES REVERENDS PERES CAPUCINS AU SUJET DES EXCES COMMIS DANS LEUR COUVENT ET EGLISE LE 25 FEVRIER 1791.

MONSEIGNEUR: LA scene scandaleuse, barbare & sacrilege qui a eu lieu au Couvent & dans l'Eglise des Capucins en cette ville de Bruxelles [...].

s.d., [25.2.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] ...les Peres Guardien & Ex-Provincial.

Beschwerdeschrift der Brüsseler Kapuziner an Mercy-Argenteau aus Anlaß der Plünderung ihres Klosters und der Mißhandlungen der Mönche am 25.2.1791. Die Mönche fordern die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen die Rädelsführer, die ihr Verbrechen geplant und angekündigt hätten, sowie eine Klarstellung des Auftrages der Wache vor dem Kloster, da diese verhinderte, daß die Mönche sich aus dem Kloster in Sicherheit bringen konnten. Nicht aus Rache und aufgrund des persönlich erlittenen Unrechts wende man sich an den Minister, sondern weil die Plünderer selbst vor der Entweihung des Allerheiligsten nicht zurückgeschreckt seien, gegen das Asylrecht der Kirche verstoßen haben und bisher unbestraft geblieben seien (s.a. Nr. 378, 437).

Alff.B 9





Lfd.Nr.: 154

[anonym, 'LES FIDELES HABITANS DE LA VILLE DE NAMUS':]

COPIE du Mémoire envoyé le 9 Décembre 1790, de la part des fideles Habitans de la Ville de Namur, à S. Exc. le Comte de MERCY ARGENTEAU, Ministre-Plénipotentiaire de S. M. I. & Royale au Congrès à la Haye.

L'ON ne sauroit certainement trop apprécier les services signalés que S. Exc. le Feld-Maréchal Baron de Bender a rendus [...].

s.d., [9.12.1790], s.l., 7 S., 8°;

Die Bevölkerung der Stadt und Provinz Namur versucht in einer anklagenden Schrift gegen die immer noch in ihren Ämtern sitzenden und gegen die kaisertreuen Untertanen agitierenden Revolutionäre den Kaiser zu bewegen, die in der Erklärung des Generals Bender vom 28.11.1790 angekündigten Veränderungen bald durchzuführen und weitere Maßnahmen zum Schutz seiner immer noch verfolgten und verleumdeten treuen Untertanen zu ergreifen. In einem Aufruf 'Avis aux bons Citoyens de la Belgique' werden die Belgier aufgefordert, dem Beispiel der Kaisertreuen in Namur zu folgen, sich zusammenzuschließen und die Verbrechen der aufrührerischen Magistrate aufzudecken.

Alff.K 116





Lfd.Nr.: 155/156

[MARIE-CHRISTINE, ALBERT-CASIMIR:]

COPIE D'UNE DÉPÊCHE DE LEURS ALTESSES ROYALES Aux Etats de Brabant, en date du 3 Août 1791. MARIE-CHRISTINE, Princesse Royale de Hongrie & de Bohême, Archiduchesse d'Autriche, Duchesse de Bourgogne, de Lorraine & de Saxe-Teschen, &c. ALBERT, Prince Royal de Pologne & de Lithuanie, Duc de Saxe-Teschen, Grand'Croix de l'Ordre de S. Etienne, Feld-Maréchal des Armées de S. M. l'Empereur & Roi, & celles du S. Empire, Romain, &c. LIEUTENANS-GOUVERNEURS ET CAPITAINES-GÉNÉRAUX DES PAYS-BAS.

Très-Révérends, Révérends Pères en Dieu, Nobles, Chers & Bien-Amés. IL Nous a été fait rapport d'une réquisition que vous avez remise au Chancelier de Brabant le 22 du mois dernier, [...].

s.d., [3.8.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles, le 3 Août 1791....paraphé Cr. Vt. Signé, MARIE ET ALBERT. Contresigné, L. C. VAN DE VELD.... copie conforme à l'original, DU TOICT.

Antwortschreiben auf eine Eingabe der Brabanter Stände an den Kanzler von Brabant vom 22.7.1791, in dem die Generalgouverneure im ersten Teil den Vorwurf der Verletzung der Verfassung anläßlich der Verhaftung von 8 Bürgern durch das Militär am 14.7.1791 (s. Nr. 169) zurückweisen, sowie im zweiten Teil ein letztes Mal die rechtmäßige Zusammensetzung des Brabanter Rates aufzeigen und die Stände eindringlich davor warnen, weiterhin diesen Rat als illegal zu bezeichnen (s.a. Nr..

Alff.D 28/Alff.B 12





Lfd.Nr.: 157/158

[MARIE-CHRISTINE, ALBERT-CASIMIR:]

COPIE d'une Dépêche de LEURS ALTESSES ROYALES, ADRESSÉE Aux ETATS DE BRABANT, le 3 Novembre 1791.

TRès-Révérends, Révérends Pères en Dieu, Nobles, chers et bien Amés, comme vous n'avez pas accepté les divers arrangemens qui vous ont été successivement proposés [...].

[S. 2:] De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. s.d., [3.11.1791], s.l., [Bruxelles], unpag, [2 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Bruxelles, le 3 Novembre 1791. Paraphé Cr. Vt. Signé MARIE et ALBERT, contre-signé L. C. Vandeveld.

Die Generalgouverneure teilen den Ständen mit, daß der Kaiser keine Vermittlungsinstanzen im Streit um die Besetzung des Rates mehr zuläßt, daß er die Räte, die 1789 in den Großen Rat übergewechselt sind, nicht mehr in den neuen Rat übernimmt, und daß die 5 Räte, die den Eid auf die Stände geschworen haben, nicht mehr zugelassen werden, es sei denn über ein Gerichtsurteil. Hierzu auch Nr. 171.

Alff.B 15/Alff.D 42





Lfd.Nr.: 159

[MERCY-ARGENTEAU, FLORIMOND Comte de:]

COPIE D'UNE DÉPÊCHE ENVOYÉE AUX ÉTATS DE BRABANT Par Son Excellence le Ministre Plénipotentiaire de Sa Majesté l'Empereur & Roi, pour le Gouvernement des Pays-Bas &c. &c. FLORIMOND COMTE DE MERCY ARGENTEAU, Chevalier de la Toison d'Or, Grand Croix de l'Ordre Royale de Saint Étienne &c. &c.

MESSIEURS ayant donné charge au Chevalier de l'Ordre Royal de Saint Étienne de Sa Majesté & Chancelier de Brabant De Crumpipen, de Vous faire les propositions [...].

s.d., [16.5.1791], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles le 16 Mai 1791. Paraphé Cr. Vt. Signé MERCY ARGENTEAU,...contre signé L. C. VANDE VELD.

Der Minister kündigt den Ständen an, daß er den Kanzler von Brabant, Crumpipen, beauftragt habe, seine Anträge den Ständen von Brabant vorzulegen, und daß er auf eine schnelle und günstige Erledigung hoffe.

Alff.D 3





Lfd.Nr.: 160

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de:]

COPIE D'UNE LETTRE DES NEUF NATIONS DE LA VILLE DE BRUXELLES, Adressée à Messieurs du Magistrat de la même Ville.

MESSIEURS, COmme c'est vers vous seuls que nous devons porter nos plaintes, en conformité du réglement de l'Empereur Charles-Quint de l'an 1548 [...].

s.d., [5.1791 ?], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

Die neun 'Nationen' beklagen sich gegenüber dem Magistrat von Brüssel, daß sie entgegen der Verfassung weder bei der Abfassung von Resolutionen der beiden ersten Stände hinzugezogen werden, noch Kenntnis erhalten von den Schreiben der Regierung an diese. Sie sehen den Grund hierfür einerseits in dem Versuch der Verschleierung des früheren Verhaltens der beiden ersten Stände, andererseits in ihrem Interesse, die Unruhen weiter zu schüren. Als Vertreter des Volkes und treue Untertanen protestieren sie gegen jede Eingabe, die ohne ihre Beteiligung abgefaßt wurde und sie fordern, gemeinsam mit dem Magistrat hiergegen Maßnahmen zu ergreifen (s.a. Nr. 163).

Alff.D 5





Lfd.Nr.: 161

[MARIE-CHRISTINE, ALBERT-CASIMIR:]

COPIE d'une lettre écrite par LEURS ALTESSES ROYALES, le 11 Octobre 1791, à S. A. le Prince de Ligne, Gouverneur & Grand-Bailli du Hainaut.

MONSIEUR, NOUS avons reçu avec une vraie satisfaction les actes par lesquels les Etats du Hainaut viennent de consentir [...].

[S.2:] De l'Imprimerie de F. HAYEZ, rue de l'Escalier. s.d., [11.10.1791], s.l., [Bruxelles], 2 S., 8°;

[unterz.:] ..., MARIE, ALBERT. Bruxelles, ce 11 Oct. 1791.

Dankesschreiben der Generalgouverneure an den Prince de Ligne für die einstimmige Bewilligung der Steuern für das Jahr 1792 durch die Stände des Hennegaus.

Alff.D 40





Lfd.Nr.: 162

[anonym, 'UN MEMBRE DE L'UNIVERSITÉ':]

COPIE D'UNE LETTRE Envoiée par un Membre de l'Université à Monsieur...

Louvain ce 24 Mars 1788. MONSIEUR, LA confiance, que j'ai dans votre Justice & dans vos lumieres, me fait espérer, que vous daignerez me pardonner la liberté [...].

s.d., [24.3.1788], s.l., unpag., [8 S.], 4 Bl., 8°;

Ein Löwener Universitätsangehöriger bittet seinen Briefpartner um Rat in der Frage, ob er den Forderungen der österreichischen Regierung nachkommen soll, oder vielmehr aufgrund seines Eides die Rechte der Löwener Universität verteidigen muß. Seine nochmalige Untersuchung der Kernfrage, ob die Universität ein 'Corps brabançon' ist, bestärkt ihn in seinem Engagement für die Belange der Universität. Folgende drei Schriftstücke sind der Schrift am Schluß beigegeben: 1. Ein 'Casus positie' vom 27.2.1788 in niederländischer Sprache; eine Resolution Brüsseler Juristen, unterzeichnet von H. C. N. Vander Noot junior, H. J. Goffin, J. J. J. Moris und J. D. T'Kint, in der aufgrund der Brabantizität der Löwener Universität die Funktion eines neuen Rektors und die Wahl Leempoels hinfällig sind. 2. Eine 'Copie du dispositif de la sentence portée en 1758 par le Comte de Cobenzl'; der Auszug des Dekrets soll zeigen, daß 1758 hinsichtlich der Frage nach der Brabantizität der Löwener Universität keine Entscheidung gefallen ist. 3. 'Copie de la conclusion'; Beschlußfassung der Universität zum Dekret Cobenzls von 1758.

Alff.K 117





Lfd.Nr.: 163

[BRUXELLES, MAGISTRAT de:]

COPIE D'UNE LETTRE ENVOYÉE PAR LE MAGISTRAT DE BRUXELLES AUX NEUF NATIONS DE LA MÊME VILLE AVEC DES NOTES.

BRUXELLES. 1791. [16.5.1791], 8 S., A4, 8°, ndl./frz;

[unterz. S 4/5:] ...BOORGEMEESTERS, SCHEPENEN, TRESORIERS, RENTMEESTERS ende RAED der Stad Brussel. Brussel 16 Mey 1791./...Bourguemaîrre Echevins, Trésorier, Receveur & Conseillers de la Ville de Bruxelles. Bruxelles ce 16 Mai 1791.

Kommentierter zweisprachiger Abdruck eines Begleitschreibens des Brüsseler Magistrats an die 9 'Nationen' der Stadt (s.a. Nr. 174, S.4). Beigefügt waren diesem Brief ursprünglich die Eingabe der Brabanter Stände vom 5.5.1791 an den Minister (s. Nr. 168) zur Kenntnisnahme und 2 Eingaben der 9 'Nationen' (s. Nr. 521/22, 160, 174). Die Rücksendung der beiden Eingaben der 'Nationen' wird einerseits mit der fehlenden Unterschrift der 'Syndics' begründet (s. Nr. 160), andererseits mit den Verleumdungen des Bürgermeisters Vieusart (s. Nr. 174). Der Magistrat erlaubt den 'Nationen', sich getrennt zu versammeln und über ihre beiden Eingaben zu beraten. Im Kommentar wird das Ziel der beiden ersten Stände, sichtbar in der Eingabe vom 5.5.1791, beschrieben als Verweigerung der Entschädigungszahlungen an die Revolutionsopfer und der Zahlung der Revolutionsschulden, sowie die Erreichung einer Mehrheit im Rat von Brabant durch die Wiedereinsetzung der 5 geächteten Räte. Die erste Eingabe der 'Syndics' blieb nach Meinung des Kommentators unsigniert, da sie nicht mit den 'Nationen' abgesprochen war und in dieser absurden Form von ihnen auch nicht gebilligt worden wäre. Die Angriffe auf Vieusart in der zweiten Eingabe hält der Kommentator für den persönlichen Racheakt einiger "Ex-Souveräne", die es nicht verwinden könnten, daß Vieusart kaisertreu geblieben sei und den Eid auf die Stände verweigert habe. Der Kommentator fordert die 'Syndics', die aus Unwissenheit im Verbund mit den beiden ersten Ständen die Unruhen ausgelöst hätten, auf, zu erkennen, daß sie von den beiden ersten Ständen getäuscht worden seien und sich ganz dem Gemeinwohl zu widmen. Erst dann seien sie als Ehrenmänner zu bezeichnen. Die 9 'Nationen' fordern die Besteuerung aller Bürger ohne Ausnahme, die Belohnung verdienter Patrioten und die Zahlung der Revolutionsschulden durch den ersten Stand.

Alff.D 6





Lfd.Nr.: 164

COPIE D'UNE REPRÉSENTATION A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI.

SIRE, IL n'est pas un Citoyen qui, après avoir lû la Déclaration de Votre Auguste Majesté donnée à Francfort le 14 Octobre dernier, [...].

s.d., [14.7.1791 ?], s.l., 23 S., A4-C4, 8°;

[unterz.:] Les très humbles et très obéissants Serviteurs et Sujets. ...

Eingabe an den Kaiser mit der Bitte, jenen kleinen Kreis früherer Regierungsmitglieder aus der jetzigen Regierung zu entfernen, der nur darauf bedacht ist, Vergeltung für die frühere Schmach zu üben und den eigenen Interessen zu dienen. Vor allem Crumpipen mit seiner Familie und der Baron von Feltz kompromittierten die vom Kaiser geforderte gerechte und kluge Regierungsweise und behinderten die Politik des Ministers. Sie verbündeten sich mit den 'Amis du bien public', um sie zur Erhaltung ihrer Macht als Instrumente der Spaltung der Nation zu mißbrauchen. Die Belgier besäßen kein Vertrauen in diese Regierungsräte, die es zugelassen haben, daß die Stände an ihrem Versammlungsort angegriffen wurden, ein Kapuzinerkloster in Brüssel verwüstet wurde und das Militär willkürliche Verhaftungen vornimmt unter dem Vorwand der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Die Unterzeichner schlagen die Aufnahme einiger Vertreter des belgischen Volkes in die Regierung vor, um eine am Gemeinwohl orientierte Regierungspolitik zu garantieren.

Alff.D 29





Lfd.Nr.: 165/166/167

[anonym, 'LES MALHEUREUX SUJETS':]

COPIE D'UNE REPRÉSENTATION A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI, De la part de ses malheureux sujets qui ont été pillés.

SIRE, PEndant tout le tems du désolant exil de vos fidelles sujets, on n'a cessé de les encourager par les assurances [...].

s.d., [5.1791, vor dem 10.5.], s.l., 6 S., 4 Bl., A4, 8°;

[unterz., S.5:] ...Les plus humbles, les plus fidelles et les plus infortunés de ses sujets. Bruxelles le ... Mai 1791.

Bittschrift, in der sich aus dem Exil Heimgekehrte direkt an Leopold um Hilfe wenden, da die örtlichen Finanzbehörden ihnen keinen finanziellen Ausgleich für erlittene Schäden während der Revolutionszeit zahlen wollen. Außer in Brüssel haben die meisten Geschädigten bisher keine Hilfe gefunden und werden nur beschimpft. Trotz verschiedener Eingaben haben nur einige wenige Privilegierte Unterstützung erhalten. Die Führung von Prozessen wird dadurch erschwert, daß die Anstifter der Plünderungen und Verwüstungen oftmals nicht bekannt sind, das Geld zur Bezahlung der Gerichtskosten fehlt, und die Kläger gegen die gemeinsame Front der 'Ex-Souveräne' ankämpfen müssen. In bitterem Ton fragen sich die Geschädigten, ob dies der Lohn für die Treue gegenüber dem Kaiserhaus sei. Ein Postskriptum kündigt eine Versammlung der Geschädigten für den 10.5.1791 in Brüssel an, in der die Eingabe erörtert und unterschrieben werden soll.

Alff.K 118/Alff.K 119/Alff.K 120





Lfd.Nr.: 168

[BRABANT, ETATS de:]

COPIE D'UNE REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT A SON EXCELLENCE LE COMTE DE MERCY-ARGENTEAU, Du 5 Mai 1791.

1791. [5.5.1791], s.l., 15 S., 8°;

[unterz.:] ...J. J. J. MORIS ...Bruxelles le 5 Mai 1791.

Nach einer Aufzählung der Funktionen des Rates von Brabant protestieren die Stände gegen den willkürlichen Ausschluß von 5 Ratsmitgliedern aus diesem Rat, da dies den Grundsätzen eines unabhängigen und verfassungsgemäßen Richteramtes widerspricht. Sie hoffen, daß Leopold, der die früheren Maßnahmen Trauttmansdorffs (Versuch, die Ratsmitglieder unter seine Botmäßigkeit zu bringen) mißbilligt hat, dafür sorgt, daß die 5 Ratsmitglieder nach Recht und Gesetz behandelt werden (s.a. Nr. 163, 521/22).

Alff.B 11





Lfd.Nr.: 169

[COPPENS, HENRI, WEYS, JACQUES-ANTOINE, u.a.:]

COPIE D'UNE RÉQUETE PRÉSENTÉE A MESSEIGNEURS, MESSEIGNEURS LES ÉTATS DE BRABANT DANS LEUR ASSEMBLÉE GÉNÉRALE.

MESSEIGNEURS! RÉmontrent en très-profond respect M Henri Coppens, Chanoine de la seconde Fondation de la Collégiale de Ste Gudule [...].

s.d., [18.7.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] Henri Coppens, Jacques Antoine Weys, Pierre Le Moine, Louis Couvert, Joseph Brasseur, Jean de Hoze, Joseph Flamand, Pierre de Fleur, Étienne de Fleur.

Protestschreiben von neun Brüsseler Bürgern, die ohne Angabe von Gründen von Soldaten auf einer Namenstagsfeier am 14.7.1791 verhaftet und drei Tage festgehalten und mißhandelt wurden, an die Stände von Brabant. Sie schildern die Grausamkeit der Drohungen und Mißhandlungen , denen sie von seiten der Soldaten und von Zivilpersonen ausgesetzt waren, beklagen den begangenen Verfassungsbruch und die Mißachtung der Religion und fordern eine Wiedergutmachung.

Alff.D 24





Lfd.Nr.: 170

[anonym, 'LE PEUPLE BRABANÇON':]

COPIE D'UNE TRÈS-HUMBLE ADRESSE A S. M. L'EMPEREUR ET ROI LÉOPOLD II. DUC DE BRABANT, PAR LE PEUPLE BRABANÇON.

1791. [20.12.1791], s.l., 25 S., (t),A4-C4,(), 8°;

[unterz.:] LE PEUPLE BRABANÇON. Ce 20 Décembre 1791.

Der Verfasser faßt in 9 Punkten die Vorwürfe der Regierung aus der Depesche vom 13.12.1791 (s. Nr. 205) gegen die Stände zusammen (Nichtanerkennung des reformierten Brabanter Rates, unerlaubte Zahlungen an frühere Armeeangehörige, unberechtigte Klagen über Verfassungsbrüche, Veröffentlichung von Regierungspapieren, die den Aufständischen bei der Räumung Brüssels 1789 in die Hände gefallen waren, Verweigerung der Subsidien, Manipulationen, Verzögerungstaktik) und qualifiziert diese als vage Behauptungen, die die Regierung erst einmal präzisieren müßte, ab. Im zweiten Teil der Schrift geht er auf die in vier Punkten angekündigten Maßnahmen der Regierung (s. Nr. 205) ein (genaue Überprüfung des Finanzgebahrens der Stände, Modifizierung der Amnestieregelung) und fordert die Gleichbehandlung aller Provinzen sowie die Entlassung derjenigen Regierungsbeamten, die den Namen des Kaisers schamlos für ihre Zwecke mißbrauchen und eine gezielte Politik der Desinformation gegenüber dem Kaiser betreiben. Dies sei notwendig, um Frieden und Ordnung in den Provinzen wiederherzustellen

Alff.K 121





Lfd.Nr.: 171

COPIES De diverses Représentations des ÉTATS DE BRABANT à LL. AA. RR. relativement aux différends entre Eux & le Gouvernement-Général des Pays-Bas.

Madame & Monseigneur, COMME il nous a été toujours libre d'anticiper ou de différer de quelques jours nos vacances [...].

s.d., [10.11.1791], s.l., 18 S., 8°, Broschur;

Sammlung von fünf Eingaben der Brabanter Stände an die Generalgouverneure und einem Antwortschreiben der Generalgouverneure: 1. Wiederaufnahme der Ständeberatungen nach Anordnung der Generalgouverneure. Forderung der Stände, ihre Versammlungen wirksam zu schützen, da ihre diesbezüglichen Eingaben vom 8.2.1791 (s. Nr. 173) und vom 5.4.1791 (s. Nr. 378) zu keinen ausreichenden Vorsorgemaßnahmen geführt haben, und die Feinde der Stände durch gezielte Desinformation - Verschwendung öffentlicher Gelder und Unterhaltung einer Armee durch die Stände - das Volk gegen die Stände einzunehmen versuchten. Eingabe vom 19.10.1791, S. 1-4. 2. Wiederholte Forderung nach Schutz der Ständeversammlung, sowie Bitte um Aufschub der Durchführung der beschlossenen Maßnahmen betreffend die Besetzung des Rates von Brabant und seine Legalität, bis sich die Führer der Stände dazu äußern konnten. Eingabe vom 24.10.1791, S. 5-8. 3. Bitte um Benennung von unabhängigen Schiedsmännern nach der Konvention von Den Haag, um die Streitigkeiten über Verfassungsfragen und die Legalität des Brabanter Rates beilegen zu können, da in der Depesche vom 3.11.1791 die Generalgouverneure keine anderen Mittel zur Beilegung des Streites um den Brabanter Rat mehr zuließen (s.a. Nr. 157/58). Eingabe vom 7.11.1791, S. 8-12. 4. Antwortschreiben der Generalgouverneure (s. Nr. 3), in dem sie an der Durchsetzung und der Rechtmäßigkeit der Urteile des Brabanter Rates festhalten. Schreiben vom 8.11.1791, S. 13-14. 5. Die Stände beharren auf der Einsetzung von unabhängigen Schiedsrichtern nach der Konvention von Den Haag, um die strittigen Fragen zu klären. Eingabe vom 9.11.1791, S. 15-17. 6. Die Stände verlangen die Außerkraftsetzung einer Urkunde des Brabanter Rates, da die Zusammensetzung des Rates gegen die Verfassung verstößt. Eingabe vom 10.11.1791, S. 17-18.

Alff.K 122





Lfd.Nr.: 172

COPIES DE LA LETTRE DE LEURS ALTESSES ROYALES LES GOUVERNEURS GÉNÉRAUX DES PAYS-BAS. AUX ÉTATS DE BRABANT, Du 7 Décembre 1790. DES NOUVEAUX PLEINS-POUVOIRS DES DITS SÉRÈNISSIMES PRINCES Et de la réponse des ÉTATS á la même Lettre du 31 du même mois.

Chez DE TREZ, Imprimeur rue au Beurre. s.d., [31.12.1790 oder 01.1791], s.l., [Bruxelles], 11 S., 8°;

Die Schrift enthält erstens die Bekanntgabe der Wiedereinsetzung der ehemaligen Generalgouverneure in ihre Ämter durch sie selbst an die Stände von Brabant (7.12.1790, S.3) und die Kopie ihrer Vollmachten (30.3.1790 und 6.12.1790, S.4-9) und zweitens das Einverständnis der Stände zur Wiedereinsetzung der früheren Generalgouverneure (31.12.1790, S.10-11), verbunden mit dem Wunsch, allen ehemaligen Funktionsträgern, die dem Land geschadet haben, jedes öffentliche Amt zu verwehren, damit eine dauerhafte Befriedung des Landes erreicht wird. Außerdem äußern sie die Bitte, die Generalgouverneure mögen die Interessen des Landes gegenüber dem Kaiser nachdrücklich vertreten, um eine Generalamnestie zu erwirken und die bürgerliche und religiöse Freiheit des Volkes zu befestigen.

Alff.B 6





Lfd.Nr.: 173

COPIES DES REPRÉSENTATIONS DES ÉTATS DE BRABANT, ADRESSÉES A SON EXCELLENCE LE COMTE DE MERCY-ARGENTEAU, sous les dates des 15 et 17 Janvier, le 1er Février 1791. SUIVIES Des Réponses de SON EXCELLENCE des 6, 8 et 10 Février 1791.

De l'Imprimerie D'EMMANUEL FLON, rue de la Putterie. 1791. [10.2.1791], s.l., [Bruxelles], 31 S., A8-B8, 8°;

Veröffentlichung des Schriftwechsels zwischen den Ständen und dem Minister: 1. COPIE D'UNE REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT, A SON EXCELLENCE le Comte de MERCY-ARGENTEAU. 15.1.1791. S. 3-8. In Teilen an die Ergebenheitsadresse vom 31.12.1790 (s. Nr. 172) angelehnte Eingabe der Stände an den Minister, in der sie ihn eindringlich auffordern, die Justizräte, die am 19.6.1789 in den großen Rat von Mecheln übergewechselt sind, nicht wieder in den Rat von Brabant zu übernehmen, da das Volk sie als Ursache allen Unglücks der Nation ansieht, und sie verhindert haben, daß die Anordnungen der Generalgouverneure vom 31.7.1787 zum Wohl des Volkes durchgeführt wurden. 2. COPIE D'UNE REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT, A SON EXCELLENCE le Comte DE MERCY-ARGENTEAU. 17.1.1791. S. 9-10. Begleitschreiben der Stände zu einer Eingabe der 'Pères Minimes', in dem sie die Beschwerden der Mönche über Tätlichkeiten aufgreifen und darum bitten, die Geistlichen nach Recht und Gesetz zu behandeln. 3. COPIE D'UNE REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT, A SON EXCELLENCE le Comte DE MERCY-ARGENTEAU. 1.2.1791. S. 11-13. Weiteres Begleitschreiben zu den Tätlichkeiten gegenüber den 'Pères Minimes' und Weiterleitung der Bittschriften der Nonnen von Sankt Elisabeth in Brüssel bezüglich der Rückgabe ihres Klosters. 4. COPIE D'UNE LETTRE De SON EXCELLENCE le Comte de MERCY-ARGENTEAU, aux États de Brabant, en date du 6 Février 1791. 6.2.1791. S. 14-22. In seiner Antwort auf die ersten drei Ständeeingaben weist der Minister darauf hin, daß die Frage des Klosterbesitzes endgültig erst nach Einsetzung des Rates von Brabant entschieden werden kann. Die Stände sollten ihren Widerstand gegen die sieben Räte aufgeben und keine Animositäten pflegen. Die Verantwortlichkeiten für das Scheitern der Beschlüsse vom 31.5.1787 lägen nicht bei den beschuldigten Personen. Die Stände sollten sich nicht ständig auf die Verfassung berufen, wenn sie selbst sich nicht an sie hielten, wie aus der Vorgeschichte der Revolution hervorgehe (Einlösung der 'Préalables indispensables, Bruch des Treueids etc.). 5. COPIE D'UNE REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT, Sur la Lettre de SON EXCELLENCE, le Ministre Plénipotentiaire, en date du 6 Février. 8.2.1791. S. 23-28. In ihrem Antwortschreiben beharren die Stände auf ihren Forderungen, betonen, in keiner Eingabe die Erklärung vom 21.9.1787 erwähnt zu haben und bedeuten dem Minister, das Geschrei einiger Günstlinge der früheren Regierungsmitglieder nicht mit der Stimme des Volkes zu verwechseln. Auch wenn diese Ruhestörer bereits Tätlichkeiten begangen hätten, u.a. am 17.1.1791 gegen Mitglieder des Brabanter Rates und am 7.2.1791 gegen Anhänger des Comte de Duras (vgl. hierzu die Darstellung in Nr. 312), und die Stände solche Übergriffe auch gegen sich selbst befürchten müßten, würden sie zum Ruhm des Kaisers und zum Wohl seines Volkes immer ihre Stimme erheben, wenn die bürgerliche oder religiöse Freiheit gefährdet sei. 6. REPONSE DE SON EXCELLENCE le Comte de MERCY-ARGENTEAU, à la représentation des Etats de Brabant, du 8 Février. 10.2.1791. S. 29-31. In seiner Erwiderung teilt der Minister den Ständen die Passage mit, die aus Unachtsamkeit in seiner Antwort vom 6.2.1791 fehlte und die Verantwortlichkeiten klarstellt hinsichtlich der Beschlüsse vom 31.5.1787. Er besteht darauf, alle früheren, rechtmäßig eingesetzten Angestellten wieder in ihre früheren Ämter zu bringen.

Alff.B 8





Lfd.Nr.: 174

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des: ?]

COPYE Van de Representatie, der Boet-Meesters van de Negen Natien,... aen Myne Heeren die Wethouderen deser Stad Brussel.

IN het Tractaet gepasseert tot Reichenbach erkent Syne Majesteyt den Keyser ende Koning in alles de wettige Staeten der provincien, [...].

s.d., [16.5.1791], s.l., [Brussel ?], 4 S., 8°;

Die Syndici der neun 'Nationen' dringen in ihrer Eingabe an den Brüsseler Magistrat darauf, die Unruhestifter zu bestrafen, da sonst das Volk sich mit Gewalt Ruhe verschafft. Außerdem verlangen sie eine Lösung des Problems der Besetzung des Rates von Brabant. Zusammenstöße mit den österreichischen Soldaten hat es noch nicht gegeben. Gleichwohl sammelten Gegner der Verfassung überall Unterschriften, und die Syndici regen an, die Eingabe zur Erhaltung der Verfassung, die in der Kanzlei der Stände aufbewahrt wird, als Gegengewicht zu gebrauchen. Der Eingabe ist (S. 4) die Antwort des Magistrats vom 16.5.1791 angehängt, deren Inhalt der Nr. 163 zu entnehmen ist.

Alff.D 2





Lfd.Nr.: 175

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de:]

COPYE VAN EEN VERTOOG Ingedient aen die Heeren Wethhouderen van Brussel, door de Negen Natien, maekende het derde Lith der zelve Stad.

MYNE HEEREN, VErthoonen met schuldige eerbiedinge die gesworene uyt de Negen Natien, uytmaekende het Derde deser Stads Leden, dat Wylen loffelyker Memorie, [...].

s.d., [20.12.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] Brussel 20 Xber 1791. Was geteekent door ses Boet-Meesters.

Die Brüsseler neun 'Nationen' verlangen die Absetzung des ersten Bürgermeisters De Vieusart und der 'Deken' J. B. Van den Sande, Meert, J. B. Deffonseca, J. B. Cheval, De Busscher, Herincx sowie des Jüngeren der Brüder Stielemans, da sie aufgrund der Gesetze, Privilegien, Gebräuche und Urteile nicht die Qualifikation für die Ausübung dieser Ämter mitbringen.

Alff.K 123





Lfd.Nr.: 176

[anonym, 'DEUX BELGES':]

CORRESPONDANCE POLITIQUE, MORALE ET LITTÉRAIRE ENTRE DEUX BELGES.

De l'Imprimerie Impartiale. 1793. [12.12.1793], s.l., 12 S., 8°;

Der Verfasser des ersten Briefes (Neu-wied, 5.12.1793, S. 3-7) hält jede Revolution, besonders aber die französische Revolution, für eine notwendige Folge des Egoismus, des Luxus und der Verwahrlosung der Sitten. Nur der Despotismus der Tugend führe zurück zur wahren Tugendhaftigkeit. Sei dies in Belgien erreicht, so könne auch Frankreich aus der Hand der wenigen Verbrecher (die Feinde Gottes, des Königs und der Völker) befreit werden, die die Revolution verrieten. Der Empfänger dieses Briefes schreibt siegesbewußt aus Brüssel zurück (Bruxelles, 12.12.1793, S. 9-12), daß die Belgier ihren Egoismus mittlerweile überwunden hätten und im Kampf gegen die Herrschaft des Verbrechens in Frankreich alles unternähmen (großzügige Spenden etc.), um den Feldzug gegen die französischen Königsmörder siegreich in kurzer Zeit zu beenden.

Alff.E 33





Lfd.Nr.: 177

[LAMBINET, JACQUES]

COUP-D'OEIL SUR LA RÉVOLUTION DES PAYS-BAS.

[S. 41:] A GIVET, 1792. iv,5-41 S., 22 Bl., A8-B8,C6, 8°, Schmutztitel;

Zweiteilige Flugschrift, versehen mit einem Vor- und einem Nachwort des Herausgebers. In seinem Vorwort preist der Herausgeber die Unparteilichkeit der Schrift und geißelt den Egoismus als den Ursprung aller Verbrechen. Im Nachwort gibt er die Namen der Verfasser preis - die Ex-Jesuiten Lambinet und Jacques - und einige ihrer Gewährsmänner. Im ersten Abschnitt werden der Gang der Ereignisse von der Regierungszeit Belgiojosos bis zum Ausbruch der Revolution und deren Scheitern kurz nachgezeichnet. Es folgen dann Kurzportraits, die sich zumeist in einer negativen Beurteilung der angeführten früheren Regierungsbeamten erschöpfen. Ergänzt wird dieser Teil durch die Angabe der jetzigen Funktion dieser Beamten und weiterer Kurzcharakteristiken. Die Kritik der 'objektiven' Verfasser richtet sich nicht so sehr gegen die Reformen Joseph II., sondern gegen die falsche Auswahl der Beamten und Militärs, durch deren korruptes und dilettantisches Verhalten die Revolution erst ausgelöst wurde. Unverständlich ist den Verfassern, daß die meisten dieser Beamten wieder mit ihren Ämtern betraut wurden.

Alff.K 124





Lfd.Nr.: 178

[DEFOR:]

COUP-D'OEIL SUR LE Recueil DES REPRÉSENTATIONS, PROTESTATIONS ET RÉCLAMATIONS FAITES A S. M. I. PAR LES REPRÉSENTANS ET ETATS DES PROVINCES DES PAYS-BAS-AUTRICHIENS.

LIEGE. [Bruxelles], 1788. [20.2.1788], vj,107 S., 1 Errataliste, 8°, blaue Broschur, Schmutztitel;

[unterz. S. vj:] G...le 20 Févr. 1788. (?)

Abqualifizierender Kommentar der ersten zehn Bände des 'Recueil des représentations, protestations et réclamations...' von F. X. de Feller. In seinem Vorwort kritisiert der Verfasser die Verquickung der Eingaben der Nation mit aufrührerischen Pamphleten, die eher eine Beleidigung der Stände darstellen und eigentlich nicht in diese Sammlung gehören. Den Grund sieht er in einer künstlichen Aufblähung der Sammelbände, die erstens eine Überprüfung des Inhalts erschwert und zweitens dem Werk mehr Gewicht verleihen soll. Seine kritischen Anmerkungen beschränken sich im wesentlichen auf die nach seiner Ansicht teilweise verleumderischen Fußnoten Fellers zu einzelnen Schriften. Insgesamt richtet sich der kritische Blick des Autors gegen den Hochmut und die Selbstgerechtigkeit Fellers und seiner Spießgesellen im Klerus, die jede abweichende Meinung gleich als Häresie auslegen. Er greift die ultramontane Haltung dieser Geistlichen an und geht mit dem Geist der Intoleranz und des Aberglaubens scharf ins Gericht. Er wirbt für eine philosophische Aufklärung, die von vielen Repräsentanten der Kirche als ketzerisch abgelehnt wird. Einige Schriften hält er für Fälschungen, so etwa die Rede des Grafen Limminghe in der Brabanter Ständeversammlung am 23.4.1787 (s. Bd. 1, S. XIX-XXIV). Er wirft dem Ex-Jesuiten Feller vor, immer wieder die gleichen Verleumdungen und Beschimpfungen vorzutragen, ohne daß sie dadurch an Wahrheitsgehalt gewinnen. Viele Eingaben von Klosterinsassen zur Klosterreform und von Priestern zum Generalseminar seien von wenigen Brüsseler Fanatikern verfaßt und unter Drohungen von den Priestern und den Ordensleuten unterschrieben worden. Er widerspricht der Meinung Fellers, Belgien sei von einer Flut von Pamphleten gegen die Stände und die Religion überschwemmt worden und hält im Gegenteil die Pamphlete bis auf wenige Ausnahmen für antikaiserlich (s.a. Nr. 559).

Alff.K 125





Lfd.Nr.: 179

[GAND, MICHEL-JOSEPH DE:]

COUP D'OEIL SUR UNE BROCHURE, AYANT POUR TITRE: L'ÉVIDENCE DE LA VÉRITÉ, OU Lettre de Mr. N.... à Mr. N...., au sujet de cet Ouvrage.

A GAND, Chez CHARLES DE GOESIN, Imprimeur-Libraire, Rue des Champs, n° 235. s.d., [vor 19.6.1798], 42 S., 1 Verkaufsanzeige, 22 Bl., A8-B8,C6, 8°;

Beurteilung der Schrift 'L'Evidence de la vérité' durch einen Befürworter des Eides auf die französische Republik auf das Königtum. Der Verfasser weist energisch die haltlosen und unbewiesenen Behauptungen des Eidverweigerers zurück. Die Eidverweigerer sollten endlich einsehen, daß es sich um einen zivilen Eid handelt, der die Religionsfreiheit nicht beeinträchtigt. Da der Katholizismus keine Staatsreligion mehr sei, könne die Verfassung auch nicht mehr religiös ausgelegt werden. Der Eid gilt dem Schutz der französischen Republik - ähnlich dem Eid des Klerus von 1789 zum Schutz der belgischen Republik - , nicht dem Haß auf jedes Königtum. Lediglich die äußere Form der Religionsausübung sei eingeschränkt und der staatlichen Verwaltung unterworfen (z.B. der Kirchenbau). Die Behauptung, der Papst habe den Eid bereits verurteilt, sieht der Autor allein durch den Brief Brancadoros noch nicht als bewiesen an, zumal dessen Zeugenschaft zweifelhaft ist. Er wirft den Eidverweigerern vor, erst durch falsche Aussagen die Einheit der Kirche zu gefährden, um dann den Eidbefürwortern anzulasten, durch ihr Verhalten die Gläubigen aus den Kirchen zu drängen. Am Schluß der Schrift formuliert der Verfasser in 14 christlichen Grundsätzen die Kunst des innerkirchlichen Streitgespräches (s.a. Nr. 415, 423/24 u. 472).

Alff.G 5





Lfd.Nr.: 180

COUPLETS, chantés à HERVE, à l'occasion de la Fête donnée pour le couronnement de L'EMPEREUR LÉOPOLD II.

AIR: Je vous obtiens, vous qui m'êtes si chère. APRES la nuit d'un effrayant orage, Un beau jour flatte plus nos coeurs; [...].

s.d., [30.6.1791 ?], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

Freudenlied auf die Befreiung der Provinz Limburg von dem Übel der Mönche, dem Fanatismus Van Eupens und des Machiavellismus Van der Noots und überschwengliches Bekenntnis zu Leopold II..

Alff.K 126





Lfd.Nr.: 181

[anonym, 'MARCEL':]

COURRIER EXTRAORDINAIRE, OU LE PREMIR ARRIVÉ. Du Jeudi, 15 Juillet 1790.

CHAMP-DE-MARS. Du Mercredi 14 Juillet. LA Cérémonie du Serment fédératif a eu lieu dans le plus grand appareil, [...].

[S. 4:] A GAND, Chez Adrien Colier, dans la Burgstraete N. 95. unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] MARCEL.

Bericht über die feierliche Zeremonie anläßlich der Ablegung des föderativen (?) Eides auf dem Marsfeld in Paris.

Alff.K 127





Lfd.Nr.: 182/183

[anonym, 'UN VOLONTAIRE':]

CRAINTE QUE SON EXCELLENCE LE GÉNÉRAL VANDER MERSCH, N'ENTREPRENNE LE VOYAGE DE LA LUNE, OU LETTRE d'un Volontaire des avant-postes du 28 Avril 1790, à un Officier, de l'Armée Patriotique Brabançonne, actuellement à Anvers.

NOus sommes charmé, mon cher ami, de l'Hospitalité, que vous voulez bien donner à un homme, [...].

s.d., [28.4.1790], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°, [2.Ex.: auf der Rückseite des zweiten Blattes folgende handschriftliche Ergänzung: Corps des metiers des fabricans de draps a Fiels a Wianden a Dasburg a Esche a Clervaux a Ehernach (?) a Wiltz a Neuenburg } pais de Luxembourg;

In einem Brief an einen Offizier in Antwerpen weist der Freiwillige der Patriotenarmee auf die Gefahren hin, die mit einer großzügigen Gewährung von Freiheiten an Van der Mersch verbunden sind. Der General habe die Vorposten der Armee nicht mit Nachschub versorgt und dieses Versäumnis den Ständen angelastet. Er tritt als Führer einer Partei auf, die einen Handstreich gegen ein Depot der Stände plane. Ihn für unschuldig zu erklären, hieße, den Vonckismus vom Vorwurf der 'lèze-nation' freizusprechen, obwohl diese Partei mit dem General an der Spitze die Abschaffung der Ständevertretung betreibe. Seine militärischen Erfolge beruhen eher auf dem Ungeschick seiner Gegner und der Kampfkraft anderer Truppenteile, die er nicht unmittelbar befehligte. Seit drei Monaten genieße er nun das Leben in Namur und hätte es weiter tun können, wenn er sich nicht in die Vergabe von Offizierspatente eingemischt hätte.

Alff.K 128/Alff.K 129





Lfd.Nr.: 184

[anonym, 'CITOYENS LE PLUS ATTACHÉ À SA PATRIE, UN DES':]

LE CRI DE LA VÉRITÉ, OU LE VOEU DES BELGES, Par l'un des citoyens le plus attaché à sa patrie, au Comte de Metternich, à l'instant de son départ

IL y a un an que j'ai remis à votre Excellence le dernier Mémoire qu'elle m'avoit chargé de rédiger, [...].

s.d., [23.1.1793 ?], s.l., 4 S., 8°;

Der Verfasser analysiert die außenpolitische Lage Belgiens und Österreichs im andauernden 1. Koalitionskrieg. Er fordert Österreich auf, eine Allianz mit Frankreich und Spanien zu schließen, damit erstens die Belgier ihren früheren Handel wieder in vollem Umfang aufnehmen können, und Österreich Schlesien zurückerobern kann. Er mißtraut den Plänen Preußens, das den Krieg nur für seine Zwecke ausnutzen will, so wie es die belgische Revolution angestiftet hat, um den Vertrag von Reichenbach zu erhalten.

Alff.K 130





Lfd.Nr.: 185

[anonym, 'UN PATRIOTE SOLITAIRE':]

LE CRI DU PEUPLE, OU HOMMAGE AUX ÉTATS DE BRABANT. PAR UN PATRIOTE SOLITAIRE.

A ÉLEUTHÉROPOLIS. M. DCC. LXXXVII. [06.1787 ?], s.l., 11 S., A6, 8°;

Huldigung an die Stände von Brabant, die sich im Kampf um die Erhaltung der belgischen Freiheiten durchgesetzt haben. Ihre Gegner aus den Reihen der Regierung haben den belgischen Patriotismus unterschätzt. Der Haß des Volkes wird sie von nun an immer begleiten. Der Verfasser ist davon überzeugt, daß Joseph II., aufgeklärt durch die Opposition der Stände und den Vortrag der Generalgouverneure, die Aufhebung seiner Reformen billigen wird.

Alff.K 131





Lfd.Nr.: 186

CRI UNANIME DES BELGES, Échappé aux Canons chargés à Mitraille, aux Fusils & Bayonettes, aux enlèvemens Militaires, aux violences & à la cruauté inouie d'une Soldatesque barbare, enfin à la Tyrannie la plus affreuse des sans-culottes, exercée contre les Belges; ou Lettre adressée à tous les Gazetiers de l'Europe, notamment à ceux d'Amsterdam, de Cologne, Leyden, Harlem, &c. &c.

MESSIEURS, LE monde entier doit être étrangement surpris, de lire dans les papiers publics imprimés en Brabant, [...].

s.d., [12.2.1793], s.l., 30 S., A4-C4,D2, 8°;

Um den Eindruck zu korrigieren, die Belgier hätten ihren alten Verfassungen und Privilegien abgeschworen und um aller Welt zu zeigen, daß die "liberté française" nur Anarchie und Sklaverei bedeutet, beschreibt der Verfasser die Manipulationen der Wahlen der 'représentants provisoires' in den einzelnen Provinzen und das despotische Regiment der Franzosen. Er unterstreicht den Willen der überwältigenden Mehrzahl der Belgier, für die alte Verfassung zu kämpfen und deutet an, daß das Verhalten der Franzosen die Belgier nur wieder in die Arme der Österreicher treibt.

Alff.E 30





Lfd.Nr.: 187

DE L'ÉTAT FUTUR DES SEMINAIRES ET PETITS SEMINAIRES DIOCESAINS DANS LA BELGIQUE.

A BRUXELLES, Chez tous les Marchands de Nouveautés. s.d., [1825 ?], 23 S., A4-C4, 8°, korrigiertes Exemplar;

Der Autor drückt seine Besorgnis darüber aus, daß mit der Umgestaltung des öffentlichen Schulwesens in Belgien die Bischöfe ihre Aufsicht über die katholischen Seminarschulen verlieren und damit ihren Aufgaben, die Bevölkerung religiös zu unterrichten und Priester auszubilden gemäß den Bestimmungen des Trienter Konzils nicht mehr in vollem Umfang nachkommen können. Damit würde der Entchristlichung der Gesellschaft und der Unmoral Tür und Tor geöffnet.

Alff.K 132





Lfd.Nr.: 188

DE L'ETAT SOCIAL, SON ORIGINE ET LES MOYENS De remédier à quelques-uns des abus qu'il entraîne. A l'usage des Belges.

1791. s.l., 20 S., A8,B2, 8°;

Erster Teil eines Werkes zur Unterrichtung der Belgier über den Ursprung des Sozialen und die Mittel zur Bekämpfung daraus resultierender Mißbräuche. Ausgehend von der Notwendigkeit einer Reform der Strafjustiz versucht der Verfasser den Ursprüngen des Verbrechens nachzuspüren, indem er aufzeigt, daß sich die Verbrechen mehren, je stärker der Mensch sich von seinem Naturzustand entfernt. Als wichtigste Aufgabe zur Verhinderung von Verbrechen sieht er den Schutz des Eigentums und der Nutznießung der eigenen Arbeit an.

Alff.K 133





Lfd.Nr.: 189

DÉBUT De la Puissance Léopoldine dans le Limbourg, ou Echantillon de ses bontés Paternelles en faveur des habitans.

ON connoit tous les soins, les efforts du Roi Léopold pour nous faire accepter de sa main le rétablissement d'une Constitution [...].

s.d., [5.9.1790], s.l., 10 S., 8°;

Teilweise ironisch kommentierte Veröffentlichung des Schreibens der Generalgouverneure vom 16.8.1790, in dem sie Wunsch als Kommissar für die Ausrüstung der Armee in der Provinz Limburg bestellen und der Erklärung Wunschs vom 5.9.1790, "Aux Administrations, Magistrats, Agens & gens de Loi des Villes & Communauté de la Province de Limbourg.", in der er die örtlichen Behörden anweist, die Bewohner zu bewaffnen und Brigaden zur Feindbeobachtung aufzustellen, damit ein möglicher Angriff der Brabanter vor dem Eintreffen der kaiserlichen Truppen zurückgeschlagen werden kann. Einleitung und Kommentar vergleichen die Vollmachten Wunschs mit denen der Intendanten von 1787 und sehen in der Erklärung Wunschs den Plan verwirklicht, durch einen Bürgerkrieg die Provinzen wieder unter die Botmäßigkeit des Kaisers zu bringen. So wie die Rechte der Limburger Stände aufgrund der Zeitumstände einem Kommissar übertragen werden, so könnten ebenfalls die Zeitumstände als Begründung dafür herhalten, die angekündigte Wiederherstellung der alten Verfassung auszusetzen und die Provinzen der Rache der ehemaligen Regierungsbeamten zu überlassen.

Alff.C 23





Lfd.Nr.: 190

[LEOPOLD II.:]

DÉCLARATIE VAN DEN KEYZER EN KONING, Raekende de overeenkominge in den Haege, van den 10 December 1790 ende de Ratificatie van Zyne Majesteyt daer op gevolgt.

LEOPOLD den II., door de gratie Gods altyd vermeerderaer des Ryks, Keyzer der Romeynen, Koning van Duytsland, van Jerusalem [...].

s.d., [19.3.1791], s.l., [Brussel], 17 S., (t),A4-B4,(), 8°, Broschur;

[unterz.:] Weenen 2 January 1791. geteekent LEOPOLDUS. geteekent KAUNITZ RITBERG. (L.S.) Antonius L. B. A. Spielman....Gegeven tot Brussel... . 19 Meert 1791. Geparapheert Cr. vt. Geteekent L. C. Van de Veld.

Veröffentlichung des vom Kaiser ratifizierten Vertragstextes der Haager Konvention vom 10.12.1790, nebst einer Einleitung und einem Schlußwort (s.a. Nr. 142/43, 145/46). Zum Inhalt des Vertrages s. K 107, Nr. 144. Abschließend bekräftigt Leopold seine Absicht, in jeder Provinz die Verfassungen wie sie zur Zeit Marie-Theresias bestanden haben, wieder einzurichten.

Alff.K 134





Lfd.Nr.: 191

[LES AMIS DU BIEN PUBLIC:]

DÉCLARATION De la Société des amis du bien public.

COMME il importe à la tranquillité publique & au bonheur de la nation, de faire cesser tout motif de mésintelligence [...].

[S. 4:] Tot Loven by J. MICHEL boekdrucker in de Katte straet. s.d., [9.3.1791], 4 S., 8°, frz./fl.;

[unterz.:] Brussel, 8 Mert 1791. ... PORINGO, Geheym-schryver van het Genootschap. Vt. Bruxellis, 9 Martii 1791, DE LEENHEER, subst. proc. generalis.

Erklärung der 'Société des amis du bien public', in der sie bekräftigt, die Religion und die alte Verfassung zu respektieren und mit ihrer Reform die Ständevertretung nur verbessern zu wollen, indem sie sie ihrer ursprünglichen Verfaßtheit wieder annähert und Gesellschaftsgruppen, die die Wünsche und die Nöte des Volkes kennen, die Möglichkeit gibt, Sitz und Stimme in der Ständeversammlung zu erhalten (s.a. Nr. 192/93).

Alff.K 135





Lfd.Nr.: 192/193

[LES AMIS DU BIEN PUBLIC:]

DÉCLARATION De la Société des Amis du bien public./VERKLAERING Van het Genootschap der Vrienden van het gemeente best.

COMME il importe à la tranquillité publique & au bonheur de la nation, de faire cesser tout motif de mésintelligence [...]./AENGEZIEN dat het aen de algemeene rust enaen het geluk der natie belangt alle beweeg-reden van verschil [...].

[S. 4:] De l'Imprimerie D'EM. FLON, rue de la Putterie, s.d., [9.3.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°, frz./fl., zweispaltig;

[unterz.:] Bruxelles, ce 8 Mars 1791. PORINGO, secrétaire de la société./Brussel, 8 Meert 1791....PORINGO, Geheym-schryver van het Genootschap. Vt. Bruxellis, 9 Martii 1791, DE LEENHEER, subst. proc. generalis.

andere Ausgabe von Nr. 191; textlich identisch;

Alff.K 136/Alff.K 137





Lfd.Nr.: 194

[LEOPOLD II.:]

DECLARATION DE L'EMPEREUR ET ROI.

LÉOPOLD II, PAR LA GRACE DE DIEU, Empereur des Romains, toujours Auguste; [...] [2. Absatz] Tout le monde sait, qu'après la mort du Roi d'Espagne Charles II, les Puissances Maritimes garantirent [...].

[S. 7:] Chez DE TREZ, Imprimeur-Libraire, rue au Beurre. s.d., [31.10.1790], s.l., [Bruxelles], 7 S., 8°;

[unterz.:] ...Francfort, le 14 Octobre 1790. ... LÉOPOLD....J. PH. COBENTZL....SPIELMAN. Collationné par moi Chancelliste, au Service de Sa Majesté l'Empereur & Roi, à la Haye, le 31 Octobre 1790....HOPPÉ.

Veröffentlichung der Frankfurter Erklärung Leopold II. vom 14.10.1790 in der Ausfertigung für die Stände von Brabant. Da der Vertrag von Reichenbach trotz der abgegebenen Garantien für die alten belgischen Rechte und Verfassungen und der Bestätigung des Herrschaftsanspruchs Leopolds auf die belgischen Provinzen durch die Garantiemächte von den Belgiern abgelehnt wurde, gibt Leopold folgende Erklärung ab: 1. Wiederherstellung und Garantie der belgischen Verfassungen, wie sie unter Maria-Theresia bestanden haben; 2. Generalamnestie für alle, die bis zum 21.11.1790 die Waffen niederlegen und sich unterwerfen. Ausgenommen werden diejenigen, die Verbrechen begangen haben, die nicht im Zusammenhang mit den Unruhen stehen und die die Bekanntgabe dieser Erklärung behindern; 3. Gemeinsame Beratung der Forderungen und Wünsche der Belgier mit den einzelnen Ständen; 4. Truppenaufmarsch (30000 Mann) zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Gewaltsame Eroberung der Provinzen, wenn sie sich bis zum 21.11.1790 nicht friedlich unterwerfen; 5. Aufforderung an die Stände, sich für oder gegen den Treueid zu erklären; 6. Bei friedlicher Unterwerfung unverzügliche Entsendung von Gesandten nach Den Haag zu Mercy-Argenteau, der dort die Verhandlungen über Belgien mit den Garantiemächten führt.

Alff.C 14





Lfd.Nr.: 195

[LEOPOLD II.:]

DÉCLARATION DE SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI. Du 16 Juin 1791. Concernant l'organisation du CONSEIL SOUVERAIN DU HAINAU.

LEs ÉTATS de Hainau ayant remontré à SA MAJESTÉ que l'administration de la Justice, sur-tout en dernier ressort [...].

s.d., [4.7.1791], s.l., [Mons], 8 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles le 16 Juin 1791. Paraphé Ct. vt. Signés, MARIE & ALBERT. Signé, L. C. VANDEVEL. ... Fait en Conseil le ving-sept Juin mil sept cent nonante-un. Signé, DERONQUIER. Publié aux Plaids tenus en la Noble & Souveraine Cour à Mons, le 4 Juillet 1791.

Inkraftsetzung der elf Artikel über die Neuorganisation des obersten Rates des Hennegaus, die, von den Ständen ausgearbeitet, dem Kaiser vorgelegt wurden. Sich vorwiegend stützend auf die Urkunden vom 5.3.1619 regeln die elf Artikel die Organisation des Rates mit vorläufig drei Kammern und die Stellenbesetzung. Die Funktionen des einfachen Rates gehen auf den soveränen Rat in Mons über. Der Kaiser behält sich allerdings ein Änderungsrecht vor.

Alff.D 14





Lfd.Nr.: 196

[FRANCKENBERG, JEAN-HENRI de:]

DÉCLARATION DE SON ÉMINENCE LE CARDINAL DE FRANCKENBERG, ARCHEVEQUE DE MALINES, SUR L'ENSEIGNEMENT DU SÉMINAIRE-GÉNÉRAL DE LOUVAIN.

A STRASBOURG. M. DCC. LXXXIX. [26.6.1789], ij,168 S., ()2,A12-G12, 12°, blaue Broschur;

[unterz.:] JEAN-HENR. Card. Archev. de Malines....Contresigné: J. H. DU VIVIER, secret.

Veröffentlichung der Erklärung des Erzbischofs zur Orthodoxie der Lehre am Generalseminar in Löwen. Trotz eines Publikationsverbots durch die Regierung war diese Schrift ohne Änderungen im Text in Druck gegeben worden. Das Werk gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil gibt der Erzbischof den Fragenkatalog und die schriftlichen Antworten der Professoren wieder, die er nach jedem Abschnitt kritisch kommentiert. Im zweiten Teil begutachtet er die verwendeten Lehrbücher. Durch dieses Verfahren sollte die Frage entschieden werden, ob die Lehre am Generalseminar heterodox ist oder nicht. Bei seiner Untersuchung läßt sich der Erzbischof von folgenden Prinzipien leiten: 1. Die Orthodoxie fordert, daß nichts Gegensätzliches zur Kirchendoktrin gelehrt wird und darüber hinaus alles, was die katholische Kirche lehrt. 2. Der Bischof besitzt als Hüter des Glaubens die Kompetenz, über die Doktrin zu urteilen. 3. Jede kirchliche Verurteilung einer Doktrin als heterodox bindet auch den Bischof, unabhängig davon, ob diese kirchliche Entscheidung von der Zivilgesetzgebung sanktioniert wird oder nicht. 4. Die katholische Lehrtätigkeit schließt nicht nur alles aus, was direkt gegen sie verstößt, sondern auch alles, was im Verdacht steht, häretisch zu sein. Der Erzbischof kommt am Ende der Schrift zu dem Schluß, daß die Lehre am Generalseminar heterodox sei.

Alff.K 138





Lfd.Nr.: 197

[BRABANT, CONSEIL de:]

DECREET VAN DEN SOUVERYNEN RAEDE VAN BRABANT, Van den 3 Mey 1791. Gevolgt op de Requeste van de Advocaeten Vonck en Verlooy, en de Negotianten J. B. Weemaels en A. d'Aubremé./DECRET DU CONSEIL SOUVERAIN DE BRABANT, Du 3 Mai 1791. Porté sur la Requête des Avocats Vonck et Verlooy, et J. B. Weemaels et A. d'Aubremé.

RAPPORT gedaen in den Raede, ter interventie van het Officie Fiscael, het Hof houd de Decreten van prise-de-corps [...]/RAPPORT fait au Conseil, à l'intervention de l'Office Fiscal, la Cour tient comme n'ayant jamais existé les Décrets de prise-de-corps [...].

[S.2:] De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. s.d., [3.5.1791], s.l., [Bruxelles], unpag., [2 S.], 2 Bl., 8°, zweispaltig, fl./frz.;

[unterz.:] 3 Mey 1791. Was geparapheert CRUMP. Vt. Ondt F. LANNÉ./3 Mai 1791, étoit paraphé CRUMP. Vt. Signé F. LANNÉ.

Annulierung der Haftbefehle vom 24.6. und 25.9.1790 gegen die Advokaten Vonck und Verlooy sowie gegen die Kaufleute Weemaels und d'Aubremé durch den Rat von Brabant.

Alff.K 139





Lfd.Nr.: 198

DÉCRET. PRÊT A INTÉRÊT.

Décret du 3 Octobre 1789. L'ASSEMBLÉE Nationale a décrété que tous les particuliers, corps, communautés & gens de main-morte [...].

[S. 28:] De l'Imprimerie du Citoyen HAYEZ, rue des Escaliers. s.d., [5.11.1795], s.l., [Bruxelles], 28 S., [A8],B6, 8°;

Veröffentlichung einer Sammlung von 11 französischen Gesetzen in Brüssel: 1. Dekret über die Gewährung verzinslicher Darlehen vom 3.10.1789; 2. Verbot der 'retrait lignage' und der 'retrait demi-denier' vom 19.7.1790; 3. Gesetz über die Einhaltung von Kaufverträgen vom 31.8.1795; 4. Gesetz über Organisation und Funktionsweise der verschiedenen Verwaltungseinheiten vom 7.9.1795; 5. Gesetz über den Geschäftsbereich der 6 Ministerien: Justiz, Inneres, Finanzen, Krieg, Marine, Auswärtiges, vom 2.10.1795; 6. Gesetz über die Einrichtung von drei Militärgerichtshöfen zur Aburteilung der Rädelsführer der Royalistenverschwörung vom 4.-6.10.1795 in Paris und der Festsetzung des Strafmaßes nach der Schwere des Vergehens, vom 7.10.1795; 7. Wechselgesetz vom 12.10.1795; 8. Emigrantengesetz vom 12.10.1795; 9. Gesetz über die Ablehnung von Richtern durch die Angeklagten; 10. Gesetz über die Anfechtbarkeit ordentlich geschlossener Kaufverträge vor Gericht vom 17.10.1795; 11. Gesetz über die Einlösungsfristen von Gewinnscheinen der nationalen Lotterie vom 19.10.1795.

Alff.K 140

Decret du conseil souverain de Brabant...s.Nr.197





Lfd.Nr.: 199

[anonym, 'LE PEUPLE SOUVERAIN DE BRABANT':]

Decret du PEUPLE SOUVERAIN de BRABANT. Suivi sur le Voeu des Bons Garçons, tendant à faire lacerer & Brûler certain Imprimé portant pour titre: Déclaration de l'Empereur & Roi: & finissant par ces mots: le 31 Octobre 1790, signé HOPPÉ.

NOUS PEUPLES SOUVERAINS DU BRABANT, à tous ceux qui ces présentes verront ou lire ouiront, SALUT: savoir faisons que rapport [...].

s.d., [6.11.1790], s.l., [Bruxelles], 1 S., 1 Bl., 4°;

[unterz.:] ...Bruxelles...6 Novembre 1790...LE PEUPLE SOUVERAIN DE BRABANT. Paraphé Vérité Vt. Par Ordonnance: Justice, Secret. perpét.

Ankündigung der öffentlichen Verbrennung der Unruhe stiftenden Schrift "Déclaration de l'Empereur & Roi" vom 31.10.1790 (s. Nr. 194) durch das souveräne Volk von Brabant. Persiflage auf die Verfügungen der Zensurbehörden gegen aufrührerische Schriften.

Alff.C 18





Lfd.Nr.: 200

DEKENS VAN DE NEGEN NATIEN Der Stad Brussel, gekosen om te dienen voor het jaer begonst St. Jansmisse 1791, tot St. Jansmisse 1792.

O. L. VROUWE NATIE. Dekens uyt het vry Vleesch-verkoopers Ambagt. Jacobus Mosselman [...].

[S. 7:] TE BRUSSEL, By de Weduwe PION en HAYEZ zoon. Prys ses oorden. s.d., [24.6.1791 ?], 7 S., 8°;

Liste der auf ein Jahr (24.6.1791 - 24.6.1792) gewählten 'Doyens' der 'Neun Nationen' von Brüssel.

Alff.D 18





Lfd.Nr.: 201

[anonym, 'LA NATION BELGIQUE:]

DEMANDES ET PROTESTATIONS DE LA NATION BELGIQUE.

COMME il est plus que tems de substituer un systême de liberté à l'incertitude anarchique dans laquelle nous sommes; [...].

s.d., [12.1790 ?], s.l., 4 S., 8°;

Inhaltlich geringfügig erweiterte Ausgabe von Nr. 125. In den Text eingefügt wurden Passagen, in denen erstens eine Reform des Klerus verlangt wird, zweitens Leopold gebeten wird, die Ständevertreter mit Ausnahme der Vertreter des Dritten Standes, die auch in eine neue Volksvertretung wählbar sein sollen, da sie von den ersten beiden Ständen getäuscht und unter Gewaltandrohung gefügig gemacht worden waren, nur noch als Privatpersonen anzusehen, da sie aufgrund ihrer Verbrechen vom Volk nicht mehr als ihre rechtmäßigen Vertreter angesehen werden und drittens Prozesse gegen alle Räte der obersten Gerichtshöfe, die ihre Macht mißbraucht haben, gefordert werden und ihre Ersetzung durch neue Räte.

Alff.K 141





Lfd.Nr.: 202/203

[anonym, 'A. G.':]

DÉMOCRATE. Aux serviteurs fideles de la loi & de Léopold.

CITOYENS, il est dans la ville, il est enfin arrivé, qui, un de nos Pères proscrits, un Père de la Patrie, un Père paîtri de vertus, [..].

s.d., [1.2.1791], s.l., [Bruxelles], 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] A. G. Bruxelles, le 1 Février 1791.

Überschwenglische Lobesrede auf den zurückgekehrten Verteidiger der Gesetzesherrschaft, des Kaisers und der Tugend, Edouard Walckiers, verbunden mit der Aufforderung an die Mitbürger, sich zum Wohle aller Provinzen der milden Herrschaft des Kaisers und seiner Stellvertreter, der Generalgouverneure, mit Zuversicht anzuvertrauen.

Alff.K 142/Alff.K 143





Lfd.Nr.: 204

LA DEMOCRATIE DÉMASQUÉE.

IL est tems après avoir gardée le silence sur nombre de brochures plus ou moins incendiaires, directement opposées au droit des Souverains [...]

s.d., [25.2.1791], s.l., 8 S., 8°;

Der Verfasser beschuldigt die Vonckisten, eine Nationalversammlung nach französischem Vorbild in Belgien einrichten zu wollen und, um dieses Ziel der eigenen Herrschaft zu erreichen, alle ihre Gegner zu kriminalisieren und zu schikanieren. Er versucht, die in Pamphleten geäußerten Anschuldigungen der Vonckisten gegen einzelne Ständevertreter (s. Nr. 312) und die Ordensgeistlichkeit zu entkräften, beschuldigt sie der Anstiftung der Februarunruhen (24./25.) und einer geheuchelten Sympathie für die Österreicher.

Alff.K 144





Lfd.Nr.: 205

[MARIE-CHRISTINE, ALBERT-CASIMIR:]

DÉPECHE DE LEURS ALTESSES ROYALES, AUX ETATS DE BRABANT, du 13 Décembre 1791. MARIE-CHRISTINE, Princesse Royale de Hongrie & de Bohême, Archiduchesse d'Autriche, Duchesse de Bourgogne, de Lorraine & de Saxe-Teschen, &c. ALBERT, Prince Royal de Pologne et de Lithuanie, Duc de Saxe-Teschen, Grand'Croix de l'Ordre de S. Etienne, Feld-Maréchal des Armées de S. M. l'Empereur et Roi, et celles du St. Empire Romain, &c. LIEUTENANS, GOUVERNEURS ET CAPITAINES-GéNÉRAUX DES PAYS-BAS.

Très-Révérend, Révérends Pères en Dieu, Nobles, Chers et Bien-Amés. LA conduite que vous avez tenue à l'égard de l'Empereur et dans les affaires de son service, [...]

[S. 8:] De l'Imprimerie d'EMM. FLON, rue de la Putterie. s.d., [13.12.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] Bruxelles, le 13 Décembre 1791. Paraphé Cr. vt. Signé MARIE et ALBERT....Contresigné L. C. Vandeveld....Aux Etats de Brabant.

Depesche der Generalgouverneure an die Brabanter Stände, in der sie die mangelnde Loyalität der Stände gegenüber dem Kaiser beklagen. Im Gegensatz zu den anderen Provinzen hätten sie durch ihr Verhalten - Zahlung von Geldern an ehemalige Armeeangehörige trotz Verbots vom 10.2.1791, Nichtanerkennung des reorganisierten Brabanter Rates durch ihre Beschlüsse vom 24./25.5.1791, mißbräuchliche Veröffentlichung von Dokumenten aus den erbeuteten Regierungsarchiven etc. - die Rückkehr zu friedlichen Verhältnissen in Brabant stark behindert. Deshalb ordnen sie folgendes in bezug auf Brabant an: 1. keine Anerkennung der Schulden, die die Stände während der Revolution gemacht haben und strengste Rechnungsprüfung; 2. beschleunigte Durchführung anhängiger und zukünftiger Prozesse gegen die Stände (betreffend Beschlagnahmung königlicher Effekten, Vergeudung öffentlicher Gelder, Wegnahme von Dokumenten aus Archiven); 3. mögliche Unterstützung von Privatklagen gegen die Stände durch die Finanzräte; 4. Aufschub der Generalamnestie.

Alff.B 18





Lfd.Nr.: 206

[MERCY-ARGENTEAU, FLORIMOND Comte de:]

DEPECHE DU MINISTRE AUX ETATS DE BRABANT Du 15 Avril 1791. FLORIMOND, Comte de Mercy Argenteau Chevalier de la Toison d'or grand Croix de l'ordre Royal de S. Etienne, Chambellan Conseiller d'État &c.

Messieurs; rapport nous aiant été fait de votre réprésentation du 12 de ce mois, par laquelle vous annoncez des inquietudes, [...].

s.d., [10.5.1791], s.l., 4 S., 8°;

[unterz. S. 3/4:] ...Bruxelles le 13 Avril 1791. Paraphé Cr. vt. signé Mercy Argenteau,...signé L. C. Van de Veld,...pour copie signé De Jonghe. [S. 4 unten:] Notez, que l'original de la susdite dépêche du Ministre, a été retiré, & qu'il ne reste que la copie à l'Etat.

Kommentierte Veröffentlichung der Antwort des bevollmächtigten Ministers vom 13.(15.?)4.1791 auf die Eingabe der Brabanter Stände vom 10.4.1791. Den Zusicherungen des Ministers, Erhalt der Joyeuse Entrée auch nach der Ratifikation der Haager Konvention, Klagerecht vor dem Brabanter Rat gegen die Entscheidungen des Kaisers und ordentliche Gerichtsverfahren gegen Inhaftierte, wird entgegengehalten, daß der Erhalt der Verfassung noch nicht deren Befolgung bedeute, und daß es kaum möglich sein wird, den einzelnen nach Recht und Gesetz zu behandeln, wenn der ordentliche Richter durch ein fremdes Organ ersetzt wird, dessen Existenz nur auf den österreichischen Bayonetten gegründet ist. Deshalb solle man die gewünschte Einwilligung in die Inauguration des Kaisers nicht geben, auch wenn die getäuschten 'Doyens' bereits zugestimmt haben (s.a. die Eingabe der 'Neun Nationen' vom 10.5.1791, Nr. 521/22).

Alff.K 145





Lfd.Nr.: 207

[anonym, 'LA NATION BRABANÇONNE:]

LE DERNIER CRI DE LA NATION BRABANÇONNE SUR LA CASSATION DE SON CONSEIL SOUVERAIN OU Apostrophe à sept scélerats qui ont coëpéré le plus à sa destruction.

VIls automates! avez vous pu entendre sans fremir le premiet (!) cri, ce cri douloureux & aigu que la nation Brabançonne [...].

s.d., [09.1789 ?], s.l., 3 S., 8°;

Schmähschrift (s.a. Nr. 601) gegen die sieben Räte,die nach Meinung des Verfassers als ehrlose Verräter des Vaterlandes nach der Aufhebung des Brabanter Rates noch immer im Großen Rat von Mecheln ihren Dienst tun. Er droht den Räten mit dem Volkszorn.

Alff.K 146





Lfd.Nr.: 208

[BRAECKENIER, ANTOINE-JOSEPH-DOMINIQUE de:]

DERNIERE RÉSOLUTION BELGIQUE.

POINT d'ACCOMMODEMENT avec qui que ce soit, Plutôt nous mourrons tous, que de perdre aucun Droit; [...].

[S. 2:] A BRUXELLES, Chez A. J. D. DE BRAECKENIER Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers, coin de la Rue de la Mâchoire. s.d., [2.10.1790], unpag., [2 S.], 8°;

[unterz.:] Par A. J. D. Braeckenier, Volontaire Bruxellois. 2 8bre. 1790.

Aufruf Braeckeniers in Gedichtform, eher kämpfend zu sterben, als wieder in die österreichische Sklaverei zu geraten. Kein Arrangement mit irgendjemand, sondern Verteidigung der wiedergewonnenen Rechte um jeden Preis.

Alff.C 30





Lfd.Nr.: 209

[GRAND SERMENT, LES VOLONTAIRES du:]

DERNIERES RESOLUTIONS Prises par les loyaux volontaires agrégés au grand serment, Lundi 13 Septembre 1790, pour le rétablissement de leur honneur & la honte des Vonckistes.

NOUS avons été, pendant quelque temps, fort étonnés de ce qu'il y avoit si peu de volontaires de notre compagnie, [...].

s.d., [13.9.1790], s.l., unpag., [2 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] ...le 13 Septembre 1790, par les braves & loyaux volontaires du grand serment.

Beschluß der Freiwilligenkompagnie des 'Grand Serment', alle Vonckisten und Royalisten aus ihren Reihen zu entlassen, damit der schlechte Ruf der Kompagnie nicht weiterhin die Anwerbung neuer Freiwilliger verhindert.

Alff.K 147





Lfd.Nr.: 210

DESCRIPTION DE LA CAVALCADE ACCOMPAGNÉE DE CHARS DE TRIOMPHE, Qui sera exécutée en partie par les Ecoliers du Gouvernement, & en partie par les Sujets des Etats de Brabant, à l'occasion du Triomphe mémorable de la décadence des Intendants, Capitaines, Commissaires & Sécrétaires de Cercles, des Présidents & Juges de premiere instance.

EN BRABANT, De l'Imprimerie des BELGES, LE 15 JUIN 1787. 15 S., A8, 8°;

Beschreibung der ersten beiden Kavalkaden, die am 16.7.1787 durch Brüssel zogen, aus Anlaß der Suspendierung der Reformgesetze Joseph II. durch die Generalgouverneure (s.a. Nr. 211). Werden in der ersten Kavalkade die Intendanten, ihre Mitarbeiter und die Juristen verspottet, indem man sie auf bestimmten Tieren reiten läßt und ihnen einen charakterisierenden Wahlspruch zuordnet, so folgen in der zweiten Kavalkade dem Genius von Brabant mit seinem Wahlspruch 'pro focis et aris' auf dem Schild die mit Spott überschütteten Regierungsräte und Vorsteher der Generalseminarien. Den Abschluß der zweiten Kavalkade bildet ein Wagen mit der personifizierten 'Belgica' mit ihrem Wahlspruch, eher sterben als versklavt sein. Das Erscheinen der Beschreibung der dritten Kavalkade wird zur Löwener Kirmes angekündigt.

Alff.K 148





Lfd.Nr.: 211

DESCRIPTION DE LA CAVALCADE, ACCOMPAGNÉE DE CHARS DE TRIOMPHE, Qui sera exécutée en partie par les Écoliers du Gouvernement, & en partie par les Sujets des États de Brabant, à l'occasion du Triomphe mémorable de la décadence des Intendans, Capitaines, Commissaires & Secrétaires des Cercles, des Présidens & Juges de premiere instance; SUIVIE De la grandeur des Etats du Duché de Brabant, des neuf nations, de la Ville de Bruxelles, & du peuple Brabançon.

EN BRABANT. M. DCC. LXXXVII. [15.6.1787], 16 S., A8, 8°, Broschur;

Spätere, etwas erweiterte, andere Ausgabe der Beschreibung der ersten beiden Kavalkaden (s. Nr. 210). Die lateinischen Wahlsprüche wurden zusätzlich ins Französische übertragen und noch einige Personen hinzugefügt.

Alff.K 149





Lfd.Nr.: 212

[anonym, 'LES DÉFENSEURS DE LA LOI, DU PRINCE & DE LA NATION':]

LE DESESPOIR DES DÉMOCRATES BRABANÇONS A tous leurs tyrans ex-Souverains.

12 Juin 1791. s.l., 8 S., A4, 8°;

[unterz.:] Les défenseurs de la Loi, du Prince & de la nation.

Nach Vergeltung rufende Schmähschrift von Demokraten gegen die Aristokraten und ihre Helfershelfer.

Alff.K 150





Lfd.Nr.: 213

LES DESTINÉES DES PRINCIPAUX AUTEURS DE L'ÉPIDÉMIE, OU DE L'INSURRECTION BELGIQUE.

1791. [1.1791?], s.l., 40 S., A8-B8,C4, 8°;

Sammlung von Schmäh- und Spottliedern auf die konservativen und geistlichen Anführer der Brabanter Revolution, sowie ein Lied auf die großzügig gewährte Generalamnestie Leopolds. (Einleitung, S. 3-7; 1. Triumvirat, S. 9-10; 2. Couplets, S. 11-15; 3. Paraphrase, S. 16-20; 4. Aux Troupes Autrichiennes, S. 21-22; 5. Les Tyrans de la Belgique, S. 23-26; 6. Le Pardon, S. 27-28; 7. Le Manifeste, S. 29-31; 8. Le Congrès de Bruxelles, S. 32-40;).

Alff.K 151





Lfd.Nr.: 214

DEUX MOTS DE VÉRITÉ.

SANS entrer dans les questions, I°. si les offices de Conseillers de Brabant sont amovibles; 2°. si le Souverain, [...].

s.d., [11.1791 ?], s.l., 8 S., 8°;

Ohne näher auf die Fragen einzugehen, ob die Brabanter Räte absetzbar sind und ob die Verweigerung der Subsidien 1788 und 1789 den Kaiser nicht von seinem Verfassungseid entbunden hat, stellt der Verfasser eingangs fest, daß bei der Rückeroberung der Provinzen durch die Österreicher durch den zweifachen Meineid der Räte keine ordentliche Gerichtsbarkeit in Brabant mehr existierte und erst vorläufig durch das Dekret vom 25.2.1791 eingerichtet wurde. Die Forderung der Stände nach einer Gesandtschaft nach Wien, einem ständigen Vertreter der Stände in Wien und nach Schiedsrichtern, die die Streitigkeiten schlichten sollen, lehnt der Autor als überflüssig ab. Er widerspricht auch der Annahme, die vorläufige Beibehaltung der Amtsträger während der Rücheroberung der Provinzen durch General Bender sei als Bestätigung ihrer Positionen anzusehen. Sie seien nur deshalb nicht aus ihren Ämtern gejagt worden, damit das Land nicht im Chaos versinke und ein geordneter Rückzug der belgischen Truppen gewährleistet werden konnte.

Alff.K 152





Lfd.Nr.: 215

[ARLET, TH.:]

DEUX QUESTIONS IMPORTANTES. 1° En quoi consiste le Comité révolutionnaire qui s'arroge le pouvoir de diriger l'organisation des Belges. 2°. Est-il nécessaire d'établir des clubs dans les Pays-Bas.

PREMIERE QUESTION: En quoi consiste le Comité révolutionnaire qui s'arroge le Pouvoir de diriger l'Organisation des Belges? CE sont quelques personnes, qui du tems du gouvernement Autrichien, [...].

s.d., [18.11.1792], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] Signé Th. ARLET. Surnommé: Pere éternel Citoyen Français du Département de L'herault.

Der französische Verfasser hält die Mitglieder des revolutionären Komitees aus Lille ganz im Sinne der Statisten für Despoten, die durch Wahlmanipulationen die Macht in Belgien an sich reißen wollen. Die Jakobinerklubs in Belgien sind für ihn aus folgenden Gründen überflüssig, ja sogar gefährlich: 1. Der Widerstand gegen die österreichische Tyrannei ist im ganzen Volk verbreitet, sodaß die Überwachungsfunktion der Klubs entfällt. 2. Die Royalisten könnten die Klubs unterwandern. 3. Die Anträge der neuen Klubmitglieder zielen auf die Zerstörung der belgischen Gesellschaftsordnung.

Alff.E 6





Lfd.Nr.: 216

DIALOGUE ENTRE JOSEPH SECOND, EMPEREUR D'ALLEMAGNE, ET LOUIS SEIZE, ROI DE FRANCE.

1790. [15.1.1790], s.l., 32 S., A8-B8, 8°;

Ein Höfling belauscht das Gespräch zwischen dem kranken Joseph II. und seinem Schwager Ludwig XVI. in Paris. In diesem fiktiven Gespräch gibt Joseph II. freimütig zu, daß seine Reformen (Unterdrückung der Religion, Intendantur) nur seinem eigenen Ruhm, der Durchsetzung seines kaiserlichen Machtwillens und der Finanzierung seiner eigensüchtigen Vorhaben (Türkenkrieg, Teilung Polens) dienten. Zynisch und hartherzig nimmt er dabei die Versklavung des Volkes in Kauf und billigt auch Exzesse des Militärs (Vorkommnisse in Gent). Sein Schwager, mehr und mehr irritiert und angewidert, verweigert ihm die erhoffte Hilfe und stellt sich auf die Seite der Aufständischen (s.a. Nr. 543).

Alff.K 153





Lfd.Nr.: 217

DIALOGUE PATRIOTIQUE ENTRE UN PAYSAN ET UN PATRIOTE, Concernant l'heureux développement des Pays-Bas en Novembre & Décembre 1789. Traduit du Flamand, & considérablement augmenté d'objections intéressantes du paysan.

1790. [1.1790], s.l., 56 S., A8-C8,D4, 8°;

Ins Französische übersetztes und erweitertes Lehrgespräch zwischen einem kaisertreuen Bauern aus Flandern und einem bürgerlichen Patrioten, der vorgibt, für die Erhaltung der Religion und der Freiheit zu kämpfen. Nach anfänglicher Skepsis läßt sich der Bauer mehr und mehr von den Anliegen der Patrioten überzeugen, nachdem der Patriot einige Irrtümer des Bauern korrigiert hat. So gehen die Exzesse in Gent nicht zu Lasten der Patrioten, sondern zu Lasten der kaiserlichen Soldaten; Joseph II. herrscht nicht in seiner Eigenschaft als Kaiser über die Provinzen, sondern kraft eines Vertrages, den er unter Eid mit jeder einzelnen Provinz abgeschlossen hat, und der ihn z.B. zum Grafen von Flandern gemacht hat. In diesen Verträgen respektiert er die politisch-gesellschaftliche Verfaßtheit jeder Provinz, und er kann nicht aus eigener Machtvollkommenheit über alles uneingeschränkt verfügen. Die Gehorsamspflicht der Untertanen hört auf, sobald der Souverän seine vertraglichen Verpflichtungen mißachtet. Dies sei geschehen durch die kirchlichen Reformen, die Einrichtung der Intendantur, die Truppenaushebung und die neue Steuererhebung des 40/100, die nur zur Finanzierung der kaiserlichen Vorhaben und der Versklavung des Volkes dienten. Das Argument des Bauern, daß es seinem Stand unter der Regierung Joseph II. wirtschaftlich gut ging, wischt der Patriot mit dem Hinweis auf das Gemeinwohl und den Kornwucher vom Tisch. Die Bespitzelung des Volkes belegt der Patriot mit Auszügen aus dem 'Livre Noir' der Regierung. Zuversichtlich glaubt er an den Erhalt der Unabhängigkeit durch den Abschluß von Bündnissen und der Zahlung von Schmiergeldern. Der Bauer, am Schluß endgültig überzeugt, will versuchen, alle Bauern für die Patrioten zu gewinnen.

Alff.K 154





Lfd.Nr.: 218

DIALOGUE POLITICO-RUSTIQUE ENTRE UN PAYSAN DU BRABANT-WALLON ET SON EXCELLENCE LE COMTE DE....

1791. [9.2.1791], s.l., 34 S., (t),A8-B8,(C), 8°;

Mit erläuternden Fußnoten versehenes Lehrgespräch zwischen dem bevollmächtigten Minister und einem unparteiischen Bauern, in dem dieser den zögerlichen Minister zum Handeln gegen die Mönche und die Stände auffordert, wie es das Volk auf dem Lande verlangt (Auflösung der Stände und Vertreibung der Mönche, Konfiskation ihrer Güter und Tilgung der Schulden, Befreiung des Volkes von unerträglich hohen Abgaben, Ständereform im Sinne der Vonckisten, Entfernung aller Urheber der Rebellion aus ihren Ämtern und ihre Bestrafung). Alle verfassungs- und vertragsrechtlichen Bedenken hält der Bauer für nicht stichhaltig - er verweist den Minister u.a. auf den Artikel 25 der Joyeuse Entrée - und warnt vor einer zu großen Milde des Kaisers gegenüber den Aufrührern, die das Rechtsempfinden des Volkes beleidigen würde.

Alff.K 155





Lfd.Nr.: 219/220

DILEMME Au sujet de quelques Conseillers du Conseil de Brabant.

L'Opiniâtreté criminelle d'une faction (a) qui préféreroit de voir plutôt bouleverser de nouveau toute la Belgique, [...].

s.d., [2.9.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°, [1. Exemplar, ms..S.4:] De Hoze 20. janry 1792 K ?;

[S.4:] Bruxelles, le 2 Septembre 1791.

Kritik an der zu großen Nachgiebigkeit des Kaisers gegenüber den ungerechtfertigten Forderungen der aufrührerischen Fraktion innerhalb der Stände. Um die Ansprüche der Revolutionsopfer abzuwehren, werde weiterhin der Rat von Brabant als illegal bezeichnet, und die Wiedereinstellung der ehemaligen fünf Räte verlangt. Gerüchten zufolge sollen auch Mitglieder des provisorisch am 25.2.1791 eingerichteten Brabanter Rates diesen Gerichtshof als illegal ansehen. Halten sie ihn seit dem 25.2. für illegal, so sind sie eidbrüchig, hat sich diese Meinung erst in jüngster Zeit herausgebildet, so sind sie unwissend und parteiisch. Werden diese Gerüchte bestätigt, so existiert eine Koalition zwischen diesen Räten, den fünf ausgeschlossenen Räten und der umstürzlerischen Fraktion der Stände, um im Namen der Verfassung den Kaiser zu hintergehen. In diesem Fall sind die Räte als Kriminelle aus ihren Ämtern zu entfernen.

Alff.K 156/Alff.K 157





Lfd.Nr.: 221

[GRATIEUX, L.:]

DISCOURS A L'OCCASION DE LA FÊTE DE LA RECONNAISSANCE, Célébrée le 10. Prairial, an VII. de la République. PAR LE CITOYEN L. GRATIEUX, Chef du 3.me Bureau du Département de L'ESCAUT.

A GAND, De l'Imprimerie de la Veuve Michel de Goesin, vis-à-vis le vieux Conseil. s.d., [29.5.1799], 8 S., 8°;

Pathetische Lobrede auf die Tugend der Dankbarkeit. In seiner Rede fordert der Verfasser die Bürger auf, Dankbarkeit zu üben gegen Gott, das Vaterland und die Mitbürger für die fortwährend empfangenen Wohltaten, indem sie ihre Bürgerpflichten gewissenhaft erfüllen und dem höchsten Wesen ihre Verehrung bezeugen.

Alff.K 158





Lfd.Nr.: 222/223

DISCOURS A SON EXCELLENCE MONSEIGNEUR LE COMTE DE METTERNICH, Grande Croix de l'Ordre Royal de Saint Etienne, Conseiller d'Etat intime actuel de Sa Majesté l'Empereur & Roi, son Ministre Plénipotentiaire pour le Gouvernement des Pays-Bas Autrichiens, auprès & sous les ordres de Leurs Altesses Royales Marie Christine, Archiduchesse d'Autriche, & Albert Casimir, Duc de Saxe-Teschen, Gouverneurs & Capitaines-Généraux des Provinces Belgiques, &c. &c. &c.

MONSEIGNEUR, Voici donc enfin le moment où vous allez commencer un ministere, d'autant plus difficile que [...].

s.d., [14.7.1791 ?], s.l., 8 S., A4, 8°;

Zum Amtsantritt Metternichs als bevollmächtigter Minister in Belgien rät ihm der Verfasser, die Anhänger der Rebellion, die noch immer in ihren Ämtern säßen und ihren verderblichen Einfluß geltend machten, durch loyale Diener des Kaisers zu ersetzen, um Belgien wieder zu einem blühenden Land zu machen. Die Belgier fordert er auf, sich dem Kaiser und seiner Brüsseler Repräsentanten, den Generalgouverneuren und dem Minister, ohne Skepsis anzuvertrauen.

Alff.K 159/Alff.D 25





Lfd.Nr.: 224

[RAPEDIUS DE BERG, FERDINAND-PIERRE:]

DISCOURS DÉDIÉ AUX MANES DE JOSEPH II. PRONONCÉ A BRUXELLES, Au Jour Anniversaire de sa Mort. Le 20 Février 1791.

A LIEGE & se vend à BRUXELLES; Chez B. LE FRANCQ, Imprimeur-Libraire; rue de la Magdelaine. 1791. [20.2.1791], 24 S., A12, 8°;

Rede zum Gedenken an Joseph II., aus Anlaß des ersten Jahrgedächtnisses seines Todes (5 Anmerkungen am Schluß, des Textes). Der Verfasser, der den Kaiser persönlich kannte, lobt diesen als Feind jeder Form des Despotismus und der Heuchelei. Die Vorwürfe gegen seine Reformen und seine Vorgehensweise hält er für verleumderisch und für das Werk von Machtbesessenen. Joseph II. habe nie an die Erhebung einer Abgabe von 40/100 oder an eine Truppenaushebung gedacht. Frei erfunden seien die Foltermethoden der Intendanten und angebliche geheime Instruktionen über ihre Aufgaben. Falsche Tabellen über die Intendanturen seien verbreitet worden und die eigentlichen veröffentlichten Instruktionen beiseitegeschafft worden. Der Autor widerspricht den Meinungen, Joseph II. habe die Religion zerstören wollen, sei in seinen Reformabsichten zu sprunghaft gewesen, habe der öffentlichen Meinung kein Gehör geschenkt und habe das Gute schlecht ausgeführt.

Alff.K 160





Lfd.Nr.: 225

[GRAHAM:]

DISCOURS PRONONCÉ A L'OCCASION DE LA FÊTE DU I.er VENDÉMIAIRE AN VIII, ET DE LA RÉUNION DES NEUF DÉPARTEMENS A LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Par le Citoyen GRAHAM, Président de l'Administration Centrale du Département de L'ESCAUT.

A GAND, chez A. B. STÉVEN, Imprimeur du Département, Marché aux Grains. s.d., [23.9.1799], 7 S., 8°;

Loblied auf die Verfassung des Jahres II, die, bekämpft durch die Agenten der Despoten, auf der Basis gleicher Rechte, allen Franzosen die größtmögliche Freiheit und eine blühende Wirtschaft garantiert. Es folgt ein Appell an alle Franzosen, alle Intrigen einzustellen und sich dem gemeinsamen Revolutionsziel zu widmen.

Alff.K 161





Lfd.Nr.: 226

[PERÈS:]

DISCOURS PRONONCÉ DANS LE TEMPLE DE LA RAISON DE BRUXELLES, le décadi, 30 pluviôse, de l'an troisième de la République Française, une et indivisible, PAR PERÈS, Représentant du Peuple près les Armées du Nord et de Sambre et Meuse.

A BRUXELLES, de l'Imprimerie des Armées du Nord et de Sambre et Meuse. s.d., [18.2.1795], 14 S., 8 Bl., A8, 8°;

[unterz.:] PERES.

In seiner Rede in Brüssel wirbt der Verfasser für die französische republikanische Lebensform, der sich die Holländer bereits angeschlossen hätten, betont den Verzicht der Franzosen auf Rache für die feigen Übergriffe der Belgier auf die sich zurückziehenden französischen Soldaten nach der ersten Besetzung und auf die rigorose Ausnutzung des jetzigen Eroberungsrechts und versucht die Zweifel gegenüber den Assignaten zu zerstreuen.

Alff.K 162





Lfd.Nr.: 227

[GRAHAM:]

DISCOURS PRONONCÉ LE XX PRAIRIAL AN VII, SUR L'ASSASSINAT DES MINISTRES DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE A RASTADT. Par le Citoyen GRAHAM, Président de l'Administration Centrale du Département de L'ESCAUT.

A GAND, chez A. B. STÉVEN, Imprimeur du Département, Marché aux Grains. s.d., [8.6.1799], 28 S., (*)14, 8°; [ms. Titelseite:] preter (?), [S. 28:] Zahlen;

Ankündigung französischer Vergeltung für den feigen Mordanschlag österreichischer Husaren an den französischen Gesandten in Rastatt. Die österreichische Regierung wird beschuldigt, diesen Anschlag geplant und befohlen zu haben. Als Anhang eine Übersetzung des Protokolls (Traduction du procès-verbal des ministres plénipotentiaires à Rastadt, sur les événemens des 9 et 10 Floréal an VII) über die Ereignisse vom 28. und 29.4.1799 in Rastatt (S. 7-28), abgefaßt "A Carlsrouh, le 1.er mai 1799.", unterzeichnet: "le comte DE GORTZ, le baron DE JACOBI, DE DOHM, DE ROSENKRANZ, DE RECHBERG, DE REEDEN; baron DE GATZERT; comte DE SOLMS-LAUBACH, OTTO DE GEMMINGEN; baron DE KREUSN; comte DE TAUBE.

Alff.K 163





Lfd.Nr.: 228

[GRAHAM:]

DISCOURS PRONONCÉ LE XXIII THERMIDOR AN VII, FÊTE DU X AOÛÍT, PAR LE CITOYEN GRAHAM, Président de l'Administration Centrale du Département de L'ESCAUT.

A GAND, chez A. B. STÉVEN, Imprimeur du Département, Marché aux Grains. s.d., [10.8.1799], 7 S., 8°, [ms. Titelseite:] 6200;

Aus Anlaß des Jahrestages des Sturzes der Monarchie fordert der Verfasser alle Republikaner auf, die Errungenschaften der Republik gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen. Den Plänen einer aristokratisch-theokratisch ausgerichteten belgischen Sonderrepublik erteilt er eine entschiedene Absage. Die Rastätter Gesandtenmorde rechnet er zu den österreichischen Versuchen, die Monarchie wiederherzustellen.

Alff.K 164





Lfd.Nr.: 229

DISCOURS PRONONCÉ PAR LE PRÉSIDENT DE L'ADMINISTRATION CENTRALE DU DÉPARTEMENT DE L'ESCAUT, A l'occasion de l'anniversaire du 9 Vendémiaire, jour de la Réunion de la ci-devant Belgique à la République Française.

A GAND, De l'Imprimerie de la Veuve Michel de Goesin, vis-à-vis le vieux Conseil. l'An VI de la République Française. [4.10.1797], 10 S., 6 Bl., 8°;

[unterz.:] Pour copie conforme, Le Secrétaire général du Département de L'ESCAUT, Signé, I. VAN TOERS.

Anläßlich des Jahrestages der Vereinigung Belgiens mit Frankreich feiert der Verfasser die Prinzipien der Menschen- und Bürgerrechte und die französische Verfassung von 1795, in deren Genuß nun auch die Belgier gekommen sind. Er fordert die Belgier deshalb auf, sich als wahre Patrioten zu erweisen und auch die Pflichten eines französischen Bürgers zu erfüllen.

Alff.K 165





Lfd.Nr.: 230/231

DISCOURS PRONONCÉ Par le Président de L'ADMINISTRATION CENTRALE du Departement de L'ESCAUT, LE JOUR DE LA FÊTE DE LA RÉUNION DE LA BELGIQUE A LA FRANCE, Célébrée à GAND, Chef-lieu du Département, le 9 Vendémiaire, 5me année de la République Française,

A GAND, chez A. B. Stéven, Imprimeur du Département, Marché aux Grains. s.d., [4.10.1796], 12 S., 8°;

Pathetische Rede anläßlich des Jahrestages der Vereinigung Belgiens mit Frankreich. Der Redner preist die Befreiung Belgiens vom Ancien Régime durch die Franzosen und fordert die Belgier auf, im Kampf gegen die Despoten und für die Freiheit zusammenzustehen.

Alff.K 166/Alff.K 167





Lfd.Nr.: 232

[ROUPPE, N. J.:]

DISCOURS PRONONCÉ SUR LA GRANDE PLACE DE LOUVAIN PAR N. J. ROUPPE, ÉLÈVE DE L'ÉCOLE NORMALE Adjoint Secretaire-Greffier de cette Commune; LE DÉCADI 30 MESSIDOR 3me. ANNEÉ RÉP. A la Fête célébrée pour l'anniversaire de l'entrée victorieuse des armées Républicaines dans la même Ville.

s.d., [ms. auf Titelbl.: 18.7.1795], s.l., 15 S., 8°, frz./ndl., [Besitzervermerk auf Titelbl.:] J. P. Vandevelde;

Rede zum Jahrestag der Besetzung Löwens, in der der Redner die wankelmütigen Belgier zu überzeugen sucht, daß die Vereinigung Belgiens mit Frankreich die freiheitlich republikanische Ordnung in Belgien für immer vor den Despoten sichern würde. Als Anhang (S. 14/15) ist der Rede ein Auszug aus dem Stadtregister beigefügt, in dem der Druck und die Verbreitung der Rede verfügt werden.

Alff.K 168





Lfd.Nr.: 233

[anonym, 'LE PEUPLE DU HAINAUT':]

DISCOURS PRONONCÉS PAR LE PEUPLE DU HAINAUT, A LEURS ALTESSES ROYALES

MADAME, MONSEIGNEUR SI nous n'écoutions que les impulsions de nos coeurs, au milieu des consolations que Vos Altesses Royales viennent de répandre [...].

s.d., [14.6.1787], s.l., unpag., [2 S.], 2 Bl., Außenseiten unbedruckt, 8°;

Zwei einseitig bedruckte Blätter, die je eine Dankadresse an die Generalgouverneure und an den Herzog von Arenberg enthalten. Die Bevölkerung des Hennegaus dankt einerseits den Generalgouverneuren für die Suspendierung der Reformgesetze, verbunden mit der Hoffnung, daß der Kaiser diese Maßnahmen billigt, und andererseits ihrem 'Grand Bailli' für seine Verdienste um die Erhaltung der belgischen Privilegien und Verfassungen (Discours prononcés par le peuple du Hainaut à son Altesse Monseigneur, le Duc D'Aremberg.).

Alff.K 169

Discours prononcés par le peuple du Hainaut à son Altesse Monseigneur, le Duc D'Aremberg....s.Nr.233





Lfd.Nr.: 234

[GRATIEUX, L.:]

DISCOURS SUR LA FÊTE DE LA VIELLESSE, Célébrée le 10 Fructidor an VII. PAR LE CITOYEN L. GRATIEUX, Chef du 3me Bureau du Département de L'ESCAUT.

A GAND, De l'Imprimerie de la Veuve Michel de Goesin, vis-à-vis le vieux Conseil. s.d., [27.8.1799 ?], 8 S., 8°;

Pathetische Lobrede am Fest des Alters auf das Alter, das abgeklärt und reich an Erfahrung der Jugend als Vorbild dienen soll. Besonders hebt der Verfasser das tugendhafte Alter, das des Bauern, des Soldaten und des Armen hervor.

Alff.K 170





Lfd.Nr.: 235

DISCOURS SUR LA LIBERTÉ.

LA liberté, si chere à tout ce qui respire, est un des plus beaux attributs de l'être suprême & le présent le plus précieux [...].

[S. 4:] A BRUXELLES. M. D CC. XCI. [12.1791 ?], 4 S., 8°;

Rede über die Freiheit, deren Erhalt für den Verfasser eine notwendige Voraussetzung für ein moralisches und tugendhaftes Handeln darstellt. Da, wo sie fehlt, verfällt der Mensch der inneren oder äußeren Sklaverei. Alle, die die Freiheit unterdrücken und ihre vom Fürsten anvertraute Autorität mißbrauchen, sollen zugrunde gehen.

Alff.K 171





Lfd.Nr.: 236

[FLANDRE, CONSEIL de:]

D'OFFICE.

DE PRESIDENT ENDE RAEDS-LIEDEN van den KEYZER der Romeynen, KONING Apostolicq van Hongarien, Bohemen &a. Aerts-Hertog van Oostenryk &a. Grave van Vlaenderen &a. Geordonneert in Vlaenderen den eersten Deurwaerder van de kaemer van den voorzeyden Raede hierop verzogt. Salut. De Raeden Fiscaelen van Zyne MAJESTEYT van dezen Hove hebben ons by Requeste van heden vertoond [...].

s.d., [6.10.1791], s.l., unpag., [1 S.], 1 Bl., 2°;

[unterz.:] ...VAN DEN RAEDE in VLAENDEREN GEORDONNEERD. DOMINO BEYTS. onderteekend VAN SEVEREN. [Memorie:] Onderteekent. J. B. VANDER WAERDEN Deurwaerder.

Nach dem ergangenen Schuldspruch vom 3.9.1791 gegen den Grand-Bailli Desmet (s. Nr. 548; Mitwirkung an der Vollstreckung eines ungesetzlichen Todesurteils durch Erhängen von Jean François Ley(m)?man im Sommer 1790) verfügt der Rat von Flandern nach Vortrag seiner Fiskalen die Festnahme des flüchtigen Desmet. Sollte dieser sich erfolgreich der Verhaftung entziehen, dann soll er auf Beschluß des Rates, den der vollstreckende Gerichtsvollzieher als kurze Ankündigung dem Urteilsspruch anfügt (Memorie...), am 21.10.1791 vor Gericht erscheinen. Bei Weigerung droht dem Grand-Bailli der Einzug seiner Güter und die Verbannung aus der Provinz.

Alff.D 38





Lfd.Nr.: 237

DOLÉANCES ADRESSÉES AU PEUPLE BRABANÇON.

1790. [28.1.1790], s.l., [Bruxelles], 10 S., 8°;

[S.10:] Du 28 Janvier 1790.

Der Verfasser nimmt die nach Artikel 42 der Joyeuse Entrée ungesetzliche Hausdurchsuchung und das durch das Comité civil, dessen Legalität er anzweifelt, ausgesprochene Hausverbot für den Hausbesitzer Van Nerom zum Anlaß, die Reformbedürftigkeit der Verfassung darzulegen. Die angewandten Methoden vergleicht er mit den Praktiken der früheren österreichischen Regierung. Ausdrücklich weist er darauf hin, daß die im Hause Van Neroms abgehaltenen Sitzungen der Société patriotique allen Bürgern zugänglich sind, und die Zusammenkünfte getragen werden von patriotischer Gesinnung. Er verwahrt sich gegen die Verunglimpfung dieser Patrioten als Störer der öffentlichen Ordnung und Attentäter auf die Religion durch eine Flut von Brandschriften. Es sei besonders wichtig, das Volk in alle seine Rechte einzusetzen und es über jeden Mißbrauch seiner Interessen und jeden Anschlag auf die mühsam errungene Freiheit sofort aufzuklären.

Alff.K 172





Lfd.Nr.: 238

DOOR HET RECHT VAN DEN NATUER ENDE VAN DE VOLKEREN BETRACHT DE RUST ENDE VREDE VAN DE STAD ENDE PROVINCIE VAN MECHELEN.

M. DCC. XC. s.l., 14 S., 8 Bl., 8°;

Obwohl nach der Absetzung und der Vertreibung des Herrn von Mecheln die alten Provinzgewalten (Stände, Rat und Magistrat) berechtigt waren, interimistisch die Regierung zu übernehmen, damit die Provinz und die Stadt nicht in eine Anarchie falle, müsse doch sobald wie möglich das Volk als eigentlicher Befreier vom Tyrannenjoch die Souveränitätsrechte ausüben und eine neue Regierung wählen. Stadt- und Provinzverwaltung seien durch wenige dazu verführt worden, ihr Regiment auf Dauer einzurichten, Ratsherren aus dem Großen Rat von Mecheln ohne ordnungsgemäßes Verfahren ihrer Ämter zu entheben und den früheren Magistrat fortzujagen.

Alff.K 173





Lfd.Nr.: 239

[anonym, 'UN OFFICIER DE L'ARMÉE BELGIQUE':]

DOUTES D'UN OFFICIER DE L'ARMÉE BELGIQUE, NÉ BRABANÇON, Sur l'Adresse, presentée par 168 de ses Confreres aux États des Provinces Belgiques Unies, le 30 Mars 1790; proposés à ceux desdits Officiers, qui ont signé laditte Adresse.

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE. s.d., [3.4.1790], s.l., 13 S., 8 Bl., 8°,;

[unterz.:] Bruxelles ce 3 Avril 1790 ... Le moins important Officier de l'Armée Belgique.

Der Verfasser vermutet hinter der Adresse der Offiziere vom 30.3.1790 (s.a. Nr. 302, S. 250/51, Anm. 1, Journal général de l'Europe vom 4.4.1790) einen weiteren Anschlag auf die Brabanter Verfassung durch die Vonckisten und den Versuch, durch Täuschung der Offiziere die Rückeroberung der Provinzen durch die Österreicher zu ermöglichen. Die Falschmeldung einer Ablösung Van der Merschs habe nur dazu gedient, die Offiziere zur Unterschrift unter ein Dokument zu bewegen, das sie auf die Ziele, die in der Eingabe vom 15.3.1790 an die Brabanter Stände beschrieben sind, verpflichtet. Die sich daraus ergebenden negativen Konsequenzen für die Erhaltung der Verfassung und der gewonnenen Freiheit haben die Offiziere nicht bedacht, da sie diese Eingabe wahrscheinlich nicht gelesen haben. Da Inhalt und Schlußfolgerung der Adresse stark voneinander abweichen, hält der Verfasser die Veröffentlichung einer anderen Textfassung als die, die die Offiziere unterschrieben haben, für möglich. Den Vorwurf, die Armee solle vernichtet werden, weist er mit dem Hinweis auf die Verantwortlichkeit der Vonckisten zurück, die ihr ständiges Fragen nicht auf den eigentlichen Hauptpunkt der gemeinsamen Verteidigung richteten. Den Argwohn gegenüber neu rekrutierten altgedienten und kampferprobten Soldaten hält er im Hinblick auf die kommenden Aufgaben für unbegründet. Die Echtheit mancher angegebenen Dienstgrade bezweifelt er, und die Unterschrift von 168 Offizieren hält er nicht für ausreichend, um für die gesamte Armee zu sprechen. Manchen der Unterzeichner verdächtigt er der Parteilichkeit für die Österreicher, da ihre Eltern unter der früheren Regierung beträchtliche Spekulationsgewinne gemacht hätten.

Alff.K 174





Lfd.Nr.: 240

[HOOP, HENRI-JOSEPHVAN DER:]

DROITS ET PRÉROGATIVES Du Conseil Souverain de Brabant vengés; ou Preuve de son Autorité Directe et Immuable sur la Province de Limbourg.

MESSEIGNEURS, LA lenteur que les Etats de la Province de Limbourg ont mis jusqu'à présent dans leurs opérations pour aider [...].

s.d., [10.6.1790], s.l., 18 S., 8°, [falsch eingebunden];

[unterz. S. 16:] H. J. VAN DER HOOP. Bruxelles ce 10 Juin 1790.

In einem rechtshistorischen Abriß versucht Van der Hoop zu verdeutlichen, daß die Provinz Limburg seit der Schlacht von Worringen 1288 in einer Union mit der Provinz Brabant verbunden ist und deshalb die limburgischen Stände nicht einseitig die Rechte und Vorrechte des Brabanter Rates gegenüber der Provinz Limburg annulieren können, ohne gleichzeitig die Union aufzulösen. Zur Unterstreichung der Ansprüche des Brabanter Rates zitiert er Autoritäten wie De Pape, Wynants und Neny und beruft sich auf zahlreiche Urkunden. Der Schrift ist ein Schreiben vom 29.4.1790 aus Löwen beigefügt (S. 17-18), in dem Van der Hoop sein Befremden über den Inhalt des vorab veröffentlichten Manifestes der Provinz Limburg (s. Nr. 357 vom 24.6.1790) äußert und in vier Punkten vor allem die Wiedereinsetzung des Rates von Brabant in seine Rechte über die Provinz Limburg, die Abschaffung des Limburger Rates und der 'Subside permanent' sowie aller ungesetzlichen Edikte fordert, damit nicht in einer Revolte die österreichische Partei gestärkt wird.

Alff.B 5





Lfd.Nr.: 241/242

DE DRY GEZUSTERS, OF ARGLISTIGE STAETKUNDE VAN MARIE-ANTOINETTE, Koninginne van Vrankryk, MARIE-CAROLINE, Koninginne van Napels, EN MARIE-CHRISTINE, Gewezene Gouvernante der Nederlanden. Waer by gevoegd is eene merkweirdige Voor-zegginge, gedaen ten jaere 1484, door Joannes Lichtemberg, vermaerden Sterre-kundigen van Duydsland.

M. D. C C. L X X X X. [02.1790], s.l., 16 S., 8°;

Der Verfasser zeigt auf, daß die Großmachtpolitik des hochmütigen und tyrannischen Kaisers Joseph II., die darauf abzielte, mit Hilfe der Intrigen seiner Schwestern ganz Europa unter seine Botmäßigkeit zu bringen, gescheitert ist. Seine Schwestern, die Königin von Frankreich Marie-Antoinette, die Königin von Neapel-Sizilien Marie-Caroline und die Gouverneurin der österreichischen Niederlande Marie-Christine ernten nur Schimpf und Schande. Der Kaiser sollte bedenken, daß auch in Österreich, Ungarn und in Teilen Deutschlands Revolten gegen seine Herrschaft der Unterdrückung ausbrechen können. Der Verfasser ruft diese Länder auf, den Aufstand der belgischen Provinzen zum Vorbild zu nehmen, Waffenbrüderschaft mit den Brabantern zu schließen und gemeinsam gegen die Tyrannei zu kämpfen. Mit Sicherheit werden die Belgier im Kampf um ihre Unabhängigkeit Verbündete finden. Der Autor empfiehlt den Belgiern, sich nach dem Vorbild Frankreichs zu richten, kein Abkommen mit dem Tyrannen zu schließen und den Tod der Versklavung vorzuziehen. Auf den Seiten 15 und 16 schließt sich der Text einer Prophezeiung des Sterndeuters Johannes Lichtenberg an, der im Jahre 1484 das Kommen eines ketzerischen und despotischen Königs aus Böhmen, dessen Herrschaft grausamer und brutaler sein wird als die seiner Vorgänger, vorhergesagt hatte (MERKWEERDIGE VOORZEGGING Gedaen ten jaere 1484, door zekeren JOANNES LICHTEMBERG, Vermaerden Sterrekundigen van Duytschland. DAer zal in korten tyd eenen nieuwen Prins opstaen. [...].; s.a. Nr. 588.

Alff.K 175/Alff.K 176





Lfd.Nr.: 243

[FLANDRE, CONSEIL de:]

DE DWINGLANDYE DER STAETEN VAN VLAENDEREN Ter uytsluyting der gewoonelyke Rechts-Pleging van den Raede der selve Provincie in klaeren dag gestelt door de volgende stukken raekende 't ontslaeken van Syne Excellencie den Hertog Van URSEL &c.

MDCCLXXXX. [3.7.1790], s.l., 8 S., 8°, [ms. Titelbl.:] Kolonne von Nullenpaaren u.a.;

Fünf Schriftstücke betreffend die Inhaftierung des Herzogs d'Ursel. Nach wiederholten Eingaben an den Rat von Flandern in Gent (4.6. und 20.6.1790), beschließt dieser am 3.7.1790 die Freilassung des Herzogs d'Ursel. Als dieses Urteil Van der Noot bekannt wurde, trotzte er den Ständen den Beschluß ab, den Herzog von Gent nach Lier zu verlegen. Als der Herzog in Gent freigelassen werden soll, präsentiert die Wache dem Gerichtsvollzieher einen Brief der Stände, in dem die weitere Inhaftierung verfügt wird.

Alff.K 177





Lfd.Nr.: 244

L'ECHELLE, AUX SAUTEURS, PRÉCÉDÉE De la représentation des Etats de Brabant à Mr. le Comte de MERCY-ARGENTEAU.

1791. [25.4.1791], s.l., 18 S., 8°;

Im ersten Teil der Flugschrift ist die Eingabe der Stände vom 5.4.1791 an den Minister wiederabgedruckt. Zu ihrem Inhalt s. Nr. 378. Im zweiten Teil antwortet der Herausgeber auf diese Eingabe. Die Ständevertreter seien nur aufgrund der Milde des Kaisers noch in ihren Ämtern und es habe nicht der Ausschreitungen im Januar und Februar bedurft, um zu verdeutlichen, daß sie von den Bürgern gehaßt würden. Eine Versammlung der Generalstände sei unumgänglich, um die frühere ständische Verwaltung wieder in Ordnung zu bringen und die Stände für ihre Verbrechen abzuurteilen. In diesem Zusammenhang verwahrt sich der Verfasser gegen die Agitation französischer Emigranten gegen eine Nationalversammlung. Die Opposition der Stände gegen den Rat von Brabant diene nur dazu, eigene Vertreter im Rat zu haben, damit sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Sie sollten nicht wieder versuchen wie 1787 einen Umsturz in den Provinzen herbeizuführen. Die Bürger würden sie nicht mehr unterstützen, und die religiöse Verbrämung ihrer umstürzlerischen Pläne beeindruckten die Nation auch nicht mehr, nachdem sie erkannt habe, daß die Kapuziner mit ihren Brandpredigten die Ursache für den grausamen Bürgerkrieg waren. Unverständlich sei es, die Beachtung einer Verfassung zu verlangen, die sie ständig übertreten hätten und die Inhaftierung der ärgsten Aufrührer der Regierung als Despotismus anzulasten. Er droht den Ständemitgliedern, daß die Bürger nicht nur ihre Vertreibung, sondern auch ihre Köpfe fordern werden, wenn sie weiterhin versuchten, die Nation ins Unglück zu stürzen.

Alff.K 178





Lfd.Nr.: 245

ECHTE COPYE UYT DEN ORIGINELEN BRIEF DOOR DE GEDEPUTEERDE DER STAETEN VAN VLAENDEREN, Toegezonden aen het Magistraet ende Collatie der Stad Gend, benevens het Voor-Advys van het zelve Magistraet ende de daer op volgende Resolutie der Collatie.

TOT GEND, En te koop tot Brussel, By J. J. JOREZ, zoon, Drukker en Boek-verkooper op de Groote-Merkt. 1791. [26.4.1791], 15 S., 8°, [ms. Titelbl.:] 1791: 15 avril;

Abdruck eines Briefes der Stände von Flandern vom 15.4.1791 an den Magistrat und die 'Kollatie' der Stadt Gent (S. 3-6, unterz.: F. D. D'HOOP), neben dem Vorbericht des Magistrats (S. 7-12) und den Beschlüssen der 'Kollatie' vom 23. und 26.4.1791 (S. 12, unterz.: O. J. DE SMEDT; S. 13-15, unterz.: P. B. LE REVEREND). In dem Brief der Stände geht es um die Frage der Anerkennung der Schulden, die während der Revolution von den Ständen gemacht worden sind. Zu ihrer Abtragung wurde vorgeschlagen, pauschal eine Abgabe von 500 000 fl. dem Volk aufzubürden. Umstritten ist nicht nur diese Erhebung, sondern auch, welche Schulden anzuerkennen sind, ob der Kaiser pauschal alle Schulden anerkennen soll, oder erst nach einer Überprüfung der Bilanzen und, wer Anspruch auf Entschädigung hat. In seinem Vorbericht geht der Magistrat davon aus, daß die Stände in ungesetzlicher Weise die Souveränität ausgeübt haben und deshalb keine für das Volk bindenden Beschlüsse fassen konnten. Bei den Beratungen kann es also nur um eine freiwillige Übernahme der Schulden durch das Volk gehen. Körperschaften, die in irgendeiner Weise die revolutionäre Besteuerung mitbestimmt haben, sind als Betroffene von einem Votum auszuschließen. Detaillierte Bilanzen sollten nicht aufgestellt werden, und die vorgesehenen Entschädigungen für Kriegsfolgen in Kraft gesetzt werden. Die 'Kollatie' beschließt, die freiwillig ausgeführte Gesetzgebung vom Kaiser sanktionieren zu lassen und die Revision von Prozessen zuzulassen, vor allem im Zusammenhang mit Entschädigungen und strafrechtlicher Verfolgung. Weiterhin sollen nur die Schulden anerkannt werden, die auf ordentlichem Wege beschlossen wurden, detaillierte Aufstellungen aller Schulden und Einnahmen der Provinz Flandern erstellt werden, und die Entschädigungszahlungen genehmigt werden.

Alff.K 179





Lfd.Nr.: 246

[WALCKIERS, EDOUARD:]

ÉDOUARD WALCKIERS, AUX BELGES.

CITOYENS, J'APPRENDS, sans étonnement, que déjà mes nombreux ennemis usent de tous leurs moyens pour me calomnier [...].

s.d., [16.11.1792], s.l., 3 S., 8°;

[unterz.:] ÉDOUARD WALCKIERS. MONS libre, 16 novembre 1792, premier de la république.

Walckiers fordert alle Belgier auf, sich aus der Tyrannei der Stände, die die Feinde der Freiheit und der Gleichheit sind, zu befreien, alle feudalen Privilegien abzuschaffen und in einer Volksversammlung Volksvertreter zu benennen (s.a. Nr. 92, die Antwort auf seinen Aufruf).

Alff.K 180





Lfd.Nr.: 247

EFFUSION DE COEUR Sur le retour aux Pays-Bas de L. A. R. L'ARCHIDUCHESSE MARIE-CHRISTINE D'AUTRICHE ET LE DUC ALBERT-CASIMIR DE SAXE-TESCHEN.

Belges,CHRISTINE arrive,& son coeur détrompé/De notre vrai bonheur désormais occupé,[...].

s.d., [11.6.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[S.3:] Bruxelles, le 11 Juin 1791.

Überschwengliches Loblied in Gedichtform auf die am 15.6.1791 nach Brüssel zurückkehrenden Generalgouverneure und ihre Regierungskunst sowie auf ihren umsichtigen Minister und auf den nachsichtigen und weisen Kaiser Leopold II..

Alff.K 181





Lfd.Nr.: 248

[JACOBUS DE MAN: (?)]

ENTRETIEN DE LA CRÉATURE AVEC SON CRÉATEUR Sur l'état actuel des affaires du tems.

SEIGNEUR Dieu, qui êtes la Colonne inébranlable de votre Eglise, contre la quelle les portes de l'Enfer ne prévaudront jamais, [...].

s.d., [1789], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Imprimatur, M. J. DE BAST, Past.

Inständige Bitte an den Schöpfergott, die Verbrechen an der Religion sowie die Verfolgungen der Geistlichkeit nicht ungesühnt geschehen zu lassen.

Alff.K 182





Lfd.Nr.: 249

[anonym, 'L'AUTEUR DE L'ENTRETIEN SECRET':]

ENTRETIEN ENTRE L'EMPEREUR, ET MESSIEURS DE TRAUTTMANSDORF, Son Ministre Plénipotentiaire aux Pays-Bas ET LE GÉNÉRAL D'ALTON. Par l'Auteur de l'ENTRETIEN SECRET. Le 12 Janvier 1790.

1790. [12.1.1790], s.l., 15 S., A8, 8°;

In einem fiktiven Gespräch erfährt der ahnungslose Kaiser durch Trauttmansdorff den Verlust der südlichen Niederlande. Daraufhin will er den Minister zur Rechenschaft ziehen. Verängstigt beschuldigt nun dieser d'Alton, für den Aufstand verantwortlich zu sein, da er die Massaker in Gent nicht verhindert habe. d'Alton, der die Ereignisse in Gent herunterspielt, rechtfertigt sich seinerseits damit, die Ausschreitungen nicht angeordnet zu haben. Außerdem habe der Rückzugsbefehl des Ministers den entscheidenden Sieg über die Patrioten in Gent vereitelt. Trauttmansdorff seinerseits hält dem General seine überstürzte Flucht aus Brüssel vor, die die Verteidigung der Stadt zusammenbrechen ließ. Der Kaiser resumiert, daß die Unfähigkeit seines Ministers den Verlust der Provinzen vorbereitet habe, und die Grausamkeit d'Altons ihn hat Wirklichkeit werden lassen. Beide sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden.

Alff.K 183





Lfd.Nr.: 250

[LEPLAT, JOSSE:]

EPITRE DÉDICATOIRE QUI MANQUE AU LIBELLE INTITULÉ LETTRES D'UN CHANOINE PÉNITENTIER DE LA MÉTROPOLE DE *** A UN CHANOINE THÉOLOGAL DE LA CATHÉDRALE DE **, Sur les affaires de la Religion.

MDCCLXXXVI. s.l., 24 S., A6-B6, 12°;

Antwort Leplats auf die "Lettres d'un chanoine pénitencier..." von Dedoyar, die der Verfasser fälschlicherweise Feller zuschreibt. Er widmet diese Antwort dem Triumvirat Van de Velde, G. Enoch und J. Werbrouck, da sie nach seiner Meinung die Ansichten Fellers teilen. In ironischer Kommentierung ihrer Kritik an den religiösen Reformgesetzen Joseph II. (Toleranzpatent, Eheedikt, Zensurgesetzgebung, kirchliche Gerichtsbarkeit) und ihrem Eifer, jede Form der Häresie zu bekämpfen, verspottet Leplat den Ultramontanismus und deutet die gefährlichen Konsequenzen an, die sich aus diesem Verhalten ergeben.

Alff.A 1





Lfd.Nr.: 251

[MURRAY, JOSEPH Comte de:]

ESSAI SUR L'ADMINISTRATION DE SON EXCELLENCE LE COMTE DE MURRAY, GOUVERNEUR-GENÉRAL PAR INTERIM DANS LES PAYS-BAS AUTRICHIENS En 1787; Suivi des Pieces justificatives les plus essentielles & les plus intéressantes, pour servir à l'Histoire de la Révolution Belgique.

1791. [vor 16.6.], s.l., iv,5-25,1-36, [61 S.], (t),A8,B4,(),a4-d4,e2, 8°, Schmutztitel;

Der Verfasser bezeichnet im Vorwort der Schrift seinen kurzen Bericht über die Statthalterschaft Murrays im Jahre 1787 als einen objektiven Beitrag zu einer künftigen Geschichtsschreibung der belgischen Revolutionen. Die Errichtung des Generalseminars in Löwen 1786 zum Ausgangspunkt der belgischen Unruhen nehmend, beschreibt der Verfasser die schwierige Amtszeit des Grafen Murray in Brüssel, an deren Endpunkt die Aufhebung der josephinischen Reformgesetze steht, als vorbildhaft. Er lobt die Umsicht und Klugheit Murrays, der nicht nur die Stände dazu überreden konnte, eine Gesandtschaft nach Wien zu schicken, sondern auch einen drohenden Bürgerkrieg verhinderte. Murray sei es gelungen, ohne die Würde des Kaisers zu verletzen, den Bürgern wieder Vertrauen in die Regierung zu geben (s.a. Nr.361/362 u. Nr. 393). Im Anhang finden sich folgende 20 Dokumente abgedruckt: 1. Edit de l'empereur du 16 oct. 1786 (Errichtung des Generalseminars), S.1-5; 2. Diplome de l'empereur du 1 Jan. 1787 (Verwaltungsreform), S.5-7; 3. Diplome de l'empereur du 1 Jan. 1787 (Justizreform), S.7-8; 4. Edit de l'empereur du 12 Mars 1787 (Einrichtung der Intendantur), S.9-11; 5.1. Représentation de Mgrs. les Etats de Brabant...du 30 Mai 1787 (Beachtung der Verfassung), S.11; 5.2. Dépêche de Leurs Altesses Royales...du 30 Mai 1787 (Eingehen auf Ständeforderungen), S.12; 6. Copie d'une lettre de son Altesse le Chancelier de Cour & d'Etats...de Vienne le 18 Juin 1787 (Hoffnung auf Einverständnis des Kaisers), S.12-14; 7.1. Anschreiben Kaunitz zum folgenden Brief des Kaisers 3.7.1787, S.14; 7.2. Lettre de l'empereur et roi du 3 juillet 1787 (Rechtfertigungsschreiben des Kaisers), S.14-15; 8. Lettre des Etats de Brabant...16 Juillet 1787 (verstärkte Unruhe in der Bevölkerung), S.16-17; 9. Dépêche de L.A.R....du 18 Juillet 1787 (Beruhigung der Stände), S.17-18; 10. Ernennung Murrays zum Generalgouverneur durch den Kaiser vom 3.Juli 1787, S.19-21; 11. Note pour les différens Etats des Provinces...du 5 Août 1787 (Ankündigung von Truppenkonzentrationen, Respektierung der Verfassung), S.21-22; 12. Remontrances des Etats de Brabant... du 5 Août 1787 (Wirtschaft leidet unter Mißtrauen), S.22-24; 13.1. Requête des Syndics des Nations de Bruxelles...du 7 Août 1787 (Angst vor Blockade der Stadt), S.24-25; 13.2. Relation de ce qui s'est passé...du 7 Août 1787 (Frage der Truppenkonzentration), S.25-26; 14.1. Précis de la Rélation... (Bericht über die Gesandtschaft nach Wien), S.26-27; 14.2. Réponse de sa Majesté... (Ankündigung der 'Préalables'), S.27-28; 15. Dépêche de sa Majesté...du 16 Août 1787 ('Préalables), S.28-29; 16. Mémoire à Son Excellence le Comte de Murray ('Préalables' verfassungswidrig, Steuerverweigerung), S.30-31; 17. Joseph, Comte de Murray...le 1 Septembre 1787 (Zusammenarbeit mit den Ständen nach Erfüllung der 'Préalables'), S.31-32; 18. Brief der Brabanter Stände vom 18.11.1787 (Steuerbewilligung, Erwartung einer milden kaiserlichen Erklärung), S.32-34; 19. Déclaration de l'empereur et roi du 28 Août 1787 (Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung), S.34-35; 20. Joseph, Comte de Murray...du 21 Septembre 1787 (Beachtung der Verfassung und der Privilegien, Aufhebung der Verwaltungs- und Justizreform Joseph II.), S.35-36;

Alff.K 184





Lfd.Nr.: 252

L'ÉTENDART DE LA FEMME FORTE DE NOS JOURS.

1791. s.l., 36 S., t,A8-B8,C2,(), 8°;

Bericht über das wunderbare Wirken der Maria Antonia de Saint Joseph in Südamerika im Dienste des verbannten Jesuitenordens. Trotz mangelnder Unterstützung aus Rom und der zögernden Haltung der Jesuiten und des Klerus kämpft sie mit allen Kräften für die Wiederzulassung des Ordens, indem sie u.a. erfolgreich in Buenos Aires Exerzitien nach den Regeln des Ordensgründers durchführt. Kritik des Verfassers am Anti-Christentum in Europa.

Alff.K 185





Lfd.Nr.: 253

EVENEMENT./REPONSE.

Le 15 de ce mois d'Avril, les deux premiers Ordres des Etats de Brabant, ont consenti [...]/Non ce n'est pas une demarche inconsiderée de la part du Magistrat de Bruxelles, [...].

s.d., [20.4.1791], s.l., 7 S., A4, 8°, zweispaltig, [S.4, linke Spalte, Text bricht mitten im Satz ab; letzten beiden Zeilen nicht abgedruckt];

[S.7:] 1791.

Der Verfasser widerspricht der Behauptung, der Brüsseler Magistrat habe unbedacht durch die Nichtanerkennung der Unterschrift von J.J. Moris die Beschlüsse der beiden ersten Stände zur Inauguration Leopolds vorerst zu Fall gebracht; vielmehr sei das Ganze ein Intrigenspiel des Brabanter Rates De Jonghe und des Magistrats, um gegenüber den 'Nationen' den Eindruck zu erwecken, der Magistrat und die Vonckisten seien gegen die gewünschte Inauguration, damit die 'Nationen' als Gegenreaktion der Durchführung der Inauguration zustimmten. Der Autor warnt die Doyens der 'Nationen' in diese Falle zu tappen und ermutigt sie nach Artikel 59 der Verfassung sich legal zu widersetzen. Aufgrund des verfassungswidrigen Verhaltens Leopolds, seiner Brüsseler Regierung und des illegalen Rates von Brabant (er führt u.a. das selbstherrliche Regiment der Brüder Crumpipen an und druckt einen Auszug des Dekretes vom 20.4.1791 an die Stände des Hennegau ab, in dem der bevollmächtigte Minister die Neuorganisation des hennegauer Rates für endgültig erklärt) könne eine Inauguration nicht stattfinden, sondern erst, wenn alle Verfassungsbrüche beseitigt worden seien. Die Aufgabe des 3. Standes sei es, die Gesetze und Rechte des Landes zu verteidigen und nicht, wie die Vonckisten meinten, alle Gesellschaftsschichten zu repräsentieren.

Alff.K 186





Lfd.Nr.: 254/255

[SANDELIN, ALEXANDRE:]

EXHORTATION D'UN VONCKISTE A SES CONCITOYENS.

De l'Imprimerie D'EMM. Flon, rue de la Putterie. 1791. [26.2.1791], s.l., [Bruxelles], 7 S., 8°;

[S.7:] Bruxelles, 26 Février 1791.

Sandelin mißbilligt die Exzesse vom 24. und 25.2., verwirft jede Form von Fanatismus und Rache und empfiehlt bei berechtigten Klagen die Gerichte zu bemühen. Obwohl bereits Stimmen laut geworden seien, die Vonckisten seien die Urheber dieser Ausschreitungen, hält Sandelin es für ausgeschlossen, daß ein wahrer Vonckist sich an einem solchen Treiben beteiligt hat. Er ruft dazu auf, alle Reumütigen mit offenen Armen aufzunehmen und gemeinsam zur Beförderung des öffentlichen Wohls zu arbeiten (s.a. Nr. 81).

Alff.K 187/Alff.K 188





Lfd.Nr.: 256

LES EXPLOITS DES CAPUCINS ET DES NONNETTES, OU COUP-D'OEIL SUR LEURS REQUÊTTES.

1791. [nach 25.2.1791], s.l., 8 S., 8°;

Der Verfasser nimmt die Eingaben der Kapuziner und der Nonnen des Klosters Sankt Elisabeth in Brüssel zum Anlaß, den hohen Klerus und die Ordensgeistlichkeit in scharfer Form anzugreifen. Sie hätten die Stände zur Rebellion angestachelt und die Eingaben auf Bitten der aufgewiegelten Stände verfaßt. Statt nach Vergebung und Versöhnung trachteten die Kapuziner nach Vergeltung, bereicherten sich auf Kosten der Armen und vergäßen, daß ein Kapuziner die grausame Ermordung Van Krieckens veranlaßte. In den Forderungen der Nonnen nach Wiederherstellung ihrer Privilegien sieht der Verfasser das Wirken des unheilvollen monastischen Geistes, der sich nicht in Bescheidenheit übt. Der Fürst solle den Forderungen nicht nachgeben, wolle er verhindern, daß weitere folgten; er solle stattdessen den Ordensangehörigen die Freiheit geben, ihr Kloster zu verlassen, versehen mit einer Pension, die aus den Erträgen des jeweiligen Klosters gezahlt würde. Die Folge wäre, daß nur noch einige Fanatiker mit ihren Oberen in den Klöstern blieben und keine Reichtümer mehr anhäufen könnten. Eindringlich bittet er den Kaiser, seine treuen Untertanen von der Geißel der Ordensgeistlichkeit zu befreien.

Alff.K 189





Lfd.Nr.: 257

[DOHM, CHRISTIAN WILHELM von:]

EXPOSÉ DE LA RÉVOLUTION DE LIEGE EN 1789, ET de la conduite qu'à tenue à ce sujet, SA MAJESTÉ LE ROI DE PRUSSE. PAR M. DE DOHM, Conseiller-Intime de S. M., & son Ministre-Plénipotentiaire pour le Directoire de Clêves, au Cercle du Bas-Rhin & de Westphalie. EN FÉVRIER 1790. Traduit de l'Allemand par M. REYNIER, Citoyen de Liege, Secrétaire-Perpétuel de la SOCIÉTÉ D'ÉMULATION de cette Ville.

A LIEGE, De l'Imprimerie de la SOCIÉTÉ TYPOGRAPHIQUE. M. DCC. XC. [13.5.1790], vij,Inhaltsverzeichnis [viij],176 S.,LXXII S., *4,A8-L8,a8-d8,e4, 8°, blauer Broschur, Vorwort des Übersetzers;

Darstellung der Vorgeschichte und des Verlaufs der Lütticher Revolution bis zum militärischen Eingreifen der Preußen durch den Gesandten Dohm. Im Vorwort dieser Übersetzung lobt der Übersetzer Reynier die Staatskunst des preußischen Königs und seines aufgeklärten und würdevollen Ministers Dohm. Mit seinem maßvollen Eingreifen habe, so Dohm, der König einen Bürgerkrieg und die Abspaltung des Fürstbistums Lüttich vom Deutschen Reich verhindert. Deshalb sei es ungerechtfertigt, dem König unehrenhafte Motive unterzuschieben. Dohm rechnet damit, daß die preußischen Truppen nur für kurze Zeit in Lüttich stationiert sein werden. In einem Anhang fügt Dohm der Schrift zahlreiche Dokumente bei. Zusätzlich zur deutschen Ausgabe werden noch zwei Briefe abgedruckt, die die Korrespondenz zwischen dem König von Preußen und dem Fürstbischof ergänzen sollen (1. RÉPONSE de l'Evêque-Prince, à la Lettre de S. M. LE ROI DE PRUSSE du 28 Mars. 2. COPIE de la lettre écrite par Son Exc. M. le Baron DE STEIN, à S. A. le PRINCE-EVêQUE de Liege. (vom 29.3.1790)), (s.a. Nr. 55 u. 149).

Alff.K 190





Lfd.Nr.: 258

Extract uyt de Haarlemsche courant van des 4 December 1790.

Men verneemt, dat de drie Ministers der Geallieerde Mogendheden, hier resideerende, den 20 der voorleden Maand, aan den Keizerlyken Minister, [...].

s.d., [4.12.1790], s.l., 4 S. 8°;

Auszug aus dem 'Haarlemschen Courant' vom 4.12.1790. Übersetzung (?) der Erklärung der drei Minister der Garantiemächte vom 20.11.1790 in Den Haag an den österreichischen Unterhändler Mercy-Argenteau. Zum Inhalt siehe die französische Fassung, Nr. 262.

Alff.K 191





Lfd.Nr.: 259

EXTRACT UYT DE LEYDSE GAZETTE.

BRUSSEL, den 27 December 1790. VOORLEDEN Vrydag nagt is de Graaf van Metternich alhier aangekomen, naar men verzekerd om als Minister aan't roer van zaaken te presideeren; [...].

s.d., [27.12.1790], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

Auszug aus der 'Leidener Gazette'. In kurzen Berichten wird die Ankunft Metternichs sowie des Barons von Fels und Crumpipens in Brüssel mitgeteilt, die Maßnahmen beschrieben, die Bender gegen mögliche Verschwörungen getroffen hat und über die Rückkehr vieler Vonckisten und Nootisten und über die Aussetzung von Prämien durch Nootisten, die derjenige erhält, der ihnen ein Verbrechen nachweisen kann, berichtet.

Alff.K 192





Lfd.Nr.: 260

EXTRACT Uyt eenen Brief van Weenen van den 23 Januarius 1782.

"SEDERT dat den Keyser syn systema opsigtelyk tot de Kerkelyke saeken begonnen heeft te verklaeren, [...].

s.d., [23.1.1782], s.l., 8 S., 8°;

Briefauszug, der die geplante Aufhebung von 50 Klöstern zum Inhalt hat. In Auszügen wird eine Ordonnanz vom 12.1.1782 zitiert, die die Modalitäten der Aufhebung regeln soll. Der Verfasser rät dazu, die weitere Entwicklung abzuwarten und deutet weitere religiöse und verwaltungstechnische Reformvorhaben des Kaisers an (Toleranz, Gleichstellung der Juden, Straffung der Verwaltung und Sparsamkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern).

Alff.A 8





Lfd.Nr.: 261

EXTRAIT DE LA DESCRIPTION DES PROVINCES DU PAYS-BAS, DE L'AN 1349, AVEC LES SEPT PRIVILEGES Les plus importans & remarquables des Brabançons & Pays d'alentours.

TAnt les Brabançons que les autres États, tels que sont Limbourg, Valkembourg, Dalem, Rhode le Duc, & autres Seigneuries de la Meuse, [...].

s.d., [06.1787 ?], s.l., 4 S., 8°;

Aufzählung der 7 wichtigsten Privilegien Brabants und der mit Brabant verbundenen Territorien aus dem Jahre 1349 in der goldenen Bulle von Brabant (Zustimmungspflicht bei Erhöhung des geistlichen Standes, ordentliche Gerichtsbarkeit nach altem Herkommen, Erhebung von Abgaben nur mit Zustimmung der Stände, Besetzung der Ämter durch Bewohner des Landes mit wenigen Ausnahmen, freie Verfügung über Güter, Einberufung der Stände nur innerhalb des Territoriums, Widerstandsrecht bei Mißachtung der Privilegien). Vorab betont der Verfasser, daß kein Brabanter vor ein Gericht außerhalb Brabants gestellt werden darf. Diese Privilegien dienen im Zusammenspiel mit einer Mischverfassung nicht nur dem Volk, sondern auch dem Fürsten, der dadurch vor verderblichen Ratschlägen seiner Minister geschützt wird. Durch den Zusammenschluß des Hennegaus mit Brabant genießen beide Provinzen die gleichen Privilegien und deshalb können keine Ständevertreter dieser Provinz nach Wien reisen (s.a. Nr. 417).

Alff.A 7





Lfd.Nr.: 262

EXTRAIT de la Gazette de Divers Endroits.

De LA HAYE le 19 Novembre 1790. HAUTS ET PUISSANS SEIGNEURS, NOus avons eu, ce matin, notre premiere Audience avec les trois Ministres, [...].

s.d., [20.11.1790], 7 S., 4 Bl., 8°;

Es werden die Berichte der belgischen Gesandten an den Kongreß vom 19. und 20.11.1790 (s.a. Nr. 258) sowie die Erklärung der Garantiemächte vom 20.11.1790 an Mercy-Argenteau wiedergegeben. Im ersten Bericht schildern die Gesandten das vorläufige Scheitern der Waffenstillstandsverhandlungen aufgrund der unnachgiebigen Haltung Mercy-Argenteaus. Die Garantiemächte versuchen am folgenden Tag noch einen weiteren Aufschub der 21-Tagefrist zu erlangen, raten den Belgiern aber ihre Vorschläge ohne Zögern anzunehmen, wenn die Unterredung zu keinem Ergebnis führe. Im zweiten Bericht zeigen die Gesandten dem Kongreß das endgültige Scheitern der Verhandlungen und ihre sofortige Rückkehr nach Brüssel an. Die Minister der Garantiemächte bekunden am 20.11. Mercy-Argenteau gegenüber ihr Unverständnis über seine Weigerung, den Belgiern eine weitere Frist einzuräumen, zeigen sich befremdet über die Absicht der Österreicher, ihre Truppen in jedem Fall in die Provinzen einmarschieren zu lassen, auch wenn sich die Belgier unterwerfen würden und distanzieren sich von diesem Vorhaben.

Alff.K 193





Lfd.Nr.: 263

Extrait de la Gazette de DIVERS ENDROITS.

De LA HAYE, le 31 Octobre 1790. M. le Comte de Mercy-Argenteau, Ambassadeur de l'Empereur en France, & son Plénipotentiaire ici [...].

s.d., [31.10.1790], s.l., 6 S., 4 Bl., 8°;

Abdruck der Antwort Leempoels auf die Vorschläge der Minister der Garantiemächte in Den Haag und deren Antwortnote. Einleitend wird die Zusammenkunft Mercys mit dem Präsident der Generalstaaten und die Ernennung Van de Spiegels zum Unterhändler erwähnt. Im Auftrag des belgischen Kongresses antwortet Leempoel am 27.10.1790 auf die 'Replique verbale' der Unterhändler der drei Garantiemächte vom 4.10.1790. Unter Hinweis auf die Gefährdung der niederländischen Freiheit im 16.Jahrhundert durch den Abschluß von Waffenstillstandsabkommen fordert er die Unterhändler auf, offiziell die Voraussetzungen zu nennen, unter denen ein Waffenstillstand geschlossen werden kann. Außerdem zeigt er sich besorgt über den bisherigen Ausschluß Frankreichs bei den Verhandlungen. Es folgt die offizielle Antwort der Unterhändler vom 31.10.1790 aus Den Haag. Darin fordern sie die Belgier ultimativ auf, binnen 21 Tagen unter die Herrschaft des Kaisers zurückzukehren. Sollten sie sich in irgendeiner Weise verweigern, könnten die Garantiemächte nicht mehr für den Erhalt der alten Verfassung und die Gewährung einer Amnestie für die Zeit der Unruhen bürgen. Für zu gering halten sie die Gefahr einer Einmischung Frankreichs, um sich den Vorschlägen des Kaisers zu verweigern.

Alff.K 194

Extrait de l'histoire générale de la maison d'Autriche...s.Nr.287





Lfd.Nr.: 264

EXTRAIT Du Journal politique des Empires, du 9 Février 1792.

FAUDRA-t-il donc qu'un Souverain soit sans cesse précédé de haches, de bourreaux, [...].

s.d., [9.2.1792], s.l., 7 S., A4, 8°;

Der Auszug aus dem Journal politique des Empires beinhaltet 4 Schreiben: 1. Einleitungstext: Obwohl es dem Kaiser widerstrebt, harte Maßnahmen zu ergreifen, ist er verpflichtet, manchmal zum Schutz seiner Untertanen und seiner Würde Standfestigkeit und Entschlossenheit zu zeigen. 2. Auszug aus einem Brief aus Brüssel vom 6.2.1792, in dem das entschlossene Durchgreifen Leopolds und der Brüsseler Regierung gelobt wird, demzufolge die Gefahr einer Verschwörung in Brabant gebannt werden konnte und die Stände, ohne die Unterstützung ihrer Helfershelfer gezwungen sind, ihr anmaßendes Verhalten zu überdenken. Der Verfasser des Briefes regt seinen anonymen Briefpartner an, die folgende Loyalitätsadresse der flandrischen Stände und die Antwort des Ministers zu veröffentlichen. 3. Schreiben der Flandrischen Stände vom 21.1.1792 an den Minister, in dem sie die getroffenen Maßnahmen der Regierung gegen die Verschwörer begrüßen. 4. Antwortschreiben des Ministers vom 24.1.1792. Er bestätigt die durch die Gazette de Bruxelles am 17.1.1792 verbreitete Nachricht einer Verschwörung und teilt den Ständen mit, daß er sich für die Entwicklung Flanderns besonders einsetzen wird.

Alff.K 195





Lfd.Nr.: 265

EXTRAIT Du Registre aux Procès-verbaux de l'Administration Centrale du Département de L'ESCAUT.

L'AN sept de la République Française, une et indivisible, le 20 Frimaire, à neuf heures du matin, les Autorités constituées civiles [...].

[S.4:] A GAND, chez A. B. STÉVEN, Imprimeur du Département, Marché aux grains. s.d., [10.12.1798], 4 S., 8°, [ms. S.1: 20 (?) frim.];

[unterz.:] ... GRAHAM, Président; T. BARBOT, pour le Secr.-général.

Bericht über den feierlichen Umzug und die verschiedenen Zeremonien anläßlich der Verbrennung der erbeuteten Fahnen republikfeindlicher Rebellen des Departements, der Wiedererrichtung des Freiheitsbaumes und der Verabschiedung von Rekruten aus der Stadt Gent.

Alff.K 196





Lfd.Nr.: 266

[HAINAUT, TIERS-ETAT du:]

EXTRAIT du Régistre des Résolutions de Messieurs du Tiers-Etat du Pays & Comté de Hainaut. Du 27 Avril 1791.

SUR représentation faite par le Pensionnaire de cette ville, Vigneron, que les Députés ci-devant envoyés à Vienne sont de retour à Bruxelles, [...].

s.d., [30.4.1791], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] VIGNERON.

Der Dritte Stand des Hennegaus beschließt,die ohne Mandat nach Wien gefahrenen und jetzt in Brüssel in Verhandlungen mit dem bevollmächtigten Minister tretenden Juristen P. Durieux und X. Demarbaix durch eine Gesandtschaft zu ersetzen. In dem sich anschließenden Bericht fassen die Gesandten u.a. ihr Gespräch mit Mercy-Argenteau zusammen. Dieser habe die Widersinnigkeit der Wiener Gesandtschaft betont, habe erklärt, keine Verhandlungen mit dieser Gesandtschaft führen zu wollen und habe sich erfreut über den neuen Beschluß des Dritten Standes gezeigt (s.a. Nr. 476).

Alff.K 197





Lfd.Nr.: 267

EXTRAIT d'une Lettre d'Andoye au quartier Général de l'Armée Patriotique. Du 13 Juin 1790.

MONSIEUR, HIER, tandis que j'étoit chez le Général Schoenfeld, arriva un rapport par un Capitaine Hollandois de Nation, qui se tient [...].

s.d., [13.6.1790], s.l., 4 S., 8°;

Fiktiver (?) Brief aus Andoye (unterzeichnet mit J.H.D....) an das Hauptquartier der Patriotenarmee, in dem außer einigen Bemerkungen zur militärischen Lage das Auffinden einiger Exemplare der Depesche der Generalgouverneure auf der alten Straße nach Luxemburg berichtet wird. Es folgt die kritisch kommentierte Depesche der Generalgouverneure, die den Vorposten der Patriotenarmee zugespielt worden sein soll: DEPECHE Ecrite par Leurs Altesses Royales les Sérénissimes Gouverneurs-Généraux des Pays-Bas, au Général d'Artillerie Baron de Bender. Datée de Bonn du 29 Mai 1790. In dieser Depesche an den General Bender begrüßen die Generalgouverneure alle von ihm getroffenen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der militärischen Disziplin in den Provinzen Luxemburg und Namur und zur Wiedergewinnung des Vertrauens der Bevölkerung. Sie betonen, daß die kaiserlichen Truppen nur Ruhe und Ordnung wiederherstellen sollen und die Bewohner nicht als Feinde betrachten. Obwohl die Stände das kaiserliche Manifest abgelehnt haben, bleibt Leopold II. bei seiner Absicht, in jeder Provinz die ursprüngliche Verfassung wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Die Offiziere und Kommandeure werden aufgefordert, durch Verteilung der Depesche die Absichten des Kaisers der Öffentlichkeit kundzutun. Der Kommentar erinnert an die Greueltaten der kaiserlichen Truppen und hält die Ankündigungen des Kaisers für unglaubwürdig.

Alff.C 13





Lfd.Nr.: 268

[anonym, 'UN PATRIOTTE BRABANÇON':]

EXTRAIT D'une Lettre de Douay, datée du 1 Décembre 1791.,d'un Patriott(!)e Brabançon, à son ami à Bruxelles.

CHER AMI, NOs affaires vont, on ne peut pas mieux; nous approchons de jour en jour de notre bonheur commun; [...].

s.d., [1.12.1791], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Votre...Serviteur CONFÉDÉRÉ.

In diesem Briefauszug werden Vonck und Van der Mersch als österreichische Handlanger bezeichnet, die aber, am Ende ihrer Kräfte, nichts mehr ausrichteten. Alle wahren Freunde der Verfassung sollten sich unter dem Namen Konföderierte in Klubs zusammenschließen; ausgeschlossen werden sollten nur diejenigen, die Verbrechen begangen hätten. Der Verfasser versucht die Befürchtung zu zerstreuen, man könnte in den Provinzen das französische System einführen. Er bittet um einen genauen Bericht über das Verhalten der einzelnen Gruppen untereinander.

Alff.K 198





Lfd.Nr.: 269

[anonym, 'DÉPUTÉS DE L'ETAT, UN DES':]

EXTRAIT d'une Lettre de la part d'un des Deputés de l'Etat, actuellement à Bruxelles, en date du 7 Octobre 1791, à neuf heures & demie du soir, à un des Membres de la Deputation ordinaire, & dont il a été fait rapport à la Séance de l'Assemblée, le 11. du dit mois.

MONSIEUR, JE me trouve dejà découragé & dans une sorte d'abattement à la vue de la multitude des objets [...].

s.d., [11.10.1791], s.l., 3 S., 8°;

Briefauszug, in dem sich ein Abgeordneter besorgt darüber zeigt, daß die Kosten nicht nachweisbarer Lieferungen an die Armee oder Ausgaben, die nicht vom damaligen Kongreß veranlaßt waren, nicht anerkannt werden.

Alff.D 39





Lfd.Nr.: 270/271

[FRANÇOIS II.:]

EXTRAIT d'une Lettre de WEEZEL, du 2 Février 1793.

Convaincus que nos fidéles sujets des Pays-Bas ne seront heureux qu'autant qu'ils jouiront des Droits et Privilèges [...].

s.d., [2.2.1793], s.l., 1 S., 1 Bl., 8°;

[unterz.:] ...Vienne le 26 Décembre 1792. Signé FRANÇOIS.

Erklärung Franz II. an seine belgischen Untertanen, alle Privilegien und Rechte so wiederherzustellen, wie sie unter der Herrschaft Karls VI. bestanden haben. Er ist bereit, eine Generalamnestie zu gewähren und selbst nach Belgien zu kommen, um mit den Ständen zum Wohl der Provinzen zu verhandeln.

Alff.K 199/Alff.K 200





Lfd.Nr.: 272

[anonym, 'UN VRAI PATRIOTE':]

EXTRAIT D'UNE LETTRE Ecrite de Berlin le 7 Août 1790 par un vrai Patriote a un autre à Bruxelles.

Mon cher Ami. JAI été, &c. LEOPOLD a contre toute croyance, avalé la pillule la plus amere que jamais Prince ait goûtée. [...].

A BRUXELLES, Chez A. J. D. DE BRAECKENIER, Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers, Coin de la Rue de la Mâchoire. s.d., [7.8.1790], 1 S., 1 Bl., 8°;

Nach Ansicht des Verfassers haben die Belgier es in der Hand, ganz ihre Unabhängigkeit zu gewinnen, nachdem der preußische König durchgesetzt hat, daß im Hinblick auf die belgischen Provinzen nichts ohne seine Beteiligung geschehe.

Alff.C 34





Lfd.Nr.: 273

EXTRAITS de diverses Requêtes présentées aux HAUTS ET PUISSANTS SEIGNEURS le chancelier & gens du Conseil PROVISIONNELen Brabant, relativement à la nomination.

EXTRAIT N°.1. Il me paroît, Hauts Puissans & Souverains Seigneurs qu'il y a déja assez long-tems qu'on se joue de moi [...].

s,d., [20.9.1791], s.l., 7 S., 8°, [1.S., ms.: 1.S., unleserlich];

Auszüge aus 6 fiktiven Bewerbungsschreiben um die freigewordene Ratsherrenstelle im Rat von Brabant.Die Schreiben sind so abgefaßt, daß die juristische Qualifikation in den Hintergrund tritt, und sich die angeblichen Bewerber (Ponthiure de Berlare, Aguier, Gaure Renau, Labiniau,J.J. Chapel, Den Abt) ihrer Untaten gegen Ständemitglieder, Kapuziner (Anspielung auf die Februarereignisse in Brüssel) und einfache Bürger rühmen. Zahlreiche weitere Anspielungen zielen auf die Verspottung und Abqualifizierung des als vorläufig bezeichneten Rates.

Alff.K 201





Lfd.Nr.: 274

[SABATIER DE CASTRE, (abbé):]

EXTRAITS D'UNE LETTRE DE L'ABBÉ SABATIER DE CASTRE.

A MAESTRICHT, Chez Cavelier, Marchand-Libraire. A AIX-LA-CHAPELLE, Chez Schoefers, Imprimeur sur le Seilgrave. s.d., [27.6.1791], 8 S., 8°, [Rückseite Titelbl., Avertissement];

Veröffentlichung von Auszügen eines Briefes des Abtes Sabatier de Castres an Herrn von B aus Maastricht. In einer kurzen vorangestellten Ankündigung begründet Herr von B die Veröffentlichung mit dem wertvollen Inhalt des Briefes und der Hoffnung, daß alle Minister der europäischen Mächte diese Auszüge lesen mögen. Der Abt fordert die Monarchen auf, den Ideen und Einflüssen der französischen Revolution durch ein gemeinsames Handeln gegenzusteuern. Nach der Festsetzung des französischen Königs in Paris bestehe die Gefahr, daß jeder europäische Thron ins Wanken gerate. Der Sturz des französischen Königs sollte nicht als der willkommene Untergang eines Rivalen angesehen werden, sondern als Angriff auf das Königtum, den es zurückzuschlagen gilt. Aufgrund des Buchdruckes sei das Volk nicht mehr in Unwissenheit zu halten. Die Aristokratie sei mit wenigen Ausnahmen nur an ihren eigenen Geschäften interessiert. Jede Verhandlung mit den französischen Ministern bedeute nun die Anerkennung der Volkssoveränität, die ja gerade den Sturz jedes Monarchen rechtfertige.

Alff.K 202





Lfd.Nr.: 275

[anonym, 'LES AMIS DE LA JUSTICE':]

LA FÊTE SANS LENDEMAIN, OU RÉFLEXION Sur l'événement de la nuit du 14 au 15 Juillet.

Le 16 Juillet 1791. s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] Les amis de la justice

Der Verfasser drückt die Hoffnung aus, daß man nach den Ereignissen vom 14./15. Juli zu der Einsicht gelangt ist, daß man nur durch die Bestrafung der Schuldigen, durch Rächung der unschuldigen Opfer und die Entschädigung der in der Revolution durch die ehemaligen belgischen Despoten Geschädigten der ganzen Nation Gerechtigkeit widerfahren lassen kann. Die Ereignisse selbst deutet der Autor als Folge der bisherigen Straffreiheit der Rädelsführer der Revolution und allzu großer Milde ihnen gegenüber. Er fordert vor allem die Ausrottung des Mönchtums, das die Wurzel allen Übels ist, und er hält die Aristokratie für unbelehrbar. Die Schulden, die während der Revolution gemacht worden sind, sollten allein die Schuldigen aus dem Klerus bezahlen.

Alff.K 203





Lfd.Nr.: 276/277

FLORIMOND COMTE DE MERCY ARGENTEAU, &c.

MEssieurs, ayant donné commission au Comte de Gomégnies, Chambellan de SA MAJESTÉ l'EMPEREUR & ROI, son Conseiller d'Etat intime actuel, [...].

[S.4:] A MONS, chez N. J. BOCQUET, Et se trouve A BRUXELLES, Chez la Veuve PION, Imprimeur-Libraire, rue de l'Escalier. s.d., [24.5.1791], 4 S., 8°;

Die Schrift enthält folgende drei Schreiben: 1. Ankündigung der Vorschläge und Bitten des Kaisers an die Stände des Hennegaus durch den bevollmächtigten Minister am 16. 5.1791. Als Übermittler sind der Graf von Gomégnies und der Geheimrat de Levielleuze vorgesehen. 2. Depesche Mercys vom 20.5.1791 an den Grafen von Gomégnies und den Geheimrat de Levielleuze, in der er ihnen mitteilt, daß der Herzog Albert von Sachsen-Teschen den Kaiser bei den Inaugurationsfeierlichkeiten vertritt und sie auffordert, in der Vollversammlung der Stände die gegenseitige Eidesleistung unverzüglich zu beschließen. 3. Die Stände erklären sich am 23. und 24. Mai einstimmig mit den Vorschlägen des Kaisers einverstanden und teilen ihre Eidesformel mit. Die Deputierten werden beauftragt, die Eidesformel des Kaisers in Empfang zu nehmen.

Alff.K 204/Alff.D 4





Lfd.Nr.: 278

[anonym, 'BATAN, FRÈRE':]

FRERE BATAN A SOEUR CLOCHETTE, OU RÉPONSE A l'incendiaire Représentation de la part des Boucs de Bruxelles, c'est-à-dire des Capucins.

1791. [30.4.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles, le 31(!) Avril 1791. ROLAND.

Der Verfasser empört sich über die Unverfrorenheit der Kapuziner, sich in einer Eingabe (s. Nr. 153) über die Vorgänge vom 24./25. Februar in ihrem Kloster in Brüssel bitter zu beklagen, da sie doch selbst allen Grund hätten, Abbitte zu leisten für ihre Untaten. Erst dann kehre wieder Ruhe in Europa ein, wenn sie, als Hort des Verbrechens, aus diesen Ländern vertrieben worden seien. Der Autor droht mit Gewaltanwendung, falls die Kapuziner ihre unverschämten und lügnerischen Attacken in Wort und Schrift fortsetzten. Die Ermordung Van Krieckens hält er ihnen ebenso vor wie ihre unberechtigte Klage, man hätte ihre Schätze geplündert, da die Kapuziner doch keine Staatsgelder horten dürften. Unerhört findet er die Beschimpfung des Ministers und der kaiserlichen Soldaten. Die Kapuziner sollten nicht auf die Hilfe der Stände bauen. Diese unterstützten zwar die Anliegen der Kapuziner in ihren Eingaben, nicht zuletzt um im Namen der Religion neue Unruhen anzuzetteln, aber sie fänden kein Gehör mehr im Volk. Sie sind derselben Verbrechen schuldig, wie die Kapuziner, die nur noch aus Mitleid geduldet würden.

Alff.K 205





Lfd.Nr.: 279

[anonym, 'BATAN, FRÈRE':]

FUREUR DU FRERE BATAN A l'égard de la Représentation des neuf Nations représentant prétendument le troisième membre de cette Ville.

OUF, j'enrage, arrêtez moi, noble millions de caricoles, j'arrive de l'enfer, & je trouve sur ma table [...].

s.d., [23.5.1791], s.l., [Bruxelles ?], 7 S., A4, 8°;

[S.7:] Bruxelles, le 23 Mai 1791.

Antwort auf die Protestschreiben der 9 Brüsseler 'Nationen' vom 10. Mai 1791 (s. Nr. 521/22). Der Verfasser wundert sich über die Leidensfähigkeit seiner Mitbürger und fordert sie energisch auf, endlich gegen die verbrecherischen 9 'Nationen', die Stände und die Mönche vorzugehen. Nur die Vernichtung der Stände und der Mönche befördere das Allgemeinwohl. Es gelte, den unverschämten Forderungen der acht 'Syndici' (u.a. Generalamnestie ohne Ausnahmen, Abzug der kaiserlichen Truppen, exemplarische Bestrafung der Urheber der Februarereignisse) etwas entgegenzusetzen. Die 'Syndici' selbst sollten Abbitte leisten für die von ihnen verübten oder veranlaßten Verbrechen (Tod von Dehoze und Maeck, Ermordung Krieckens, Vergewaltigung von Frauen im Kindbett, Verschwendung von 130 Millionen, Plünderungen u.v.m.). Der Autor geht sogar soweit, ihre Köpfe zu fordern. Die Kapuziner und die anderen Mönche sollten aus Europa auswandern. Die Bürger sollten die kaiserlichen Soldaten, ihre Befreier, vor jeglichen Übergriffen schützen. Die Vertreter der 9 'Nationen', die Stände und die Mönche fordert er auf, ihre sinnlosen und verfassungswidrigen agitatorischen Reden einzustellen. Den vorgeblichen Repräsentanten des Dritten Standes der Stadt Brüssel empfiehlt er, sich bei aufgeklärten Persönlichkeiten über die wahren Verhältnisse zu unterrichten und ihre Meinungen zu korrigieren, wenn sie nicht wegen schwerster Verbrechen verfolgt werden wollen.

Alff.K 206





Lfd.Nr.: 280

[anonym, 'VERDEDIGER VAN HET GEMEYN RECHT, EEN':]

GEDENKSCHRIFT OP DE WYZE VAN RECHTSKUNDIGE WEDERLEGGING Der redenen van verandering te doen aen de tegenwoordige orden der Zaeken in de VEREENIGDE NEDERLANDSCHE STAETEN; Gevolgd van historische en bewyzende Aenteekeningen, waer in word betoond: 1. Dat het recht van het Volk te verbeelden, een recht van eygendom is, vastgesteld door des Lands Wetten. 2. Dat de Staeten der Provincien de waere en altyd blyvende Representanten of Verbeelders van het Volk zyn. 3. Dat het gebruyk der Souvereyniteyt hun toebehoord, door het recht van de Representatie of Verbeelding, en door eene standvastige gewoonte van de hoogste oudheyd, door de Natie uytdrukkelyk toegestaan. 4. Dat zy, als representerende Volk, noyt mogen geweest zyn, nog nimmer wezen Bemiddelaers tusschen het gerepresenteerd Volk en den Souvereyn. 5. Dat de Constitutie niet oppermagtig is, nog exclusivelyk gemaekt voor eene Monarchie of oppermagtige Regering, maer dat zy onafhangelyk is van alle wyze van Bestiering, en voor ider eene maetiging door hunne onderlinge Grondstellingen. 6. Dat zy niet vernietigd is, dat zy niet moet veranderd worden zonder noodzaekelykheyd, te meer om dat men in den saemenstel van de Bestieringwyze der Staeten met de gronden der Constitutie, eene vermengelde Republieks-Regering vind, aen de Natie alderbest betaemende. Door eenen Verdediger van het gemeyn Recht.

TOT BRUSSEL, In de Vaderlandsche Drukkerye. 1790. [20.2.1790], 39 S., [A4]-E4, 4°;

Verfassungstheoretische Schrift, in der sich der Verfasser mit den aus seiner Sicht als gesellschaftliche Randgruppe zu bezeichnenden unzufriedenen Neuerern und ihren Forderungen nach einer Reform der Verfassung kritisch auseinandersetzt, damit die Bürger diesen Verführern nicht anheimfallen. In drei Propositionen, die durch Anmerkungen mit historischen Beispielen am Ende der Schrift noch untermauert werden, versucht er die Kernpunkte der Reformer zu widerlegen. In der ersten Proposition beschreibt er das Recht der Repräsentation als ein verfassungsmäßig verankertes, an bestimmte Besitzverhältnisse geknüpfte Eigentumsrecht. Jeder Eingriff in dieses Recht verändere nicht nur die Natur des Besitzes, sondern auch die Verfassung selbst. Als Eigentumsrecht bleibe es, unabhängig von jedem Regierungswechsel, unverändert bestehen. Das Prinzip der Repräsentation beruhe auf der getreuen Abbildung der ganzen Nation auf ihre Repräsentanten. Daraus folge, daß die Nation alle Rechte, auch die Souveränitätsrechte, an die Vertreter delegiere. Deshalb könne die Ausübung der Souveränität durch die drei Stände nicht als Usurpation bezeichnet werden. In der zweiten Proposition widerspricht er der Auffassung, die Stände bildeten eine Zwischengewalt zwischen Souverän und Nation und diese Zwischengewalt sei durch die Absetzung des Souveräns nicht mehr gegeben. Als Teil der Gesamtnation, die sich aus repräsentierender und repräsentierter Nation zusammensetze, könnten die Stände keine Mittelinstanz zwischen Nation und Souverän bilden. Die Zwischengewalt, die alles kontrolliere und ausbalanciere, sei die Verfassung selbst mit ihrem Recht auf Widerstand und auf institutioneller Ebene der ihr zugeordnete Rat von Brabant. Die Vereinigung von Legislative und Exekutive in den Händen der Stände entspreche früheren Machtverhältnissen und sei Ausdruck der Machtverteilung in einer Republik, in der alle Gewalt vom Volke ausgehe. In der dritten Proposition postuliert der Verfasser die Unabhängigkeit der Verfassung von jeder Regierungsform und jedem Souverän. Der Wechsel der Regierungsform bedeute keineswegs einen Wechsel der Verfassung, da der Kern der Verfassung (Privilegien, Rechte, etc.) nicht mit der Regierungsform gleichzusetzen sei. Falsch wäre es auch, die Annulierung des Inauguralpaktes bedeute die Annulierung der Verfassung. Der Souverän habe sich den unabhängigen Verfassungsgesetzen unterzuordnen und durch seinen Eid ihre Befolgung beschworen. Er könne zwar de facto die Gesetze gewaltsam außer Kraft setzen, nicht aber de iure. Aufgrund ihrer Unabhängigkeit von der Regierungsform und dem Souverän sei es falsch, die Verfassung als monarchisch zu bezeichnen und anzunehmen, daß die Verfassung bei einem Herrscherwechsel oder einer Vakanz kurzfristig aufhöre zu existieren. Der Verfasser sieht in der Forderung nach einer Nationalversammlung die Absicht, die Verfassung über eine Änderung der Repräsentation zu verändern. Trotz einiger Schwächen, die in einer gewissen Vetternwirtschaft zu finden seien, hält er die alte Verfassung für den besten Garanten von Freiheit und Eigentum und im Verbund mit der Ständeherrschaft für den Antriebsmotor der gesellschaftlichen Fortentwicklung.

Alff.K 207





Lfd.Nr.: 281

[SCHELLEKENS, G.B.A.?:]

GEESTELYKE AENSPRAEKE, GEHOUDEN IN DE KERKE DER EERW. PATERS AUGUSTYNEN, BINNEN BRUSSEL, Den 14 January 1791, Onder den plechtigen Lyk-dienst, voor de ziele van den Eerweerdigen Heer PETRUS FRANCISCUS HOOGHE, In zyn Leven onder Pastoor van St. Jans Gasthuys, tot Brussel, ende Kanonick der Collegiale Kerke van den H. Hermes binnen Ronsem, DOOR DEN ZEER EERW. HEER SCHELLEKENS, Licentiaet in de H. Gods-geleerdheyd, en Pastoor tot Schaerbeke.

Te Koop tot BRUSSEL, By J.J.JOREZ, zoon, Drukker en Boek-verkooper op de groote Merkt. s.d., [14.1.1791], 8 S., A4, 8°;

Predigt über den Eifer, gehalten in der feierlichen Totenmesse für den Geistlichen Petrus Franciscus Hooghe am 14. Januar 1791 in Brüssel. Der Prediger betont die Notwendigkeit des Eifers nicht nur im täglichen Leben, sondern insbesondere auch im Glaubensleben, um die christlichen Gebote erfüllen zu können. Um jedoch Übertreibungen und Exzesse zu vermeiden, müsse der Eifer durch die Vorsicht an die Kette gelegt werden. Für die Verwaltung und die Verteidigung von Kirche und Staat sei zusätzlich eine besondere Form der Weisheit nötig. Die Mißbräuche des Eifers im Namen der Religion oder des Staates sollten - vor allem nach dem Hirtenwort des Kardinals von Mecheln über die Predigt des Wortes Gottes vom 24. Dezember 1790 - bei den Betroffenen nicht dazu führen, Haß- und Rachegefühle auszuleben. Vielmehr sollten unter dem jetzigen Friedenskaiser Leopold II. die früheren Untaten vergessen und begraben werden.

Alff.K 208





Lfd.Nr.: 282

[POMARD, J.B.:]

DEN GEMEENEN WENSCH TOT DE VEREENING DER GOEDE BORGERS.

IN DE VRYHEYD. 1792. [18.11.1792], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] J. B. POMARD, Borger.

Flämische Ausgabe der Schrift 'Voeu général pour la réunion des bons citoyens'. Zum Inhalt siehe frz. Ausgabe, Nr. 600.

Alff.E 2





Lfd.Nr.: 283

LE GÉNÉRAL DUMOURIEZ A LA NATION FRANÇAISE, SUIVIE D'une Proclamation, en date du 5 Avril 1793, du Maréchal Prince de SAXE-COBURG Général en chef des Armées de SA MAJESTÉ L'EMPEREUR & de l'Empire.

A BRUXELLES, Chez G. HUYGHE, Imprimeur-Libraire, Marché aux Fromages. 1793. [5.4.1793], 10 S., 8°;

Dumouriez macht, nachdem er seine Verdienste um Frankreich hervorgehoben hat, die Pariser Jakobiner für seine Mißerfolge verantwortlich, da sie gegen ihn und seine Generäle intrigiert und der Armee die notwendige Unterstützung verweigert hätten. Die ihm vorgeworfene Veruntreuung von Geldern und das Streben nach diktatorischer Herrschaft seien Verleumdungen. Seinerseits hebt er die verabscheuungswürdigen Septembermorde und die ohne Prozeß erfolgte Enthauptung des Königs hervor. Dem Konvent wirft er militärische Inkompetenz vor und das ungerechte Dekret vom 15. Dezember 1792 habe die Belgier den Franzosen entfremdet. Die Emissäre des Konvents, die ihn vor ein Pariser Gericht bringen sollten, habe er verhaften lassen, um sie als Unterpfand gegen die Pariser Machenschaften zu verwenden. Er sei fest entschlossen, nachdem er mit den Kaiserlichen eine Waffenruhe vereinbart habe, nach Paris zu ziehen, um den drohenden Bürgerkrieg abzuwenden. Nur die Rückkehr zu den Grundsätzen der Verfassung von 1789 könne die Anarchie, den aufbrechenden Bürgerkrieg und die Tyrannei der Jakobiner beenden. Es folgt eine Erklärung des Oberbefehlshabers der kaiserlichen Truppen vom 5.4.1793 (S. 9-10), in der er die Ziele Dumouriez ausdrücklich unterstützt. Wenn Dumouriez es wünsche, stelle er eigene Truppenteile zur Verfügung, um gemeinsam mit den Franzosen die konstitutionelle Monarchie in Frankreich wiederherzustellen. Dabei sollen keine Eroberungen gemacht werden und mögliche Übergriffe von Soldaten mit der Todesstrafe geahndet werden.

Alff.K 209





Lfd.Nr.: 284

Griefs à la charge des Etats de Brabant, adressé à la Nation Belgique, & à l'Europe, le premier Janvier 1791.

I. D'Avoir fait mu(!)nistre le nommé Henri Van der Noot, lorsqu'il ne s'étoit pas purgé de décrets de prise de Corps [...].

s.d., [1.1.1791], s.l., 8 S., 8°;

Eine 28 Punkte umfassende Beschwerdeschrift gegen die Stände von Brabant, denen vorgeworfen wird, das Volk systematisch betrogen und ausgebeutet, Massaker angezettelt oder geduldet und das Land in den Ruin getrieben zu haben. Deshalb müßten sie, mit wenigen Ausnahmen, für alle entstandenen Schäden gemeinsam und als Einzelne haften (s.a. Nr. 285).

Alff.K 210





Lfd.Nr.: 285

GRIEFS A LA CHARGE DES ETATS DE BRABANT, ADRESSÉ A la Nation Belgig(!)e, & à l'Europe, le premier Janvier 1791.

1°. D'AVOIR fait Ministre le nommé Henri Vander Noot, lorsqu'il ne s'étoit pas purgé de décrets de prise de Corps [...].

s.d., [1.1.1791], s.l., 4 S., 8°;

Gleicher Text wie Nr. 284, aber anderer Satz.

Alff.K 211





Lfd.Nr.: 286

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DER':]

HET GROOT LIGT DOOR DEN WAEREN BRABANDER. N°. 2.

1790. [30.5.1790], s.l., 28 S., (),A8,B6,(), 8°;

In der zweiten Folge einer Serie von drei Flugschriften beschuldigt der Verfasser die Vonckisten, als Agenten Österreichs und Frankreichs die Provinzen wieder unter das Joch der Österreicher bringen zu wollen. Er verurteilt insbesondere die Intrigen des Herzogs d'Ursel und des Grafen de la Marck, die dazu beigetragen hätten, die Kampfkraft der Patriotenarmee zu lähmen und das verbündete Preußen zu verteufeln. Er mutmaßt, daß die Denkschrift des Kaisers vom 2.3.1790 von den Vonckisten selbst geschrieben sein könnte, empfahlen sie doch nach seiner Meinung die Annahme der leopoldinischen Vorschläge in ihrer Eingabe vom 15.3.1790 an die Stände von Brabant. Damit die Republik nicht weiter gefährdet werde, sollten die Belgier Einigkeit demonstrieren und auf die Verbündeten der Tripelallianz setzen. Änderungen der Verfassung oder der Ständeherrschaft sollten erst dann ins Auge gefaßt werden, wenn die Feinde der Freiheit wirksam bekämpft worden seien.

Alff.K 212





Lfd.Nr.: 287

[HOOP, HENRI-JOSEPH VAN DER:]

GUIDE FIDELE POUR LE BRABANT, Avec une Esquisse de la Constitution de la Province, & moyens de la conserver. DÉdiÉ AUX ÉTATS en 1788. Par un Ami de la Patrie. Brulé la même année par Decret du Conseil Souverain de Brabant. Corrigé & augmenté en 1789, avec des Notes pour faire suite à la Collection des différentes Réflexions sur les Ordonnances & Édits de Sa Majesté l'Empereur & Roi.

AU TEMPLE DE LA VÉRITÉ. M. D. CC. LXXXIX. [12.1789 ?], s.l., 31 S., A4-D4, 8°;

Bis auf die aktualisierten Fußnoten unveränderter (?) Nachdruck des 'Guide Fidele' aus dem Jahre 1788. In einem knappen historischen Überblick beschreibt der Verfasser die Anciennität und die Natur der Brabanter Verfassung, um die Verweigerung der Subsidien zu rechtfertigen und die Mittel zur Erhaltung der Verfassung aufzuzeigen. Er kontrastiert dann diese Prinzipien der Verfassung mit den Maßnahmen des bevollmächtigten Ministers, um damit die übertretungen der Verfassung deutlicher hervortreten zu lassen. In seinen Darlegungen zur Verfassung kommt er zu dem Schluß, daß die Provinzen durch eine aristokratisch-demokratische Monarchie regiert werden, in der sich der Kaiser die Souveränität mit den Ständen teilt. Diese gemischte Regierungsform berechtige die Stände, den Kaiser bei Verfassungsbrüchen abzusetzen und einen neuen Monarchen zu wählen. Die Joyeuse Entrée hält er nicht für eine Gunstbezeugung früherer Herzöge, sondern für einen ausgehandelten Pakt (pacte de convention). Obwohl der Dritte Stand sich besondere Verdienste erworben habe, nehme er, bedingt durch bestimmte historische Entwicklungen, in der Rangfolge der Stände nur den letzten Platz ein. Der Brabanter Rat bilde die Mittelinstanz, die über Streitigkeiten zwischen dem Kaiser und den Ständen entscheide. Die Einhaltung und Modifikation der Joyeuse Entrée hingen vom Kaiser, den Ständen und dem Brabanter Rat ab. Die Durchsetzung kaiserlicher Dekrete mittels Waffengewalt, die Maßregelungen des Rates, der Versuch, die Löwener Universität durch finanzielle Kontrolle und die Einrichtung eines Generalseminars fremder Autorität zu unterwerfen und die Besetzung öffentlicher Plätze durch das Militär anstatt durch die Bürgerwehren stellten eklatante Verstöße gegen die Verfassung dar. Obwohl die Bürgerfreiheit mit Füßen getreten werde, der Handel danieder liege und das Eigentum der Bürger geringgeschätzt werde, werde das Volk sich nicht zu Exzessen aufstacheln lassen, die dann den willkommenen Vorwand böten, militärisch gegen die sogenannten Aufrührer vorzugehen. Wozu die Freiheitsliebe eines Volkes fähig sei, beweise die Vertreibung der Spanier aus den Generalstaaten im 16. Jahrhundert.

Dem 'Guide fidele' sind folgende drei Schriften beigebunden: erstens:

AVIS POUR LE TIERS-ÉTAT DE BRABANT: Servant de Supplément à l'Esquisse de la Constitution de la Province.

MR. DE VOLTAIRE a exprimé à peu près la même pensée dans Rome Sauvée, & la révolution dont la Province paroît menacée, [...].

s.d., [01.1790], s.l., 11 S., A4,B2, 8°;

zum Inhalt s. Nr. 83; andere Ausgabe, vermutlich später, da Text korrigiert wurde und einige Fußnoten angebracht wurden. Text ansonsten identisch mit Nr. 83.

zweitens:

[anonym, 'L'AMI DE LA PATRIE' (Hrsg.):]

EXTRAIT DE L'HISTOIRE GÉNÉRALE DE LA MAISON D'AUTRICHE, PAR JEAN-LAURENT KRAFFT. Tome III. page 178.

CE fut pendant les conquettes rapides de Louis, qu'on vit paroître en Flandres, en Allemagne & en Angleterre un avis secrêt [...].

s.d., [11./12.1789 ?], s.l., 10 S., A4,B, 8°

[unterz.:] L'AMI DE LA PATRIE

Der Wiederabdruck dieses 'Avis secret' dient dem Herausgeber dazu, scheinbare Zugeständnisse an das Volk und milde Behandlung der Bevölkerung als bloßes Mittel despotischer Herrscher zu entlarven, um das Volk besser versklaven zu können. Zum Inhalt siehe Nr. 85.

drittens:

[anonym, 'L'AMI DE LA PATRIE':]

MOYENS DE CONSERVER LA PATRIE OU ADRESSE A MESSEIGNEURS LES ÉTATS DES PROVINCES RESPECTIVES ASSEMBLÉS A BRUXELLES.

MESSEIGNEURS DANS cet Auguste jour où tout le monde a les yeux fixés sur cette Assemblée, [...].

s.d., [14.1.1790], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., 8°;

[unterz.:] Ce 8 Janvier 1790. L'Ami de la Patrie.

Der Verfasser entwickelt in seiner Schrift an die in Brüssel versammelten Provinzialstände seine Vorstellungen über die Prinzipien, nach denen der Unionsvertrag gestaltet werden soll. Nachdem er die Rechte und Pflichten des einzelnen, der Gesellschaft und des Staates individuell und körperschaftsübergreifend aus den positiven Gesetzen, die auf dem Naturrecht basieren, abgeleitet hat, fordert er, daß der Unionsvertrag nach denselben Grundsätzen ausgestaltet wird. Dies bedeute vor allem die Beibehaltung der Provinzeinteilung und der Provinzverfassungen. Danach sei die gemeinsame Verteidigung zu organisieren, die Finanzfragen zu regeln und die weiteren Punkte. Um Eifersüchteleien unter den Provinzen zu unterbinden, sollte man alles einstimmig beschließen. In einigen Anmerkungen kritisiert der Verfasser, daß der Unionsvertrag vom 11.1.1790 - die am 8.1.1790 eingereichte Schrift war von Van Eupen bis zum 14.1.1790 zurückgehalten worden - ohne ein Sondermandat abgeschlossen worden sei und die Finanz- und Verteidigungsfragen nur unzureichend behandelt worden seien. Der sich konstituierende Kongreß sollte, wie die Generalstände es im Unionsvertrag aus Gründen der Gültigkeit vorgesehen haben, den einzelnen Körperschaften gegenüber seinen Eid ablegen. Der Vorschlag, daß die Abgeordneten die ausgehandelten Punkte vor ihrer Annahme erst den Ständen vorlegen sollten, sei bei den Beratungen befolgt worden. Der Verfasser kritisiert den Begriff der gemeinsamen Souveränität, da diese unteilbar sei. Am Schluß teilt er noch mit, daß seine Anmerkungen zum Bündnisvertrag zwischen Brabant und Flandern jetzt auch in einer anderen Schrift, die nicht von ihm stamme, nachzulesen seien.

Alff.K 213





Lfd.Nr.: 288

HANSWORST PROFESSEUR, PIRO PATRIOT, EN ARLEQUIN KEYZERS-GEZINDEN UYT NOOD.

1790. [1.1790], s.l., 15 S., 8°;

Harlekinade auf die Unfähigkeit und Habsucht der kaiserlichen Regierungsbeamten, auf das Verhalten des geldgierigen gottähnlichen Kaisers und auf die Kurzsichtigkeit und Dummheit vieler flandrischer Bauern, die immer noch glaubten, der Kaiser hätte sie von vielen Lasten befreit. Alle Streitsüchtigen, unnütze Kostgänger und Verlierer der Revolution werden als Kaiserliche abgestempelt.

Alff.K 214





Lfd.Nr.: 289

[ETATS BELGIQUES UNIS, LE CONGRÈS SOUVERAIN des:]

HAUTS ET PUISSANS SEIGNEURS.

A Son arrivée ici le Général VANDER MERSCH nous a demandé un Conseil de Guerre pour justifier sa conduite, [...].

s.d., [16.4.1790], s.l., 3 S., 8°;

[unterz.:] ...le Congrès Souverain des Etat-Belgiques-Unis....A Bruxelles ce 16 Avril 1790.

Der Kongreß lehnt die geforderte Rückverlegung Van der Merschs nach Flandern ab und begründet die Verlegung des Generals in die Zitadelle von Antwerpen mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und der ansonsten gefährdeten persönlichen Sicherheit des Angeklagten. Der Kongreß verspricht, einen fairen Prozeß gegen den General zu führen. Auf diesen Prozeß kann er sich in der Zitadelle in aller Ruhe vorbereiten. Für weitere Gespräche in dieser Angelegenheit stehe der Kongreß zur Verfügung.

Alff.K 215





Lfd.Nr.: 290

DEN HERDERLYKEN BRIEF OFTE SAEMENSPRAEK TUSSCHEN HANSKE WEYTEN, PIERKE PATRIOT, DEN SCHOOLMEESTER, KOSTER en ONDERPASTOR van Waerheydghem. EERSTE STUK.

te bekomen { Tot Brussel, by SPANNOGHE: Tot Gend, by LEMAIRE. Tot Brugge, by VAN HESE. Tot Ipre, by BOLLE, en verders alom. 1791. [18.9.1791], 31 S., (t),A8,B6,(), 8°;

In einem Gespräch unter Dorfbewohnern über einen Hirtenbrief des Kardinals von Mecheln (abgedruckt auf den Seiten 13-23 in niederländisch, leicht veränderte französische Fassung s. Nr. 339, , 'Lettre pastorale d'un prélat belgique', datiert auf den 10.1.(!)1791, die französische Fassung findet sich in der Gegenschrift 'Réflexions sur...', s. Nr. 489), dessen Authentizität bereits angezweifelt worden war, stimmt man dessen Verurteilung der Brabanter Revolution und seinem Aufruf zur Versöhnung und zum Gehorsam gegenüber der Regierung Leopold II. zu und rechtfertigt die Kirchenreformen Joseph II.. Man verurteilt die patriotischen Geistlichen als Lügner und Betrüger, die nicht nur das Volk ins Verderben stürzten, sondern auch viele Royalisten, unter ihnen eine ganze Reihe Geistlicher auf dem Land, gezwungen haben, sich als Patrioten auszugeben. Die Politik Joseph II. soll Gegenstand einer Fortsetzung sein (s. Nr. 429, 'Den Paepe-winkel met zyne toebehoorten...').

Alff.K 216





Lfd.Nr.: 291

[anonym, 'L'HERMITE DE LA GROTTE':]

L'HERMITE DE LA GROTTE AUX BELGES, OU CONSEILS SALUTAIRES D'UN BELGE A SES CONCITOYENS; Précédés d'une Dédicace aux Habitants des Pays de Limbourg, d'Outre-Meuse & de Fauquemont.

A LILLE, Chez LES FRERES DE VÉRITÉ. 1790. [nach 10.6.1790, möglicherweise August/September ?], viij,45 S., 28 Bl., a4,A8-C8, 8°

Appell an die Belgier, unter die milde Herrschaft Leopolds zurückzukehren. In einem kurzen Vorwort begründet der Herausgeber das späte Erscheinen der Schrift mit der Knebelung der öffentlichen Meinung durch einen unbelehrbaren Fanatismus. Es folgt eine Widmung an die Limburger, die bisher in Unkenntnis dieser Schrift als einzige die Grundsätze, die in der Schrift entwickelt würden, in die Tat umgesetzt und gegen den Despotismus der Stände Widerstand geleistet hätten. Über sie solle die Schrift, die sich insbesondere an die Brabanter wende, an die Mitbürger verteilt werden. Die vorurteilsfreie Analyse der aktuellen Lage Belgiens sei Vorbedingung, um Wege aufzuzeigen, die aus dem Bürgerkrieg und der wirtschaftlichen Misere herausführten. Die Stände und die Befreier des Vaterlandes, Van der Noot und Van Eupen, seien als Usurpatoren der Souveränität nicht in der Lage, die Probleme zu lösen. Die fehlerhafte Brabanter Ständeorganisation führe zu einer Tyrannei der Aristokratie. Ruhe und Ordnung könnten nur von außen wiederhergestellt werden. Obwohl auch eine gemäßigte Monarchie ihre Schwächen habe, sei sie doch für Belgien gemäße Regierungsform. Weder die Demokratie noch die Aristokratie in ihren drei Ausformungen böten eine angemessene Alternative zur Monarchie, in der die Gesetze die oberste Instanz bildeten, und das Volk im Senat durch von ihm frei gewählte Abgeordnete repräsentiert werde. Die Hoffnung auf eine Reform der laut Kongreßbeschluß vom 31.3.1790 als provisorisch angesehenen Regierung, wenn die Verhältnisse sich stabilisiert hätten, hält der Verfasser für trügerisch. Republikanisch als Ausdruck für eine legitime Regierung sei die Regierung in Belgien schon seit Jahrhunderten. Die Geschichte habe gezeigt, daß einem schlechten Monarchen immer wieder ein guter folgt, der die Mißgriffe seines Vorgängers korrigiere. Den Einwand, man solle doch keinen Herrscher aussuchen, der weit außerhalb des Landes residiert, entkräftet er mit dem Hinweis, daß ein machtvoller Fürst verhindere, daß das kleine Belgien zum Spielball seiner Nachbarn werde. Man solle die Waffen niederlegen, seine Fehler eingestehen und sich reumütig in die Obhut des großmütigen und milden Leopold und der Generalgouverneure begeben, die jedes Verständnis für ein verführtes Volk aufbrächten und sicherlich auf jede Vergeltung und Bestrafung verzichteten. Feudalismus und Fanatismus, Parteigeist und klerikaler Übereifer sollten verschwinden. Die Äbte in der Ständeversammlung würden in Zukunft durch gebildete Priester ersetzt, damit der Klerus angemessen vertreten würde; die Doyens sollten erkennen, daß sie nur ein Spielball der beiden ersten Stände seien und ihr Anspruch auf die alleinige Vertretung des Dritten Standes in Frage zu stellen sei.

Alff.K 217





Lfd.Nr.: 292

[ERNST, SIMON-PETER:]

HISTOIRE ABRÉGÉE DU TIERS-ÉTAT DE BRABANT, OU MÉMOIRE HISTORIQUE Dans lequel, après un coup-d'oeil sur la Constitution des Villes en général au moyen âge; on voit l'Origine des Communes en Brabant, l'Epoque & les Causes de l'Intervention de leurs Députés aux Assemblées de la Nation, & les Occasions où elles se sont particulièrement distinguées, ainsi que le Temps & les Raisons de la Retraite des Petites Villes & Franchises des Etats. PAR M. ERNST CHANOINE RÉG. DE L'ABBAYE DE ROLDUC, ANCIEN PROFESSEUR DE L'ECRITURE-SAINTE ET DE THÉOLOGIE EN LA MêME ABBAYE.

A MAESTRICHT, de l'Imprimerie & aux Dépens de P. L. LEKENS. M. DCC. LXXXVIII. , xiij,Inhaltsverzeichnis [xiv-xv],206 S., Errataliste eingelegt zwischen S. 206 u. nachfolgendem unbedrucktem Blatt, 113 Bl., a8,A8-N8, 8°, blaue Broschur, [Vorbesitzereintrag im Deckel: J. P. Broers];

Veröffentlichung eines Teils einer preisgekrönten Akademieschrift, die die Geschichte der Brabanter Stände, vor allem aber die des Dritten Standes untersucht. Ernst betont, daß es sich nicht um eine vollständige Geschichte der Stände handelt, sondern um einen Bericht, in dem jene geschichtlichen Situationen seit 600 Jahren aufgezeigt werden, in denen sich die Stände bewährten. Ausgehend von den Städteverfassungen im Mittelalter untersucht Ernst den Ursprung der Brabanter Kommunen. Da der Dritte Stand durch die Abgeordneten der Städte repräsentiert werde, tritt er erst auf, als die Kommunen politisch in Erscheinung treten. Ernst versucht zu beweisen, daß die Stände seit über 600 Jahren dieselbe Machtfülle besäßen. Obwohl der Dritte Stand erst Ende des 12. Jahrhunderts in den Quellen auftaucht, muß seine Einrichtung doch älter sein. Die Zulassung zu den nationalen Versammlungen in Brabant sieht Ernst in der Zeit des Aufstiegs der Unfreien zu freien Bürgern. Danach untersucht Ernst die Gründe und den Zeitpunkt des Rückzugs der Abgeordneten der kleinen Städte aus den nationalen Versammlungen. Für den Eintritt der Städteabgeordneten in die nationalen Versammlungen führt Ernst vier Gründe an: sie bildeten erstens aus der Sicht des Souveräns ein Gegengewicht zum Adel, zweitens aufgrund des Militärdienstes der Stadtbürger für den Souverän, drittens aufgrund der Zahlung von Subsidien und viertens aus Gründen des Handels. Ernst führt seine teilweise neuen Untersuchungen bis zur Revolution der Niederlande im 16. Jahrhundert weiter. Er fühlt sich besonders dem Bischof von Antwerpen zu Dank verpflichtet, der ihm Einblick in seine umfangreiche Sammlung von Manuskripten zur Geschichte der Niederlande gewährte.

Alff.K 218





Lfd.Nr.: 293

[LEVOZ, NOËL-JOSEPH:]

HISTOIRE DES PRINCIPALES RÉVOLUTIONS DE LA PRINCIPAUTÉ DE LIEGE; PAR N. J. F. C......

A LIEGE, De l'Imprimerie de F. J. DÉJOSEZ, place du grand College. 1789. [12.10.1789], , 262 S., A4-Z4,Aa4-Kk4, 8°, blaue Broschur;

Ausgehend von der aktuellen Verfaßtheit des Fürstbistums Lüttich und seiner politischen Kräfte beschreibt Levoz die wichtigsten Umwälzungen in der Geschichte des Fürstbistums. Sein Hauptaugenmerk richtet er auf die Ereignisse im 17. Jahrhundert, in dem unter der Herrschaft des Erzbischofs Maximilian 1684 ein Edikt erlassen wurde, das die Vaterlandsliebe erstickte und die Einzelinteressen förderte. In dieser Zeit sei die Freiheit der Bürger verlorengegangen und durch eine Tyrannei, die erst am 18. August 1789 durch das Volk selbst abgeschafft wurde, ersetzt worden. Levoz hält die Verfassung für eher monarchisch als republikanisch. Er fordert die Aufhebung der Ständeordnung, eine Nationalversammlung, die Gewaltenteilung und die Abschaffung des fürstlichen und ständischen Vetorechts. Er ruft dazu auf, die Bürger aufzuklären, damit sie sich ohne Unterschied gemeinsam und mit aller Kraft dem Gemeinwohl widmeten.

Alff.K 219





Lfd.Nr.: 294

Idée du Gouvernement Belgique. Le 12 Juillet 1791.

Un peuple sot qui se laissera vendre; Un Ministre que l'on vient de jouer; [...].

s.d., [12.7.1791], s.l., 1 Bl., [Handzettel: 11.5 cm x 9,2 cm], 8°;

Handzettel, auf dem in acht Zeilen die Wunschvorstellungen bestimmter einflußreicher Regierungskreise über die nach Meinung des Verfassers verbrecherische Zusammensetzung der Regierung und die Manipulierbarkeit des Volkes und des Ministers sowie die Nachgiebigkeit des Souveräns gegenüber Mißbräuchen beschrieben werden (s.a. Nr. 471).

Alff.D 22





Lfd.Nr.: 295

[VANHEROM, P.:]

L'INFORTUNÉ BRUXELLOIS A MONSIEUR LE ROUX, Docteur en Médecine.

J'AI été surpris, en lisant votre première réponse à Mr. Sandelin, du systême que vous adoptez. [...].

s.d., [4.5.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[unterz.:] P. VANHEROM. Bruxelles, le 4 Mai 1791.

Antwort an Le Roux auf dessen erste Erwiderung des Briefes von Sandelin an die Brabanter Stände vom 18.4.1791 (s. Nr. 318). Der Brüsseler Vanherom klagt die Anstifter der Revolution - vor allem Van Eupen, Van der Noot, die Stände und die Mönche - an, für seine Notlage, in die er durch die revolutionären Ereignisse geraten sei, verantwortlich zu sein. Deshalb hält er jede Nachsicht diesen Aufrührern gegenüber für ungerechtfertigt.

Alff.K 220





Lfd.Nr.: 296

[RAUTENSTRAUCH, FRANZ-STEPHAN:]

INSTITUTUM FACULTATIS THEOLOGICAE VIENNENSIS PER CAESAREAM MAJESTATEM.

VIENNE, LITTERIS SCHULZIANIS. MDCCLXXXVI. xxviij S., 17 Bl., (t),A6,(),B4,C2,(), 8°, [letzte Seite des Titelbogens herausgerissen], Broschur;

Studienordnung der Wiener Fakultät aus dem Jahre 1786. Die Vorrede gibt eine historische Übersicht über die Entwicklung der Lehre an der Wiener Theologischen Fakultät, die vor 1384 den übrigen Fakultäten angegliedert wurde. Die Theologische Fakultät wird gebildet von dem Präses, dem Dekan, den ordentlichen Professoren, dem Notarius sowie den zur Fakultät gehörenden Doktoren. Es gibt acht ordentliche Professoren, die folgende Fächer lehren: 1. Kirchegeschichte, 2. Hermeneutik des Neuen Testaments und Griechisch, 3. Hermeneutik des Alten Testaments und Hebräisch, 4. Patrologie, Geschichte der theologischen Literatur und Polemik, 5. und 6. Dogmatische Theologie, 7. Moraltheologie, 8. Pastoraltheologie. Die Lehrinhalte dieser Fächer werden aufgeführt. Es folgen eine Übersicht über die Abfolge der Studienfächer innerhalb der fünf Studienjahre und eine Zusammenstellung der neben den Pflichtfächern zusätzlich angebotenen Vorlesungen. Das letze Kapitel regelt die theologischen Examina.

Alff.K 221





Lfd.Nr.: 297

INSTRUCTIEN Voor de Commissarissen tot het ondersoek, om de ses-maendelyke Lysten te maeken.

s.d., [1789?], s.l., 7 S., 8°, Schmutztitel;

Richtlinien zur Aufnahme der persönlichen Lebensverhältnisse der Armen und zur vorläufigen Festsetzung der halbjährlichen Unterstützungsleistungen.

Alff.K 222





Lfd.Nr.: 298

INTRIGUES DES SATELLITES DU GOUVERNEMENT AUTRICHIEN, Pour se saisir de la personne de messire HENRI VANDER NOOT, à Londres & ensuite à Breda.

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE; Et se trouve chez EMM. FLON, Imprimeur-Libraire, rue de la Putterie à Bruxelles. M. DCC. XC. [24.2.1790], 16 S., 1 Tab., A8, [1 Bl., 4°], 8°, Broschur;

[Kollationsvermerk S. 16:] Ces pièces, trouvées en original dans le cabinet du général d'ALTON, ayant été collationnées, ont été trouvées conformes. Ce 24 Février 1790. J. B. CLAESSENS.

Veröffentlichung geheimer Berichte an den bevollmächtigten Minister über die Modalitäten zur Ergreifung Van der Noots in London und in Breda, die nach der überstürzten Flucht der Österreicher aus Brüssel im Kabinett des Generals d'Alton gefunden worden waren. Beigefügt ist eine Aufstellung der Ausgaben der beiden Regierungsbeauftragten Jaubert und Walwein, die sie während ihres Englandaufenthaltes gemacht haben. Die Erstattung dieser Beträge wurde mehrfach bei dem Minister höflich angemahnt.

Alff.K 223





Lfd.Nr.: 299

[HAINAUT, TIERS-ETAT du:]

INVITATION DE MM. DU TIERS ETAT DE HAINAUT A MM. DE L'ORDRE DU CLERGE', Faite en l'assemblée générale, le 3 Juin 1791.

MESSIEURS, PUISQUE nous devons nous expliquer de bonne foi pour correspondre aux moyens conciliatoires que nous donne [...].

s.d., [3.6.1791], s.l., unpag., [3 S.], 2 Bl., 8°;

Vorschlag des dritten Standes an den Hennegauer Klerus, als Ausgleich für die vom Volk und Teilen des Adels aufgebrachten Opfer, die während der Revolution entstandenen Kosten zu tragen (s.a. Nr. 464 u. 563).

Alff.D 9





Lfd.Nr.: 300

JOURNAL DE BRUXELLES, DÉDIÉ A LA PATRIE. Du Mardi 19 Janvier 1790. [Vorangestellt:] PAR PERMISSION DES ETATS DE BRABANT. N° 16.

S. CANUT, Roi de Danemarck & Martyr. Saint Canut, fils de Suenon Estrice Roi des Danois, nâquit vers le milieu du onzième siècle: [...].

s.d., [19.1.1790], s.l., S. 121-128, 4 Bl., 8°;

Die Ausgabe des Journal de Bruxelles vom 19.1.1790 enthält folgende Beiträge: 1. Artikel eines angesehenen Brüsseler Geistlichen über Leben und Martyrium des heiligen Canut; 2. Auszug aus dem Abriß der Geschichte Brüssels des Abts Mann über den Ursprung des Festes der 'soirée des dames'; 3. Debatte und Verabschiedung eines Gesetzes über die Einziehung der Einnahmen aus Benefizien, wenn der Titular sich länger als drei Monate ohne besonderen Auftrag im Ausland aufhält, in der französischen Nationalversammlung; Erklärung des Pariser Bürgermeisters am 7.1.1790 vor der Nationalversammlung, weder er noch La Fayette hätten dem Erzbischof von Paris gesagt, daß sie für seine Sicherheit nicht bürgen könnten; 4. Abdruck des ersten Teils des Manifests der Provinz Flandern (zum Inhalt s. Nr. 355); 5. Stellungnahme Walckiers zu einer gegen ihn gerichteten anonymen Schmähschrift. Er verurteilt den Mißbrauch der Pressefreiheit und empfindet nur Verachtung für solche Machwerke; 6. Theateranzeige.

Alff.K 224





Lfd.Nr.: 301

[LEBRUN, PIERRE-HENRI (Hrsg.):]

JOURNAL GÉNÉRAL DE L'EUROPE. CONTENANT LE RÉCIT DES PRINCIPAUX ÉVÉNEMENS POLITIQUES, ET AUTRES. POUR L'AN DE GRACE MDCCXC, OU L'AN PREMIER DE LA LIBERTÉ. TOME II. [S.3] NUMERO 26.

DE L'IMPRIMERIE IMPARTIALE. 1790. [2.3.1790], s.l., 16 S., A8, 8°;

Die Ausgabe vom 2.3.1790 berichtet 1. über den plötzlichen Tod der Erzherzogin Elisabeth und den Tod Kaiser Josephs II., verbunden mit einer kurzen Würdigung seiner Person; 2. über die Debatten in der französischen Nationalversammlung zur Eindämmung innerer Unruhen und die Verabschiedung des Dekretes zur Abschaffung des Feudalsystems, sowie über eine mögliche Erhebung auf Martinique gegen Frankreich; 3. über die fortbestehende Uneinsichtigkeit der Brabanter Stände, daß die Souveränität dem Volk zugefallen ist. Es wird die Schrift 'Remontrances aux Etats de Brabant' abgedruckt (in Teilen ?), in der zum Ausdruck gebracht wird, daß das Volk sich durch das Verhalten der Brabanter Stände um seine Rechte betrogen fühlt. Aufgeklärte Bürger würden als Aufrührer verunglimpft, wenn sie ihre Rechte einklagten. Die Äbte sollten sich das französische Beispiel vor Augen halten und anstatt Politik zu betreiben die Landwirte über ihre wahren Interessen aufklären. Die Stände sollten das Volk nicht länger hintergehen, angesichts der drohenden Gefahren durch die Nachbarstaaten. Die Stunde der Wahrheit stünde bevor, und das Volk würde alle Spuren der Feudalität, auf die sich die Titel der Stände gründeten, beseitigen.

Alff.K 225





Lfd.Nr.: 302

[LEBRUN, PIERRE-HENRI (Hrsg.):]

JOURNAL GÉNÉRAL DE L'EUROPE. [vorangest. Untertitel:] SUPPLEMENT AU NUMERO 40.

I. Nous souhaitons bien ardemment que le fait qu'on vient de lire, ne se vérifie pas, quoiqu'il ne déshonore [...]

[Bogenbez.:] TOME II. 4 Avril 1790. s.l., S. 249-264, 16 S., T8, 8°;

Die Ausgabe vom 4.4.1790 gibt zunächst eine Erklärung des Offizierskorps in Namur wieder, in der die Meinung vertreten wird, nur das Volk könne über den Wunsch Van der Merschs, zurückzutreten, entscheiden. Dem Inhalt der Adresse vom 15.3.1790 an die Brabanter Stände stimmen die Offiziere zu. Abgesandte der Armee sollen in allen Provinzen und bei der Armee des Generals Schoenfeldt um Zustimmung werben. Es schließt sich eine Adresse der Offiziere vom 30.3.1790 an ('Les Officiers de l'armée belgique aux Etats des Provinces Belgiques Unies', siehe hierzu die Replique 'Doutes d'un officier...', Nr. 239), in der die Auffassungen der obigen Erklärung bekräftigt werden, die bewußte Vernachlässigung der Patriotenarmee beklagt, und die Beseitigung der Mißstände in der Versorgung der Armee gefordert werden. In einem dritten veröffentlichten Schreiben ('Voeux des Messieurs les Officiers de l'armée Belgique sous les ordres de S. E. le Général d'Artillerie Van der Mersch', vom 31.3.1790) fordern die Offiziere, Van der Mersch in seinem Amt als Oberkommandierender der Armee zu bestätigen, den Herzog d'Ursel als Chef des Département général de la guerre wiedereinzusetzen und den Grafen de la Marck als Stellvertreter Van der Merschs zu berufen. Sie bitten alle Provinzen, die Mißbräuche abzustellen und die Ruhe wiederherzustellen, damit das Vaterland gerettet werden kann. Die Zeitung berichtet über ein unterschiedliches Echo auf diese Forderungen. Die meisten Provinzen unterstützten aber die Anliegen der Vonckisten. Die Stände von Limburg hätten bereits am 10.3.1790 ein Projekt zur finanziellen Unterstützung der Armee beschlossen, das im folgenden vorgestellt wird. Es würde nicht verwundern, wenn die Vonckisten in Brüssel eine neue Revolution auslösten, in der sie den Sieg davontragen würden. In diesem Zusammenhang wird der Brief von J. G., einem Freiwilligen der Kompanie von M.E.V.W. an Herrn Bertrand veröffentlicht, in dem dieser, der in den Märztagen gegen die Plünderer in Brüssel gekämpft habe, jede Abwerbung aus Liebe zum Vaterland, zur wahren Freiheit und zu seinem Kommandanten ablehnt. Es folgen die Richtlinien der französischen Nationalversammlung vom 28.3.1790 zur Errichtung einer neuen Kolonialversammlung in den französischen Kolonien, eine Zusammenfassung des Berichts von Duport in der Nationalversammlung über die Neuorganisation der Judikative und, nach dem Hinweis auf eine nötige Reform der Reichsjustiz, bezüglich der anstehenden Kaiserwahl der Abdruck der Erklärung des pfälzischen Kurfürsten bei seiner Übernahme des Reichsvikariats am 1.3.1790 zusammen mit dem sächsischen Kurfürsten, in der er alle dazu aufruft, in der Zeit des Interregnums den Reichsfrieden zu bewahren.

Alff.K 226





Lfd.Nr.: 303

LA JOYEUSE-ENTRÉE MISE EN PRATIQUE, OU MÉMOIRES Pour servir à l'Histoire de l'usurpation des Etats Belgiques en 1790. N°. I.

Novembre 1791. s.l., 39 S., (t),A8-B8,()[ursprünglich am Schluß der Schrift],C4, 8°;

Der Verfasser berichtet über Plünderungen und Morde - 47 Einzelschicksale, darunter die Ermordung Van Krieckens - , die unter der Tyrannei der Stände an kaisertreuen Bürgern begangen worden sind. In seiner Einleitung erläutert er den Aufbau und den Zweck dieser Veröffentlichung. Ein Kreis von 12 Personen habe beschlossen, in mehreren Publikationen, die an prominenten Belgiern verübten Verbrechen konkret zu dokumentieren, um die Belgier insgesamt wirkungsvoller abschrecken zu können, als dies die verdienstvollen, mehr abstrakten Darstellungen des Fanatismus bewirkt hätten. Der Verfasser kündigt mehrere Fortsetzungen an, in denen sich der Grad der geschilderten Grausamkeiten der begangenen Verbrechen laufend steigere. In einem Anhang werden zwei Briefe zitiert, die die erpresserischen Methoden der Rebellen bloßlegen sollen: 1. Brief Van der Noots vom 2.10.1789 an Van der Mersch, in dem der General aufgefordert wird, die Patriotenarmee gegen die Österreicher zu führen. Bei Verweigerung drohen Ausweisung und Einzug seiner Güter; 2. Brief im Auftrag von M. Schiplaeken vom 9.8.1790 mit der Aufforderung an die Limburger Stände, unverzüglich zusammenzutreten. Ansonsten werde sich Schiplaeken zum Souverän erklären und seine Truppe zu den Verweigerern schicken, um ihre Häuser und Schlösser zu verwüsten.

Alff.K 227





Lfd.Nr.: 304

[anonym, 'UN CITOYEN BELGE':]

JUSTES ALARMES D'un Citoyen Belge.

TOUT citoyen se doit à sa nation; s'il doit contribuer de ses lumières au bien général, il doit aussi dénoncer [...].

s.d., [2.4.1791], s.l., 4 S., 8°;

[S.4:] Ce 2 Avril 1791.

Denunziation eines angeblichen Gespräches zweier Geistlicher über die josephinische Kirchengesetzgebung aus Sorge um das Gemeinwohl. Diese verurteilen die aufklärerische Philosophie als Atheismus und schlagen inquisitorische und Zensurmaßnahmen vor, um durch die Unwissenheit des Volkes ihre Herrschaft wiederherstellen und weiter ausüben können. Der Verfasser stellt am Ende die Frage, ob sich Freiheit und Herrschaft des Aberglaubens nicht gegenseitig ausschließen.

Alff.K 228





Lfd.Nr.: 305

KORT-BONDIG VERHAEL Van de gebeurtenisse aen die Raeds-Heeren van den Raede van Brabant, tot Brussel op den 17 Januarii 1791, s'middaegs tusschen twaelf en een uren.

SOo haest de Keyserlyke trouppen hun meester hadden gemaekt van den Lande van Brabant en van de Stadt Brussel, [...].

s.d., [18.1.1791], s.l., 4 S., 8°;

Kurzer Bericht über die Ausschreitungen einer aufgebrachten Volksmenge gegen die in Brüssel tagenden Ratsherren des Brabanter Rates. Das Volk erwarte, daß die meineidigen Ratsherren, die die Unterdrückung des Volkes durch die Stände unterstützt hätten, aus ihren Ämtern entfernt würden, da sonst den verfolgten Vonckisten und Royalisten keine Gerechtigkeit wiederfahren könne. Da die Volksmenge tags darauf vergeblich auf die Ratsherren vor dem Haus des Ratsherrn Villegas gewartet hätten, müsse man die weitere Entwicklung abwarten. Die Ständemitglieder, vor deren Versammlungsort ebenfalls eine Volksmenge wartete, entgingen der Beschimpfung nur deshalb, da sie an diesem Tag nicht zu Beratungen zusammengetreten waren.

Alff.K 229





Lfd.Nr.: 306

KORT-BONDIG VERHAEL Van die gebeurtenisse aen die Heeren Staeten van Brabant tot Brussel op den 24 Februari 1791, korts naer noen tusschen een en twee ueren.

NAER het voorgevallene op den 17 Januari laestleden aen de aldus genaemde - Raets - Heeren van den Raede van Brabant, [...].

s.d., [26.2.1791], s.l., 12 S., A6, 8°;

Bericht über die Ereignisse am 24/25. Februar in Brüssel, in Fortsetzung des Berichtes vom 18. Januar 1791 (s. Nr. 305). Das Volk fordere in Erwartung einer Neubesetzung des Brabanter Rates die Verurteilung der schlimmsten Schurken und Betrüger, die sich vor allem im geistlichen Stand finden (z.B. Nelis). Hierin sei das Volk durch die Regierung bestärkt worden (Schreiben Mercys vom 25.1.1791 an die Stände). Außerdem habe das Volk in einer Bittschrift vom 9.2.1791 (s. 'Requête...', Nr. 528) und in seiner 28 Punkte umfassenden Beschwerdeschrift (s. 'Griefs...', Nr. 284/285) vom 1.1.1791 verdeutlicht, daß die Stände reorganisiert und zur Verantwortung gezogen werden müßten. Eine Amnestie lehne das Volk ab, da es sonst keine Gerechtigkeit für die Geschädigten gebe. Nachdem die Stände es gewagt hätten, die Absetzung ihnen ergebener Ratsherren und die Wiedereinsetzung der kaisertreuen Räte in den Rat von Brabant als ungesetzlich zu bezeichnen, damit sie mit Hilfe der ihnen verbundenen Räte jede Entschädigungsforderung und mögliche eigene Verurteilung abschmettern können, sei eine aufgebrachte Volksmenge am 24.2. vor das Brüsseler Stadthaus gezogen, habe die dortige Ständeversammlung gesprengt und die Ständemitglieder tätlich angegriffen. Danach sei die Menge vor das Palais des Ministers gezogen, habe den Kaiser und die Regierung hochleben lassen und die Vertreibung der Stände gefordert. Der Minister habe versprochen, die Wünsche des Volkes dem Kaiser zu übermitteln und am nächsten Tag sei bereits eine Kammer des Brabanter Rates wieder rechtmäßig eingerichtet worden und die 5 mit den Ständen sympathisierenden Räte entlassen worden. In einem Postskriptum geht der Verfasser kurz auf die Vertreibung der Kapuziner aus ihrem Kloster in Brüssel am 25.2.1791 ein. Die einrückenden Soldaten sollen dort reiche Vorräte und Waffen gefunden haben.

Alff.K 230





Lfd.Nr.: 307

[anonym, 'ÖSTERREICHISCHER OFFIZIER, EIN':]

KRITISCHE BEMERKUNGEN ÜBER DAS GOUVERNEMENT DER NIEDERLANDE, ODER SCHREIBEN EINES OESTERREICHISCHEN OFFIZIERS AN SEINEN FREUND IN GARNISON ZU LÜTTICH.

HAAG, bey GOSSE Buchhändler 1791. [26.3.1791], 34 S., 8°, [ms S. 34:] De Hoze...: hac 20. janvier 1792 L. (?);

In einem anonym herausgegebenen Brief stellt ein österreichischer Offizier die Politik der österreichischen Regierung in Belgien an den Pranger. Man habe versäumt, die Generalamnestie wieder zurückzunehmen und die Joyeuse Entrée im Interesse des Kaisers und des Volkes zu modifizieren, als die Rebellen sich nach der Frankfurter Erklärung nicht ergaben. Es widerspräche jedem Gerechtigkeitssinn, wenn die Abtrünnigen mit Nachsicht behandelt würden und es stachele sie nur dazu auf, keine Ruhe zu geben. Hinter dieser Politik stehe der Vizekanzler Crumpipen, der die eigentliche Regierungsmacht in Händen halte und die Aufständischen schon vor der Revolution tatkräftig unterstützt habe. In seinem Treiben sei er bestärkt worden durch die Generalgouverneure, die ebenfalls die Stände in ihrer Widersetzlichkeit gegen die Edikte Kaiser Joseph II. gefördert hätten. D'Alton, der dem Kaiser die Verantwortlichkeit Crumpipens angedeutet habe, sei nicht durchgedrungen. Es seien sogar militärische Planungen an die Aufständischen weitergegeben worden. Nach der Rückeroberung Belgiens habe Mercy die Vonckisten in unverantwortlicher Weise hofiert und ermuntert. Die Aufwiegelung des Volkes gegen seine Repräsentanten am 24.2.1791 sei töricht gewesen, da es sich, wie die Erfahrung zeige, über kurz oder lang mit seinen Forderungen gegen die Regierung und den Monarchen wenden werde. Verständlich würde das Verhalten des Ministers nur, wenn man annehme, Crumpipen habe ihn von den demokratischen Ideen überzeugt. Wenn Freunde des Ministers behaupteten, er habe die Vonckisten nur gebraucht, um den Adel und den Klerus zu demütigen, die, gestützt auf die Konventionen von Reichenbach und Den Haag, die Aufrechterhaltung der Verfassung forderten, so führe dies zu nicht kalkulierbaren Unruhen, wenn die Vonckisten die wahren Beweggründe des Ministers erführen. Selbst wenn mit 50000 Soldaten die Vonckisten im Zaum zu halten seien, so stelle die ständige Stationierung der Truppen in Belgien eine erhebliche Belastung dar. Zu bedauern sei Graf Metternich,der ein schweres Erbe antreten werde. Ob es ihm bei allem Talent gelingen werde, Belgien den Österreichern zu erhalten, sei durchaus zweifelhaft. Am Ende der Schrift würdigt er die Verdienste Trauttmansdorffs, dem am Ausbruch der Revolution keine Schuld treffe.

Alff.K 231

La lessive perdue...s.Nr.553





Lfd.Nr.: 308

LETTRE A L'EMPEREUR LEOPOLD II.

SIRE, IL paroit depuis quelques jours deux imprimés egalement intéressans: l'un est un Mémoire présenté à Mr. de MERCI [...].

s.d., [1.1791 ?], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

Gegenschrift zu den Schriften 'Mémoire des députés des Etats de Flandre', (s. Nr. 360), und 'Projet de Joyeuse Entrée pour la Flandre', Nr. 458, der flandrischen Stände. Der Verfasser bestreitet, daß die Stände, die ihre Machtposition gefährdet sähen, im Namen des Volkes sprächen und fordert Leopold II. eindringlich auf, ihren Forderungen nicht nachzugeben. Sie dienten nur den Interessen der Stände selbst. Der Kaiser solle vielmehr das Recht des Eroberers anwenden und die Stände als Urheber der Revolution vernichten, damit sich das Volk auf der Basis des Naturrechts und der daraus folgenden Gleichheit des einzelnen am Aufbau einer stabilen Ordnung beteiligen könne.

Alff.K 232





Lfd.Nr.: 309

LETTRE A M. DE NERBEC, Président de l'Administration du District de Bergues; OU OBSERVATIONS SUR SON DISCOURS, Prononcé le 2 Mai 1791, dans l'Eglise paroissiale de Bergues.

1791. [2.5.1791], s.l., 15 S., 8°;

In seinem Antwortbrief auf die Rede Nerbecs vom 2.5.1791 in der Pfarrkirche von Bergues versucht der Verfasser nachzuweisen, daß der von Nerbec erhobene Vorwurf, Joseph II. habe die Fundamente der Religion untergraben, auf unwahren Gerüchten des Klerus beruht. Er verteidigt die Kirchenreformen des verstorbenen Kaisers, der nur die Mißbräuche der Religion abstellen wollte, und er rechnet mit dem verdorbenen, geldgierigen und verleumderischen Klerus ab. Er hoffe, daß der wahrheitsliebende Präsident seine ungerechtfertigten Äußerungen zurücknehmen werde (s.a. Nr. 545).

Alff.K 233





Lfd.Nr.: 310

[anonym, 'V...N..., UN PATRIOTE BRABANÇON':]

LETTRE A M. L'AVOCAT VOU(!)CK; PAR UN PATRIOTE BRABANC(!)ON.

1790. [4.1.1790], s.l., 8 S., 6 Bl., 8°;

[unterz.:] V........... N..... Le 4 Janvier 1790.

In einem offenen Brief fordert der Verfasser Vonck und seine Mitstreiter, die die wahren Urheber der Revolution seien, auf, der Usurpation der Souveränität durch die Brabanter Stände am 26.12.1789 ein Ende zu bereiten. Es könne nicht das Ziel der Revolution gewesen sein, die eine Tyrannei durch einen gesteigerten Despotismus der Aristokratie zu ersetzen. Die Verstöße gegen die bürgerlichen Freiheiten erinnerten an die Maßnahmen d'Altons. Der Volkswille sei bisher mißachtet worden und alle, die es wagten, über Freiheit und Teilhabe an der Souveränität zu sprechen, würden als Kaiserliche verfolgt. Jeder 'gute Bürger' wünsche, daß sich das Land wieder erhole, eine vernünftige Verfassung und vom Volk legal gewählte Repräsentanten erhalte. Nach der Absetzung des Kaisers durch die Stände sei ihr Mandat verfallen, und sie müßten als einfache Bürger abwarten, ob das Volk ihre Mandate verlängere. Deshalb seien die Bürger an die Beschlüsse der jetzigen Stände in keiner Weise gebunden. Es müsse verhindert werden, daß das unwissende Volk erneut unter der Feudalität oder dem Despotismus zu leiden habe. In einer Vorbemerkung wird die verspätete Veröffentlichung des Briefes mit den Zensurmaßnahmen der Stände erklärt. Sie rechtfertige sich aber durch die Absicht, die Bürger aus ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem wahren Urheber der Revolution aufzurütteln.

Alff.K 234





Lfd.Nr.: 311

[STOCQUART DE COURTAUBOIS, FRANÇOIS-XAVIER ?:]

LETTRE A M. STOCQUART DE COURTAUBOIS, Ecuyer, Prévôt-général des Pays-Bas & de l'Hôtel de SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI, &c. &c. lui adressé par l'Auteur de la confession d'un Membre du ci-devant congrès belgique, présentement maniaque à Geel; avec un projet de Requête, de sa façon, à adresser aux Etats de Brabant.

1791. [24.5.1791], s.l., 32 S., A8-B8, 8°;

In seinem Brief an Stocquart formuliert der Verfasser der 'Confessions autentique...', Nr. 131, eine Eingabe an die Brabanter Stände, die Stocquart den Ständen vorlegen sollte, um für erlittenes Unrecht entschädigt zu werden. Der Verfasser verbindet damit die Absicht, seine bereits in der 'Confession' zugegebenen Unrechtstaten zu sühnen und andere Revolutionsopfer zu bestärken, eine Bestrafung der Schuldigen und eine angemessene Entschädigung zu verlangen. In dieser Eingabe schildert der in die Person Stocquarts geschlüpfte Verfasser die Verhaftung Stocquarts am 12.12.1789, seine über viermonatige Haftzeit, in der er so großen Belastungen ausgesetzt war, daß seine Frau um sein Leben fürchtete, seine Verleumdung als Volksverräter, die vergebliche Suche der Stände nach Belastungszeugen und den fehlgeschlagenen Versuch, ihn bei seiner Freilassung am 9.5.1790 zu ermorden. Die Entschädigung für Stocquart solle eine halbe Million Florint betragen. Bei ungenügender Entschädigung solle das Volk über die Stände richten. Als Anlagen folgen ein Gnadengesuch seiner Frau an die Brabanter Stände vom 27.1.1790 und drei Eingaben seiner Frau an den Brabanter Rat vom 13.2., 1.3., und 6.4.1790, in denen sie um die Freilassung ihres Mannes bittet. Der Eingabe vom 1.3.1790 ist ein ärztliches Attest beigefügt, das den kritischen Gesundheitszustand des Inhaftierten bestätigt.

Alff.K 235





Lfd.Nr.: 312

[anonym, 'UNE NOMBREUSE SOCIÉTÉ DE CITOYENS PAISIBLES':]

LETTRE A MONSIEUR Monsieur le Comte VANDER NOOT DE DURAS, Membre des Etats de Brabant, & du ci-devant Souverain Congrès Belgique.

MONSIEUR LE COMTE, IL est bien douloureux pour des Citoyens honnêtes & paisibles, qui, touchés de la Clémence de LEOPOLD, [...].

s.d., [12.2.1791], s.l., [Bruxelles ?] 4 S., 8°;

[unterz.:] Par une nombreuse Société de Citoyens paisibles. ...Bruxelles le 12 Février 1791.

Brief an den ehemaligen Vorsitzenden des belgischen Kongresses, in dem er, weil er keinerlei Reue zeige und die Würde des Kaisers fortgesetzt mit Füßen trete, angeklagt wird, verschiedene Grausamkeiten begangen oder veranlaßt zu haben. Er sei ebenso schuldig, wie die Verräter Van der Noot und Van Eupen und falle deshalb nicht unter die vom Kaiser gewährte Generalamnestie. Am 16.3.1790 habe er die Doyens massiv unter Druck gesetzt, um ihre Zustimmung zur Ausplünderung der 41 Unterzeichner der Adresse vom 15.3.1790 an die Brabanter Stände zu erhalten. Am 21.11.1790 habe er jedes Abkommen mit Leopold II. abgelehnt und angedroht, den einrückenden Österreichern nur noch verbrannte Erde zu überlassen. Er pflege weiterhin Beziehungen zu Van der Noot. Seine Verantwortlichkeit für die Vorfälle am 7. und 8. Februar in dem Kabarett 'Les trois Perdrix', in dem seine Bediensteten ehrenwerte Bürger bedroht hätten und die Revolutionsführer hochleben ließen, sei erwiesen. Deshalb wünsche man, von einem solchen Monstrum befreit zu werden (s.a. Nr. 204).

Alff.K 236





Lfd.Nr.: 313

[anonym, 'B.V.S.':]

LETTRE A SON EXCELLENCE, MONSIEUR LE COMTE DE METTERNICH, MINISTRE PLÉNIPOTENTIAIRE DE S. M. L'EMPEREUR ET ROI AUPRÈS DU GOUVERNEMENT DES PAYS-BAS.

MONSEIGNEUR, IL n'est pas douteux, que, depuis long-tems V. E. ne soit en bute aux insinuations des mauvais génies, [...].

s.d., [25.7.1791], s.l., [Bruxelles ?], 3 S., 4°;

[unterz. S. 2:] Bruxelles ce 25 juillet 1791. B. V. S.

Der Verfasser zeigt dem Minister das widersprüchliche und gesetzeswidrige Verhalten H. Crumpipens an. Es könne nicht hingenommen werden, daß Crumpipen jetzt Justizbeamte verdamme und Regierungsangestellte entlasse, die sich an der kaiserlichen Richtlinie orientiert haben, daß diejenigen Regierungsbeamten, die nicht der in Trier Anfang 1790 provisorisch eingerichteten Jointe angehörten, solange unter der Führung der Stände arbeiten sollten, bis die Ruhe im Land wiederhergestellt sei. So habe es Crumpipen selbst in seinem Brief vom 28.2.1790, der auf Seite 3 abgedruckt ist, an den Leiter der Rechenkammer Locher ausgedrückt (COPIE de la lettre écrite à M. De Locker, directeur en chef de la Chambre des Comptes). Diese Maßnahmen Crumpipens dienten nur dazu, jede Opposition gegen seine Machenschaften auszuschalten. Der Autor bittet den Minister, im Namen der Brabanter das Vertrauen in die Regierungspolitik durch geeignete Maßnahmen wiederherzustellen.

Alff.D 26





Lfd.Nr.: 314

[anonym, 'UN CITOYEN DE BRUXELLES':]

LETTRE ADRESSÉE A Messieurs les Etats de Brabant, le 12 Septembre 1791, par un citoyen de Bruxelles.

MESSIEURS, D'APRES toutes les inquiétudes que votre conduite me cause, je ne puis plus vous dissimuler, [...].

s.d., [12.9.1791], s.l., 8 S., 8°;

Ein Brüsseler Bürger droht den Mitgliedern der Stände an, sie nicht mehr als seine Repräsentanten anzuerkennen, wenn sie weiterhin den Geist der Zwietracht nährten und die Nation im Dämmerzustand beließen. Ihr Verhalten (u.a. während der Revolution: die Übertragung des Oberbefehls über die Armee nach der Inhaftierung von Van der Mersch an einen nur den Ständen verpflichteten General, die Vorspiegelung möglicher Bündnisse mit den Nachbarstaaten, Zwangsrekrutierungen, Plünderungen und Mord, die Veröffentlichung der Anordnung vom 8.11.1790, obwohl bekannt war, daß die kaiserlichen Truppen am 21./22. November in Belgien einmarschieren würden (s. hierzu Nr. 134), die Ablehnung des kaiserlichen Memorandums vom 2.3.1790; nach der Revolution: die Abwälzung der Schulden auf das Volk, die Gerüchte über Klosterauflösungen, die allerdings wünschenswert seien, damit die Stände direkt mit den Wünschen des Volkes konfrontiert würden und die Menschen kein Leben gegen die Natur führten) verdeutliche, daß sie nur ihre eigensüchtigen Interessen verfolgten. Es wäre daher besser, die Ständemitglieder würden ihre Stühle räumen.

Alff.D 37





Lfd.Nr.: 315

LETTRE AU CITOYEN ***, Au sujet du prospectus du Journal de la liberté et de l'égalité ecclésiastiques.

VOUS me demandez, concitoyen....., quelques explications au sujet du titre sous lequel j'ai fait paroître [...].

s.d., [19.1.1793], s.l., 2 S., 8°;

[unterz.:] Le 19 janv. 1793. Votre tout dévoué concitoyen....

Der Herausgeber der neuen Zeitung erläutert in seinem Brief die Begriffe 'Liberté' und 'Egalité, um Bedenken zu zerstreuen, er plane die Zerstörung kirchlicher hierarchischer Strukturen. 'Liberté ecclésiastique' bedeute im Hinblick auf das kirchliche Vermögen die Verwendung der Einkünfte zur Unterstützung der Armen. 'Egalité ecclésiastique' bedeute in bezug auf die Verteilung kirchlicher Güter die Abschaffung aller Privilegien und das gleiche Recht aller Notleidenden auf Hilfe nach dem Grad ihrer Bedürftigkeit in einer brüderlichen Gemeinschaft von Christen.

Alff.K 237





Lfd.Nr.: 316

[anonym, 'LE CITOYEN IMPARTIAL':]

LETTRE Aux Doyen & Chapitre de la Cathédrale d'Anvers sur leur Avis doctrinal du 5 de l'an 1788. [vorangest. Zählung:] N°. V.

MESSIEURS, J'Ai lu l'Avis doctrinal que vous avez rendu à votre Evêque sur l'établissement du Séminaire-Général de Louvain, [...].

s.d., [5.1.(3.)?1788], s.l., 24 S., A8,B4, 8°;

[unterz.:] LE CITOYEN IMPARTIAL.

In seiner Antwort auf das 'Avis doctrinal' aus Antwerpen (s. Le Voeu du peuple belgique...', S. 243-262, K 596) weist der Verfasser jede Kritik an der Einrichtung des Generalseminars zurück. Der haltlose Vorwurf, der Kaiser zerstöre die Religion, untergrabe die Autorität der Regierung und verwirre den einfachen Bürger. Der Kaiser habe lediglich die Absicht, die Auswüchse der Religion zu beseitigen. Die nicht unbedingt uneigennützig vorgetragenen Befürchtungen und Anklagen der Geistlichkeit gefährdeten die Einheit des Volkes und der Religion. Das Gutachten der Löwener Universität aus dem Jahre 1784 bestätige die Inhalte der Reform der Priesterausbildung und fordere sogar die Ausbildung der Ordensgeistlichkeit in einem Generalseminar. Die unterschiedliche Vorbildung und Erziehung der Schüler spreche nicht gegen die Einrichtung des Generalseminars, der Unterricht durch fremde Professoren stelle keine Gefahr dar, unterstünden sie doch dem Bischofskollegium, die Einführung bestimmter bisher vernachlässigter Bereiche der Theologie in den Unterricht stelle keine Gefahr für die Orthodoxie der Lehre dar, die Disziplinargesetze verhinderten, daß das Priesteramt nur als Broterwerb angesehen werde, das Inspektionsrecht der Regierung beziehe sich ausschließlich auf die Beseitigung von Mißbräuchen der Religion und ein gesundes Mißtrauen gegenüber dem Papst rechtfertige sich allein schon durch einen Blick in die Geschichte. Die Bischöfe sollten wissen, daß sie wie jeder andere Bürger der weltlichen Macht zu gehorchen hätten, und diese allein über das Gewaltmonopol verfüge (s.a. Nr. 411, 504, 546).

Alff.K 238





Lfd.Nr.: 317

LETTRE AUX ÉTATS DE BRABANT. Du 22 Septembre 1791.

1791. [22.9.1791], s.l., 15 S., A8, 8°;

Brief an die Brabanter Stände, in dem der Verfasser die fortgesetzte Weigerung der Stände, den reorganisierten Brabanter Rat anzuerkennen, weil fünf der früheren Räte nicht mehr zugelassen worden seien, scharf verurteilt. Die zeitweilige Belassung von Justiz- und Polizeibediensteten in ihren Ämtern durch den General Bender beim Einmarsch der österreichischen Truppen bedeute nicht, daß sie damit in ihren Ämtern bestätigt worden seien, da dies nicht die Aufgabe des Generals gewesen sei. Die Argumentation der Stände sei widersprüchlich, da sie einerseits sich weigerten, die sieben Räte, die 1789 in den großen Rat von Mecheln übergewechselt seien, in den Rat von Brabant wiederaufzunehmen, da sie auf ihre Ämter verzichtet hätten, aber andererseits die fünf Räte, deren Ämterverzicht viel offensichtlicher sei, in den Rat aufgenommen wissen wollten. Der hartnäckige und verbohrte Widerstand der Stände habe die Fronten so verhärtet, daß jede Kompromißlösung ausgeschlossen erscheine.

Alff.K 239





Lfd.Nr.: 318

[SANDELIN, ALEXANDRE:]

LETTRE AUX ÉTATS DE BRABANT, PAR L'Agent en Cour SANDELIN, un des quarante Commissaires de la Société des Amis du bien public, à Bruxelles.

MESSIEURS, RAREMENT, je l'avoue, la voix du peuple est un oracle sûr, mais quelque soit le génie inspirateur de la populaire Sibylle, [...].

[S.8:] De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. s.d., [18.4.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] SANDELIN. Bruxelles, le 18 Avril 1791.

Sandelin antwortet den Brabanter Ständen auf Gerüchte hin, sie hätten sich bei der Regierung beklagt, daß die Société des amis du bien public in unangemessener Weise durch die Regierung protegiert werde, sei sie doch eine Sekte von Neuerern, die allen Zwist wieder aufleben lasse. Sandelin fordert eine öffentliche Diskussion über die Streitpunkte und stellt die Société als Verfechterin der Rechte des Volkes dar, die jeden Rachegedanken aufgegeben habe. Die vermeintliche Protektion erstrecke sich nur auf das verfassungsmäßig verankerte Recht, Eingaben zu machen und sei mit den Vergünstigungen für die Stände nicht zu vergleichen. Neuerer seien doch diejenigen, die ein freies, widerrufbares Mandat zu einem exklusiven, erblichen Titel umwandeln wollten, und die Zwistigkeiten seien doch von jenen zu verantworten, die in ihrem persönlichen übersteigerten Ehrgeiz durch Verschwendungssucht sich der Meinung der blinden Masse versichert hätten. Dabei sei bekannt, daß die Société sich für die persönliche Sicherheit der Ständemitglieder eingesetzt habe und die Parteien ermahnt habe, sich zu versöhnen. In der Frage der Abzahlung der Schulden könne man das Volk nicht im Stich lassen. Es wäre ein leichtes, anstatt durch die Abwälzung der Schuldenzahlung auf das Volk ganze Familien in den Ruin zu treiben, eine Amortisationskasse einzurichten, in der die Abteien und Kapitel 10% ihrer jährlichen Einkünfte einzahlten, um die Schulden zu tilgen. Die Stände könnten weiterhin durch ihr Einverständnis zu einer neuen und besseren Volksrepräsentation zu Frieden und Einheit beitragen (s.a. Nr. 41, 295).

Alff.K 240





Lfd.Nr.: 319

[anonym, 'A.M.J.':]

LETTRE CONSOLATOIRE AUX Quatre Députés des Révolutionnaires des Etats Ecclésiastique & Noble de Hainaut, en réponse à la leur, datée de Vienn le 6 Mars 1791.

MESSIEURS, MA qualité de citoyen de cette nation que vous avez opprimée, persécutée, avilie même, & que [...].

s.d., [20.3.1791], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] A. M. J. Du dix-septième mois de votre rébellion le 20.

Antwortbrief an die vier Abgeordneten der ersten beiden Hennegauer Stände in Wien. Sie seien ohne Mandat des Volkes und ohne den Dritten Stand zu unterrichten nach Wien gereist und versuchten, in heuchlerischer Weise im Namen des Volkes Vergebung für ihre Majestäts- und Nationsbeleidigung zu erhalten. Das Volk aber, das unter ihrer Tyrannei gelitten habe, distanziere sich von ihren Untaten und trage keine Mitschuld an ihrer Rebellion. Vor allem die Landbevölkerung sehne die Wiedereinführung der Reformen Joseph II. und die Befreiung aus dem Joch der verbrecherischen Stände herbei, um wieder glücklich leben zu können (s.a. Nr. 225).

Alff.K 241





Lfd.Nr.: 320

[DEUDON,:]

LETTRE De DEUDON, ancien Échevin de Malines. A DUVIVIER, célèbre écrivassier des Pays-Bas, du temps où les bêtes parloient.

Paris, ce 14 avril 1791. CONSÉQUEMMENT à la promesse que je vous ai faite, je profite de mes premiers momens, [...].

s.d., [14.4.1791], s.l., 7 S., 8°;

Kommentierter Abdruck eines Briefes von Duvivier an den ehemaligen Schöffen von Mecheln, Deudon, vom 5.5.1791. Duvivier hatte gegen die vermeintlichen Verleumdungen seiner Persom durch den Schöffen Stellung bezogen, ihm geraten, den Kaiser und die Belgier nicht zu sehr zu beschimpfen, weil sie die französischen Torheiten nicht mitmachten und ihm nahegelegt, sich von seiner politischen Tätigkeit auszuruhen. Deudon bekräftigt in seinen Anmerkungen seine früheren Äußerungen, bezeichnet Duvivier als Heuchler und verteidigt seine Verurteilung der aristokratischen Revolutionäre und ihrer Helfershelfer.

Alff.K 242





Lfd.Nr.: 321

LETTRE DE M. BURKE, SUR LES AFFAIRES DE FRANCE ET DES PAYS-BAS; ADRESSÉE A M. LE VICOMTE DE RIVAROL. Traduite de L'ANGLAIS.

A PARIS, Chez DENNÉ, Libraire, au Palais-Royal. N°. 93 et 94. s.d., [12.6.1791], 27 S., A8,B6, 8°, [Rückseite des Titelbl.:] Anmerkung des Herausgebers;

Veröffentlichung eines Teils des Briefwechsels zwischen Burke und Rivarol. Burke warnt vor den negativen Konsequenzen, die eine Vertreibung der Mönche aus Belgien und die Bevorzugung der demokratischen Gruppierung für das Königtum haben könnten. Für den Fürsten sei es besser, die Sitten und Gebräuche des Landes zu respektieren und eine allgemeine Versöhnung herbeizuführen. Im Gegensatz zu Frankreich habe die Revolution in Belgien nichts verändert. Burke sieht die Ursachen menschlicher Verfehlungen weniger in der mangelnden Sensibilität für den Mitmenschen, die sich möglicherweise in der Abgeschiedenheit des Klosterlebens vermindert, sondern durch eine übersteigerte Eigenliebe. Die 'Philosophen' in Paris verhielten sich wie die Poeten, sie schmeichelten und weckten die Leidenschaften. Die konkreten Tugenden würden abgelöst durch eine leere Philantropie. Rivarol antwortet (12.6.1791), daß zur Zeit dem Kaiser durch die beiden rivalisierenden Gruppen in Brüssel keine Gefahr drohe. Der Kaiser, dem das Glück der Belgier am Herzen liege, sei nicht so vermessen, seine Herrschaft auf die Spaltung der Gesellschaft zu gründen. Er sei froh gewesen, daß nicht die 'Demokraten' die Oberhand behalten hätten, hätte dies doch bedeutet, sie mit ihren französischen Verbündeten blutig aus dem Land zu jagen. Die Regierung solle sich besser auf eine gute Verwaltung stützen, als auf das Militär. Rivarol befürchtet bei einer Gegenrevolution in Frankreich ein Wiederaufleben der adligen Mißwirtschaft. Er fragt sich, ob es nicht möglich sei, die vernünftigen Elemente der alten Verfassung mit denen der neuen Verfassung zu kombinieren, um sowohl der Demokratie als auch der Aristokratie zu entgehen. Im Gegensatz zu Burke hält er das Leben in der Abgeschiedenheit für naturwidrig und gesellschaftsfeindlich.

Alff.B 19





Lfd.Nr.: 322

[GRAVE, CHARLES-JOSEPH de:]

LETTRE DE M. DE GRAVE AUX ÉTATS DE FLANDRE, Au sujet de celle du Duc D'URSEL, du 10 Avril 1790.

MESSEIGNEURS, PAR dépêche du 8 de ce mois, nous vous remettons copie d'une lettre que M. le Duc d'Ursel vous a adressée [...].

s.d., [11.4.1790], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] C. DE GRAVE. Bruxelles, le 11 Avril 1790.

De Grave versucht in seinem Brief den falschen Eindruck über die angeblichen Machenschaften d'Ursels, den ein von ihm ungelesen unterzeichneter Bericht an die flandrischen Stände erweckt hatte, zu korrigieren. Damit hofft er die Stände doch noch dazu bewegen zu können, auf den Brief d'Ursels zu antworten und sich seiner Dienste zu versichern.

Alff.K 243





Lfd.Nr.: 323

[SANDRAC, JÈRÔME de:]

LETTRE DE MONSIEUR JEROME DE SANDRAC, A MONSIEUR BAUDUIN.

A BRUXELLES. 1790. [22.11.1790], 8 S., 8°;

[unterz.:] JEROME SANDRAC. Beveren, Pays de Waes ce 22 Novembre 1790.

In seinem Kommentar bezweifelt Sandrac die Aufrichtigkeit des Kaisers in seinen Erklärungen vom 2.3. und 14.10.1790. Mit ironischem Unterton fragt er nach dem Sinn des österreichischen Truppenaufmarsches, wenn dem Kaiser nur das Wohl der Belgier am Herzen liege. Er erkennt nur die Herrschaft der Stände an und fordert die mutige Verteidigung der Unabhängigkeit mit allen Mitteln. Gleichzeitig sollten alle Provinzen gemeinsam eine Gegenerklärung veröffentlichen, die den europäischen Mächten die gerechte Sache der Belgier darlegt und das Unrecht Leopolds verdeutlicht.

Alff.C 35





Lfd.Nr.: 324

[anonym, 'M. RAQ.':]

LETTRE De M. Raq..,... à M...... datée du glacis de Maubeuge. Le 3 Mai 1792.

VOUS savez, Monsieur, qu'à mon retour d'Angleterre j'ai loué une assez jolie campagne à peu de distance de Maubeuge, [...].

s.d., [3.5.1792], s.l., 2 S., 8°;

Brief an einen Militär, in dem die Kampfhandlungen bei Maubeuge zwischen Österreichern und Franzosen, bei denen die Österreicher die Oberhand behielten, kurz geschildert werden.

Alff.K 244





Lfd.Nr.: 325

LETTRE Des soi-disant Députés du Peuple aux Etats du Hainaut.

Vienne, le 23 Mars 1791. MESSEIGNEURS, Ce ne fut que le 20 de ce mois que nous reçûmes la Lettre de Monsieur le Pensionnaire [...].

s.d., [23.3.1791], s.l., 3 S., 8°;

[unterz.:] NORBERT DURIEU, Abbé de S. Feuillen, CHARLES Comte de Thiennes, C. J. X. DE MARBAIX, P. DURIEUX.

Kommentierter Abdruck des Berichts der laut Herausgeber sogenannten Abgesandten des Volkes vom 23.3.1791 an die Hennegauer Stände. In der Frage einer Amnestie fahnenflüchtiger kaiserlicher Offiziere, die während der Revolution zu den Belgiern übergelaufen waren, beharre Cobenzl auf seiner ablehnenden Haltung. Die Bemerkung, das Volk erwarte eine solche Amnestie, kommentiert der Herausgeber damit, daß dies nicht die einhellige Meinung der Bevölkerung sei und daß diese Offiziere meineidig geworden und deshalb zu bestrafen seien. Die Entscheidung über die weiteren Anliegen verzögere sich durch die Abwesenheit des Kaisers (s.a. Nr. 319).

Alff.K 245





Lfd.Nr.: 326

[ BRAECKENIER, ANTOINE-JOSEPH-DOMINIQUE de:]

LETTRE DU CITOIEN DE BRAECKENIER AU CITOIEN GÉNÉRAL BERNERON, COMMANDANT DE LA VILLE DE BRUXELLES.

A BRUXELLES. 1793. [13.2.1793], 12 S., 8°;

[unterz. S. 7:] A. J. D. DE BRAECKENIER, Imprimeur-Libraire Quai aux Poissonniers Bruxelles ce 30 Decembre 1792.

In seinem Brief bittet der Drucker den Stadtkommandanten um Schutz für seine Person, da er, obwohl er immer für die Wahrung der Freiheit und der Einigkeit unter den Bürgern eingetreten sei, wie seinem Aufruf vom 9.11.1792 (Aux amis de la Paix, Ennemis de la vengeance) und der Schilderung seines Leidensweges nach der Rückkehr der Österreicher zu entnehmen sei, als Störer der öffentlichen Ruhe bedroht und vorübergehend verhaftet worden sei. Der Grund der Bedrohung liege in seiner Forderung an die 'Représentants provisoires' nach Herausgabe seiner Druckmaterialien, die bei einer Durchsuchung seines Hauses anläßlich der Drucklegung eines Protokolls über die Wahl in Grimbergen durch ihn konfisziert worden seien (s.a. Nr. 186, Anm. 21). Im Anhang schildert er kurz sein Auftreten vor den 'Représentants provisoires' am 15.12.1792. Es folgen die Anzeige vom 15.12.1792 über begangenen Hausfriedensbruch und über die Verletzung des Eigentumsrechts und der Pressefreiheit (s.a. 'Balza dit la liberté de la presse...', Nr. 87), sowie der oben erwähnte Aufruf an alle Freunde des Friedens, keine Vergeltung an den Royalisten zu üben, wenn die Österreicher Brüssel verlassen hätten (ebenfalls abgedruckt in franz. und niederl. Sprache in 'Note particulière...', Nr. 397).

Alff.E 28





Lfd.Nr.: 327

[WALCKIERS, EDOUARD:]

LETTRE DU CITOYEN EDOUARD WALCKIERS.

FRERES ET AMIS, JE serois parmi vous depuis plusieurs jours, si les représentans du peuple de notre ville ne m'avoient adjoint [...].

[vorangest. Motto:] LIBERTÉ, EGALITÉ.

s.d., [2.12.1792], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] E. WALCKIERS. Paris, le 2 Décembre 1792, an premier de la République.

Im ersten Teil seines Briefes gibt sich Walckiers zuversichtlich, daß die bisher in Paris sich befindenden belgischen Delegationen von der französischen Nationalversammlung eine Erklärung erhalten werden, in der 1. die Franzosen die Souveränität der Belgier und der Lütticher anerkennen werden und in der 2. die Franzosen keine Verträge oder Abmachungen schließen oder dulden sowie die Waffen nicht niederlegen werden, es sei denn die Völker der Belgier und der Lütticher seien frei und im Besitz der Souveränität. Im zweiten Teil versucht er den Rückgriff der Stände und Österreichs auf die alte Brabanter Verfassung als Störmanöver zu entlarven, um die hergestellte Gleichheit und Freiheit der Belgier wieder zu zerstören. Ironisch fragt er, ob diejenigen die Freunde des Volkes seien, die sich an die Prinzessin von Oranien und den preussischen König verkauft haben und die im Feudalismus mit ihren Privilegien gut lebten.

Alff.K 246





Lfd.Nr.: 328

[BRUXELLES, MAGISTRAT de:]

LETTRE du MAGISTRAT de Bruxelles aux ÉTATS DE BRABANT leur remettant les deux Mémoires des Nations de Bruxelles.

MESSEIGNEURS, LES Neuf Nations de la Ville de Bruxelles nous ont fait parvenir par le canal de leurs Sindics [...].

[S. 7:] De l'Imprimerie de G. Huyghe, Marché aux Fromages. s.d., [31.5.1793], s.l.,[Bruxelles], 7 S., 8°;

[unterz.:] Du 31 Mai 1793. Les Bourguemaîtres, Echevins, Trésoriers, Receveurs et Conseil de la Ville de Bruxelles. Signé J. DE ROOVERE.

Der Magistrat der Stadt Brüssel unterstützt unter Hervorhebung der Treue der Bevölkerung zu Kaiser und Regierung in seinem Brief an die Brabanter Stände die Anliegen des Volkes, vorgetragen in zwei Memoranden (s. Nr. 370 u. Nr. 544) der 'Syndics' der 9 'Nationen'. Die finanziellen Hilfen seien gekoppelt an das Ansehen der Stände. Da das Ansehen der Stände von dem ihm entgegengebrachten Vertrauen abhänge, müsse dieses zuerst wiederhergestellt werden. Die von den Syndics hierzu vorgeschlagenen Maßnahmen sollen aber an dieser Stelle nicht zerredet werden. Der Magistrat stellt folgende 4 Punkte als besonders beachtenswert durch die Stände heraus: 1. die Liquidation der Schulden aus den Jahren 1789-1790, 2. die Aushebung von Truppen und die Aufstellung einer 6-8ooo Mann starken eigenen Truppe als Beitrag zur Landesverteidigung, 3. ein gerechtes Strafmaß für früheres Fehlverhalten, und 4. die Berücksichtigung des Volkswillens bezüglich der Stellenbesetzungen im Rat von Brabant und bei der Bestellung eines neuen Kanzlers.

Alff.K 247





Lfd.Nr.: 329

[LA VALETTE:]

LETTRE Du Républicain LA VALETTE en réponse à celle de l'Evêque d'Anvers.

CITOYEN EVEQUE! TU as ordonné que l'on mit à ma disposition une Voiture à toi qui se trouve dans la maison [...].

[S.3:] A Bruxelles, chez F. HAYEZ, rue de l'Escalier. s.d., [12.1792, vor 9.12.], 3 S., 8°;

[unterz.:] Le Républicain La Valette. Imprimé aux frais de la Société des Amis de la Liberté & de l'Egalité. Baret. Président. Beauchaton, Secrétaire.

In seiner Antwort auf einen Brief des Bischofs von Antwerpen, fordert La Valette ihn auf, nicht in verantwortungsloser Neutralität zu verharren, sondern seinen Gläubigen das Evangelium der Freiheit und der Gleichheit zu predigen, wie die sendungsbewußten Revolutionäre. Es folgt eine versteckte Drohung, daß alle diejenigen, die die Aufklärung des Volkes vernachlässigten als Tyrannen behandelt würden (s.a. Nr. 148).

Alff.K 248





Lfd.Nr.: 330

[anonym, 'UN ANGLOIS IMPARTIAL':]

LETTRE D'UN ANGLOIS IMPARTIAL A MYLORD P**, Sur la conduite du comte de Trauttmansdorff, ministre-plénipotentiaire de l'empereur Joseph II dans les Pays-Bas, depuis le 18 juin 1789 jusqu'au 25 novembre de la même année, contenant plusieurs pieces qui ont été citées dans l'assemblée des amis du bien public, le 27 février 1791.

A BRUXELLES. M D CC X CI. [27.2.1791], 15 S., 8 Bl., 8°;

Rechtfertigung des Verhaltens Trauttmansdorffs, der alles unternommen habe, um die Rebellion der Stände und des Brabanter Rates friedlich beizulegen. Die Kassierung des Brabanter Ständeausschusses und des Brabanter Rates am 18.6.1789 sei eine notwendige Folge des verfassungswidrigen Auftretens beider Institutionen gegenüber dem Souverän gewesen. Der Verfasser zitiert als anschauliches Beispiel die Erklärung des Brabanter Rates vom 8.5.1787, in der dieser die kaiserliche Justizreform als verfassungswidrig annulierte. Die Aufhebung der Deklaration vom 18.6.1789 am 21.11.1789 durch Trauttmansdorff habe nur deshalb keine Wirkung gezeigt, da die Geistlichkeit diesen Versöhnungsversuch mit dem Argument hintertrieben habe, daß der Kaiser diese Erklärung Trauttmansdorffs nicht ratifizieren würde. Trauttmansdorff wird als besonnener und kluger Politiker in diesem Brief beschrieben, der auf den 25.11.1789 datiert ist und erst Ende Februar 1791 durch einen anonymen Herausgeber veröffentlicht wurde.

Alff.K 249





Lfd.Nr.: 331

[DARTÉ, :]

LETTRE D'UN BRUXELLOIS SUR LES PAYS-BAS, OU Abrégé d'Observations historiques, critiques et morales sur l'état actuel de ces pays. PAR M. DARTÉ.

LE vif intérêt que vous n'avez cessé de prendre à notre pays, nommément depuis les malheureux troubles [...].

s.d. [27.4.1791], s.l., 16 S., A8, 8°;

[S.16:] De... le 27 Avril 1791.

Der Verfasser sieht die belgischen Provinzen nach der Rebellion in einer Phase der Entspannung, zu der u.a. die Einschränkung der Pressefreiheit zur Eindämmung der Broschürenflut durch die Verwaltung beigetragen habe. Zur Erreichung der allgemeinen Wohlfahrt bedarf es noch Gesetze, die ihre Autorität durch einen mächtigen Souverän erhalten, damit sie keine Beute der Machtkämpfe der Großen untereinander werden. Die Monarchie, verkörpert in der Person Leopolds II., gewährt den Gesetzen diesen Schutz. Der Kaiser sei willens, den Handel wieder zum Blühen zu bringen und allen Emigranten Schutz und religiöse Freiheit zu garantieren. Diese Ziele seien aber nur in einem harmonischen Miteinander aller Gutgesinnten erreichbar. Fortschritte im Kampf gegen das Schlechte seien nur in kleinen Schritten zu erzielen und bedingten eine Änderung der Prinzipien in der Philosophie, der Medizin und der Rechtsprechung. Die Voraussetzungen, in Frieden und Ruhe glücklich zu leben, seien durch die Abschaffung der Reformen Joseph II. geschaffen. Als abschreckendes Beispiel für ein Abgleiten in die Anarchie stellt der Verfasser Frankreich dar.

Alff.K 250





Lfd.Nr.: 332

[anonym, 'UN CITOYEN DE BRUXELLES':]

LETTRE D'UN CITOYEN DE BRUXELLES A UN CITOYEN DE LIÉGE. Du 10 Janvier 1791.

De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. 1791. [10.1.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

Die Rückkehr der Österreicher lasse den Fanatismus und den Aberglauben abklingen und fördere Frieden und Eintracht der Bürger untereinander. Die Bürger seien bereit, ihren ehemaligen Tyrannen zu vergeben. Sollten sie jedoch weiterhin Zwietracht und Haß säen, so werde mit ihnen abgerechnet. Der neue Minister, Mercy-Argenteau, wird gelobt und die Zahlung der Renten und Zinsen aus kaiserlichen Geldzuweisungen als humanitärer Akt der Regierung gepriesen. Der Minister habe als geschickter Unterhändler durch die Haager Konvention vom 10.12.1790 die Grundlagen für eine allgemeine Wohlfahrt gelegt. Der Verfasser beglückwünscht die Lütticher, die ebenfalls unter kaiserlicher Verwaltung am allgemeinen Aufschwung teilnehmen wollen.

Alff.K 251





Lfd.Nr.: 333

[anonym, 'UN CITOYEN DE LIÉGE':]

LETTRE D'un Citoyen de Liége, à un de ses amis, réfugié à Bruxelles.

LES peines, que vous prenez, de nous envoyer des paroles de consolation & d'encouragement, nous font un vrai plaisir; [...].

s.d.. [29.4.1791], s.l., 4 S., 8°;

[S.3:] Vendredi soir 29 Avril 1791.

Der Verfasser beklagt sich bitter über die Zustände in Lüttich. Das Leben sei geprägt durch Vergeltungsmaßnahmen, willkürliche Verhaftungen und Anklagen aller Art. Die immer wieder versprochene Verbesserung der Lage sei bisher nicht eingetreten. Die Versorgung des Militärs blute das Land aus und Rachegedanken beherrschten die Köpfe.

Alff.K 252





Lfd.Nr.: 334

[anonym, 'UN CITOYEN IMPARTIAL':]

LETTRE D'UN CITOYEN IMPARTIAL, ET QUI NE DEMANDE RIEN, A L'AUTEUR D'UN OUVRAGE INTITULÉ: Réflexions générales sur les observations de de (!) la Société des Amis du bien public, à l'égard de la constitution des trois Etats de Brabant.

MONSIEUR, VOUS prétendez, dans votre ouvrage, que ce sont les Gaulois qui sont nos pères, [...].

s.d., [6.5.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] Un citoyen impartial et qui ne demande rien. Bruxelles, le 6 Mai 1791.

Dem Verfasser der 'Réflexions' wird vorgeworfen, fälschlicherweise die gallische Herkunft der Belgier zu behaupten, um somit das gegenwärtige System der Stände in Brabant zu erhalten.

Alff.K 253





Lfd.Nr.: 335

[anonym, 'UN CITOYEN':]

LETTRE D'UN CITOYEN, Pour servir de réponse à celle de Marie-Christine, adressée aux Belges, le 2 Mars 1790.

MADAME, SI nous n'étions pas accoutumés, depuis bien du tems, à voir arriver, à point nommé, des couriers, [...].

s.d., [6.3.1790], s.l., [Bruxelles], 4 S., A2, 8°;

[unterz.:] Votre très-humble serviteur ***. Bruxelles ce 6 Mars 1790.

Der Verfasser hält das Memorandum Leopolds vom 2.3.1790 für eine Fälschung aus Bonn oder Trier. Da der Großherzog in seiner Kirchenpolitik ein Vorläufer seines Bruders ist, und er auf seine Rechte aus der Erbfolge nicht verzichte, sei von ihm noch mehr zu befürchten als von Joseph II.. Die Veröffentlichung aufgefundener offizieller Regierungsdokumente bestätige diesen Eindruck. Das Haus Österreich sei blutrünstig und falsch. Außerdem fehle jeder Hinweis auf die Erstattung gestohlenen Gutes. Der Verfasser empfiehlt, das Memorandum zu veröffentlichen, aber nicht zu beantworten.

Alff.C 9





Lfd.Nr.: 336

[anonym, 'UN CITOYEN VERTUEUX DE GAND':]

LETTRE D'UN CITOYEN VERTUEUX DE GAND, En réponse aux préalables proposés à Nosseigneurs les Etats, par LL. AA. RR. au nom de l'Archiduc LEOPOLD, ADRESSÉE Au Citoyen Vertueux de Bruxelles, qui a servi réponse à J. Ph. Cobenzl. Gand 8 Mars 1790.

CITOYEN VERTUEUX. TU adresse ta réponse à J. Ph. Cobenzl pour instruire la Nation à qui par préférence tu t'es attaché; [...].

s.d., [8.3.1790], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] Un Citoyen Vertueux.

Aus Sorge, die Nation könnte die Vorschläge Leopolds, die den Ständen Flanderns zugeschickt worden waren, annehmen, verfaßt der 'Citoyen vertueux de Gand' einen Brief als Antwort und Fortführung der Entgegnung des 'Citoyen Vertueux de Bruxelles' auf den Brief Cobenzls vom 28.2.1790. Der Verfasser bestreitet Leopold jedes Erbfolgerecht, da die Belgier nicht nur den Tyrannen verjagt hätten, sondern die Tyrannei abgeschafft hätten und deshalb frei und unabhängig bestimmen könnten, wen sie als Souverän wählen wollten. Den Einwänden, die Vorschläge seien günstig und es gäbe Garantien, begegnet er mit einem Zitat aus der Depesche Cobenzls an Trauttmansdorff, in der jener die Konzessionen, die aus Furcht gemacht würden, für unverbindlich erklärt. Außerdem habe sich Joseph II. über alle Garantien - z.B. der Barrierevertrag und die Verfassung - hinweggesetzt. Zu beachten sei ferner, daß Leopold in der Toskana dieselbe verderbliche Politik betrieben habe, wie sein Bruder in Belgien. Der Verfasser hält die Belgier für stark genug, einen Krieg mit Österreich in mehreren Jahren für sich zu entscheiden, obwohl er nicht daran glaubt, daß Leopold den Belgiern einen ungerechten Krieg erklären und die aufständischen Teile der Monarchie von ihren Truppen entblößen würde. Er meint sogar, der Krieg könne einen wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführen und ungeahnte Energien freisetzen. Er empfiehlt daher, die Vorschläge Leopolds abzulehnen und lieber um die gottgegebene dauerhafte Freiheit zu kämpfen. Alle Bürger, die Kriegsfurcht verbreiteten und die Vorschläge gutheißen würden, sollten als Todfeinde angesehen werden.

Alff.C 4





Lfd.Nr.: 337

[anonym, 'N.**':]

LETTRE D'UN LIÉGEOIS A un habitant de Bruxelles, son ami.

ENFIN, mon ami, l'orage se dissipe; nous voyons renaître ces jours purs & serains qu'amenent la paix & la bonne intelligence. [...].

s.d., [nach 17.1.1791 ?, 6.1791 ?], s.l., 4 S., A2, 8°;

[unterz.:] N.**

Überschwengliches Loblied auf den Friedensstifter in Lüttich, Kaiser Leopold II., und den aufrichtigen und vertrauenerweckenden Staatsrat Leclerc. Die Herrschaft des Volkes führe nur zur Anarchie. Die Belgier sollten dem Kaiser ewig dankbar sein und ihren Nachkommen die weise Herrschaft des Kaisers als Vorbild der grausamen Herrschaft der sogenannten Verteidiger des Vaterlandes und des kriegslüsternen Klerus gegenüberstellen.

Alff.K 254





Lfd.Nr.: 338

[anonym, 'K. DÉMOCRATE':]

LA LETTRE K A MONSIEUR l'Abbé Feller. Après la Captivité de BABILONE.

A JERUSALEM. MDCCXCI. [1.3.1791], 16 S., 8°;

[unterz.:] K. Démocrate. Le 1 Mars 1791.

Der Verfasser geht mit dem Klerus hart ins Gericht, indem er Parallelen zieht zwischen dem Schicksal des Propheten Jeremias und dem verführten belgischen Volk. Die Geistlichkeit habe durch Täuschung und Aufrufe zum Kampf gegen die Vonckisten und Royalisten die Aristokratie gefestigt. Auch Feller habe in den Chor der Verleumder eingestimmt und Greueltaten des Klerus, wie die Ermordung Van Krieckens, als Folge religiösen Übereifers verharmlost. Dem Volk wirft der Verfasser vor, allzu leichtfertig den Einflüsterungen der Priester Glauben geschenkt zu haben.

Alff.K 255





Lfd.Nr.: 339

[anonym, 'UN PRÉLAT BELGIQUE':]

LETTRE PASTORALE D'UN PRÉLAT BELGIQUE.

A tous ceux qui la Présente liront, SALUT: APRES avoir long-temps gémi ensecrêt, mes très-chers Frères, je vois avec un plaisir infini, que le moment est enfin venu de rompre le silence [...].

s.d., [10.1.1791], s.l., 8 S., A4, 8°;

[S.8:] Donné à...dans notre Palais...le 10 Janvier 1791.

Gefälschter Hirtenbrief des Kardinals Franckenberg (s.a. Nr. 43/44, 290, und Nr. 489). Die christliche Lehre fordere den unbedingten Gehorsam gegen jede Art von Obrigkeit. Jeder, der zur Rebellion gegen seinen Souverän auffordere, verstoße gegen die Religion und diejenigen, die ihren Souverän abgesetzt hätten und an seine Stelle getreten wären, hätten eine Todsünde begangen und hätten sich des Hochverrats schuldig gemacht. Die Aufstachelung zu Rebellion und Zwietracht durch Priester aus einem Geist des Fanatismus und der Vergeltung heraus, muß ein Ende nehmen. Man solle sich der weisen Herrschaft Leopolds unterwerfen und in Dankbarkeit sein Angebot, alle Verfehlungen zu vergessen und zu verzeihen, annehmen. Auch die Bürger untereinander sollten alles Trennende beiseiteschieben und gemeinsam mit dem Kaiser für eine glückliche Zukunft arbeiten.

Alff.K 256





Lfd.Nr.: 340

LETTRE PATRIOTIQUE AUX BELGES Délivrés du joug de la Maison de Lorraine-Autriche.

DE L'IMPRIMÉRIE PATRIOTIQUE. 1790. [12.3.1790], s.l., 9 S., (t),A4,(), 8°;

Der Verfasser, aufgeschreckt durch Gerüchte, das Volk schenke den Versprechungen Leopolds Glauben, stellt die Vorschläge Leopolds als Täuschung dar, die nur dazu dienten, die Widerstandskraft der Belgier zu unterminieren. Keine Verhandlungen mit dem betrügerischen und lügnerischen Haus Österreich-Lothringen. Leopold sei ein Machiavellist wie sein Bruder und seine Beteuerungen, keine Kenntnis über die Politik seines Bruders in den belgischen Provinzen besessen zu haben, seien aufgrund der veröffentlichten Notiz Trauttmansdorffs (s. 'Note écrite par...', Nr. 394/95) als Lügen entlarvt. Der Verfasser zweifelt auch an der Aufrichtigkeit der Gefühle Marie-Christines für die Belgier. Selbst wenn das Memorandum Leopolds vom 2.3.1790 echt sei, habe Leopold keine Ansprüche mehr auf die belgischen Provinzen aufgrund des von ihm selbst zugegebenen Vertrags- und Verfassungsbruchs seines Bruders. Wie auch immer die Echtheit des Memorandums zu beurteilen sei, es bleibe ein betrügerisches und heuchlerisches Machwerk. Gleich zu Beginn des Memorandums falle schon ein Widerspruch ins Auge: wie kann Leopold die Rechtsbrüche seines Bruders mißbilligen, wenn er nicht über sie informiert war? Der Verfasser fordert seine Landsleute auf, den falschen Versprechungen nicht auf den Leim zu gehen (s.a. Nr. 35).

Alff.C 11





Lfd.Nr.: 341

[anonym, 'LE PUBLIC':]

LETTRE Que le public adresse aux Etats de Brabant, le 26 Février 1791.

MESSEIGNEURS, Nos ci-devant Ducs de Brabant. NOUS avons vu avec toute la satisfaction possible les affronts publics [...].

s.d., [26.2.1791], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

Die Ausschreitungen gegen die Brabanter Stände zeigen diesen in aller Klarheit, daß das Volk sie nicht mehr als seine rechtmäßige Vertretung ansehe. Das Volk werde vom Kaiser die Absetzung der namentlich genannten, verbrecherischen Ständemitglieder verlangen.

Alff.K 257





Lfd.Nr.: 342

[BOUVET, (abbé):]

LETTRE SUR LA RÉVOLUTION ACTUELLE, Contenant les Sentimens des Saints Pères, sur notre Révolution, contre l'opinion de nos Prêtres modernes, qui crient à la décadence de la Religion. PAR MR. L'ABBÉ BOUVET.

1791. s.l., 15 S., A8, 8°;

Der Verfasser versucht, anhand der Auslegung der Heiligen Schrift durch die Kirchenväter zu zeigen, daß die Kirche, die sich durch ihre zuchtlosen Priester im Zustand der Knechtschaft befindet, zum Ende des 18. Jahrhunderts hin durch die göttliche Vorsehung aus ihrer Sklaverei errettet wird. Die selbstsüchtigen Priester, die sich der menschenfreundlichen gesetzgeberischen Arbeit der Nationalversammlung widersetzten, verweigerten sich damit, als Feinde der Freiheit, auch einer Reform der Kirche. Denn aus der religiösen Knechtschaft folge die politische Knechtschaft.

Alff.K 258





Lfd.Nr.: 343

LETTRE TROUVÉE ET NÉCESSAIREMENT PUBLIÉE.

1790. [15.3.?1790], s.l., 11 S., 8°;

In seinem Vorwort zeigt sich der Herausgeber zufrieden über die Plünderungen bei den Verrätern und Unterdrückern des Vaterlandes. Daß soviele fliehen konnten, sei das Werk oppositioneller Geistlicher. Wie sehr der Geist der Aufklärung diesen Stand schon verdorben habe, zeige der abgedruckte Brief. In diesem Brief werden die Behauptungen eines Geistlichen über die Reform der Universität Löwen und die Disziplinar- und Aufsichtsrechte der Bischöfe als falsch zurückgewiesen und seine Polemik gegen einen Domherrn kritisiert. In seiner kurzen Antwort vom 19.1.1789 beharrt der Geistliche auf seinen pro-josephinischen Meinungen und empfiehlt seinem Kritiker, ein wirklicher Patriot zu werden. Ein Nachwort beklagt die Berufung dieses Geistlichen zum Vorsitzenden der Kommission zur Affäre des "Président du Babylone".

Alff.K 259





Lfd.Nr.: 344

[BASSENGE, JEAN-NICOLAS:]

LETTRES A MONSIEUR L'ABBÉ DE P... Chanoine de la Cathédrale de Liege, Conseiller de S. A. Mgr. l'Evêque-Prince de Liege, dans son Conseil-Privé & sa Chambre des Finances, Président du College des Médecins, Membre de la Société d'Emulation de Liege, &c. &c. &c. Contenant quelques Observations sur les Affaires du Pays de Liege en 1787, & sur le Mémoire intitulé, De la Souveraineté du Prince, & du Pouvoir des Etats, &c. Signé PIRET. PAR N. BASSENGE, Citoyen de Liege.

M. DCC. LXXXVII. , s.l., 303 S. [fehlerhafte Paginierung: 413 statt 213; 302 statt 303], 154 Bl., ()2,A8-T8, blaue Broschur, [Schmutztitel mit Vorbesitzereintrag: A.(?) Briers 342], die auf der Rückseite des Schmutztitels angekündigte Errataliste fehlt am Schluß;

Erwiderung auf die fürstenfreundliche Schrift des Advokaten Piret, 'De la souveraineté des princes-évêques de Liége'. Bassenge schreibt diese Schrift fälschlicherweise dem Domherrn Hubert Joseph de Paix zu. Die Spielbankaffäre von Spa war zu einem Politikum geworden. Der Autor vertritt mit Vehemenz den Gedanken der Volkssouveränität und der Herrschaft der Gesetze, die sich die Nation gegeben hat. Im Zusammenhang mit der Erörterung der Affäre von Spa bestreitet er die ausschließliche fürstliche Verfügungsgewalt über die Polizei. In seine Erörterungen fließen auch historische Betrachtungen mit ein. Der erste Teil der Schrift endet mit dem 5. Brief über die Beschränkung der absoluten Macht des Fürsten. Bis in das Jahr 1789 hinein publiziert Bassenge noch weitere Fortsetzungen der Briefe.

Alff.K 260





Lfd.Nr.: 345

[anonym, 'LES ENNEMIS DES BROCHURES':]

LETTRES ANTI-SECRETES SUR LES PAYS-BAS AUTRICHIENS, &c PAR LES ENNEMIS DES BROCHURES. L'on a imprimé dans ce Recueil de Lettres un manuscrit Latin, très-curieux, daté de 1557. Ce petit Ouvrage, qui vaut mieux que plusieurs in-folio écrits sur le même sujet, renferme l'origine du Monachisme, & tous les progrès des divers instituts Religieux.

A NEUFCHATEL. M. DCC. LXXXIV. [28.5.1784], vi,7-98 S., 48 Bl., [A]6-H6,I, 12°;

Veröffentlichung der angeblichen Fortsetzung der 'lettres secretes' unter dem obigen Titel , aufgrund der großen Nachfrage, wie der Herausgeber in seinem Vorwort anmerkt. Es folgt ein Brief, 'Lettre de Mr. le Commandeur de N à Bruxelles, à Mr. de N. son frère, Ech. du Fr. à Bruges.', in dem behauptet wird, die 'lettre secretes' seien Fälschungen eines miserablen Broschürenschreibers. Der nachfolgende Brief, 'Lettre D'un jeune observateur à son ami, Bachelier en Droit, en l'Université de Louvain.', stamme aus den Papieren jenes Schreiberlings, die der Briefschreiber gefunden habe. Er hält diesen Schreiber von Schmähschriften für den Verfasser der 'lettres secretes'. In diesem folgenden Brief, der kritisch kommentiert wird, werden zwei Parteien in Gent unterschieden, die Ultramontanen und die Kaiserlichen. Die Ultramontanen denunzierten die Respektsbezeugungen Joseph II. vor der katholischen Religion als Heuchelei und hielten ihn für einen Feind der Religion und des Gemeinwohls, da er kein Freund des Mönchtums sei. Für die Kaiserlichen sei Joseph II. jener weise Philosoph auf dem Thron, mit dem sich keiner messen kann. Er habe zuverlässige Mitarbeiter in der Regierung, kenne die Mißbräuche und wisse, wo die Reformen anzusetzen seien. Der Parteigeist der Belgier erschwere ihre Sozialisation. Über alles können sie in Streit geraten. Dies zeige sich beispielsweise an dem Streit zweier Kabarettgruppen über Inszenierungsfragen biblischer Stücke. Man sollte nur noch Priestern erlauben, solche Stücke aufzuführen. Es folgt ein Manuskript aus dem Jahre 1557 über den Ursprung des monastischen Lebens, das der Genter Briefschreiber angeblich von einem Mönch erhalten habe. Hierin werden die Ursprünge monastischen Lebens bis zu den Eremiten und frühen religiösen Sekten wie den Essenern zurückverfolgt. Die Geschichte der abendländischen Ordensgemeinschaften beginnt mit Benedikt von Nursia, der sich bei der Einführung der Mönchsgelübde auf frühkirchliche monastische Regeln stützen konnte. Die weiteren Orden werden beschrieben, bis hin zu den christlichen Ritterorden. Das letzte Kapitel ist den Flagellantengemeinschaften gewidmet.

Alff.A 3





Lfd.Nr.: 346

[MARIE-CHRISTINE, ALBERT-CASIMIR:]

LETTRES DE MARIE CHRISTINE ET ALBERT DE SAXE, A Messieurs des Etats de Brabant.

MESSIEURS, PAR un courier expédié de Florence, S. M. le Roi de Hongrie et de Bohême, notre frère et beau-frère et notre Souverain actuel nous a fait parvenir [...].

s.d., [6.3.1790], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz. S. 2:] MARIE et ALBERT DE SAXE DE Bonn, ce 2 Mars 1790.

[S. 8:] EXTRAIT des résolutions des ETATS DE BRABANT, 6 Mars 1790. Lu la lettre de LL. AA. RR. l'Archiduchesse Marie-Christine d'Autriche, et le Duc Albert de Saxe-Tesschen, datée du 2 de ce mois de Mars. RÉSOLU de la faire imprimer et d'en envoyer copie au Congrès souverain. Pour copie DE JONGHE.

Die von den Brabanter Ständen veröffentlichte Schrift enthält einen von den ehemaligen Generalgouverneuren in Bonn am 2.3.1790 unterzeichneten Brief, in dem sie auf die nachfolgende Denkschrift des Großherzogs Leopold hinweisen und den Belgiern versichern, daß die Vorschläge Leopolds aufrichtig und ernst gemeint seien. Sie selbst freuten sich über eine baldige Rückkehr nach Belgien. Einleitend distanziert sich Leopold von der Reformpolitik seines Bruders und erklärt, in keiner Weise mit den belgischen Angelegenheiten je befaßt gewesen zu sein. Er stellt den Vorbildcharakter der Verfassung Belgiens heraus und kündigt die Rücknahme aller Reformen an, die in irgendeiner Weise Rechte und Privilegien der Provinzen verletzt hätten. In Würdigung seiner Stellung, aller Verträge und Garantien der auswärtigen Mächte besteht er auf dem Erbfolgerecht für sich und seine Nachfahren, zumal da ihn an den geschehenen Rechtsbrüchen keine Schuld trifft. Er gibt eine Garantieerklärung für alle Provinzialverfassungen und Privilegien ab und stellt eine Generalamnestie in Aussicht. In weiteren Punkten schlägt er eine engere Zusammenarbeit der Stände mit dem Souverän vor, stärkt das Mitspracherecht der Provinzialstände in der Verwaltung und Gesetzgebung, weist dem Militär ausschließlich die Aufgabe der Landesverteidigung zu, hebt das Generalseminar wieder auf und überläßt die kirchlichen Angelegenheiten einer nationalen Bischofssynode. Abschließend erklärt er sich bereit, weitere Ergänzungen aufzunehmen.

Alff.C 8





Lfd.Nr.: 347

LISTE AUTHENTIQUE Des Corps & Particuliers qui contribuent à la souscription de l'Artillerie.

[...]

1 Le Sieur Fr. Pauwels, à Bruxelles.

[...]

451 Un Anonime.[...].

s.d., [12.6.1790], s.l., 10 S., 6 Bl., A6, 2°;

Liste, in denen die Namen der Personen und Gemeinschaften veröffentlicht sind, die nach einem Aufruf der Vereinigten Stände vom 12.5.1790 im Sommer 1790 für den Kauf von Kanonen zum Stückpreis von 392 Florint für die belgische Armee gespendet haben (s.a. Nr. 557).

Alff.K 261





Lfd.Nr.: 348

LISTE NOMINALE DES Principaux soutiens des Etats du Hainaut, En la Révolution de 1790, Ainsi que des Coupes - Jarets & autres Satellites.

1791. [01(?).1791], s.l., vi,28 S., 17 Bl., A8-B8,(), 8°;

Aufzählung der wichtigsten Unterstützer der Stände im Hennegau und ihrer Verbrechen während der Revolution im Jahre 1790 unter den sechs Rubriken Kongreß, Klerus, Adel, Dritter Stand, Komitees und Besonderheiten. Die Veröffentlichung diene zur Aufklärung des Volkes und als abschreckendes Beispiel künftiger Generationen, heißt es in einer kurzen Vorrede.

Alff.K 262





Lfd.Nr.: 349

[COPPENS, BERNARD; DIERICX, CHARLES-LOUIS-MAXIMILIEN; VERVIER, JEAN-BAPTISTE:]

LIVRE BLANC OU REVOLUTION GORDUNE.

M.D.C.C. XC. [2.2.1791], s.l., 226 S.+3 Seiten Inhaltsverzeichnis, 116 Bl., ()2,[A]4-Z4,Aa4-Ee4,()2, 8°;

[beglaubigt [S.230]:] Te Gend, den 2 van het kort maendeken February 1791. G. F. VANDE VELDE.

Sammlung von Anekdoten über die patriotischen Revolutionäre in Flandern und ihre Opfer, über die Presse, über die politischen Körperschaften und über wichtige Ereignisse der Revolution von 1789. Als Gegenveröffentlichung zu den wahrheitswidrigen Schriften, die die aristokratischen Buchhändler gedruckt hätten (s.a. Nr. 455).

Alff.J 1





Lfd.Nr.: 350

LA LUMIERE ET LE GUIDE FIDELE DES BELGES.

PERSONNE n'ignore l'inquisition inouie que les usurpateurs de la Souveraineté des Pays-Bas Autrichiens y ont exercée, [...].

s.d., [01.1791 (?)], s.l., 12 S., A6, 8°;

Der Verfasser versucht die Belgier aus ihrer Lethargie zu reißen, den Verrat und Eigennutz der Stände und besonders großer Teile der Ordensgeistlichkeit zu erkennen und einzugestehen, daß sie getäuscht wurden. Er fordert sie auf, im Vertrauen auf die gerechte Regierung Leopolds, ihre Beschwerden dem Minister Mercy-Argenteau mitzuteilen und ihm Mittel zur Abstellung der Mißbräuche vorzuschlagen. Er versichert ihnen, daß sie von ihren früheren Peinigern nichts mehr zu befürchten hätten und beschwört sie, jedem Parteigeist zum Wohle der Nation abzuschwören.

Alff.K 263





Lfd.Nr.: 351

MADAME ET MONSEIGNEUR:

LE moment est donc venu où, à l'appui de Vos Protections, le Peuple va jouir de la Paix qu'un Gouvernemet Despotique [...].

[Titellose Schrift:], s.d., [21.6.1791], s.l., [Bruxelles ?], unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[letzte Seite:] Bruxelles ce 21 Juin 1791.

Der Verfasser schwärzt in seiner die Generalgouverneure schmeichelnden Schrift den Minister Mercy-Argenteau, die wieder in ihre Ämter eingesetzten früheren Regierungsmitglieder und die Vonckisten bei diesen an und legt ihnen nahe, sich von diesen zu trennen, um ihnen zu verdeutlichen, daß nur die Wiederherstellung der alten Verfassung und Privilegien Frieden und Glück der Belgier garantiere.

Alff.D 17





Lfd.Nr.: 352

[VEREENIGDE NEDERLANDEN, STAETEN GENERAEL der:]

MANIFEST VAN DE STAETEN GENERAEL DER VEREENIGDE NEDER-LANDEN, Door het welk, om de redenen daer in in 't lang begrepen, den Koning van Spagnien word verklaerd vervallen van de Overheyd en Heerschappye der zelve Landen &c. Van den 26 Julij Anno 1581.

TOT GEND, By C. J. FERNAND, op den Reep, in den H. Augustinus. 1790. 21 S., 12 Bl., Sign.: (t),*4-**4,()2,(), 8°;

[Kollationsvermerk, S 21:] Vidit F. G. VANDEN HECKE, B. K.

Unkommentierter Wiederabdruck der Absetzungserklärung Philipp II. durch die Generalstaaten vom 26.7.1581. Aufgrund der Tyrannei der Spanier und der Verstocktheit des Königs sehen sich die Generalstaaten nach Ausschöpfung aller diplomatischen Mittel gezwungen, zur Erhaltung ihrer Privilegien und Freiheiten Philipp II. abzusetzen.

Alff.K 264





Lfd.Nr.: 353

MANIFEST Van den Generael DUMOURIER tot de Nederlandsche Volkeren.

DAppere Nederlanders, gy hebt den Standaert der Vryheyd opgeregt voor ons, maer gy zyt bedrogen geweest door deze van uwe medeborgers [...].

s.d., [29.11.1792], s.l., unpag., [8 S.], 4 Bl., 8°;

In seinem Manifest ruft Dumouriez die Belgier auf, gemeinsam mit den Franzosen jede Form von Tyrannei, vor allem aber den österreichischen Despotismus, zu verfolgen und zu vernichten. Erst die Umwandlung Frankreichs in eine Republik schaffte die Voraussetzungen, um den freiheitsliebenden Belgiern, die von allen Höfen Europas mißbraucht worden seien, wirksam zur Hilfe zu eilen. Er versichert den Belgiern, daß die Franzosen Eigentum und Gesetze der Belgier respektieren werden und sich in ihre Verfassungsdebatte nicht einmischen werden. Voraussetzung für die französische Unterstützung und Brüderlichkeit sei jedoch, daß die Belgier jedem Despotismus abschwörten. Es folgen noch drei Lieder, in denen die Verbundenheit der Belgier mit den französischen Republikanern zum Ausdruck gebracht wird und der Vorsehung sowie den Franzosen dafür gedankt wird, daß in Belgien eine freiheitliche, wirtschaftlich blühende Republik errichtet werden kann, in der Bürger und Bauer als gute Republikaner und Katholiken leben können. Gewarnt wird vor jeder Mißgunst und jedem Betrug.

Alff.K 265





Lfd.Nr.: 354

MANIFESTE DE LA NATION LUXEMBOURGEOISE.

s.d., [6.(?)1.1790], s.l., A6, 8°, Schmutztitel;

Veröffentlichung des luxemburgischen Manifestes, in dem die Luxemburger gegen die Willkür und die Übergriffe des österreichischen Militärs in ihrer Provinz und die Kirchen- und Verwaltungsreformen protestieren sowie das belgische Volk um Unterstützung ihrer Anliegen bitten. Sie prangern insbesondere die Einrichtung des Generalseminars an, kritisieren die Zensurmaßnahmen und richten ihren Protest gegen die Dominanz des Adels und die Versklavung des Dritten Standes. Sie betonen, ihre Inaktivität beruhe nicht auf Desinteresse, sondern auf der gegenwärtigen Verzweiflung. Dem Text des im Dezember erstmals veröffentlichten Manifestes schließt sich ein schönfärberischer Lagebericht an, in dem die für die Revolution günstige außen- und innenpolitische Situation beschrieben wird und die baldige Befreiung der Luxemburger, die sich teilweise schon selbst bewaffnet hätten, vom österreichischen Joch durch den ruhmreichen Feldherrn Van der Mersch in Aussicht gestellt wird.

Alff.K 266





Lfd.Nr.: 355

[FLANDRE, ETATS de:]

MANIFESTE DE LA PROVINCE DE FLANDRE.

A GAND chez P. SPILLEBAUT, Imprimeur-Libraire, rue Steendam, par Ordre de Leurs Hautes Puissances les Etats de Flandre, & Octroi exclusif. & Octroi exclusif. s.d., [4.1.1790], 24 S., (t),A2-C2,B(!)4,(), 4°;

[unterz.:] Fait en notre Assemblée le 4. Janvier 1790. Signé, J. F. ROHAERT.

Die Stände Flanderns geben einen Rechenschaftsbericht über die Ursachen der erfolgreich verlaufenen Revolution und erklären Flandern zu einerm freien und unabhängigen Provinz. Die Prosperität der Provinz sei durch die Habsburger zerstört worden, die als landfremde Herrscher die Interessen der Provinz nicht mehr genügend berücksichtigt hätten. Die Rivalität Österreichs zu Frankreich habe Flandern lange Zeit zum Kriegsschauplatz gemacht. Der Friede von Aachen 1748 habe nur eine kurze Erholungspause bedeutet, da bereits in den 50ziger Jahren die Regierung daranging, alle Kompetenzen zu zentralisieren und in ihrer Hand zu vereinen. Wenn sich Flandern jetzt von Joseph II. lossage, dann lägen besonders gewichtige Gründe vor, da die Provinz selbst in der Auseinandersetzung mit Philipp II. diesem aus Gründen der Bewahrung des römisch katholischen Glaubens die Treue gehalten hätte. Die Stände zählen dann in Anlehnung an das Manifest Van der Noots alle politischen und religiösen Mißbräuche der Regierung auf, die zu einer allgemeinen Empörung in der Bevölkerung führten. Die Maßlosigkeit der Regierungstyrannei habe sich in der Bespitzelung der Bürger, der immer strengeren Pressezensur, in der Verletzung des Postgeheimnisses und der willkürlichen Absetzung mißliebiger Beamter manifestiert. Gesteigert worden sei dieser Despotismus noch durch die Übernahme der Regierung durch die Militärs, die willkürliche Verhaftungen vornahmen und unbescholtene Bürger durch die haltlose Anschuldigung, an einer Verschwörung gegen die Regierung beteiligt zu sein, verleumdet hätten. Mit Abscheu habe man in Europa die Verfolgungsmaßnahmen gegen Kardinal Franckenberg, der trotz angedrohter Repressionen die Unrechtmäßigkeit der Löwener Lehren festgestellt habe, zur Kenntnis genommen. Um die Tyrannei auf eine breitere Basis zu stellen, habe man versucht, das Schulwesen nach österreichischem Muster umzuformen und in Wien ausgebildete Lehrer zur Indoktrinierung der Schüler angestellt. Aufgrund der Verletzungen des Inauguralpaktes und der beharrlichen Weigerung des Kaisers, den Beschwerden der Provinz Rechnung zu tragen, sähen sich die Stände berechtigt, von den Vertragsverpflichtungen gegenüber dem Kaiser zurückzutreten. Wenn Trauttmansdorffs Meinung, geäußert am 20.11. in seinem Manifest, zutreffe, daß der Kaiser das eroberte Land unter Eroberungsrecht stellen dürfe, dann dürfe sich die Provinz nach dem Völkerrecht und dem Recht auf Gleichbehandlung für frei und unabhängig erklären. Die Stände erklären die Provinz und jeden einzelnen befreit von jedem Gehorsam gegenüber Joseph II. als Grafen von Flandern und dem Hause Österreich. Sie bestimmen, daß jede Gerichtsbarkeit des gr0ßen Rates von Mecheln über Flandern mit sofortiger Wirkung aufhöre und ernennen den Rat von Flandern zum souveränen Gerichtshof. Bestimmungen zu den Hoheitszeichen, zur Münzprägung und zur Bekanntmachung des Manifestes schließen dieses ab.

Alff.K 267





Lfd.Nr.: 356

[LEBRUN, PIERRE-HENRI:]

MANIFESTE DES BELGES ET LIÉGEOIS UNIS.

A PARIS, L'AN 4 DE LA LIBERTÉ FRANÇOISE (avril 1792), 38 S., ()2,[A]4-D4,E2,(), [1. Bl. nach dem Titelbl. herausgetrennt], 4°;

[unterz. S.24:] Le Comité des Peuple Belges et Liégeois unis, Séant à Paris.

Dem Manifest beigebunden ist eine Denkschrift Malou-Rigas an die Deputierten von Flandern vom Februar 1793 (s.w.u.). Einleitend werden alle Völker aufgerufen (Les belges et liégeois unis, à tous les peuples, paix et liberté.), selbst über die Forderung der vereinten Belgier und Lütticher nach einer freien Verfassung zu urteilen. Jeder Gesellschaftsvertrag übertrage den Schutz der Rechte des einzelnen auf die Gesamtheit der Vertragschließenden und nicht auf einen erbberechtigten Herrscher. Nirgends stehe geschrieben, daß man sich der Tyrannei eines einzelnen ergeben soll. Das absolute Erbkönigtum stelle eine Usurpation der Souveränität durch einen einzelnen dar, der diesen Akt in unberechtigter Weise sakral oder geblütsrechtlich begründe. Das Volk erhebe sich deshalb gegen seine Herrscher, weil es nicht länger der Willkür und der Tyrannei der Könige unterworfen sein will. Obwohl die bestehenden, nach dem Gleichheitsgrundsatz unzulänglichen Verfassungen in Belgien und Lüttich eine gewisse Barriere gegen den Despotismus bedeuteten, so haben die Herrscher diese trotzdem immer weniger respektiert, wie an Beispielen aus der Geschichte belegt wird. Selbst nach der Rebellion des Volkes haben die wiedereingesetzten Fürsten aus ihren Fehlern und denjenigen ihrer Vorgänger nichts gelernt. Die Mäßigung und Großzügigkeit Leopolds - bestanden sie in den im folgenden aufgezählten Verstößen und Mißbräuchen? Es gehe nun darum, das Joch des österreichischen Hauses abzuschütteln. Keine Privilegien, sondern allgemeine Rechte und eine freie Verfassung forderten das Volk der belgischen Provinzen. Es folgt eine Erklärung, in der sich die Belgier von Österreich lossagen und Franz II. als ihr Oberhaupt nicht anerkennen. Ebenso erklärt das Volk von Lüttich, nach Aufzählung der Untaten des Fürstbischofs, Hoensbroech für abgesetzt. Ebenso werden die Stände für abgesetzt erklärt, und die Mitgliedschaft im Deutschen Reich wegen einseitiger Behandlung durch das Reichskammergericht in Wetzlar aufgekündigt. Zum Schluß wird die Vereinigung der Belgier und der Lütticher zu einem Volk und ihr Kampf bis zur Unabhängigkeit besiegelt. Im zweiten Teil des Manifestes (Adresse aux peuples belge et liègeois, de la part et au nom du Comité réuni des deux nations) werden alle Belgier und Lütticher aufgefordert, den vorgelegten Verfassungsentwurf kritisch zu überprüfen. Das Volk wird eindringlich davor gewarnt, den Einflüsterungen derjenigen Glauben zu schenken, die als sogenannte Verteidiger der Religion sich über Eingriffe der Tyrannen in die alten Verfassungen beklagten. Denn es gehe darum, die Bürgerrechte und die Freiheit des Volkes durchzusetzen, nicht um einen Angriff auf die Religion. Ziel sei es, die Volksherrschaft wiederherzustellen und die Tyrannen zu verjagen. Außerdem wird zugesichert, daß sich die auswärtigen Mächte nicht in die inneren Angelegenheiten der Belgier und Lütticher einmischen werden (s. Anm. 1, S. 22, Déclaratoire signée individuellement par les Belges et Liègeois, composant le comité général). Um eine Anarchie zu vermeiden, soll nach dem Sturz der Tyrannen eine 'Pouvoir révolutionnaire' übergangsweise eingesetzt werden, bis das Volk in freier Wahl seine Repräsentanten bestimmt habe. Es folgen die Bestimmungen hierzu und das Verfahren, nach dem das Volk einberufen werden soll (Pouvoir révolutionnaire, S. 25-26). Im dritten Teil (Essai sur une constitution) wird eine republikanische Verfassung entworfen, die eine repräsentative Demokratie mit Gewaltenteilung und plebiszitären Elementen darstellt. Vorangestellt werden die Menschen- und Bürgerrechte. Die belgischen Provinzen und das Fürstbistum Lüttich schließen sich zu einem Staat zusammen. Es folgen noch Bestimmungen zur möglichen Veränderung der Verfassung und zum Wahlmodus.

[MALOU-RIGA, PIERRE-ANTOINE:]

MÉMOIRE POUR LES DÉPUTÉS DES DEUX FLANDRES.

DES persécutions de tout genre de la part des créatures de la Maison d'Autriche, m'ont forcé de quitter ma patrie, [...].

[S.16:] De l'Imprimerie de POUG(?)IN, Rue Mazarine, N°. 1602. s.d., [7.2.1793], s.l., [Paris], 16 S., 9 Bl., A4-B4, in Lagen zu 4 mal 2 Blättern gebunden, 4°;

[unterz. S.9:] Fait à Paris, le 7 Février 1793, l'an deuxième de notre liberté. MALOU RIGA,

Rechtfertigungsschrift Malou-Rigas an die Deputierten Flanderns. Er gibt einen kurzen Tätigkeitsbericht aus Paris, aus dem hervorgeht, daß er zu Unrecht aufgrund der Verleumdungen der radikalen Demokraten als Aristokrat behandelt wurde. Den Bericht leitet er ein mit heftigen Angriffen auf die vereinten Belgier und Lütticher und besonders deren Initiator Walckiers. Da es ihm nicht gelungen sei, einen Aufschub der Durchführung des Dekretes vom 15.12.1792 zu erlangen und er seiner Meinung nach ständigen Verleumdungen der radikalen Demokraten ausgesetzt sei, lege er enttäuscht alle seine Ämter nieder. Im Anhang finden sich folgende 5 Dokumente: 1. COPIE du Discours fait au Peuple de la West-Flandre à Ipres, par le Citoyen MALOU RIGA, le le (!) 17 Décembre 1792. S. 9-10, Rede Malou-Rigas anläßlich der ersten Sitzung der gewählten Repräsentanten in Ypern, in der er den Wahlmodus kritisiert. 2. COPIE de la lettre du Citoyen MERLIN (de Douay); Bruxelles, le 26 Janvier 1793, l'an deuxième de la République Française. S. 10-11, Brief Merlins, in dem er eine Unterredung mit Malou über das Dekret vom 15.12.1792 für nicht sinnvoll hält. 3. COPIE de la réponse au Citoyen MERLIN (de Douay); de Paris, le 1er. Février 1793. S. 11-13, In seinem Antwortschreiben an Merlin erläutert Malou-Riga, warum er die Durchführung des Dekretes vom 15.12.1792 für fatal hält. 4. Copie de la lettre au général Dumourier, de Paris le 2 février 1793. S. 13-14, Demission Malou-Rigas vom Posten eines Commissaire de guerre und als Repräsentant. 5. Copie de la lettre aux citoyens représentans de la province de West-Flandre a (!) Ipres; de Paris ce 2 février 1792. S. 14-16, Brief Malou-Rigas an die Repräsentanten in Westflandern, in dem er das Scheitern seiner Mission zugibt und seinen Rücktritt von allen Ämtern bekanntgibt.

Alff.K 268





Lfd.Nr.: 357

[LIMBOURG, ETATS de:]

MANIFESTE DU DUCHÉ DE LIMBOURG ET PAYS D'OUTRE-MEUSE. Publié le 24 Juin 1790.

1790. [24.6.1790], s.l., 8 S., (t),A2,(), 8°;

[unterz.:] publié et prélu...à Henri Chapelle, ce vingt quatre Juin 1790 par ordonnance J. J. Corneli faisant les fonctions de Pensionnaire.

Die Limburger Stände betonen, daß aufgrund der Union mit Brabant alle Verfassungsbrüche, die der 'verführte' Kaiser in Brabant begangen habe, auch die Provinz Limburg erschüttert hätten. Die Rechtsbrüche, deren Aufzählung man dem Brabanter Manifest entnehme, habe die Stände zwar nach dem Inauguralpakt berechtigt, jeden Dienst und jeden Gehorsam dem Kaiser zu verweigern, aber in der Hoffnung, der Kaiser würde seine Fehlentscheidungen korrigieren, habe man ihm die Treue gehalten. Erst die Kassierung des Brabanter Ständeausschusses und des gemeinsamen Rates, der Neueinrichtung eines Gerichtshofes in Limburg ohne Vollmacht, Edikte gerichtlich überprüfen zu können sowie die Aufgabe der Provinz nach Abzug des Militärs und der Flucht der Regierung, habe die Stände bewogen, die Verbindungen zu Brabant noch enger zu knüpfen und dem Unionsvertrag am 18.2.1790 beizutreten. Aufgrund dieser Tatsachen fühle man sich autorisiert, die Unabhängigkeit der Provinz nicht nur faktisch, sondern auch rechtlich zu vollziehen. Die Stände erklären deshalb Joseph II. als Herzog von Limburg für abgesetzt und die Provinz für frei und unabhängig.

Alff.B 4





Lfd.Nr.: 358

[NOOT, HENRI-CHARLES-NICOLASVAN DER:]

MANIFESTE DU PEUPLE BRABANÇON.

Se vend à GAND chez P. F. de Goesin, rue Haute-porte No. 229., & dans toutes les Villes Belgiques. s.d., [24.10.1789], 26 S., 14 Bl., (t),A4-C4,(), 8°;

[unterz. S. 25:] Fait en Brabant le vingtquatre 8bre. 1789....H. C. N. VANDER NOOT, avec paraphe, agent plénipotentiaire du Peuple Brabançon....

Ausgehend vom Prinzip der Volkssouveränität und der Verpflichtung des Kaisers, den Inauguralpakt, dessen Beeidung erst die Treue und den Gehorsam des Volkes begründet, einzuhalten, versucht Van der Noot, untermauert durch zahlreiche Zitate aus den einschlägigen Dokumenten, aufzuzeigen, daß die Politik des Kaisers aus einer fortdauernden Reihe von Rechtsbrüchen besteht. Das zweimalige Einlenken der Brüsseler Regierung 1787 wertet er als Eingeständnis dieser Verfassungsbrüche. Das Volk und die Stände hingegen hätten alles versucht, das drohende Unheil abzuwenden. Die Politik des Betruges und der Überlistung sei mit der Ankunft Trauttmansdorffs sogar in Grausamkeit und Tyrannei gesteigert worden. Die Generalgouverneure seien nur noch Marionetten des Ministers gewesen. Höhepunkt sei die Annulierung der Joyeuse Entrée und des Ständeausschusses im Juni 1789 gewesen. Obwohl die Nation ihren Verpflichtungen mehr als nachgekommen sei, habe der Kaiser die Belgier als Feinde, ja sogar als Sklaven behandelt. Da er sich nicht von seiner Tyrannei abbringen lasse, sei die Nation berechtigt, von ihren Vertragsverpflichtungen zurückzutreten, wie auch historische Beispiele belegten. Deshalb sei man gezwungen, auch im Hinblick auf die Verpflichtungen gegenüber der Nachwelt, den Kaiser als Herzog von Brabant abzusetzen. Damit seien alle Treueverhältnisse gelöst und niemand mehr Joseph II. verpflichtet. Bestimmungen über den Gebrauch des kaiserlichen Siegels und Wappens sowie der Veröffentlichung des Manifestes schließen die Absetzungserklärung der Brabanter ab. Es folgt noch ein kurzes Schreiben an die Flamen und Westflamen, in dem sie, unter Berufung auf den Bündnisvertrag von 1339, der in einer Fußnote auf Niederländisch mitgeteilt wird, aufgefordert werden, sich den Brabantern anzuschließen und Hilfe zu leisten. Dieses Schreiben ist unterzeichnet mit 'LE PEUPLE BRABANÇON H. C. VANDERNOOT 1789 q. q. En Brabant ce 24 Octobre 1789 (s.a. Nr. 107 u. 443).

Alff.B 2





Lfd.Nr.: 359

[anonym, 'LES CONSTITUÉS DE LA PROVINCE DE LIMBOURG':]

MÉMOIRE ADRESSÉ A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI, Par les Constitués de la Province de Limbourg.

A HERVE, Et se trouve A BRUXELLES, Chez la Veuve PION, Imprimeur-Libraire, vieille Steen-Porte, vis-à-vis la Fontaine. 1791. [Ende März 1791], 22 S., 12 Bl., (t),()2,A8,(), 8°;

[unterz.:] les constitués du bourg d'Eupen, de la ville & franchise de Herve, du chef Ban de Baelen, de Goé, de Blistain, d'Aubel, de Teuven, de Beusdael, de Hombourg, de Housse, de Cheratte, de St. Martin, Fouron, de tout le pays de Fauquemont, &c. &c.

Memorandum des Limburger 'Volkes', in dem laut Vorrede bewiesen wird, daß die vorgeschlagene Reorganisation der Limburger Stände die Monarchie festige und im Einklang mit der Verfassung und damit mit den Bestimmungen der Haager Konvention stehe. Gute Gesetze spiegeln die öffentliche Meinung wider. Die Stände, als Repräsentanten des Volkes, sind die Träger dieser öffentlichen Meinung. Wenn nun das Vertrauen zu den Ständen zerstört ist, und der Kaiser nur mit der Zustimmung der Stände Gesetze in Kraft setzen will, so wird die Reform der Stände notwendig, um dem Wohl des Volkes dienen zu können. Gefordert wird eine Reform, die auf der Grundlage des Anteils der einzelnen Stände am gesamten Steueraufkommen die Ständemitglieder durch die Wahlmänner der einzelnen Distrikte bestimmen läßt, die ihrerseits in Volksversammlungen gewählt wurden. Dieser indirekte Wahlmodus wird mit der Verhinderung von Intrigen und Unruhen begründet. Weiterhin wird eine Abstimmung nach Köpfen verlangt, die den Einfluß des vergrößerten Dritten Standes weiter steigert. Diese Maßnahmen bringen die Verfassung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Die Befürchtung, die Garantiemächte würden die Reform als Bruch des Haager Abkommens werten und Österreich den Krieg erklären, sei unbegründet, da die Reformen verfassungskonform seien. Außerdem würden die Garantiemächte, wenn sie wollten, immer einen Vorwand finden, den Rivalen Österreich anzugreifen. Die Wählbarkeit der Stände verhindere zudem ein verhängnisvolles Bündnis der Stände mit den Garantiemächten und hindere sie daran, Umsturzpläne, die sie wegen ihres Machtverlustes schmiedeten, in die Tat umzusetzen.

Alff.K 269





Lfd.Nr.: 360

[FLANDRE, ETATS de, DÉPUTÉS des:]

MÉMOIRE DES DÉPUTÉS DES ÉTATS DE FLANDRE, Présenté à Son Excellence M. le Comte MERCI-D'ARGENTEAU, Ambassadeur de Sa Majesté Impériale, &c.

1791. [01.1791], s.l., 7 S., A4, 8°;

[unterz.:] Fait à la Haye, le 17 Décembre. 1790....M. Van DE VELDE. DE DEURWAERDER. HOOBRHUCK DE MOOREGHEM & C. J. DE GRAVE.

Unter Bezugnahme auf die Frankfurter Erklärung Leopolds vom 14.10.1790 bitten die Abgeordneten der Stände Flanderns Mercy-Argenteau die in den folgenden 5 Artikeln niedergelegten und nebenstehend erläuterten Forderungen zuzugestehen: 1. ständiger Vertreter der Stände in Wien, um Anliegen dem Kaiser sofort vorlegen zu können; 2. Besetzung der 'Chefs-Collèges' durch die Kommunen oder ausreichenden Einfluß auf die Nominierungen für diese Stellen; 3. Eigenständigkeit des Rates von Flandern und Eid der Richter auf die flandrische Verfassung und die Privilegien der Provinz vor den Ständen; 4. Zutritt der Fiskalen zum Rat nur bei Vorbringung von Angelegenheiten ihres Ressorts; 5. freie Wahl der Beamten, um reibungsloses Arbeiten der Verwaltung zu garantieren. Die Abschaffung der unter Maria Theresia erhobenen 'Subside fixe' wird als erledigt betrachtet, da die Verfassung und die Privilegien der Provinz so wiederhergestellt werden sollen, wie sie zur Zeit der Inauguration Karl VI. bestanden haben. Die Abgeordneten begründen ihre Forderungen mit dem Aufruf Leopolds vom 2.3.1790, Vorschläge zur Wohlfahrt der Provinzen zu machen und mit der Notwendigkeit, das Vertrauen in die kaiserliche Politik wiederherzustellen. Sie betonen, nur die dringensten Anliegen vorgetragen zu haben. Außerdem wäre es zur Wiederherstellung der Ruhe und des Vertrauens besonders wichtig, wenn in der Amnestieerklärung Sicherheiten für die von den Ständen während der Revolution eingezogenen Gelder gegeben würden, die u.a. dafür verwandt wurden, dem Adel wieder Sitz und Stimme in der Ständeversammlung zu geben (s.a. Nr. 308 u. 458).

Alff.K 270





Lfd.Nr.: 361/362

[MURRAY, JOSEPH Comte de:]

MÉMOIRE DU COMTE DE MURRAY, Chevalier de l'Ordre Militaire de Marie-Thérese, Chambellan & Conseiller d'Etat intime actuel de Sa Majesté l'Empereur & Roi, Général d'Infanterie de ses Armées, & Colonel Propriétaire d'un Régiment d'Infanterie. Pour servir de réponse aux faux allégués qui se trouvent énoncés à son égard, dans un imprimé qui a pour titre: Notes que Mr. le Comte de Trauttmansdorff a remises au Cabinet de Vienne pour sa justification 1791.

1791. [30.7.1791], s.l., 50 S., 28 Bl, A8-C8,D2, 8°, Broschur;

[unterz. S. 22:] Le Comte DE MURRAY. Bruxelles le 30 Juillet 1791.

Rechtfertigungsschrift des Comte de Murray, in der er versucht, durch die Richtigstellung der Darstellung der Ursachen und der Ereignisse am 20.9.1787 die Vorwürfe Trauttmansdorffs zu entkräften, er habe sich die Rücknahme der Verwaltungs- und der Justizreform abpressen und die unter seinem Kommando stehenden Truppen sich zu Gewalttätigkeiten hinreißen lassen (s.a. Nr. 251 und Nr. 393). Die Auflösung der Freiwilligenverbände sei nach der Einigung mit den Ständen, die im Gegensatz zu Trauttmansdorffs Behauptung die bisher verweigerten Subsidien am 18.9. bewilligten und nicht erst am 3.12., und der Ausfertigung des Dekretes zur Rücknahme der Reformen am 18.9., am 19.9. durch Van der Noot hintertrieben worden. Die daraufhin von Murray verfügten Militärpatrouillen, die am 20.9. jeden Freiwilligen, den sie in der Stadt anträfen, in freundlichem Ton auffordern sollten, Waffen und Abzeichen niederzulegen, seien ohne sein Wissen und seinen Befehl vorzeitig in die Stadt geschickt worden und hätten durch einige Übergriffe die Unruhen provoziert. Im Interesse des Gemeinwohls habe er die Verantwortlichkeiten für diese Vorgänge nicht abklären lassen. Der Kaiser habe sich nicht negativ über sein Vorgehen geäußert, und seine Erklärungen deckten sich mit den Inhalten der Depeschen aus Wien. Außerdem habe d'Alton erklärt, weder er noch Arberg hätten die Patrouillen in die Stadt geschickt. Er vermisse aber in der Schrift Arbergs (s. Note de son excellence, Nr.393) die Wiedergabe der Befehle, die dieser von ihm am 20.9. erhalten habe. Daß der vierte Artikel des Dekrets, welches er erst am 21.9. nach der Auflösung der Freiwilligenverbände unterzeichnet habe, von den Ständen zu ihrem Gunsten interpretiert worden sei, habe Trauttmansdorff selbst zu verantworten. Er habe geglaubt, daß sich die Frage des Generalseminars von selbst löse, nachdem die Gebäude noch nicht bezugsfertig waren und die türkische Kriegserklärung an Rußland die Aufmerksamkeit des Kaisers in Anspruch genommen hatte. Im Anhang finden sich folgende Schriftstücke: 1. LETTRE du Général Comte de Murray, au Prince de Kaunitz, du 7 Juillet 1787. S. 23, (Bedenken Murrays bei Übernahme der Regierung); 2. DÉPECHE de Sa Majesté Joseph II, au Comte de Murray, du 16 Août 1787. S. 24-26, (Préalables indispensables); 3. MÉMOIRE à S. Exc. le Comte de Murray. (28.8.1787), S. 27-29, (Verweigerung der Steuern durch die Stände von Brabant); 4. JOSEPH, Comte de Murray, Baron de Melgum, &c, (1.9.1787), S. 29-31, (Beruhigung der Stände); 5. MONSEIGNEUR, NOUS avons repris la délibération sur les deux Lettres.... (18.9.1787), S. 31-34, (Bewilligung der Steuern durch die Stände von Brabant); 6. DÉCLARATION de l'Empereur & Roi, pour toutes les Provinces Belgiques, concernant la Police & le maintien du bon ordre. Du 28 Août 1787, homologuée par le Conseil de Brabant le 15 Septembre. S. 34-35, (Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung); 7. LETTRE du Comte de Murray, en date du dix-neuf Septembre 1787, à Mr. le Lieutenant-Général Comte d'Arberg. S. 36-37, (Ergreifung von Maßnahmen gegen die Freiwilligen), s.a. Nr. 398, K 294, Dok. N°.1, Copie d'une lettre...; 8. ORDRE de la Généralité de Bruxelles, le 20 Septembre 1787, traduit de l'Allemand. S. 37-38, (Tagesbefehl der Generalität); 9. LE soussigné Capitaine & Adjudant de la Cour déclare, que le 20 Septembre 1787 est venu de la part des Etats de Brabant,...signé. VANVELDE de MELROY. S. 39, (Bestätigung der Audienz der Stände bei Murray um 13.30 Uhr); 10. LES Députés des Etats de Brabant, s'étant rendu le 20 de ce mois à une heure & demie l'après-midi à l'audience....(DE BRETTIN, 23.9.1787), S. 39-40, (Maßnahmen nach der gewährten Audienz); 11. SATISFAISANT à l'ordre dont Votre Excellence a daigné m'honorer verbalement...(signé F. DE BLUMMENTHAL, 2.10.1787), S. 41-42, (Maßnahmen nach der gewährten Audienz); 12. LE soussigné déclare & certifie que le 20 Septembre 1787 à deux heures de l'après-midi,...(26.9.1787....signé, REYNIAC), S. 42-43, (Maßnahmen nach der gewährten Audienz); 13. a) LE soussigné Bourgeois & habitant de cette ville de Bruxelles,...(24.10.1787, DIONYSIUS DE JONGE), S. 43-44; b) LES soussignés déclarent par la présente...(24.10.1787, PETRUS VANGYSEL, REMI LE FEVERE, PETRUS DEMEY), S. 44-45; c) LE soussigné déclare en outre avoir vu...(24.10.1787, REMI LE FEVERE), S. 45; d) LES soussignés cavaliers Volontaires,...(27.10.1787, G. J. MALUIN, F. SCHEPERS), S. 45-46; e) Les soussignés ayant eu lecture de ce que dessus,...(28.10.1787, D. S. BONNARD, P. J. CORDIER), S. 46; f) LE Soussigné, âgé de trente ans, déclare ...(27.10.1787, A. J. VAN BEVERE), S. 46; g) Le Soussigné déclare d'avoir vu...(27.10.1787, H. VAN LACK, J. VAN LAES), S. 47; h) LE Soussigné déclare & atteste par la présente...(27.10.1787, J. B. VANDERWALLEN), S. 47; i) Les Soussignés déclarent par la présente,...(27.10.1787, H. PLASKIE, P. VERBIST, FRANCISCUS CHARELS), S. 47-48; (9 Erklärungen zu den Ereignissen am 20.9.1787 in Brüssel); 14. JOSEPH Comte de Murray, &c. (21.9.1787), S. 48-50, (Aufhebung der Verwaltungs- und Justizreform); 15. NOTE du Prince de Kaunitz, au Comte de Murray, du 8 Octobre 1787. S. 50, (Bestätigung der Erklärung Murrays vom 21.9.1787).

Alff.K 271/Alff.K 272





Lfd.Nr.: 363

[VERHOEVEN, GUILLAUME-GOMMARE-FRANÇOIS:]

MÉMOIRE HISTORIQUE POLITIQUE ET CRITIQUE Sur les Constitutions, la Religion, & les Droits de la Nation Belgique, AVEC DES RECHERCHES Sur l'Origine des Villes qui doivent leur existence & leur accroissement au Clergé Séculier & Régulier &c. DÉDIÉ A Messeigneurs les États des différentes Provinces de la Belgique Australe &c. PAR G. F. VERHOEVEN NÉGOCIANT Secretaire Perpetuel de l'Académie des Beaux-Arts de la Ville de Malines.

A LIEGE, Chez JOSEPH HENRI STEVENARD Impr. Libr. M D C C X C. [20.6.1790], 135 S., [fehlerhafte. pag. 234, 235 statt 134, 135], [Inhaltsverz. S.134-135], 74 Bl., jeweils drei Blätter vor u. nach der Schrift, [A]4-R4, fester Einband 19 Jhd. ?, 8°, [handschr. Vorbesitzereintrag:] De Plaine (?), [Ende der Schrift mit Bleistift:] 19 Août 1839 ...32 ... (?);

[unterz. S.4:] Malines 20 Juin 1790. G. F. VERHOEVEN.

Die nach dem Vorwort des Herausgebers bereits 1787 verfaßte Schrift und nur auf Drängen zweier Persönlichkeiten nach einer Verzögerung durch die Ereignisse der Brabanter Revolution heraugegeben, widmet Verhoeven den Ständen der belgischen Provinzen. Im ersten Teil seiner Schrift versucht er die Fehl- und Umdeutungen der Verfassung und der Aufgaben der Stände und des Brabanter Rates durch die Schreiber des kaiserlichen Despotismus zu korrigieren. Stellvertretend für die kaiserliche Seite zitiert er aus den Schriften des Genfer Baudy.Er versucht zu zeigen, daß der Fürst in Belgien nie ein absoluter Herrscher gewesen ist, daß nie eine belgische Provinz verkauft oder eingetauscht wurde ohne die Zustimmung der Stände, daß die Revolte der Genter gegen Karl V. nichts mit der gegenwärtigen Revolution (1787) gemein habe, daß die Rechte des Brabanter Rates verfassungsmäßig verankert seien und nicht einem Privileg des Herrschers zu verdanken seien, daß die Belgier sich ihren Souverän zu ihrem Schutz selbst ausgesucht hätten und die Übertretung der Verfassung und die Mißachtung der Gesetze sie berechtige, ihrem Souverän den Gehorsam zu verweigern. Im zweiten Teil erinnert er daran, daß die Gründung, der Aufstieg oder der Wiederaufstieg vieler Orte und Landstriche in Belgien einzig der Arbeit der Mönche und Kleriker seit dem 7. Jhd. zu verdanken seien. Auf folgende Provinzen und Orte geht er kurz ein: Gent, St. Amand, Leuse, Renaix, Tournay, Bergues St. Winoc, St. Omer, Aeldenbourg, Eenhame, Ninove, Brügge, Hennegau, Mons, St. Guilain, Maubeuge, Soignies, Lobes,Luxemburg, Ardennen, Saint Hubert, Echternach, Stadt Luxemburg, Provinz Namur, Brabant, Brüssel, Affligem, Gemblours, Mont St. Wibert, Vilers, St. Bernard, Tongerloo, Postel, Averbode, Le Parc, L'isle du Duc, Gempe, Hélissem, Dilighem, Grimbergue, Mecheln, Lierre und Antwerpen. Danach versucht er den Vorwurf der Enzyklopädisten, denen er ihrer Forderung nach Toleranz ihre Intoleranz gegen die Mönche entgegenhält, zu entkräften, die Klöster hätten zur Entvölkerung und zum wirtschaftlichen Niedergang der europäischen Länder geführt. Erst die Aufhebung der Klöster führe in die Barbarei zurück und schädige vor allem Handwerker und Kleinbürger. Den Niedergang europäischer Länder hätten Klimafaktoren, die Entdeckung der Neuen Welt, eingeschleppte Krankheiten und Auswanderungswellen verursacht.

Alff.K 273





Lfd.Nr.: 364

[anonym, 'UN VRAI CITOYEN':]

MÉMOIRE HISTORIQUE, Pour servir de projet de Doléances à présenter à Sa Majesté l'Empereur & Roi par les Députés des Communautés représentant le Tiers-Etat de la Province du Tournésis, afin d'obtenir une Organisation raisonnable.

LES anciens Belges avoient du tems des Romains, des Capitaines pour les conduire à la guerre & les gouverner; [...].

s.d., [31.5.1791], s.l., 12 S., A6, 8°;

[unterz.:] C'est le bonheur que vous souhaite un vrai citoyen. Le 31 Mai 1791.

Nach einem kurzen geschichtlichen Abriß, in dem der Verfasser die Ausformung des ausbeuterischen Feudalsystems, der Besetzung der Stände durch Adel, Klerus und 'Doyens' und die Mißbräuche der beiden ersten Stände vor allem in der Revolutionszeit beschreibt, fordert er eine Umgruppierung der Ständevertretung, bei der die Interessen des 3. Standes und damit des Volkes besser berücksichtigt werden.

Alff.D 8





Lfd.Nr.: 365

[FELLER, XAVIER de:]

MÉMOIRE OU MANIFESTE POUR LA NATION BELGIQUE ET SPECIALEMENT POUR LE TIERS-ÉTAT DU DUCHE'(!) DE BRABANT, Qui devoit être présenté au Gouvernement, aux Députés des Etats &c. lorsque le massacre de Malines & d'Anvers, & sur-tout la Dépêche du 8 Août, ont consommé l'oppression & étouffé la voix de tous les vrais Citoyens.

MDCCLXXXVIII. [8.8.1788], s.l., [St. Trond ?], 15 S., 8 Bl., 8°;

An die Öffentlichkeit gerichtetes Protestschreiben, in dem die Verstöße der Regierung gegen die Verfassung und die römisch-katholische Religion seit dem 21.9.1787 angeprangert werden. Neben der Kritik an der mangelnden Unterrichtung des 3. Standes über Maßnahmen des Brüsseler Magistrats werden u.a. die Übergriffe des Militärs und der Fiskalen, die Behinderung einer freien Justiz und die Nötigung des Brabanter Rates, die Zensurmaßnahmen und die Duldung verleumderischer Pamphlete, die kirchlichen Reformen, insbesondere das Generalseminar, die Neuordnung des Schulwesens und die Zerstörung der Löwener Universität, sowie jeder Versuch, die Verwaltungsreformen wiederaufzunehmen, scharf verurteilt. Man fordert die Einhaltung des Inauguralpaktes und die Vermittlung Englands, der Generalstaaten und Preußens.

Alff.K 274

Mémoire pour les députés des deux Flandres....s.Nr.356





Lfd.Nr.: 366

[PLOVITS, J.:]

MÉMOIRE POUR LES FABRIQUES NATIONALES DU SECOND RANG CONTRE LE TRANSIT ILLIMITÉ.

1790. [20.8.1790], s.l., 18 S., 10 Bl., A10, 8°;

[unterz.:] J. PLOVITS. Présenté le 20 août 1790.

Der Zuckerfabrikant (?) Plovits wendet sich als Sprecher der belgischen Fabrikanten an die Stände von Brabant und fordert die Beschränkung des Transithandels auf Produkte, die in den Provinzen weder hergestellt noch veredelt werden. Die völlige Freigabe des Transithandels bedeute den Ruin der weiterverarbeitenden Industrie und die Vernichtung unzähliger Arbeitsplätze. Im Rückgriff auf seine 1788 anonym veröffentlichte Schrift 'Réflexions sur la nécessité de l'existence des douanes dans les Pays-bas' hofft er, daß die Bedeutung, die ein blühendes weiterverarbeitendes Gewerbe für den Wohlstand des Landes besitzt, - er zeigt dies anhand der Zuckerfabrikation auf - die Stände dazu bewegt, diesen Handelszweig weiterhin unter ihren besonderen Schutz zu stellen.

Alff.K 275





Lfd.Nr.: 367

[HOOP, HENRI-JOSEPH VAN DER:]

MÉMOIRE POUR LES SERMENTS DE LOUVAIN, NOMMÉS VULGAIREMENT GILDENS, Et pour les membres Libres qui leur sont aggrégés afin de tenir la Police &c. Par H.J.V. D.H.

MDCCLXXXVII. [7.9.1787], Frontispiz mit Brabanter Wappen, s.l., 29 S., 19 Bl., (),A4-D4, 8°, Broschur;

[unterz.:] P. Van den Eynde Coninkstable der Groote Gilde. J. B. Everaerts Coninkstabel der Hand-Boog-Gilde. L. Van Vlasselaer Coninkstabel van de Colveniers Gilde. Joan. B. van Gobbelschroey Coninkstabel van St. Joris Gilde. H. J. De Bruyn Capityn der Colveniers Gilde. G. A. Vander Buecken Capityn van St. Joris Gilde. J. B. Van Boukel Capityn van de Groote Gilde. Leonardus Artois Capiteyn van den Hand-Boog Gilde. Présenté ce 7 Septembre 1787.

Van der Hoop begründet in seiner Schrift an den Löwener Magistrat die Rechtmäßigkeit des Handelns der 'Serments' historisch. Ihre Anciennität belegten mittelalterliche Urkunden, und ihre Ursprünge lägen im 9. Jahrhundert. Ihre Institution sei immer verfassungsmäßig verankert gewesen. Ihr Aufgabenbereich umfasse polizeiliche Maßnahmen zur Sicherung von Personen und Eigentum und die Verteidigung der Kommune nach außen. Sie seien militärisch organisiert und berechtigt, Uniformen zu tragen. Die ihnen angeschlossenen Verbände (Freiwillige in Brüssel genannt) besäßen die gleichen Privilegien und ihre Anzahl richte sich nach den jeweiligen Notwendigkeiten und sei nicht beschränkt. Da die Löwener 'Serments' als Stammväter aller anderen angesehen werden können, gelte das Gesagte für alle 'Serments'. Van der Hoop betont die Verflochtenheit des 3. Standes mit den 'Serments'. Im Sinne des Gemeinwohls halte er es deshalb für unmöglich, die 'Serments' aufzulösen und den 3. Stand zu erhalten und umgekehrt. Er bittet den Magistrat, seine historischen Betrachtungen an den Rat und die Ständeversammlung von Brabant weiterzuleiten, um weitere Bestätigungen der Rechte der 'Serments' zu erhalten.

Alff.K 276





Lfd.Nr.: 368

MÉMOIRE POUR LES SIEURS VAUCHER, HORLOGER, ET LOQUE, BIJOUTIER, Accusateurs; CONTRE Le Sieur BETTE D'ETIENVILLE, le BARON DE FAGES-CHAULNES, & autres Accusés; En présence de Mr. le Procureur-Général.

A PARIS; Et se trouve à BRUXELLES, Chez EMMANUEL FLON, Imprimeur-Libraire, rue des Fripiers. M. DCC. LXXXVI. [24.4.1786], 71 S., 38 Bl., A8-D8,E4, 8°, Broschur;

[unterz. S.62:] VAUCHER & LOQUE. Me. DUVEYRIER; Avocat. GUILLOT DE BLANCHEVILLE; Proc.

[unterz. 'Consultation', S.64:] Délibéré à Paris le 24 Avril 1786. DUVEYRIER, LESPARAT, LANDRY, MARTEAU, LE GRAND DE SAINT-RENÉ.

Im Zusammenhang mit der Halsbandaffäre deckt das Gutachten die Betrügereien auf, die an dem Juwelier Loque und dem Uhrmacher Vaucher begangen wurden. Aufgrund vorgetäuschter Sicherheiten und einer bevorstehenden Vermählung mit einer Baronin erschleichen sich die Angeklagten wertvollen Schmuck und Uhren. Diese noch nicht bezahlte Ware versuchen sie dann ihren Gläubigern, dem Juwelier und dem Uhrmacher, gegen Bargeld wiederzuverkaufen. Trotz verwirrender Manöver, die den Eindruck erwecken sollten, die Angeklagten seien selbst getäuscht worden, sei ihre Schuld erwiesen. Die angeblich von den Opfern gewährte Zahlungsfrist von 4 Jahren wird für ungültig erklärt. Die sich anschließende 'Consultation' bestätigt die Haftbefehle gegen den Baron de Fages und gegen d'Etienville sowie die Vorladungen für ihre Komplizen. Die Zahlungsfrist wird annuliert. Es folgen neun Beweisstücke.

Alff.K 277





Lfd.Nr.: 369

[SCHOENFELD, Baron de:]

MÉMOIRE POUR SERVIR A LA JUSTIFICATION DE MONSIEUR LE GÉNÉRAL BARON DE SCHOÉNFELD.

A VALENCIENNES. 1791. [01.1791], 31 S., 18 Bl., A8-B8, 8°, Broschur;

[S.23:] Fait à Valenciennes ce 8 Décembre 1790.

General Schönfeld tritt Gerüchten entgegen, er habe die belgische Armee schmählich im Stich gelassen, als die Lage schwierig wurde. Er berichtet von seinen Verteidigungsanstrengungen seit Oktober 1790. Fehlender Nachschub, trotz Zusagen des Kongresses, Desertionen und die demoralisierende Wirkung des kaiserlichen Manifestes und der Erklärung der drei vermittelnden Mächte hätten ihn letztlich bis auf Brüssel zurückgeworfen. Obwohl er bereits vorher um seine Entlassung nachgesucht habe, da er bei Neutralität der vermittelnden Mächte keine Möglichkeit wirksamer Verteidigung mehr gesehen habe, habe er der Bitte des Kongresses entsprochen, weiterhin die Armee zu führen. Die merkwürdigen Umstände seiner Entlassung durch den Kongreß haben dann das Aufkommen von Gerüchten begünstigt. Im Anhang finden sich folgende Dokumente: 1. Monsieur le Lieutenant-général, NOUS recevons en ce moment votre Dépêche en date d'hier, [...]. Le Congrès Souverain des Etats Belgiques-Unis. 21.10.1790, S. 23-24, (Bitte an Schönfeld, nicht zu demissionieren); 2. M. JE suis autorisé à vous prévenir, que la Nation Belgique a envoyé des Députés à la Haye [...]. VANDER NOOT. 19.11.1790, S. 25, (Deputation nach Den Haag, Einstellung der Feindseligkeiten); 3.1 Extrait des résolutions du Congrès des Etats Belgiques-Unis, en date du 25 Novembre 1790., S. 26, (Generalvollmacht Gendebiens in Armeeangelegenheiten); 3.2 Pour Monsieur Gendebien. Attendu les circonstances actuelles, M. Gendebien, chargé des pouvoirs du Congrès Souverain [...]. 25.11.1790, S. 27-28 (Anordnung des Rückzuges Schönfelds nach Brüssel, Anmerkung zum Verhalten General Koehlers nach Absetzung Schönfelds); 3.3. NOUS Officiers Municipaux & Procureur de la commune de la ville de Valenciennes, certifions [...]. 14.12.1790, S. 28-29, (Bestätigung der Durchsuchung der Equipagewagen Schönfelds); 3.4.a LE Greffier de Quiévrain, Patte, commissionné de la part de Monsieur le Général d'Gailmant d'Irix Surée, [...], 29.11.1790, S. 29-30; 3.4.b Le Général Baron de Schoénfeld a reçu ladite somme...29.11.1790, beglaubigt am 11.12.1790, S. 30; 3.4.c Je soussigné Capitaine Commandant le Detachement du Régiment de Royal Suédois, [...]. signé J.H. MUSSEL, 11.12.1790, S.30; 3.4.d Je soussigné certifie que tout cequi est contenu dans l'Acte ci-joint, [...]. signé Dom Maurice GUINEZ, 11.12.1790, S. 31, (vier Erklärungen zum gestohlenen und erstatteten Geld des Baron Schoenfeld).

Alff.K 278





Lfd.Nr.: 370

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

MÉMOIRE REMIS AU MAGISTRAT DE LA VILLE DE BRUXELLES, PAR LES SINDICS DES NEUF NATIONS DE CETTE VILLE, POUR ÊTRE ADD(!)RESSÉ A L'ASSEMBLÉE GÉNÉRALE DES ÉTATS DE BRABANT.

A BRUXELLES, Chez G. HUYGHE, Imprimeur-Libraire, Marché aux Fromages, 1793. [29.5.1793], 11 S., 6 Bl., 8°;

[unterz.:] ...le 29 Mai 1793. ...J. B. DE POTTER, qq. H. A. VERRASSEL, qq. HENRI PUYT, qq. FRANÇOIS JOSEPH KETELERS, qq. GUILLAUME JOSEPH DE LOOZE, qq. PIERRE TROYENS, qq. C. J. POOT, qq. HENRI DE PAUW, qq. loco E. WAUWERMANS, qq. NORBERT PARYS, qq.

Die Syndics bitten die Ständevertretung, ihren Wunsch nach Ablösung eines Teils der Regierungsmitglieder dem Kaiser zu übermitteln. Sie begründen ihre Bitte damit, daß die Spekulanten nur dann Geldmittel zur Forcierung der Kriegsanstrengungen zur Verfügung stellten, wenn die Existenz der Stände und der Korporationen und damit zugleich das Wohl des Volkes gesichert seien. Dies sei aber trotz der guten Absichten des Kaisers und seiner Minister nicht gewährleistet, solange die früheren Regierungsmitglieder, die gegen die Interessen des Landes gehandelt hätten, weiterhin mit den Regierungsgeschäften betraut würden. Denn bereits Trauttmansdorff sei durch die Intrigen dieser Regierungsmitglieder zu einem Handeln gegen die Nation bestimmt worden. Seine Denkschrift beweise, daß der Verlust des in- und ausländischen Kredits des Landes bei den Geldgebern auf das Konto dieser Räte gehe (s.a. Nr. 328, Nr. 544).

Alff.K 279





Lfd.Nr.: 371

[NENY, PATRICE- FRANÇOIS, Comte de:]

MÉMOIRES HISTORIQUES ET POLITIQUES SUR LES PAYS-BAS AUTRICHIENS, ET SUR LA CONSTITUTION Tant interne qu'externe des Provinces qui les composent. Par S. E. M. le Comte de NENY, Chef & Président du Conseil-Privé aux Pays-Bas, Commandeur de l'Ordre Royal de Saint-Étienne, Conseiller d'État intime Actuel de Sa Majesté l'Empereur & Roi, &c. &c. QUATRIEME ÉDITION. Revue & corrigée d'après un manuscrit exact; enrichie de Notes qui indiquent les changemens arrivés depuis la rédaction de ces Mémoires, & augmentée de diverses Pieces interessantes, faisant suite aux matieres qui y sont traitées. TOME PREMIER.

A BRUXELLES, Chez B. LE FRANCQ, Imprimeur-Libraire, rue de la Magdelaine. M. DCC. LXXXVI. [19.5.1785], , Frontispiz zeigt Porträt Nenys, 304 S., Inhaltsverzeichnis, (),A12-M12,N8, 12°, blaue Broschur;

Posthume Veröffentlichung der Lehrschrift Nenys in zwei Bänden, die allein der Unterrichtung des Kronprinzen Joseph dienen sollte. Ursprünglich war eine Veröffentlichung des Manuskripts nicht vorgesehen. Im vorliegenden ersten Band gibt Neny einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Niederlande. Er betont dabei den Zusammenhang zwischen der Geschichte eines Landes und seiner politischen Verfaßtheit.

Alff.K 280





Lfd.Nr.: 372

MESSE SOLEMNELLE DE RECONCILIATION, AVEC DISTRIBUTION DE PAIN POUR LES PAUVRES, Qui sera célébrée le 1 Février 1791, à onze heures du matin, dans l'Eglise de Caudenberg, à Bruxelles, aux fins suivantes, son(!)s les auspices de Saint Ignace, Martyr.

1. Pour le repos de l'ame de ceux qui ont été misérablement assassinés ou tués [...].

[S.3:] M. D. CC. XCI. [01.1791], s.l., [Bruxelles ?], 3 S., 2 Bl., A2, 8°;

Gebetszettel zu einer feierlichen Versöhnungsmesse in Brüssel am 1.2.1791. Die Fürbitten gelten der Seelenruhe der Opfer der Revolution, der gewährten Befreiung aller Verfolgten und dem Dank an Gott für die Entsendung Leopold II. zur Befreiung der Belgier aus ihrer Sklaverei.

Alff.K 281





Lfd.Nr.: 373

MESSIEURS les Bourguemaîtres, Echevins et Conseillers de la Chef-ville de Louvain formant le Premier Membre d'icelle ayant eu lecture des Petitions faites tant verbalement que par écrit [...].

[S.8:] A BRUXELLES, Chez A. J. D. DE BRAECKENIER Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers. s.d., [23.11.1793], 8 S., 4 Bl., 8°;

[unterz. S.7 u. 8:] M. G. CLAES.

Im Anschluß an die beiden ersten Stände von Brabant bewilligt der Magistrat von Löwen als erstes Glied der Stadt eine außerordentliche Kriegsabgabe (don gratuit), der sich am folgenden Tag auch die drei anderen Glieder der Stadt anschließen. An seine Bewilligung knüpft der Magistrat einerseits die Bedingung, daß die Aufhebung der Klöster und die Errichtung des Limburger Rates wenn möglich rückgängig gemacht werden und fordert andererseits zur Finanzierung der Abgabe die Verlängerung auslaufender Lasten und die Erhebung neuer Steuern, wie eine Abgabe auf die Anstellung von Bediensteten und Luxuspferden. Außerdem solle eine Schiedskommission alle Entschädigungsansprüche regeln und von der Regierung eine Ordonnanz zur endgültigen Liquidation der Revolutionsschulden erlassen werden.

Alff.K 282





Lfd.Nr.: 374

LE MINISTRE de l'Intérieur, Aux Administrations centrales et municipales. [vorangestellt:] 5.e DIVISION. BUREAU des BEAUX ARTS ET FETES NATIONALES. FETE DE LA JEUNESSE. [...] Paris, le 17 Ventôse, an 7 de la République française, une et indivisible.

CITOYENS ADMINISTRATEURS, UNE pensée philosophique a présidé à l'ordonnance du système des Fêtes. [...].

s.d., [7.3.1799], s.l., unpag., [6 S.], 4 Bl., 14, 4°;

[unterz.:] FRANÇOIS (de Neuf château.)

Pathetisches Schreiben an die örtlichen Verwaltungen über Sinn und Zweck der bevorstehenden Feier des Festes der Jugend. Durch die Vergabe von Preisen, die Pflanzung von Freiheitsbäumen und eindringlichen Ansprachen sollen bei der Jugend die Gefühle der Brüderlichkeit gefördert und ein enthousiastischer Patriotismus entzündet werden, der in einem tugendhaften und strebsamen Leben zum Ausdruck komme.

Alff.K 283





Lfd.Nr.: 375

LE MIROIR ROYAL ET DÉMOCRATE, NUMERO 5 DE LA FEUILLE BLANCHE.

1791. [1.2.1791], s.l., [Bruxelles], 16 S., A8, 8°;

[S.16:] Bruxelles, le 1 de Février 1791.

Eindringlicher Aufruf an alle Bürger, die sich der Herrschaft der Gesetze und Leopolds verpflichtet fühlten, insbesondere an die 'Demokraten ' und Royalisten, die Stände und ihre Intrigen nicht länger zu dulden und neue Volksvertreter zu wählen. Die Stände seien die Feinde der Freiheit, sie hätten aus eigenem Machthunger Joseph II. aus Belgien vertrieben, ihre Mittel seien die der Lüge, der List und des Betruges und sie schreckten nicht davor zurück, den Bürgern neue Steuern aufzuerlegen, um die Kosten ihrer Rebellion bezahlen zu können. Die von ihnen verantworteten Pamphlete schürten die Uneinigkeit ihrer Gegner und die Unzufriedenheit unter den Bürgern. Sorge bereite die Abwesenheit der Revolutionsführer, da sie möglicherweise neue Truppen aufstellten. Da es an mitreißenden Führungspersönlichkeiten fehle, fordert er die Generalgouverneure, Aremberg, d'Ursel, Van der Mersch, Vonck und Walckiers auf, bald nach Brüssel zurückzukehren. Den kaiserlichen Truppen sichert er die Loyalität aller tugendhaften Bürger zu und fordert sie ebenfalls zum Handeln auf. Die Toten der Revolution verlangten nach Rache und man werde nicht ruhen, bis die Stände für ihre Verbrechen bezahlt haben (s.a. Nr. 105).

Alff.K 284





Lfd.Nr.: 376

[TOURNAY, ETATS de:]

MONSEIGNEUR,

DANS l'état de fluctuation de la chose publique qui tient, en attendant l'Inauguration en la forme & dans le sens des anciennes [...].

[S.22:] De l'Imprimerie de SERRÉ, Pere, Imprimeur de Messieurs du Magistrat, sur la Grand'Place, à Tournay. s.d., [14.6.1791], 22 S., A11, 8°;

[unterz. S. 22:] Fait & résolu en l'Assemblée des Consaux, faisant les Etats de la Ville, Cité, Banlieue & District réuni, le 11 Juin 1791. Etoit signé PLATTEAU, S.re.

Zweiteilige Schrift bestehend aus einem Einleitungsschreiben der Stände (S.3 unterzeichnet mit 'Ce 10 Juin 1791. Les très-humbles & obéissants serviteurs, Les Consaux faisant les Etats de Tournay & de ses Districts.') und ihrer Denkschrift mit dem Titel 'HUMBLES ET RESPECTUEUSES CONSIDÉRATIONS Que la Province de TOURNAY croit être de son devoir de remettre au pied du Trône avant la Célébration de l'Inauguration.' In ihrem Begleitschreiben betonen die Stände, daß ihren Überlegungen die Überzeugung des Kaisers zugrundeliegt, daß nur ein gemeinsamer Interessenausgleich zwischen dem Herrscher und dem Volk die Wohlfahrt aller befördere (s. Denkschrift Leopolds vom 2.3.1790, s. Nr. 346). Sie verweisen auch auf Leopolds Verhalten gegenüber den Ungarn. In ihrer Denkschrift heben sie zunächst aus Anlaß der bevorstehenden Inauguration Leopolds die Notwendigkeit einer Herrschaftsausübung nach den Gesetzen und Gebräuchen des Landes und die Festlegung der kaiserlichen Machtbefugnisse hervor. Es folgt eine Aufzählung der Grundsätze, auf denen die Verfassung basieren muß, um eine Regierung des Landes zu ermöglichen, die unzweideutig den gemeinsamen Interessen des Herrschers und der Untertanen dient (Land kein Eigentum des Herrschers, Mitspracherecht der Stände, rein defensive Nationalarmee, Aufgaben der Institutionen auf Provinzial- und Kommunalebene, Beziehungen der Provinzen untereinander u. zum Kaiser, Einrichtung der Generalstände). Die Stände lehnen eine bloße Rückkehr zu den Verhältnissen unter Maria Theresia ab, da dies die füheren unfruchtbaren Diskussionen wieder aufleben ließe (s.a. die kommentierte Antwort der Brüsseler Regierung, 'A tous les belges sans distinction', Nr. 9).

Alff.D 11





Lfd.Nr.: 377

[LES AMIS DU BIEN PUBLIC:]

MONSEIGNEUR, LES Citoyens soussignés assemblés sous la dénomination de Société des Amis du bien public, prennent la respectueuse liberté [...].Présentée le 25 Février 1791./MYNHEER, DE Ondergeteekende Borgers vergaederd onder de benaeming van Genootschap der Vrienden van het gemeene best, neémen de eerbiedige vryheyd [...].Voorgedraegen den 25 Februarii 1791.

Chez J. J. JOREZ, Fils, Imprimeur, Grand'Place./By J. J. JOREZ, Zoon, Drukker, op de Groote Merkt. s.d., [25.2.1791], s.l., [Bruxelles], unpag., 2 Bl., Innenseiten mit frz u. nachfolgendem ndl. Text bedruckt, 8°;

Der bevollmächtigte Minister wird in dieser zweisprachigen Eingabe aufgefordert, auf der Grundlage der Eingabe vom 9.2.1791 (s. Nr. 528) neue Volksvertreter für eine genau festgelegte Amtsperiode wählen zu lassen, da die früheren Mitglieder der Stände das Vertrauen des Volkes verloren hätten, wie die Ereignisse des Vortages (24.2.1791) eindringlich gezeigt hätten (s.a. Nr. 4).

Alff.K 285





Lfd.Nr.: 378

[BRABANT, ETATS de:]

MONSEIGNEUR:

NOUS nous dispenserions de parler de l'évenement qui nous a dispersé le 24 Fevrier dernier, [...].

s.d., [5.4.1791], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] ...Les PRELATS, NOBLES & DEPUTÉS des Chefs-villes, représentant les Troie (!) ÉTATS de ce Pays & Duché de Brabant. De notre Assemblée générale tenue à Bruxelles ce 5 Avril 1791.

Ihre Eingabe an den Minister begründen die Stände mit der Tatsache, daß dieser über die Ereignisse am 24.2.1791 in Brüssel falsch unterrichtet sei und es sich nicht um eine Demonstration des Volkswillens gehandelt habe. Nachdem Regierungsmitglieder öffentlich ihre Sympathie für eine Nationalversammlung bekundet hätten, hätte sich eine Gruppierung gebildet, die, im Vertrauen auf den Schutz der Regierung, sich erlaube, alle entschiedenen Gegner einer Nationalversammlung zu drangsalieren. Obwohl der Minister nach der Verhöhnung des Brabanter Rates durch diesen Pöbel am 17.1.1791 militärischen Schutz in Aussicht gestellt habe, sei das Militär weder am 24.2. zugunsten der Stände noch am 25.2. zugunsten der Kapuziner eingeschritten. Nach dem gewaltsamen Eindringen in den Sitzungssaal der Stände am 24.2. und der Mißhandlungen der Kapuziner, die in einem beigelegten Bericht der Kapuziner (s. Copie de la représentation faite par les reverends peres capucins au sujet des exces commis dans leur couvent et eglise le 25 fevrier 1791, Nr. 153) geschildert würden, aufgrund angeblicher Predigten gegen die Einrichtung einer Nationalversammlung, drangsalierten die Aufrührer seit mehr als zwei Monaten alle Gegner einer Nationalversammlung. Die bisherige Straflosigkeit der Aufrührer, die Beauftragung früherer Regierungsmitglieder, die den Pöbel angeführt hätten, mit der Strafverfolgung dieser Vergehen und der Ausschluß der entschiedenen Gegner einer Nationalversammlung aus dem Brabanter Rat nährten bei Ausländern den Verdacht, daß die Exzesse von Regierungsseite gesteuert würden. Die Langsamkeit der ordentlichen Gerichtsbarkeit könne die bisherige Straflosigkeit der Aufrührer nicht erklären, zumal, da entgegen Artikel 1 der Verfassung das Militär willkürliche Verhaftungen durchführe (s. Anlagen 2-6, in der Schrift nicht enthalten). Die Stände fordern die Strafverfolgung der Schuldigen, die Freilassung der zu Unrecht Inhaftierten und Maßnahmen zur Disziplinierung des Militärs, damit der Despotismus der Regierung aufhöre (s.a. Nr. 244).

Alff.B 10





Lfd.Nr.: 379

MONSIEUR,

J'Ai très-bien reçu un exemplaire de la Depeche de Leurs Altesses Roïales envoyée aux Etats de Brabant [...].

[vorangestelltes Datum:] Londres le 1 Septembre 1791.

s.d., [1.9.1791], s.l., 16 S., A8, 8°;

Der Verfasser entwirft nach der Mitteilung an seinen Briefpartner, die Depeschen vom 3.8. (s. Nr.155/56) an die Brabanter Stände und vom 6.8. an den Brüsseler Magistrat erhalten zu haben, einen Antwortbrief, den eigentlich der Magistrat hätte verfassen müssen, wenn er nicht schon so korrupt wäre. In diesem fiktiven Brief setzt er sich für die Wiederzulassung der 5 ausgeschlossenen Räte zum Brabanter Rat ein. Er glaubt, in den Depeschen den Ungeist der Ratgeber der Generalgouverneure wie früher zu finden und fordert sie auf, sich von diesen zu trennen. Das in den Depeschen ausgesprochene Verbot, sich auf Resolutionen zu beziehen, die die Legalität der Zusammensetzung des Brabanter Rates verneinten, weist er zurück, da es sich auf ein verfassungsmäßig garantiertes Recht beziehe. Dem Brief folgen dann Betrachtungen des Verfassers über die seit 1787 intrigierenden Regierungsmitglieder wie den Baron von Feltz. Die Verantwortung für die willkürliche Verhaftung Brüsseler Bürger im Juli 1791 schiebe die Regierung allein dem Militär zu und stelle sich selbst als bürgerfreundlich dar. Er zitiert dabei auch aus Briefen des Baron von Feltz, die, 1790 bereits bei Le Maire veröffentlicht, im Anhang abgedruckt werden und die die Intrigen dieses Mannes belegen sollen (1. MONSIEUR, J'Ai l'honneur de vous remettre les deux exemplaire des Memoires secrets de la Cour de Berlin, 15.2., S. 10-11, (Geheime Denkschriften des Berliner Hofes); 2. MONSEIGNEUR, LE paquet ci-joint du Procureur Général donnera connoissance à V. E. d'une nouvelle découverte, Louvain le 14 Mars 1789, S. 11-13, (Klosteraufhebungen); 3. Lettre de Mr. le Baron de Feltz à Son Excellence. Louvain, ce 16 Mars 1789., S. 13-14, (Kardinal Franckenberg); 4. NOTE pour Son Excellence le Ministre Plénipotentiaire, en réponse au gracieux billet dont elle a honoré le sousigné. Trois Fontaines, le 19 Mai 1789., S. 14-15, (Feltz als Verfasser von Pamphleten); 5. MONSEIGNEUR, J'Ai réfléchi depuis Bruxelles jusques ici, aux moyens de donner à l'Abbaye d'Affligem, Liege le 20 Juin 1789., S. 15-16, (Überlegungen zum Kloster Affligem).

Alff.D 35





Lfd.Nr.: 380

LA MONSTRUEUSE CHIMERE DES BELGES OU SECRETTES ANECDOTES SUR LA RÉVOLUTION DES PAYS-BAS AUTRICHIENS. Avec Figures y relatives.

M D C C X C I. [01.1791], s.l., 64 S., [A]4-H4, 8°, Frontispiz im 4°(weitere Abbildungen fehlen), blaue Broschur;

Antiklerikale und antiständische Flugschrift, in der zunächst nach einer einleitenden, in sarkastischem Ton gehaltenen Ehrung des größten Mörders während der Revolution, des Leibwächters von Van der Noot, Bl*, der Kupferstich, der der Flugschrift vorangestellt ist, beschrieben wird. In dessen Mittelpunkt steht die Chimäre der monströsen belgischen Republik, die die ständischen und religiösen Revolutionsführer verkörpern soll. In sieben Reflexionen folgen Erläuterungen zu dem Stich. Die Mönche, 1787 oft als Freiwillige getarnt, sowie die Stände und der Rat von Brabant hätten die Revolution angezettelt. Die Kirche habe das Volk verführt und trage die Verantwortung für die militärischen Opfer. Der Rat von Brabant könne nach Belieben vom Souverän eingerichtet werden. Die Mächte hätten den Aufstand nur deshalb geduldet, weil sie verhindern wollten, daß Österreich sich im Kampf gegen die Türken ganz mit Rußland verbinde. So seien nicht nur keine Allianzen geschlossen worden, sondern auch die Vereinigung der Belgier mit den Lüttichern gescheitert. In Lüttich hätten sich Philosophen gegen einen Priester und in Belgien die Priester gegen einen Philosophen erhoben. Dargestellte Prozessionen und Plünderungen verweisen auf die Ermordung Van Krieckens und die Verfolgung der Vonckisten Mitte März 1790 in Brüssel. Es folgen in 59 Artikeln (Anspielung auf die Joyeuse Entrée ?) Anekdoten aus der Zeit der belgischen Republik 1790 (Vorgehen gegen die Vonckisten, Sammeln von Unterschriften der Landbevölkerung, Plünderungen, Morde, militärische Aktionen, etc.). Das Urteil des Verfassers lautet: alle drei Stände haben nicht aus Patriotismus gehandelt und müssen reorganisiert werden. Als Ergänzung nach der Drucklegung der Schrift steuert er in drei zusätzlichen Artikeln weitere Untaten der Stände und des Militärs bei. Es ist bemerkenswert, daß die Vonckisten, obwohl als Miturheber der Revolution genannt, nicht negativ erwähnt werden.

Alff.K 286





Lfd.Nr.: 381

UN MOT D'OBSERVATION, Sur la Réponse d'un prétendu Comité secret, à la Dépêche aux Etats de Brabant, du 3 Août, intitulé: Le Peuple Brabançon.

PUisqu'enfin les perturbateurs du repos public, sous le séduisant nom de patriotisme, [...].

s.d., [31.8.1791], s.l., [Bruxelles], 15 S., [A]8, 8°;

[S.15:] Bruxelles, le 31 Août 1791.

Antwort auf die Schrift 'Le Peuple Brabançon' (Nr. 441/42), in dem das Verlangen des 'Comité secret' nach Wiedereinsetzung der 5 Räte in den Brabanter Rat und die Absetzung der ehemaligen 7 Räte des großen Rates von Mecheln als nicht gerechtfertigt abgewiesen wird. Die 5 Räte hätten durch den Eintritt in die Dienste der aufständischen Stände und ihren Eid auf diese ihre Ratsstelle selbst aufgegeben, so daß sie nicht mehr von rechtswegen ihrer Ämter enthoben werden müßten. Außerdem hätten die Stände bis zum 25.2.1791 keine Einwände gegen die Einstellung der 7 Räte in den Rat von Brabant vorgebracht, obwohl ihnen dieses Vorhaben bereits am 10.2.1791 angezeigt worden ist. Hinter dem Patriotismus dieses Komitees verbergen sich nur Ruhestörer, die das Volk täuschen und in die Anarchie stürzen wollen. Der Fürst müsse standfest bleiben, da eine zu große Nachgiebigkeit die Aufrührer nur bestärken und keine Gerechtigkeit geübt würde. Die Mißhandlungen, die die im Juli verhafteten Bürger angeblich erleiden mußten, sind frei erfunden und dienen nur dazu, den Haß auf das Militär zu schüren.

Alff.D 34





Lfd.Nr.: 382

MOTIFS Pour le Peuple BELGE de résister jusqu'à la Mort, aux efforts, aux menaces & surtout aux perfides Promesses de ses Ennemis.

C'EST vous mêmes, Belges, qui avez appelé les Princes de la Maison d'Autriche à la premiere Magistrature de vos provinces; [...].

s.d., [11.1790 ?], s.l., 2 S., 8°;

Die Belgier sollen sich mit allen Mitteln gegen eine erneute Versklavung durch die Österreicher wehren, denn wenn sie sich Leopold unterwerfen würden, würden sie durch dieselben Regierungsbeamten unterdrückt, die seit Maria Theresia und Joseph II. das belgische Volk mehr geknechtet haben, als der despotische Herrscher selbst.

Alff.C 25

Moyens de conserver la patrie...s.Nr.287

Mynheer, de ondergeteekende Borgers...s.Nr.377





Lfd.Nr.: 383

[anonym, 'LA NATION BELGIQUE':]

LA NATION BELGIQUE A LL. AA. RR. MARIE-CHRISTINE ET ALBERT DE SAXE.

ÉTANT parvenu à notre connoissance votre dépêche datt(!)é de Bonne le 2 de ce mois adressée aux Etats de Brabant, [...].

s.d., [9.3.1790], s.l., [Bruxelles], 8 S., A4, 8°;

[S. 8:] ...Fait en notre Ville de Bruxelles, ce 9 Mars 1790.

Antwort auf die Depesche der Generalgouverneure an die Brabanter Stände vom 2.3.1790, mit der sie die Denkschrift Leopolds einleiteten. Der Verfasser versucht in Konfrontation der Depesche mit den Briefen der Generalgouverneure an Trauttmansdorff (s. Nr. 482) die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen zu erschüttern. Sie verhielten sich jetzt den Ständen gegenüber genauso kriecherisch wie früher gegenüber dem Minister. Aber dieses Verhalten entspräche dem Charakter des Hauses Österreich seit Joseph II.. Die Rückkehr nach Belgien wünschten sie nur ihres privaten Glücks wegen, nicht um zum Wohl des Volkes zu arbeiten. Nachdem nun klar zutage liege, wie sie sich auf privatem Wege mit den Vertretern des Despotismus verständigt hätten, wer glaube da noch ihren Beteuerungen und Garantien? Der Autor bezweifelt die Echtheit des Auftrages der Generalgouverneure und fügt in einem Post-skriptum an, daß die beigefügte Notiz Trauttmansdorffs (s. 'Note écrite par le comte de Trauttmansdorff', Nr. 394/95) die Glaubwürdigkeit der Versprechungen und Garantien Leopolds vollends untergrabe.

Alff.C 10





Lfd.Nr.: 384

[PROLI, CHARLES-ANDRÉ:]

NE DÉPENDONS QUE DE NOUS! OU RÉFLEXIONS RAPIDES Sur les intérêts de la France, de l'Angleterre, de la Prusse et de la Hollande, considérés dans leurs rapports politiques avec la révolution consommée en Décembre 1789, dans les provinces belgiques, et sur l'organisation d'une force militaire, fondée sur les moeurs et les usages des habitans de ces provinces. PAR MR. BOMPARD.

1790. [1.1790], s.l., 30 S., A8-B8, [das letzte Bl. des Bogens B wurde als Titelbl. nach vorne gebogen], [beschädigt, geringer Textverlust S. 29 f.], 8°;

Proli untersucht in seiner Schrift, wie die neu gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit der Belgier gesichert werden kann. Die Analyse der Machtinteressen der Großmächte Frankreich, England, Preußen und Generalstaaten ergibt, daß alle daran interessiert sein müßten, die Provinzen frei und unabhängig zu erhalten und nicht wieder unter die Herrschaft der Österreicher zu bringen. Ebenso erfordert das Interesse der Provinzen ihre Unabhängigkeit, da bei jedem Anschluß an eine der Großmächte oder die Vereinigung mit dem Fürstbistum Lüttich oder den französisch gewordenen belgischen Provinzen die Nachteile überwiegen. Proli schlägt einen Zusammenschluß aller Provinzen vor und gibt der republikanischen Regierungsform den Vorzug vor einer Monarchie, die immer den Keim der Despotie in sich trage. In 15 Punkten unterbreitet er den Vorschlag, die alte Einrichtung der 'Gildens' ('Serments') für die Verteidigung des Vaterlandes zu nutzen. Auf dieser Grundlage ließe sich eine Bürgerarmee von 300000 Mann aufstellen, zusätzlich zu den 35000 bisherigen Soldaten.

Alff.K 287





Lfd.Nr.: 385/386

[anonym, 'UN CITOYEN':]

NÉCESSITÉ D'UNE ASSEMBLÉE PROVINCIALE DU BRABANT PAR UN CITOYEN. Bruxelles le 10 Février 1790.

s.d. [10.2.1790], s.l., [Bruxelles], 6 S., 4 Bl., (t),A2,(), 8°;

Nachdem die Stände von Brabant das Gerücht verbreiteten, die Tripelallianz werde die Anerkennung der Unabhängigkeit verweigern, wenn die Verfassung verändert würde, stellt der Verfasser klar, daß die Organisation der Stände nicht angetastet werden soll, sondern das Volk nur seine ihm zugefallene Souveränität dadurch ausüben soll, daß es in einer Generalversammlung der Provinz neue Repräsentanten wähle. Das Wahlrecht bindet er an den Besitz oder die Pacht eines Hauses und schlägt vor, 20 Repräsentanten zu wählen, die zu je 5 Abgeordneten 4 Jahre lang im Kongreß die Provinz vertreten. Danach sollen Neuwahlen stattfinden. Dem Kongreß wird die Souveränität über die vereinten Provinzen übertragen, wie früher Joseph II.. Die Provinzen sollten keine gesonderte Souveränität erhalten, da sonst der Streit untereinander vorprogrammiert wäre. Zollangelegenheiten und Domänenverwaltung fallen in die Zuständigkeit des Kongresses, der einem Staatsrat gleicht. Neben diesem Staatsrat solle ein Finanzrat und eine Rechenkammer für alle Provinzen gebildet werden. Die Provinzen sollten untereinander eng verbunden sein, aber keine solle sich in die inneren Angelegenheiten der anderen einmischen. Alle Handelshemmnisse, besonders die Binnenzölle und bestimmte Abgaben, sollten abgeschafft werden. Nach Meinung des Verfassers wäre es möglich, innerhalb von 14 Tagen eine Generalversammlung auf der Grundlage der Angaben der 3 Hauptstädte einzuberufen. Zum Schluß bemerkt er noch, daß seine Vorschläge einfacher und verfassungskonformer seien, als die Vorstellungen Voncks. Dieser wolle nämlich eine komplizierte und in ihrem Erfolg zweifelhafte Neuerung in die Verfassung einführen: die Erweiterung der Adelskammer und die Vermehrung der Repräsentanten des flachen Landes (s.a. Nr. 387).

Alff.K 288/Alff.K 289





Lfd.Nr.: 387

[anonym, 'UN CITOYEN':]

NÉCESSITÉ D'UNE ASSEMBLÉE PROVINCIALE DU BRABANT AVEC DES ADDITIONS IMPORTANTES, PAR UN CITOYEN. Bruxelles le 3 Mars 1790.

A LA LIBERTÉ. 1790. [3.3.1790], s.l., [Bruxelles ?], 9 S., 6 Bl., (t),A4,(), 8°, einige handschr. Korrekturen;

Erweiterte Fassung der Schrift vom 10.2.1790 (s. Nr. 385/386). In einem Zusatz räumt der Verfasser die Bedenken mancher Ständemitglieder aus, die Wahl der Volksrepräsentanten könnte durch Intrigen verfälscht werden. Er schlägt eine indirekte Wahl vor und erläutert die Einberufung der Generalversammlung. Die jetzigen Stände übten die Souveränität widerrechtlich aus, da der 3. Stand ohne Mandat sei und die beiden ersten Stände nicht alle ihre Mitglieder versammelt hätten. Die Stände versuchten ihre wankende Stellung durch Geschenke und Aufträge an die 'Doyens' zu festigen. Allein die Form ihrer Souveränitätsausübung verrate die Illegalität ihres Handelns.

Alff.K 290





Lfd.Nr.: 388

NEDERLANDSCHE MEDEBORGERS.

En verkoopt uw erfdeel dat UL. van UL. Voor-Ouders over gelaeten is (te weten UL. Catholieke Apostolieke en Roomsche Religie, [...].

s.d.,[1.1793 ?], s.l., 1 S., 1 Bl., 4°;

Aufruf an die Belgier, das Erbe ihrer Vorfahren, um das sie seit 6 Jahren kämpfen, nicht zu verschleudern und sich standhaft für die Verteidigung der römisch-katholischen Religion und der Landesgesetze einzusetzen.

Alff.K 291





Lfd.Nr.: 389

[VERLOOY, JEAN-BAPTISTE-CHRYSOSTOME:]

DE NEDERLANDSCHE VOLKS-GEZINDE AEN HUNNE KLOEKMOEDIGE LANDS-GENOTEN, Van Ostende, van West-Vlaenderen, van Chimay, van Limborg, van Gelderland, van het Bourinage in Henegouw, van Schorisse, van Opbrakle, &c: &c.

GEMINDE EN KLOEKMOEDIGE BROEDERS. GY zyt de gezwore vyanden van onze eerzugtige Staeten; [...].

s.d., [6.1790], s.l., 4 S., 8°;

Niederländische Ausgabe der Schrift 'Les belges démocrates à leurs concitoyens'. Zum Inhalt s. Nr. 93/94. Die Antwort der Mitbürger ist in dieser Schrift nicht enthalten.

Alff.K 292





Lfd.Nr.: 390

DEN NEDERLANDSCHEN KOOLKANT, GEGEVEN AEN ALLE DE GEESTELYKE EN ANDERE, De welke zoo door predikatie, Biegten, &c. oorzaek zyn, dat zoo veele onnoozele lieden zyn misleyd, en zoo veele eerlyke Lieden hebben geleden.

1791. [vor 10.2.1791 ?], s.l., 16 S., A4,B4, 8°, zweispaltig, lat./fläm.;

Sieben Bußpsalmen gegen die Hoffart, den Geiz, die Gier, den Neid, die Ausschweifung, den Zorn und die Trägheit. Diese Psalmensammlung wird in besonderem Maße denjenigen Priestern als Buße zur täglichen Lektüre ans Herz gelegt, die durch ihre Predigten und ihre Beichtpraxis viele unschuldige Menschen während der Revolution ins Verderben geführt haben (s.a. 'De Agter-Deure des werelds', Nr. 36, K 23, in der diese Schrift erwähnt wird).

Alff.K 293





Lfd.Nr.: 391

[OUTREPONT, CHARLES-LAMBERT d':]

NI TROP TOT, NI TROP TARD, OU RÉPONSE AUX QUESTIONS PRÉTENDUES PATRIOTIQUES.

1790. [19.2.1790], s.l., 15 S., 8 Bl., A8, 8°;

Der Verfasser antwortet auf die patriotischen Fragen ('Questions patriotiques'), die anläßlich der Veröffentlichung der Schrift 'Projet d'adresse...' der Vonckisten, in der sie ihre Vorstellung einer Revision der Verfassung darlegen, von statistischer Seite gestellt wurden. Einleitend polemisiert der Autor gegen die angebliche Beauftragung des Fragenstellers durch die Nation. Die Frage, ob die Reklamationen der Vonckisten nicht zu spät kämen, da die neue Form der Regierung längst in aller Öffentlichkeit eingerichtet und durch Akklamation durch das Volk bestätigt sei, verneint der Verfasser, da erstens die Einsetzung der Stände nicht öffentlich geschah - es fehle jedes Gesetz zur Form der Regierung und das Volk habe nicht die Möglichkeit erhalten, in einer Versammlung sein Recht auf Souveränität auszuüben - , zweitens die Vereidigung der Stände unter zweifelhaften Umständen in Brüssel stattfand, drittens die Anerkennung der Konföderation durch die Tripelallianz ungewiß sei und viertens es weder zu früh noch zu spät sei, das Volk vom Despotismus der Aristokraten zu befreien, die mit Hilfe des Feudalsystems seit 1000 Jahren ganz Europa ins Unglück gestürzt hätten. Auf die zweite Frage, die unter Hinweis auf die Verankerung der Verfassung im öffentlichen Recht und der überwältigenden Mehrheit der Bürger für den Erhalt der alten Verfassung darauf abzielte, die Unrechtmäßigkeit jeder Verfassungsänderung auf Wunsch weniger Unzufriedener herauszustellen, entgegnet der Verfasser, daß die beiden ersten Stände keine Skrupel gekannt hätten, als sie z.B. am 24.4.1787 und am 26.1.1789 im Gegensatz zum öffentlichen Recht der Nation den Machenschaften der Regierung unter bestimmten Bedingungen zustimmen wollten. Die Petition mit ihren 90000 Unterschriften wiege nicht die Forderungen der aufgeklärtesten Mitglieder der Gesellschaft auf, zumal da die Unterschriften zum Teil erpreßt worden seien und der Text der Petition, die in einer Fußnote abgedruckt ist, der Bevölkerung in unzulässiger Weise verkürzt vorgelesen worden sei. Die Petition sei sicherlich das Werk einiger Hitzköpfe und nicht der Stände. Im eigenen und im öffentlichen Interesse sollten die Stände Abbitte leisten und sich einem Nationalkonvent (convention nationale) nicht in den Weg stellen.

Alff.K 294





Lfd.Nr.: 392

NOS ALLIANCES. QUESTIONS: Ie. Sommes-nous en droit de contracter des Alliances? IIe. Avec qui pourrons-nous en contracter? IIIe. Si nous en contractons, ne nous épuiseront-elles pas d'hommes & de finances? IVe. Comment resterons-nous libres sans en contracter ou avec la France, ou avec la Hollande, l'Angleterre, la Prusse, la Suede, &c. &c.?

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE, à ST. TROND, & se trouve: A BRUXELLES, Chez DE LA HAYE & Comp. près de la rue Rollebeck. 1790. [2.1790], Fragment mit 16 Seiten, [die folgenden, in eckige Klammern gesetzten Angaben beziehen sich auf ein nach Fingerprint gleichartiges kopiertes Ersatzexemplar:], [31 S., 16 Bl.], A8-[B8], 8°;

Im Vorwort seiner Schrift bekundet der Verfasser seinen Patriotismus und fordert seine Mitbürger auf, ebenfalls ihre Ideen über die beste öffentliche Ordnung schriftlich niederzulegen. Einleitend vergleicht er die Position der belgischen Provinzen mit der Lage der Schweizer, die ihre Unabhängigkeit mit Erfolg selbst gesichert hätten. Wer als Vertragspartner bei Allianzen auftritt, ob die interimistisch regierenden Stände oder neue Vertreter der ganzen Nation, sei nicht so wichtig. Entscheidend sei die entschlossene und kluge Aushandlung derartiger Verträge. Nach einer kurzen Charakteristik von Allianzen im allgemeinen, analysiert er mögliche Allianzen mit den Nachbarländern Frankreich und den Generalstaaten sowie mit den Ländern Polen, Schweden und der Türkei unter den folgenden drei Gesichtspunkten: 1. Vorteile einer Allianz für die vertragschließende Gegenseite, 2. Widerstand anderer Nationen gegen irgendeine Allianz, 3. Vor- und Nachteile einer Allianz für die Belgier. Obwohl der Verfasser eine Allianz mit den Generalstaaten für vorteilhaft hält, müsse sie doch teuer erkauft werden, wenn die Belgier für den Unterhalt der ausländischen Truppen sorgen und die Kriege ihres Verbündeten an dessen Seite mitführen müßten. Den Polen, den Schweden und den Türken kann er nur eine moralische Unterstützung im Kampf gegen Österreich geben, da die finanziellen Mittel für eine großzügige Hilfe fehlten. Der Verfasser kommt zu dem Schluß, daß es für die Belgier vorteilhafter sei, keine Allianzen einzugehen und ihre Unabhängigkeit allein behaupteten. Denn eine Republik, die keinen Erbfolgekrieg zu fürchten habe, die auf jede Eroberungspolitik verzichte, den Nachbarstaaten im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfe und über 150000 bis 200000 bewaffnete Bürger verfüge, brauche keine Invasion zu fürchten. Man solle aber im Sinne des Briefes von Leempoel aus Den Haag (Leempoel betont die Forderung nach Beibehaltung der alten Verfassung als conditio sine qua non für eine Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Tripelallianz, Auszug s.S. 26) die alte Verfassung nicht verändern, da der Charakter der Belgier sich nicht geändert hätte.

Alff.K 295





Lfd.Nr.: 393

[ARBERG, Comte d':]

NOTE DE SON EXCELLENCE LE LIEUTENANT-GÉNÉRAL COMTE D'ARBERG, EN RÉPONSE A L'ESSAI sur l'Administration de Son Excellence le Comte DE MURRAY, &c.

1791. [16.6.1791], s.l., 10 S., (t),A4,(), 8°;

[unterz. S. 7:] Le Comte D'ARBERG, Lieutenant-Général. Bruxelles 16 Juin 1791.

Arberg, der bisher aus Loyalität zu Murray dessen Befehl vom 19.9.1787 an ihn nicht veröffentlicht hat, bricht nun sein Schweigen, um den Verleumdungen gegen seine Person in der Schrift 'Essai sur l'administration...' (s. Nr. 251) begegnen zu können. Er bestreitet, daß die Gegenbefehle, keine Patrouillen mehr in die Stadt zu schicken, ihn vor 14 Uhr erreicht hätten, zumal die Ständevertretung erst um 13.30 Uhr bei Murray angekommen sei. Aus dem Befehl Murrays gehe eindeutig hervor, daß die Soldaten gegen 14 Uhr in die Stadt einrücken sollten, nicht um genau 14 Uhr, was einen zeitlichen Spielraum eröffnete. Er habe erst nach 14 Uhr das Kommando übernommen, und der Gegenbefehl habe ihn erst um 14.30 Uhr erreicht. Es sei daher falsch, zu behaupten, die Patrouillen seien schon vor 13 Uhr in der Stadt gewesen. Die Behauptung, die Truppe hätte Bürger in grober Weise beschimpft, sei eine Verleumdung, da sie nur die Aufgabe hatte, Freiwillige zu entwaffnen. Außerdem habe Murray am Tag darauf den Soldaten eine Gratifikation zukommen lassen und ihr Verhalten gelobt. Auf die weiteren Widersprüche in der Schrift wolle er nicht mehr eingehen. Es folgen der Befehl Murrays an Arberg vom 19.9.1787 und eine Erklärung d'Altons, daß die Patrouillen erst um 14.15 Uhr in die Stadt geschickt worden seien. 1. COPIE d'une Lettre de Son Excellence Mr. le Comte DE MURRAY, Gouverneur-Général ad interim, en date du dix-neuf Septembre 1787, à Mr. le Lieutenant-Général Comte D'ARBERG., S. 8-9, (s.a. Lettre du Comte..., Dok. 7, Nr. 364/365, K 269/270); 2. COPIE d'une Attestation de Mr. le Général-Major Comte d'Alton, que les Patrouilles n'ont été expédiés qu'après deux heures & un quart bien sonné le vingt Septembre 1787, (23.9.1787), S. 10, (s.a. Nr. 361/62).

Alff.K 296





Lfd.Nr.: 394

[TRAUTTMANSDORFF-WEINSBERG, FERDINAND de:]

NOTE (I) ÉCRITE PAR LE COMTE DE TRAUTTMANSDORFF, MINISTRE DE L'EMPEREUR AUX PAYS-BAS, Concernant la façon de penser de S. A. R. le GRAND DUC DE TOSCANE, sur le systême de L'EMPEREUR.

POUR VOUS SEUL. JE ne vous ai dit l'autre jour que deux mots, touchant l'attention réellement marquée et gracieuse [...].

[S.[2]:] DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE. Et se trouve Chez EMMANUEL FLON, rue de la Putterie. s.d., [11.(?)3.1790], s.l., [Bruxelles], unpag., [2 S.], 2 Bl., 8°;

[beglaubigt [S.2]:] Ita est J. B. CLAESSENS.

Angebliche Notiz Trauttmansdorffs, in der er seine Treue zu Joseph II. erklärt und hervorhebt, daß der spätere Thronfolger, Großherzog Leopold, alle Maßnahmen seines Bruders, die er in Belgien getroffen hat, billigt.

Alff.K 297





Lfd.Nr.: 395

[TRAUTTMANSDORFF-WEINSBERG, FERDINAND de:]

NOTE, (*) ÉCRITE PAR LE COMTE DE TRAUTTMANSDORFF, MINISTRE DE L'EMPEREUR AU PAYS-BAS, Concernant la façon de penser de S. A. R. le GRAND DUC DE TOSCANE sur le systême de l'Empereur./AENMERKING, (*) GESCHREEVEN DOOR DEN GRAEF VAN TRAUTTMANSDORFF, MINISTER VAN DEN KEYSER IN DE NEDERLANDEN; Raekende de manier van denken van S. K. H. den GROOTEN HERTOG VAN TOSCAENEN, over het Systema van den Keyser.

POUR VOUS SEUL. JE ne vous ai dit l'autre jour que deux mots, touchant l'attention réellement marquée et gracieuse [...]./VOOR U ALLEEN. IK heb u laestmael maer twee woorden gezegt, raekende de attentie, wezentlyk uytmuntende en minzaem [...].

[S.2, 1.Bl.:] De l'Imprimerie de J. J. JOREZ, fils, Grand'place/[S.2, 2.Bl.:] Uyt de Drukkerey van J. J. JOREZ, zoon, Groote-Merkt. s.d., [11.(?)3.1790], s.l., [Bruxelles], unpag., [2 + 2 S.], 2 Bl., 8°, frz/ndl.;

[beglaubigt, 1.Bl. S.2 u. 2.Bl., S.2.:] Ita est J. B. CLAESSENS.

Zweisprachige Ausgabe von Nr. 394. Zum Inhalt s. Nr. 394.

Alff.K 298





Lfd.Nr.: 396

NOTE HISTORIQUE ET POLITIQUE Sur le Rétablissement de la République des Pays-Bas Brabançons ou Provinces Belgiques-Unies.

M. DCC. XC. [01.(?)1790], s.l., 20 S., A10, 8°;

Im ersten, historischen Teil seiner Schrift zeigt der Verfasser auf, daß die Stände zu jeder Zeit Inhaber der Souveränität waren und das Recht besaßen, die zunächst für jede Provinz als Herzöge oder Grafen von ihnen gebilligten Anführer abzusetzen, wenn diese den geleisteten Eid auf die Verfassung brachen. Seit den Tagen Caesars seien die Provinzen nicht erobert worden, da die drei Stände, die sich bereits in römischer Zeit aus den Priestern, damals Druiden genannt, und den wichtigsten Vertretern des Adels und der Städte zusammensetzten, immer erfolgreich Widerstand leisteten. Vergeblich war der Versuch Karls V., die Republik in eine Monarchie umzuwandeln. Das Werk Wilhelms von Oranien, einer Vereinigung mit den abspenstigen 7 Provinzen in einer Konföderation mit einem souveränen Kongreß, sei nur durch dessen Ermordung verhindert worden. Die zusätzliche Loslösung der 10 Provinzen von Spanien sei nur deshalb nicht schon zur Zeit Philipps II. vollzogen worden, da man auf die Wiederherstellung und den Schutz des Handels setzte. Im zweiten Teil, überschrieben mit 'DE L'ASSEMBLÉE SOUVERAINE OU CONGRÉS DE NOTRE RÉPUBLIQUE RÉTABLIE.', schlägt der Verfasser vor, zur Absicherung der Republik eine Nationalarmee aufzustellen, verstärkt durch Truppenkontingente verbündeter Staaten, so daß ein Gegengewicht zu den 278000 Soldaten der Österreicher hergestellt werden kann. Die Landesverteidigung, der Abschluß von Bündnissen sowie die Entsendung von Statthaltern in die verbündeten Staaten liege ausschließlich in der Kompetenz des Kongresses. Man solle einen der Statthalter nach Paris schicken. Er soll nach seiner Vorstellung beim König mit den Generalständen auf der Basis früherer Gemeinsamkeiten verhandeln. England könne man sichere Küsten, Warenlagerung und freies Durchgangsrecht anbieten; die Generakstaaten seien über die Leistungen des Barrierevertrages von 1715 zu ködern; Preußen, als natürlicher Beschützer des Fürstbistums Lüttich, soll mit seinen Truppen eine Barriere in Luxemburg errichten; die Kurfürsten im Reich sollen den Österreichern das Durchmarschrecht verweigern und im osmanischen Reich sollen die militärischen Kräfte der Österreicher am besten ein Jahr lang gebunden werden, damit die belgische Republik genügend Zeit habe, sich zu konsolidieren.

Alff.K 299





Lfd.Nr.: 397

[BRAECKENIER, ANTOINE-JOSEPH-DOMINIQUE de:]

NOTE PARTICULIERE Sur les dernieres Opérations Militaires de la présente Campagne, extraites des diverses Nouvelles non supprimées, avec un AVIS AUX BELGES.

DES le 20 Septembre 1792 les opérations décisives commencerent. [...].

s.d., [12.11.1792], [ms S.1: 12 9bre 1792], s.l., 16 S., A8, 8°, frz./ndl.;

In der zweisprachig verfaßten Schrift (frz./ndl. alternierend) wird der siegreiche, von Dumouriez geleitete Feldzug der Franzosen seit der Kanonade von Valmy gefeiert und die lauteren Absichten der Franzosen (Freiheit für alle Belgier, Erhaltung der alten Verfassung) betont. Ihre Absichten belegten auch ein Briefauszug des Generals der Nordarmee vom 7.10.1792 (S. 2-3 frz.; S. 8 ndl.) und eine Rede Dumouriez vom 12.10.1792 im Nationalkonvent in Paris (S. 3-4 frz.; S. 8-9 ndl.). Die Belgier sollten die Gunst der Stunde nutzen und sich vereint hinter ihre französischen Verbündeten stellen. Vor allem die Brabanter seien das Opfer einer ministeriellen Aristokratie und der Umtriebe der Emigranten. Der Verfasser ermahnt die Belgier zugleich, die alten Gewohnheiten nicht über Bord zu werfen. In einem Aufruf vom 9.11.1792 ('Aux amis de la paix, ennemis de la vengeance.' S. 12-13/'Aen de vrienden van den vrede, vyanden van de wraek.' S. 14-16) werden die Belgier in Anbetracht ihrer baldigen Befreiung durch die Franzosen beschworen, keine Rache an ihren Feinden, den Kaiserlichen, zu nehmen (s.a. Nr. 326).

Alff.E 7





Lfd.Nr.: 398

[CRUMPIPEN, HENRI-WERNER-FRANÇOIS-ANTOINE de:]

NOTE Pour S. E. le Comte de Trauts(!)mansdorff par le Vice-Président de Crumpipen, écrite de sa main, & trouvé dans des papiers surpris au Gouvernement.

I. J'Ai dit à Mr d'Aguilar, Reus, Villeuse & Limpens de se rassembler chez moi cet après-dîner à 5 heures [...].

s.d., [03.1790 ?], s.l., 4 S., 8°;

Veröffentlichung einer Notiz Crumpipens aus dem Jahr 1788, bestimmt zur Unterrichtung des Ministers. In 6 Punkten geht es um mögliche Maßnahmen gegen Van der Noot, Van der Hoop, Goffin und die Flüchtigen in St. Trond, sowie gegen den widerspenstigen Kardinal Franckenberg. Außerdem soll der Bischof von Antwerpen ohne Aufsehen nach Wien geschickt werden und über die umstrittene Rückführung der in Antwerpen sich befindenden dritten Kammer des Brabanter Rates entschieden werden (s.a. Nr. 400, 'Note pour S. E. le Comte de Trauttmansdorff...'). Die Überlegungen zu Franckenberg werden in einem Kommentar als Beleg für das illegale Vorgehen gegen den Kardinal hingestellt.

Alff.K 300





Lfd.Nr.: 399

[CRUMPIPEN, HENRI-WERNER-FRANÇOIS-ANTOINE de:]

NOTE Pour S. E. le Comte de Trautmansdorff par le Vice-Président de Crumpipen, écrite de sa main, trouvé dans les papiers du Gouvernement.

MEMOIRE. ON a certainement beaucoup fait depuis le mois d'Octobre: [...].

s.d., [09.(?)1791], s.l., 8 S., 8°, zweispaltig;

In seinem Bericht an den Minister an der Jahreswende 1788/89 plädiert Crumpipen für ein energisches Vorgehen gegen diejenigen Juristen, die als führende Köpfe gemeinsam mit dem verblendeten 3. Stand sowie der Geistlichkeit und einiger Adliger die Unruhen weiter schüren. Er versteht darunter auch Maßnahmen, die zwar in einem höheren Sinn der Staatsräson dienen, die aber nicht mehr unbedingt verfassungskonform sind. Aus Sorge, mit den Aufrührern nicht mehr fertig zu werden, schlägt er vor, 1. bei vorhersehbaren Unruhen gegen bestimmte Personen in aller Strenge vorzugehen und 2. Maßnahmen gegen 5 bis 6 Justizräte aus den Brabanter Rat zu ergreifen, da alles Übel durch das Bewußtsein der Straflosigkeit erzeugt werde. Crumpipen fürchtet auch, daß die Regierung einerseits im Innern als blutrünstig bezeichnet wird, während sie beim Kaiser als schwach und beeinflußt durch Cornet de Grez angeschwärzt wird. Der Kommentar des Herausgebers stellt Crumpipen als Racheengel dar, der illegales Handeln befürwortet und das Standrecht vertritt.

Alff.K 301





Lfd.Nr.: 400

[CRUMPIPEN, HENRI-WERNER-FRANÇOIS-ANTOINE de:]

NOTE pour S. E. le Comte de Trauttmansdorff par le Vice-Président DE CRUMPIPEN écrite de sa propre main, trouvée dans les papiers du Gouvernement.

Le 24 Septembre 1788. J'AI reçu hier l'après-dîner les ordres de S. E. sur mes deux notes du 22, [...].

s.d., [S. 14:] PUBLIÉ EN 1791. [7.(?) oder später 1791, nach Text zumindest später als 16.3.1791], s.l., 14 S., 8°;

Im Streit um die Legalität des Brabanter Rates veröffentlichen die Stände 1791 einen Bericht Crumpipens aus dem Jahre 1788 an den Minister, aus dem hervorgeht, daß es bereits damals Überlegungen in der Regierung gab, die Verfassung umzustoßen, um die widerspenstigen Mitglieder des Rates zu zähmen. Den Vorschlag des Kanzlers, die nach Antwerpen verlegte dritte Kammer wieder zurückzuholen, da sonst die alten Räte in Antwerpen gegen die neuen Räte agitieren würden und, bei der Untätigkeit der Kammer, die ganze Angelegenheit als List angesehen würde, beurteilt Crumpipen skeptisch, da die wenig vertrauenswürdigen alten Räte, nach Brüssel zurückgekehrt, den Widerstand der Stände nur verstärkten und die neuen Räte entmutigen würden, solange die Verfassung keine Handhabe gegen sie böte. Eine Beruhigung der Lage gibt es nach Crumpipen nur, wenn die Frage der Generalseminarien zufriedenstellend gelöst ist. Im Kommentar der Schrift werden Crumpipen, der als eigentlicher Verursacher der Unruhen hingestellt wird, und De Cock der Willkür bezichtigt und als Verräter abgestempelt (s.a. Nr. 398, 'Note pour S. E. le Comte de Trautsmansdorff...').

Alff.K 302





Lfd.Nr.: 401

NOTE QUI EXPLIQUE LES CAUSES ET LES VUES DES DIFFERENS ARTICLES QUI COMPOSENT L'ÉDIT POUR LA REFORME DU TIERS-ÉTAT DE BRABANT, Consistant en l'ÉDIT même, & les Observations Sommaires.

A BRUXELLES, Chez G. HUYGHE, Imprimeur-Libraire, Marché aux Fromages, 1790. [1.(?)1790], 12 S., 6 Bl., 8°;

[Beglaubigungsvermerk:] Pour copies conformes aux originaux trouvés entre les papiers du ci-devant Gouvernement, & qui reposent au Département des recherches, à Bruxelles. J. F. J. GILLART, du Département des recherches.

Veröffentlichung der 18 Artikel des kaiserlichen Edikts vom 29.4.1789 (ÉDIT DE L'EMPEREUR ET ROI, Cor(!)cernant la composition du Tiers-Etat de Brabant.) zur geplanten Reform des Dritten Standes von Brabant und der Kommentierung dieses Edikts durch Henri Crumpipen vom 3.5.1789 (Observations Sommaires sur le Projet d'Edit, ab S. 6) durch die Brabanter Stände. Die Reform, die aufgrund des Widerstands des Brabanter Rates nicht durchgesetzt werden konnte, zielte darauf ab, die Vorherrschaft der drei Hauptstädte durch eine Erweiterung der vertretenen Kommunen zu brechen und den Einfluß der Regierung in der Abgeordnetenversammlung des Dritten Standes dadurch zu erhöhen, daß die Mehrheit der auf Beschluß der Regierung jederzeit neu wählbaren Abgeordneten Ämter innehatten, deren Besetzung durch die Regierung erfolgte. In diesem Sinne erläuterte Crumpipen jeden einzelnen Artikel des Edikts.

Alff.K 303





Lfd.Nr.: 402

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de:]

NOTE remise aux deux premiers Ordres des Etats de Brabant par les Nations.

MESSEIGNEURS! NOUS sommes dans un moment de crise, & le desir de la Nation est de s'unir à Vous, [...].

[S. 3:] De l'Imprimerie de G. HUYGHE, Marché aux Fromages. s.d., [5.11.1790], s.l., [Bruxelles], 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] J. Oppalfens. H. A. Verrassel. J. Ducaers. E Brisbarb. P. J. Vereycken. J. B. Van den Elsken. J. F. De Noter. A. Smeesters. N. Parys. De notre Assemblée le 5 Novembre [1]790.

Die 'Nationen' sichern den beiden ersten Ständen von Brabant ihre Unterstützung im Kampf um das gefährdete Vaterland zu. Das Volk sei bereit, Geld zu spenden, wenn der Kongreß darum bitten sollte. Alle Vorbereitungen dazu seien getroffen. Das Volk fordere aber auch mit aller Entschiedenheit die Bestrafung aller Verräter. Dies sollte mit aller Unerbittlichkeit geschehen, da sonst der Volkszorn sich Bahn breche und die Anarchie drohe.

Alff.K 304





Lfd.Nr.: 403

Note (remise le 7 Août 1790) à Leurs Hautes Puissances les Seigneurs des Trois Etar(!)s Représentans le Peuple du Brabant.

REMONTRENT les plus zélés défenseurs de la Patrie que les circonstances présentes exigent. [...].

s.d., [7.8.1790], s.l., unpag., [3 S.], 2 Bl., 8°;

In 17 Punkten fordern die 'Verteidiger des Vaterlandes' die Inhaftierung aller Vaterlandsverräter (z.B. die 42 Unterzeichner der Eingabe an die Stände von Brabant am 15.3.1790) oder ihre Auslieferung an den Pöbel, verstärkte Säuberungen in den Verwaltungen, die Überprüfung von Prozessen, ein hartes Vorgehen gegen ehemalige kaiserfreundliche Beamte wie den früheren Kanzler Crumpipen, die sieben Justizräte, die in den nach Brüssel verlegten großen Rat von Mecheln übergewechselt waren, den früheren Pensionär De Cock und andere, die verschärfte Überwachung der Postwege, vor allem aus Richtung Maastricht, Lüttich und Frankreich, die Abschiebung mißliebiger Personen, die sofortige Beschließung der Ausführung der Bestimmungen des 'Manifeste du peuple brabançon' und der Erklärung vom 24.10.1789 aus Hoogstraten, die Veröffentlichung aller im 'Bureau des recherches' liegenden Dokumente und die Entsendung von Truppen in die Provinz Limburg, um eine Invasion zu verhindern und die königstreuen Bauern in Schach zu halten.

Alff.K 305





Lfd.Nr.: 404

NOTE Sur ce qui s'est passé au Conseil Souverain de Brabant au sujet de l'Edit de l'Empereur du 17 Mars 1783, concernant la suppression de quelques Couvens aux Pays-Bas.

Cet Edit envoié au Conseil [...] & conçue en ces termes. MARIE-CHRISTINE &c. &c., ALBERT-CASIMIR &c. &c. TRès-Chers & bien-amés. Sa Majesté aïant pris en consideration le nombre excessif [...].

s.d., [9.4.1783 ?], s.l., 22 S., 12 Bl.,.A4-C4, 8°;

Kommentierte Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen den Generalgouverneuren, dem Rat von Brabant und den Brabanter Ständen über die Bekanntgabe und Inkraftsetzung des kaiserlichen Edikts vom 17.3.1783 über die Auflösung 'unnützer' Klöster durch den Brabanter Rat (erster Brief der Generalgouverneure vom 17.3.1783; Ratsbeschluß vom 28.3.1783 und vom 31.3.1783 mit Brief an die Stände, Antwort der Stände vom 2.4.1783; zweiter Brief der Generalgouverneure vom 4.4.1783; Ratsbeschluß vom 5.4.1783 mit Brief an die Stände; Antwort der Stände vom 7.4.1783; dritter Brief der Generalgouverneure vom 8.4.1783; Ratsbeschluß vom 9.4.1783 und Brief an die Stände), sowie der Abdruck dreier Eingaben der Stände zur bevorstehenden Auflösung 'unnützer' Klöster (Eingaben vom 25.2, 4.5. und 8.11.1782) und des Antwortschreibens der Generalgouverneure vom 17.3.1783, die die Stände dem Brabanter Rat während einer Besprechung am 30.3.1783 vorgelegt hatten. Aufgrund fehlender Klarheit über die Haltung der Stände zur Frage der Klosterauflösungen und durch die Befehle der Generalgouverneure gedrängt, entschließt sich der Rat endlich, daß Edikt zu veröffentlichen. Er betont jedoch, daß dieser Akt keine Präjudizierung des weiteren Vorgehens der Stände darstelle. In ihren Eingaben erinnern die Stände den Kaiser an die Unvereinbarkeit der Klosterauflösungen mit der Verfassung, besonders mit den Artikeln 1, 58 und 59, und zeigen auf, welchen Nutzen die Gesellschaft von den kontemplativen Orden habe (Vorbildfunktion, Gebet um das Wohlergehen des Herrschers und des Volkes, Versorgung von Töchtern schlechtergestellter Familien, Armenhilfe, Beschäftigung von Handwerkern). Außerdem weisen sie auf den Gewissenskonflikt hin, den eine Auflösung der Klöster bei den Betroffenen bewirke, da sie damit ja nicht gleichzeitig von ihren Gelübbden entbunden seien. Die dritte Eingabe an die Generalgouverneure beantworten diese mit dem Hinweis, daß die geltend gemachten Verfassungsbedenken in diesem Fall nicht zutreffend seien und der Kaiser für das Wohl der Betroffenen sorgen werde.

Alff.K 306





Lfd.Nr.: 405/406

Notes appartenantes au petit mot aux oreilles de L. A. R. du 8 Juillet 1791.

Les droits des trois Etats (a) pag. 7. (a) Si Vos A. R. ne mettent pas ordre à cette tolérance visible [...].

s.d., [8.7.1791], s.l., unpag., [2 S.], 2 Bl., 8°, Kursive;

Der Verfasser fordert in seinen ergänzenden Bemerkungen zu der Schrift 'Un petit mot aux oreilles...' vom 8.7.1791 (s. Nr. 438) eine klare unerbittliche Haltung der Generalgouverneure gegenüber den Vonckisten und verurteilt in scharfem Ton das Verhalten Henri Crumpipens, der selbst nach dem Urteil der Vonckisten dem Land schadet und im Hintergrund die Fäden zieht, sowie dasjenige Verhalten mancher von der Nationalversammlung bezahlter Regierungsmitglieder, da es die Generalgouverneure in die Irre führe, gegen die Grundsätze Leopolds verstoße und dazu geeignet sei, die Belgier erneut in die Revolution zu treiben.

Alff.D 21/Alff.K 307





Lfd.Nr.: 407

NOTES INTÉRESSANTES SUR LA JUDICATURE DU BRABANT. POUR L'organisation du Tribunal supérieur de la même province.

1791. [25.1.1791, vor 25.2.1791], s.l., 11 S., [fehlerhafte Pag., S. 9 statt 11], 6 Bl., A6, 8°;

Nach einem kurzen, geschichtlichen Überblick, angefangen bei den Franken, über Ursprung und Wesen des hohen Gerichtshofs von Brabant, hält der Verfasser folgende Grundsätze für unumstößlich: 1. die Einrichtung und Ausgestaltung des Gerichts durch den Fürsten; 2. den Verlust des Richteramtes für alle, die sich durch ihren Treueeid auf die Stände, die sich die Ausübung der Souveränität angemaßt hatten, in ihren Dienst gestellt haben; 3. aufgrund der Einforderung der kaiserlichen Erbrechte bilden die Überläufer zu den Ständen keine legale Körperschaft mehr, solange, bis sie vom Kaiser rehabilitiert werden; 4. nach Artikel 2 der Haager Konvention steht es allein dem Fürsten zu, festzusetzen, ob den Überläufern in jeder Hinsicht verziehen werden soll, oder nur im Hinblick auf ihren begangenen Verrat. Aus diesen Grundsätzen folgt zurecht die Behauptung Mercy-Argenteaus in einem Brief an die Stände vom 25.1.1791, daß der Rat von Brabant noch nicht wieder legal organisiert sei.

Alff.K 308





Lfd.Nr.: 408

NOTES Sur une partie de la Dêpêche de LL. AA. RR. aux Etats de Brabant, en date du 3 Août 1791.

LA vérité, la bonne foi ne font pas le caractere de cette Dépêche, allarmante pour les Belges attâchés à leur Patrie, [...].

s.d., [3.8.1791], s.l., 18 S., 8°;

Durch eine kritische Analyse der Depesche vom 3.8.1791 (s. Nr. 155/156) versucht der Verfasser ihren die Tatsachen verfälschenden Charakter bloßzulegen und aufzuzeigen, daß die Verhaftung der Brüsseler Bürger am 14.7.1791 einen eklatanten Rechts- und Verfassungsbruch darstellt und die Regierung hierfür verantwortlich ist (Gefährdung der Sicherheit und Freiheit der Bürger durch die willkürliche Verhaftung der Gäste einer Namenstagsfeier auf die falschen Verdächtigungen hin, sie hätten in tumultähnlichen Szenen Henri Van der Noot hochleben lassen, ihre überlange Festsetzung trotz Protestes der Stände und ihre Mißhandlung und Bedrohung durch das Militär und den Pöbel). Die Tyrannisierung der Bürger führe zu einem Vertrauensschwund in den Kaiser und beschwöre die Gefahr der Vergeltung.

Alff.D 31





Lfd.Nr.: 409

[ROBINEAU, A. L. B.:]

LES NOURRISSONS DE SCHAEREBEKE OU LES BONNES GENS AU BERÇEAU, Discutant Souverainement les Intérêts de la Pieuse république Belgique avec l'illustre Henri Van der Noot, le saint homme Van Eupen & la Chaste Pineau. DIALOGUE AVEC UNE GRAVURE.

1791. [01.(?)1791], s.l., 24 S., [A]8,B4 8°, blaue Broschur, beigefügter farbiger Kupferstich zwischen S. 16 u. 17;

Spöttischer Dialog, der in grellen Farben und schonungsloser Offenheit die Verbrechen der Revolutionsführer sowie die Einfältigkeit und Korruptheit der 'Doyens' bloßlegt. Wie aus dem Vorwort hervorgeht, dient die Schrift als Antwort auf die von den 'Doyens' am 20.12.1790 getroffenen, absurden und kriminellen Anweisungen. Aus Angst vor einem Abkommen mit den Österreichern, das die beiden ersten Stände schon erwägen, verständigt sich das Triumvirat (Van der Noot, Van Eupen, Pinaut) mit den neun 'Syndics' der Brüsseler 'Nationen' darüber, alle Angelegenheiten zwischen den 'Syndics' und den beiden ersten Ständen aufgrund der Geschwätzigkeit der 'Doyens' des dritten Standes geheimzuhalten und zu versuchen, die 'Doyens' mit allen Mitteln dazu zu bewegen, alles zu unterschreiben, was ihnen die Revolutionsführer vorlegen, damit die gemeinsame Herrschaft der 'Syndics' und des Triumvirats nicht gefährdet wird. Die 'Doyens' werden von Van der Noot und Van Eupen mit Versprechungen aller Art geködert, um sie den Machthabern gefügig zu machen. Die 'Doyens' unterzeichnen schließlich alle ihnen vorgelegte Resolution. Die Mätresse Van der Noots schlüpft in die Rolle der erbarmungslosen Verfolgerin aller Feinde der Revolutionsführer.

Alff.K 309





Lfd.Nr.: 410

NOUVEAU STRATAGEME DES VONKISTES. Démonstration des impostures injurieuses, erreurs & inconséquences avancées contre la Nation & les États, par les Autheurs du Mémoire sur la question touchant la légalité du Conseil de Brabant, & des brieves observations relatives aux circonstances, en date du 11 Juin dernier. L'insurrection des Belges n'a pas été une rébellion, ni la régence des États une usurpation de la Souveraineté. Legere discussion par des moyens les plus simples, sur l'objet de l'organisation du dit Conseil. Autre objet à réformer qui paroît devoir intéresser les Seigneurs États en faveur des Citoyens.

HEureuse Belgique! vous voilà enfin unie à jamais à l'Auguste Léopold, l'exemple des vertus, [...].

s.d., [nach 3.8.1791], s.l., 21 S., 12 Bl., 8°;

Beginnend mit einem Loblied auf den weisen Herrscher Leopold bezichtigt der Verfasser die Vonckisten der Unterwanderung der 'Métiers', um über eine Änderung der Wahlordnung der 'Doyens' größeren Einfluß auf den Dritten Stand zu gewinnen. Ohne Widerstand käme es dann zum Sturz der Regierung und der Einführung einer Nationalversammlung. Bei der Beurteilung der Legalität des Brabanter Rates und der Ständeherrschaft nach dem Sturz Joseph II. vermengten die Vonckisten die Herrschaft Joseph II. mit der seines Bruders in unzulässiger Weise. Die Erhebung der Belgier sei keine Rebellion gewesen, sondern ein legitimer Aufstand, der sich nicht gegen Leopold richtete. Leopold habe nie von Rebellen gesprochen und sogar das Vorgehen seines Bruders mißbilligt. Die Ausübung der Souveränität durch die Stände während der Anarchie sei keine Usurpation gewesen, seien die Stände doch die Repräsentanten des Gesetzes und des Volkes, der Träger der Souveränität. Wie aus dem Brief Crumpipens an den ehemaligen Präsidenten der Rechenkammer vom 28.2.1790 hervorgehe, habe Joseph II. die Stände nicht als Usurpatoren angesehen (Abdruck des Briefes, s. 'Lettre à son excellence Monsieur le comte de Metternich', Nr. 313). Der Hinweis, daß in der Verfassung nichts über die Unabsetzbarkeit der Justizräte zu finden sei, setze den Artikel 1 nicht außer Kraft, der besage, daß jeder nach Recht und Gesetz behandelt werden müsse, also auch die 5 ausgeschlossenen Justizräte. Die Behauptung, diese Räte stünden nicht mehr im Dienst Leopolds wegen ihres damaligen Eides auf die Stände, zeuge nur von großer Willkür. Die Räte hätten ja noch keinen Eid auf Leopold abgelegt, also könnten sie auch nicht eidbrüchig sein. Die früheren 7 Justizräte, die in den großen Rat übergewechselt seien, hätten dagegen die Verfassung gebrochen und könnten deshalb nicht wieder angestellt werden. Nicht die 5 abgesetzten Räte müßten vor Gericht ihr Recht erstreiten, sondern der Souverän müsse seine Gründe nennen, warum er diese aus dem Rat von Brabant verbannt habe (s. Nr. 112, 'Brieves observations'). Die 5 ausgeschlossenen Räte hätten Joseph II. legal für abgesetzt erklärt und am 7.1.1790 den Eid auf die Stände geschworen. Ein Kompromiß wäre, von den sieben Justizräten des großen Rates 5 wieder zuzulassen und gleichzeitig die anderen 5 ausgeschlossenenen Räte ebenfalls wieder einzustellen. Andererseits könne man auch nicht abwarten, bis eine neue Generation von Justizräten im Brabanter Rat säße, da dem die Bestimmungen des Memorandums vom 2.3.1790 entgegenstünden. Da die Fronten verhärtet seien, böte der Artikel 3 der Haager Konvention einen Ausweg - die Entscheidung des Streites durch unabhängige Schiedsrichter, die von beiden Seiten benannt werden sollten. Damit würde sich auch die Depesche der Generalgouverneure vom 3.8.1791 erledigen. Den Vonckisten rät der Verfasser, sich nicht als Gutachter der Ständeeingaben aufzuschwingen und keine weitere Unruhe durch aufrührerische Schriften zu stiften. Er fordert eine Reform der Militärgerichtsbarkeit und warnt die Generalgouverneure, den Einflüsterungen der Vonckisten Glauben zu schenken.

Alff.K 310





Lfd.Nr.: 411

[anonym, 'LE CITOYEN IMPARTIAL':]

NOUVELLE ÉDITION De la feuille intitulé: le Calomniateur du Clergé Belgique confondu, ou l'ignorance du Citoyen soit-disant Impartial demasqué, augmentée de la Réponse du Citoyen Impartial en forme de Notes, & précédée d'une Lettre de l'Editeur à l'Auteur de cette feuille. [vorangestellte Zählung:] N° VII.

LETTRE DE L'ÉDITEUR. MONSIEUR, NOUS avons reçu avec plaisir l'Epître Dédicatoire dont vous nous avez honoré; [...].

s.d., [4.1788], s.l., 28 S., A8,B4,C2, 8°;

[unterz., Kommentar:] Votre, &c. le CITOYEN IMPARTIAL

Kommentierter Wiederabdruck der Schrift 'Le calomniateur...N° I' (s. Nr. 113), in der der 'Citoyen impartial' Stellung bezieht zu einzelnen Passagen dieser Schrift. Dem Leser soll durch dieses Verfahren die Möglichkeit gegeben werden, zu vergleichen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Der Herausgeber betont ebenfalls in seinem Vorwort die Bereitschaft, Fehler einzugestehen, wenn sie objektiv festgestellt worden sind. Auf bloße Verleumdungen wolle man aber nicht antworten. Der 'Citoyen impartial' verteidigt seinen Namen und wirft seinem Kritiker vor, den Sinn seiner Worte zu verdrehen, indem er sie aus dem Zusammenhang reiße. Er vermisse die Beweise für die Behauptungen seines Gegners und hält sie zumeist für reine Verleumdungen. Daß der Klerus durch unbedachte Vorschläge die Stimmung angeheizt habe, dafür sei diese Schrift ein Beispiel. Er sei kein 'apôtre du despotisme', wenn er zeige, daß der Kaiser würdig sei, Belgien zu regieren. Er habe nie für eine Überlastung der Bürger durch Abgaben plädiert, und er meine, alle diejenigen, die den Kaiser bloßstellten, seien Feinde des Friedens und des Vaterlandes (s.a. Nr. 316, 504, 546).

Alff.K 311





Lfd.Nr.: 412

NOUVELLES DE LA HAYE, AVEC LES PREUVES.

DU 24 NOVEMBRE 1790. LE gouvernement autrichien ne pouvant plus avoir lieu dans les Pays-bas, [...].

s.d., [24.11.1790], s.l., unpag. [3 S.], 2 Bl., 8°;

Die Tripelallianz erneuert in vier Punkten ihre früheren Verhandlungsangebote: 1. Loslösung Belgiens von Österreich, 2. Unterstellung des Militärs unter die belgischen Stände, 3. Verbleib der Einnahmen in Höhe von 12 bis 15 Millionen in Belgien, 4. Stellenbesetzung im zivilen und militärischen Bereich durch die Stände, Gewährung einer 'Appanage titré' (jährliche Abgabe verbunden mit Verleihung von Ehrentiteln). In einem Post-skriptum wird erwähnt, daß die beiden Seemächte auf Anfrage des französischen Ministers dementierten, sie hätten die Rückgabe der belgischen Provinzen an Österreich, wie es im Manifest Leopolds behauptet wird, Leopold in Reichenbach fest zugesagt. Damit stünde Leopold als Lügner vor ganz Europa dar. Ludwig XVI soll die Verbrennung des Manifestes in Belgien begrüßt haben. Als Beweis der Lügnerei Leopolds wird ein Text vom 25.7.1790 aus Reichenbach - unterzeichnet mit J. EWART, A. W. VAN REEDE. - abgedruckt, in dem die Verhandlungsführer der Seemächte erklären, daß die Verlautbarungen der kaiserlichen Unterhändler für ihre Höfe nicht bindend seien, und die belgischen Provinzen nach ihren eigenen Interessen frei entscheiden könnten.

Alff.K 312





Lfd.Nr.: 413

OBSERVATION.

UN vrai & zélé Patriote, ayant lu avec plaisir le Memoire Judicieux de l'Illustre Henry vander Noot, [...].

s.d., [nach 23.4.1787], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

Kommentierter Abdruck der Depesche des Gouverneurs Charles de Lorraine vom 5.4.1764 - gedacht zur Aufklärung der Öffentlichkeit - , in der die Kompetenzen des Brabanter Rates eingeschränkt werden. Der Verfasser bemerkt hierzu, daß erst die Einsetzung von Kanzlern niederer Herkunft dies ermöglicht hätte.

Alff.K 313





Lfd.Nr.: 414

[LOUVAIN, COMMISSAIRES DE LA VILLE de:]

OBSERVATIONS DIVERSES, Présentées aux ETATS-UNIS du Brabant, par les Commissaires de la ville de Louvain, au nom de tous les négocians de ladite ville, en mars 1790.

A BRUXELLES, Aux dépens de la Société typographique, OLIVIER LE MAY et Compagnie. M. DCC. XC. [3.1790], 23 S., 16 Bl., (t),A12,(), 12°, Broschur;

Aus Sorge um den seit Ende 1785 daniederliegenden Transithandel wenden sich die Löwener Kommissare nach der erfolgreichen Revolution an die Brabanter Stände mit einem Maßnahmenbündel zum Abbau der Handelshemmnisse. Sie zeigen dabei die Nachteile des bisherigen Handelssystems und die Vorteile einer Neuordnung an praktischen Beispielen auf. Zur Verbesserung der Konkurrenzsituation der belgischen Händler und zur Eindämmung des Schmuggels schlagen sie folgendes vor: ein einheitliches Zolltarifsystem, den Abbau von Zollstationen im Inneren des Landes, die Vereinfachung der Zollabfertigung, die Senkung der Zölle und Abgaben und ihre Erhebung von allen, entsprechend ihres Konsums, die Aufhebung des Transithandelsverbots für spanische Wolle und amerikanisches Leder, die Förderung des Exportes von Rohstoffen, die Zweisprachigkeit der Zöllner, ein Verbot des 'Drinkgeldes' für die Zöllner und der Bereicherung an eingezogenen Waren, Verlängerung der Öffnungszeiten der Zollbüros und Gleichheit der Handelsprivilegien für alle Städte. Desweiteren fordern die Kommissare die Neuanlage von Warendepots, vor allem in Löwen, die Errichtung von Handelskammern als kompetente Anlaufstellen in allen wirtschaftlichen Fragen und eines Handelsgerichts. Alle diese Maßnahmen würden den Handel und insbesondere den Transithandel wieder aufleben lassen.

Alff.K 314





Lfd.Nr.: 415

[GAND, MICHEL-JOSEPH DE:]

OBSERVATIONS D'UN LAÏC SUR LES RÉFLEXIONS MANUSCRITES DE MR. DE LA SÉPOUZE, VIVAIRE-GÉNÉRAL D'ARRAS, AU SUJET DE LA CONDUITE A TENIR PAR MR. DE GRAVE, CHANOINE ET CHANTRE DE LA CATHÉDRALE DE GAND, RELATIVE AU SERMENT, etc. Par l'Auteur de: La Question du Serment, traitée mathématiquement.

A Liege, chez CHRISTIAN BOURGUIGNON; Imprimeur-Libraire, rue Féronstrée, au Livre d'or. AN 7. [nach 8.12.1798], 48 S., A12-B12, 12°;

Widerlegung der Schrift des Abtes Sépouze, der den von den Priestern verlangten Eid auf die französische Republik als illegal bezeichnet und den Genter Domherrn De Grave auffordert, seinen abgelegten Eid zu widerrufen. Der Verfasser zitiert eingangs seiner Schrift mehrere offizielle Verlautbarungen, die den Sinn des Eides verdeutlichen. Er beweist damit, daß der von De Grave am 7.12.1798 in der Gazette von Gent veröffentlichte Artikel über den Eid nicht so einzigartig ist, wie es der Abt in seiner Schrift suggeriert. Er versucht darzulegen, daß die Eidesformel lediglich bedeute, daß man der gegenwärtig eingesetzten Obrigkeit gehorche und keine Versuche unternimmt, die republikanische Regierungsform Frankreichs mit dem Ziel zu unterminieren, das Königtum oder die Anarchie wiederherzustellen. Keineswegs verpflichte der Eid den Priester, das Königtum als solches abzulehnen, oder die Republik als beste Staatsform anzuerkennen. Für die angebliche Verdammung des Eides durch den Papst gäbe es bisher keinen Beleg. Der Eid wäre nur dann abzulehnen, wenn er sich nicht speziell auf Frankreich bezöge, sondern allgemeiner Natur wäre. Am Schluß der Schrift belegt der Verfasser an Beispielen die verheerenden Auswirkungen, die das innerkirchliche Schisma, welches durch die Frage nach der Legalität des Eides hervorgerufen wurde, auf die katholische Kirche in Belgien hat. Er sieht die Gefahr der Verwaisung der Pfarreien und fürchtet den Verfall des Glaubens (s.a. Nr. 423/24, 472, 573).

Alff.G 10





Lfd.Nr.: 416

[LINGUET, SIMON-NICOLAS-HENRI:]

OBSERVATIONS D'UN RÉPUBLICAIN, Sur un Mémoire publié sous le nom de Son A.R. le grand Duc de TOSCANE, comme rédigé du vivant de feu JOSEPH SECOND, pour n'être remis qu'après sa mort, aux ÉTATS des PAYS-BAS, ci-devant AUTRICHIENS. PAR M. LINGUET.

A BRUXELLES, DE L'IMPRIMERIE DE L'AUTEUR, et se trouve Chez LEMAIRE, Libraire, rue de l'Impératrice. M. DCC. XC. [12.3.1790], 32 S., A8-B8, 8°;

Seiner Analyse der großherzoglichen Denkschrift vom 2.3.1790 (s. Nr. 346) stellt Linguet einige Bemerkungen zu den Briefen Cobenzls vom 28.11.1789 (s. 'Recueil de lettres originales de l'empereur Joseph II, au général d'Alton', Nr. 483, S. 61-63) und vom 28.2.1790 (s. Nr. 10) voran. Diesen sei zu entnehmen, daß alle Zugeständnisse der Österreicher nur unverbindlichen Charakter hätten. Das Memorandum hält er weder in der Form noch im Inhalt für besonders glaubwürdig, da es verdächtig viele Schmeicheleien enthalte. Die Beteuerungen Leopolds, er habe die Verfassung immer für vorbildlich erklärt und die Maßnahmen seines Bruders mißbilligt, erschienen durch die Äußerungen Trauttmansdorffs im Jahre 1789 in einem ganz anderen Licht. Entweder habe der Großherzog seine Meinung geändert, oder aber der Minister habe ihn verleumdet (s.a. Nr. 394/395). Den abgegebenen Garantien mißt Linguet keine große Bedeutung zu, habe Österreich doch immer eine Interessenpolitik zum Nachteil der Provinzen geführt (Auflösung der Ostindienkompanie um die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion zu erreichen, die Schließung der Scheldemündung, das Tauschprojekt Belgien gegen Bayern). Durch den erfolgreichen Umsturz der Belgier seien alle Rechte Leopolds auf die Provinzen erloschen. Einzig der Sieg der Belgier garantiere in der Staatengemeinschaft ihre Freiheiten. Auch wenn Leopold persönlich an dem geschehenen Unrecht nicht beteiligt war, so ließen sich daraus keine Besitzansprüche auf die Provinzen konstruieren. Dies würde sonst die Perpetuierung der Tyrannei bedeuten, brauchte sich der Nachfolger doch nur von den Taten seines Vorgängers zu distanzieren. Die Reformpolitik Leopolds in der Toskana gleiche derjenigen seines Bruders. Reisende berichteten über Spitzel und Denunzianten im Großherzogtum. Aber selbst wenn Leopold eher gemäßigt sei, so regiere er doch mit einem korrupten Regierungsapparat, der ein Feind der Rechte des Volkes sei. Es genüge nicht, die Regierungsstellen mit Einheimischen zu besetzen, da auch sie in ihrer Machtversessenheit das Vaterland verkauft hätten. Es gelte, sich von allen früheren Regierungsmitgliedern zu trennen. Den Vorschlag einer Amnestie habe jeder wahre Bürger nur mit Unwillen gelesen, hieße dies doch, die Sieger zu amnestieren, diejenigen also, die erfolgreich eine Verfassung verteidigten, die Leopold vorbildhaft nennt. Sollte Leopold dennoch mit den Provinzen in einen Krieg eintreten wollen, so solle er bedenken, daß er sich dann eines Verbrechens schuldig mache, habe er doch selbst den Widerstand der Belgier als legitim bezeichnet. Besser wäre es, die Unabhängigkeit der Provinzen nicht anzutasten und stattdessen die von ihm so gelobte 'Joyeuse Entrée' in allen seinen Ländern einzuführen.

Alff.C 20





Lfd.Nr.: 417

OBSERVATIONS POLITIQUES ET INTERESSANTES.

D'Après ce qui nous est préscrit au Sommaire de la Bulle d'Or & à l'article 42. de la Joyeuse Entrée, [...].

s.d., [6.(?)1787], s.l., 4 S., 8°;

Der Verfasser lehnt eine Gesandtschaft nach Wien ab, indem er einerseits darauf hinweist, daß diesem Vorhaben die goldene Bulle von Brabant und der Artikel 42 der Joyeuse Entrée entgegenstünden und dies bei Unruhen den Schutz der Garantiemächte des Barrierevertrages kosten könnte, und andererseits, daß der Kaiser aufgrund der unterschiedlichen Verfassungen der Provinzen, diese untereinander entzweien könnte, um seinem Hauptziel, dem Abbau der Rechte und Vorrechte der Provinzen, näherzukommen. Außerdem bezweifelt er die Standfestigkeit einer solchen Gesandtschaft gegenüber dem Kaiser in Wien (s.a. Nr. 261).

Alff.K 315





Lfd.Nr.: 418

[PORINGO, GERARD, MOTTOULE, J. J.:]

OBSERVATIONS SUR LA CONSTITUTION PRIMITIVE ET ORIGINAIRE DES TROIS ETATS DE BRABANT, Où l'on verra: 1°. Que leur organisation actuelle n'est nullement constitutionnelle; mais qu'elle a considérablement dérogé, au contraire, à leur constitution respective et originaire, et qu'il est conséquemment très-possible, sans blesser en rien cette constitution, de remédier aux défauts qui peuvent s'y rencontrer. 2°. Qu'en elle-même l'organisation actuelle des Etats de Brabant est défectueuse et peu conforme à la destination et à l'objet de ces Etats. 3°. Quels sont les moyens de remédier à la défectuosité de l'organisation actuelle des Etats de Brabant, sans enfreindre la constitution du pays. Par les Commissaires de la Société des Amis du bien public, établie à Bruxelles.

De l'Imprimerie D'EMM. FLON, rue de la Putterie. 1791. [2.1791], s.l., [Bruxelles], 119 S., 60 Bl., A8-G8,H4, 8°;

[unterz.:] Les commissaires de la société des amis du bien public. PORINGO, J. J. MOTTOULLE, Sécrétaires de la Société.

Programmschrift der 'Société des amis du bien public' zur Reform der drei Brabanter Stände. Sie enthält nur die beiden ersten Teile der Schrift, die Veröffentlichung des dritten Teils wird am Schluß angekündigt. Im ersten Teil wird durch einen Abriß der historischen Entwicklung jedes einzelnen Standes versucht, aufzuzeigen, daß die aktuelle Organisation der Stände nicht mehr der ursprünglichen entspricht und deshalb reformbedürftig ist. Jede selbstverwaltete Kommune habe das Recht, im Dritten Stand, dessen Ursprünge in die Zeit der Kommunalisierung der Städte und Dörfer seit dem 11. Jahrhundert gelegt wird, Sitz und Stimme zu nehmen und nicht nur einige Familien aus den drei Hauptstädten. Die 1778 eingeführten Bedingungen für die Standschaft des Adels begünstige den Geblütsadel, was im Widerspruch zur ursprünglichen Verfassung und der Demokratie stünde. Die Keimzelle des ersten Standes wird in den 45 Klöstern der vier Orden gesehen, die sich um 1382/83 bereitgefunden hatten, einen Teil der dem Fürsten gewährten Hilfe mitzufinanzieren. Sie konnten sich in der Folgezeit als erster Stand konstituieren, damit ihre ständige Klage einer überhöhten Besteuerung aufhörte. Der weltliche Klerus und die anderen klösterlichen Gemeinschaften, der 'clergé secondaire', mußte, wollte man eine Besteuerung ihrer Güter erreichen, eigens versammelt und um seine Zustimmung gebeten werden. Obwohl keine Einwilligung des 'clergé secondaire' vorlag, wurde dieser ab Mitte des 16. Jahrhunderts an der Zahlung der direkten Steuern beteiligt. Nach erfolglosen Klagen ist der 'clergé secondaire' bereit, seine Güter auf der Grundlage der Abgabe des 'Zwanzigsten' besteuern zu lassen. Die Geistlichkeit besteht also aus zwei Klassen und es entspricht nicht der alten Verfassung, daß nur einige Äbte den geistlichen Stand repräsentieren. Im zweiten Teil werden ausgehend von dem Grundprinzip, daß kein freier Mensch gegen seinen Willen besteuert werden darf, Vorbedingungen für die Wahl eines repräsentativen Ständekorps formuliert. Jeder, der ein berechtigtes Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten nachweisen kann, soll das gleiche Recht zur Nominierung der Ständevertreter erhalten, und es sollen zu festgesetzten Zeitpunkten Neuwahlen stattfinden, um einen Machtmißbrauch der Ständeabgeordneten zu verhindern. Jeder Stand soll neue Vertreter wählen. Die Äbte könnten den Gesamtklerus nicht allein vertreten, da sie beispielsweise mit den Problemen in den Pfarreien nicht vertraut wären, die Adligen säßen nur aufgrund zufällig erworbener Titel und nicht wegen ihrer Verdienste in der Ständeversammlung und der Dritte Stand bestünde nicht einmal aus den fähigsten und aufgeklärtesten Köpfen der drei Hauptstädte. Zum Schluß wird noch einmal in sieben Punkten die Reformbedürftigkeit der Stände betont. Im Hinblick auf das Gemeinwohl, die Förderung der Landwirtschaft und des Handels, die Unabhängigkeit der Verwaltungsorgane, eine vernünftige Stellenbesetzung und die Möglichkeit ordentlicher Beratungen der Mitglieder des Dritten Standes sei eine Reform der Brabanter Stände für jeden einsichtig. Der dritte Teil unter dem Titel 'Suite des observations', der die Vorschläge zu einer Ständereform enthält, fehlt. Er fehlt ebenfalls in der niederländischen Übersetzung 'Bemerkingen over de vootydige en oorspronglyke aenstelling...', s. Nr. 98.

Alff.K 316





Lfd.Nr.: 419

OBSERVATIONS SUR L'ARTICLE IX. DES DEMANDES ET RÉPÉTITIONS DE SA MAJESTÉ IMPÉRIALE A LEURS HAUTES PUISSANCES LES ÉTATS-GÉNÉRAUX, Concernant la Ville de Maestricht, le Comté de Vroonhoven, & le Pays d'Outre-Meuse.

A BRUXELLES; Et se vend à LA HAYE. M. DCC. LXXXIV. [5.(?)1784], 42 S., 24 Bl., A6-C6,D3, 12°, Broschur;

In seinen Betrachtungen über die Forderung Joseph II. an die Generalstaaten, die Stadt Maastricht, die Grafschaft Vroonhoven und das Gebiet d'Outre-Meuse gemäß Artikel 18 des Vertrages vom 30.8.1673 zwischen Spanien und den Generalstaaten herauszugeben, hält der Verfasser es für bemerkenswert, daß es in der Hauptsache den Anstrengungen der Generalstaaten zu verdanken sei, daß die spanischen Niederlande nicht ganz an Ludwig XIV. verlorengegangen seien. Die Unterstützung Spaniens im Kampf gegen Frankreich sei so mangelhaft gewesen, daß den Generalstaaten eher noch Entschädigungen zuständen. Der Vertrag von 1673 sei bereits bei seinem Abschluß nicht mehr erfüllbar gewesen, da die Franzosen zwischenzeitlich Maastricht erobert hatten. Ob Frankreich einer Abtretung an Spanien zugestimmt hätte, nachdem die Generalstaaten 1678 wieder in den Besitz dieser Territorien gelangt waren, sei zweifelhaft. Außerdem sei der Vertrag im Hinblick auf eine mögliche Abtretung der Gebiete an Spanien zu unbestimmt gewesen. Es stelle sich die Frage, ob die Generalstaaten 1678 verpflichtet waren, die Gebiete wieder an Spanien abzutreten, zumal Spanien nur geringe Gegenleistungen im Krieg gegen Ludwig XIV. erbracht habe, und dies die Generalstaaten zu einem Separatfrieden mit Frankreich zwang. Die Rückforderung dieser Gebiete sei ungerechtfertigt, da man berücksichtigen müsse, daß Spanien 1668 Frankreich mehrere Gebiete überlassen habe, die es seit dem Pyrenäenfrieden erobert hatte und im Frieden von Nimwegen 1678 weitere Gebiete bei Frankreich verblieben. Außerdem habe sich die Brüsseler Regierung mit den Friedensbedingungen des siegreichen Frankreich 1678 einverstanden erklärt. Spanien habe sechsmal mehr an Gebieten zurückerhalten als die Generalstaaten. Es sei deshalb falsch, zu behaupten, durch den Abfall der Generalstaaten habe Spanien so viele Gebiete verloren, und die Generalstaaten seien nur durch das Eingreifen Spaniens gerettet worden. Ein Brief Don Juans von Österreich belege, daß sich Spanien bei der Verteidigung der spanischen Niederlande ganz auf die Generalstaaten verlassen habe. Dieser habe sogar versucht, einen Separatfrieden mit Frankreich unter Preisgabe der spanischen Niederlande zu schließen. Nur durch das energische Enschreiten der Generalstaaten sei dieser Plan durchkreuzt worden. Es sei überhaupt die Frage, ob diese Forderung Josephs nicht längs im Sinne Mablys verjährt sei. Wenn für den Kaiser alle Vertragsklauseln nach 1664, die die Generalstaaten begünstigten, hinfällig seien, dann auch diejenigen, die die Generalstaaten benachteiligten. Eine interessante Frage wäre, ob die umstrittenen Gebiete, wenn überhaupt, nicht den Nachkommen Philipp V. zu restituieren seien und nicht dem Kaiser. Die Generalstaaten könnten genauso auf die Einhaltung des Barrierevertrages und anderer Verträge pochen, deren Nichteinhaltung Frankreich nach Artikel 7 des Vertrages von Utrecht wieder in den Besitz des größten Teils der österreichischen Niederlande bringen würde (s.a. die Gegenschrift, Nr. 491).

Alff.K 317





Lfd.Nr.: 420

[LEBRUN, PIERRE-HENRI:]

ODE PATRIOTIQUE SUR LES ÉVÉNEMENS DE L'ANNÉE 1792, DEPUIS LE DIX AOUST, jusqu'au 13 novembre. Par le Citoyen LE BRUN.

A PARIS, DE L'IMPRIMERIE DE DIDOT JEUNE. 1792. [13.11.1792], 30 S., 16 Bl., A8-B8, 8°, Schmutztitel;

Der Herausgeber würdigt in seinem Vorwort den Patriotismus und das Talent Le Bruns. Die Veröffentlichung dieser Arbeiten sei bisher durch die königliche Zensur nicht möglich gewesen. Es folgt eine Ode, die den Despoten auf dem Thron mit der Rache ihrer unterdrückten Völker und der befreiten Franzosen droht. Danach folgen Fragmente des 'Poème de la nature' (Zwischentitel, S.22: 'DIVERS FRAGMENS DU POEME DE LA NATURE, Depuis long-temps insérés dans plusieurs papiers-publics.'). Die Auszüge aus dem zweiten Gesang berichten über die Anmaßung der königlichen Tyrannen, über ihre eigentliche Bestimmung und über den blutrünstigen Karl IX. Ein Auszug aus dem ersten Gesang spricht über den menschlichen Gewinn der bei den Despoten in Ungnade gefallenen Minister. Am Schluß werden Verse aus dem dritten Gesang zitiert, die bereits vor mehr als 30 Jahren niedergeschrieben wurden und die Versklavung des Dichters am Königshof ansprechen.

Alff.K 318





Lfd.Nr.: 421

L'OEIL ROYAL ET DEMOCRATE.

1791. [24.2.1791], s.l., [Bruxelles], 12 S., A6, 12°;

[S. 12:] Bruxelles, le 24 Février 1791.

Nicht aus Parteigeist, sondern aufgrund seiner Devise 'Gott, das Gesetz und der Souverän' ermahnt der Verfasser die Brüsseler, aktiv gegen die verbrecherischen Stände vorzugehen. Die von ihm wiederholt geforderte Wahl einer neuen, freien, auf zwei Jahre gewählten und nach Köpfen abstimmenden Volksvertretung sollte umgehend durchgeführt werden, damit die Aristokraten und Mönche ihr schändliches Treiben nicht fortsetzen könnten. Um die Brüsseler endlich zur Tat zu bewegen, zeichnet er nochmals ein abstoßendes Bild des Aristokraten, führt das wirtschaftliche Elend vieler Bürger auf die Mißwirtschaft der Stände zurück und malt das Gespenst einer erneuten ständischen Despotie an die Wand. Dagegen sei Leopold II. der wahre Freund des Volkes und nur die Herrschaft der Gesetze garantiere ein friedliches Zusammenleben. Die Stände, diese Verräter des Volkes, fordert er auf, freiwillig ihre Plätze zu räumen, um die Gefahr einer Vergeltung durch das Volk zu bannen.

Alff.K 319





Lfd.Nr.: 422

[CAMMAERT, JEAN-BAPTISTE:]

OMSTANDIG VERHAEL RAEKENDE DE OMWENTELING VAN DEZEN LANDE, Uytgegeven van wegen J. B. Cammaert, Notaris tot S. Amands in Vlaenderen.

TOT GEND, By P. F. De Goesin, Boekdrukker en Boekverkooper op d'Hoogpoorte, N°. 229. s.d., [14.5.1790 ?], 24 S., 16 Bl., (t),A12,(), 12°, [ms. Titelseite mit Besitzerstempel: J. Broeckaert], [letzte Seite des Titelbogens, eingeklebtes Blatt mit handschriftl. Text], bunte Broschur;

Der Notar Cammaert rechtfertigt in einem ausführlichen Bericht die hohen Aufwendungen, die er während der Revolution in Flandern gehabt hat. Er habe trotz zeitweiser Bespitzelung mit allen seinen Mitteln die Vorbereitung und die Durchführung der Revolution in Flandern unterstützt. Von Vonck sei er beauftragt worden, in Saint Amand ein patriotisches Komitee einzurichten, er habe Leinen nach Brüssel gebracht, das dort zu Hemden für die Patriotenarmee verarbeitet wurde, auf seinen Vorschlag hin sei der ehemalige Kanzler von Brabant, Crumpipen, in Tamise als Geisel genommen worden, um die Freilassung von Raepsaet zu erreichen, er habe zusammen mit seinem Bruder Verteidigungsmaßnahmen gegen die kaiserliche Armee ergriffen, sei auf Drängen des Komitees in Hulst nach Breda gereist, um neue Truppen nach Flandern zu führen, sei zum 'Trezorier-generael' für die flandrischen Truppen ernannt worden und habe gegen den Willen des Truppenkommandanten Devaux, den Abzug der Truppen aus Saint Nicolas nach Gent und ihre Bezahlung durchgesetzt. Alle diese Tätigkeiten für das Vaterland bewiesen zur genüge, daß er nicht aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt habe, zumal er das Amt des Rentmeisters beim Bischof von Antwerpen aufgeben mußte. Es folgt ein Anhang von Schriftstücken, die die beschriebenen Tätigkeiten belegen sollen: 1. Copie van eenen Brief van Mr. Maroucx, Raed Procureur Generael van Vlaenderen, aen Z. Ex. den Gevolmagtigden Minister, gedateerd den 11 Augusti 1789. 2. (ebenfalls unter N°.1 verzeichnet) Copie van een rapport van Mr. den Raed-Procureur-Generael Maroucx, aen Zyne Excellentie den gevolmagtigden Minister. Gend den 9. Ougst. 1789, beide Berichte entstammen dem 'Schwarzen Buch von Flandern', Teil 2 ?. 3. (ebenfalls unter N°.1 verzeichnet) Copie van eenen Brief geschreven aen d'Alton, unterzeichnet von Antone Joseph de Smet. St. Amands, 30. 8ber 1789. 4. (N°.2) Erklärung des Magistrats von Tamise vom 26.10.1789, unterzeichnet den 30. April 1790, J. Boodts, zu den geforderten Verteidigungsmaßnahmen. 5. (N°.3) Einsetzung Cammaerts zum 'Trezorier-generael' am 6.11.1789, unterzeichnet von H.C.N. Vander Noot. 6. (N°.4) Copie Quitantie. unterzeichnet J. B. Cammaert, 12.11.1789 in St Nicolas, gegengezeichnet von H.J.G. Vander Sare, Quittierung der Geldentnahme. 7. (N°.5) Erklärungen J. van Praets und Jean Joseph Sagermans (5.5.1790) über die Schwierigkeiten mit dem Kommandanten Devaux. 8.-10. (N°.6-8) Quittungen über ausgezahlte Gelder, (Gent, 5.3.1790, unterzeichnet Le Comte J. Della Faille; Büssel, 8.5.1790, unterzeichnet J. B. Suremont; Gent, 14.5.1790, unterzeichnet Le Comte Della Faille d'Assenede, J.J. Papeians, Frans. J. Rens, B.B. Goethals, H.J. Mouriau.) 11. (N°.9) Erklärung des Bischofs von Antwerpen vom 6.5.1790 zum Amt des Rentmeisters.

Alff.K 320





Lfd.Nr.: 423

[GAND, MICHEL-JOSEPH DE:]

ONPARTYDIGE BEDENKINGEN OP DE TEGENWOORDIGE KERK-SCHEURINGE, DOOR EENEN GELOOFS-MINNENDEN BORGER. EERSTE DEEL.

TOT GEND, By CHARLES DE GOESIN, Boekdrukker in de Veldstraete, n°= (!) 235. s.d., [01.1798], 16 S., 8°;

Ohne im einzelnen auf das Für und Wider der Positionen zum Eid auf die französische Republik näher einzugehen, beschreibt der Verfasser die Haltung der Priester, die den Eid abgelegt haben, als Ausdruck christlicher Pflichterfüllung gegenüber dem Staat. Diese seien weder Ketzer, noch mit dem kirchlichen Bann belegt und träten nicht als Kirchenspalter auf. Vielmehr versündigten sich diejenigen an der Einheit der Kirche, die mit falschen Argumenten und Unterstellungen die Gläubigen dazu veranlassen wollten, die Seelsorge der vereidigten Priester zu boykottieren. Der Verfasser hofft, daß die Eidverweigerer bald wieder auf den rechten Weg zurückkehrten (s.a. Nr. 415, 424, 472, 573).

Alff.G 7





Lfd.Nr.: 424

[GAND, MICHEL-JOSEPH, DE:]

ONPARTYDIGE BEDENKINGEN OP DE TEGENWOORDIGE KERK-SCHEURINGE, DOOR EENEN GELOOFS-MINNENDEN BORGER. TWEEDE DEEL. In het welk namentlyk onderzogt word, wie nu de Schismatieken zyn.

TOT GEND, By CHARLES DE GOESIN, Boekdrukker in de Veldstraete, n°= 235. s.d., [01.1798], 38 S., [A]8-B8,C2,(), 8°;

Im zweiten Teil seiner Schrift (s.a. Nr. 423) geht der Autor auf eine Reihe von Einwänden der Gegner des Eids ein, die behaupten, die vereidigten Priester und der Verfasser selbst seien Schismatiker. Der Verfasser unterscheidet zunächst zwei Möglichkeiten, Schismatiker zu werden: erstens durch eigene Absonderung von der Kirche und zweitens durch den Kirchenbann. Im Falle des bürgerlichen Eides seien also diejenigen Schismatiker, die die Gläubigen der Seelsorge der vereidigten Priester entziehen wollten, denn der Eid sei keine Kirchenangelegenheit und es bestehe die Christenpflicht, der Obrigkeit zu gehorchen. Die Ablehnung des Eides durch den Erzbischof sei als Einzelmeinung nicht verbindlich, zumal er selbst dazu bereit war, die Einhaltung der republikanischen Gesetze zu beeiden. Außerdem sei festzuhalten, daß der Eid sich nur auf das französische Königtum beziehe, nicht allgemein auf das Königtum. Die Gegner des Eids seien die Kirchenspalter, auch wenn sie sich nur mit den Vertretern der untersten Stufe der Kirchenhierarchie überworfen hätten. Die verderblichen Folgen der Spaltung, die ihre Ursache im Hochmut der Schismatiker habe, seien Uneinigkeit der Schismatiker untereinander, Ausweitung zur Ketzerei und Gewalttätigkeiten. Es sei hinlänglich bekannt, daß es nicht genüge, eine Hausmesse zu halten oder zu Hause den Rosenkranz zu beten. Jedes Versäumen der Messe in der Kirche sei eine Sünde. Die Verdrehung des Wortes Gottes sei eine weitere List der Eidverweigerer. Der Verfasser hofft auf die Barmherzigkeit Gottes, damit die Einheit der Kirche bald wiederhergestellt wird. In einer kurzen Nachschrift hält der Verfasser es für dringend erforderlich, daß der Papst sich verbindlich zum bürgerlichen Eid äußert, damit die Kirchenspaltung ein Ende nehme. Einer Verdammung des Eides durch Rom sollten sich dann die vereidigten Priester beugen.

Alff.G 8





Lfd.Nr.: 425

[SANDELIN, ALEXANDRE:]

L'ORATEUR DE LA BELGIQUE AUSTRALE.

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE. 1789. [12.12.1789], s.l., 18 S., (t),A8,(), 8°;

Sandelin erörtert die beiden Fragen, ob nach dem sich abzeichnenden Sieg über den Despotismus ein dauerhaftes Abkommen mit dem Kaiser geschlossen werden kann und wenn ja, ob es für die Belgier von Vorteil wäre. Der Kaiser habe die Verfassungen nur als Spielzeuge angesehen und erst die Erfolge der Patriotenarmee habe den hochfahrenden Ton in Brüssel gedämpft. In Anbetracht des opportunistischen Verhaltens des Kaisers berge jedes Abkommen große Gefahren in sich und sei deshalb abzulehnen. Wie die Erfahrung gelehrt habe, könnten selbst die Garantien der Großmächte die kaiserliche Willkür nicht ausschließen. Hinzu komme, daß der Kaiser mit Sicherheit Vergeltung üben würde. Selbst wenn eine Übereinkunft möglich wäre, wäre dies durch die Machtfülle des Kaisers und die Abgelegenheit der Provinzen den Interessen der Belgier abträglich. Schon unter Philipp II. seien dies die Hauptgründe der Revolution gewesen. Wie früher haben wenige auswärtige Familien die Macht unter sich aufgeteilt, seien die Bayonnette und das Schafott die einzigen Antworten auf die friedlichen Eingaben der Belgier gewesen. Die Provinzen wären immer wieder Reformen und Vereinheitlichungen der Verwaltung unterworfen, die nur eine solche Großmacht auszuführen wagte. Machtpolitische Verwicklungen könnten die Provinzen schnell wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineinziehen. Soll man die neu errungene Freiheit wieder aufs Spiel setzen, nachdem man alle Verbindungen mit dem Hause Österreich und mit einem Kaiser gelöst habe, der das Land nur von seinen Erzeugnissen her kannte und es wirtschaftlich ausbeutete. Kann es im Sinne der Belgier sein, ihren Handel weiterhin durch Zölle und die Abschaffung des Transithandels behindert zu sehen? Da aber die gewonnene Freiheit abgesichert werden müsse, schlägt Sandelin vor, die Provinzen sollten als Mitglieder des Reiches einen neuen Monarchen bestimmen, dem sie den Titel eines 'Duc du cercle de Bourgogne' verleihen. Diese Monarchie solle durch Allianzverträge mit den Nachbarstaaten abgesichert werden. Im übrigen könne man ohne Bedenken das zukünftige Schicksal der Provinzen in die Hände der 'généreux pères de la patrie' legen.

Alff.K 321





Lfd.Nr.: 426

L'ORATEUR DU PEUPLE. SECONDE PARTIE.

M. DCC. XC. [nach 13.4.1790], s.l., 11 S., 6 Bl., 8°;

Pathetische Beschwörung des Volkes, den Einflüsterungen der Neuerer keinen Glauben zu schenken und die wiedergewonnene Freiheit, die es unter der Führung der Stände errungen hätte, durch die Bewahrung der altbewährten Verfassung und der Herrschaft der Gesetze zu sichern. Die Revolution sei die Frucht der Tugend und die Freiheit befördere in verstärktem Maße die Entwicklung sozialer Tugenden. Die Vaterlandsliebe sei das einigende Band zwischen den Bürgern. Man vermeide Luxus und Weichheit, die beide die sittlichen Kräfte des Volkes zerstörten. Vereint sei man bereit, notfalls für das Vaterland zu sterben.

Alff.K 322





Lfd.Nr.: 427

ORDRE Des Cérémonies de l'Inauguration solemnelle de Sa Majesté l'Empereur & Roi LÉOPOLOD II, glorieusement regnant en qualité de DUC DE LOTHIER, DE BRABANT & DE LIMBOURG, qui se célébrera en cette Ville de Bruxelles le 30 du mois de Juin 1791.

LES trois Etats de Brabant & les Députés des Etats de Limbourg monteront en carosse à 8 heures du matin [...].

[S.6:] De l'Imprimerie de G. HUYGHE, Marché aux Fromag. s.d., [06.1791], s.l., [Bruxelles], 6 S., 8°;

Minutiöses Ablaufprotokoll der Inaugurationszeremonien für Leopold II. in Brüssel. In Vertretung des Kaisers leistet der Herzog von Sachsen-Teschen den Eid auf die Verfassung.

Alff.D 19





Lfd.Nr.: 428

OVERWEGINGEN VAN EEN WELPEYZEND' VADERLANDER, AEN SYNE MEDEBORGERS.

1790. [1.(?)1790], s.l., 16 S., 8°;

Der Verfasser warnt vor den Machenschaften und Intrigen der inneren Feinde, die den Ständen unterstellten, eine neue Tyrannei errichtet zu haben, um das Volk zu unterdrücken. Die inneren Feinde versuchten, durch umstrittene Reformprojekte das Vertrauen in die Stände zu erschüttern. Die notwendigen Reformen der Stände sollten aber erst dann durchgeführt werden, wenn der äußere Feind endgültig besiegt sei. Es gehe diesen Reformern nicht um die Reformen, sondern darum, durch Unruhen Zwietracht zu säen, um selbst die Macht an sich zu reißen und das Volk erneut zu versklaven. Warum aber sollte man den Ständen mißtrauen? Sie sind die Vertreter der ganzen Nation und sollten in Ausübung der Souveränität die erforderlichen Veränderungen beschließen. Die Freiheit der Belgier sei allein durch die eigene Uneinigkeit bedroht. Die verführten Mitbürger sollten erkennen, das das Gerede über eine Despotie der Stände nur Mittel zum Zweck sei. Jeder wahre Patriot verabscheue einen Bürgerkrieg, der unweigerlich wieder in die Unfreiheit führe.

Alff.K 323





Lfd.Nr.: 429

DEN PAEPE-WINKEL MET ZYNE ZOEBEHOORTEN, OPENGESTELD IN HET VERVOLG DER SAEMENSPRAEK TUSSCHEN; HANSKE WEYTEN, PIERKE PATRIOT, DEN SCHOOLMEESTER, KOSTER EN ONDER-PASTOR VAN WAERHEYDGHEM.

1792. [vor dem 1.3.1792], s.l., 45 S., 23 Bl., (),A4-E4,F2, 8°;

In der Fortsetzung des Gesprächs unter Dorfbewohnern (s. erster Teil Nr. 290) wird Joseph II. als menschenfreundlicher Herrscher dargestellt und seine Reformen gegen die Verunglimpfungen des Klerus verteidigt. Der Kaiser sei nicht scheinheilig gewesen, sondern habe die wohltätigen Maßnahmen Maria-Theresias fortgeführt. Sein Toleranzpatent erkläre sich in der Rückschau auf das Verhalten der ersten Christen. Der Glaube sei ein Geschenk und könne nicht gewaltsam in die Köpfe der Andersgläubigen gebracht werden. Es stimme nicht, daß die Ketzer ins Land gerufen wurden. Es müsse aber Gewissensfreiheit herrschen. Die Intoleranz störe nur die öffentliche Ordnung. Joseph II. wollte, ohne alle Ordensgeistlichen zu vertreiben, die Zahl der Mönche reduzieren und die unzeitgemäßen Gebräuche abschaffen. Er sei auch nicht in Europa umhervagabundiert, sondern die Reisen waren notwendig, um eine solide Grundlage für die Gesetzgebung in den einzelnen Ländern zu haben. Die Verordnung, daß nur noch außerhalb der Stadt bestattet werden durfte, diente nicht dazu, den Glauben und die Frömmigkeit des Volkes abzuschaffen, sondern dazu, die Bevölkerung von Kirchenabgaben zu entlasten. Die Pastoren, die für ihren Unterhalt auf diese Abgaben für ihre Kirchendienste angewiesen waren, sollten dafür eine Pension aus der Religionskasse erhalten. Um die Pensionen bezahlen zu können, sollten alle kirchlichen Institutionen, die über beträchtliche Mittel verfügten, in diese Kasse einzahlen. Die Gesprächsteilnehmer, nach den Erklärungen des 'Onderpastor' über die Ziele Joseph II. einig in der positiven Beurteilung Joseph II., äußern den Wunsch, Leopold II. möge die Pläne seines Bruders wieder aufnehmen und durchsetzen. Das Gespräch endet mit zwei Liedern, die den Verlauf und die Folgen der unverantwortlichen Revolution thematisieren.

Alff.K 324





Lfd.Nr.: 430

PARAPHRASE D'UN OBSERVATEUR, Sur les dernières Représentations des Etats de Brabant, du 25 Novembre & du 10 Décembre 1791.

1791. [10.12.1791], s.l., 36 S., [A]4-D4,E2, zweispaltig, 8°;

Der Verfasser analysiert die beiden Eingaben der Brabanter Stände vom 25.11.1791 (s.a. Nr. 535/36, Dok. 5) bzw. vom 10.12.1791 (s.a. Nr. 515, Dok. 4), deren Inhalt, wie er im Vorwort schreibt, auf falschen Tatsachen beruht. In seinen Anmerkungen zur Eingabe vom 25.11.1791 kritisiert der Autor die Verschleppungstaktik der Stände, die seit zehn Monaten jede Übereinkunft mit der Regierung verhindere. Obwohl es sich bei dem Ultimatum der Regierung nur um die leicht modifizierten Vorschläge der Stände selbst handele, lehnten diese ihre eigenen Vorschläge ab. Eine von ihnen geforderte Gesandtschaft nach Wien bringe keine Lösung der Probleme. Wenn die Stände die besonderen Vereinbarungen, die die Regierung mit einzelnen Provinzen hinsichtlich der Entschädigung von Revolutionsopfern getroffen habe, auch für die Provinz Brabant reklamierten, so vergäßen sie, daß diese bereit waren, freiwillige Zahlungen zu leisten. Die zugestandene Annullierung der Ständebeschlüsse vom 24.5., 25.5. und 16.7.1791 betreffend die Zusammensetzung des Brabanter Rates, sei bereits durch den Spruch des Richters erfolgt (s. Nr. 547 u. Nr. 549). Bemerkenswert sei lediglich der Versuch, durch die Bewilligung der Subsidien durch die beiden ersten Stände, Vertrauen zurückzugewinnen. Es bleibt jedoch zu vermuten, daß dies in der Hoffnung geschehen ist, daß der Dritte Stand sich verweigern werde. In seinen Bemerkungen zur Eingabe vom 10.12.1791 brandmarkt der Verfasser den opportunistischen Umgang der Stände mit der Verfassung. Obwohl diese früher den Artikel über die mögliche Einsetzung von Schiedsmännern in der Haager Konvention mit der Begründung abgelehnt hätten, daß die Verfassung klar und eindeutig sei, forderten sie nun die Einsetzung einer Schiedskommission in einem nicht darauf anzuwendenden Fall. Sie behaupteten, der Brabanter Rat sei nicht der Interpret der Verfassung und könne nicht in eigener Sache entscheiden, obwohl 1787 der Rat in diesem Sinne geurteilt hatte. Eine Deputation nach Wien führte nur zur Stagnation der Provinzverwaltung und würde umgehend vom Kaiser zurückgeschickt werden. Die Ablehnung von Schiedsmännern diene als Vorwand, die Subsidien wieder einzufrieren. Nicht die Regierung, sondern die Stände bereiteten Schwierigkeiten, da sie in skandalöser Weise den sieben Justizräten noch immer den Sitz im Brabanter Rat verwehrten. Es käme schon einer Persiflage gleich, über die Kosten der Armee zu sprechen, sich aber an deren Unterhaltung nicht zu beteiligen und stattdessen die Überreste der früheren Revolutionsarmee zu finanzieren.

Alff.B 16





Lfd.Nr.: 431

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

EENEN PARTICULIEREN BRIEF Geschreven aen eenige Borgers van Brussel door den Waeren Brabander.

EEr if mynen twelfften Brief in het licht geve, wil ik UE. hier, goede Borgers, nu in 't generael gaen aenspreken, [...].

s.d., [22.11.1791], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] UL. ge-eerden Dienaer Den waeren Brabander. Maestricht 22 9ber 1791.

Noch vor der Veröffentlichung seines 12. Briefes am 18.12.1791 (s. Nr. 612) beschwört der 'Waere Brabander' die verfeindeten Gruppen (Vygen, Patrioten, Vonckisten), untereinander Frieden zu schließen, um gemeinsam, orientiert am Vorbild der Brabanter Stände, die Freiheit gegen die tyrannische österreichische Regierung zu verteidigen. Ein abschließendes Gedicht 'ANECTODEKEN' - unterzeichnet mit LEO-DUL-SOP, einem Anagramm von LEOPOLDUS - ermutigt die Belgier, die Österreicher aus dem Land zu jagen.

Alff.K 325





Lfd.Nr.: 432

DEN PATRIOT, DEN VONCKIST ENDE DE FYGE.

1790. [05.1790], s.l., 12 S., (t),A4,(), 8°;

Lehrgespräch, in dessen Verlauf der Patriot den skeptischen Vonckisten davon überzeugen kann, daß der Dritte Stand gleichberechtigt mit den beiden ersten Ständen die Provinz Flandern regiert. Wie die Vertreter des Dritten Standes ausgewählt werden, erläutert er am Beispiel der Stadt Gent. Damit wird zugleich das verderbliche Treiben der Kaiserlichen aufgedeckt, die, nachdem sie vergeblich versucht hatten, die Bauern für sich zu gewinnen, bemüht waren, den Dritten Stand gegen die beiden ersten Stände aufzuhetzen, um Zwietracht unter die Belgier zu säen. Dabei seien sie durch ihre Anhänger in Lille und Deutschland unterstützt worden. Der Zusammenschluß von Patriot und Vonckist bringt alle Intrigen der Kaiserlichen letztendlich zu Fall und zwingt sie, das Land zu verlassen.

Alff.K 326





Lfd.Nr.: 433/434

LE PATRIOTISME BRABANÇON, PIECE NATIONALE EN TROIS ACTES ET EN PROSE.

A LILLE, Chez LES FRERES DE VÉRITÉ. 1790. [12.(?)1790], viij,90 S., 52 Bl., [1.Exemplar:letzte leere Seite herausgeschnitten], ()2,a4,A8-E8,F6, 8°, Schmutztitel, [2. Exemplar mit Broschur, auf Titelseite eine handschriftliche Notiz: Lejeune (Autor ?)...Colonel (?).];

Komödie in drei Akten, in der der Hochmut, die Heuchelei und die Machtversessenheit eines großen Teils der Geistlichkeit angeprangert wird. In einer vorangestellten Widmung an das Vaterland beklagt der Verfasser den Mißbrauch der Religion durch den Klerus und die Verfolgung der Verteidiger des Vaterlandes. Die Komödie soll die Wahrheit ans Licht bringen und einen Beitrag zur Zerstörung des Despotismus leisten. Im folgenden Vorwort berichtet der Autor, daß das Stück erst acht Monate nach seiner Fertigstellung in seiner ursprünglichen Fassung gedruckt werden konnte. Es zeigt die wahren Absichten der Priester hinter ihrem vorgetäuschten Patriotismus auf. Der Autor hält eine neue Verfassung und neue Volksvertreter für unerläßlich, will man der fortdauernden Unruhen Herr werden. Leopold wird in Kürze über die Provinzen herrschen und den Wohlstand des Volkes mehren. Die Sprache der Priester im Stück sei mit Absicht etwas holprig, da ja rechthaberische und bigotte flämische Geistliche dargestellt werden sollen. Jeder, der das Stück als blasphemisch verurteile, gebe sich als Feind der wahren Religion zu erkennen. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Geistliche und ein heiratswilliges Paar. Die Geistlichen, die sich brüsten, das Volk zu beherrschen und freimütig über ihre zweifelhaften Herrschaftsmittel Auskunft geben, hintertreiben, auf den eigenen Vorteil bedacht, über den leichtgläubigen und autoritätshörigen Vater der Braut die Heirat. Sie denunzieren den Bräutigam, dessen Argumenten sie nichts entgegenzusetzen haben, als royalistischem und philosophischem Denken aufgeschlossenen Reformer und unterstützen einen etwas einfältigen und gewalttätigen aber guten Patrioten bei seiner Werbung um die Braut, um selbst ungestört mit dieser zu verkehren. Beide Geistlichen schrecken auch nicht davor zurück, die Braut zu einem Schäferstündchen zu überreden. Diese geht zum Schein darauf ein, stellt so die wahren Absichten der Geistlichen bloß und überzeugt ihren Vater von deren betrügerischen Machenschaften. Daraufhin gibt der Vater reuevoll seinen Widerstand gegen die ursprünglich geplante Hochzeit. Man ist jedoch gezwungen von Brüssel aufs Land zu flüchten, da die Geistlichen Rache üben werden, und sie die Verhaftung des Bräutigams bereits vorbereitet hatten. In der letzten Szene weist der Bräutigam nochmals ausdrücklich darauf hin, daß nicht alle Geistlichen verdorben und machtversessen sind.

Alff.K 327/Alff.K 328





Lfd.Nr.: 435

[anonym, 'LE SOLDAT VRAI PATRIOTE':]

LE PATRIOTISME ÉPURÉ, OU LE SOLDAT VRAI PATRIOTE, PARLANT AU PEUPLE.

1791. [01.(?)1791], s.l., 26 S., 14 Bl., A8,B4,[C]2, 8°;

Veröffentlichung einer im Dezember 1789 geschriebenen Schrift, die der Verfasser nach eigenen Angaben am 26.10.1790 zusätzlich mit einigen Anmerkungen versehen hat. In seiner Vorrede bekennt sich der Verfasser dazu, für das Wohl des Vaterlandes kämpfen zu wollen, damit es nicht durch den Mißbrauch der herrschsüchtigen Geistlichkeit und der nicht legitimierten Volksvertreter ausgebeutet werde und die Unabhängigkeit nicht um den Preis der Unfreiheit errungen werde. Aus einigen philosophischen Grundsätzen leitet der Verfasser dann ab, daß, wenn eine Zwischengewalt wie die Stände den Souverän absetzten, der einzelne auch nicht mehr an diese Zwischengewalt gebunden sei. Da damit die oberste Gewalt ebenfalls abgeschafft sei, seien alle Bürger gleich und es gebe keine Regierung mehr. Diese müßte dann vom Volk in die Hände der Besten gelegt werden. Aber die Zahl der Regierenden müsse beschränkt bleiben, damit sie keinen Staat im Staate bildeten. Deshalb sei die Monarchie der Aristokratie und der Demokratie vorzuziehen. Als Soldat sei der Verfasser nicht mehr bereit, die Leiden der Bevölkerung zu verlängern, indem er für das Wohl der Privilegierten kämpfe und nicht für das Gemeinwohl. Er frage sich, ob die jetzigen Volksvertreter es wert seien, die Zukunft des Volkes aufs Spiel zu setzen. Man habe den Kaiser in ungerechter Weise gehaßt, und er werde entweder als Freund oder als Feind wiederkommen. Die in den Provinzen verstreuten Komitees, als einzige vom Volk legitimiert, sollten, um die Ordnung zu garantieren und einen Bürgerkrieg zu verhindern, neue Volksvertreter wählen. Diese Volksvertretung sollte dann den Oberbefehl über die nationale Armee erhalten, um notfalls den Krieg in geordneten Bahnen fortsetzen zu können, wenn die Unabhängigkeit Belgiens nicht anerkannt würde. Obwohl man sich in der Hoffnung auf ein besseres Los vom Kaiser getrennt habe, sei doch der größte Teil des Volkes dem früheren Souverän noch verbunden. Die legal gewählten Volksvertreter, obwohl illegitim, wären sicher eher bereit, sich der Herrschaft des Kaisers zu beugen, als die jetzigen Usurpatoren. Sie könnten Verhandlungen mit dem Kaiser aufnehmen und ihn als Souverän anerkennen, wenn er sich verpflichtete, dem Gemeinwohl zu dienen. Sie würden bei einer Rückkehr des Kaisers die Interessen des Volkes weiterhin vertreten. Bei einer Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Nachbarstaaten könnten die Volksvertreter mit dem Kaiser verhandeln. Man solle Vernunft walten lassen und den Anhängern der Spaltung kein Gehör schenken. Die Verfasser betrügerischer Schriften, wie die der Kommentierung der Briefe Joseph II. an d'Alton, sollten die Rache des Kaisers fürchten.

Alff.K 329





Lfd.Nr.: 436

[PÈRE BAZU:]

LE PERE BAZU, Savetier du coin, A SON COMPERE JEANNOT LECUME, Crocheteur de la Place Maubert.

DÉPITÉ de voir que toutes mes pratiques m'abandonnoient, parce que je ne les servois pas si bien [...].

s.d., [ms. Titelbl.:] 20Xbre 1792, [20.12.1792], s.l., 4 S., 8°;

Der betrügerische und dem Alkohol zugetane Pariser Schuster Bazu berichtet seinem Briefpartner Lecume (l'écume = Abschaum) in derber Volkssprache aus Brüssel, daß die Mönche und die Stände die Volksmassen gegen die Maßnahmen der 'Représentants provisoires' und des Jakobinerklubs aufhetzten und sie veranlaßten, die Rückkehr Van der Noots zu fordern. Die früheren Revolutionsführer Van der Noot und Van Eupen bezeichnet er als verbrecherische Taugenichtse und La Pineau als Hure. Den Franzosen würde die Befreiung der Belgier aus der Sklaverei schlecht gedankt. Bazu beendet den Brief mit dem Hinweis auf ein Treffen mit dem 'père Duchesne'.

Alff.E 29





Lfd.Nr.: 437

[NEIGE, BARTHAULD de:]

UN PETIT GRAIN D'ENCENS A LA REQUÊTE DES CAPUCINS.

1791. [4.5.1791], s.l., 11 S., 6 Bl., (t),A4,(), 8°;

[unterz.:] BARTHAULD DE NEIGE. Bruxelles, ce 4 Mai 1791.

Antwort auf die Eingabe der Kapuziner zu den Vorfällen am 25.2.1791 in ihrem Kloster in Brüssel (s. Nr. 153). Sie seien Heuchler und Aufwiegler, beschimpften den Minister, während sie im gleichen Atemzug Leopold lobten. Wenn sie von Barbarei oder einem Skandal sprächen, dann sei dies angesichts ihrer Verbrechen unglaubwürdig. Denn ist es eine Barbarei, einen geheiligten Ort von Gesindel zu säubern, die diesen durch ihre Anwesenheit entweihten? Schlage nicht ihr Gewissen, wenn sie sich über die Strafffreiheit der Eindringlinge empörten? Sie hätten während der Revolution denjenigen den Himmel versprochen, die einen Vonckisten oder Royalisten töteten. Sie sollten sich auch an die Massaker und Plünderungen im März des Jahres 1790 erinnern. Es sei die Rache des gequälten Volkes, die sie jetzt zu spüren bekämen. Aber man wolle nicht ihren Kopf, sondern sie nur aus dem Land vertreiben. Die Soldaten seien für die Sicherheit der Bürger zuständig, nicht für die ihrer Henker. Sie hätten ihre Pflicht getan, als sie die Bürger daran hinderten, durch den Haupteingang des Klosters zu stürmen und die Kapuziner in ihren Zellen festzusetzen, da sie mit Recht einen Gegenschlag der Mönche befürchteten. Es seien Bürger aus allen Schichten, die zum Kloster gekommen seien und die Vertreibung der Kapuziner forderten.

Alff.K 330





Lfd.Nr.: 438

UN PETIT MOT AUX OREILLES DE LL AA RR MARIE-CHRISTINE ET ALBERT-CASIMIR, GOUVERNEURS-GÉNÉRAUX DES PAYS-BAS AUTRICHIENS.

ILLUSTRES PRINCES: NOUS verrons enfin ces Provinces recuperer leur ancien lustre par Vos soins justice & prudence; [...].

s.d., [8.7.1791], s.l., 8 S., 8°;

[S.8:] Bruxelles ce 8 Juillet 1791.

Der Verfasser erwartet von der Regierung der Generalgouverneure die Rückkehr der Provinzen zu altem Glanz, die Wiederherstellung der Eintracht unter den Bürgern, des bis jetzt illegalen Brabanter Rates und der Sicherheit der Bürger und Stände. Die Brabanter seien bereit, für ihren Herzog die Waffen zu ergreifen, wenn er ihnen die Verfassung und ihre Privilegien garantiere. Ihre Treue zum Fürsten hätten sie insbesondere im September 1144 bewiesen und in jüngster Zeit bei ihrem Kampf um ihre Verfassung im Jahre 1789. Der Frieden in den Provinzen könne aber erst wiederhergestellt werden, wenn die Generalgouverneure die Feinde des Fürsten und des Volkes, die Vonckisten, nicht mehr tolerierten. Denn diese planten wie in Frankreich die Einführung einer Nationalversammlung, die die Herrschaft der Generalgouverneure bedrohen würde und den Kaiser eidbrüchig werden ließe, da er die Rechte des Klerus und die Privilegien sowie die Verfassung der Brabanter garantiert habe. Die Protegierung der Vonckisten stünde also dem Eid des Fürsten entgegen. Die Vonckisten hätten Soldaten für ihre Zwecke bestochen und die Sicherheit der Generagouverneure selbst sei gefährdet.

Alff.D 20





Lfd.Nr.: 439

[anonym, 'LE PEUPLE BELGIQUE':]

LE PEUPLE BELGIQUE A LA LETTRE DU COMTE J. PH. COBENZL, Datée de Luxembourg, du 28 Février 1790.

1790. [6.3.1790], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[S.8:] Fait en notre ville de Bruxelles, ce 6 Mars 1790.

Ablehnung der Vorschläge Cobenzls vom 28.2.1790 zur friedlichen Beilegung des Kampfes um die belgischen Provinzen. Der Verfasser weist die Forderungen Cobenzls Punkt für Punkt zurück. indem er sich u.a. fragt, wie das Wiener Kabinett reagieren würde, würden die Türken diesem vergleichbare Vorschläge unterbreiten. Mit Schadenfreude stellt er fest, daß es für die österreichischen Truppen doch wohl kein Kunststück wäre, mit einer schlecht bewaffneten Horde von Banditen fertig zu werden. Besonders aber berühre es die Belgier, daß ein so geistreicher Mann wie Cobenzl ein Aristokrat sein soll. Jeder Vertrag mit den Ständen, der die Provinzen wiederum an Österreich verkaufen würde, würde blutig verhindert. Schon immer habe man die Provinzen ausgebeutet und zu ihrem Nachteil Friedensschlüsse ausgehandelt. Ziel sei es doch, die Belgier der Theokratie und der Aristokratie auszuliefern und das Land zum Vorteil der Österreicher ausbluten zu lassen. Es sei deshalb besser, dem französischen Vorbild zu folgen und das Gemeinwohl durch Freiheit und Unabhängigkeit zu sichern.

Alff.C 6





Lfd.Nr.: 440

[anonym, 'LE PEUPLE BELGIQUE ASSEMBLÉ':]

LE Peuple Belgique assemblé, ayant lu le Manifeste du Roi Léopold, du 31 Octobre, a ordonné pour toute réponse [...].

[titellose Schrift], s.d., [4.11.1790], s.l., [Bruxelles], 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Bruxelles ce 4 Novembre. Par ordre du Peuple Belgique entier.

Beschluß des "belgischen Volkes", das Frankfurter Manifest Leopolds vom 14.10.1790 zu verbrennen und totzuschweigen. Es sei im gleichen Geist verfaßt, wie die früheren Erklärungen Joseph II.. Leopold sei noch mehr zu fürchten als sein Bruder. In der Toskana sei er gegenüber der katholischen Kirche eidbrüchig geworden. Man habe keine Angst vor den Drohungen des Kaisers und sei nicht bereit, sich wieder unter das Joch der Tyrannei zu beugen. Die wenigen Verräter in der Armee, die sich für ein Abkommen mit Leopold ausgesprochen hätten, würden verjagt oder aufgehängt. Die Luxemburger werden aufgefordert, in die belgischen Provinzen auszuwandern.

Alff.C 17





Lfd.Nr.: 441/442

[anonym, 'LE COMITÉ SECRET DU PEUPLE BRABANÇON':]

LE PEUPLE BRABANÇON A LEURS ALTESSES ROYALES MARIE CHRISTINE & ALBERT CASIMIR Lieutenants-Gouverneurs & Capitaines Généraux des Pays-Bas, au nom de S. M. l'empereur & Roi LÉOPOLD II, duc de Brabant, en réponse à leur dépêche aux États de Brabant du 3 août 1791.

MADAME ET MONSEIGNEUR, PUISQU'ENFIN, V. A. R., au lieu d'écouter les réclamations constantes de nos représentants, [...].

s.d., [3.8.1791], s.l., 31 S., 16 Bl., [A]4-D4, 8°, [2. Exemplar (Alff.K 331) nur noch fragmentarisch vorhanden, S. 25-31];

[unterz. S.24:] J. M. V. H. A. de N. pour l'ordre du Clergé. R. D. P. S. O. de O. de B. L. &c. pour l'ordre de la noblesse. S. P. I. M. K. D. S. M. T. V. C. X. R. E....Pour les communes.

Antwort auf die Depesche der Generalgouverneure vom 3.8.1791 (s. Nr. 155/56), in der der Verfasser alle Vorwürfe von seiten der Regierung zurückweist. Sein Ziel ist es, den Generalgouverneuren endgültig die Augen zu öffnen über die Intrigen der Regierungsbeamten, deren Marionetten sie bereits seien, und die Rechte des Volkes zu verteidigen. Er beklagt die unrechtmäßige Verhaftung der acht Brüsseler Bürger am 14.7.1791 und die Willkür des Militärs. Die Exzesse während der Revolutionszeit, die die Uneinigkeit unter den Belgiern provozierten, seien durch die österreichischen Emissäre ausgelöst worden. Sie seien deshalb entschuldbar, im Gegensatz zu den Untaten in einem geordneten Staatswesen. Außerdem sollten die Verbrechen der Revolutionszeit doch vergessen sein. Die Veröffentlichung der ständischen Eingaben trügen nicht zu Unruhen bei, sondern allein die Agitation der Regierungsbeamten. Diese hätten auch die Unruhen gegen den Brabanter Rat angezettelt, um einen ihnen gefügigen Rat einrichten zu können. Erst auf massive Proteste hin hätten sie aus sogenannten Paritätsgründen die sieben Justizräte ins Spiel gebracht, deren Wiedereinstellung die Stände ablehnten. Wie anders sei doch im 16. Jahrhundert unter Philipp II. mit dem Rat verfahren worden. Als Teil der Verfassung sei der Rat nur im Einvernehmen mit den Ständen reformierbar. Der Gesellschaftsvertrag zwischen dem Kaiser und den Ständen gebe diesen das Recht, auf die Illegalität des jetzigen Rates hinzuweisen und verpflichte den Kaiser, den Rat so zu erhalten, wie er vor dem Reformedikt vom 25.2.1791 bestanden hatte. Im übrigen gehe aus einem Brief Crumpipens vom 23.2.1790 hervor, daß alle früheren Regierungsmitglieder den Ständen zu Diensten sein sollten. Die Stände bewerteten den Rat aber nicht nur deshalb als illegal, weil die fünf proskribierten Justizräte nicht eingestellt würden. Vielmehr seien alle jetzigen Räte als Verräter einzustufen. Der Verfasser fordert die Stände auf, keine Nachsicht mehr bei Verfassungsbrüchen zu üben; anderenfalls sollten sie ihr Mandat dem Volk zurückgeben. Er warnt die Generalgouverneure davor, dem Treiben ihrer Regierungsmitglieder weiter tatenlos zuzusehen, da dies zur gewaltsamen Konfrontation mit der Opposition führen könnte. Die Eingabe soll dem Kaiser übergeben werden und wenn sich nichts ändere, solle er in die Provinzen kommen, um für Ordnung zu sorgen. Es folgt ein Brief des Kanzlers Crumpipen an Trauttmansdorff vom 17.8.1788 aus Tamise (LETTRE de M. J. CRUMPIPEN, Chancelier de Brabant, à S. E. le comte DE TT(!)AUTTMANSDORFF.). In diesem Brief hält der Kanzler eine dauernde Entfernung einzelner Räte aus dem Brabanter Rat für problematisch. Da die Artikel der Verfassung nicht immer eindeutig seien, könne man den Räten, die sich nicht der Meinung der Regierung anschlössen, nicht bestrafen. Eine Übereinstimmung im Urteil zwischen der Regierung und der Verwaltung sei nur zu erzielen, wenn unter Anhörung der Stände die unklaren Punkte der Verfassung präzise formuliert würden. Deshalb sei es auch möglich, daß er trotz seiner Ergebenheit an das Kaiserhaus gegenteilige Urteile mittragen müsse. Um eine unparteiische Rechtsprechung zu gewährleisten schlägt er vor, die Anfang 1788 eingerichtete dritte Kammer des Rates mit den beiden anderen zu vereinen, zumal da die zeitweise Versetzung der Räte als eine Art Staatsstreich gewertet werden könnte. Die Räte, die sich wie die Öffentlichkeit während der Unruhen im Jahr 1787 nicht korrekt verhalten hätten, seien vor allem wegen des zugestandenen allgemeinen Vergessens nicht zu bestrafen. Sollten sie sich danach noch tadelnswert verhalten haben, so seien sie nur nach Recht und Gesetz abzuurteilen (s.a. Nr. 500/501).

Alff.D 32/Alff.K 331





Lfd.Nr.: 443

[NOOT, HENRI-CHARLES-NICOLAS VAN DER:]

LE PEUPLE BRABANÇON Par l'organe de l'Etat Ecclésiastique & du troisieme membre des trois chefs Villes conjointement avec plusieurs Membres de la Noblesse.

A tous ceux qui les présentes verront, ou lire ouïront SALUT. CEux d'entre les Publicistes, qui jouissent aujourd'hui de la plus haute réputation, [...].

s.d., [24.10.1789], s.l., 31 S., 16 Bl., A8-B8, 8°, blaue Broschur;

[unterz. S.29:] Fait en Brabant le vingt-quatre Octobre 1789....H. C. VANDER NOOT, [...].

Bis auf geringe Abweichungen in der Interpunktion und der Schreibweise einzelner Wörter identisch mit der Genter Ausgabe (s. Nr. 358, niederländ. Ausgabe s. Nr. 107). Kleinerer Satzspiegel unter Beibehaltung der gleichen Absätze.

Alff.K 332





Lfd.Nr.: 444

[anonym, 'LE PEUPLE SOUVERAIN DE LA VILLE LIBRE DE BRUXELLES':]

LE PEUPLE SOUVERAIN DE LA VILLE LIBRE DE BRUXELLES A THÉODORE D'OTRANGE.

VOTRE debut annonce vos sentimens pour votre Patrie, il y a long-tems que vos Concitoyens connoissent, [...].

s.d., [ms auf 1. Seite: 12.1.1793], s.l., [Bruxelles], 12 S., 8°;

Dotrenge, als Agent der Österreicher, und seine Mitstreiter werden dafür verantwortlich gemacht, daß die Franzosen das Dekret vom 15.12.1792 erlassen haben, das die Phase der offenen Annexionspolitik Frankreichs einläutete. Ihm gehe es nur darum, sebst die Herrschaft über die Brabanter zu erlangen, um das Volk zu unterdrücken. Er habe die Brabanter den Franzosen in verleumderischer Weise als fanatisch und wenig freiheitsliebend geschildert und den für ihn ungünstigen Ausgang der Wahlen vom 29.12.1792 als Entscheidung der Brabanter für den Despotismus und die Sklaverei hingestellt. Das Brabanter Volk habe erklärt, daß die Souveränität beim Volke liege und alle Menschen frei und gleich seien in ihren Rechten. Deshalb sei ein besonderer Eid auf die Freiheit und Gleichheit überflüssig. Nur die Vertreter des Volkes hätten diesen Eid dem Volk gegenüber zu schwören. Es sei an der Zeit, daß den Franzosen, die immer betont hätten, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Belgier einmischen zu wollen, die Augen geöffnet würden. Sie sollten nicht auf die Agenten der Österreicher hören (s.a. Nr. 445,).

Alff.E 22





Lfd.Nr.: 445

[anonym, 'LES BRABANÇONS':]

LE PEUPLE SOUVERAIN PERMANENT A LA PROCLAMATION DONNÉE AU NOM DU PEUPLE SOUVERAIN PROVISOIR BELGE, Par l'organe des prétendus Représentans de la Ville de BRUXELLES.

Représentans INTRUS! C'EST avec une sensibilité morne mélée de pitié que Nous avons dû lire une Proclamation [...].

s.d., [ms. auf Titelbl.: 12.1.1793], s.l., 7 S., 8°;

[unterz.:] Ce 5 de l'an 1793, première preuve de la liberté Belgique. LES BRABANÇONS.

Scharfe Entgegnung auf die Proklamation der 'Représentants provisoires' und die Annulierung der Wahlen vom 29.12.1792. Der Verfasser bezichtigt die 'Représentants provisoires' des Mißbrauchs der Volksrechte, der Usurpation der Souveränität und der Täuschung der Franzosen. Die Franzosen hätten feierlich erklärt, jedem Eroberungsrecht zu entsagen. Es sei eine Verunglimpfung der Prinzipien der Franzosen, wenn jene behaupteten, es gäbe nur die Wahl zwischen der Sklaverei der Stände und der wahren Freiheit. Die Belgier, die anderen Nationen ein Beispiel gegeben hätten, würden sich nicht einer unseligen Gleichmacherei verschreiben und forderten den Erhalt der alten Verfassung als Garanten des Gemeinwohls (s.a. Nr. 444).

Alff.E 23





Lfd.Nr.: 446

PLAINTES DE LA NATION BELGIQUE, Adressées à toutes les Cours & à tous les Peuples de l'Europe.

LA Nation Belgique ayant récupéré sa Liberté & ses Droits au prix de son sang, [...].

s.d., [29.5.1790], s.l., 4 S., 8°;

Anklage gegen Leopold II., der nach dem Verlust der Provinzen mit verbrecherischen Mitteln versuche, sie zurückzugewinnen. Haben die Belgier erst nach Ausschöpfung aller friedlichen Mittel, wovon 17 Bände Reklamationen ein beredtes Zeugnis ablegen, den Tyrannen mit Waffengewalt aus ihren Provinzen vertrieben, so habe Leopold, der öffentlich das Vorgehen seines Bruders verurteilte, alle Mittel angewandt (Vorschläge zur Reformierung der Verfassung durch seine Helfershelfer, Korrumpierung der Armee, etc.), um die Belgische Republik zu zerstören. Bisheriger Höhepunkt sei die geplante Verschwörung von Brüssel am Dreifaltigkeitstag gewesen, an dem bei einer Prozession die Führer der Revolution ermordet werden sollten. Dies sollte dann das Signal für den Aufstand gegen die Republik sein. Sollte der Kaiser trotz allem an seinen ungerechtfertigten Besitzrechten festhalten wollen, so sollte er diese im offenen Kampf durchsetzen. Die Belgier jedenfalls hätten ihre Feinde nicht verunglimpft und sie ausreisen lassen. Der Verfasser fordert alle bewehrten christlichen Nationen und die Nachbarländer auf, die Belgier zu unterstützen.

Alff.K 333





Lfd.Nr.: 447

PLAN DE RÉFORME DE SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ROI, CONCERNANT Le nouvel Impôt de 1785.

A VIENNE. M. DCC. LXXXIV. 15 S., 10 Bl., A8, 8°, Broschur, Schmutztitel;

Vorschläge zu einer Steuerreform, die die Steuern vereinheitlichen und im Rahmen des möglichen senken sollen, damit die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erhalten bleibt. Von der neu einzuführenden Steuer auf Grund und Boden soll niemand befreit sein. Die Registraturen werden angewiesen, Vorschläge zur Vermessung und Bewertung der Ländereien und zur Kostengestaltung sowie zur Einziehung der Steuern zu erarbeiten. Der Kaiser schlägt außerdem vor, alle inländischen Steuern aufzuheben.

Alff.K 334





Lfd.Nr.: 448

LA PLUME ORGANISÉE D'UN IMPRIMEUR ET LIBRAIRE ROYALISTE DU XVI. SIECLE OU La Plume qui, par une vertu supérieure, écrivoit d'elle-même, au 16e siecle, sur tous sujet qu'on lui proposoit, SATIRES, PANÉGYRIQUES, PHILOSOPHIE, HISTOIRE, &c. & des Manuscrits de laquelle on a tiré les quatre de cette Brochure, tous applicables aux BELGES de notre Siecle.

A BRUXELLES, 1791. 24 S., A12, 8°;

Als Erzählrahmen für seine Kritik an der eigensüchtigen und heuchlerischen Geistlichkeit und am Unwesen des öffentlichen Bettlertums wählt der Verfasser die Zeit der französischen Religionskriege im 16. Jahrhundert. Einem seiner Vorfahren, Drucker in Paris, wird auf wundersame Weise eine Feder geschenkt, die ihm alle Arten von Schriften entwirft, und von denen der Verfasser der Flugschrift vier veröffentlicht: 1. ein Gedicht auf einen liebestollen Prälaten, 2. einen Dialog zwischen Heinrich IV. und dem Kurfürsten von Mainz, in dem Heinrich den Aberglauben und den Fanatismus der Mönche anprangert, 3. eine Denkschrift über Ursachen, Wirkung und Bekämpfung des Bettlertums. Es wird darin vorgeschlagen, durch eine milde Besteuerung der Kirchengüter die Mittel aufzubringen, um das Übel der Bettelei durch den Ausbau der Krankenpflege, der Schulausbildung und der Arbeitsmöglichkeiten in Manufakturen an der Wurzel zu packen. 4. eine Ermahnung an die Bettler selbst, sich intensiv um Arbeit zu bemühen, da bisher niemand ihre Notlage beseitigen wollte. Zum Schluß legt der Verfasser in einer Art Schlüssel Parallelen zur Situation in den belgischen Provinzen nahe. Jeder könne sich vorstellen, welcher belgische Prälat in dem Gedicht gemeint sein könnte. Der Dialog ließe sich ohne weiteres auf ein Gespräch Franckenbergs mit Joseph II. in Wien im Jahre 1787 übertragen. Die beiden Schriften über das Bettlertum könnten die Situation in den Provinzen widerspiegeln. Aber dies seien natürlich reine Spekulationen.

Alff.K 335





Lfd.Nr.: 449

POISSON D'AVRIL EN 1789. Pour servir de suite AUX ÉTRENNES BELGIQUES.

A WESEL, Chez PHILIPPE MULLER; & se trouve à Bruxelles, près de la grande Bretecque de la maison de Ville. s.d., [04.1789], Frontispiz: Kupferstich zeigt die öffentliche Verbrennung eines Almanachs, 33 S., Inhaltsverzeichnis [S.34-35], 22 Bl., vorletzte Bl. wurde herausgetrennt, A18, 18°, Broschur;

Fortsetzung der 'Etrennes aux Belges' aus dem Jahre 1788, mit weiteren patriotischen Liedern über die Unterdrückung der Brabanter, den Versuch der Regierung und der Jansenistensekte, gewaltsam das Generalseminar durchzudrücken und die Usurpation geistlicher Rechte durch den Kaiser. Im einzelnen enthält die Sammlung folgende Lieder: 1. SUR le moyen qu'on a pris pour repeupler le séminaire général de Louvain. "BELGES, parlons de nouveau Du train militaire; [...]" (s.a. Nr. 481, Nr. 70). 2. Sur le même sujet. "OR, dites-nous, musette, Quel ressort tout-puissant [...]" (s.a. Nr. 481, Nr. 70). 3. Sur la mutilation de l'Université de Louvain. "LOUVAIN vivement discuta Une questionette; [...]" (s.a. Nr. 481, Nr. 66). 4. Sur le déplacement des troupes logées au couvent des Annonciades supprimées à Louvain, & leur transmigration au Grand College. "AUX troupes l'on fait quitter Leur demeure vile, [...]" (s.a. Nr. 481, Nr. 71). 5. Sur les coups qu'on ne cesse de porter à l'autorité spirituelle dans les Pays-Bas Autrichiens. "VOICI flatteuse nouvelle Pour le Belgique Clergé: [...]". 6. A MON COUSIN, Sur ce qu'on a à craindre de la cabale jansénistique, chez les Belges. "VOUS vous plaignez en vain, mon cousin, De la pauvre figure, [...]". 7. Sur le traitement fait à Mr. Clavers, recteur magnifique de l'université de Louvain, & aux docteurs opposants. "A LOUVAIN quelle surprise Vint frapper chaque docteur, [..]". 8. Sur les victoires que les troupes Autrichiennes ont remportées sur les Turcs. " BELGE, oubliant tes peines, Célèbres par des chants, [...]". 9. Réglements secrets (1) de la secte janseniste, faits à Bruxelles en 1731, entre les jansenistes ou quesnélistes de France, de Hollande, de Flandres, &c. "D'AMOUR de Dieu tu parleras, Sans crainte de ses châtiments: [...]". 10. Sur les subsides & impôts demandés aux états Belgiques en Novembre 1788. "HONNIS, dépouillés de vos droits, Et sans numéraire, [...]". 11. LES BELGES SOUMIS. "DES troupes Musulmanes L'Autrichien triomphant, [...]". 12. AVIS AUX BRABANÇONS. "ON compte à peine dix-huit mois *, Que dans cette contrée, [...]". 13. Prophétie pour l'an 1789. "HÉLAS! combien depuis trois ans, Le Belge a souffert de tourmens! [...]". 14. Commentaire de la dépêche du 6 Mars 1789, envoyée à Mgr. le Cardinal-Archevêque de Malines, pour l'obliger de se rendre à Louvain sans faute, conformément à la dépêche antérieure, du 24 Février. "VOYONS de quelle maniere On va traiter un prélat, [...]". 15. Sur la dépêche du ministre, du 11 Mars 1789, & les deux réponses du Cardinal, l'une du 12, & l'autre du 15 Mars. "CHANTONS l'originalité Des ordres de Bruxelles; [...]". 16. Sur l'attente du nouvel ouvrage de M. Marant. "ÉCOUTEZ la nouvelle. Qu'aujourd'hui l'on publie à Bruxelle, [...]".

Alff.K 336





Lfd.Nr.: 450

PORTRAIT DE JOSEPH SECOND, Traduit de l'Anglois par le Lord Champerswintersfeldt, Membre de plusieurs Academies.

L'Ambition d'être grand est souvent le poison des Souverains; ceci a été vraiment fatal à un certain Monarque; [...].

s.d., [1789], s.l., unpag., [3 S.], 2 Bl., 8°;

Porträt Joseph II., der nach Meinung des Verfassers ein Opfer seiner Sucht nach Größe und seiner verderblichen Leidenschaften sei. Er glaube, allein das äußere Ansehen mache den Monarchen aus. Seine Aktivitäten seien kraftlos und seine Tugend nur theoretisch. Die Belgier begännen bereits, ihn zu ächten, da er eidbrüchig, despotisch und unmenschlich sei. Er sei gefühlslos und werde zurecht als "gekrönter Henker" bezeichnet. Viele Reisende hätten ihn falsch eingeschätzt, da sie nur einen ersten Eindruck vom Kaiser erhalten hätten. Man sei es leid, einen Herrscher, dem nichts gelinge, im Strudel seines Abstiegs nach Rache rufen zu hören.

Alff.K 337





Lfd.Nr.: 451

PORTRAIT D'UN GRAND MONARQUE PEINT SUR LES MEILLEURS MODELES.

M. DCC. LXXXVIII. s.l., 14 S., 8 Bl., (t),A6,(), 8°;

Der Verfasser zeichnet das Bild eines idealen, würdigen und aufgeklärten Monarchen. Dieser verfügt über jene menschlichen Gaben, die ihn unermüdlich für das Wohl der Menschen arbeiten läßt. Er widersteht den Einflüsterungen eigensüchtiger Berater und Minister und lehnt eine reine Eroberungspolitik ab. Er unterwirft sich ebenso wie das Volk der Herrschaft der Gesetze. Er fördert die Künste, die Wissenschaften und den Handel und belastet das Volk mit nur mäßigen Steuern, damit es in Wohlstand leben kann.

Alff.K 338





Lfd.Nr.: 452

PORTRAITS DES PERSONNES EMPLOIÉES AU GOUVERNEMENT DES PAYS-BAS EXTRAIT DE LA JUSTIFICATION DU GÉNÉRAL D'ALTON, Nro. III. pag. III. vol. in 4to. Avec un avant propos de l'Editeur & quelques réflexions sur le caractère de quelques autres Personnages qui ont figuré dans les troubles des Pays-Bas.

BRUXELLES 1791. [01.1791], 22 S., 12 Bl., 8°;

Wiederabdruck eines geheimen Berichts aus der Rechtfertigungsschrift für den General d'Alton (s. 'Mémoires pour servir à la justification de feu son Excellence le général comte d'Alton...', seconde édition, 1791, Bd. 1, S. 158-178), der die schlechte Zusammensetzung der Brüsseler Regierung aufzeigt. In seinem Vorwort fordert der Herausgeber den Minister Mercy-Argenteau auf, sich von allen intriganten Regierungsbeamten zu trennen. Er hofft, daß der Minister sich dem Gemeinwohl mit ganzer Kraft widme. Im ersten Teil des Berichts stehen die Machenschaften der Brüder Crumpipen im Mittelpunkt. Durch Vetternwirtschaft, Ämterschacher und eine geschickte Heiratspolitik sei dem Vizepräsident Crumpipen eine Machtfülle zugewachsen, die ihn befähige, fast nach Belieben die Verwaltung zu manipulieren. Nachdem er am Sturz von zwei Ministern beteiligt gewesen sei, strebte er sogar an, sich selbst an die Stelle des Ministers zu setzen. Deshalb habe er, um seine Machtposition nicht zu gefährden, die kaiserlichen Pläne zu durchkreuzen versucht und sie bei den Generalgouverneuren angeschwärzt. Im folgenden werden die Verbündeten des Vizepräsidenten in der Verwaltung der Provinzen genannt, die Vorteile Dritter aus Heiratsverbindungen mit der Familie Crumpipen aufgeführt und die Beziehungen der Regierungsräte erläutert, die dazu führten, daß nur drei Familien die Regierungsstellen unter sich aufteilten. Ein Grund für die Verschleppung der Klosterreform sei die Tatsache gewesen, daß ein Teil der Räte zu Schleuderpreisen in den Refugien der Abteien wohnen konnten. Eine Reihe skandaleuser Vorgänge, an denen ein Teil der Räte maßgeblich beteiligt waren, runden das Bild der korrupten und bestechlichen Verwaltung ab. Vor allem habe der Handel und insbesondere der daniederliegende Transithandel darunter schwer gelitten. Weitere Affären, die in der Rechtfertigungsschrift für d'Alton ausgeführt werden, werden nur kurz erwähnt. Den Schluß der Schrift bildet eine kleine Charakterstudie von Vonck, in der er als ambitiös, starrsinnig und grausam bezeichnet wird. Diese Einschätzung Voncks findet sich nicht in der Rechtfertigungsschrift für d'Alton.

Alff.K 339





Lfd.Nr.: 453

PREALABLES INDISPENSABLES Entre Leurs Hautes Puissances les Etats & Comités de Flandre d'une part & le Plénipotentiaire du ci-devant Souverain, le Comte Philippe de Cobenzl, de l'autre.

SOn Excellence accompagné de deux de nos Députés se rendra dans tous les Quartiers de la Ville, [...].

s.d., [12.(?)1789], s.l., [Gent ?], 1 S., 1 Bl., ca 19 x 33,5 cm;

In Anspielung auf die 'Préalables indispensables' Joseph II. aus dem Jahre 1787 verlangen die Stände und Komitees von Flandern, daß der Unterhändler des Kaisers, Graf Cobenzl, zunächst in Gent herumgeführt wird, um sich die Verwüstungen und Grausamkeiten anzusehen, die die Soldateska d'Altons begangen habe und, daß dieser Terror überall bekannt werde. Danach solle ihm beschieden werden, daß man nicht mit einem wortbrüchigen Souverän verhandeln könne, der wiederholt die von den auswärtigen Mächten feierlich sanktionierten Verträge gebrochen habe.

Alff.C 5





Lfd.Nr.: 454

PRÉCIS DE LA FÊTE DE LA PAIX ET DE LA RÉUNION, Célébrée à Gand, le 30 Brumaire, an 6.

A GAND, Chez A. B. STÉVEN, Imprimeur de l'Administration du Département de l'Es(!)CAUT. s.d., [ms. auf Titelbl.:] paru 26(?) frimaire, [16.12.1797], 11 S., 6 Bl., 8°;

Beschreibung des Festumzuges und der Feier des Friedens- und Reunionsfestes, das am 20.11.1797 in Gent stattfand, verbunden mit dem Wunsch, daß dieses Fest die republikanischen Tugenden in den Herzen der Bürger noch stärker verankere.

Alff.K 340





Lfd.Nr.: 455

[COPPENS, BERNARD; DIERICX, CHARLES-LOUIS-MAXIMILIEN; VERVIER, JEAN-BAPTISTE:]

PREMIER SUPPLEMENT AU LIVRE BLANC.

A LILLE, chez J. J. JACQUEZ, Imprimeur-Libraire. petite Place. 1791. [7.4.1791], [6 S.,unpag.],202 S., ()4,A4-Z4,Aa4-Bb4,Cc2, 8°;

[beglaubigt, [s. 203]:] Gend,den 7 April 1791. De Potter

Die erste Ergänzung des 'Livre blanc' (s. Nr. 349) stellt eine Sammlung von Haftbefehlen und nach Meinung der Autoren willkürlichen Verordnungen dar, mit denen die flandrische Republik befestigt werden sollte. Sie ist Pierre Clincksporre gewidmet, der trotz aller erlittenen Torturen standhaft geblieben ist und dem Kaiser die Treue gehalten hat. Die Schrift beginnt mit einem Auszug aus einem Haftregister, in dem alle wegen Beleidigung der Nation Inhaftierten namentlich aufgeführt sind.

Alff.J 2





Lfd.Nr.: 456

[EYK VAN:]

Ire. AUBADE Du Pere VAN EYK, Magister d'ixel a sex concitoïens.

La voila donc annéantie cette constitution qui pendant tant de siècles, a fait le bonheur [...].

[S.1:] De l'Imprimerie VAN DEN BOSCH, au Grand Turc. s.d., [01.1793(?)], s.l., 1 S., 1 Bl., 4°;

[unterz.:] Le Pere VAN EYK, Magister d'ixel.

Der Verfasser bezeichnet die Franzosen als Verbrecher und Unterdrücker, die das Fundament des Glücks und der Sicherheit der Belgier, die alte Verfassung und die feudale Gesellschaftsordnung, zu ihrem Gunsten zerstört hätten. Unter dem Motto 'tout ou rien' kündigt er den vereinten Widerstand der Belgier und die Verteidigung ihrer Priester an.

Alff.E 31





Lfd.Nr.: 457

[anonym, 'QUELQUES CONSEILLERS ULCÉRÉS':]

LE PRÊTÉ RENDU OU REFLEXIONS VÉRIDIQUES DE QUELQUES CONSEILLERS ULCÉRÉS PAR LES REPRÉSENTATIONS DES ÉTATS DE BRABANT, A SON EXCELLENCE le Comte de MERCY-ARGENTEAU, du 15 Janvier & du 6 Février 1791.

1791. [6.2.1791], s.l., 16 S., A8, 8°, zweispaltig;

Kommentierung der mitabgedruckten Eingabe der Stände vom 15.1.1791 durch die sieben Justizräte, die nach der Auflösung des Brabanter Rates in den großen Rat von Mecheln übergewechselt waren. Die Stände hatten sich in ihrer Eingabe der Wiedereinstellung dieser Räte in den Brabanter Rat widersetzt. Ihr früherer Wechsel bedeutete nicht die Niederlegung ihrer Ämter im Brabanter Rat. Vielmehr seien sie bereit gewesen, nach der Kassierung des Rates von Brabant und damit ihrer Ämter, am 19.6.1789 in die nach Brüssel verlegte Kammer des großen Rates von Mecheln einzutreten, damit es überhaupt Richter in Brabant gebe. Der große Rat trat nur provisorisch an die Stelle des Brabanter Rates. Die Besetzung einer freien Ratsstelle sei eigentlich die Aufgabe des Souveräns. Erst in Den Haag wurde hieraus für die Zukunft ein Punkt in der Verfassung. Dies gelte aber nicht für bereits bestallte Räte und es zeuge von Undank, wenn sich die Stände gegen ihre Einstellung sträubten, obwohl der Kaiser bereit sei, die Eidbrüchigen in ihren Ämtern zu belassen. Sie hätten nicht zur Zerstörung des Brabanter Rates beigetragen und es gäbe keinen Grund, sie abzulehnen. Das Volk, auf das sich die Stände beriefen, erkenne langsam, wer die eigentlichen Unruhestifter seien. Es folgt eine Aufzählung der Verfehlungen der Stände. Das größte Unglück für das Volk sei es, von solchen Ständen vertreten zu werden. Ganz Europa wisse, daß Joseph II. in der Verwirklichung seiner großartigen Pläne nur die falschen Mittel gewählt habe. Die Räte dementieren alle Vorwürfe der Stände, die sie in ihrer Eingabe vom 6.2.1791 erhoben hatten. Um den wahren Charakter der Ständemitglieder zu verdeutlichen, drucken sie noch einen Brief Fraiponts ab, in dem dieser auf Veranlassung Schiplaekens die Versammlung aller Ständemitglieder von Limburg in Battice am 10.8.1790 forderte. Bei Nichterscheinen wollte sich Schiplaeken zum Souverän erklären. Jeder, der nicht erscheinen würde, müßte damit rechnen, daß sein Haus oder Schloß von den Truppen zerstört würde.

Alff.K 341





Lfd.Nr.: 458

PROJET DE JOYEUSE ENTRÉE POUR LA FLANDRE.

A GAND. 1791. [01.1791], 14 S., 8 Bl., 8°;

Fertiger Entwurf einer 'Joyeuse Entrée' für die Provinz Flandern, die der Kaiser als Graf von Flandern oder sein Stellvertreter beschwören soll. Die Vorschläge zielen auf eine Festschreibung der Rechte und Privilegien der Provinz, eine Stärkung der ständischen Selbstverwaltung und eines verbesserten Mitspracherechts in allen wichtigen Fragen, die die Provinz betreffen. So soll beispielsweise die frühere 'Subside fixe' aufgehoben werden. Stattdessen sollen die Subsidien und die Geldmittel, die für den Unterhalt des Hofes gedacht seien, zweimal jährlich in der Ständeversammlung beschlossen werden. Die Stände sollen sich aus der Geistlichkeit, dem Adel und dem dritten Stand zusammensetzen. Die Stelle des 'actuaire' solle wegfallen, und die Stände selbst sollen entscheiden können, wieviele 'Conseillers pensionnaires' und wieviele Schreiber sie benötigten. Die Gebietskörperschaften sollten die öffentlichen Arbeiten, für die sie zuständig seien, in eigener Regie durchführen können. Den Ständen wird ein Vetorecht bei der Besetzung der Stellen im Rat von Flandern, die unkündbar sein sollen, eingeräumt. Die Schulen sollten wieder unter die Aufsicht der Bischöfe und Magistrate gestellt werden. Die Magistrate der Städte und 'Châtellenien' sollten jedes Jahr am ersten Mai nach einem bestimmten Plan, den die Regierung mit den Ständen ausgearbetet hat, erneuert werden. Den Ständen soll zugestanden werden, ihre Eingaben direkt an den Kaiser zu schicken oder einen Abgeordneten an den Hof in Wien zu entsenden, ohne vorher die Erlaubnis der Regierung einholen zu müssen. Die Stände sollten das Recht haben, auf eigene Kosten in Wien einen ständigen Vertreter zu haben, der die Belange der Stände dem Kaiser direkt vortragen könne. Der Befehlshaber der Streitkräfte in Belgien und der Minister sollten den Generalgouverneuren unterstellt sein. Ähnlich wie in der Brabanter 'Joyeuse Entrée' wird den Ständen ein Widerstandsrecht gegen jeden Bruch der Verfassung von kaiserlicher Seite zugestanden (s.a. Nr. 360 u. 308).

Alff.K 342





Lfd.Nr.: 459

[DOYAR, PIERRE de:]

PROJET DE MANDEMENT OU D'INSTRUCTION PASTORALE, ENVOYÉ par un Evêque de France à Messeigneurs les Archevêque (!) & Evêques des Pays-Bas Autrichiens.

A NANCY, CHEZ LES LIBRAIRES ASSOCIÉS. M. DCC. LXXXVI. [25.4.1786], 72 S., A12-C12, 12°, Schmutztitel, Errata-Liste S.[2];

[unterz. S.6, Vorwort:] ...25 Avril 1786. B. F. EVEQUE DE ***.

[S.72:] Donné dans notre Palais Archiépiscopal (Épiscopal) le 25 Avril 1786.

Entwurf eines Hirtenbriefes, in dem Doyar die Priester aufruft, unter Aufbietung all ihrer Kräfte der Sekte des Jansenismus in einem Zeitalter besonderer Glaubensanfechtungen entgegenzutreten. Sie sollten durch einen vorbildlichen Lebenswandel, durch die Kunst des Streitgesprächs und die Kenntnis der Sekten die Gläubigen von der wahren römisch-katholischen Lehre überzeugen. Um vor allem die Jugend dem verderblichen Einfluß der Sekten zu entziehen, sollten sie die Häresien und Revolten erklären, zu denen die Toleranz führe und die Bedeutung der Bulle 'Unigenitus' hervorheben. Nur den Bischöfen und dem Papst sei man in geistlichen Dingen verpflichtet. Die Bischöfe hätten immer ihre Stimme erhoben, wenn die Religion in Gefahr war, und sie ließen sich auch jetzt nicht den Mund verbieten. Dem Kaiser seien seine Vorrechte nicht bestritten worden, aber seine Eingriffe in die Kirche seien nicht hinnehmbar. Weder die Einführung der Toleranz, noch des Ehedispens, noch die Eingriffe in die äußeren Formen der Liturgie, noch die Zensur seien Sache der weltlichen Macht. Der Fürst habe lediglich die Aufgabe, die Diener der Kirche und die Religion zu schützen. Die Verlesung kaiserlicher Anordnungen solle nur dann gestattet sein, wenn sie zuvor von kirchlicher Seite überprüft worden seien. In einer Zeit, in der das Dogma gefährdet, die Kirchendisziplin und die Traditionen der Kirche umgestoßen werden, bete man zu Gott, daß er den Kaiser umkehren lasse.

Alff.A 2





Lfd.Nr.: 460

PROJET DE RÉPONSE A FAIRE PAR LES ÉTATS DE TOUTES LES PROVINCES DE L'UNION A L'EMPEREUR LÉOPOLD SUR SON MANIFESTE.

SIRE! NOus félicitons V. M. sur son événement à la Couronne Impériale. [...].

s.d., [11.1790], s.l., 2 S., 1 Bl., 8°;

[unterz.:] Donné à notre Assemblé-Générale, tenue à....ce.... de Novembre 1799(!). Par Ordonnance de Leurs Hautes Puissances N....

Formulierung einer möglichen Antwort der vereinigten Stände auf die Frankfurter Erklärung Leopold II. vom 14.10.1790. Belgien sei nie der Besitz irgendeines Vorfahren des Kaisers gewesen und die Belgier hätten seinen Bruder mit Recht entmachtet. Für Vorschläge und Verhandlungen sei der Kongreß der richtige Ansprechpartner, nicht die einzelnen Stände. Die Abfassung der kaiserlichen Erklärung wird spöttisch der Unerfahrenheit der Minister des Kaisers zugeschrieben.

Alff.C 31





Lfd.Nr.: 461/462

PROJET de Représentation de la part des Habitans des Provinces Belgiques à Sa Majesté le ROI DE HONGRIE. Août 1790.

SIRE, LA Déclaration faite par Votre Majesté, & transmise aux États des Provinces Belgiques, [...].

s.d., [8.1790], s.l., 8 S., Sign.: A4, 8°, [1. Exemplar handschriftlich verbessert, bei 2. Exemplar bereits im Druck berücksichtigt];

Hätten die Stände das Volk in freier Wahl seine Vertreter neu wählen lassen (s.a. Nr. 74), so wäre es auf der Grundlage der Denkschrift Leopolds vom 2.3.1790 möglich gewesen, einen Interessenausgleich zwischen der belgischen Nation und dem Kaiser herzustellen. Die Stände wollten aber selbst als Souverän auftreten, obwohl die Souveränität vom Volk ausgehe. Es stehe nun die Entscheidung an, ob man die Unabhängigkeit durch die Wahl neuer Repräsentanten verteidigen wolle, oder ob man sich wieder dem Kaiser anvertrauen soll. Die Wiederherstellung der kaiserlichen Souveränität bringe zwar die äußere Sicherheit mit sich, aber es fehle die innere Freiheit. Deshalb könnten erst dann Verhandlungen zwischen dem Kaiser und der Nation stattfinden, wenn neue Repräsentanten gewählt wären. Die Bedingungen für eine Anerkennung des Kaisers als Souverän werden dann in 30 folgenden Punkten niedergelegt. Der Verfasser schlägt im wesentlichen eine konstitutionelle Monarchie vor, in der die Gewaltenteilung verwirklicht ist und die Menschenrechte geachtet werden. Die Stände der Provinzen vereinen sich zu den Generalständen, die in zwei Kammern tagen; Klerus und Adel gemeinsam in der ersten, der Dritte Stand in der zweiten Kammer. Die Abgeordneten der Generalstände werden indirekt durch das Volk für eine bestimmte Zeit gewählt. Die Generalstände können die Joyeuse Entrée und die Verfassungen der anderen Provinzen als Grundlage für Freiheit, Eigentum und allgemeine Sicherheit anerkennen. In der Regel sollten keine fremden Truppen in und an den Grenzen Belgiens stationiert werden. Eine allgemeine Bewaffnung der Bürger wird gestattet und Bürgerwehren dürfen aufgestellt werden. Ein Gesetz tritt dann in Kraft, wenn beide Kammern durch einfache Mehrheit dafür gestimmt haben und der Souverän darin einwilligt. Bei Verstößen gegen die Verfassung und andere Rechte und Privilegien durch den Kaiser haben die Generalstände das Recht, diesem die Exekutivgewalt zu entziehen und einem anderen zu übertragen. Diesem soll auch die nationale Miliz unterstehen, die gebildet werden soll. Beim Tod des Souveräns bestellen die Generalstände eine Übergangsregierung, die nicht aus Mitgliedern der Generalstände gebildet werden darf, bis zur Inauguration eines neuen Souveräns. Der Souverän ist verpflichtet, die Bürger zu schützen. Insbesondere soll er der Religion und dem Klerus seinen Schutz angedeihen lassen, so daß z.B. willkürliche Klosteraufhebungen ausgeschlossen bleiben. Die Zensur wird aufgehoben, jeder soll vor dem Gesetz gleich sein und der Zugang zu den Ämtern soll nach Verdienst und Leistung geregelt werden. Abschließend bemerkt der Verfasser, daß ein Verzicht auf eine gewaltsame Rückeroberung der Provinzen und die Berücksichtigung der Vorschläge dazu beitragen würden, die Herzen der Belgier dem Kaiser zurückzugewinnen.

Alff.K 343/Alff.K 344





Lfd.Nr.: 463

PROPOSITIONS Aux Hauts & Puissans Seigneurs LES ETATS de Flandre.

LE Comité-général ayant eu en communication en assemblée de ce jour, copie de la lettre du général d'artillerie VANDER MERSCH, [...].

s.d., [22.4.1790], s.l., [Gent?], 8 S., 8°;

Drei Eingaben des Comité général de la Flandre an die Stände der Provinz (10.4.;21.4.;22.4.1790), sich beim Kongreß mit Nachdruck dafür einzusetzen, daß Van der Mersch sich nach Gent zurückziehen dürfe und ihm ein fairer Prozeß garantiert werde. Nachdem die Stände am 21.4.1790 eine Beratung hierüber abgelehnt hatten (s.a. Nr. 574), äußerte sich das Komitee in der dritten Eingabe besorgt über die möglichen Auswirkungen. Seine Aufgabe sei es, die Wünsche und Sorgen der Bevölkerung den Ständen mitzuteilen, den Bürgern Vertrauen in die Verwaltung der Stände zu geben und Eintracht und Einheit zu fördern. All dies sei gefährdet, wenn den Forderungen der Bevölkerung nicht stattgegeben würden. Außerdem gehe es nicht an, wie bereits in der zweiten Eingabe betont wurde, daß die drei Brabanter Hauptstädte sich über die berechtigten Anliegen einer ganzen Provinz hinwegsetzten. Alle Eingaben sind unterzeichnet mit L. VAN DAMME.

Alff.K 345





Lfd.Nr.: 464

PROPOSITIONS DE MM. DU CLERGE'(!), PRESENTEES A LA CHAMBRE DU TIERS ETAT; LE 7 JUIN 1791.

D'APRES l'INVITATION faite, le 2 Juin, à MM. du Clergé, par le tiers état de Hainaut, pour concourir à la dette de deux millions de florins, faite pendant la révolution, la proposition suivante a été présentée. [vorangestellt:]

1°. MM. du Clergé offrent de lever le plutôt possible, & à mesure des besoins des états,[...].

s.d., [9.6.1791], s.l., unpag., [2 S.], 2 Bl., 8°;

Veröffentlichung der Vorschläge des Hennegauer Klerus zur Abtragung der Revolutionsschulden der Provinz, in Erwiderung der Aufforderung des Dritten Standes an den Klerus, sich an der Tilgung der Schulden zu beteiligen (s. Nr. 299) und ihrer Modifizierung, die schließlich zum Vertragsabschluß führte. Der Klerus gewährt ein 'Don gratuit' von 450000 fl. unter der Bedingung einer Eingabe an den Kaiser, die Belastung der Abteien mit einer besonderen Pension sofort aufzuheben und der Zustimmung des Dritten Standes zur Errichtung von drei Kammern im Rat, die nach den alleinigen Vorstellungen des Klerus und des Adels eingerichtet werden sollten (s.a. Nr. 562/563).

Alff.K 346





Lfd.Nr.: 465

PROPOSITIONS ET RÉPONSES FAITES ENTRE LES ÉTATS-GÉNÉRAUX TOUCHANT L'ORGANISATION DU CONGRES.

1792. s.l., 14 S., 8 Bl., 8°;

Abdruck von gekürzten Sitzungsprotokollen der Generalstände, in denen in 51 Punkten in Form von Fragen und Antworten die Zusammensetzung, die Kompetenzen und die Verfahrensweisen des Kongresses von 1790 festgelegt werden. Es handelt sich um Protokolle aus den Sitzungen vom 24.2.1790 (Punkte 1-7), vom 1.3.1790 (Punkte 8 und 9), vom 3.3.1790 (Punkte 10-14), vom 9.3.1790 (Punkte 15-17), vom 10.3.1790 (Punkte 18 und 19) und vom 11.3.1790 (Punkte 20-26). Es ist zu vermuten, daß die Punkte 27 bis 51 ebenfalls Sitzungsprotokollen entnommen wurden. Dies konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden.

Alff.K 347





Lfd.Nr.: 466

[anonym, 'UN CITOYEN DE BRUXELLES':]

LA PROSPÉRITÉ DES PAYS-BAS, OU SECONDE LETTRE D'un Citoyen de Bruxelles à son Ami A**; Suivie d'une note sur les représentations des Etats de Brabant à S. E. le Comte de Mercy-Argenteau.

[vorangestellte Zählung:] N° 2.

1791. [14.2.1791], s.l., [Bruxelles], 26 S., 14 Bl., A8,B4,C2, 8°;

[unterz. S.20:] F. de Q.

Um eine gedeihliche Entwicklung der belgischen Provinzen zu garantieren, müßten nach Meinung des Verfassers die Apathie und die Sorglosigkeit der Bürger überwunden werden. Die Gleichgültigkeit könne durch eine bessere Erziehung der Jugend bekämpft werden. Während in Flandern die Vernunft regiere, schiele man in Brabant nur nach der überkommenen 'Joyeuse Entrée', die dringend reformiert werden müßte. Sie sollte nicht mehr als ein gutes Dutzend Paragraphen umfassen, in denen die Privilegien festgeschrieben seien, die dem Volk nützten. Hätte das Volk die Wahl, es würde vor allem vom Volk gewählte Volksvertreter fordern sowie die Gleichheit aller vor dem Gesetz. Der Hochmut der Stände resultiere aus ihrer jahrhundertelangen Herrschaft über das Volk, die sie allein ihren Vorfahren verdankten. Es sei absurd, sie weiterhin als Volksvertreter anzuerkennen, da sie nicht für die Volksrechte und die Reinheit der Religion gekämpft hätten, sondern nur um den Erhalt ihrer Privilegien. Sie hätten die Verfassung selbst mit Füßen getreten, obwohl sie vorgaben, für ihr Fortbestehen zu kämpfen. Anfragen an die Stände leiteten sie an bezahlte Advokaten weiter, die sie in ihrem Sinne beantworteten. Dabei sollten die Stände über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unterrichtet sein, um die nötigen Maßnahmen zu treffen. Van der Noot sei nur ihr nützlicher Idiot gewesen. Ohne ihre Unterstützung hätte er nie behauptet, daß die Vorschläge Leopolds nur das Machwerk eines Royalisten seien. Sie selbst hätten den Pöbel, der plündernd durch die Straßen Brüssels gezogen sei, in der Hand gehabt, nicht nur Van der Noot. Wären die Porträts von Van der Noot, Van Eupen und La Pinaud in den Kirchen zur Verehrung aufgestellt worden, wenn sie von Vaterlandsliebe erfüllt gewesen wären? Es sei höchste Zeit, sie durch ein Gericht aburteilen zu lassen und die Vermögen der Abteien für die Entschädigung der Revolutionsopfer zu verwenden. Leopold würde sich den Wünschen des Volkes nicht verschließen. Stattdessen trieben die Stände durch unverschämte Eingaben an den Minister weiter ihr Unwesen. Maßstab für die Vergabe eines zeitlich befristeten Mandats in der Volksvertretung sollte ausschließlich das Talent und die Bürgertugenden des einzelnen sein. Es stünden aufgeklärte Adlige bereit, die darauf warteten, sich als gute Bürger für das Volk nützlich zu machen. Eigensüchtige Adlige hätten keinen Platz mehr in der Gesellschaft. Deshalb seien auch die französischen Emigranten so verhaßt. Die Belgier würden bald den Franzosen folgen, die mit dem adligen Ungeist aufgeräumt hätten. Hoffnungsvoll stimmten die weisen und vernünftigen Forderungen aus Gent, dem Hennegau und Geldern an Leopold II.. Bald würden die Brüsseler folgen, trotz vieler Starrköpfe. Es folgen unter dem Titel 'NOTE SUR LES REPRÉSENTATIONS DES ÉTATS DE BRABANT, A S. E. le Comte de Mercy-Argenteau, Ministre-Plénipotentiaire de S. M. l'Empereur.', (S. 20-26), Bemerkungen zu den Eingaben der Brabanter Stände an den Minister. Einleitend behauptet der Verfasser, die Stände mißbrauchten die Güte Leopolds und versuchten weiterhin, sich als die eigentlichen Herrscher aufzuspielen. Sie verteufelten integre Justizräte und griffen die frühere Regierung an. Es folgen Auszüge aus den Eingaben der Stände vom 15.1.1791 und vom 8.2.1791, die der Schrift 'Copies des représentations des états de Brabant...', s. Nr. 173, entnommen wurden. Diese wurden so umgeschrieben, daß sie zu einer Anklage gegen die Stände selbst und ihre Helfershelfer werden.

Alff.K 348





Lfd.Nr.: 467

PROTESTATION De quelques Doyens & arrière-Conseil de la Nation de S. Nicolas de cette ville de Bruxelles, contre Norb. J. Parys, Syndic de la Nation de S. Nicolas, & maître Charpentier de la même ville, demeurant sur le rivage.

NOUS soussignés Doyens & arriere-Conseil de la Nation de St. Nicolas de la ville de Bruxelles, protestons contre [...].

s.d., [20.6.1791], s.l., [Bruxelles?], 3 S., 2 Bl., 8°;

Protestschreiben einiger 'Doyens' und des 'arrière-Conseil' der 'Nation de S. Nicolas' (S.2 unterzeichnet mit Fr. Rombats, J. R. Puraye, N. Staquet) gegen alle Schriften, die Parys ohne Einwilligung oder Kenntnis der Mitglieder der 'Nation' in deren Namen während oder nach der Revolution unterzeichnet habe (z.B. die Eingabe vom 14.6.1791 oder von Mitte Mai 1791). Es folgt eine Erklärung von J. B. Van den Sande, der alle Beschlüsse, die am 14.6.1791 gefaßt wurden, anfechtet, da er zu der Versammlung nicht eingeladen worden war. Außerdem protestiert er gegen jeden Verfassungsbruch während des Aufstands durch oder im Namen der 'Nation de S. Nicolas'.

Alff.D 16





Lfd.Nr.: 468

[ANTHEUNIS, JACQUES-JEAN:]

PROTOCOLE Jakobs, Soone Johans, Soone Balthazars, Die de Vryheyt der Gaulen, ende de goede uytvoering hunner Wetten lief heeft.

[vorangestellte Zählung: N.° 4 - N.° 10, Fragmente N.° 3 u. 11]

[Kolophon nach jeder Ausgabe, ab N° 5 in folgender Form:] tot GEND uyt de Drukkery van EMM. T''SERVRANCK, ontrent 't groot Kanon. , s.d., [1799], S. xlvij-lxxxiij, 84-160, 165-166, 171-172, [Pag. S. 47-83 in gebrochener Schrift], 8°, Broschur, [ms. Vorderseite Einband:] Protocole Jakobs, Soone Johans, Soone Balthazars, die de Vryheyt der Gaulen en de goede uytvoering hunner Wetten lief heeft (1799), door Jakob Jan Antheunis, geboren te Gent omstreeks 1750 en overl. in het begin der 19.e eeuw.;

[unterz. jede Ausgabe:] J. J. A.

Teile des ersten Bandes der Protokolle Jakobs, in denen der Verfasser die Erpressungen und Betrügereien der französischen Kommissare und Beamten in Belgien beschreibt und brandmarkt. Ab der sechsten Nummer wechselt der Autor in eine für den Leser leichter lesbare Druckschrift.

Alff.K 349





Lfd.Nr.: 469

LA PUCE A L'OREILLE DES ARISTOCRATES AUX BELGES.

170(!)1. [29.5.1791], s.l., 10 S., 6 Bl., 8°;

[unterz. S.9:] ...un Belge lassé de ses malheurs. Ce 29 Mai 1791.

Um den unversöhnlichen Gegensatz zwischen Demokraten und Aristokraten zum Wohle der Belgier zu überwinden, schlägt der Verfasser vor, die Verfassung wiederherzustellen und in Eingaben alle Klagen dem Kaiser vorzutragen. Die Aristokraten seien die Feinde des Fürsten und der Nation, da sie in ihrem Hochmut nur ihre eigenen Interessen kennen. Die Mönche müßten vor allem den Gesetzen unterworfen werden, da sie das Volk verführt hätten. Die Demokraten wirkten zum Wohl der ganzen Nation und empfänden Liebe und Dankbarkeit für die Wohltaten und die Gerechtigkeit des Kaisers, ebenso wie diejenigen Royalisten, die den Reformen Joseph II. ihren Respekt bezeugt hätten. Es gäbe aber auch Royalisten aus reinem Eigennutz und Fanatismus, so daß diese dritte Kraft sich in einen demokratischen und einen aristokratischen Teil aufspalte. Die Obstruktionspolitik der "Etats aristocratio-théocrates", die erneut Unruhe in das Volk und Zwietracht säen soll, muß tatkräftig bekämpft werden, um weiteres Unheil von der Nation abzuwenden.

Alff.K 350





Lfd.Nr.: 470

[OUTREPONT, CHARLES-LAMBERT d':]

QU'ALLONS-NOUS DEVENIR? OU AVIS ESSENTIEL D'UN BELGE A SES CONCITOYENS; Dans lequel on examine si quelqu'un, dans l'état actuel des choses, a le droit d'exercer l'autorité Souveraine dans la Belgique, & où l'on indique ce qu'il faudroit faire pour y entretenir la paix & l'union, & faire le bonheur de ces belles contrées.

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE. M. DCC. LXXXIX. [Ende Dez. 1789], s.l., 28 S., A8,B4,C2, 8°;

Detailliertes Konzept für die Wahl einer Nationalversammlung durch das Volk, die die Stände, deren Mandat abgelaufen sei, ablöst. D'Outrepont beginnt mit der Feststellung, daß die Belgier frei seien. Dies sei einerseits den besonderen Charakterzügen der Belgier und andererseits der Ungeschicklichkeit des Tyrannen zu verdanken. Seit dem Beginn der österreichischen Herrschaft sei die Freiheit der Belgier beschnitten worden. Die Duldsamkeit der Belgier habe dazu beigetragen, daß die Revolution erst unter Joseph II. ausgebrochen sei. Die frühere Verfassung, die nicht ein Geschenk des Fürsten gewesen sei, sondern die Anerkennung der Volksrechte durch den Fürsten, und die seit Philipp II. von den Spaniern weitgehend respektiert wurde, beinhaltete im wesentlichen folgende Punkte: 1. die Behandlung des einzelnen nach Recht und Gesetz in allen Belangen, 2. die Steuerbewilligung durch die Volksvertreter und 3. die Verteilung der Legislative auf den Fürsten, der ein Gesetz vorschlug und den Brabanter Rat, der als ständiger Vertreter der Nation dieses Gesetz sanktionierte. Ein Versuch Maria-Theresias im Jahre 1752 die Legislative ganz in ihre Hand zu bekommen, scheiterte am Votum des geheimen Rates unter Neny. Es bleibe festzuhalten, daß der Herzog von Brabant nur der erste Bürger des Landes sei. Joseph II. scheiterte in seinem Hochmut zum ersten Mal am 21.9.1787 an seiner Unterdrückungspolitik. Trauttmansdorff und d'Alton, die härter vorgehen sollten, trieben dann die Provinzen durch ihre hinterhältige Gewaltpolitik in den Aufstand. Um nicht zum Spielball der Nachbarmächte zu werden, sei es wichtig, eine neue Regierung einzusetzen. D'Outrepont schlägt den Zusammenschluß aller Provinzen nach dem Vorbild der Amerikaner vor. Er verwirft den Vorschlag Fellers, die Provinzen sollten ihre alten Verfassungen beibehalten, da diese für eine Monarchie maßgeschneidert wären und es jetzt um die Errichtung einer Republik gehe. Außerdem blieben dann die früheren Teilungen bestehen und eine Rückeroberung der Provinzen wäre leicht möglich, da das Land nach allen Seiten ungeschützt sei. Nur die Einheit aller Provinzen, gegründet auf eine einheitliche Verfassung, biete einen wirkungsvollen Schutz der neugewonnenen Freiheit. Im folgenden gibt D'Outrepont Antworten auf die Fragen, was die Belgier gewesen sind, was sie jetzt sind und was sie tun müßten, um allen Provinzen eine Verfassung zu geben, die sie eng aneinanderschmiedet und ihre politische Konsistenz begründet. Unter den Österreichern habe man in einer Monarchie gelebt, in der die Stände als Vertretung des Volkes die Steuern bewilligten, außerordentliche Abgaben beschlossen und die Verfassung gegen die Unternehmungen des Fürsten verteidigten. Diese Volksvertretung setzte sich gemäß der Feudalordnung aus den drei Ständen zusammen. Neun Zehntel der Nation war nicht repräsentiert. Die Vertreter des ersten und zweiten Standes, die aufgrund ihres Besitzes in der Ständeversammlung saßen, vertraten nur ihre eigenen Interessen. Die Landbevölkerung war überhaupt nicht vertreten. Deshalb bildeten die beiden ersten Stände nur eine schwache Barriere gegen den Despotismus; zumal der Fürst nach Belieben die Zahl der Ständemitglieder durch eine Neufestsetzung der Aufnahmekriterien verändern konnte. Allein die städtischen Vertreter des Dritten Standes hätten standhaft gegen die Willkür des Fürsten opponiert. Den Revolutionsführern sei es zu verdanken, daß jene ihren Widerstand gegen die Regierung durchhielten. Nach der Unabhängigkeitserklärung am 24.10.1789 sei das Mandat der Stände erloschen, da die geschilderten Aufgaben der Stände damit weggefallen seien und es weder einen Fürst noch eine Verfassung mehr gebe. Keiner besitze mehr eine legale Macht über oder bei den Belgiern. Die Souveränität und ihre Ausübung liege nun bei der Nation. Die Stände seien nur noch Sachwalter ohne Auftrag. Die Nation entscheide über die Ausübung der Souveränität und bestimme ihre Vertreter. Die auswärtigen Mächte könnten die Unabhängigkeit der Belgier nicht anerkennen, da die Ständevertreter ohne Mandat seien. Daher sei es notwendig, eine Nationalversammlung einzurichten. Ohne sie gäbe es keine souveräne Autorität in Belgien. Jede Ausübung der Souveränität durch einzelne sei eine Usurpation, es sei denn sie bliebe provisorisch, bis das Volk sich entschieden hätte. Jede Usurpation bedeute ein großes Unglück und ziehe kriegerische Verwicklungen nach sich, da der Kaiser oder Frankreich den Usurpatoren ihre Beute streitig machen könnten, ohne daß diese sich auf einen Rechtstitel berufen könnten. Wenn aber jemandem die oberste Gewalt legal durch eine Nationalversammlung übertragen würde, dann könnte der Kaiser nicht einmal seine früheren Rechte auf Belgien geltend machen, ohne einzugestehen, daß die Völker das Eigentum der Fürsten seien. Damit hätte er das ganze aufgeklärte Europa gegen sich. Die Generalstände sollten die Nation versammeln. Wenn diese aber nicht bald handelten, könnten auch die Provinzgerichtshöfe oder die patriotischen Komitees diese Aufgabe übernehmen. In der Primärversammlung sollte nicht nach Ständen unterschieden werden. Ob die alte Form der Stände beibehalten wird, entscheidet die Versammlung. Wichtig sei, daß die Primärversammlung eine Form erhalte, bei der jeder Bürger sicher sein kann, an dem Sozialpakt mitzuwirken, dem er sich später unterwerfen soll. Es folgen in 22 Punkten ausgearbeitete Vorschläge zur Einberufung einer Volksversammlung in den einzelnen Distrikten. Jeder Distrikt wählt nach Maßgabe seines Anteils am jährlichen Steueraufkommen Wahlmänner, die ihrerseits die Abgeordneten für die Nationalversammlung wählen. Die Generalstände legen die Gesamtzahl der Abgeordneten - mindestens 240 um Korruption zu vermeiden - und die Zahl der Abgeordneten jeder Provinz nach Maßgabe ihres früheren Anteils am jährlichen Steueraufkommen fest. Daß die Zahl der Abgeordneten nicht proportional der Einwohnerzahl der Provinzen festgelegt wird, begründet D'Outrepont mit fehlender Zeit. Zum Schluß warnt D'Outrepont die Stände, ohne Mandat des Volkes die Souveränität auszuüben, da dies nur Unfrieden bringe und zu einer Entzweiung führe, die nur dem äußeren Feind nutze. Die Rechte des Volkes müßten respektiert werden und ein Nationalkonvent müsse die Gewalten verteilen.

Alff.K 351





Lfd.Nr.: 471

Le 14 Juillet 1791.

DE tous les exemples du mépris que les Gouvernemens ont pour les nations qu'ils gouvernent, [...].

s.d., [14.7.1791], s.l., 10 S., 8°;

Der Verfasser ist der Ansicht, das Bild der Regierungsmitglieder in der Öffentlichkeit sei der Schlüssel zum Verständnis der Revolution und biete dem neuen Minister eine solide Grundlage für seine politischen Entscheidungen. Seit dem Tode Nenys herrsche List und Intrige vor. Vor allem die Familie Crumpipen, die großen Einfluß auf die Generalgouverneure ausübe, habe aus Eigennutz die Reformpolitik Joseph II. verraten und nichts unternommen, um die Bevölkerung über den Sinn der Reformen aufzuklären. Mit Beispielen belegt der Verfasser die Käuflichkeit der Regierungsbeamten und die Bevorzugung der Rebellen vor den treuen Untertanen des Kaisers. Der Regierungsapparat setze sich aus denselben verhaßten Beamten zusammen wie vor der Revolution. Die Gerichtsverfahren zur Entschädigung der Revolutionsopfer würden bewußt verschleppt und den Aristokraten gelänge es mehr und mehr, die Justiz zu lähmen, indem sie diejenigen Richter, von denen man einen gerechten Urteilsspruch erwarten könne, ablehnten und sie durch ihnen genehme Richter ersetzt sehen wollten, um einer Verurteilung zu entgehen. Die Nachsicht Leopold II. gehe zu weit, wenn sie den Gang der Gerechtigkeit aufhalte und seine treuen Untertanen nur Undank ernteten. Der Kaiser sollte besser eine rationale Politik betreiben, als den Ausbruch einer unkontrollierten Volkserhebung zu riskieren. Trotz der Verschleierungspolitik einer Koalition aus Regierungsvertretern, Klerikern und Aristokraten wachse im Volk die Einsicht in seine Vorurteile und komme die Wahrheit immer mehr ans Licht. Deshalb könne diese unselige Koalition den Prozeß der Wahrheitsfindung nur verzögern, ihn aber nicht verhindern (s.a. Nr. 294).

Alff.D 23





Lfd.Nr.: 472

[GAND, MICHEL-JOSEPH DE:]

LA QUESTION DU SERMENT TRAITÉE MATHÉMATIQUEMENT, OU DÉMONSTRATION MATHÉMATIQUE DE LA LICÉITÉ DU SERMENT, Par l'Auteur du Coup d'Oeil sur l'Évidence de la Vérité.

A GAND, Chez CHARLES DE GOESIN, Imprimeur-Libraire, Rue des Champs, n°= 235. MESSIDOR, AN VI. [19.6.1798], 40 S., iv,5-40, [A]8-B8,C4, 8°;

Der Verfasser versucht zu beweisen, daß der von den Priestern verlangte Eid auf die republikanische Verfassung und gegen das Königtum zulässig ist. Er wählt die Form eines geometrischen Beweises, um klarzulegen, wie der Eid zu interpretieren ist. Dazu erhält er den Sinn des Eides einerseits aus dem Gesetzestext selbst und andererseits aus den Interpretationen, die die Gesetzgeber, die Anwender und die Sachverständigen geben. In allen Fällen läßt sich zeigen, daß der Eid sich speziell auf die Verhältnisse in Frankreich bezieht und damit nur verhindert werden soll, daß weitere royalistische Verschwörungen die französische Republik gefährden und die in Frankreich abgeschaffte Monarchie wiedereingeführt wird. Keineswegs richte sich der Eid generell gegen das Königtum oder seine Vertreter, und er fordere auch keine innere Anhänglichkeit an die Republik. In diesem Sinn habe sich auch der Erzbischof erklärt. Damit stehe der Eid auch im Einklang mit der Forderung der Kirche, der Obrigkeit zu gehorchen. Die Frage, warum aufgeklärte Geistliche den Eid verweigerten, beantwortet der Verfasser mit einer Bestrafung der Gläubigen durch Gott, der die Köpfe der Geistlichen verwirre, da sie den Glauben nur noch äußerlich praktizierten und den Verlust ihrer Religion verdient hätten. Die Eidverweigerer sollten sich fragen, ob sie ruhigen Gewissens auf die Religionsausübung verzichten könnten und sollten die Folgen ihres Handelns bedenken (s.a. Nr. 415, 423/24, 573).

Alff.G 6





Lfd.Nr.: 473

QUI L'EMPORTERA LA RAISON OU LA RUSE?

CItoyens de la Belgique, appellés à jouir des droits & avantages de la Liberté, [...].

s.d., [7.1.1793], s.l., 8 S., 8°;

Zur Verhinderung einer Tyrannei der Demokraten nach dem Fehlschlag der Wahlen zu einem nationalen Konvent am 29.12.1792 in Brüssel schlägt der Verfasser die Einberufung einer neuen Volksversammlung vor, in der das Volk auf der Rechtmäßigkeit der Wahlen vom 29.12.1792 bestehen oder neue vertrauenswürdige Personen wählen soll. Eine Volkserhebung brächte die Gefahr einer Konfrontation mit den Franzosen mit sich, da diese die sogenannten Vertreter der französischen Nation unterstützten, nachdem diese das freie und unabhängige souveräne belgische Volk nach ihrer Wahlniederlage als für die Freiheit unwürdig bei den Franzosen denunziert hatten. Es sei auch zu unterscheiden zwischen einzelnen Personen, die die Prinzipien der französischen Nation verrieten, und der französischen Nation selbst, die sich für die Freiheit und Unabhängigkeit Belgiens ausgesprochen habe. Der Verfasser ist überzeugt, daß die Franzosen auf die Seite des belgischen Volkes umschwenkten, wenn sie die wahren Absichten der Belgier erkannt hätten.

Alff.K 352





Lfd.Nr.: 474

[D'HERBOUVILLE, C.:]

RAPPORT ADMINISTRATIF, Présenté le 15 Germinal an XII AU CONSEIL GÉNÉRAL Du Département des Deux-Nêthes, PAR LE CIT. D'HERBOUVILLE, PRÉFET.

A ANVERS, De l'imprimerie d'ALLEBÉ, Marché-aux-Souliers. AN XII. [5.4.(?)1804], 82 S., 44 Bl., ()2,(),A4-K4,L, 8°, Tabellen zwischen S.14 u. 15 (eine) und S.22 u. 23 (drei), Schmutztitel, blaue Broschur;

[unterz. S.80:] C. HERBOUVILLE.

Verwaltungsbericht des Präfekten D'Herbouville an den 'Conseil général' des Departements 'Deux Nêthes'. Nach einem einführenden Vorwort, in dem der Präfekt noch einmal den Besuch Napoleons in Antwerpen in Erinnerung ruft, erläutert er im ersten Teil die Vorgaben der Regierung für die Steuern und Abgaben des kommenden Jahres und ihre Verwendung. Die genaue Vermessung der einzelnen Kommunen soll dem 'Conseil général' helfen, die Grundsteuer gerecht auf die drei Arrondissements Antwerpen, Mecheln und Turnhout zu verteilen und sie nicht zu hoch anzusetzen. Mehrere Tabellen geben Aufschluß über das Finanzgebaren der Verwaltung. Im zweiten Teil beschreibt der Präfekt den gegenwärtigen Zustand des Departements und die Maßnahmen, die er zur Verbesserung der Infrastruktur ergriffen hat. Er berichtet über die Landwirtschaft und den Handel, über öffentliche Hilfen und Gefängnisse, über Straßen, Brücken und die Schiffahrt, über das Schulwesen und über die Bevölkerungsentwicklung sowie die Verwaltung. Er schlägt z.B. eine verstärkte Kultivierung der Heidelandschaft vor, möchte eine Pferdezucht einrichten, fordert die Ausbildung von Veterinären, plant eine Baumschule und regt an, die Moorlandschaften zu entwässern und das Wasser für landwirtschaftliche oder industrielle Zwecke zu verwenden. Der Handel habe sich zwar durch die Feindseligkeiten Englands verschlechtert, aber nicht dramatisch. Besonderen Wert legt er auf die Aushebung eines Kanals, der die Schelde mit der Mosel und den Rhein verbinden soll. Er stellt zur Diskussion, ob nicht die Findelkinder aufgrund des akuten Mangels an Matrosen diesem Beruf nicht zugeführt werden sollten. Der Hafen von Antwerpen werde erneuert und neue Schiffswerften gebaut. Bisher sei es ihm nicht gelungen, eine Handelsbörse in Antwerpen zu etablieren. Aufgrund fehlender Gelder wurde das zivile Hospiz dem militärischen angegliedert. Obwohl die Straßen sich in einem guten Zustand befänden, sei es nötig, ihre zu weichen Beläge zu erneuern. Die Bepflanzung entlang der Straßen soll trotz gewichtiger Einwände fortgeführt werden. Feldwege könnten aus Geldmangel zur Zeit nicht erneuert werden. Auf dem Sektor der Schulbildung beklagt er das mangelnde Interesse an weiterführenden Studien und wirbt für die Pariser Hebammenschule und die Veterinärschule. Die Primarschulen dagegen erfreuten sich eines regen Zulaufs. Aus den Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung der beiden letzten Jahre gehe hervor, daß mehr Jungen als Mädchen geboren werden und die Geburtenrate die Sterberate übersteige. Die Verwaltung arbeite im ganzen gesehen reibungslos, nur die Aushebung von Soldaten bereite besonders in Antwerpen noch einige Schwierigkeiten. Im dritten Teil geht der Präfekt kurz auf die Religion ein. Der Erzbischof von Mecheln mußte seine Residenz räumen und sei nun im ehemaligen Palais des früheren Erzbischofs Granvelle untergebracht. Die Regierung erlaube eine Erhöhung der Bezüge des Mechelner Domkapitels. Es folgt ein Sitzungsprotokoll des 'Conseil général' vom 14.4.(?)1804, in dem beschlossen wird, den Bericht des Präfekten zu veröffentlichen. In der Sitzung waren anwesend: J.-F. Diercxsens, Präsident, Dellafaille-Levergem, Dillis, J. Van Praet, J.-P. Broers, Heylen, Godin, C. Leemans, G.-J. Van der Linden, Dierx, Vander Neesen, Henri De Graef und Joseph Van Ertborn, Sekretär.

Alff.K 353





Lfd.Nr.: 475

RAPPORT DE M. LE COMTE DE KAUNITZ JOINT A LA DEPECHE SECRETE DE S. M. MARIE-THÉRÉSE DU 25 JUIN 1763. POUR Le régîme des affaires des Pays-Bas, & nommément pour supprimer la Jurisdiction, l'autorité & la participation des Seigneurs Etats de Brabant au pouvoir législatif. OU Sont traités avec subtilité, & même avec FOURBERIE toutes les questions propres à reduire les Belges dans l'esclavage; toujours sous le spécieux pretexte de contribuer au bonheur du Peuple, en employant toutes les phrases les plus mielleures, la flatterie la plus basse, pour le séduire & le porter à une haine contre ses Representans les ETATS.

LEYDE 1791. [3.8.1791], 58 S., 30 Bl., (t),[A]8-C8,D4,(), 8°;

[unterz. S. 50:] ...KAUNITZ-RITTBERG. Vienne le 25 Juin 1763.

Die Veröffentlichung der geheimen Denkschrift von Kaunitz aus dem Jahre 1763 dient als Anschauungsmaterial, wie bereits unter der Regierung Maria-Theresias versucht wurde, das Volk den Ständen zu entfremden, um den Widerstand der Stände gegen die Reformen der österreichischen Regierung zu brechen. Kaunitz nimmt die Erhebung eines 'Don gratuit' zum Anlaß, zu versuchen, die Brabanter Stände wieder in ihre Schranken zu weisen. Diesen sei es nämlich immer wieder gelungen, das Volk mit der Behauptung, daß jede Reform der Regierung ein Anschlag auf die Verfassung und die Privilegien der Brabanter bedeute, auf ihre Seite zu ziehen. Die Stände hatten statt eines 'Don gratuit' vorgeschlagen, die Staatsgüter zu beleihen. Daraufhin beschließt man, die Einwilligung der Stände in eine solche Anleihe zurückzuweisen, die Forderungen der Stände bezüglich der Rechenkammer schroff abzulehnen und eine Entscheidung der damit zusammenhängenden Streitigkeiten durch den Rat von Brabant nicht zuzulassen, da es sich um die Ausübung souveräner Rechte handele. Außerdem sollten die Stände ohne Verzug über ihre Verwendung der öffentlichen Gelder Rechenschaft ablegen. Durch die Kommentierung des Textes in Fußnoten will der Verfasser zeigen, daß der fortgesetzte Widerstand der Stände damals auch unter der Herrschaft Leopold II. als Richtschnur dienen kann, wenn fundamentale Verfassungsprinzipien angetastet werden. Man hüte sich vor einer Offenlegung der Finanzen, da dies der Regierung nur dazu diene, noch mehr Gelder aus der Provinz herauszupressen. Kaunitz leugne bewußt, daß die 'Joyeuse Entrée' ein Vertrag zwischen dem Souverän und seinen Untertanen sei und keine Privilegien. Der Streit um die Einrichtung und die Kompetenzen des Brabanter Rates wiederhole sich jetzt. Die Klagen von Kaunitz über den Umstand, daß die Stände nach ihren Beratungen sofort wieder auseinandergingen, ohne die Stellungnahme der Regierung abzuwarten, weist der Verfasser als unbegründet zurück. Aus diesem Bericht werde deutlich, daß der Rat von Brabant damals nicht aus einer Horde meineidiger und pflichtvergessener Mitglieder bestand, wie es jetzt der Fall sei. Als Anhang folgen vier Briefe der Kaiserin aus Wien vom 25.6.1763 an den Minister und den Generalgouverneur, sowie zwei Briefe Karl von Lothringens an die Stände, in denen die Maßnahmen gegen die willkürliche Finanzverwaltung und das anmaßende Verhalten der Stände gemäß dem Geheimbericht von Kaunitz angekündigt werden (s.a. Nr. 87).

Alff.B 1





Lfd.Nr.: 476

RAPPORT DES DÉPUTÉS DES ÉTATS DU HAINAU, Concernant l'objet de leur Mission à VIENNE. Datées du 3, 13, 16 & 18 Mars 1791.

A MONS, Chez N. J. BOCQUET, Lib. Imp. des ÉTATS & de la VILLE, rue de la Clef. 1791. [23.3.1791], 15 S., 8 Bl.,8°;

[beglaubigt:] ... DU PRÉ.

Veröffentlichung der Berichte der Abgeordneten der Hennegauer Stände (Norbert Durieu, Abbé de St. Feuillen, Charles Comtes de Thiennes de Lombize, C. J. X. Demarbaix, P. Durieux) über ihre offiziellen Gespräche vom 3.3., 13.3., 16.3. und 18.3.1791 in Wien. Die Abgeordneten berichten von ihrer freundlichen Aufnahme und ihren Unterredungen mit De Lederer, Kaunitz und Marie-Christine, die bald wieder nach Belgien zurückkehren wird. Die beantragte Audienz beim Kaiser kommt nicht zustande. Sie überreichen deshalb dem Erzherzog Franz eine Denkschrift - diese ist am Schluß der Schrift abgedruckt -, in der sie, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung wiederherzustellen, auf ein Ruhen der Vergangenheit und eine großzügige Regelung der Schuldenfrage hoffen und wünschen, daß die von der früheren Regierung willkürlich eingesetzten Justizräte nicht mehr in den Rat des Hennegaus aufgenommen werden, daß den Neuerern durch die Wiederherstellung der Verfassung der Boden für ihre Agitation entzogen werde, daß sie ungehindert Zutritt zum Kaiser und den Generalgouverneuren bekommen und daß die Forderungen der Hennegauer Stände in ihrem Memorandum wohlwollend aufgenommen werden. Die Berichte vom 6.3. und 23.3.1791 wurden gesondert veröffentlicht (s.a. Nr. 266).

Alff.K 354





Lfd.Nr.: 477

[FLANDRE, ETATS de, DÉPUTÉS des:]

RAPPORT des Députés soussignés envoyé à La Haye le 8 Décembre pour porter à Monsieur le Comte Merci-d'Argenteau une copie autentique de l'acte de reconnoissance de la Souveraineté de Sa Maj. l'Empereur LÉOPOLD sur la Flandre, présenté le 6 du même mois à Monsieur le Maréchal Baron de Bender à Bruxelles.

NOus sommes partis de Gand le 6 à une heure de l'après-midi pour arriver à Bruxelles le même soir. [...].

s.d., [23.12.1790], s.l., 6 S., 4 Bl., 8°;

[unterz.:] ...Van de Velde. De Deurwaerder. Hoobrouck de Mooreghem. Fait à Gand, ce 23 Décembre 1790. Concordantiam cum originali attestor. Signé, JOSEPH F. DE BAST.

Bericht der Abgeordneten der flandrischen Stände über ihr Zusammentreffen mit General Bender in Brüssel und Mercy-d'Argenteau in Den Haag anläßlich der Überbringung einer Kopie der Anerkennungsurkunde der Souveränität Leopold II. über die Provinz Flandern. Die freundliche Aufnahme berechtige zu der Hoffnung, daß die Anliegen der Provinz gebührend berücksichtigt würden. Beide Seiten, Kaiser und Untertanen, sollten nach Ansicht Mercy-d'Argenteaus zum Wohle aller zusammenarbeiten. Eine Generalamnestie mit wenigen Ausnahmen sei in Aussicht gestellt und eine unwandelbare Verfassung, die an den Werten und Interessen der Nation ausgerichtet sei. Alle sollten sich bemühen, Haß, Parteilichkeit und Zwietracht zu unterdrücken.

Alff.K 355





Lfd.Nr.: 478

[FLANDRE, LES ETATS de, LES TROIS VOLONTAIRES députés par:]

RAPPORT FAIT PAR LES TROIS VOLONTAIRES DÉPUTÉS PAR RÉSOLUTION DE LEURS HAUTES PUISSANCES LES ETATS DE FLANDRE Du 17 Avril 1790, et Lettre close, adressée à leurs Députés au Congrès, pour se rendre à la Citadelle d'Anvers, afin d'y voir et parler Son Excellence le Général d'artillerie VANDER MERSCH.

1790. [21.4.1790], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

[unterz. S.6:] Fait à Gand, ce 21 Avril 1790. ... J. B. LEMMENS, Cavalier Volontaire. JOACHIM NEYT, Sergent de la première Compagnie. J. F. VISPOEL.

Bericht der Beauftragten der flandischen Stände über ihren Besuch bei Van der Mersch in der Zitadelle von Antwerpen. Van Eupen, der sie in Antwerpen empfängt lehnt die gefordete Überstellung des Generals nach Gent ab, da diese die Würde des Kongresses verletzte. Van der Mersch fordert den Freiwilligen gegenüber seine Verlegung nach Gent und beklagt sich über die unverdiente Staatshaft. Ansonsten, so bestätigt er ihnen, werde er korrekt behandelt. Van Eupen, der mit Baron De Haveskerke und anderen am weiteren Verlauf des Gesprächs teilnimmt, entgegnet auf die Klagen Van der Merschs über die Anschuldigungen in einigen Pamphleten, ein Vaterlandsverräter zu sein, daß er sich wegen dieser Vorwürfe nicht zu beunruhigen brauche, denn niemand im Kongreß schenke diesen Beschuldigungen Glauben (s.a. Nr. 574) und Van der Noot sei ebenfalls diesen Verleumdungen ausgesetzt. Man sichert den Freiwilligen zu, daß der General, der seine Verteidigung in die Hände des Advokaten Sandelin gelegt hat, zu jeder Zeit besucht werden darf. Dem Bericht ist ein Schreiben, unterzeichnet von L. B. DE HAVESKERKE und P. J. VAN EUPEN am 19.4.1790 in Antwerpen, beigefügt, in dem diese eine Zusammenfassung des Besuchs der Freiwilligen in Antwerpen geben.

Alff.K 356





Lfd.Nr.: 479

RAPPORTS FAITS PAR LES CONSEILLERS DU CI-DEVANT GOUVERNEMENT, Concernant les Moyens à employer pour s'assurer de la pluralité des voix, par la distribution des nouveaux Conseillers dans chaque Chambre du Conseil Souverain de Brabant.

1790. [8.2.1790], s.l., [Bruxelles], 14 S., 8 Bl., 8°;

[beglaubigt S.2:] J. B. CLAESSENS. Bruxelles, ce 8 Février 1789 [recte: 1790].

Veröffentlichung der Stellungnahmen der Regierungsräte zur Frage der Rückführung jener Justizräte aus dem Brabanter Rat, die aufgrund ihrer politischen Unzuverlässigkeit durch ein Dekret vom 22.4.1788 in eine neu eingerichtete Kammer nach Antwerpen abgeschoben worden waren. Damit soll gezeigt werden, mit welchen Mitteln die Regierung versuchte, die Opposition im Rat von Brabant auszuschalten. Die Räte De le Vielleuze, Le Clerc, De Aguilar der Ältere und De Kulberg plädieren grundsätzlich dafür, die Justizräte zunächst in Antwerpen zu lassen und sie höchstens nach dem von der Regierung angestrengten Prozeß gegen Van der Noot und andere Aufwiegler zurückzuholen. Dabei könnten die Unzuverlässigsten in die dritte Kammer des Brabanter Rates kommen und die anderen auf die beiden anderen Kammern verteilt werden. N. J. Sanchez De Aguilar plädiert für die Rückführung eines Teils der Justizräte, De Berg, Reuss und De Limpens der Ältere machen sich für die Rückführung aller Justizräte stark. De Berg gibt zu bedenken, daß eine Reform des Fiskalamtes dringend notwendig wäre, um die pflichtvergessenen Justizräte besser unter Kontrolle zu haben. Kulberg unterstützt ihn in dieser Forderung.

Alff.K 357





Lfd.Nr.: 480

RÉCLAMATION DES PAYS-BAS FRANÇOIS ET AUTRICHIENS, A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET AU CORPS GERMANIQUE.

A LIEGE. 1791. 16 S., 11+1 fehlendes (?), unbedrucktes Bl., (),A8, 8°;

Protest gegen die Einziehung belgischer Güter auf dem Territorium der französischen Niederlande durch die französische Nationalversammlung und Forderung nach der Wiederherstellung der Monarchie, der katholischen Religion und der alten Gesetze in Frankreich durch den Kaiser. Die an Frankreich zur Zeit Ludwig XIV. abgetretenen Gebiete seien weiterhin Mitglied des Burgunder Kreises und würden durch gesonderte Gesetze verwaltet, die die Franzosen nicht ohne weiteres mißachten dürften.

Alff.K 358





Lfd.Nr.: 481

RECUEIL DE CHANSONS PATRIOTIQUES. DÉDIÉ AUX BELGES. DEUXIEME RECUEIL.

A LA LIBERTÉ. s.d., [29.1.1790?], s.l., viij,136 S., ()4,A12-E12,F8, 12°, Broschur;

Zweiter Band einer Sammlung patriotischer Lieder auf den glücklichen Ausgang der Brabanter Revolution und auf ihre Helden, vor allem auf Van der Mersch, der den Belgiern die Freiheit erkämpft habe. Verschmäht und verspottet wird d'Alton, dessen Grausamkeiten dargelegt werden. Gelobt wird die vorbildliche Haltung der Freiwilligen, die Unbeugsamkeit Franckenbergs und des größten Teils des Klerus im Hinblick auf das Generalseminar, sowie die Standfestigkeit Van der Noots und die Unterstützung durch die Brabanter Stände und der anderen Provinzen. Der Erhalt der 'Joyeuse Entrée' und die Vertreibung des Tyrannen werden als Meilensteine der belgischen Geschichte gefeiert. Einleitend warnt Le Mayeur vor den Tendenzen, Neuerungen einzuführen. Es finden sich in diesem Band auch mehrere Lieder, in denen Van der Mersch von der patriotischen Gesellschaft aufgefordert wird, die Freiheit der Nation zu bewahren, die durch eine neue Oligarchie gefährdet sei. Den Schluß bildet ein Kommentar zu den vorhergehenden Liedern in Gedichtform, in dem der Leser zu kritischem Umgang mit den Liedern ermuntert wird. Der Band enthält folgende 72 Lieder: 1. ODE AUX BELGES, PAR M. LE MAYEUR. "O Citoyens, prêtez l'oreille! [...]". 2. LA LIBERTÉ. "ROMPONS LE LIEN FUNESTE [...]". 3. CHANSON. "DE l'haute Germanie [...]". 4. LA DOUBLE RONDE AUX MILITAIRES PATRIOTES. "ADRESSE sur deux insiges Généraux [...]". 5. RONDE DU GÉNÉRAL VAN DER MERSCH. "FAisant sa ronde, [...]". 6. RONDE DU GÉNÉRAL PAILLASSE. "DE VanderMeersch si nous vantons [...]". 7. CONFESSION DE D'ALTON. "JE suis l'objet de ton courroux, [...]". 8. VAUDEVILLE BELGIQUE. "JE suis né dans un pays libre. [...]". 9. AUX PEUPLES BELGIQUES. "LA plus heureuse indépendance [...]". 10. CHANSON PATRIOTIQUE NAMUROISE TOTE NOVELLE. "ON pou d'visé to-fou des deins [...]". 11. CHANSON NIVELLOISE. Sur le départ des Canons. "RIftouju & l'Enragi [...]". 12. CHANSON IMPROMPTU. POUR MRS. LES VOLONTAIRES. "DE la troupe Volontaire [...]". 13. CHANSON Sur l'époque mémorable qui s'est faite à Gand, toute la journée du 13 Novembre 1789, entre les Troupes Autrichiennes & les Volontaires Brabançons. "DAns la Belgique on vtdescen- [...]". 14. LA PRUDENCE ET LE COURAGE DU PEUPLE BELGIQUE. "DEPUIS long-tems un nuage [...]". 15. CHANT DES BELGES LIBRES ET TRIOMPHANT. "BONS Patriotes, vos travaux [...]". 16. COUPLETS AUX DAMES DU BRABANT. "BELLES dames du Brabant, [...]". 17. COUPLETS AUX NAMUROIS. "AU milieu des disgraces, [...]". 18. COUPLETS AUX MONTOIS. "LOrsque la Belgique attaquée [...]". 19. CHANSON. "BRuxellois, quelle ame enragée [...]". 20. COUPLETS SUR LOUVAIN. "LOUVAIN a connu les manèges, [...]". 21. LE DÉPART DES VOLONTAIRES POUR LUXEMBOURG "EH quoi! sans que rien vous arrète; [...]". 22. PRIERE ADRESSÉE A LA SAINTE VIERGE. "VOus, qui de notre vie [...]". 23. RÉCIT D'UN BRAVE PATRIOTE. " EN Patriote Contre l'ennemi je combats, [...]". 24. CHANSON. "AH! quel plaisir, quelle allegresse, [...]". 25. CHANSONS DE NOS CHASSEURS. "LA gloire de nos Chasseurs galans [...]". 26. COUPLETS. "QUE du Brabant la terre est fortunée? [...]". 27. COUPLET "APPRENEZ, soldats téméraires, [...]". 28. COUPLETS SUR LA PRISE DE BRUXELLES "BRUXELLOIS, votre vrai courage [...]". 29. A MR. VANDERNOOT AGENT PLENIPOTENTIAIRE du Brabant. "FERME appui de ta Patrie; [...]". 30. LE MANIFESTE BRULE. "TRAUTTMANSDORFF en nul mauvais pas [...]". 31. L'AMOUR DE LA PATRIE. "DAnsons & chantons victoire, [...]". 32. LE TRIOMPHE DES BELGES EN M. DCC. LXXXIX. "NOn, jamais la postérité, [...]". 33. COUPLETS. "OU sont-ils, ces faux docteurs, [...]". 34. VERS Placés dans la Caravanne, & chantés à Mr. VAN DER MEERSCH par le Sr. MEES, à la représentation du 25 Janvier 1790, jour de son arrivée à Bruxelles. "TU viens illustrer ce rivage, [...]". 35. EPITAPHE DU CONSEIL ROYAL. "Cy-gît, dans la poussière du néant, [...].". 36. VERS ADRESSÉS A SON EXC. LE GENÉRAL VAN DER MEERSCH. Le 25 Janvier 1790, jour de son arrivée à Bruxelles. "O toi dont la sagesse & l'intrépidité [...]". 37. LA LIBERTÉ DES BELGES RETABLIE. Couplets adressés à son Excellence le Géneral VAN DER MEERSCH. "FUyez, tyrans sanguinaires, [...]". 38. SUR D'ALTON. "Des Belges l'horreur, le fléau [...]" (par M. P...). 39. COUPLETS Adressés à Mr. le Commandant Général VAN DER MEERSCH, par un membre de l'Assemblée Patriotique, à Bruxelles, le 25 Janvier 1790. "GRand VAN DER MEERSCH, [...]". 40. VOEU DE L'ASSEMBLE'E PATRIOTIQUE, SÉANT A BRUXELLES, A M. VANDER MEERSCH, Commandant-Général des Troupes de la Belgique-Unie. "DES Belges, VANDER MEERSCH, [...]". 41 QUATRAIN Placé sur le Frontispice d'un Temple, qui servoit de Surtout, à un soupé donné à Bruxelles le 28 de Janvier 1790, à M. le Général VANDER MEERSCH. AU VAINQUEUR DE TURNHOUT. "SOUS ton bras courageux, guidé [...]". 42. VERS Prononcés au Théâtre de Bruxelles, en présence de S. E. M. le Général VANDER MEERSCH, par M. Chanmeslé, faisant le rôle de Brutus, dans la Tragédie de ce nom, le Jeudi 28 Janvier 1790. "JE vois déjà sur moi les yeux de l'univers, [...]". 43. COUPLETS POUR LE GÉNÉRAL VANDER MEERSCH. "L'ÉTAT à deux doigts de sa perte [...]". 44. VERS Adressés à S. E. le Feld-Maréchal des Armées des Pays-Bas, VANDER MEERSCH, pendant son séjour à Bruxelles. "LE Belge gémissoit sous le joug [...]". 45. COUPLET "HÉROS de l'antiquité, [...]". 46. ÉPITRE A M. VANDER MEERSCH, Commandant-Général des Troupes de la Belgique-Unie. "O toi, que le patriotisme [...]". 47. Sur la Lettre foudroyante de Trauttmansdorff, à son Eminence le Cardinal Archevêque de Malines. "NOTRE Ministre au Cardinal, [...]". 48. Sur l'Ordonnance incendiaire de Messire Richard d'Alton, portée contre tout manant armé &c. "CONNOISSEZ VOUS Richard d'Alton? [...]". 49. PORTRAIT DU BELGE PATRIOTE. "LE Patriote Est un redoutable lion [...]". 50. LE PATRIOTISME VAINQUEUR. "BELGES, Chantons la gloire [...]". 51. Sur la continuation des Leçons non orthodoxes à Louvain, malgré la déclaration du Cardinal de Malines. "POURQUOI Marant avec Maziere [...]". 52. CHANSON A M. VAN DER NOOT, Par une Demoiselle de distinction. "VAN DER NOOT, tout notre espoir, [...]". 53. IL FAUT LES FAIRE TAIRE. "EN militaire, Belge, ouvre les yeux, viens & vois [...]". 54. IMPROMPTU Aux faiseurs d'observations sur la déclaration du Cardinal. "OH! pour le coup, nos Louvanistes [...]". 55. Destin problématiquement futur du Séminaire géneral de Louvain. "QUAND malgré le brûlant zele [...]". 56. CHANSON Adressée à M. le Comte de B***, un des combattans à la prise de la place, par une Bruxelloise. "TOI qui par un noble courage, [...]". 57. CHANSON SUR LE COURAGE DES BRUXELLOIS. "VIVENT, vivent les Bruxellois, [...]". 58. AUTRE PAR UN BRUXELLOIS, A l'arrivée des patriotes venant de Gand à Bruxelles. "VAillans & généreux Gantois, [...]". 59. CHANSON DES BRABANCONS. "LE Bracon, d'un coeur patriotique; [...]". 60 COUPLETS SUR LES FIGUES. "QUEL misérable dessein [...]". 61. CHANSON "SI l'espoir vient d'éclore, [...]". 62. CHANSON SUR LES AFFAIRES BELGIQUES. "EN ce temps d'allégresse [...]". 63. CHANSON DES PATRIOTES BRABANÇONS, "DU Senat la noble équité, [...]". 64. AU CÉLEBRE KEUR'MENNE. "SANS oublier biribi, [...]". 65. COUPLETS. Adressés à Son Excellence le Duc D'URSEL, á l'occasion de son retour à Bruxelles. "Dans le pays qui l'a vu naitre, [...]". 66. Sur la mutilation de l'Université de Louvain. "LOUVAIN vivement discuta Une questionnette; [...]" (s.a. Nr. 449, Nr. 3). 67. LE BELGE INSOUCIANT. CHANSON. "QU'UN essaim Jansénistique [...]". 68. ESPRIT du Plan de l'Institut du Séminaire-Général de Louvain. "UNITÉ, Charité, Tolérance; [...]". 69. A Monsieur Edouard Walckiers, Capitaine d'une Compagnie de Volontaires; par sa Compagnie. "ENFANTS de Mars, chers Compagnons, [...]". 70. SUR le moyen qu'on a pris pour repeupler le séminaire général de Louvain en 1788. "OR, dites-nous, musette, [...]" (s.a. Nr. 449, Nr. 1 u. 2). 71. SUR le déplacement des troupes logées au couvent des Annonciades supprimées à Louvain, & leur transmigration au grand College. "AUX troupes l'on fait quitter Leur demeure vile, [...]" (s.a. Nr. 449, Nr. 4). 72. COUPLET AUX Belges, pour servir de Commentaire ou d'Errata aux Chansons précédentes. "SI dans mes chants mal à propos, [...]".

Alff.K 359





Lfd.Nr.: 482

RECUEIL DE LETTRES DE LEURS ALTESSES ROYALES ALBERT ET MARIE-CHRISTINE, AU COMTE DE TRAUTTMANSDORFF.

DE L'IMPRIMERIE Du Comité Patriotique à Bruxelles 1790. Et se trouve, chez DE TREZ, Imprimeur-Libraire, rue au Beure. [12.2.1790], 8,13 S., [12 Bl., letztes Blatt wahrscheinlich beim Binden weggelassen], a4,A8, 8°;

[Kollationsvermerk:] ...Fait à Bruxelles, ce 12 Février 1790. Etoit signé J. B. CLAESSENS.

Veröffentlichung von 25 vertraulichen Briefen der Generalgouverneure an den Minister Trauttmansdorff. Die Briefe dienten laut Einleitung als Quelle für den Zeitgenossen und die Historiker, die die Ereignisse und Personen der Revolution in den Zyklus der Revolutionen des Jahrhunderts einordnen wollen. Aus den Briefen gehe hervor, daß die Generalgouverneure einzig ihr privates Glück suchten und sich den Anordnungen des Ministers ganz unterwerfen würden. Sie begegneten dem Minister mit einer Unterwürfigkeit, die nicht mit der Würde ihres Amtes vereinbar wäre. Während sie einerseits dem Minister in ihren Briefen schmeichelten, drückten sie in ihnen andererseits ihre Verachtung für das Volk aus. Sie hätten den infamen Brief an den Kardinal gutgeheißen, obwohl sie in der Öffentlichkeit dem Kardinal respektvoll begegneten. So wandele sich bei der Lektüre der Briefe das anfängliche Mitleid in Empörung, wenn das Volk erkenne, vor welchem Abgrund es gestanden habe. So habe sich die königliche Familie dem deutschen Despotismus unterworfen und wünsche ihm noch Glück bei seinen Unterdrückungsmaßnahmen. Alles hing an den willkürlichen und wenig durchdachten Entschlüssen des Despoten in Wien. Ängstlich unterrichtete man Wien über die Ereignisse und war froh, wenn man Zustimmung zu den Maßnahmen erhielt, die dem Volk etwas zugestanden. In der Einleitung wird noch vermerkt, daß aufgrund vieler undatierter Briefe die zeitliche Abfolge der Briefe möglicherweise nicht immer gewährleistet ist. Neun der Briefe tragen ein Datum: 8.9.1787; 20.[9.1787?]; 8.11.1787; 13.11.1787; 11.1.1788; 22.[1.?]1788; 6.2.[1788?]; 13.6.1788; 5.8.1789.

Alff.H 1





Lfd.Nr.: 483

RECUEIL DE LETTRES ORIGINALES DE L'EMPEREUR JOSEPH II, AU GÉNÉRAL D'ALTON, COMMANDANT LES TROUPES AUX PAYS-BAS, Depuis Décembre 1787 jusqu'en Novembre 1789.

DE L'IMPRIMERIE Du Comité Patriotique à Bruxelles 1790. Et se trouve, chez J. J. JOREZ, fils, Imprimeur, Grand'Place. [27.1.1790], 16,63 S., 40 Bl., a8,A8-D8, 8°;

[Kollationsvermerke S.58 u. 63:] ...Fait à Bruxelles le 27 Janvier 1790; ...J. B. CLAESSENS.

Veröffentlichung von Briefen Joseph II. an den General d'Alton, die nach Meinung der Herausgeber die grausame Politik und den blutrünstigen Charakter des Kaisers offenlegen. Der Kaiser sei über jeden Schritt der Regierung unterrichtet gewesen und habe ihre Politik von Wien aus gelenkt. Jedesmal, wenn er Maßnahmen des Militärs zur Unterdrückung des Volkes befohlen habe, schmeichelten die Generalgouverneure den Belgiern durch von ihm diktierte Depeschen, um sie über die wahren Absichten des Kaisers zu täuschen. Er habe die Belgier als Feinde behandelt und für die Aufrechterhaltung seiner Ordnung ohne Zögern Menschenleben geopfert. Er habe die Massaker in Löwen, Mecheln und Antwerpen gebilligt. Nur dem Mut der Belgier und ihrer unerschrocken kämpfenden Jugend sei es zu verdanken, daß man diesem Monster, das mit allen Krieg führe, entkommen sei und seine Freiheit wiedererlangt habe. Nach dieser Einleitung folgt der Hinweis, daß die fehlerhafte Orthographie und Rechtschreibung der Briefe beibehalten wurde und daß man am Schluß zwei Briefe des Sonderbevollmächtigten Cobenzl an d'Alton und Trauttmansdorff vom 28.11.1789 veröffentliche, aus denen hervorgehe, daß man alles tun solle, um Unruhen zu vermeiden und daß die unter Druck gemachten Zugeständnisse jederzeit widerrufen werden könnten. Diese beiden Briefe ausgenommen, werden dann insgesamt 46 Briefe mit folgenden Datierungen abgedruckt: 9.12.1787; 7.1., 14.1., 30.1., 7.2., 9.4., 13.5., 1.6., 13.6., 1.7., 18.7., 24.8., 29.12.1788; 8.1., 18.1.,10.2., 20.2., 14.3., 24.4., 14.5., 17.5., 2.7., 7.6., 27.6., 8.7., 15.7., 26.7., 29.7., 4.8., 6.8., 11.8., 15.8. mit einem Postskriptum vom 17.8., 25.8., 31.8., 1.9., 13.9., 20.9., 28.9., 5.10., 12.10., 23.10., 31.10., 5.11., 7.11., 27.11., 28.11.1789. In den Briefen bestätigt der Kaiser zunächst die Maßnahmen d'Altons und drängt immer wieder auf ein Einvernehmen zwischen dem General und dem Minister. Man müsse einerseits kühlen Kopf bewahren, andererseits aber auch hart und konsequent durchgreifen, wenn es die Situation erfordere. Die bekanntgewordenen Umsturzpläne des Komitees 'pro aris et focis' hält er für zu kompliziert, um in die Tat umgesetzt zu werden (15.8.1789), und er qualifiziert die Aufrührer als Wegelagerer und Plünderer ab. Wollte er vor Ausbruch der französischen Revolution die Truppen wieder in ihre früheren Quartiere einrücken lassen, um jede Unruhe unter der Bevölkerung zu vermeiden, so bringt ihn der Sturm auf die Bastille wieder davon ab. Den zunehmenden Desertionen will er unter anderem mit einer Soldaufbesserung und der Verleihung von Medaillen begegnen. Er rät zur Konzentration der militärischen Kräfte, vor allem in und um Brüssel. Immer mehr geht es um Zeitgewinn und Beruhigung der Bevölkerung. Die kleinlichen Untersuchungen des Militärs sollen eingestellt werden und nur noch dort nachgeforscht werden, wo auch Aussicht auf Erfolg besteht. Nach der Schlacht von Turnhout kritisiert der Kaiser das kopflose Handeln der Militärs und verlangt die Bestrafung der Schuldigen. Nach dem Fall von Gent geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Der Kaiser entschließt sich, Cobenzl als Sonderbevollmächtigten, dem die zivile und die militärische Gewalt unterstellt sind, nach Belgien zu schicken (28.11.1789). Cobenzl verlangt in seinen Briefen eine genaue Erläuterung der Situation in Belgien und weist den Minister und den General an, dafür Sorge zu tragen, daß der Staatsschatz und die Archive nicht geplündert werden. D'Alton solle sich ansonsten mit dem Minister absprechen und keine weiteren militärischen Schläge gegen die Patrioten führen. Es komme darauf an, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Zugeständnisse, die unter Druck gemacht werden, seien nicht rechtskräftig.

Alff.H 2





Lfd.Nr.: 484

RECUEIL DES PIECES AUTHENTIQUES, POUR SERVIR D'INTRODUCTION AU RECUEIL DES REPRESENTATIONS SUR Les Affaires actuelles des Pays-Bas Autrichiens.

A LIEGE, Et se T(!)rouve chez les Principaux Libraires des Pays-Bas. M. D. CC. LXXXVII. , 170 S., (),A8-K8,L4, 8°, blaue Broschur;

Sammlung von Schriftstücken aus der Zeit des spanischen Erbfolgekrieges nebst einigen Auszügen aus älteren Dokumenten, die sich auf die Ereignisse und Zustände in Flandern, insbesondere in den Städten Gent und Brügge (1707-1710) beziehen. Diese Sammlung diente als Einführung in die 17bändige 'Recueil des représentations, protestations et réclamations...', die der ehemalige Jesuit Feller herausgegeben hat.

Alff.K 360





Lfd.Nr.: 485/486

RECUEIL DES PIÈCES INTÉRESSANTES ET NÉCESSAIRES à la Décision de la question publique actuellement agitée entre Sa Majesté l'Empereur, Son Ex. le Comte Mercy d'Argenteau D'UNE PART Et les Etats. le Conseil de Brabant & les vrais Patriotes d'autre part, CONTENANT ENSUS Les Moyens d'anéantir l'oppression, les Systêmes novateurs, & tant les fauteurs que tous les attroupemens incendiaires à l'Assemblée des vrais Citoyens.

1791. [25.2.1791], s.l., 24 S., 8°, [bei 2. Exemplar fehlt die Titelseite];

Im Streit um die Neubesetzung der Ämter des Brabanter Rates warnt der Verfasser im ersten Teil der Schrift ('RÉPONSE DU PEUPLE BRABANÇON AUX Trois Lettres de Mr. le Comte d'Argenteau du 23 Janvier, 6 & 10 Février aux Etats de Namur & à ceux de Brabant; comme aussi au Placcard & à sa Lettre du 25 ditto.') den Minister, eine Politik zu betreiben, die die Handschrift derjenigen trage, die bereits früher drei Minister ins Verderben geführt hätten und die politischen Grundsätze des Kaisers mißachten und mißbrauchen. Es gehe nicht an, die Stände zu kriminalisieren, Gesetze und Verfassungen zu verletzen, deren Erhalt der Kaiser garantiert habe, und dieses Vorgehen mit angeblichen Bemühungen zur Wiederherstellung des Vertrauens des Volkes in die Regierung zu bemänteln. Wenn sich unter dem Deckmantel der Bewahrung kaiserlicher Rechte und Würden nur Mißbräuche verbergen, könnten die Garantiemächte den Vertrag von Den Haag eigentlich nicht in Kraft setzen. Der Grundsatz der Behandlung jedes Bürgers nach Recht und Gesetz verbiete die Wiedereinstellung von Leuten, die allgemein verhaßt seien. Im zweiten Teil der Schrift folgen unter der Überschrift 'OBSERVATIONS SUR La Convention du dix Décembre rélative aux affaires des Pays-Bas signée par les Ministres des trois Cours Alliées & le Plénipotentiaire Impérial à MESSEIGNEURS Messeigneurs les Etats de Brabant') Betrachtungen zur Konvention von Den Haag vom 10.12.1790, aus denen der Verfasser ableitet, daß die gegebenen Verfassungsgarantien der verhandelnden Mächte sich auf die Union der Provinzen als Ganzes beziehen und nicht auf einzelne Provinzen. Der Autor fordert die Beibehaltung der belgischen Armee, eine freie Finanzverwaltung der Stände, keine Interventionen durch Kommissare, eine Amnestie ohne Ausnahmen und die Unabsetzbarkeit derjenigen, die durch die Stände oder den Kongreß während der Unruhen auf freigewordene Stellen gesetzt wurden. Die Union der Provinzen sei Verhandlungspartner der Mächte und des Kaisers, nicht die einzelne Provinz. Im dritten Teil der Schrift, einer Denkschrift an die 'Doyens' der neun Brüsseler 'Nationen' ('MÉMOIRE POUR Les Doyens des neuf Nations de Bruxelles qui a été présenté à Messeigneurs les Etats de Brabant.'.... 'Bruxelles ce 3 de l'An 1791.'), folgert der Verfasser aus den beiden anerkannten Prinzipien, daß erstens die Regierung die Verfassungen und Gesetze des Landes beachten müsse und zweitens keine Veränderungen stattfinden dürften ohne die Zustimmung der Stände, daß man alles ablehnen könne, was an Widersprüchlichem zu diesen beiden Prinzipien in der Konvention von Den Haag stehe. Er wiederholt die Forderungen aus dem zweiten Teil der Schrift, betont die Selbstverwaltung der Stände und ihren Anteil an der Legislative, fordert, daß die Gelder, die die Bewirtschaftung der Domänen erbringe, im Land bleiben und hebt hervor, wie wichtig es sei, Abgeordnete nicht nur in Den Haag zu haben, sondern an allen Höfen.

Alff.K 361/Alff.K 362





Lfd.Nr.: 487

[VONCK, JEAN-FRANÇOIS:]

REDENVOERING BETREKKELYK TOT HET DRUKZEL GETYTELD: Tafereel van verkwisting van koninglyke en gemyne penningen, door de Brabandsche ex-Souverynen, of uyttrekzel uyt den register der Staeten van Braband van den jaere 1789 en 1790; Uytgegeéven in het Fransch, in het begin van deézen jaere 1792. MET EENE AENMERKING OVER De gebrekkelyke inrigting der Staeten van Braband.

TOT RYSSEL, 1792. [28.4.1792], 121 S., Errataliste, ()2,A4-P4,Q, 8°, fester Einband;

Im ersten Teil seiner Schrift zeichnet der Vonck die Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und den Brabanter Ständen bis zur Bewilligung der Subsidien im April 1792 nach. Seiner Meinung nach haben die Stände die Besetzung des Brabanter Rates als ungesetzlich bezeichnet, um einerseits alle Regreßansprüche der Revolutionsopfer an sie abblocken und andererseits sich dem Volk gegenüber als Hüter der Verfassung aufspielen zu können. Die Regierung ihrerseits habe die Pläne der 'Amis du bien public' für eine Reform der Stände nur als Druckmittel gegen die Stände benutzt, um sie gefügig zu machen. Die Stände hätten es verstanden, die Schulden, die sie während der Revolution gemacht hätten, auf die Bevölkerung abzuwälzen. Der Kaiser habe nach der Einigung mit den Ständen über die Höhe der an ihn zu zahlenden Entschädigung wenig Interesse an der Tilgung der Schulden durch die Stände gezeigt. Das Brabanter Volk sei betrogen worden. Um die Stände endlich dem Willen der Regierung zu unterwerfen, habe man schließlich im Januar die Veröffentlichung jener Schrift veranlaßt, die das Finanzgebahren der Stände in den Jahren 1789/90 offenlegte. Aus Furcht vor weiteren Beweismitteln hätten die Stände dann nachgegeben. Im zweiten Teil gibt Vonck eine Übersicht über die Einrichtung der Brabanter Stände. Er hält die Stände für wenig kompetent. Es seien nicht alle Schichten der Bevölkerung vertreten und es fehle an ökonomischem Sachverstand. Vom Dritten Stand seien die kundigen Juristen, die in der Vorbereitung der Revolution so bedeutendes geleistet hätten, ausgeschlossen. Im Zusammenhang mit der josephinischen Justizreform merkt er an, daß die Neuerungen im Verfahrensrecht nur zu noch mehr Prozessen geführt hätten und es andere Bereiche der Rechtspflege gäbe, die reformbedürftig seien. Am Schluß dieses zweiten Teils würdigt er das Wirken der Vonckisten, das im Gegensatz zum egoistischen Machtstreben der Stände stehe. Diese hätten es auf Veranlassung preußischer Agenten unterlassen, die Denkschrift Leopolds vom 2.3.1790 gründlich zu prüfen. Es folgt der kommentierte Abdruck der Denkschrift (s. Nr. 346). In seinem Kommentar äußert sich Vonck kritisch zu den josephinischen Reformen. Ein Vergleich der josephinischen Klösteraufhebungen mit den französischen sei unzulässig, da in Frankreich die Gelder für die Abtragung der Staatsschulden verwendet wurden, während Joseph II. sich nur bereichern wollte. Bemerkenswert findet der Verfasser das Zugeständnis Leopolds, seine Macht in Belgien aus den Händen der Belgier gemäß ihrer Landesgesetze zu empfangen. Er plädiert für die Lehre der katholischen Kirche und glaubt, daß die Belgier damals keine besseren Bedingungen für einen Frieden mit dem Kaiser erreichen konnten. Es schließt sich ein Revolutionslied aus dem Sommer 1790 an. Den Abschluß der Schrift bilden Dokumente, die das im ersten Teil Gesagte untermauern sollen: 1. Dekret Mercy d'Argenteaus vom 25.2.1791 über die vorläufige Einrichtung des Brabanter Rates. 2. Depesche der Generalgouverneure vom 3.8.1791 (s. Nr. 155/56). 3. Dekret vom 20.9.1791 an den Rat von Brabant (s. Nr. 532). 4. Urteil des Brabanter Rates vom 17.10.1791 betreffend die Ungesetzlichkeit der Ständebeschlüsse vom 24./25.5.1791. 5. Urteil des Brabanter Rates vom 27.11.1791 (s. Nr. 549). 6. Depesche der Generalgouverneure vom 3.11.1791 (s. Nr. 157/58). 7. Auszug aus der 'Gazette universelle' vom 16.2.1792, Nr. 47, über Zahlungen an Bedienstete am Hofe des Statthalters der Generalstaaten. 8. Auszüge aus dem Ständeregister über Geldzahlungen, wie sie in den 6 Nummern der Schrift 'Tafereel van verkwisting van koninglyke en gemyne penningen, door de Brabandsche ex-Souverynen...' veröffentlicht sind.

Alff.K 363





Lfd.Nr.: 488

[anonym, 'UN PATRICIEN':]

RÉFLEXIONS D'UN PATRICIEN Sur les Affaires du tems.

EN BRABANT. 1787. 11 S., 6 Bl, A6, 8°;

Die Geschichte zeige, daß jede unbegrenzte Macht zur Willkürherrschaft degeneriere und die Begrenzung der absoluten Macht das Wohl des Volkes förderte. Jede Neuerung, die keine Verbesserungen bringe und zudem gegen die Privilegien des Volkes verstoße, sei gefährlich, da sich das Volk betrogen fühle. Oftmals verbergen sich unter dem Deckmantel des Eintretens für das Volkswohl lediglich Maßnahmen zur Unterdrückung des Volkes. Wenn die Reformen des Kaisers zum Wohle des Volkes durchgesetzt wurden, so fragt man sich, warum sich ein so entschiedener Widerstand gegen diese Reformen formiere. 18000 Familien stürzten wegen der Streichung von Stellen durch die Justizreform ins Elend. Durch die Möglichkeit der Berufung werde in Zukunft jeder, der vor Gericht geht, in zwei statt wie früher in vier Jahren finanziell ruiniert sein. Es sei kein Anschlag auf die Rechte und die Würde des Kaisers, wenn man ihn auf die Unvereinbarkeit der Reformen mit der Verfassung und seinem Eid hinweise. Dem Kaiser gebühre der Respekt des Volkes und deshalb sollten die Verräter durch das Volk von ihm ferngehalten werden. Als Kämpfer für die Freiheit sollen De Ligne, Arenberg und die Stände in die Geschichte eingehen.

Alff.A 4





Lfd.Nr.: 489

RÉFLEXIONS sur la prétendue Lettre Pastorale de Son Éminence l'Archevêque de Malines, ou Lettre orthodoxe à un Ami en réfutation de l'hétherodoxie de la pièce soi-disant Lettre Pastorale.

MON ami, la correspondance, dont je me suis chargé avec vous, me donne plus d'occupation que je n'avois crû, et ma paresse en souffre; [...].

s.d., [9.9.1791], s.l., [Bruxelles ?], 23 S., 14 Bl., [A]4-C4, 8°, Broschur;

[S.23:] ...de Bruxelles le 9 Septembre 1791.

Entlarvung eines angeblichen Hirtenbriefes des Kardinals Franckenberg, der unter dem Titel 'Lettre pastorale de Son Eminence l'Archevêque de Malines' am 9.8.1791 erschienen war, als Fälschung einer kleinen jansenistischen Sekte. Der Verfasser zitiert abschnittsweise diesen Brief und kommentiert diese Abschnitte. Er verwahrt sich gegen die Behauptung, der Kardinal hätte sich geirrt und sei vom rechten Weg abgekommen. Die Belgier seien durch die Machenschaften der kleinen Despoten unter Joseph II. verwirrt worden. Die Berufung auf die heilige Schrift allein zeige, daß der Hirtenbrief nicht vom Kardinal stammen könne, denn er hätte ihr immer die Tradition an die Seite gestellt, die unentbehrlich sei, soll die katholische Religion nicht verfälscht werden. Man schulde zwar dem Souverän Gehorsam, aber man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen. Man habe keinen Krieg gegen den Kaiser geführt, da er vorher schon abgesetzt worden sei. Vielmehr war der Krieg des Kaisers gegen die Belgier ungerecht. Man habe auch nicht für die Religion gekämpft, sondern für den Erhalt der Verfassung, die erst den Fortbestand der Religion sichere. Wenn die Verfassungsbrüche trotz der Reklamationen der Stände und trotz des mit dem Kaiser geschlossenen Paktes nicht rückgängig gemacht werden, dann ist das Volk von seiner Gehorsamspflicht entbunden. Nicht der Kardinal trage die Verantwortung für das Unglück der Österreicher in Belgien, sondern die untergeordneten eigensüchtigen Regierungsinstanzen. Der Kardinal müsse zwar immer befürchten, zuwenig für das Seelenheil der Gläubigen zu tun, aber in diesem Fall lasse sich sagen, daß er unerschrocken die Rechte des Volkes und des Episkopates verteidigt habe und deshalb auch Verfolgungen erleiden mußte. Man könne nicht alle für die Übertreibungen einzelner verantwortlich machen. Die Geistlichkeit habe ihre Aufgaben in der richtigen Weise wahrgenommen. Selbst wenn Joseph II. nur äußerlich in die Kirchenlehre eingegriffen habe, so stand ihm dies nicht zu, sondern ausschließlich dem Episkopat. Die Verräter sollten ihren Parteigeist aufgeben und das Vertrauen des Monarchen nicht weiter mißbrauchen. Das Glück in der Toskana kann wohl nicht in der Überwindung des Ultramontanismus bestehen. Der Verfasser hofft, daß Leopold II. mit Gottes Hilfe die schwarzen Schafe erkenne, sie aus ihren Ämtern entferne und geeignetere Kandidaten finde. Dann werde es wieder eine Einheit unter den Belgiern geben und sie werden treue Untertanen des Fürsten, der ein Freund und Wiederhersteller der Verfassung ist, sein (s.a. Nr. 290, 339).

Alff.K 364





Lfd.Nr.: 490

[ERNST, SIMON-PETER:]

RÉFLEXIONS SUR LE DÉCRET DE ROME ET LA DÉCISION DE QUELQUES EVEQUES Rélativement au Serment de haine &c. exigé en vertu de la Loi du 19 Fructidor an 5. Par M. * Ami de la vérité & de la paix. Seconde Edition revue & corrigée.

A MAESTRICHT, Chez TH. NYPELS, Imprimeur Libraire rue de Grand-Fossé. s.d., [10.1798], xxiv,95 S., Inhaltsverzeichnis, 63 Bl. ursprünglich, Blatt zwischen Titelseite u. erster Seite des Vorwortes fehlt, t,a8[Bl. a fehlt],b4,A8-F8, 8°, Broschur;

In seiner Untersuchung versucht Ernst, wie er im Vorwort schreibt, eine Antwort auf die Frage zu geben, warum die Priester, die den Eid auf die Republik geleistet haben, weiterhin als Schismatiker verbannt werden. Einerseits sieht er den Grund dafür in dem Glauben, der Papst hätte den Eid verboten, andererseits in der Trägheit, die Wahrheit selbst zu finden und sich kritiklos den Meinungen der Bischöfe anzuschließen. Im ersten Teil versucht er aufzuzeigen, daß es keine offizielle Stellungnahme des Papstes zum Eid auf die Republik gibt, und daß die kirchlichen Schreiben, die eine solche Stellungnahme suggerieren, sich teilweise widersprechen und man den Verdacht haben kann, daß einige dieser Schreiben gefälscht wurden. Ernst löst das Problem, ob es eine Stellungnahme des Papstes gibt, dadurch, daß er annimmt, die eingerichtete Kongregation für die Kirchenangelegenheiten in Frankreich habe zunächst den Eid in einem abstrakten Sinn verworfen. Diese Entscheidung sei aber, bevor sie unter dem Eindruck der Unruhe in der Kirche und der Präzisierung des Eides als rein zivile Angelegenheit wieder zurückgenommen wurde, bereits als päpstliche Entscheidung interpretiert worden. Das Schweigen des Papstes dürfe nicht als Zögern ausgelegt werden, sondern sei Ausdruck seines klugen Handelns und richte sich eher gegen die Eidverweigerer. Im zweiten Teil plädiert Ernst für eine Gewissensentscheidung des einzelnen, solange die Kirche kein endgültiges Urteil gefällt habe, da der Bischof in Fragen, die nicht die universelle katholische Lehre betreffen, keinen absoluten Gehorsam fordern könne, weil er sich in seiner persönlichen Meinung irren könne. Dadurch werde aber die Einheit der Kirche nicht gefährdet und diejenigen, die den Eid leisteten, seien nicht als Schismatiker zu betrachten. Der Sinn des Gesetzes sei durch den Bericht Cholets eindeutig. Es gehe nur darum, nicht an der Wiederherstellung des Königtums mitzuwirken und die republikanische Ordnung anzuerkennen. Jeder müsse bedenken, daß er der Religion schweren Schaden zufüge, wenn er sich verweigere, da er damit die Erlaubnis zur Ausübung der Religion verliere.

Alff.K 365





Lfd.Nr.: 491

RÉFLEXIONS SUR UN ÉCRIT INTITULÉ Observations sur l'article IX des demandes & répétitions de S. M. I. à LL. H. H. P. P. Les États-Généraux, concernant la Ville de Mastricht, le Comté de Vroonhoven & le Pays d'Outre-Meuse.

A LA HAYE, Et se vend à BRUXELLES. M. DCC. LXXXIV. [8.6.1784], 62 S., 34 Bl., (t),A6-E6,(F), 12°, Broschur;

In seiner Entgegnung auf die 'Observations sur l'article IX...' (s. Nr. 419) unterstützt der Verfasser die territorialen Forderungen Joseph II. und wirft seinem Gegenspieler eine einseitige, die Fakten verfälschende Darstellung vor. So hätten die Generalstaaten immer im eigenen Interesse gehandelt und nicht aus Uneigennützigkeit, wie der Verfasser behaupte. Spanien habe die Generalstaaten 1672, als die Tripelallianz von 1668 zerbrochen war, gegen die Franzosen verteidigt und aus Dankbarkeit hätten sich die Generalstaaten in dem Vertrag vom 30.8.1673 freiwillig verpflichtet, Maastricht, die Grafschaft Vroonhoven und das Land D'Outre-Meuse Spanien zu restituieren. Der Separatfrieden von 1678 mit den Franzosen bedeutete bereits den Bruch der Vereinbarungen von 1673. Die Generalstaaten hätten keine Gebietsverluste hinnehmen müssen. Obwohl die Generalstaaten ihre Verpflichtung nie leugneten, begannen sie in ihren Erklärungen die Verdienste Spaniens zu schmälern und behielten Maastricht als Unterpfand für eine noch ausstehende Entschädigung des Prinzen von Oranien. Die Schilderung der militärischen Operationen der Jahre 1676-78 sei falsch und die militärischen Leistungen der Generalstaaten nicht überragend gewesen. Die Frage, ob das Versprechen der Generalstaaten auch dann noch gültig sei, wenn die betreffenden Gebiete nicht mehr in ihrem Besitz seien, müsse mit Grotius eindeutig bejaht werden. Es sei falsch, zu behaupten, Spanien sei seinen Verpflichtungen aus dem Vertrag von 1673 nicht ausreichend nachgekommen und deshalb habe man den Separatfrieden abschließen müssen. In diesem Frieden von 1678 sei auch nie die Rede davon gewesen, daß Spanien den Generalstaaten ein Äquivalent für die Übergabe von Maastricht hätte geben sollen. Nach der hinhaltenden Denkschrift der Generalstaaten vom 3.10.1679 habe man in Verhandlungen den Oranier, gegen sein Einverständnis zur Rückgabe von Maastricht, entschädigt, da Spanien zu schwach war, um militärisch seine Rechte durchzusetzen. Daß die Ansprüche später nicht mehr mit Nachdruck erhoben wurden, sei nicht als Zeichen für einen Verzicht auf diese Territorien zu werten und liege in den politischen Entwicklungen bis zum Regierungsantritt Joseph II. begründet. Die Generalstaaten hätten es 1713 versäumt, dem Kaiser eine Verzichtserklärung aufzuzwingen. Wenn Joseph II. den Vertrag von 1664 als Grundlage für die Grenzziehung zwischen den Generalstaaten und den Südlichen Niederlanden in Flandern ansehe, so bedeute dies nicht, daß er andere Verträge nicht anerkenne. Die Gegenseitigkeit der Verträge sei kein Freibrief, einen bestimmten Vertrag nicht einzuhalten mit der Begründung, der Vertragspartner müsse erst die anderen Verträge erfüllen. Es sei unbestritten, daß durch den Erbfolgekrieg und die nachfolgenden Verträge alle Rechte auf die Österreicher übertragen worden seien und die Nachkommen Philipp V. keine Ansprüche mehr stellen könnten. Sollte als ultima ratio eine kriegerische Auseinandersetzung unvermeidlich werden, so werde die Öffentlichkeit nicht Joseph II. die Schuld dafür geben.

Alff.K 366





Lfd.Nr.: 492

RÉGLEMENT PROVISIONNEL, POUR LE CHOIX DES MEMBRES DE LA VILLE DE GAND, Traduit du flamand, sur la copie originale, imprimée à Gand.

1790. [27.4.1790], s.l., 15 S., 8 Bl., A8, 8°;

[unterz. S.[4]:] LES ECHEVINS des deux Chambres et Conseil de la ville de Gand. De notre assemblée du 27 Avril 1790.

Veröffentlichung der neuen vorläufigen Wahlordnung für die Mitglieder der 'Collace' in Gent. Im vorangestellten Zirkular, 'COPIE de la circulaire pour le choix de la régence de la ville de Gand, suivant le nouveau Réglement du 26 Avril 1790.', wird die Neuwahl auf den zweiten Mai festgesetzt. Es folgen in 22 Punkten die Bedingungen der indirekten Wahl der 49 Mitglieder der 'Collace' durch Wahlmänner, die ihrerseits in den Versammlungen der Distrikte gewählt werden ('RÉGLEMENT PROVISIONNEL Pour le choix des Membres de la Collation de la ville de Gand'). Die Mitglieder der 'Collace' müssen Bürger von Gent sein. Alle zwei Jahre erfolgt eine Neuwahl. In der Einleitung wird darauf verwiesen, daß man nach der erfolgreichen Revolution die Früchte der Arbeit genießen und den anderen Städten ein Vorbild geben möchte. Nur die Einheit der Bürger, getragen von der Liebe zum Vaterland und der Unterordnung unter die Gesetze, die die Rechte und das Eigentum sichern, vermag die Freiheit zu erhalten.

Alff.K 367





Lfd.Nr.: 493

RÉLATION AUTHENTIQUE DE CE QUI S'EST PASSÉ ENTRE LES ARMÉES DES ÉTATS BELGIQUES UNIS ET AUTRICHIENNES, Le 23 Mai 1790 & jours suivans.

A BRUXELLES, Chez P. J. De Haes, Imprimeur-Libraire, Marché aux Poulets. s.d., [25.5.1790], 14 S., 8 Bl., A8, 8°;

[unterz.:] ITA EST P. S. VAN EUPEN, Sécret.

Bericht über Verlauf und Scheitern der Offensive der belgischen Armee gegen die Österreicher im Raum Marche und Beauraing. Der Angriff, der von drei Seiten aus erfolgen sollte, scheitert an der mangelhaften Abstimmung der Kommandeure untereinander, an der Disziplinlosigkeit der unerfahrenen Truppe und an den zahlreichen Desertionen, die durch Verrat von Offizieren begünstigt werden. Schoenfeldt, der von seiner Truppe im Stich gelassen wird, sieht sich gezwungen, sein Hauptquartier in Andoye aufzuschlagen.

Alff.K 368





Lfd.Nr.: 494

[anonym, 'UN TÉMOIN OCULAIRE':]

RELATION FIDELLE Des TROUBLES arrivés au Séminaire de LOUVAIN, en 1786 & 1787, DRESSÉE PAR UN TÉMOIN OCULAIRE, Traduite du Flamand, d'après l'Édition de Gand.

A LOUVAIN [Liège, bei Desoer], DE L'IMPRIMERIE DE L'UNIVERSITÉ. M. DCC. LXXXVII. [24.2.1787], , 56 S., A8-C8,D4, 8°, blaue Broschur;

Berichte über die wachsende Unzufriedenheit der Seminaristen in Löwen mit ihrer Unterbringung, ihrem Unterricht und ihren Lehrern im neugegründeten Generalseminar in Löwen, die sich in Unruhen entlädt. Ausführlich wird über die teilweise kleinlichen Schikanen und die Inkompetenz einiger Professoren berichtet. Insbesondere werden Stöger und La Joie als Dummköpfe verspottet. Le Plat und Marant wirft man vor, heterodoxe Lehren zu verbreiten. Die übertriebene Darstellung der Vorfälle im Seminar habe die Regierung in Brüssel veranlaßt, die Unruhen durch massiven Einsatz von Militär zu unterdrücken. Die jansenistische Irrlehre habe bewirkt, daß immer mehr Seminaristen das Kolleg verließen, so daß am 25.1.1787 nur noch eine Handvoll Studierender im Seminar war. Am Schluß der Schrift protestiert man in einem offenen Brief an den Kaiser gegen die Ächtung der Bulle 'Super Soliditate' durch die Gerichtshöfe von Brabant und Mecheln. In diesem Zusammenhang wird auch die Ausweisung des Nuntius aus Brüssel scharf kritisiert. Es folgen noch einige Anmerkungen zur Lehrweise im Seminar, die mit der Einsicht enden, daß eine vernünftige Ordnung, Anstand und die Unterrichtung in der orthodoxen Lehre jeden Aufstand der Seminaristen verhindere.

Alff.K 369





Lfd.Nr.: 495

[DUVIVIER, JOSEPH-HIPPOLYTE:]

REMERCIMENT A MRS. L'AVOCAT * ET CONSORTS POUR LEUR AVIS A MRS. BROSIUS, FELLER, DU VIVIER ET AUTRES; Avec des réflexions sur le Projet d'organisation provisionnelle de Flandre, sur les effets qu'il peut produire dans cette Province, & sur l'usage qu'on peut faire de ce Projet dans le Brabant. PAR MR. L'ABBÉ DU VIVIER, Chanoine du Chapitre de St. Vincent à Soignies, Secrétaire de Son Eminence le Cardinal-Archevêque de Malines.

DE L'IMPRIMERIE PATRIOTIQUE. 1790. [4.3.1790], s.l., ij,31 S., ()2,A8-B8, 8°, Broschur, [S.31:] Errata-Liste;

Erwiderung Duviviers auf die Schrift 'Avis à Messieurs Brosius, Feller, Du Vivier & autres,...'. In seinem Vorwort entrüstet er sich, als Verfasser verleumderischer Schriften bezeichnet zu werden, habe er doch nur sein Erstaunen zum Ausdruck bringen wollen, daß sich eine kleine Schar von Leuten als Gesetzgeber aufspielte und den Brabanter Ständen vorhielte, sie regierten ohne Mandat. Als Privatperson würde er diese Unterstellungen, im Bewußtsein, richtig zu handeln, hinnehmen; aber eng verbunden mit dem Erzbischöf müsse er dem Volk die Meinungsverschiedenheiten darlegen. Duvivier fordert eine ehrliche Debatte über die besten Mittel und Wege, dem Vaterland und der Religion zu dienen. Zu den Vorwürfen, er habe die Demokraten als Wirrköpfe und Gottlose beschimpft, wolle er nur Stellung nehmen, wenn man nicht in der Anonymität verharre und die Schriften nenne, in denen er dies geschrieben haben soll. In Erwiderung auf das 'Avis...' der Demokraten wolle er in zwei Überlegungen zeigen, daß das vorgeschlagene 'Projet d'organisation provisionnelle intérieure de la Flandre...' für Flandern verderblich sein könne und für Brabant ganz überflüssig sei. Die Verfassung sei von dem Inauguralpakt zu unterscheiden. Beides werfen die Demokraten in einen Topf. Die Verfassung beinhaltet die Gesetze, die das Zusammenleben des Volkes regeln. Der Inauguralpakt ist ein bilateraler Vertrag, in dem sich das Volk verpflichtet, dem Souverän zu gehorchen, wenn er die Verfassung des Landes einhält. Verstößt der Souverän gegen diesen Vertrag, so begibt er sich seines Titels. Die Verfassung bleibt jedoch bestehen. Wenn nun behauptet wird, die Verfassung als Grundgesetz des gesellschaftlichen Zusammenlebens existiere nicht mehr, so wäre die Konsequenz eine vollkommene Anarchie. Er wolle an dieser Stelle nicht diskutieren, inwieweit die verfassungsmäßige Ordnung nach der Revolution geändert werden könne. Den Ständen sei jedenfalls legal die Autorität des Fürsten zur Einhaltung der Verfassung zugefallen. Ein Umbau der Verfassung in der jetzigen Situation sei höchst gefährlich. Es wäre besser, alles provisorisch so zu lassen, wie es ist, um in friedlicheren Zeiten Reformen durchzuführen, als jetzt alles provisorisch zu reformieren. Der Konföderationspakt vom 11.1.1790 erhalte die Verfassung und die Vorteile der monarchischen Regierung. Die Reform der Verfassung in Flandern gäbe den inneren und äußeren Feinden der Republik die Gelegenheit, über verschiedene Parteiungen Zwietracht unter den Bürgern zu säen, was nicht nur für Flandern verderblich wäre. Die Erfahrung spreche gegen jede Neuerung im Bereich der Verfassung. Durch die Agitation der Brüsseler Demokraten und ihrer Forderung nach einer Erklärung der Stände, daß sie zu Reformen ihrer Herrschaft in besseren Zeiten bereit seien, seien die Royalisten, die sich schon in ihre Niederlage schickten, in ihrem Widerstand bestärkt worden. Anstatt die Stände der Tatenlosigkeit zu bezichtigen, hätte die Opposition die Stände besser bei ihren schwierigen und vielfältigen Aufgaben unterstützt. Wäre die Verwaltung schneller, wenn eine neue Volksvertretung eingeführt worden wäre, mit vielleicht bis zu 6000 Mitgliedern? Auf den Hinweis, die Stände hätten die gewünschte Erklärung für die Opposition doch abgeben können, antwortet Duvivier, daß eine Adresse der Opposition den Ständen nicht vorgelegt und nur anonym veröffentlicht worden sei. Selbst der Herzog d'Ursel habe bedauert, daß man nicht vereint für die Freiheit und die Unabhängigkeit des Landes arbeite. Duvivier habe aber um Verständnis für die Opposition geworben. Wäre die Deklaration abgegeben worden, so wären die Verhältnisse in Brabant labil geworden und die verschiedenen Auffassungen der Opposition hätten den Großteil der Nation vor den Kopf gestoßen. Wäre die Verfassung aufgegeben worden und das 'Projet...' zur Diskussion gestellt worden, hätte es kein Bollwerk mehr gegen Anarchie und Despotismus gegeben. Im übrigen habe sich das Volk eindeutig für die Bewahrung der Religion und der Verfassung sowie der Repräsentation durch die Stände ausgesprochen. Die Opposition solle sich gemäß ihren Grundsätzen dem Willen des Volkes beugen, der in der Adresse vom 17.2.1790 an die Brabanter Stände eindeutig zum Ausdruck gebracht worden sei. Diese Willenserklärung des Volkes sei gleichzeitig das nach Meinung der Opposition fehlende Mandat für die Stände. Den Vorwurf der Manipulation der Unterschriften weist Duvivier zurück. Er glaube, daß sein 'Avis' für die notwendige Einheit und die Freiheit nützlicher sei, als das 'Avis' der Opposition.

Alff.K 370





Lfd.Nr.: 496

[VANSCHELLE, HENRI-JOSEPH:]

REPLIQUE POUR MR. HENRI-JOSEPH VANSCHELLE, Conseiller premier Pensionnaire de la ville de Bruxelles, Suppliant, CONTRE Messieurs du Magistrat de la même ville, Insinués.

De l'Imprimerie d'EM. FLON, rue de la Putterie. 1791. [3.3.1791], s.l., [Bruxelles], 24 S., [unvollständig ?], A8,B4, 8°;

[unterz. S.22/24:] ...VANSCHELLE. Bréda, ce 12 Janvier 1791./...VANSCHELLE. Bruxelles, le 3 Mars 1791.

Vanschelle bezeichnet die Stellungnahme des Brüsseler Magistrats zu den gegen seine Mitglieder erhobenen Vorwürfe als die Fakten verkürzend und die Tatsachen verfälschend. Der Magistrat stelle den Ausschluß Vanschelles von den Ratssitzungen und seine Amtsenthebung so dar, als sei es seine eigene Schuld gewesen. Nach dieser Einschätzung berichtet Vanschelle über seine Auseinandersetzungen mit dem Magistrat seit dem 13.12.1789 (s. zu den Ereignissen dieses Tages Nr. 530), die in der Plünderung und Verwüstung seines Hauses sowie in Tätlichkeiten gegen seine Familie am 16.3.1790 kulminierten. Er klagt den Magistrat an, ihn am 13.12.1789 im Stich gelassen und die Vernichtung seiner Existenz geplant zu haben, nachdem er keine Ruhe gegeben habe. Nach diesen Vorfällen habe er sich an den höchsten Gerichtshof gewandt, um die Wiedereinsetzung in sein Amt und eine angemessene Entschädigung zu erstreiten. In einem Post-skriptum vom 3.3.1791 berichtet er von einem Brief des Magistrats vom 14.1.1791, der ihn zunächst veranlaßt habe, alle rechtlichen Schritte vorläufig einzustellen, da er wieder in sein Amt zurückkehren konnte. Die Verhandlungen über eine angemessene Entschädigung verliefen jedoch negativ, wie aus dem Protokoll und der Resolution des Magistrats zu ersehen sei. Deshalb müsse in diesem Punkt das Gericht erneut angerufen werden. Alle drei Dokumente, der Brief des Magistrats vom 14.1.1791, das Ratsprotokoll und die Resolution, die offenbar der Schrift beigefügt waren, fehlen.

Alff.K 371





Lfd.Nr.: 497

RÉPONSE A FAIRE A LA DÉPÊCHE DE SON EXCELLENCE LE COMTE DE MURRAY, Gouverneur Capitaine Général par interim.

LEs Etats de Brabant ont rec(!)u avec le plus profond respect la depêche que S. Ex. a daigné leur adresser [...].

s.d., [nach 1.9.1787], s.l., 4 S., 8°;

Antwort der Stände auf die Depesche Murrays vom 1.9.1787 (s. Dok. 17 des 'Essai sur l'administration', Nr. 251). Nachdem die Generalgouverneure in ihren Erklärungen Ende Mai/Anfang Juni die Verfassungsbrüche festgestellt hätten, läge die Wiederherstellung der Verfassung an der Ratifizierung dieser Erklärungen durch den Kaiser. Die Stände verdeutlichen, daß alle Verfassungsbrüche, die seit dem Abschluß des Inauguralpaktes begangen worden seien, laut Artikel 59 der Joyeuse Entrée rückgängig gemacht werden müßten. Dies beziehe sich auch auf die Löwener Universität und die religiösen Einrichtungen, die als Brabanter Körperschaften unter dem Schutz der Joyeuse Entrée stünden. Die Stände betonen, immer auch die Interessen des Kaisers berücksichtigt zu haben. Sie seien aber verpflichtet, unnachgiebig auf die Wiederherstellung der alten Verfassung zu dringen. Deshalb könnten sie die 'Préalables', die ebenfalls Übertretungen der Verfassung enthielten, nicht akzeptieren.

Alff.K 372





Lfd.Nr.: 498

[anonym, 'LES CONFÉDÉRÉS':]

REPONSE A LA DEPECHE DE LL. AA. RR. Envoyée aux vrais, loyaux & intègres Représentans, les Etats de Brabant, par les Confédérés.

LA Dépêche du 13 de ce mois, dont VV. AA. RR. ont accablés les très-révérends, Révérends Peres en Dieu, [...].

s.d., [nach 13.12.1791], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

[unterz.:] Les CONFÉDÉRÉS.

Als Antwort auf die Depesche der Generalgouverneure vom 13.12.1791 (s. Nr. 205) behauptet der Verfasser, daß die Stände sich immer loyal verhalten hätten und die Ruhe längst wieder hergestellt worden wäre, wenn die Regierungsmitglieder, die die Generalgouverneure umgäben, die Mäßigung und Güte gezeigt hätten, die man dem Kaiser nachsagt. Es bleibt zu fragen, ob sie nicht stattdessen zwielichtige Zeitgenossen ermutigt hätten, alle diejenigen zu massakrieren, die der Meinung der Regierung entgegenstünden. Der Verfasser schildert dann einige Vorfälle, wie z.B. die Sprengung der Sitzungen des Brabanter Rates am 17.2.(?).1791 und der Stände am 24.2.1791, sowie die Vorgänge um die Neubesetzung des Brabanter Rates u.a.m., deren Verfassungsmäßigkeit er in Frage stellt. Die Regierungspapiere seien mit Sicherheit vom Volk entwendet und veröffentlicht worden und nicht von den Ständen. Die Regierung kenne kein Maß und der Brabanter Rat arbeite ihr zu. Außerdem sei noch in keiner Provinz Ruhe und Amnestie zu finden.

Alff.D 30





Lfd.Nr.: 499

REPONSE à la Lettre du Comte de Cobenzel de Luxembourg en date du 28 Février 1790.* De la part du peuple Belgique Ecclesiastiques, Nobles, Hommes d'épée & de robe, Bourgeois, Commerçants & Hommes de campagne, Magistrats, Serments, & Corps de métiers, Communautés, Compagnies & Sociétés, & tout Particulier de Tout état, ordre, & condition dans toutes les classes de Citoyens des Provinces Belgiques & des FEMMES.

MONSIEUR, Nous vous sommes très-réconnoissants de l'interêt que vous voulez bien prendre [...].

s.d., [28.2.1790], s.l., 1 S., 1 Bl., 8°, [mit Bleistift vermerkt: elles auroient bien méritées d'être reconnues car dans le moment Elles connoissent aú bout du doit ceque signifie joieuse êntré, constitution, aristocra[tie,] democatie et autres denominations pareilles.;

In der Antwort auf den Brief Cobenzls vom 28.2.1790 vermerkt man kurz, daß man gerührt ist über die Anteilnahme, die Cobenzl dem Schicksal der Provinzen entgegenbringen will, daß alles in bester Ordnung sei und man kein größeres Glück wünsche.

Alff.C 7





Lfd.Nr.: 500/501

RÉPONSE AU LIBELLE INCENDIAIRE ET INCONSÉQUENT, INTITULÉ: Le Peuple Brabançon à L. A. R., en réponse à leur Dépêche aux Etats de Brabant du 3 Août 1791; Par un Avocat reconnu comme très-célebre pendant la révolution belgique, dont l'adresse a su lui procurer de quoi rouler en équipage, & quï(!) avant cet heureux événement, avoit peine à se procurer des souliers.

Imprimé à Bruxelles, sous les auspices de St. Nicolas, en beaux caracteres de Rosart, d'une fonte pesant à peu près 150 livres.

IL seroit inconcevable jusqu'à quel point se peut porter l'audace de quelques individus, [...].

s.d., [3.8.1791], Bruxelles, 8 S., A4, 8°;

Gegenschrift zu der Schrift 'Le peuple brabançon' (s. Nr. 441/42), die die Antwort eines 'Comité secret' auf die Depesche der Generalgouverneure vom 3.8.1791 darstellte. Der Verfasser vermutet als Urheber dieser Schrift den seiner Meinung nach prinzipienlosen Advokaten Van der Hoop, der sich auf Kosten des Volkes während der Revolution bereichert habe. Er spricht dem Komitee jede Legitimierung durch das Volk ab. Es sei unverschämt, die Rechte der Verfassung im Falle der verhafteten Bürger, die beschuldigt wurden, den Namenstag Van der Noots lauthals gefeiert zu haben, zu beanspruchen, wenn man diese in jeder Form selbst mit Füßen getreten habe. Diese Kühnheit rühre von der allzu großen Milde Leopolds und der Regierung her, die die Verbrechen bis jetzt nicht geahndet hätten. Leopold werde aber dem Gang der Justiz keine Steine in den Weg legen. Die Unterstützung der fünf vom Kaiser abgelehnten Justizräte diene nur dazu, ungestraft alle Entschädigungsprozesse zu überstehen. Es grenze an Schwachsinn, wolle man diejenigen Justizräte, denen man die Rückkehr in den Brabanter Rat verwehre, als Aufrührer verurteilt sehen und nicht die Stände, die die Souveränität usurpiert hätten. Das Komitee entschuldige die Verbrechen der Revolution, da seine Mitglieder selbst die Anstifter waren und es befürchte, daß Inhaftierte ihr Wissen preisgeben könnten. Wie sei es möglich, zu behaupten, die Verfassungsgesetze kämen wieder zur Geltung, wenn die Rebellen für ihre Untaten bis jetzt noch nicht bestraft worden seien. In seiner Anklage gegen die sieben Justizräte gehe das Komitee noch weiter als die Stände, indem es sie des Verrats und der Verletzung der Amtspflicht bezichtige. Sollten die Anhänger der 'Ex-Souveräne' zu den Waffen greifen, dann gäbe es genügend Bürger, die wie die Luxemburger die Truppen unterstützen würden. Lieber wähle man den Tod, als noch einmal dieser verbrecherischen Bande ausgeliefert zu sein.

Alff.D 33/Alff.K 373





Lfd.Nr.: 502

[MERSCH, JEAN-ANDRÉ VAN DER:]

Réponse de S. E. le Général d'Artillerie VANDER MERSCH, à la lettre des ETATS de Flandre, du 9 Avril 1790.

Du 11 Avril 1790. MESSEIGNEURS, J'AI reçu votre lettre du 9 de ce mois, qui m'est parvenue que cet après midi, [...].

s.d., [11.4.1790], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] VANDER MERSCH, Général d'Artillerie.

In seiner Antwort auf den Brief der flandrischen Stände vom 9.4.1790 erklärt Van der Mersch, sein Verhalten erst dann rechtfertigen zu wollen, wenn er die genaue Anklage gegen sich kenne. Im übrigen bittet er die Stände, über deren Brief er sich enttäuscht zeigt, zu berücksichtigen, daß er für die ganze Nation kämpfe und deshalb ihr gegenüber besonders verantwortlich sei. Nur dem berechtigten Protest der Nation gegen die Gewalttaten der Österreicher, der Ausrichtung aller Maßnahmen an den Verpflichtungen des Eides und am Gewissen und der daraus resultierenden Energie sei es zu verdanken, daß die Österreicher kapitulieren mußten. In der Rückschau auf die Ereignisse der vergangenen drei Monate werden die Stände erkennen, daß seine Klagen über Verleumdungen berechtigt seien und daß von langer Hand ein Komplott geschmiedet werde, um ihn von seinem Posten zu entfernen, den ihm die Nation anvertraut habe. Trotz des Briefes sei er entschlossen, eine genaue Aufstellung seines Verhaltens den Ständen zukommen zu lassen und übersendet die Kopie eines Projektes des Kongresses zur Einrichtung eines Rates und seine diesbezügliche Antwort.

Alff.K 374





Lfd.Nr.: 503

[anonym, 'J.J.M.T....':]

REPONSE DES BRABANÇONS AU SOIT-DISANT MANIFESTE DE L'EMPEREUR ET ROI LEOPOLD II, Se qualifiant ridiculement de duc de Brabant. Par l'auteur de la Réponse du Peuple belgique au même manifeste, en date du 6 Novembre 1790.

A BRUXELLES. 1790. [19.11.1790], 20 S., [A]8,B2, 8°;

[unterz.:] Fait à Bruxelles, le 19 Novembre 1790. J.J.M.T. ....volontaire agrégé au Grand Serment.

Kommentierung der Frankfurter Erklärung Leopold II. vom 14.10.1790. Der Verfasser betont, daß die Brabanter seit ihrem Manifest vom 24.10.1789 unabhängig seien und es keinen Herzog von Brabant mehr gebe. Alle Ansprüche Leopolds auf eine Nachfolge seien durch den Bruch des Eides seines Vorgängers erloschen. Deshalb sei es absurd, die Brabanter als sein Volk zu bezeichnen und sie wie Aufständische zu behandeln. Alle Versprechungen Leopolds seien heuchlerisch und sein Entgegenkommen bezöge sich nur auf die Vonckisten, mit deren Hilfe er Zwietracht unter die Bevölkerung säe. Er erkläre einen ungerechten Krieg, bezeichne die errungene Freiheit als Zügellosigkeit und versuche mit allen Mitteln die Belgier zu verführen. Aber die Belgier seien kein Sklavenvolk und werden sich bis zum letzten verteidigen. Er sei ein ehrgeiziger Usurpator, der wie in der Toskana den geistlichen Stand zerstören würde, wenn er in Belgien an die Macht käme. Er sei bei allen Neuerungen ein Komplize seines Bruders gewesen. Die Zusammenarbeit mit den Ständen sei nur vorgetäuscht und er rede wie die frühere Regierung, wenn er die Väter des Vaterlandes als pervers darstelle. Auch er stütze sich wie sein Vorgänger auf die Macht der Bayonnette. Zu welchem Preis habe er die Belgier bei den Verhandlungen in Reichenbach verkauft? Die Amnestie, die er gewähren wolle, sei ein Beispiel dafür, daß er nur seine eigene Interpretation gelten lasse. Er könne von den Belgiern keinen Gehorsam verlangen, da sie ihm diesen nicht schuldeten. Lieber wolle man mit der Waffe in der Hand sterben, als in seine Hände fallen (s.a. Nr. 505).

Alff.C 27





Lfd.Nr.: 504

[anonym, 'LE CITOYEN IMPARTIAL':]

RÉPONSE Du Citoyen Impartial à l'Auteur de la feuille intitulée: le Calomniateur du Clergé Belgique confondu, ou l'Ignorance du Citoyen soit-disant Impartial démasquée. N°. II. [vorangest. Zählung:] N°. VIII.

MONSIEUR, JE me proposois de répondre à votre N°. II de la même manière que j'ai répondu au premier, [...].

s.d.. [18.4.1788], s.l., 16 S., A8, 8°;

[unterz.:] ...le CITOYEN IMPARTIAL. De... le 18 Avril 1788.

Antwort auf die Schrift 'Le Calomniateur du clergé belgique...', Teil II. Der Verfasser ermahnt seinen Gegenspieler, christliche Milde in seiner Kritik walten zu lassen und ihn nicht zu beschimpfen und zu verleumden. Er habe bereits gezeigt, daß er kein Apostel des Despotismus sei und es wäre die Aufgabe des Christen, dem Souverän zu gehorchen, auch wenn dieser Unrecht begehe. Die Geistlichkeit habe es zu allen Zeiten verstanden, ihre Interessen ais die Sache Gottes auszugeben. Auf diesem Wege seien ganze Reiche unter die Herrschaft des Papstes gekommen. Obwohl das Trienter Konzil die Christenpflicht des Gehorsams gegenüber dem Fürsten ausdrücklich bestätigt habe, seien diese Beschlüsse in den Katechismen zur Unterrichtung des Volkes nicht umgesetzt worden. Der Mechelner Katechismus greife dieses Thema kaum auf. Es sei nicht verwunderlich, daß die Bevölkerung die weltliche Macht geringschätze, obwohl sie gleichberechtigt neben der geistlichen Macht stehe. Der Widerstand gegen die Errichtung des Generalseminars gefährde die Einheit der Gesellschaft und der Relgion. Man solle aufhören, das Volk zu täuschen, indem man vorgebe, der Souverän wolle seine Religion umstoßen. Es gehe nur darum, die Religion von Mißbräuchen zu reinigen. In Zeiten der Verfolgung verfüge der Christ nur über Geduld und Güte. Sollte der Verfasser sich in seinen Ansichten täuschen, so solle er mit christlichen Mitteln und nicht durch Verleumdungen bekehrt werden (s.a. Nr. 113, 411).

Alff.K 375





Lfd.Nr.: 505

[anonym, 'J.J.M.T....':]

RÉPONSE DU PEUPLE BELGIQUE AU SOI-DISANT MANIFESTE OU DÉCLARATION DE L'EMPEREUR & ROI, LEOPOLD II, SE-DISANT Duc de Brabant, de Limbourg, de Luxembourg, de Gueldre, &c. &c.

A LA LIBERTÉ. 1790. [6.11.1790], s.l., [Bruxelles], 8 S., 8°;

[unterz.:] Bruxelles, 6 Novembre 1790. Signé J.J.M.T. ...

In seiner Antwort auf die Frankfurter Erklärung Leopolds vom 14.10.1790 bezeichnet der Verfasser den Kaiser als begierigen Usurpator, der seine ungerechtfertigten Ansprüche allein auf seine Bayonnette und seine Intrigen stütze. Alle Versprechungen seien im Hinblick auf seine Regierung in der Toskana und der früheren Regierung seines Bruders wenig glaubwürdig. Außerdem gingen die Provinzen die Abmachungen des Kaisers nichts mehr an und die Verfassung könnten sie selbst schützen. Die Belgier vertrauten der göttlichen Vorsehung, die sie bisher vor allen Machenschaften der Agenten Leopolds geschützt habe (s.a. Nr. 503).

Alff.C 26





Lfd.Nr.: 506

[anonym, 'THÉOPHILLE':]

RÉPONSE D'UN BELGE à un de ses amis, sur la Déclaration et la Promesse, exigées des Ministres du Culte, par la Loi du 7 Vendémiaire 4e. année Républicaine. Des Bords d l'Escaut le 3 Prairial 5 Année Rép.

VOTRE Lettre, mon cher ami, m'a vivement affecté. Je partage toute la douleur qui vous accable: [...].

s.d., [22.5.1797], s.l., 8 S., 8°;

[unterz.:] THÉOPHILLE.

In seiner Antwort bestärkt der Verfasser seinen Briefpartner in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem von den Geistlichen geforderten Eid auf die französische Republik. Nach Artikel 354 der Verfassung bedeutete die Ablegung des Eides nämlich, daß die Priester auch dann den Gesetzen der Republik gehorchen müßten, wenn sie den Geboten Gottes entgegenstünden. Vorzugeben, daß es sich nicht um einen Eid handele und deshalb die innere Haltung zu dem Versprechen von der äußerlich gezeigten abweichen dürfe, entspräche nicht dem Bild einer aufrichtigen Geistlichkeit. Eine akzeptable Begründung für den Eid stellte lediglich die Formulierung des Polizeiministers dar, daß auch die ersten Christen den Gesetzen der heidnischen Kaiser unterworfen waren und dem Kaiser geben sollten, was des Kaisers ist. Die meisten Geistlichen verweigerten jedoch den Eid. Man müsse die Entscheidung des Papstes abwarten. Auch die aufgeklärtesten französischen Geistlichen lehnten den Eid ab.

Alff.K 376





Lfd.Nr.: 507

[anonym, 'UN CANONISTE FRANÇOIS':]

RÉPONSE D'UN CANONISTE FRANÇOIS A UN CURÉ DE FLANDRE, SUR le cas d'un mariage contracté selon les loix de l'Église, contre une loix civile irritante; s'il doit être regardé comme valable, portant en conscience obligation au devoir?

A BRUGES. Chez FR. VAN HESE, Imprimeur-Libraire, derriere la Boucherie. s.d., [29.11.1789], 30 S., 16 Bl., (t),A8,B6,(), 8°;

[Zensurvermerk:] Vidi, Brugis hâc 29 Novembris 1789. DE GRYSE, Archid. libr. cens.

Der Verfasser legt dar, daß die Ehe ein naturrechtlicher Vertrag und ein Sakrament und deshalb ausschließlich eine Angelegenheit der Kirche sei. Der Souverän sei gehalten, die Naturgesetze zu entfalten und zu verbessern, nicht aber sie abzuschaffen. Da nur Gott über den Naturgesetzen stehe, habe allein die Kirche die Macht, die Merkmale des Ehevertrags zu verändern. Der Souverän habe nur über die zivilen Folgen einer Ehe zu bestimmen, nicht aber sie zu bekräftigen oder für ungültig zu erklären. Man muß die Ehe von ihrer Substanzaus definieren und nicht wie die modernen Autoren, die von einem Zivilvertrag sprechen, von ihren Akzidentien aus. Deshalb sei die Ehe, die gemäß den Kirchengesetzen geschlossen worden sei, als gültig anzusehen.

Alff.K 377





Lfd.Nr.: 508

[LINGUET, SIMON-NICOLAS-HENRI:]

RÉPONSE D'UN CITOYEN VERTUEUX A J. PH. COBENZL.

J. Ph. JE reçois en ce moment une copie de ta lettre aux Etats, datée de Luxembourg, le 28 Février dernier, [...].

s.d., [5.3.1790], s.l., [Bruxelles], [chez Lemaire, Libraire, rue de l'Impératrice (?)], 7 S., 4 Bl., A4, 8°;

[unterz.:] Un CITOYEN vertueux. Ce 5 Mars 1790.

Entgegnung auf den Brief Cobenzls vom 28.2.1790 (s. Nr. 10). Linguet versucht den Widersinn zu verdeutlichen, der darin besteht, daß ein heuchlerischer und opportunistischer Unterhändler des machiavellistischen Hauses Habsburg versuche, die Belgier zur reuevollen Umkehr zu bewegen, die gerade erfolgreich das blutrünstige Joch der Österreicher abgeschüttelt hätten. Cobenzl solle einsehen, daß man nicht allein Joseph II. vertrieben hätte, sondern auch sein Amt abgeschafft habe. Er wisse zwar nicht, wie das Volk über Leopold und seine Rückkehr nach Belgien denke, aber sollte das Volk Leopold jemals anerkennen, dann nur durch eine Wahl, eine Ernennung und nicht durch eine Inauguration. Leopold selbst habe zu beweisen, daß er ein würdiger Souverän wäre, und es sei seine Sache, das Volk um diese Gnade zu bitten, nicht umgekehrt. Man dulde keinen Angriff auf die Pressefreiheit und keine Freigabe einer Garnison, die bereits kapituliert habe. Linguet fragt sich, über was verhandelt werden soll, etwa über die Huldigung der Belgier an Leopold? Er werde aber möglichen Verhandlungen nicht im Wege stehen, doch werden die Belgier auf der Hut sein, um nicht erneut einem Tyrannen zu erliegen.

Alff.C 2





Lfd.Nr.: 509

[anonym, 'L'ENNEMI JURÉ DES SOUVERAINS ILLÉGAUX':]

RÉPONSE D'UN des SOUVERAINS de la Province de FLANDRE à celui des SOUVERAINS de BRABANT, auteur de la Lettre à M. Engelbert D'ARENBERG, Comte DE LA MARCK.

MON COUSIN ILLEGAL! LA lettre circulaire qu'il vous a plu faire émaner pour diffamer une des plus illustres Maisons de vos domaines, [...].

s.d., [12.4.1790], s.l., 8 S., [fehlerhafte Pag.: S. 6 statt S. 4], 8°;

[unterz.:] En ma résidence de Gand, ce 12 Avril 1790. L'ennemi juré des Souverains ILLÉGAUX.

In Erwiderung auf die Schrift 'Lettre d'un des souverains de la province de Brabant à Monsieur Engelbert d'Aremberg, comte de La Marck' vom 1.4.1790 versucht der Verfasser die Verleumdungen gegen den Grafen de la Marck zurückzuweisen. Er zweifelt zunächst die Souveränität der Stände von Brabant an, hätten sie doch, im Gegensatz zu den Ständen Flanderns nicht erklärt, nur provisorisch zu regieren. Die Erklärung vom 25.2.1790 reiche nicht aus. Den Vorwurf, der Graf habe aufrührerische Schriften in Brabant verteilt, weist der Autor mit dem Hinweis auf die Vorgänge in Brüssel Mitte März 1790 zurück. Einen Beweis für den direkten Zusammenhang zwischen den Plünderungen und den Unterschriften der Eingabe vom 15.3.1790 an die Stände sieht er in der Verteilung von Proskriptionslisten und einem Brief Van der Noots an Chapel. Die Verunglimpfung der Bemühungen La Marcks, sich für das Vaterland einzusetzen, verkennt seine Vaterlandsliebe. Nicht ein Vorfahr des Grafen habe die Freiheit der Provinzen für einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten unmöglich gemacht, sondern die Brabanter Stände hätten durch ihre fehlende Erklärung, nur provisorisch zu regieren, die Provinzen an den Rand des Untergangs gebracht; dieses Verhalten habe zwei Gruppierungen ins Leben gerufen, die sich bis aufs Messer bekämpften. Sollten die Stände für ihre Ziele die Preußen zu Hilfe rufen, so würden alle Bürger zu Soldaten, die mit allen Mitteln die Tyrannei bekämpften. Wie könne ein Mensch gegen sein Vaterland agitieren, dessen Reichtümer zu 3/4 in seinem Heimatland liegen? Seine Abdankung Ende 1787 als 'Bailli' des Hennegaus sei eine Folge der fehlenden Unterstützung gegen den Despotismus Joseph II. gewesen. Es sei absurd, ihm vorzuhalten, er sei erst dann nach Belgien zurückgekehrt, als die Österreicher bereits vertrieben worden waren. Der Verfasser verteidigt auch die Entscheidung des Herzogs d'Ursel, der sein Amt als Präsident des Kriegsdepartements niedergelegt hatte, da ohne sein Wissen Schoenfeldt in den Rang eines 'Lieutenant-général' befördert wurde. D'Ursel sei kein Unterhändler der Österreicher.

Alff.K 378





Lfd.Nr.: 510

[anonym, 'UN PATRIOTE':]

RÉPONSE D'UN PATRIOTE A J. P. COBENZL.

LA Lettre d'un citoyen vertueux est une production digne de son célèbre Auteur, [...].

s.d., [6.3.1790], s.l., 4 S., 8°;

Parodie auf den Brief Cobenzls vom 28.2.1790, in der Cobenzl aufgefordert wird, jeden Versuch, die belgischen Provinzen zurückzugewinnen, aufzugeben, da dies zwecklos sei.

Alff.C 3





Lfd.Nr.: 511

[anonym, 'L'AMI DU BIEN PUBLIC':]

REPONSE SUCCINTE Aux représentations dernières des États de Brabant à Mr. le Comte de Merci-Argenteau, Ministre de S. M. Imp. Royale, Apost, &c.

EN BRABANT. 1791. [12.2.1791], 8 S., 8°;

[unterz.:] L'ami du bien public.

In Erwiderung auf die Eingaben der Brabanter Stände vom 15.1., 17.1., 1.2. und 8.2.1791 (s. Nr. 173) fordert der Verfasser diese auf, die ständige Verfolgung der treuen Untertanen des Kaisers einzustellen, das Volk nicht weiter zu täuschen und umzukehren. Es sei sonst nicht auszuschließen, daß das Volk Rache übe, obwohl die Opfer der Revolution nur ihr Recht einklagen wollten. Die Stände sollten die wiedereingesetzten Justizräte nicht weiter mit Haß verfolgen. Obwohl die Mehrzahl der Ständemitglieder einsähe, daß eine neue Organisation der Stände das Land neu erblühen ließe, trauten sie sich nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Die Stände repräsentierten nicht mehr das Volk, nachdem sie widerrechtlich nach der Macht gegriffen hätten. Der Verfasser wünscht sich, daß jeder Haß und jede Parteilichkeit aufhöre und das Vertrauen zueinander wiederhergestellt werde (s.a. Nr.457, eine Entgegnung auf die Ständeeingabe vom 15.1.1791).

Alff.K 379





Lfd.Nr.: 512

[anonym, 'LES BELGES':]

REPONSES DES BELGES à certains donneurs d'avis incendiaires.

Si vous avez fait connoitre à toutes les Nations la justice de votre cause, [...]. Il n'est point de Nation en Europe qui puisse trouver juste la cause d'un Peuple [...].

[S. 11:] De l'imprimerie de la SOCIÉTÉ TYPOGRAPHIQUE, établie à HERVE. s.d., [4.11.1790], 11 S., 6 Bl., A4,B2, 8°;

[S. 11:] Gand, le 4 Novembre 1790.

Gegenschrift zum 'Avis aux Belges' vom 30.10.1790 (s. Nr.78), in der jedes weitere Blutvergießen zur Aufrechterhaltung der Herrschaft der Mönche und ihrer Handlanger abgelehnt wird und eine baldige Befreiung aus deren Tyrannei prophezeit wird. Joseph II. sei in seiner antimonachalen Politik verkannt worden und sein Bruder sinne nicht auf Rache, sondern setze auf Versöhnung.

Alff.A 9





Lfd.Nr.: 513

[BRUGES, LES CHEFS-DOYENS ET DOYENS SUBALTERNES DES CORPS ET MÉTIERS de:]

REPRÉSENTATION A SON EXCELLENCE LE COMTE MERCY-ARGENTEAU, Ministre Plénipotentiaire de S. M. l'Empereur & Roi aux Pays-Bas, par les Chefs-Doyens, & Doyens subalternes des Corps & Métiers de la ville de Bruges. Traduit du Flamand.

1791. [22.4.1791], s.l., 11 S. [fehlerhafte Pag.: 01 statt 10, 10 statt 11], A6, 8°;

Die 'Doyens' der Stadt Brügge bitten den Minister um die Aufhebung des Dekretes des Bürgermeisters vom 10.7.1789, das die Versammlungen der 'Doyens' verbietet, um die Wahl der Magistrate durch das Volk oder um ein größeres Mitspracherecht des Volkes bei dieser Wahl, um eine neue dreigliedrige Vertretung des Volkes, um die Bereinigung der seit dem 15.10.1787 nicht mehr geordneten Finanzen der Stadt, um Einsichtnahme in die Buchführung, um einen größeren Einfluß auf die Finanzverwaltung, damit die Steuerlasten gleichmäßiger auf die Bürger verteilt werden, um die Beschränkung der Erklärung vom 29.1.1791 auf die Vergabe von Ämtern zum Schaden der kaiserlichen Autorität und um die Bestätigung der strittigen Rechtsprechung während der Unruhen, um im Sinne des kaiserlichen Versöhnungsgedankens Ruhe und Vertrauen wiederherzustellen.

Alff.K 380





Lfd.Nr.: 514

[FRANCKENBERG, JEAN-HENRI de:]

Représentation de Son Eminence le Cardinal-Archevêque de Malines à Leurs Altesses Royales les Gouverneurs des Pays-Bas, sur la Dépêche du 17. Juillet 1788.

MADAME, MONSEIGNEUR! JE ne saurois dissimuler à VV. AA. RR. la douleur que j'ai ressentie, en lisant dans la Dépêche, [...].

s.d., [19.7.1788], s.l., 8 S., 8°;

Erwiderung auf die Depesche der Generalgouverneure vom 17.7.1788. Im ersten Teil der Eingabe stellt Franckenberg heraus, daß es nicht nur um die Abwehr einer falschen Doktrin gehe, sondern auch um die Erhaltung fundamentaler Rechte der Kirche und des Episkopats. Über die Orthodoxie der Lehre in Löwen müsse entweder der Papst oder ein Nationalkonzil entscheiden. Im zweiten Teil begründet er seine abweichende Haltung 1786 und einiger Bischöfe gegenüber dem Generalseminar. Die Bischöfe seien bemüht gewesen, dem Kaiser entgegenzukommen und zeitlich unter Druck geraten. Nachdem die in einem Brief Belgiojosos zugesicherte gemeinsame Verwaltung und Aufsicht des Generalseminars nicht praktiziert worden sei und die Befürchtung aufkeimte, man wolle den schädlichen Jansenismus wieder einführen, mußten sich die Bischöfe verweigern. Er selbst sei durch die vielen Eingaben wachgerüttelt worden und sehe keine Möglichkeit, das Generalseminar zu stützen.

Alff.K 381





Lfd.Nr.: 515

REPRÉSENTATION DES ÉTATS DE BRABANT A SA MAJESTÉ L'EMPEREUR ET ROI, PRÉCÉDÉE DE CELLES A LEURS ALTESSES ROYALES ET D'UNE DÉPÊCHE DE CES PRINCES.

1791. [10.12.1791], s.l., 14 S., 8 Bl., 8°;

Die Flugschrift umfaßt folgende vier Schreiben: 1. Eingabe der Brabanter Stände vom 1.12.1791 an die Generalgouverneure mit der Bitte um die Erlaubnis, eine Gesandtschaft nach Wien schicken zu dürfen, um dem Kaiser die Haltung der Stände zu verdeutlichen. 2. Antwortschreiben der Generalgouverneure vom 3.12.1791, in dem sie eine Gesandtschaft der Stände ablehnen. Dem Kaiser sei eine Gesandtschaft unangenehm, es sei denn, die Stände fügten sich und bewilligten die Steuern und Subsidien. 3. Eingabe der Stände vom 10.12.1791 an die Generalgouverneure, in der sie die vom Kanzler den Ständen am 29.11.1791 vorgelegten Vorschläge ablehnen und die Steuern und Subsidien nicht bewilligen. Die beigefügte Eingabe (s.Nr.4) soll dem Kaiser vorgelegt werden. 4. Eingabe der Stände an den Kaiser vom 10.12.1791 (s. hierzu Nr. 430), in der sie eine Gesandtschaft und Schiedsmänner fordern, um die Streitigkeiten, die das Vertrauen des Volkes in die Regierung unterminierten, beilegen zu können. Die Stände berufen sich auf die Haager Konvention und geben zu bedenken, daß der Rat von Brabant nicht in eigener Sache entscheiden wolle.

Alff.B 17





Lfd.Nr.: 516

[FLANDRE, ETATS de:]

REPRÉSENTATION Des Etats de Flandre à L. A. R. en date du 8 Juillet 1787, sur la dépêche des Sérénissimes Gouverneurs Généraux du 6 du même mois, qui leur donne communication de l'ordre de l'Empereur, daté de Lemberg le 24 Juin dernier, par lequelle(!) S. M. demande à Vienne, quelques Députés de tous les Etats.

MADAME, MONSEIGNEUR, AU milieu des espérances les plus flatteuses de voir arriver la ratification illimitée [...].

s.d., [8.7.1787], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] ...Gand ce 8 juillet 1787. ...Les Etats de Flandre. Par Ordonnance signé F. D. D'HOOP.

Antwort der flandrischen Stände auf die Depesche der Generalgouverneure vom 6.7.1787. Sie lehnen eine ständische Gesandtschaft nach Wien als unnütz ab, da sie keine Vollmachten erhielte und der Kaiser über die Beschwerden der Belgier hinreichend informiert sei. Sie bitten die Generalgouverneure, als Beschützer der Belgier, das Land nicht zu verlassen und den Kaiser zur Ratifizierung zu veranlassen. Obwohl die Feinde der Belgier diese durch die Verzögerung der Ratifizierung in Wien zu Unruhen aufstacheln wollten, um sie besser als widerspenstig brandmarken zu können, sei es bisher in Flandern ruhig geblieben. Die Stände bekräftigen, sich der Autorität des Kaisers nicht entziehen zu wollen, sondern nur die Wiederherstellung des gebeugten Rechts und die vom Kaiser beschworene Verfassung reklamierten.

Alff.K 382





Lfd.Nr.: 517

[BRUXELLES, NNEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

REPRESENTATION DES LES (!) NEUF SYNDICS DE BRUXELLES.

LE 18 MARS 1788. s.l., [Bruxelles], 7 S., 4 Bl., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles le 18 Mars 1788. ...J. J. Sophie loco Van der Stricht, Jean Joseph Sagermans, H. De Puyt, P. J. C. Beeckman, J. Mommaerts loco J. C. Schruers, J. B. Van Lack, E. Adan, J. F. Van Campenhout, J. B. Van den Sande.

Unter Hinweis auf den Artikel 42 der Joyeuse Entrée protestieren die 'Syndici' gegen das gesetzwidrige Vorgehen gegenüber den Bürgerwehren und die Reformierung der Löwener Universität, an der Irrlehren gelehrt werden sollen. Der Magistrat wird gebeten, die Eingabe auch an die Stände weiterzuleiten.

Alff.K 383





Lfd.Nr.: 518

[FLANDRE, ETATS de, DÉPUTÉS des:]

RÉPRÉSENTATION FAITE A S. M. L'EMPEREUR PAR LES DÉPUTÉS DES ÉTATS DE FLANDRE. 29 Janvier 1788.

A GAND. s.d., [29.1.1788], 16 S., 4°(?);

[unterz.:] ...De notre assemblée 29 Janvier 1788. Les Députés des Etats de Flandre. Signé F. D. D'HOOP.

Eingabe der flandrischen Stände an den Kaiser, mit der Bitte, die bischöflichen Seminare in Flandern wie bisher bestehen zu lassen, sein Edikt vom 16.10.1786, in dem die Einrichtung des Generalseminars verfügt wurde, zurückzunehmen, den Bischöfen ihre Rechtsprechung zurückzugeben, alle Hindernisse für ein Fortbestehen der Klöster beiseite zu räumen und die kirchliche Hierarchie wieder so herzustellen, wie sie zur Zeit der kaiserlichen Inauguration bestanden habe. Alarmiert durch eine Depesche vom 27.12.1787 fürchten die Stände Unruhen im Volk. Das Wohlergehen des Volkes sei an die katholische Religion gekoppelt. Die Frage des Generalseminars sollte unabhängig von der Erfüllung der 'Préalables', die von den Provinzständen als verfassungswidrig eingestuft worden seien, behandelt werden. Man hoffe, daß man den Erhalt der Verfassung nicht von der Wiederherstellung des Generalseminars abhängig mache. Die Verfassung erkenne aber nur die bischöflichen Seminare an, während das Generalseminar gegen die Verfassung und die Landessitten verstoße. Diese unterstanden allein den Bischöfen und erfüllten ihre Aufgabe gut. Die Einrichtung eines allgemeinen Generalseminars im Jahre 1586 in Douai sei wegen der zu großen Unterschiede nicht mit dem jetzigen Generalseminar vergleichbar und habe auch nicht lange bestanden, da es von den bischöflichen Seminaren abgelöst wurde.

Alff.K 384





Lfd.Nr.: 519/520

REPRÉSENTATIONS DES ÉTATS DE BRABANT A LEURS ALTESSES ROYALES Du 20. Décembre, ET DÉPÊCHE DE LEURS ALTESSES ROYALES Du 21 du même Mois.

1791. [21.12.1791], s.l., [Bruxelles], 15 S., 8 Bl., 8°;

Die Flugschrift enthält folgende zwei Schreiben: 1. In ihrer Antwort ( unterzeichnet S. 13 mit: Les Deputés des Etats de Brabant. Bruxelles le 20 Décembre 1791) auf die Depesche der Generalgouverneure vom 13.12.1791 (s. Nr. 205) rechtfertigen die Stände ihr Verhalten und betonen die Legalität ihres Handelns. Der bevollmächtigte Minister habe, um Unruhen zu vermeiden, 10000 Fl. vorläufig bewilligt, um die Offiziere auszubezahlen. Die Regierungsdokumente seien vor dem Eintreffen der Stände in Brüssel den Archiven entnommen worden und befänden sich nicht alle im Besitz der Stände. Veröffentlichungen von Dokumenten dienten nur dazu, den Standpunkt der Generalgouverneure zu verdeutlichen und die Legitimität der eigenen Forderungen zu unterstreichen. Die Stände seien bereit, die Dokumente in ihrem Besitz zurückzugeben. Daher sollten allle diesbezüglichen Prozesse eingestellt werden. Die Stände arbeiteten mit den königlichen Kommissaren zusammen. Die Eingaben stellten kein Mittel dar, um Entschädigungsprozesse oder anderes zu verzögern, sondern um Unheil und Unruhen abzuwenden durch die Wiederherstellung der Verfassung. Die Stände seien mit Blick auf die Revolutionsschulden bereit, Opfer zu bringen, ohne das Volk übermäßig zu belasten. Hätte man die Provinz Brabant genauso behandelt wie alle anderen Provinzen, in denen z.B. keine Justizräte abgesetzt worden seien, so gäbe es keine Differenzen mehr. Die Stände erinnern auch an die Wiedereinsetzung von Schreibern und Gerichtsdienern ohne neue Bestallung. Die fehlende Gleichbehandlung Brabants mit den übrigen Provinzen unterhalte nur die Zwietracht. 2. Kurzes Antwortschreiben der Generalgouverneure (S. 15 unterzeichnet: paraphé CR. Vt. signé MARIE, ALBERT...contresigné L. C. VANDE VELDE.) vom 21.12.1791, in dem sie die Stände auffordern, ihre Beweggründe dem Richter vorzutragen, der mit diesen Angelegenheiten betraut worden sei.

Alff.K 385/Alff.K 386





Lfd.Nr.: 521

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de:]

REPRÉSENTATIONS DES NEUF NATIONS REPRÉSENTANT LE TROISIEME MEMBRE DE CETTE VILLE.

1791. [10.5.1791], s.l., [Bruxelles], 18 S., 10 Bl., 8°;

Vier Schreiben der 'Neun Nationen' an den Brüsseler Magistrat 1. Bitte um Unterstützung ihrer Anliegen durch den Magistrat und die beiden ersten Stände und die Weiterleitung ihrer Eingaben an den Minister. 2. Protest gegen die illegale Einrichtung eines neuen Gerichtshofs am 25.2.1791 sowie gegen die Absetzung von fünf Räten durch die Regierung und Forderung nach Wiederherstellung des alten verfassungsmäßigen Brabanter Rates, der allein die Gesetze und Erlasse in Kraft setzen kann. 3. Forderung, das Fiskalamt nur auf Vorschlag des Brabanter Rates mit einem 'Procureur-général' und einem 'Substitut' zu besetzen, um die erneute Einrichtung einer Intendantur unter der Hand zu verhindern. 4. Forderung, in Zukunft die Resolutionen der Stände an die 'Nationen' weiterzuleiten. Durch das Versäumnis des Bürgermeisters, die 'Nationen' über die Beratungen der Stände hinsichtlich der Ruhestörer zu informieren, habe dazu geführt, daß die 'Nationen' bisher nichts gegen die Ruhestörer unternehmen konnten. Die 'Nationen' erwarteten eine Wiedergutmachung für die Opfer der täglichen Gewalt und eine bessere Organisation der Polizei. Sie fordern die Einlösung des Ständebeschlusses vom 24.12.1789, keine unerlaubte Ämterhäufung, die Versorgung der Revolutionsopfer, die Aufhebung einer Anordnung vom 12.8.1790, die ihnen verbiete, sich direkt an die Regierung, die Stände oder den Kaiser zu wenden, da dies dem Wohl des Landes schade, ein konsequentes Vorgehen gegen Ruhestörer auf dem Lande, die Verbringung von Truppenteilen, die die Bevölkerung unterdrückten, außer Landes, eine Amnestie ohne Ausnahmen, um das Vertrauen des Volkes in die Regierung wiederherzustellen und die Deserteure zu amnestieren.

Alff.K 387





Lfd.Nr.: 522

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de:]

REPRÉSENTATIONS DES NEUF NATIONS REPRÉSENTANT LE TROISIÉME MEMBRE DE CETTE VILLE.

MESSIEURS, NOUS avons l'honneur de vous faire parvenir les Remontrances suivantes, [...].

s.d., [10.5.1791], s.l., [Bruxelles], 12 S., A6, 8°;

inhaltlich identisch mit Nr. 521, aber eine andere Ausgabe.

Alff.K 388





Lfd.Nr.: 523

[LA REPUBLIQUE BELGIQUE. Tome Second.]

[Titelbl. u. Frontispiz fehlen], [A ROME, Chez les frères GRACQUES, Imprimeurs de la liberté & Libraires de la République. 1790.], s.d., [01.1790], s.l., LXXIX,185 S., *8-*****8,A8-C8,D4,E8-G8,H[4, es fehlt das letzte Bl., H4, zwischen den Seiten 110 und 111],I8-M8,N6, 8°, blaue Broschur;

Der zweite Band der 'Republique belgique', die drei Bände umfaßt, beginnt mit einem fiktiven Gespräch zwischen Wilhelm von Oranien, Farnese und Maria-Theresia über die Gründe der belgischen Revolution und über das weitere Schicksal der Belgier. Die Belgier hätten vor allem ihren Glauben verteidigt. Joseph II. habe im Gegensatz zu seiner Mutter die Provinzen nicht nur finanziell ausgesaugt, sondern auch noch ihrer Traditionen beraubt. Mehr noch als die hohe steuerliche Belastung habe sie der Verkauf der Klostergüter erregt, deren relativ geringer Erlös durch die Religionskasse zum Teil nach Wien abgeflossen sei. Die verletzende Politik Joseph II. gegenüber den Generalstaaten habe dazu geführt, daß diese anfangs die belgische Revolution mit Sympathie begleitet hätten. Erst die Erkenntnis, daß die Belgier für den Erhalt ihres Aberglaubens und der daraus resultierenden Mißbräuche gekämpft hätten, habe das freundschaftliche Verhältnis wieder abgekühlt. In einer längeren Fußnote werden die leichtgläubigen Belgier aufgefordert, sich ihrer neu errungenen Freiheit würdig zu erweisen und auch die Gefahr einer despotischen Theokratie für immer zu bannen. Wilhelm von Oranien betont die Wichtigkeit einer Union zwischen Belgien und den Generalstaaten für beide Seiten. Eine unabhängige belgische Republik würde sofort wieder zum Spielball der Mächte, wenn diese kein Interesse mehr daran hätten, Österreich von den belgischen Provinzen fernzuhalten. Die Vorherrschaft durch das Statthalteramt der Oranier in einem solchen Bündnis begründet Wilhelm einerseits mit einer fehlenden brauchbaren Alternative und dem Schutz der Belgier und andererseits mit der Notwendigkeit eines zentralen Steuerungsinstruments. Die Kritik am Statthalteramt entspringe der Unkenntnis der Verfassung. Der Widerstand der Amsterdamer Kaufleute gegen die Union aus Furcht vor Nachteilen für ihren Handel sei unbegründet und man müsse die Entwicklungschancen des gesamten Handels beider Länder betrachten. In Belgien fürchte das Volk um seine katholische Religion und die Mächtigen um ihre Autorität. Ein Hoffnungsschimmer stellten die aufgeklärten Bürger dar, die, nachdem sie den tyrannischen Fürsten vertrieben hätten, nicht bereit seien, sich der Herrschaft der Priester und Barone zu unterwerfen. Sie verlangten vielmehr, daß dem Volk seine Souveränitätsrechte zurückgegeben würden und eine bessere Ständevertretung. Von einer solchen neuen Vertretung könne man die nötige Toleranz gegenüber anderen Religionen, die Beseitigung von Mißbräuchen, den Verzicht auf die päpstliche Autorität und die Ächtung des Trienter Konzils erwarten. Eine derart gereinigte belgische Nation könnte sich dann bald mit den Generalstaaten vereinen. Die Konföderation würde von Repräsentanten der beiden Länder in einem Kongreß unter der Leitung des Statthalters regiert werden. Es folgen die Nummern VI - VIII der Schrift. Zu N° VI: Der Verfasser entlarvt die Ordonnanz Joseph II. vom 19.10.1789 - im Wortlaut wiedergegeben - als mißglückte Rechtfertigungsschrift der Verwaltung in Brüssel, an deren Spitze der bevollmächtigte Minister seinen eigensüchtigen Machtinteressen nachgehe und bezeichnet die hierin verkündeten Maßnahmen als Willkürakte, da sie nicht im Einklang mit dem Naturrecht und den Grundsätzen einer auf den Gesetzen beruhenden Herrschaft stünden. Um den negativen Einflüssen der Persönlichkeit eines Herrschers auf eine vernünftige Regierungspraxis zu entgehen, müsse seine Herrschaft auf dem Fundament des Naturrechts aufbauen und nach klaren Prinzipien organisiert sein. Die Bemühungen der Belgier um Unterstüzung durch auswärtige Mächte scheinen dem Verfasser nicht aussichtslos zu sein, da besonders England und die Generalstaaten ihr früheres Engagement für Österreich zur Erlangung der Herrschaft über Belgien mittlerweile als politischen Fehlschlag einstuften. Zu N°. VII: Anhand der Ordonnanzen der Regierung (18.6., 20.6., 30.9., 19.10., 20.11., 21.11. u. 25.11.1789) weist der Verfasser die Inkonsistenz der Brüsseler Politik nach, die zur Kompromittierung des Kaisers führte. Er betont, im Gegensatz zu den Erklärungen der Regierung, die Allgemeinheit der Unzufriedenheit und ermutigt die Belgier, standhaft und vorausschauend ihre neu errungene Unabhängigkeit zu verteidigen und zu festigen. Religiös verbrämt, wird die Lage innen- wie außenpolitisch als besonders günstig beschrieben, und der Verfasser will die Unabhängigkeit Belgiens vor allem durch eine Konföderation mit den Generalstaaten sichern. Nach diesen allgemeinen Betrachtungen greift der Verfasser einige Punkte gezielt aus den öffentlichen Schreiben der Regierung heraus, um die österreichische Politik der Versklavung der Belgier zu verdeutlichen. Abschließend zitiert er aus der Schrift "L'Etonnement de l'Europe", in der es um die Gründe für die Auseinandersetzung Joseph II. 1784 mit den Generalstaaten geht. So, wie damals der Konflikt mit den Generalstaaten den Vorwand bot, Reformen mit militärischer Gewalt durchzuführen, so gäben jetzt angebliche Komplotte den Anlaß, um die Belgier mit aller Härte zu versklaven. Zu N°. VIII: Zur besseren Information und Urteilsfähigkeit der Belgier über den inneren Zustand der belgischen Provinzen, beleuchtet der Verfasser unter Betonung der Wahrung belgischer Privilegien durch die Stände und den Rat von Brabant, die wechselvolle Geschichte der Ratsgremien unter den verschiedenen Regierungen, das Justizwesen unter Ausklammerung der niederen Gerichtsbarkeit und die verschiedenen Aspekte des Amtes der Generalgouverneure. Die Beschreibung der politischen und sozialen Verfaßtheit der belgischen Provinzen soll nach einer Vorankündigung am Ende der Schrift in einem dritten Band fortgesetzt werden (Joyeuse Entrée, Stände, Klerus, Adel, Dritter Stand, Stadtverwaltung, Militär, öffentliche Finanzen). In einem abschließenden Kommentar greift der Verfasser vehement die Finanzpolitik Joseph II. an, die im Zusammenwirken mit der kaiserlichen Politik gegenüber den Generalstaaten seit 1784 zur Verarmung der Bevölkerung geführt habe. Dies allein sollte für die Flamen Grund genug sein, sich von Joseph II. loszusagen.

Alff.K 389





Lfd.Nr.: 524

[NOOT, HENRI-CHARLES-NICOLAS VAN DER:]

REQUEST AEN DIE HEEREN RAEDEN VAN BRABANT, TEN AENSIEN VAN DEN EERW. HEER HENRICUS CLAVERS, Wettelyken Rector &c. OPGESTELT DOOR DEN HEER H. C. N. VAN DER NOOT Advocaet van den Souvereynen Raede van Brabant.

TOT MAESTRICHT, MDCCLXXXVIII. [11.(?)4.1788], 72 S., [A]8-D8,E4, 8°;

Eingabe Van der Noots an den Rat von Brabant, in der er die Wiedereinsetzung des früheren Rektors der Universität Löwen, Clavers, in alle seine Funktionen fordert. Leempoel habe ohne Beweise den Rektor angeklagt, durch seinen Ungehorsam die öffentliche Ordnung zu stören und sich den Anordnungen des Kaisers zu widersetzen. Er habe sich außerdem widerrechtlich das Amt des Rektors angeeignet, den Rektor und alle, die ihn nicht anerkennen wollten, von der Universität entfernt und Clavers durch die Ausstellung eines Haftbefehls zu einem Kriminellen abgestempelt. Van der Noot verweist anhand von Beispielen auf die Zuständigkeit des Brabanter Rates, da die Universität eine Brabanter Körperschaft sei und deshalb alle Rechte und Privilegien der Brabanter Verfassung in Anspruch nehmen könne. Im Anhang folgen 1. das Absetzungsschreiben Leempoels an Clavers vom 29.2.1788, 2. der Haftbefehl gegen den Rektor, 3. die Vorladung Clavers zum 28.3.1788, 4. die Erklärung der Brabanter Stände zur Brabantizität der Löwener Universität vom 5.6.1787, 5. die Anerkennung der Brabantizität der Universität durch die Generalgouverneure in ihrer Depesche vom 28.6.1787, 6. die Denkschrift der Brabanter Stände vom 28.8.1787 an den Grafen Murray gegen die ungesetzlichen 'Préalables' vom 16.8.1787 und 7. das Schreiben der Brabanter Stände vom 20.9.1787 an die Stände der anderen Provinzen mit der Aufforderung, sich den Protesten gegen das Generalseminar anzuschließen.

Alff.K 390





Lfd.Nr.: 525/526

[anonym, 'UN TRÈS-GRAND NOMBRE DE CITOYENS DU BRABANT':]

REQUÈTE D'un très-grand nombre de citoyens du Brabant, à Sa Majesté l'Empereur & Roi.

SIRE, EXposent en très-profond respect un très-grand nombre de vos fideles sujets du Brabant, qui ont été pillés, [...].

s.d., [18.10.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[S.4:] Bruxelles, ce 18 Octobre 1791.

Bittschrift von Brabanter Bürgern, die aufgrund ihrer Treue zum Kaiser während der Revolution an den Rand des Ruins gebracht worden sind. Da die meisten trotz aller offiziellen Zusagen noch nicht entschädigt worden sind, und Prozesse gegen die ersten beiden Stände, die ihre Anhänger immer noch aus öffentlichen Kassen bezahlten und deren Vorbehalte gegen den Brabanter Rat nur dazu dienten, die Entschädigungsprozesse der Revolutionsopfer zu verschleppen, zu kostspielig sind, bitten sie Leopold um die Einsetzung eines Komitees, das die Ansprüche der Geschädigten prüft und die Schuldigen verurteilt. Zur Beschleunigung der Verfahren sollten mehr Juristen eingesetzt werden und jeder einzelne Prozeß binnen dreier Tage abgeschlossen werden.

Alff.K 391/Alff.D 41





Lfd.Nr.: 527

[anonym, 'LES ÉTUDIANS EN THÉOLOGIE BRABANÇONS':]

REQUÊTE PRÉSENTÉE A L'ASSEMBLÉE GÉNÉRALE DES ÉTATS DE BRABANT Par les ètudians en Théologie Bran(!)bançons. On y a ajouté quelques motifs, qui font désirer l'abolition entiere du Séminaire Général, addressée en forme de Lettre anonyme à différens Membres des Etats de Brabant, le 25 & 26 Mai 1787. Et la dépêche de LL. AA. RR. en date du 28 Juin 1787. au sujet de l'Université, avec l'ordonnance du Recteur Magnifique donnée en vertu d'i-celle.

A LOUVAIN, de l'Imprimerie Patriotique. s.d., [2.7.1787], 16 S., 8°;

[unterz. S. 9 in Schreibschrift:] ...G. G. De Dieudonné Prêtre natif de Louvain. J. J. Brabant, Prêtre natif de Louvain. En vertu d'un procure de la part des étudians en Théologie Brabançons.

Die Studenten begründen ihren Auszug aus dem Generalseminar mit den ketzerischen neuen Lehren und der fehlenden Mitwirkung des Episkopats an der Errichtung dieses Seminars. Ihre Kritik sei nicht aufrührerisch, sondern resultiere aus ihrer Sorge um die rechte Lehre. Den Ständen danke man für ihr Eintreten für die studentischen Anliegen und bitte sie, an der Wiederherstellung der früheren bischöflichen Seminare und der Rechte des Episkopats festzuhalten. Obwohl sie in Vereinzelung und teilweise durch den Wegfall der Stipendien in Armut lebten und mit Sorge die Verminderung des belgischen Klerus beobachteten, wollten sie sich lieber dieser harten Prüfung unterziehen, als in einer monströsen Einrichtung untergebracht zu sein, in der die Reinheit der Lehre zweifelhaft sei, die Disziplin durch Überfüllung gefährdet sei und die Gefahren bei einem Ausbruch einer Epidemie nicht zu übersehen seien. Es folgen in sieben Punkten ('Motifs qui font désirer l'abolition entiere du Séminaire général, adressés en forme de lettre anonyme à différens membres des Etats de Brabant, le 25 & 26 Mai 1787.') Gründe, warum das Generalseminar abgeschafft werden müsse. Der Souverän bestreite zum ersten Mal die legitimen Rechte des Episkopats. Es gebe aber keinen Rechtstitel, der ihm erlaube, sich derartig in kirchliche Angelegenheiten einzumischen. Damit würden die Gelder der Stifter zweckentfremdet. An diese Erklärung schließt sich die Depesche der Generalgouverneure vom 28.6.1787 an, in der darauf verwiesen wird, daß sich ihre Erklärung vom 30.5.1787 auch auf die Universität beziehe. Die neueren Reformen werden zurückgenommmen und über die älteren Reformen müsse erst ein Konsens mit den Ständen erzielt werden. Abschließend begrüßt der Rektor der Universität Löwen, J. Stacquet, in seiner lateinisch abgefaßten Verlautbarung die Depesche der Generalgouverneure und kündigt wieder Vorlesungen nach altem Ritus an.

Alff.K 392





Lfd.Nr.: 528

[LES AMIS DU BIEN PUBLIC:]

REQUÊTE PRÉSENTÉE A SON EXCELLENCE MONSEIGNEUR LE COMTE MERCI D'ARGENTEAU, Le 9 Février, Au nom d'un très-grand nombre d'Habitans de la ville de Bruxelles & de plusieurs autres endroits du Brabant.

A BRUXELLES, Chez J. J. JOREZ, fils, Imprimeur-Libraire, Grand'Place. s.d., [9.2.1791], 10 S., 6 Bl., 8°;

Die Verfasser bitten den Kaiser, dem Volk eine neue Ständevertretung zu gewähren, da die alte Organisation der Stände nicht mehr den Willen der Nation zum Ausdruck bringe. Dies hätten bereits die Generalstände in ihrer beigefügten Erklärung vom 31.3.1790 zum Ausdruck gebracht. In Bürgerversammlungen sollten die Eingaben an den Kaiser vorbereitet werden und die geeigneten Maßnahmen für eine freie Wahl der Repräsentanten des Brabanter Volkes, die nach einem gewissen Zeitraum wieder absetzbar sein sollten, getroffen werden. Es folgt die Erklärung der Generalstände vom 31.3.1790 ('PROJET Conçu & approuvé unanimement à l'Assemblée des Etats-généraux-Belgiques, & envoyé à l'agréation des Provinces respectives, le 31 Mars 1790.' unterzeichnet von Van der Noot und Van Eupen), in der sie erklären, unter günstigeren Bedingungen die Ständevertretungen der einzelnen Provinzen vergrößern zu wollen und die Zustimmung der flandrischen Stände zu diesem Vorhaben ('AGRÉATION DES ÉTATS DE FLANDRE AU PROJET SUSDIT.' unterzeichnet von JOSEPH F. DE BAST), s.a. Nr. 377.

Alff.K 393





Lfd.Nr.: 529

[MINET, JEAN-BAPTISTE-JOSEPH:]

REQUETE Présentée au Conseil de Malines par le Sieur J. B. MINET, Seigneur Allodial de Louverval, Conseiller au Souverain Bailliage de Namur.

A LA COUR. REmontre très humblement le sieur Jean Baptiste Joseph Minet, Seigneur Allodial de Louverval, [...].

s.d., [22.12.1791], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

[unterz. S.6:] MINET & J. B. PUYENBROECK.

Veröffentlichung des Antrages von Minet an den großen Rat von Mecheln, gegen vier Mitglieder der beiden ersten Stände von Namur vorzugehen, nachdem der Antragsteller vergeblich versucht hatte, über den Gerichtshof in Namur eine Entschädigung für die erlittenen Schäden während der Revolution zu erhalten. Dieser Antrag wurde an den Rat von Namur und die Gegenpartei zur Stellungnahme weitergeleitet (s. Notiz, S.6, unterzeichnet mit ...à Malines ce 13 Décembre 1791. Signé L. J. SCORION.). Es schließt sich der am 17.12.1791 erfolgte Widerruf der Ständeresolution vom 8.4.1791 an (Signé, FALLON, concordé, tem.&c. Signé, J. J. JACQUET, Not. 1791.), der, wie dem Begleitschreiben zu entnehmen ist (Fait à Namur le 22 Décembre 1791. Signé, T. J. J. SEROME Pr. 1791.), Minet zur Kenntnis gebracht werden soll.

Alff.K 394





Lfd.Nr.: 530

[VANSCHELLE, HENRI-JOSEPH:]

REQUÊTE Présentée aux Etats de Brabant. par Mr. Vanschelle, Pensionnaire de la ville de Bruxelles.

UN Membre de votre Assemblée que la force & la violence empêchent de siéger parmi vous, [...].

s.d., 27.12.1789, s.l., 8 S., 8°;

[S.8:] Bruxelles, le 27 Décembre 1789.

Protest des Brüsseler 'Pensionärs' Vanschelle, gerichtet an die Brabanter Stände, gegen die unwürdige Behandlung seiner Person am 13.12.1789 während einer Ratssitzung. Dort habe ein General der Genter Patrioten, ein Franzose, den Magistrat gedrängt, einen neuen Eid auf das Brabanter Volk abzulegen und dem früheren Eid auf den Herzog von Brabant abzuschwören. Vanschelle, dem das Brabanter Manifest nicht bekannt war, weil seine Verbreitung in Brüssel unter Strafe stand, gibt eine Erklärung ab, in der er zum Ausdruck bringt, nur auf Anordnung der versammelten Stände als legale Vertreter des Volkes einen Eid schwören zu wollen. Daraufhin habe ihn der Offizier in Überschreitung seiner Kompetenzen seines Amtes enthoben und mit Gefängnis bedroht. Vanschelle fordert Genugtuung und die Bestätigung in seinem Amt durch die Brabanter Stände (s.a. Nr. 496).

Alff.K 395





Lfd.Nr.: 531

REQUISITOIRE DE L'OFFICE FISCAL DE BRABANT, Tendant à ce que le Conseil interdise aux Etats de la même province, tous payemens hors des deniers quelconques, dont l'administration leur est confiée, autres que ceux relatifs aux charges dûment & légalement imposées, d'après les consentemens desdits Etats & les Octrois de S. M. & ceux relatifs aux frais ordinaires de leur administration, sur le pied de son organisation existante avant le 18 Juin 1789, &c. &c.

A L'EMPEREUR & ROI, en son Conseil souverain ordonné en Brabant. REmontre le substitut Procureur-général de Leenheer, que Sa Majesté, en reprenant la possession de ses provinces, n'a considéré que le mouvement de son coeur, [...].

s.d., [6.10.1791], s.l., [Bruxelles], 12 S., 8°;

[unterz. S. 11:] ...P. G. CUYLEN. Bruxelles le 3 Octobre 1791.

Leenheer klagt die Brabanter Stände an, einerseits die Subsidien für den Kaiser nicht zu bewilligen und andererseits ohne Erlaubnis des Kaisers Steuern zu erheben und sie zur Bezahlung ehemaliger Soldaten der Patriotenarmee und von Revolutionsführern zu verwenden. Dieser Veruntreuung öffentlicher Gelder müsse Einhalt geboten werden. Obwohl die Regierung in ihrer Depesche vom 10.2.1791 den Ständen günstige Bedingungen für die Liquidation ihrer Revolutionsschulden eingeräumt habe, sodaß wie in den anderen Provinzen die Bevölkerung nicht mit übermäßigen Abgaben belastet worden wäre, und sie ausdrücklich alle Zahlungen untersagt habe, die nicht auch schon vor dem 18.6.1789 nötig waren, hätten die Stände weiterhin Gelder zweckentfremdet. Leenheer fordert ein Verbot, öffentliche Gelder für sachfremde Aufgaben zu verwenden, die Haftung jedes einzelnen Ständemitgliedes, das dieses Verbot mißachte und eine Aufstellung über die restlichen Gelder der Revolutionsanleihen der Stände. Es folgt der Beschluß des Rates, die Anklageschrift den Ständen und dem 'Conseiller pensionnaire' der Stände, De Jonghe, zu übergeben. Da sich dieser weigert, das Dokument entgegenzunehmen, beschließt der Rat am 6.10.1791 die persönliche Übergabe der Schreiben an die Stände durch den kaiserlichen Gerichtsdiener. Nachdem auch diesmal die Annahme verweigert wird, werden die Schreiben an die Versammlungstür der Stände angeschlagen (s.a. Nr. 547).

Alff.B 13





Lfd.Nr.: 532

REQUISITOIRE DE L'OFFICE FISCAL, SUIVI Du décret porté le 20 Septembre 1791, par le Conseil souverain de Brabant, concernant la légalité de ce tribunal.

A L'EMPEREUR ET ROI, en son Conseil souverain, ordonné en Brabant. REMONTRE le substitut Procureur-général De Leenheer, que si jamais la dignité d'un Souverain, le respect dû à un tribunal supérieur, [...].

s.d., [20.9.1791], s.l., [Bruxelles], 12 S., A6, 8°;

[S. 11:] Bruxelles, le 18 Septembre 1791.

Anklageschrift Leenheers, in der er die Nichtanerkennung des durch Dekret vom 25.2.1791 neu besetzten Rates von Brabant durch die Stände und ihre Behauptung der Ungesetzlichkeit des Rates als Angriff auf die kaiserliche Souveränität wertet und den Gerichtshof auffordert, drastische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die daraus resultierenden verhängnisvollen Folgen für die kaiserliche Autorität, die Justiz und die öffentliche Ordnung abzuwenden. Leenheer führt aus, daß die fünf Justuizräte, die bei der Reorganisation des Rates am 25.2.1791 nicht mehr zugelassen worden waren, freiwillig aus den kaiserlichen Diensten geschieden seien, als sie den Eid auf die Stände leisteten, die die kaiserliche Souveränität usurpiert hatten. Der Kaiser habe lediglich von seinem Nominierungsrecht Gebrauch gemacht und den betroffenen Räten den Weg über die Gerichte offengehalten. Die Stände seien nicht befugt, als Richter über die Legalität des Rates zu fungieren. Er fordert den Rat auf, die Ständeresolutionen vom 24/25.5.1791 als Angriff auf die kaiserlichen Rechte und die Ausübung der Justiz des Rates zu verurteilen und die Erklärung vom 16.7.1791 öffentlich vernichten und aus den Registern streichen zu lassen. Als Anhang ist der Beschluß des Rates abgedruckt, in dem dieser die weitere Verwendung der Ständeresolutionen, die sich auf die Legalität des Rates beziehen, unter Strafe stellt (s.a. Nr. 549).

Alff.K 396





Lfd.Nr.: 533

[ANVERS, REPRÉSENTANTS PROVISOIRES d':]

RESOLUTIE Der provisoire Representanten voor de Uytvoerende Magt der Stad Antwerpen, genomen in hunne extraordinaire Zittinge gehouden den 31 Meert 1793, des naer-middags.

AEngesien op morgen, 1 April, deze Stad gaet worden geoccuperd door de Troupen van ZYNE MAJESTEYT DEN KEYSER ENDE KONING, [...].

[S.2:] T'ANTWERPEN by J. GRANGÉ Stadsdrukker. s.d., [31.3.1793], 2 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] ...den 31 Meert 1793. VAN DUN oder VANDUN vt. NANTEUIL.

Bekanntgabe der Demissionierung der 'Représentants provisoires' der Stadt Antwerpen anläßlich des bevorstehenden Einzugs der kaiserlichen Truppen in Antwerpen am 1.4.1793, verbunden mit dem Dank an die Bürger für ihr Vertrauen und ihre Standfestigkeit im Kampf um die Religion und die Verfassung.

Alff.K 397





Lfd.Nr.: 534

RESOLUTIE Ten opzigte van den Eede der goede Mannen van den Ambagte, representerende het Derde Lid dezer Stad Antwerpen.

Eerweerde Edele wyze en zeer voórzienige Heeren. DE goede Mannen van den Ambachte aenzogt zynde door den Heere Buyten Borgermeester dezer Stad, [...].

[Rückseite 2. Bl.:] Uyt de Drukkerye van C. H. DE VOS. s.d., [8.6.1793], s.l., [Antwerpen ?], unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

Veröffentlichung zweier Beschlüsse des Dritten Standes der Stadt Antwerpen, in denen sich dieser einerseits bereit erklärt, den vorgeschriebenen Amtseid zu leisten, trotz der verfassungswidrigen Vorschriften, die 1659 vom 'Breiten Rat' erlassen wurden und um deren Aufhebung der Dritte Stand nachsucht (Beschluß vom 24.5.1793) und andererseits die finanziellen Mittel für die Verteidigung des Landes bereitzustellen, da der Kaiser damit begonnen habe, die Verfassungsbrüche zu beseitigen. Der Dritte Stand knüpft an seine Zusage die Erwartung, daß die Klagen des Antwerpener Volkes dem Kaiser vorgetragen werden und Mißbräuche beseitigt werden (Beschluß vom 8.6.1793, 'ALGEMEYN BESLUYT Van de goede Mannen van den Ambachte,...aen Myne Heeren van het Magistraet den achtstenJuny 1793.'), s.a. Nr. 110.

Alff.K 398





Lfd.Nr.: 535/536

RÉSULTAT DES CONFÉRENCES TENUES ENTRE LES COMMISSAIRES DU GOUVERNEMENT DES PAYS-BAS, ET CEUX DES ÉTATS DE BRABANT, SUIVI DES PROPOSITIONS EN FORME D'ULTIMATUM Faites de la part de LEURS ALTESSES ROYALES aux ÉTATS DE BRABANT, et de la representation desdits ÉTATS sur ces Propositions, qui leur a été renvoyée le lendemain sous couvert SANS AUCUNE RÉPONSE.

1791. [25.11.1791], s.l., 34 S., 18 Bl., (t),[A]8-B8,(), 8°, [beim 2. Exemplar fehlt der Titelbogen];

Veröffentlichung der fehlgeschlagenen Verhandlungen zur Beilegung des Streits um den Brabanter Rat zwischen den Unterhändlern der Regierung und der Brabanter Stände. 1. Schreiben vom 11.11.1791, in dem die Unterhändler in zwölf Punkten die Bedingungen nennen, die zunächst erfüllt sein müssen, wenn der Streit um den Rat beigelegt werden soll (Bewilligung der Subsidien und des 'Don gratuit', Anerkennung der Revolutionsschulden, Liquidation der Schulden, ohne die Bevölkerung mit Abgaben zu überfordern, Wiedereinrichtung von aufgehobenen Klöstern, Behandlung der Löwener Universität und ihrer Mitglieder nach Recht und Gesetz, weitere Verhandlungen über Probleme, die die Universität Löwen und den Rat von Limburg betreffen, Publizierung der allgemeinen Amnestie). 2. Schreiben vom 12.11.1791, in dem die Unterhändler in vier Punkten Vorschläge zur Beilegung des Konfliktes um den Rat unterbreiten (kein Vizekanzler, Schreiber und Sekretäre erneuern Eid auf 'Joyeuse Entrée', Gültigkeit der Urkunden, die seit dem 25.2.1791 ausgefertigt wurden, Stände erläutern ihre Beschwerden vor dem Rat, die sie wegen des Ausschlusses der fünf Justizräte haben, es sei denn, die Räte demissionnierten, versehen mit einer Pension und einem Titel). 3. Schreiben vom 18.11.1791, in dem die Generalgouverneure die Bedingungen nennen, unter denen sie ein ausgehandeltes Abkommen zwischen den Unterhändlern der Regierung und der Stände akzeptieren (Anerkennung der Legalität des Brabanter Rates, Rücktritt der fünf Justizräte innerhalb von drei Tagen, Erneuerung des Eides der Schreiber und Sekretäre des Rates, Einrichtung eines Ausschusses zur Klärung der Entschädigungsfragen, Anerkennung der Schulden, wenn die Subsidien bewilligt werden, ein Ausschuß soll sich mit der Lehre an der Löwener Universität befassen, strittige Punkte sollen nach dem Vorschlag der Unterhändler auf dem Rechtsweg geklärt werden, Anstreben einer allgemeinen Reform der Universität, Verhandlungsergebnisse über den Rat von Limburg werden akzeptiert, bei Annahme der Bedingungen soll eine Amnestie verkündet werden, von der nur wenige ausgeschlossen sein sollen). Als Anhang ist diesem Schreiben ein 'Projekt' beigegeben, das in 27 Punkten Vorschläge für eine generelle Einigung über die Religionskasse und die aufgehobenen Klöster unterbreitet. 4. Schreiben der Regierungsunterhändler vom 22.11.1791, in denen sie den vier inhaftierten Ständemitgliedern die Teilnahme an den Ständeversammlungen gewähren und die Vorschläge der Generalgouverneure als Ultimatum bezeichnen, zu dem sich die Stände innerhalb von drei Tagen äußern sollten. 5. Eingabe der Brabanter Stände vom 25.11.1791, in der sie die Vorschläge der Generalgouverneure als ganzes ablehnen und ihren Wunsch, eine Gesandtschaft nach Wien senden zu dürfen, wiederholen. Während dieser Zeit sollte der Rat von Brabant keine Urteile in öffentlichen Angelegenheiten fällen und keine Gesetze sanktionieren. Die Frage nach Entschädigungen solle so wie in den anderen Provinzen behandelt werden. Die beiden ersten Stände bewilligen die Subsidien für das Jahr 1791.

Alff.K 399/Alff.K 400





Lfd.Nr.: 537

LE RETOUR DE LA LIBERTÉ BRABANÇONNE. CHANSON-PARODIE, Avec des Notes Historiques & Explicatives. MAESTRICHT LE 26 OCTOBRE 1790.

1790. [26.10.1790], s.l., [Maastricht ?], 32 S., A8-B8, 8°;

Spottlied auf die verbrecherischen Revolutionsführer und ihre Anhänger, die für die zahlreichen Exzesse der Revolution verantwortlich seien und deshalb je nach der Schwere ihrer Vergehen bestraft werden müssen, damit unter der Herrrschaft Leopolds wieder Ruhe und Ordnung einkehre. Dem Spottlied folgen ausführliche Erläuterungen und Kommentare, die das Unrechtsregime der Stände und der Geistlichkeit brandmarken, die Verbrechen der Revolutionäre, darunter die Massaker und Plünderungen in Brüssel im März 1790 und die Ermordung Van Krieckens, anprangern, und eine unerbittliche Verfolgung der ruchlosen Priester fordern, damit sie keine Gelegenheit mehr fänden, das Volk zu verführen und zu Verbrechen aufzustacheln. Die einfältigen 'Doyens' und 'Syndics' des Dritten Standes seien mehr ein williges Werkzeug der beiden ersten Stände gewesen und deshalb eher zu entschuldigen. Es sei paradox, das die Stände einerseits in Schriften und Aufrufen für den Erhalt der Verfassung kämpften und sie andererseits durch die Umwandlung der Verfassung in eine schrankenlose Aristokratie, ohne ein Mandat des Volkes zu haben, und durch willkürliche Verhaftungen und Plünderungen diese Verfassung mit Füßen treten würden. Obwohl seit Reichenbach und der Schlacht bei Falmagne die Träume von einem unabhängigen Belgien zerplatzt seien, werde Leopold weiterhin verleumdet und das unnötige Blutvergießen fortgesetzt. Der Verfasser behauptet, daß die Brabanter Stände durch einen Kuhhandel mit dem Brabanter Rat, der seine alten Vorrechte zurückforderte, die Souveränität usurpiert hätten.

Alff.K 401





Lfd.Nr.: 538

[anonym, 'LE CAPITAINE LA FUITE':]

LE RÊVE D'UN AN, OU ABRÉGÉ Des principaux évènemens de la Révolution belgique, dédié aux ci-devant Hautes Puissances du Congrès Souverain défunt.

1781. [recte: 1791], [1.2.1791], s.l., 44 S., A8-B8,C4,D2, 8°;

[unterz.:] ...le Capitaine LA FUITE. Bruxelles, ce Ier. Février 1791.

Der Verfasser berichtet voller Ironie und Spott über die Machenschaften des früheren Kongresses, der alle Exzesse lediglich zum Ruhme Gottes und zur Erhaltung der gesetzlichen Ordnung anordnete. Um seine eigene Haut zu retten, habe man die belgischen Freiwilligen in der Schlacht bei Falmagne abschlachten lassen. Keinem sollte vorzeitig die Augen über das Unrechtsregime des Kongresses geöffnet werden, damit dieser sich in aller Ruhe absetzen konnte. Die Ermordung Van Krieckens stellt der Verfasser so dar, als sei sie von Van Eupen geplant worden, um jede Opposition gegen den Kongreß im Keim zu ersticken. Die Angst vor der Rache der Opfer, die sich bei einem der Mörder in einer Traumerscheinung Maria-Theresias ausdrückte, wird unterdrückt, indem er sich unter der kundigen Führung La Pinauds in Brüssel vergnügen soll. Die Armee, aus unerfahrenen Freiwilligen und Zwangsverpflichteten zusammengesetzt, löste sich ungeordnet auf, als die Österreicher angriffen. Unzufriedenheit breitete sich aus, als keine Offizierspatente mehr vergeben werden konnten. Die Verteidigungsmaßnahmen, die die Vertrauten des Kongresses ebenfalls für Flandern vorgesehen hatten, konnten nicht mehr durchgesetzt werden. Die Kongreßmitglieder, die bis zuletzt die Vorschläge Leopolds ablehnten, flüchteten, als der Einmarsch der Österreicher in Namur bevorstand. Keiner war mehr bereit, die Stadt zu verteidigen.

Alff.K 402





Lfd.Nr.: 539

LA RÉVOLUTION DES ÉTATS BELGIQUES, Condamnée tant par les principes de la Religion, que par ceux de l'équité & de la justice.

1791. [1(?).1791], s.l., 4,27 S., 16 Bl., aij,A8,B6, 8°;

Eingeleitet durch ein Gedicht über die Verlogenheit der Geistlichkeit bestreitet der Verfasser im ersten Teil seiner Schrift den Ständen jedes Recht auf aktiven Widerstand gegen den Souverän und bezichtigt den Klerus der Rebellion und des Verstosses gegen elementare Grundsätze der katholischen Glaubenslehre. Die Gehorsamspflicht jedes Untertanen gegen seinen Souverän untermauert der Verfasser durch Beispiele aus der Kirchen- und der profanen Geschichte. Kein Untertan sei berechtigt gewesen, den Kaiser zu richten. Im zweiten Teil diskutiert der Autor die Möglichkeit der Aberkennung der Souveränität Joseph II. durch die Stände. Nach Meinung des Verfassers gibt es aufgrund des Erbfolgerechts dafür keine Handhabe. Die Berufung auf den Artikel 59 der 'Joyeuse Entrée' greife nicht, da im Falle eines Vertragsbruchs von seiten des Kaisers das Volk nur berechtigt gewesen sei, dem Kaiser seine Dienste zu verweigern. Außerdem habe der Kaiser mit der Depesche vom 25.11.1789 den Forderungen der Belgier nachgegeben. Die Rechtfertigung des Adels und des Klerus, man habe nur für die Erhaltung und den Schutz der Verfassung und der Religion gekämpft, hält der Autor für einen Vorwand, damit die Privilegien dieser Stände nicht angetastet wurden. Das Volk sei betrogen worden und alle Reformer als Vaterlandsverräter verfolgt worden. Der Verfasser wirft den Priestern vor, die Armenpflege zu vernachlässigen und sich auf Kosten der Bedürftigen zu bereichern. Er äußert den Wunsch, daß unter der Herrschaft Leopolds die Eintracht unter den Belgiern wiederhergestellt werde und die Priester zum wahren Glauben zurückfänden.

Alff.K 403





Lfd.Nr.: 540

[anonym, 'SCEVOLA BELGIQUE':]

ROYER s'est trompé en disant que les Communes ayant exprimé leur voeu, c'étoit celui du Souverain. [...]

[vorangest. Zählung:] N°. 2do. [titellose Schrift], s.d., [26.1.1793], s.l., [Bruxelles], 10 S., 8°;

[unterz.:] SCEVOLA BELGIQUE, Habitant Constitutionel de Bruxelles. Ce 26 Janvier 1793.

Der Verfasser versucht, die 'Représentants provisoires' und die Sansculotten des 'Jesuitenklubs' als Royalisten zu entlarven, deren Ziel es sei, das Volk zu entzweien, um Belgien wieder Österreich in die Arme zu treiben. Sie handelten gegen die Mehrheit des Volkes, verbreiteten Lügen über die Patrioten und schreckten vor willkürlichen Verhaftungen von Patrioten, wie bei dem Drucker Braeckenier geschehen, nicht zurück. Der Autor ruft einerseits die Franzosen auf, Belgien nicht als erobertes Land zu behandeln und ihm seine alte Verfassung wiederzugeben und andererseits seine Mitbürger, sich jeder Versklavung zu widersetzen und eher den Tod zu wählen (s.a. Nr. 40 u. Nr. 108).

Alff.E 26





Lfd.Nr.: 541

SAEMENSPRAEK TUSSCHEN EENEN BIECHTVADER EN ZYNEN PENITENT, Aen den welken de Absolutie geweygerd word, ter oorzaek dat hy zig niet wilt onderwerpen aen het Manifest der Staeten van Vlaenderen &c.

TOT GEND, By C. J. FERNAND, op den Reep in den H. Augustinus, 1790. Prys, thien oorden. [nach 15.1.1790], 15 S., 8 Bl., (t),A2,B4,(), 4°;

[Zensurvermerk:] Gezien F. G. VANDEN HECKE, B. K.

In diesem Lehrgespräch verweigert der Beichtvater dem Beichtenden die Absolution, da dieser sich als Kaiserlicher zu erkennen gibt. Er verdächtige die Geistlichen, machtgierig und hitzköpfig zu sein und halte den Kaiser für unschuldig, trotz seiner vielen Verfehlungen, die im Manifest von Flandern aufgeführt seien. Er richte sich in seinem Urteil nach ketzerischen Gelehrten und nicht nach den gottesfürchtigen Menschen und den Bischöfen, die die römisch-katholische Lehre verteidigten. Auch Luther, Calvin und manche Freigeister seien gelehrte Köpfe und trotzdem schadeten sie als Ketzer der Kirche. Ist es nicht ein Zeichen Gottes, wenn er den Gegnern des Kaisers den Sieg schenkt und den ketzerischen Kaiser bestraft? Der Kaiser habe Kirchengüter geraubt, habe gebrandschatzt und gemordet. Von allen Mächten sei er als infam bezeichnet worden. Sollten allein die Belgier ihn für ehrlich halten? Als Beichtvater könne er die Absolution nicht erteilen, da der Beichtende sich gegen die Wahrheit und die Obrigkeit stelle, indem er das Manifest nicht anerkenne, sich mit seinem Verhalten aufrührerisch gegen seine Mitmenschen verhalte und Zwietracht säe sowie als Kaiserlicher Anteil habe an den Verbrechen des Kaisers. Daraufhin schwört der bekehrte Beichtende dem Kaiser ab und erkennt die Stände als legitime Obrigkeit an. Der Beichtvater erteilt ihm die Absolution und legt ihm als Buße u.a. auf, das Manifest von Flandern und andere patriotische Schriften zu lesen.

Alff.K 404





Lfd.Nr.: 542

SAMENSPRAEK TUSSCHEN EENEN ADVOCAET EN SYNEN GEBUERMAN, Over de geteekende Preliminairen van Vrede tusschen Leopoldus en den Koning van Pruyssen, tot Reichenbach den 27 July 1790.

M. DCC. XC. [22.8.1790], s.l., 12 S., *6 [* erst auf S. 5], 4°;

Im Gespräch mit seinem Nachbarn versichert der Advokat diesem, die Konvention von Reichenbach gefährde nicht die Unabhängigkeit der belgischen Republik. Die Seemächte und Preußen hätten angeboten, im Streit zu vermitteln und als Garantiemächte aufzutreten. Man wolle erreichen, daß die Belgier, unter der Voraussetzung, Leopold stelle die alte Verfassung wieder her, ihn als ihren rechtmäßigen Souverän anerkennen, damit ein langer Krieg vermieden werde. Der Kongreß habe dies abgelehnt, da zu befürchten sei, daß Leopold die Belgier als Rebellen behandeln würde. Wenn auch die Konvention überraschend abgeschlossen worden sei, so solle man sich nicht beunruhigen, da der Ausgleich zwischen Österreich und Preußen noch nicht perfekt sei. Die belgischen Abgesandten in Berlin hätten außerdem, wie aus ihrem Brief vom 31.7.1790 hervorgehe, dem Minister Hertzberg eine Denkschrift übergeben, in der sie der Auffassung ihrer Gegner widersprechen, aufgrund des Erbfolgerechts genüge es, wenn Leopold die alte Verfassung wiederherstelle, um wieder als Herrscher über Belgien eingesetzt zu werden. Dies stehe im Gegensatz zu der Tatsache, daß sein Bruder rechtmäßig als Souverän abgesetzt worden sei und die bloße Wiederherstellung der Verfassung keinen Anspruch auf die Herrschaft in Belgien mehr begründe. Bereits 1581 seien die Generalstände in ihrem Manifest ebenso verfahren.

Alff.K 405





Lfd.Nr.: 543

SAMENSPRAEKE TUSSCHEN ZYNE MAJESTEYT DEN KEYZER JOSEPHUS DEN II. ENDE ZYNE MAJESTEYT LUDOVICUS XVI., KONING VAN VRANKRYK.

[S.18:] Tot GEND, by BERNARD POELMAN, op d'Hoogpoorte in het gekroond Zweird. s.d., [nach 15.1.1790], 18 S., 8°, Schmutztitel;

[Zensurvermerk:] Vidi F. G. VANDEN HECKE, B. K.

Niederländische Übersetzung der Schrift 'Dialogue entre Joseph second, empereur d'Allemagne, et Louis seize, roi de France.'. Zum Inhalt s. Nr. 216.

Alff.K 406





Lfd.Nr.: 544

[BRUXELLES, NEUF NATIONS de, SYNDICS des:]

SECOND MEMOIRE REMIS AU MAGISTRAT DE LA VILLE DE BRUXELLES, PAR LES SYNDICS DES NEUF-NATIONS De cette Ville pour étre adressé à l'Assemblée Générale des ETATS DE BRABANT.

A BRUXELLES, Chez A. J. D. DE BRAECKENIER Imprimeur-Libraire, Quai aux Poissonniers. 1793. [29.5.1793], 8 S., 8°;

[unterz.:] J. B. DE POTTER qq. H. A. VERRASSEL qq. HERRICUS DE PUYT qq. FRANCISCUS JOSEPHUS KETELERS qq. GUILLIELMUS JOSEPHUS DE LOOSE qq. PETRUS TRUYENS qq. C. J. Poot qq. HENR. DE PAUW qq. Loco E. WAUWERMANS. NORBERT PARYS qq. De notre Assemblée le 29 Mai 1793.

In ihrer zweiten Denkschrift an den Magistrat von Brüssel (s.a. Nr. 370 u. Nr. 328) loben die 'Syndici' die Maßnahmen der neuen Regierung unter dem Minister Metternich ( verfassungskonforme Wiedereinsetzung des Brabanter Rates, Erneuerung der Verwaltung, Entfernung einiger dem Volk verhaßter Personen aus ihren Ämtern). Sie halten die Liquidation der Revolutionsschulden von 1790 für das wichtigste Instrument, die Kreditwürdigkeit der Stände wiederherzustellen. Dies sei die Voraussetzung, um die Verwaltung der Provinzen effektiv durchführen zu können. Zur Verteidigung des Landes bieten sie dem Kaiser an, selbst Truppen auszuheben und unter sein Kommando zu stellen. Sie fordern die Anwendung des Artikels 25 der wieder in Kraft gesetzten Joyeuse Entrée auf die Feinde dieser Verfassung und unterbreiten einen Vorschlag zur Neubesetzung der freigewordenen Kanzlerstelle.

Alff.K 407





Lfd.Nr.: 545

SECONDE LETTRE A M. NERBEC, OU RÉPONSE ET OBSERVATIONS Sur sa prétendue Réfutation.

1791. [26.9.1791], s.l., 36 S., [fehlerhafte Pag.. S.6 statt 16], (t),A8-B8,C2,[()], [vermutl. fehlt vom Titelbogen am Schluß der Schrift das unbedruckte Blatt], 8°;

Ironische Zurückweisung der Anschuldigungen Nerbecs, der Verfasser sei ein gekaufter Schmeichler der Herrscher. Der Verfasser, der seine Hoffnungen auf Frankreich setzt, verteidigt die Reformen Joseph II., besonders die Kirchenreformen, die Nerbec in seiner Entgegnung auf die erste Schrift des Verfassers (s. Nr. 309) angegriffen hatte. Der belgische Episkopat könne die positiven Voten der deutschen und italienischen Bischöfe über die Lehre am Generalseminar nicht einfach ignorieren. Das Volk sei durch Gerüchte über die religiösen Ansichten Joseph II. getäuscht und beunruhigt worden. Die Brabantizität der Universität Löwen sei in opportunistischer Weise von den Professoren bejaht oder verneint worden. Es sei falsch, zu behaupten, der Kaiser wollte die Religion umstoßen und die Einheit des Glaubens und seiner Dogmen zerstören. Er war nur bestrebt, die Mißbräuche der Religion abzustellen. Der Verfasser bezichtigt Nerbec der Verlogenheit und der Verleumdung. In einem kurzen Abriß (S. 29-34) führt er die Dekrete auf, die das positive Wirken Joseph II. belegen sollen. Auszüge aus einem Pastoralbrief Joseph II. sollen das Streben dieses Kaisers nach dem Glück seiner Untertanen deutlich machen (Erlaß vom 10.1.1781; Edikte vom 11.10.1781, 15.10.1781, 4.5.1781, 12.11.1781, 15.12.1781, 21.3.1782, 24.11.1783, 28.11.1781, 3.4.1782, 25.11.1784, 19.8.1782; Pastoralbrief vom 4.12.1783).

Alff.K 408





Lfd.Nr.: 546

[anonym, 'LE GENTILHOMME CAMPAGNARD':]

SECONDE LETTRE Du Gentilhomme Campagnard au Citoyen Impartial, sur le Séminaire-Général.

MONSIEUR, J'Ai communiqué vos réflexions sur l'avis doctrinal du Chapitre d'Anvers au savant & sage Doyen de .., [...].

[vorangestellte Zählung:] N°. VI. s.d., [17.3.1788], s.l., 27 S., 14 Bl., A8,B4,C2, 8°;

[S.27:] De... le 17 Mars 1788.

In seiner Antwort auf den Brief an das Antwerpener Domkapitel des 'Citoyen impartial' (s. Nr. 316) legt der 'Gentilhomme campagnard' seine Auffassungen über die Rechte des Souveräns in Glaubensangelegenheiten und über die Aufgaben und das Verhalten des Klerus dar. Er hält den Klerus für herrschsüchtig und nur an seinen eigenen Interessen orientiert. Er verleumde den Kaiser und täusche das Volk mit der Behauptung, der Kaiser wolle die Religion vernichten, indem er vorschreibe, Häresien am Generalseminar zu lehren. Der Klerus sollte sich die Christen der ersten Jahrhunderte zum Vorbild nehmen, die jeden Aufstand gegen die weltliche Herrschaft ablehnten. Es scheine so, als wollten die Geistlichen den Kaiser durch eine Revolte zwingen, seine Reformen zurückzunehmen, und nicht durch die Überzeugungskraft ihrer Argumente. Dabei gehe es dem Kaiser nur um die Reinigung der Religion von ihren Auswüchsen. Der Kaiser, der die legislative Gewalt innehat, ist nach Pufendorf und Hobbes berechtigt, die Lehren, die in seinem Land verbreitet und unterrichtet werden, auf mögliche staatsfeindliche Inhalte zu überprüfen und sie notfalls zu verbieten. Die jetzige Behauptung, die Löwener Universität sei eine Brabanter Körperschaft widerspreche der geäußerten Auffassung aus dem Jahre 1755. Die Aufgabe, die Privilegien und Rechte der Universität zu verteidigen, erstrecke sich nicht auf die Reformen des Kaisers.

Alff.K 409





Lfd.Nr.: 547

SENTENCE Donnée au Conseil souverain de Brabant, le 28 Octobre 1791.

TRANSLAT. [vorangestellt]

Le substitut Procureur-Général DE LEENHEER, Acteur. LES TROIS ETATS de ce pays et Duché de Brabant, Insinués. VU au Conseil souverain de SA MAJESTÉ IMPÉRIALE ET ROYALE, ordonné en Brabant, la Requête, présentée de la part de l'Acteur, le 4 courant, [...].

s.d., [28.10.1791], s.l., [Bruxelles], 7 S., 4 Bl., A4, 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles, le 28 Octobre 1791. ... L. MOSSELMAN.

Der Brabanter Rat gibt der Klage Leenheers vom 4.10.1791 statt und verbietet den Ständen, die sich wiederholt geweigert hatten, die Anklageschrift in Empfang zu nehmen, Gelder auszugeben, die nicht im Einverständnis mit dem Kaiser eingezogen worden sind, oder im Zusammenhang mit den Kosten der normalen Verwaltung stehen. Bei Zuwiderhandlung haften die Stände insgesamt und die einzelnen Mitglieder. Weiterhin verpflichtet der Rat die Stände zu einer Aufstellung über die Höhe der während der Revolution erhobenen Zwangsanleihen und des davon übriggebliebenen Teils und gestattet die Weiterleitung der Anklagen an den 'Pensionär' und die 'Receveurs' der Stände (s.a. Nr. 531 u. Nr. 549).

Alff.K 410





Lfd.Nr.: 548

[FLANDRE, CONSEIL de:]

SENTENCE Que le Conseil de Flandre vient de porter contre les juges de l'année derniere, en faveur de la veuve & des orphelins de la malheureuse victime de son attachement à son Roi, pendu par ordre des ex-Souverains le 17 Juillet 1790.

VU le procès par-instuit devant Commissaire, rapporté en Cour entre Marie-Françoise Ottoy, veuve de Jean-François Lemman, [...].

s.d., [3.9.1791], s.l., [Gand], 2 S., 8°;

[S.2:] ...prononcé le 3 7bre. 1791.

Der Rat von Flandern rehabilitiert mit seinem Urteilsspruch einen Königstreuen, der auf Befehl der Revolutionsführer am 17.7.1790 aufgehängt worden war und spricht seiner Witwe und ihren Kindern eine Entschädigung zu. Desweiteren lehnt der Gerichtshof einen beantragten Aufschub der Gegenpartei ab (s.a. Nr. 236).

Alff.D 36





Lfd.Nr.: 549

[BRABANT, CONSEIL de:]

SENTENCE Rendue au Conseil Souverain de Brabant, le 27 Novembre 1791.

Les Députés des deux premiers Ordres des Etats de Brabant, Supplians. Le Substitut Procureur-Général DE LEENHEER, Avisant. VU au Conseil Souverain de SA MAJESTÉ IMPÉRIALE ET ROYALE ordonné en Brabant, la requête y présentée de la part des Supplians, le 27 Novembre 1791, [...].

[S.4:] De l'Imprimerie D'EMM: FLON, rue de la Putterie. s.d., [28.11.1791], s.l., [Bruxelles], 4 S., 8°;

[unterz.:] ...Bruxelles, le 27 Novembre 1791. ...F. LANNÉ.

In Fortschreibung des Urteils vom 28.10.1791 (s. Nr. 547 u. Nr. 531) beschließt der Brabanter Rat, die vier inhaftierten Abgeordneten der Stände unter Hausarrest zu stellen und die Kopien der Ständeresolutionen vom 24/25.5. sowie vom 16.7.1791 betreffend die Legalität des Rates erneut in das Ständeregister eintragen zu lassen und diese dann unter Aufsicht ausstreichen zu lassen. Leenheer bestätigt die Ausführung des Urteils am folgenden Tag (S.4: ...28 Novembris 1791...signé: J. B. Devos....me praesente, signé: de Leenheer.)

Alff.K 411





Lfd.Nr.: 550

LES SEPT PROVINCES-UNIES A LOUER OU A VENDRE PRÉSENTEMENT. TRADUCTION LIBRE.

M. DCC. LXXXIV. [9.6.1784], s.l., 59 S., 32 Bl., avi-evi, 12° Broschur;

Nach dem Vorwort des Übersetzers, in dem die Gründe dargelegt werden, warum die französische Übersetzung der Schrift von dem niederländischen Original abweicht, zeichnet der Verfasser ein düsteres Bild über die Zukunft der Generalstaaten. Er ist der Auffassung, daß aufgrund von Partikularinteressen die Generalstaaten zur 'Vermietung' oder zum 'Verkauf' anstehen. Die anderen vier Möglichkeiten, die er unterscheidet, 'Vermietung' oder 'Verkauf' 1. aufgrund einer Nachfolgeregelung, 2. aufgrund von Unglücksfällen, 3. aufgrund von Verschwendung und 4. aufgrund zu hoher Anforderungen an die Regierungskunst des Regenten, belegt er, außer den Punkt eins, den er für selbstverständlich hält, mit Beispielen aus der Geschichte der Niederländer. Unter Punkt vier reiht er den Abfall der Niederlande von Spanien während der Regierungszeit Philipp II. ein. Unter dem jetzigen Statthalter, Wilhelm V., befürchtet er den Ausbruch einer Revolution, da sich bereits zwei Parteien gegenüberstehen. Wenn man die Forderungen der europäischen Höfe an die Generalstaaten aufzähle und besonders die 14 Punkte Joseph II. (u.a. Schleifung der Befestigungen in Flandern und Brabant, Truppenabzug, Territorialforderungen, Geldforderungen und Öffnung der Schelde), so bestehe die Gefahr, daß Joseph II. die Generalstaaten ganz oder teilweise einkassiere. Zumal, da ganz Europa hinter seinen Forderungen stehe, er in den Generalstaaten beliebt sei und die Berater um Wilhelm V. es versäumt hätten, diesen zu einer Modernisierung der Flotte zu bewegen und die Landtruppen besser auszubilden. Den Forderungen könne man nur gleichwertige Rechtstitel und die Einheit der Niederländer entgegensetzen.

Alff.K 412





Lfd.Nr.: 551

SI les loix n'ont pas d'abord pourvu aux 'peines proportionnées à tous les genres de crimes, [...].

[titellos], s.d., [1791], s.l., 4 S., 8°;

Verwundert fragt sich der Verfasser, warum der alles gefährdende Fanatismus nicht konsequent strafrechtlich verfolgt wird. Dieser speist sich unter der Aufsicht einer die Unwissenheit nährenden Relgion aus der Leichtgläubigkeit und den Vorurteilen der Menschen. Nur die Vernunft und eine gereinigte Religion könnten den Fanatismus überwinden; aber dies ist, um aus der Perspektive des Fanatismus zu sprechen, nicht zu befürchten.

Alff.K 413





Lfd.Nr.: 552

[anonym, 'BATAN, FRÈRE':]

LE SOLEIL, OU DISCOURS CIVIQUE, Prononcé à l'arrivée de LEURS ALTESSES ROYALES à Bruxelles, le 15 Juin 1791.

1791. [15.6.1791], s.l., 15 S., Anzeigen u. Erratalisten, 8 Bl., A8, 8°;

[unterz. S.15:] A. G.

Anläßlich der Rückkehr der Generalgouverneure nach Brüssel ruft der Verfasser die Belgier auf, umzukehren und sich zu versöhnen. Er fordert die Bürger auf, den aufrührerischen Reden der Todfeinde der Gesellschaft, der Mönche, keinen Glauben mehr zu schenken und Aberglauben und Ignoranz zu überwinden, um endlich frei zu werden. Nicht allein die Stände und die Mönche seien am Unglück der Belgier schuld, sondern alle, die sich nicht aus ihrer Lethargie lösten und dem Fanatismus und der Aristokratie mit ihrem Feudalsystem abschwörten. Allein die Herrschaft der Gesetze und der Respekt vor dem Fürsten garantierten die öffentliche Wohlfahrt. Forderungen gegen die früheren Rebellen sollten allein auf rechtlichem Wege erhoben werden. Die Stände und alle, die so viele Rechte vergewaltigt hätten, sollten sich dazu durchringen, Abbitte zu leisten. Die Bürger sollten die historische Stunde der Rückkehr der Generalgouverneure nutzen, um Frieden, Einheit und Eintracht unter den Bürgern wiederherzustellen.

Alff.K 414





Lfd.Nr.: 553

SONNET A LEURS ALTESSES ROYALES, NOS SÉRÉNISSIMES GOUVERNEURS GÉNÉRAUX, Sur leur entrée à Bruxelles, le 15 Juin 1791.

ILLUSTRES Rejettons du noble sang des Rois, Voyez à vos genoux l'hommage du civisme, [...].

s.d., [15.6.1791], s.l., [Bruxelles ?], unpag., 2 Bl., einseitig bedruckt, 8°;

Sonett von E. LE BEAU, das die Ergebenheit und die Erwartungen der Bürger an die rückkehrenden Generalgouverneure zum Ausdruck bringt. In einem zweiten Gedicht ('La LESSIVE PERDUE; RONDEAU, Sur la pluie tombée à Bruxelles le 15 Juin 1791.' COMME corbeaux, dit le béat Médart, Qui regardoit du céleste rempart, [...].) werden die 'Doyens' als innerlich verdorben dargestellt.

Alff.K 415





Lfd.Nr.: 554

LE SPECTRE DE GI(!)ULLAUME VAN KRIECKEN NATIF DE WESEMAEL, Sabré, pendu, hâché & scié, le 6 Octobre 1790. Apparoissant. la nuit suivante, à Van Eupen, à Van der Noot, à la Pinaud & à sa Fille, qui, après souper, causoient, en buvant, sur la fin tragique de ce malheureux Jeune-Homme.

MDCCXCI. [1791], s.l., 19 S., 10 Bl., A10, 8°;

Darstellung der grausamen Ermordung Van Krieckens während einer Marienprozession in Brüssel. Van Eupen, zu Beginn des Berichts als der eigentliche Führer der Revolutionspolitik charakterisiert, der Van der Noot nach seinen Vorstellungen manipuliere und im Hintergrund die Exzesse gegen die Vonckisten arrangiert habe, wird beschuldigt, den Mord aus Geldgier inszeniert zu haben. Seit der Schlacht bei Falmagne habe Van Eupen die Revolution für verloren gegeben und wollte durch dieses Verbrechen die Bevölkerung aufrütteln, die Armee in ihrem Kampf gegen die Feinde der Religion finanziell besonders zu unterstützen. Diese Gelder wollte er dann in die eigene Tasche stecken. Dies geht aus der anschließenden Wiedergabe eines fiktiven Gesprächs zwischen Van Eupen, Van der Noot, der Geliebten Noots und deren Tochter hervor. Am Schluß der Unterhaltung erscheint Van Kriecken als Gespenst und prophezeit den Revolutionsführern ihr weiteres Schicksal.

Alff.K 416





Lfd.Nr.: 555

SPIEGEL DER NEDERLANDERS.

WY zagen nauwelyks opryzen den dageraed onzer wonderbaere Verlossinge uyt de dwingelandye van het Huys van Oostenryk, [...].

[S.24:] Uyt eene waere Vaderlandsche Druk-Persse. s.d., [15.3(?).1790], s.l., 24 S., A4-C4, 8°;

Der Verfasser verwirft die Bestrebungen der Philosophen und Freigeister, die belgische Verfassung zu ändern, indem er die Maßnahmen der im Zusammenhang mit der Abwendung des Staatsbankrotts einberufenen französischen Generalstände als Bedrohung für die Religion und als Zerstörung der französischen Verfassung charakterisiert. Unter dem Deckmantel der Wohlfahrt des Landes und der Reform der Verfassung wollten die Neuerer nur ihre eigenen Machtinteressen durchdrücken. Die Nationalversammlung führe aus, was Joseph II. in Belgien bereits begonnen habe. Die propagierte Gleichheit gebe es nur vor Gott und der Begriff der Freiheit sei zu weit gefaßt. Die wahren Menschenrechte wie Sicherheit, Eigentum und persönliche Freiheit seien gefährdet. Obwohl das Grundrecht auf Eigentum in der Verfassung verankert sei, bemächtige man sich der Besitztümer der Geistlichkeit und der weltlichen Herren. Es herrsche eine Oligarchie, die, unterstützt durch den geldgierigen Pöbel die Schulden des Landes eher erhöht als verringert. Dabei hätte eine Kürzung der Pensionen und Vergünstigungen sowie die freiwillige finanzielle Unterstützung durch den Klerus die Schuldenlast auffangen können, ohne daß die alte Verfassung zerstört wurde.

Alff.K 417





Lfd.Nr.: 556

STREYD TUSSCHEN DEN BRABANDSCHEN LEEUW EN DEN KEYZERLYKEN AREND, WEGENS DE VERDRUKTE VREYHEYD ENDE OOSTENRYKSCHE DWINGELANDY, GEPLEEGT IN DE NEDERLANDEN sedert het Jaer 1781, tot desselfs erwonne Vreyheyd in't Jaer 1789.

1790. [1(?).1790], s.l., 16 S., 8°;

Der Verfasser widmet sein allegorischen Gedicht Van der Noot, den er als zweiten Moses ansieht, der die Belgier vom Joch der Österreicher befreit hat. Im Wettstreit um die königliche Krone wirft der Brabanter Löwe dem österreichischen Adler vor, das reiche Brabant immer stärker ausgesaugt zu haben, obwohl der Löwe den Adler immer in Freundschaft unterstützt habe. Dieser nenne sich zwar christlich, plündere aber die Klöster und Kirchen aus, hebe die Klöster auf und trete die päpstliche Macht mit Füßen. Auf die Drohung des Adlers, den Löwen seine Macht spüren zu lassen, reagiert dieser mit der Ankündigung, lieber tot zu sein, als nochmal unter dem meineidigen und hochmütigen österreichischen Adler versklavt zu werden. Das Angebot des Adlers zur Versöhnung lehnt der Löwe strikt ab, da er dem Adler, der Brabant nur noch mehr ausrauben möchte, mißtraut. Man habe allein mit Gottes Hilfe die Österreicher vertrieben und ein falscher Eid sei unentschuldbar.

Alff.K 418





Lfd.Nr.: 557

SUITE DE LA LISTE AUTHENTIQUE Des Corps & Particuliers qui contribuent à la souscription de l'Artillerie.

[...]

807 Mr.le Prélat d'Everbode, [...]

1070 Le Couvent de Reynroy près de Diest. [...].

s.d., [09.1790], s.l., [Bruxelles ?], 8 S., A4, 2°;

Fortsetzung der Liste (s Nr. 347), in denen die Namen der Personen und Gemeinschaften veröffentlicht sind, die nach einem Aufruf der Vereinigten Stände vom 12.5.1790 im Sommer 1790 für den Kauf von Kanonen für die belgische Armee zum Stückpreis von 392 Florint gespendet haben.

Alff.K 419





Lfd.Nr.: 558

LE SULTAN.

I. LA Hollande & l'Angleterre Alloient déclarer la guerre [...].

s.d., [3.1789 ?], s.l., 4 S., [Paginierung nur auf Seite 2], 8°;

Die Schrift enthält erstens ein Gedicht, in dem im Namen der Aufklärung den Tyrannen und Sultanen in Europa der Kampf angesagt wird und zweitens ein Revolutionslied, in dem die Brabanter aufgerufen werden, standhaft zu bleiben und nicht zurückzuweichen, da die Tyrannen bald vertrieben würden.

Alff.K 420





Lfd.Nr.: 559

[DEFOR:]

SUPPLEMENT AU COUP-D'OEIL SUR LES RECUEILS.

LIEGE. 1788. [11.5.1788], [Bruxelles ?], , X,53 S., 32 Bl., A8-D8, 8°, Schmutztitel;

[unterz.:] G... 11 Mai.

Fortsetzung des 'Coup-d'oeil', in der der Inhalt des 11. Bandes des 'Recueil des représentations...' von Feller kritisch untersucht wird. In einer kurzen Notiz weist der Verfasser zunächst darauf hin, daß seine beiden Schriften zwar unkorrigiert erscheinen mußten, aber die Fehler, die sich eingeschlichen haben, von keiner großen Bedeutung sind. In seinem Vorwort betont der Verfasser seine Unabhängigkeit und sein Bestreben, aus Vaterlandsliebe dazu beizutragen, daß die Wahrheit ausgesprochen und die öffentliche Ruhe wiederhergestellt wird. Das Schlagwortregister des 11. Bandes zu analysieren bedeutete, alle Schriften zu widerlegen, die der 'Recueil' enthalte. Die Aussparung der Eingaben der Provinzen und einzelner Körperschaften von der Kritik bedeute nicht, daß in ihnen nichts verleumderisches stünde. Die Analyse der Sammelbände zeige, daß hier Fanatiker versuchten, durch Täuschung des Volkes, durch Verleumdung des Kaisers und durch die Verquickung von Religion und Verfassung den Widerstand gegen die berechtigten Reformen des Kaisers aufrechtzuerhalten. Man schrecke nicht davor zurück, Falsches zu behaupten; so etwa die geplante Militäraushebung, die Prügelkiste, die Abgabe des 40/100 und die Existenz geheimer Instruktionen, die den despotischen Plan des Kaisers enthüllten. Man habe Steuertabellen veröffentlicht, die man angeblich in der Intendantur gefunden habe. Die Gefahr des Jansenismus sei hochgespielt worden, um seine Anhänger als Heterodoxe verfolgen zu können. So werden die Bürger untereinander entzweit. Der Kaiser wolle nur die katholische Religion in ihrer Reinheit erhalten. Außerdem sei er den Fanatikern entgegengekommen, als man am 21.9.1787 die Diplome vom 1.1.1787 praktisch annuliert habe. Trotzdem höre man nicht auf, diffamatorische Schriften gegen das Generalseminar zu verbreiten. Der Erzbischof werde von Fanatikern beeinflußt und unterliege ihren verderblichen Ratschlägen. Der Verfasser versucht, die Kritik am Generalseminar, die in einem im 'Recueil' abgedruckten 'Avis doctrinal...' vom 5.1.1788 zum Ausdruck gebracht wird, zu widerlegen. Es bedeute weder eine Gefahr für die guten Sitten noch für die Lehre der katholischen Religion. Die Stiftungsmittel würden nicht zweckentfremdet eingesetzt, die Zensur gelte nur den staatsfeindlichen Schriften und die Ausbildung im Seminar bedeute weder das Ende des Katechetenunterrichts noch eine Austrocknung der Klöster. Infam sei ein angeblicher Brief aus Wien, in dem behauptet wird, der Kaiser habe sinen Reformen abgeschworen. Damit wolle man nur die Unruhen schüren. Am Schluß der Schrift ruft der Verfasser die Belgier auf, ihrer Vernunft und den wahren Interessen des Landes zu folgen und nicht den Fanatikern. Man solle das Interesse des Fürsten nicht von dem des Volkes trennen und Joseph II. wisse, daß er seine Macht vom Volk und nicht von Gott besitze (s.a. Nr. 178).

Alff.K 421





Lfd.Nr.: 560

['anonym, 'J. U. L.':]

SUPPLEMENTUM AD AURORAM VERITATIS, CONTINENS Responsiones ad praecipuas objectiones recusantium juramentum 19 fructidor.AUTHORE J. U. L.

Ad §. VII. Partis II. pag. 49. "COnsiderans (consilium) quod cautio quam jure exigere potest [...].

[Kolophon:] MECHLINIAE, Apud P. J. Hanicq, Bibliopolam. Anno Reip. 6. [1798], 16 S., A8, 8°;

Der Autor will, dem Untertitel seiner Schrift entsprechend, die Haupteinwände gegen den Eid vom 19. Fructidor entkräften. Er möchte davon überzeugen, daß es richtig ist, Anhänger der Verfassung des Jahres 3 zu werden. Als zentralen Begriff seiner Schrift erklärt er 'adhaesio' so, daß der Verfassung gegenüber Treue, nicht Zuneigung gefordert werde. Man könne ihr auch dann zustimmen, wenn einzelne Artikel nicht mit der katholischen Lehre in Einklang stehen sollten.

Alff.G 3





Lfd.Nr.: 561

SUPPLIQUE DES DEUX PREMIERS ETATS DE BRABANT A LA CONVENTION NATIONALE DE FRANCE. Du 16 Novembre 1792. Traduite du Flamand.

1792. [16.11.1792], s.l., 15 S., 8 Bl., 8°;

Angebliche Bittschrift der beiden ersten Stände von Brabant an den französischen Nationalkonvent. Der Schilderung der Revolution seit 1787 ist zu entnehmen, daß der Verfasser der Schrift die Stände als herrschsüchtig und skrupellos entlarven will. Die Usurpation der Souveränität und die Exzesse gegen die Vonckisten rechtfertigten sie mit der Begründung, daß das Brabanter Volk noch nicht reif sei, um in Freiheit zu leben. Deshalb forderten sie, jetzt wieder an die Macht zu kommen, da die Brabanter auf die Einführung einer Republik nach französischem Muster, in der Freiheit und Gleichheit herrschen, noch nicht genügend vorbereitet seien. Deshalb seien sie überrascht, nachdem sie doch ihre Vertrauten in der französischen Armee, die Bethunisten, unterstützt hätten, damit sie als Kern einer zukünftigen patriotischen Armee ihre Herrschaft abstützen, als Tyrannen dargestellt zu werden.

Alff.K 422





Lfd.Nr.: 562/563

[HAINAUT, ETATS de:]

Sur le rapport fait du résultat des Conférences entre Messieurs les COMMISSAIRES de S. M. et les DÉPUTÉS de ces ÉTATS relativement à la dette de la Province. [vorangestellt:] Du 8 Juin 1791.

MEssieurs du CLERGÉ, constamment animés des sentiments qu'ils ont manifestés dans tous les temps, [...].

[S.3:] Chez N. J. BOCQUET, Lib. Imp. des ÉTATS & de la VILLE, rue de la Clef, à Mons. s.d., [8.6.1791], 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Il est ainsi DU PRÉ.

Der zweite und der dritte Stand der Provinz Hennegau akzeptieren in kurzen Stellungnahmen die Vorschläge, die der erste Stand hinsichtlich der Verringerung der Staatsschulden unterbreitet (hauptsächlich ein 'Don Gratuit' über 450000 Fl., s.a. Nr. 299; Nr. 464).

Alff.K 423/Alff.D 10





Lfd.Nr.: 564

TABLE D'HOTES DU 19 OCTOBRE 1789 A L'ENSEIGNE DU PRINCE CARDINAL A BRÉDA, Traduit du Hollandois.

A BRUXELLES 1791. [01(?).1791], iv,27 S., 16 Bl., ()2,A8,B6, 8°;

Fiktives Gespräch zwischen Van der Noot, einigen Brabanter Äbten, einem Offizier und einem Koch am Vorabend der Brabanter Revolution in Breda. In seinem Vorwort weist der Verfasser darauf hin, daß er die Figur des Van der Noot weniger gewaltsam und lächerlich nachgezeichnet habe, da sonst das Gespräch mit einem Skandal hätte enden müssen. Eingeleitet wird das Gespräch durch einen Brief an einen Colonel, in dem der Erzähler das Gespräch als theaterreifen Schwank hinstellt und die ultramontane Geistlichkeit als die Verursacher der Revolution bezeichnet. In dem Gespräch, das sich hauptsächlich zwischen Van der Noot und dem Offizier entspinnt, werden die Äbte als nur den weltlichen Genüssen zugetan charakterisiert. Der Offizier versucht zu beweisen, daß die Revolution nur den Sonderinteressen einiger weniger Verwaltungsangestellter diene, die durch die Verwaltungsreform des Kaisers ihre Ämter verloren haben. Van der Noot opfere sein Vaterland den Rachegefühlen derjenigen, die die alten Formen der Verwaltung beibehalten wollten. Van der Noot gibt zu, daß das Volk durch falsche Behauptungen getäuscht und aufgestachelt wurde, um die Revolution durchzuführen. Es sei nie die Rede von einer Sonderabgabe (40/100) oder einer Militäraushebung gewesen. Auch die unbegrenzte, willkürliche Machtfülle der Intendanten sei erfunden worden, um den Kaiser zu verleumden. Es sei die hohe Kunst der Politik gewesen, die Religion in die Revolution einzubinden. Die Priester hätten durch ihre Verleumdung des Kaisers als Häretiker der Revolution unschätzbare Dienste erwiesen. Der Offizier hält einen Pakt, in dem der Souverän der Möglichkeit beraubt ist, die Verwaltung des Landes zu verändern, für ungültig. Die Stände seien nur dazu dar, die Bedürfnisse der Nation dem Kaiser zu übermitteln und dafür Sorge zu tragen, daß nicht durch eine übermäßige Besteuerung die Bürgerrechte eingeschränkt werden. Hätte das Volk gewußt, daß der Kaiser nur die Verwaltung reformieren wollte und ihre Grundrechte unangetastet bleiben sollten, so hätte es sich der Erhebung nicht angeschlossen. Die Revolution sei auch deshalb nicht legitimiert, da ihre Anhänger nur aus Prälaten beständen. Die Papisten unter der Geistlichkeit seien die eigentlichen Urheber der Revolution. Der Offizier hofft, daß die Äbte umkehren und sich wieder in ihren Klöstern ihrer eigentlichen Aufgaben widmeten, damit sie nicht eines Tages Opfer des Volkszorns würden. Der christliche Glaube verbiete jede Erhebung gegen die weltliche Obrigkeit.

Alff.K 424

Tegen-Waerschouwing op de waerschouwing...s.Nr.139





Lfd.Nr.: 565

[anonym, 'UN EX-CONSEILLER':]

TERRIBLES ET DÉSOLANTES REFLEXIONS D'UN EX-CONSEILLER EN PREMIERE INSTANCE DANS LE BRABANT. Sur quelques abus de Justice.

De l'Imprimerie Patriotique. s.d., [01.1790?], s.l., 18 S., 10 Bl., 8°,;

Ein seit der Revolution arbeitsloser Justizrat aus Brabant beschreibt Mißstände im Justizwesen der europäischen Länder (Strafen,Beurteilung nach der äußeren Erscheinung des Angeklagten, Bewertung von Zeugenaussagen, Belehrung des Volkes über Gesetze, gefällte Urteile in Abwesenheit des Angeklagten, Mundraub, Entschädigung Unschuldiger).

Alff.K 425





Lfd.Nr.: 566

TESTAMENT POLITIQUE Du soi-disant Agent Plénipotentiaire du Peuple Brabançon, Henri Vander Noot, traduit du Flamand.

A BERGEN-OP-ZOOM. 1791. [16.4.1791], 8 S., 8°;

[unterz.:] ...Wesel, le 16 avril 1791. Signé H. C. N. Vander Noot. Loco Van Eupen.

Gefälschtes politisches Testament Van der Noots, aus dem Niederländischen übersetzt, in dem dieser sich, nach einer einleitenden Selbsteinschätzung als schlecht, dumm und unverschämt, zu seinen Untaten bekennt und um Vergebung bittet. Die zu verteilende Erbmasse, die mit beißender Ironie vorgestellt wird, spiegelt die Anmaßung und die Vermessenheit des Revolutionsführers wider. Als Beispiel sei die beschriebene gescheiterte Erhebung Van der Noots zum Herzog von Brabant am 15.7.1790 genannt. In einem kurzen Vorwort mutmaßt der Übersetzer, daß es Van der Noot vor allem um eine Vergebung seiner Verbrechen durch Leopold II. gehe. Er zweifelt aber an der Aufrichtigkeit seiner Reue, da er noch immer vom Ausland aus den Fanatismus schüre.

Alff.K 426





Lfd.Nr.: 567

TESTAMENT VAN JOSEPHUS DEN TWEEDEN.

M. D. CC. XC. [17.2.1790], s.l., 8 S., Klammern um die Seitenzahlen als Mondsichel gestaltet, 8°;

Gefälschtes Testament Joseph II., in dem die banalen und teilweise hohlen Verfügungen des Kaisers zum Ausdruck seiner verfehlten und gescheiterten Politik werden. Seine Erben sind nicht nur die Mitglieder des Kaiserhauses, und der früheren belgischen Regierung sowie andere Herrscher, sondern auch die belgische Nation.

Alff.K 427





Lfd.Nr.: 568

DEN TOOM, ZINNEBEELD, TOEGEPAST OP DE NEDERLANDERS.

1790. [15.1.1790], s.l., 8 S., A4, 8°;

Der Verfasser beschwört in Auslegung einer Fabel die Gefahr einer erneuten Tyrannei in Belgien, diesmal durch die Stände. Nach der Vertreibung des Kaisers stellten die Stände keine vermittelnde Zwischengewalt mehr dar und vereinigten Legislative und Exekutive in ihren Händen. Sie verfolgten nur ihre eigenen Interessen und teilten die besten Ämter nur unter sich auf. Der Dritte Stand sei nicht in der Lage, die Rechte der Nation zu verteidigen. Das Postgeheimnis werde gebrochen und die Presse geknebelt. Diejenigen, die die Wahrheit sagten, würden diffamiert, und es würde dazu aufgerufen, diese zu töten. Das Volk habe die Ausübung seiner Souveränität nicht an die Stände delegiert. Den Treueid, den sich diese gegenseitig geschworen hätten, sei ein Meineid, über den sie der Nation Rechenschaft geben müßten. Die Volksaufklärer würden als Ruhestörer und verkappte Kaiserliche denunziert. Die eigentlichen Feinde des Gemeinwohls seien aber diejenigen, die die neugeschaffene Republik auf dem Boden der Ungerechtigkeit errichten wollten. Die Belgier sollten reiflich überlegen, ob sie ihre Freiheit in unveränderlichen Gesetzen verankert hätten.

Alff.K 428





Lfd.Nr.: 569/570

TOT DE NEDERLANDERS.

EYndelinge, myne lieve Mede-Borgeren, den oogenblik is gekomen op welken gy voor geheel Europa gaet verantwoorden voor het gone gy hebt gedaen: [...].

s.d., [5.11.1790], s.l., [Brussel], 7 S., 8°;

[S.7:] Tot Brussel, den 5. November 1790.

Niederländische Ausgabe der Schrift 'Aux Belges', zum Inhalt s. Nr. 57.

Alff.K 429/Alff.K 430





Lfd.Nr.: 571

[anonym, 'A. J. Bl.':]

TOURNAI 12 NOVEMBRE 1790.

MON CHER AMI, VOUS me demandez quel effet a produit ici la déclaration de l'empereur & roi, aucun; [...].

[titellose Schrift], s.d., [12.11.1790], s.l., unpag., [2 S.], 1 Bl., 8°;

[unterz.:] Votre très-humble & obéissant serviteur: A. J. Bl....

Die Erklärung Leopold II. vom 14.10.1790 findet in Tournai keine Resonanz und wird eher belächelt. Es werden Truppen aufgestellt, verstärkt durch französische Freiwillige, die, wenn es keine Verräter in den eigenen Reihen gäbe, in weniger als drei Monaten die kaiserlichen Soldaten besiegen würden. Die Siegeszuversicht wird auch durch ein unbestätigtes Gerücht, daß der Feind vom Hennegau aus einen Einfall plane, nicht geschmälert.

Alff.C 19





Lfd.Nr.: 572

[CHIMAY, TERRE & PRINCIPAUTÉ de, HABITANS de la, LES DÉPUTÉS des:]

TRÈS-HUMBLES RÉMONTRANCES Des Habitans de la Terre & Principauté de Chimay, faites par leurs Députés à SA MAJESTÉ L'EMPEREUR & ROI, en son Comité du Conseil Privé, &c. &c. &c.

A MONS, Et se trouve A BRUXELLES, Chez la Veuve PION, Imprimeur-Libraire, vieille Steen-Porte. 1791. [13.4.1791], 8 S., 8°;

[unterz.:] Bruxelles, le 13 Avril 1791. ...LAMBERF; Echevin de la ville de Chimay, J. J. LAUDELORCH Maire de Robechées.

Eingabe an den Kaiser zur Reformierung der Hennegauer Stände. Die Einwohner von Chimay hätten als einzige an der Revolution nicht teilgenommen und fürchteten nun die Rache der Stände. Als treue Untertanen des Kaisers lehnten sie es ab, für die Schulden, die die beiden ersten Stände während der Revolution gemacht hätten, mit aufkommen zu müssen. Die Stände hätten sich als unfähig erwiesen und müßten daher abgesetzt werden. In neun Punkten reklamieren sie eine direkte Wahl von 5 Abgeordneten durch die Bürgerversammlungen der Stadt Chimay (zwei Abgeordnete) und des umliegenden Landes (drei Abgeordnete). Die Amtszeit solle zwei Jahre betragen und die Kosten von der Allgemeinheit getragen werden. Sie fordern die Abstimmung nach Köpfen und nach der Mehrheit der Stimmen. Die Zahl der Abgeordneten aus Mons soll verringert und der Klerus reformiert werden. Die Revolutionsschulden sollen die beiden ersten Stände bezahlen; ebenso sollten die Revolutionäre für die Kosten aufkommen, die den Bürgern zur Abwehr der Revolution entstanden seien. Das Privileg der Steuerfreiheit sollte den beiden ersten Ständen entzogen werden.

Alff.K 431





Lfd.Nr.: 573

[GAND, MICHEL-JOSEPH DE:]

TROIS MOTS DE RÉPONSE AUX DOUZE QUESTIONS, PROPOSÉES AU CIT. HULEU, Par un ci-devant Notaire des Pays-Bas, Pour servir de Réponse à la Brochure, intitulée: AURORA VERITATIS.

A GAND, Chez CHARLES DE GOESIN, Imprimeur-Libraire, Rue des Champs, n° 235. VENDEMIAIRE, AN VII. [22.9.1798], 24 S., [A8],B4, 8°;

Antwort auf die zwölf Fragen, die ein Notar an den Verfasser der Schrift 'Veritatis aurora' (s. Nr. 583) gestellt hatte. Der Notar hatte, unschlüssig, ob er den bei Antritt einer neuen Stelle geforderten Eid auf die französische Republik ablegen sollte, mehrere Autoritäten befragt, darunter einen integren Juristen. Dieser Jurist behauptete die Rechtswidrigkeit des Eides und zählte in zwölf Punkten die Hauptfehler der Verfassung des Jahres 3 gegenüber der Religion auf. Der Verfasser geht nicht näher auf diese Punkte ein, sondern versucht sie mit dem Hinweis zu widerlegen, daß der Christ jeder Obrigkeit zu gehorchen habe. Man könne allenfalls die Tolerierung der Religion durch die Regierung erwarten. Die Prinzipien der Religion und der Staatsverfassungen seien voneinander unabhängig. Der Jurist habe auch eine falsche Vorstellung vom Kriegs- und Völkerrecht, wenn er meint, der Eroberer sei den Landesgesetzen des eroberten Gebietes unterworfen und müsse sie erhalten. Wenn man sich nur dem Vaterland verpflichtet fühle, führe dies zum Kampf gegen die Union mit Frankreich. Die freie Ausübung der Religion sei erst gewährleistet, wenn man sich den zivilen Gesetzen unterwerfe. Der Verfasser bestreitet, Huleu habe nicht auf die Fragen des Notars geantwortet und den speziellen Gehalt des Eides dargelegt. Es gäbe auch bis jetzt keine offitielle Verdammung des Eides von päpstlicher Seite, trotz gegenteiliger Behauptungen (s.a. Nr. 415, 423/24, 472).

Alff.G 9





Lfd.Nr.: 574

[PIERRAERT, J. B.:]

TWEEDEN BRIEF Van de CORTRYKZAENEN aen de GENDSCHE VADERLANDERS.

Cortryk den 28 April 1790. Mynheeren en waere Vaderlanders! U-Lieden zeer aengenaemen van den 23 dezer is ons wel toegekomen, [...].

s.d., [28.4.1790], s.l., 4 S., 8°;

[unterz.:] J. B. PIERRAERT.

Aufruf an die Genter und alle Flamen, Van der Mersch aus der 'Brabanter Bastille' in Antwerpen zu befreien, in der er unrechtmäßig gefangen gehalten wird. Obwohl Van Eupen den Abgeordneten aus Gent gegenüber geäußert habe, daß niemand an einen Verrat des Generals glaube (s.a. Nr.478), werde er ohne Anklage festgehalten und ehrabschneidende Pamphlete gegen ihn in ganz Brabant verteilt. Den Inhalt der Eingaben des Generalkomitees von Flandern halten die flandrischen Stände, die nur vorläufig das Volk vertreten, für nicht diskussionswürdig (s.a. Nr.463) und Entlastungsbriefe würden absichtlich zurückgehalten. Es sei die Pflicht der Flamen, für den Verfechter der Volksrechte und ihren Befreier zu kämpfen und ihn zu befreien. Deshalb werde man nach Gent kommen, um von dort aus gemeinsam mit den Gentern Van der Mersch aus dem Gefängnis zu holen.

Alff.K 432





Lfd.Nr.: 575

UYTLEG VAN HET PRINTJEN.

DEn lyder die men hier beoogt is verblind door eenen doek, om dus niet konnen aen den dag te brengen [...].

s.d., [Ende 1789 ?], s.l., unpag., [6 S.], 4 Bl., 8°;

Die Schrift enthält eine Beschreibung der Prügelstrafe, die mit Hilfe einer neuartigen Prügelkiste ausgeführt wird. Darauf folgt ein Gespräch zwischen Bürgern über die teuflische Einrichtung der Intendantur. Die Intendanten werden als Herren über Leben und Tod der Menschen bezeichnet, die willkürlich die Prügelstrafe verhängen. Außerdem veranlaßten sie die Einziehung zum Wehrdienst und belasteten alle mit einer besonderen Abgabe (40/100). Das Gespräch endet mit der Nachricht, daß das Land durch das segensreiche Wirken der Stände von der Tyrannei und dem Unrecht befreit worden sei.

Alff.K 433





Lfd.Nr.: 576

[anonym, 'UN PATRIOTE':]

LE VANDERMESCHISME OU LA NOUVELLE AUTRICHIOMANIE, PAR UN PATRIOTE, DÉDIÉ AUX NAMUROIS.

1790. [nach 6.4.1790], s.l., 8 S., 4°, ungeschnittenes Exemplar;

Der Verfasser des Gedichts sieht es als erwiesen an, daß Van der Mersch die Belgier verraten und verkauft habe. Er habe in die eigene Tasche gewirtschaftet, seine Soldaten vernachlässigt und versucht, mit Hilfe der Armee einen Umsturz herbeizuführen. Keiner glaube ihm, wenn er behaupte, selbst Opfer einer Verschwörung zu sein. Er habe Namur beinahe den Österreichern preisgegeben, als er mit seinen Soldaten dem General Schoenfeldt entgegenzog. Dieser aber habe ein Blutvergießen in den eigenen Reihen verhindert und Van der Mersch veranlaßt, nach Namur zurückzukehren

Alff.K 434





Lfd.Nr.: 577

[LOUVAIN, LES AMIS DE LA LIBERTÉ ET DE L'ÉGALITÉ de:]

De Vergaederinge der Vrienden van de Vryheyd en Gelykheyd sitting hebbende in de Vrye Stad Loven, aen hunne Medeborgers van allen staet, ende aen hunne Broeders de Inwoonders van het plat Land; hun toezendende het Recht van den mensch.

BROEDERS EN VRIENDEN, DEn Boom van Vryheyd is reeds opgeregt in het midden van deze Stad, [...].

[S.4:] Tot Loven, by J. MICHEL, in de Katte-staet. s.d., [10.12.1792], 8 S., 8°;

[unterz. S.4:] Gedaen in onze Vergaederinge den 10 December het eerste jaer van onze Vryheyd....DIMARTINELLI, President. MARCELIS, Vice-president. HUYBERECHTS, Secretaris. VERKEST, Secretaris.

Die Löwener Jakobiner rufen die Stadt- und Landbevölkerung auf, als freie, durch die Franzosen vom österreichischen und ständischen Joch befreite Bürger, eine Vertretung des ganzen Volkes zu wählen, deren oberstes Ziel die Beseitigung aller Ungleichheiten (Privilegien) unter den Bürgern und die Sicherung der Freiheit ist. Man taste die Religion nicht an und die französische Nationalversammlung habe erklärt, daß die Belgier in freier Selbstbestimmung ihre Regierung wählen könnten. Die Bürger sollten vor allem den Privilegierten mißtrauen, da sie nur ihr eigenes Wohl im Auge hätten. Es folgt in 31 Artikeln die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die an die Stelle der alten Verfassung treten sollen.

Alff.K 435





Lfd.Nr.: 578

VERHAEL DER REYZE VAN SYNE MAJESTEYT DEN KEYZER JOSEPH DEN II. NAE DE NEDERLANDEN IN HET JAER 1781.

MECHELEN, By P. J. HANICQ, Boek-drukker en Verkooper, by de Yzere lene. Met Approbatie. s.d., [23.6.1781], 50 S., 27 Bl., A6-D6,(), 12°, Broschur;

[Zensurvermerk, S.50:] Vidit J. F. VAN DER MAEREN, Libr. Cens.

Bericht über die Reise Joseph II. im Mai und Juni 1781 durch die belgischen Provinzen. Vom Beginn seiner Reise in Luxemburg bis nach Brüssel wird der Kaiser überall überschwenglich empfangen. Er inspiziert die militärischen Einrichtungen, nimmt Eingaben der Bevölkerung entgegen, läßt sich über alles von den örtlichen Würdenträgern unterrichten und gibt sich volksnah. In einem abgedruckten Briefauszug vom 15.6.1781 aus Ostende wird er für die Vergünstigungen, die er der Stadt gewährt, besonders gelobt. Joseph II. wird als Menschenfreund dargestellt, dem das Wohl seiner Untertanen am Herzen liegt und der jeden Prunk für sich ablehnt. Am Schluß wird vermerkt, daß die weitere Reiseroute noch unbekannt sei.

Alff.K 436





Lfd.Nr.: 579

VERHAEL VAN DEN GELUKKIGEN INVAL DER BRABANTSCHE VLUGTELINGEN OFTE PATRIOTTEN IN HUN VADERLAND, Met den voorderen zegen van hunne wapenen.

IN HET LAND DER VRYHEYD. M. DCC. LXXXIX. [25.11.1789], 32 S., A8-B8, 8°;

Bericht über die Kämpfe der siegreichen Patrioten in der Zeit vom 23.10. bis 25.11.1789. Nach der Verlesung des Manifestes in Hoogstraaten am 24.10.1789 habe man in Turnhout den kaiserlichen Truppen standgehalten und einen großen Sieg errungen. In einem Briefauszug vom 13.11. ('Uyttreksel van eenen Brief, behelzende een getrouw verhael van de gelukkige onwentelinge, uytgewerkt in de vermaerde Stad Gend') wird die Befreiung der Stadt Gent geschildert, die als ein Werk Gottes hingestellt wird. Man sei entsetzt über das Wüten der kaiserlichen Soldaten. Es folgt die Schilderung der weiteren Maßnahmen, die man in Gent zur Sicherung der Stadt ergriffen hat. Ein weiterer Briefauszug vom 17.11. beschreibt den Sieg der Patrioten in Brügge ('Uyttrekzel van eenen Brief van Brugge'). Über die anderen Städte in Flandern lägen nicht genügend Berichte vor, um bekanntgegeben zu werden. Die Schrift endet mit einem Bericht über die Lage in Mons (Bergen). Auch hier ist man überzeugt, die kaiserlichen Truppen in die Flucht schlagen zu können.

Alff.K 437





Lfd.Nr.: 580

VERHAEL VAN EENEN MECHELSCHEN DROOM MET DES SELFS BREEDER UYTLEGGINGE, TOEGEPAST AEN DE TYDS-OMSTANDIGHEYD, RAEKENDE DE DESPOTIEKE REGERINGE VAN DULLUS SANCTUS (ALIAS VAN DEN EYNDE) EN DEN BETHLEMITSCHEN MERBOIS.

Gedrukt in de Volle.Maen. s.d., [17.5.1790], s.l., 16 S., 8°;

Der Verfasser berichtet zunächst über einen Traum, in dessen Mittelpunkt ein auf die Erde herabsteigender Mann im Mond steht. Diesen Mann setzt der Autor mit Thomas Van den Eynde gleich. Dieser habe sich als angeblicher Patriot das Amt des 'Pensionärs' in Mechelen erschlichen. Nachdem er in dieses Amt gewählt worden sei, habe er sich als Vonckist entpuppt, der mit allen Mitteln versuche, die alte Verfassung umzustoßen. Die Mitbürger sollten sich nicht weiter Sand in die Augen streuen lassen und in Eintracht energisch gegen die Vonckisten vorgehen, die das Land wieder unter die tyrannische Herrschaft der Österreicher bringen wollen. Für den Erhalt der Religion und der Verfassung sollten sie gegen den inneren Feind nochmals die Waffen ergreifen.

Alff.K 438





Lfd.Nr.: 581

VERHAEL Van het gene voorgevallen is binnen Gend den 31. July 1791. en de volgende dagen.

SOndag wesende de Kermisse van Ste. Anna, de welke geviert word te beginnen van aen de Water-molen-Brugge tot aen de Keyserpoorte; [...].

s.d., [31.7.1791], s.l., 4 S., 8°;

Kurze Schilderung des Wütens von Dragonern während der St. Anna Kirmes in Gent.

Alff.D 27





Lfd.Nr.: 582

[DEPEREY, G.:]

LE VÉRIFICATEUR GÉNÉRAL DES ASSIGNATS, A SES CONCITOYENS.

REPUBLICAINS, les ennemis de notre glorieuse révolution ne cessent de l'attaquer par les moyens les plus vils [...].

[S.16:] Réimprimé à BRUXELLES, Chez PAUWELS, Imprimeur de la Ville, à la grand'Place. s.d., [4.4.1794], 16 S., A8, 8°;

[unterz. S.12:] Paris, le 15 Germinal, de l'an deuxième de la République Française, une et indivisible. Le Vérificateur-général des Assignats, DEPEREY.

Aufruf an alle Franzosen, verstärkt auf gefälschte Assignaten zu achten, die besonders durch England in Umlauf gebracht würden. Es folgt eine detaillierte Aufzählung der Merkmale, an denen die Fälschungen erkannt werden können. Im Anhang (S.12-16) finden sich einige Bemerkungen über die gebräuchlichen Stempel bei Assignaten, sowie eine einfache Anleitung zur Prüfung der Echtheit von Assignaten.

Alff.K 439





Lfd.Nr.: 583

[HULEU, JEAN-FRANÇOIS-GHISLAIN:]

VERITATIS AURORA, SIVE DUPLICIS STATUS QUAESTIONIS Circa sensum formulae juramenti 19 Fructidor, EXAMEN SERIUM. AUTHORE J. G. HULEU, Decano Christianitatis Mechliniensis.

TYPIS MECHLINIAE, Apud P. J. HANICQ, Bibliopolam. 1798. 79 S., [S. 4 römische Zählweise iv], 40 Bl., A8-E8, 8°;

Der Eid vom 19 Fructidor des Jahres 5 wird von seinen Widersachern zu Unrecht bekämpft. Die Eidesformel "Je jure haine à la royauté..." ist nicht im allgemeinen, sondern im speziellen Sinn zu verstehen. Sie richtet sich nicht gegen das Königtum allgemein, sondern speziell gegen das Königtum Frankreichs.

Alff.G 1





Lfd.Nr.: 584

LA VÉRITÉ, Partant pour Vienne.

PEUPLE, écoutez ma voix, je suis la Vérité! après un espace de tems, assez considérable, [...].

s.d., [30.5.1787], s.l., 8 S. 8°;

Der als Wahrheit auftretende Verfasser glaubt, daß er in Wien den Kaiser von der Fragwürdigkeit seiner Reformen überzeugen kann, zumal, da er diese unter dem Einfluß intriganter Berater ausgeführt habe. Der Kaiser solle den jetzigen Zustand der Provinzen mit dem vor den Reformen vergleichen. Die Reformen hätten lediglich die Verfassung zerstört, die Freiheit und Eigentum garantierte, und den Handel fast zum Erliegen gebracht. Die Verwaltungs- und Justizreform widersprechen auch den Interessen des Kaisers. Sie führten zu Geldmangel und zur Willkür. Wenn auch eine Reform der Justiz nötig sei, so müsse man doch nicht gleich das ganze System umändern. Die Klosterreform ist unausgewogen und die Entlassung von ehemals verdienten Angestellten oder ihre Verbringung nach Wien auf bloße Verdachtsmomente hin, spreche nicht für eine ordentliche Verwaltung.

Alff.K 440





Lfd.Nr.: 585

LA VÉRITÉ SANS FARD, FILLE DE LA LIBERTÉ.

Dans la Capitale des Villes Libres 1792. L'an premier de la République Belgique. [ms. Titelbl.: 3 Xbre 1792], [3.12.1792], [Bruxelles], 14 S., 8°;

Unter dem Motto 'libres ou mourir' fordert der Verfasser die Wiederherstellung der ursprünglichen Brabanter Verfassung und die Wiedereinsetzung der Stände als einzige legitime Vertreter des belgischen Volkes. Die Unterstützung der 'Représentants provisoires' durch die Franzosen sieht der Autor im Gegensatz zu den französischen Proklamationen, allen unterdrückten Völkern die Freiheit zu bringen. Den französischen Außenminister Lebrun, maßgeblicher Förderer der 'Représentants provisoires', versucht er durch den Abdruck eines Briefes Lebruns an Trauttmansdorff, in dem es um die Verhinderung der Veröffentlichung der Rechtfertigungsschrift des Generals d'Alton geht, zu denunzieren.

Alff.E 9

Verklaering van het genootschap der vrienden van het gemeente best...s.Nr.192/193





Lfd.Nr.: 586/587

[DES-ESSARTS, A.:]

VERS Sur l'heureuse contre-révolution des Pays-Bas Autrichiens en 1791.

TOUJOURS, sur la machine ronde, il est du mal, il est du bien: [...].

s.d., [14.6.1791], s.l., unpag., [1 S.], 2 Bl, [zweites Bl. abgeschnitten], 4°;

[unterz.:] A. DES-ESSARTS le 14 Juin 1791.

Schlechte Zeiten, gute Zeiten! Gedicht aus Anlaß der bevorstehenden Rückkehr der österreichischen Generalgouverneure und der geglückten Gegenrevolution.

Alff.K 441/Alff.K 442





Lfd.Nr.: 588

[ELSKEN, JEAN-JOSEPH, VAN DEN (Hrsg.):]

VERSAMELINGE VAN VERSCHEYDE STUKKEN, WAER ONDER MEN VIND Den Oog-slag op de goddeloosheden bedreven in de Nederlandsche Kerken, sedert 1783 tot 1789 als ook het vertrek der Geuze-Doctoors van Loven, plegtiglyk in Cavalcade vertrocken den 21 November 1789. De genealogie der Vygen beginnende van hunnen eersten Vader Casper ofte Joseph II. &c. &c. &c. met 9 figuren. By een vergaedert door SINCERUS RECHT-UYT. Tom. I.

TOT BRUSSEL MDCCXC., 170 S.,[angegeben:], S. 1-11, 13-72, 75-90, 93-102, 105-142, [neue Zählung lt. Index ab S. 104:] 115-120, 134 [recte 139]-142, 145-152, Index 167-170, (),A4-R4[B2, K, M2, N4 fehlen],S3[S4 fehlt],[T4-Z4 ?],Aa4,[.?.],Dd2, 8°, [unvollständig], Abbildungen fehlen;

Erster Band einer Sammlung unterschiedlicher patriotischer Schriften aus der Zeit vor der Revolution gegen die gottlose Regierung Joseph II. und gegen alle Kaiserlichen. Mehrere Schmähschriften richten sich gegen den angeblichen Vaterlandsverräter De Cock. Wiederabgedruckt ist auch eine Schrift gegen den 'Pensionnaire' Van Schelle (s. Nr. 47) und eine Prophezeiung des Wahrsagers Lichtenberg (s.a. Nr. 242/243). Besonders gebrandmarkt wird die Kirchenpolitik Joseph II., vor allem seine Reform der Universität Löwen und die Einrichtung eines Generalseminars. Mehr als 40 Einzelschriften bilden die Sammlung.

Alff.K 443





Lfd.Nr.: 589

[CRUMPIPEN, HENRI-WERNER-FRANÇOIS-ANTOINE de:]

VERTROUWELYKE AENTEEKENINGEN, VERVATTENDE De Afbeeldenis der Bediende van het Oostenryksch Gouvernement geschreven door den Staets - Secretaris Crumpipen, tot buytengewoone onderrigting van den Graeve van Trauttmansdorff, by zyne aenkomst in de Neder - Landen.

TOT BRUSSEL, Uyt de Vaderlandsche Drukkerye. M. DCC. XC. [18.2.1790], 19 S., 10 Bl., (t),A4-B4,(), 8°;

[Kollationsvermerk S.[2]:] ITA EST, J. B. Claessens, Secretaris van het Comité. Brussel dezen 18 February 1790.

Vertraulicher Bericht Crumpipens an den neuen bevollmächtigten Minister Trauttmansdorff aus dem Jahre 1787. Darin beurteilt Crumpipen die Persönlichkeit, die Fähigkeiten und die Verdienste hoher belgischer Beamter, die der Regierung von besonderem Nutzen sind. Herausgegeben wurde dieser Bericht von dem patriotischen Komitee Anfang 1790, nachdem den Aufständischen nach der überhasteten Flucht der Österreicher aus Brüssel die Regierungsarchive in die Hände gefallen waren. In einer Vorbemerkung wird darauf hingewiesen, daß alle genannten Beamte, die von der Regierung besonders begünstigt wurden, im Volk in besonderem Maße verhaßt seien. Die kurzen Porträts der über 30 Beamten spiegelten auch die Personalpolitik Crumpipens wider.

Alff.K 444





Lfd.Nr.: 590

VERVOLG VAN DEN DUYDSCHEN KAMERGANG TOT WEENEN, OP DE BLYDE INKOMSTE VAN TRAUTTMANSDORFF-WEINSBERG, ONZEN VERWEZEN MINISTER. Wederom uyt het Hoog-Duydsch overgehaelt in de waerachtige Gendsche Taele, tot stichtinge, verlichtinge ende onderrichtinge van onze gelukkige Nederlanden.

1790. [1(?).1790], s.l., 15 S., 8 Bl., 8°;

Schmähschrift gegen Joseph II., voller Spott auf die Deutschen, in Form einer im Rahmen einer Leichenfeier vorgetragenen Leichenpredigt. Der Redner stellt den Kaiser als religionslos dar, der der Ketzerei alle Freiheiten ließ. Das Stehlen, Prügeln, Morden und Niederbrennen habe dann zu seiner Vertreibung geführt. Vor dem Abschlußsegen wird noch eine 'Deutsche Symphonie' voller Schadenfreude gesungen.

Alff.K 445





Lfd.Nr.: 591

VERVOLG VAN HET OMSTANDIG VERHAEL VAN DE DOOD VAN LODEWYK DEN XVI.

ALswanneer men aen Lodewyk kenbaer gemaekt had de uytspraek van den provisionelen uytvoerenden Raed wegens zyne doods straffe, [...].

[S.16:] Men vind ze te koop tot Mechelen by P. J. Hanicq. s.d., [21.1.1793], [4 S.], S. 13-16, 2 Bl., 8°, [Fragment];

Schlußteil des ausführlichen Berichts über die Hinrichtung Ludwig XVI. am 21.1.1793 in Paris. Geschildert wird ein gefaßter Monarch, der Abschied von seiner Familie nimmt und sich bis zuletzt um sein Personal kümmert. Eine letzte Ansprache an das versammelte Volk wird ihm verwehrt; man fürchtet wohl immer noch eine geheimnisvolle Ausstrahlung des Königs.

Alff.K 446





Lfd.Nr.: 592

VERZAEMELINGE DER ORIGINELE BRIEVEN GESCHREVEN DOOR DEN KEYZER JOSEPHUS II. AEN DEN GENERAL D'ALTON, COMMANDANT VAN DE TROUPEN IN DE NEDERLANDEN, Sedert December 1787., tot in de maend November 1789. Uytgegeven door het Comité Patriotique van Brussel, ende uyt het Fransch alhier nauwkeuriglyk vertaeld.

UYT DE VADERLANDSCHE DRUKKERYE. MEN VIND-ZE TE KOOPEN Tot GEND, by BERNARD POELMAN, op de Hoogpoorte in het gekroond Zweird. s.d., [27.1.1790], [XIV],64 S., 40 Bl., ()4,()4,A4-H4, 8°;

[Kollationsvermerke S. 60 u. 64:] ...Gedaen tot Brussel den 27 January 1790....J. B. CLAESSENS.

Übersetzung des 'Recueil de lettres originales...' ins Niederländische. Zum Inhalt und Nachweis s. Nr. 483. Weggelassen wurde der Hinweis auf die Beibehaltung der fehlerhaften Orthographie und Rechtschreibung in den Briefen und die näheren Angaben zu einer Depesche der Generalgouverneure, aus der zitiert wird (s. Vorwort S. vj der niederländischen und S. 9 der französischen Ausgabe).

Alff.K 447





Lfd.Nr.: 593

VIVE S. M IMPERIALE ET ROYALE LEOPOLD II, ET LES TROIS ETATS DE BRABANT, AU DIABLE LES VONCKISTES.

Dans tous les tems l'intérêt personel a été dans une opposition constante avec l'intérêt général [...].

s.d., [3.6.1791], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[S.4:] Bruxelles ce 3 Juin 1791.

Die Vonckisten werden als eigennützig und machtversessen gebrandmarkt. Sie sinnen nur nach Rache, quälen das Volk und versuchten die Inauguration zu verhindern. Als Feinde der Stände und des Kaisers seien sie rückhaltlos zu bekämpfen. Die wirklichen Patrioten seien bereit, für den Erhalt ihrer Privilegien erneut zu den Waffen zu greifen. Es folgt ein Gedicht, das einerseits, als Ausdruck der Wünsche des Brabanter Volkes und der Brüsseler Patrioten, den Kaiser, die Generalgouverneure und die Stände hochleben läßt, und andererseits die Vertreibung der verräterischen Vonckisten fordert, damit wieder der Frieden in Belgien einkehre.

Alff.K 448





Lfd.Nr.: 594

DEN VLIEGEN VANK IN DE WEBBE OFTE NETTE VAN DE SPINNE-KOP.

IK sag eens eene Spinne Weven Aen een venster hoog verheven [...].

s.d., [nach 20.2.1790], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

So, wie die Spinne ihr Netz ausspannt, um Fliegen zu fangen, so sollten die Patrioten Leopold II. in ihr Netz verstricken, nachdem die Belgier durch das zu weitmaschig geknüpfte Netz Joseph II. geschlüpft seien und ihn vertrieben hätten. In einem zweiten Gedicht ('LYK-DICHT. TER EEREN VAN DE SPINNEKOP', unterz. mit R. I. P.) wird das Schicksal der zertretenen Spinne beklagt.

Alff.K 449





Lfd.Nr.: 595

DEN VLIEGEN VANK IN DE WEBBE OFTE NETTE VAN DE SPINNE-KOP.

IK sag eens eene Spinne weven Aen een venster hoog verheven [...].

s.d., [nach 20.2.1790], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

korrigiertes Exemplar der Ausgabe von Nr. 594. Zierleiste auf der ersten Seite leicht variiert.

Alff.K 450





Lfd.Nr.: 596

[BROUX, C. J. DE (Hrsg.) ?:]

LE VOEU DU PEUPLE BELGIQUE CONTRE LE SÉMINAIRE-GÉNÉRAL DE LOUVAIN.

De l'Imprimerie de la Religion. 1788. [17.7.1788], , [Vorbesitzereintrag:] J. P. Broers. 1790, s.l., ij,355 S., Inhaltsverzeichnis, ()2,A8-Y8,Z2, 8°, blaue Broschur;

Sonderveröffentlichung aller Schriften gegen das Generalseminar. Gleichzeitig ein Denkmal der Standfestigkeit der Belgier im Kampf um die Bewahrung des rechten Glaubens, wie der Herausgeber in seinem Vorwort meint. Er kündigt die Drucklegung weiterer Schriften an, die bisher noch nicht veröffentlicht werden konnten. Die Sammelschrift beginnt mit dem Edikt Joseph II. zur Einrichtung der Generalseminare in Belgien vom 16.10.1786 und endet mit der Antwort des Erzbischofs auf die Depesche der Generalgouverneure vom 17.7.1788. Insgesamt führt der Herausgeber mehr als 90 Schriften an. Manche werden nur auszugsweise wiedergegeben.

Alff.K 451





Lfd.Nr.: 597/598

[anonym, 'L.E.M. LION CITOYEN CONSTITUTIONEL BRABANÇON':]

VOEU GÉNÉRAL DES BELGES CONSTITUTIONELS.

LES Belges ont de tous temps tenu pour principe inébranlable que par le Droit imprescriptible de la Nature [...].

s.d., [9.12.1792], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] L. E. M. Lion Citoyen Constitutionel Brabançon.

Die Belgier haben immer den Grundsatz der Volkssouveränität verfochten. Da aber nicht jeder einzelne diese Souveränität ausüben könne, habe man sich eine Verfassung gegeben, auf deren Grundlage die legitimen Volksvertreter bestimmt wurden. Nach der mit Hilfe der Franzosen erfolgreichen Revolution gegen Franz II., befinde sich Belgien im Zustand eines Interregnums. Daraus folge, daß die Provinzialverfassungen noch in Kraft seien, sofern das versammelte Volk nichts anderes beschlossen habe. Deshalb seien alle Beschlüsse, die einige Intrganten im Namen des Volkes faßten, hinfällig. Um die Republik aufzubauen, sollten die legitimen Volksvertreter in allen Provinzen Persönlichkeiten auswählen, die, auf dem Boden der Verfassung stehend, die Exekutivgewalt übernähmen. Für Brabant bedeutete dies, daß die fünf von den Österreichern abgesetzten Justizräte wieder in den Rat von Brabant berufen würden, der seinerseits die beiden ersten Stände enberuft. Am selben Tag sollten die Magistrate der Hauptstädte von Brabant ebenfalls den Dritten Stand einberufen, um gemeinsam die Personen auszuwählen, die die Exekutivgewalt ausüben sollten und um die freien Stellen im Brabanter Rat zu besetzen. Dies sei die einzige, legitime Möglichkeit, um dem Treiben der sogenannten 'amis de la liberté et de l'égalité', die im Dienste Österreichs stehend die Belgier untereinander entzweien wollten, um erneut eine österreichische Tyrannei zu errichten, ein Ende zu setzen und die Gefahr eines Bürgerkrieges zu bannen. Wenn die Franzosen dieses Vorgehen unterstützten, wären sie die wahren Befreier der Belgier aus der Sklaverei.

Alff.K 452/Alff.E 21





Lfd.Nr.: 599

[anonym, 'L.E.M. LION CITOYEN CONSTITUTIONEL BRABANÇON':]

VOEU GÉNÉRAL DES BELGES CONSTITUTIONELS.

LES Belges ont de tous temps tenu pour principe inébranlable que par le Droit imprescriptible de la Nature [...].

s.d., [ms. S.1: 9 xbre 1792], [9.12.1792], s.l., unpag., [4 S.], 2 Bl., 8°;

[unterz.:] L. E. M. Lion Citoyen Constitutionel Brabançon.

Unter Beibehaltung der Zeilenlänge ein um 1 bis 4 Zeilen verrutschter Satzspiegel. Ansonsten gleiches Exemplar wie Nr. 597 u. 598.

Alff.E 15





Lfd.Nr.: 600

[POMARD, J.B.:]

VOEU GÉNÉRAL POUR LA RÉUNION DES BONS CITOYENS.

A LA LIBERTÉ. 1792. [18.11.1792], s.l., 7 S., 4 Bl., 8°;

[unterz.:] J. B. POMARD, citoyen.

Der Verfasser verurteilt die einseitige Wahl der 'Représentants provisoires' in Brüssel am 18.11.1792 durch einige Intriganten nach einer vorbereiteten Liste. Dieser Coup sei durch das 'Comité révolutionnaire' von langer Hand vorbereitet worden. Mittlerweile merkten die 'Représentants provisoires' aber, daß man nur schwer gegen den Willen des Volkes regieren könne. Deshalb sollte das Volk überall selbst diejenigen Bürger bestimmen, die in die einzelnen Versammlungen geschickt werden sollen. In diesen Versammlungen sollen dann nach dem Willen des Volkes die Verfassung und die Repräsentanten des Volkes bestimmt werden. Außerdem sollen entweder aus dem Kreis der Repräsentanten oder vom Volk selber diejenigen ausgesucht werden, die die Exekutivgewalt ausüben sollen. Bei der Auswahl der Repräsentanten sollte man auf integre und gebildete Persönlichkeiten zurückgreifen und die negativen Erfahrungen von 1789/90 berücksichtigen. Es komme darauf an, einen Mittelweg zu finden zwischen keiner Reform, vormals vertreten durch Van der Noot und zu viel Reform, vertreten durch Vonck (s.a. Nr. 282).

Alff.E 1





Lfd.Nr.: 601

[TORFS, JEAN-JOSEPH,:]

LA VOIX UNANIME DES BRABANÇONS, Sur la cassation de leur Souverain Conseil.

Le Gouvernement, sous le nom de l'Empereur, vient de casser le Conseil de Brabant; [...].

s.d., [20.6.1789], s.l., 6 S., [Pag. fehlerhaft: S.7 statt 6], A3, [vermutl. fehlt mindestens ein Bl.], 8°;

Die Aufhebung des Rates von Brabant und die willkürliche Verhaftung eines seiner Räte werden als verfassungswidrig gebrandmarkt. Die Räte, die nun trotzdem im Großen Rat des Kaisers die Funktionen des Rates von Brabant wahrnehmen, haben sich des Meineides gegenüber der Verfassung und den Ständen schuldig gemacht. Sie werden als Instrumente des Despotismus denunziert und mit der Rache des Volkes bedroht (s.a. Nr. 207).

Alff.A 6





Lfd.Nr.: 602

[anonym, 'UN CÉLÈBRE DOCTEUR':]

VOMITIF PATRIOTIQUE ORDONNÉ PAR UN CÉLÈBRE DOCTEUR DE BON CONSEIL DU HAYNAUT.

s.d., [1.5.1789], s.l., 11 S., 6 Bl., 8°;

Der Verfasser beschreibt die befreiende Wirkung eines patriotischen Brechmittels, das einem Patrioten verabreicht wurde, der seit der Ankunft Trauttmansdorffs unter Verdauungsstörungen leidet. Da die Eingaben an die Regierung nichts mehr bewirkten, müsse man sich umstellen. Trauttmansdorff wird in einer wahren Schimpfkanonade als Atheist bezeichnet, der das Vertrauen des Kaisers mißbraucht habe, den Erzbischof in unerhörter Weise angreife und sich beim Volk einschmeichle. Er solle vor der Rache des Volkes auf der Hut sein. Die Stände des Hennegaus und der Dritte Stand von Brabant werden, gemeinsam mit den beiden ersten Ständen von Brabant, aufgefordert, standhaft zu bleiben und der Regierung, die den Eid gebrochen habe, keine Unterstützung mehr zu gewähren. In einem sich anschließenden Brief, 'Copie d'une lettre anonime datée de **** le premier May 1789 adresseé(!) a Mons. De Cock pensionnaire & Greffier des Etats de Brabant.', wird der 'Pensionnaire' der Brabanter Stände scharf angegriffen. Er solle seine Intrigen und seinen Verrat einstellen. Man kenne seine Pläne zur Umstoßung der alten Verfassung. In der kommenden Ständeversammlung solle er sich gegenüber den Ständemitgliedern ehrerbietig zeigen.

Alff.K 453





Lfd.Nr.: 603

VRAIE RELATION De ce qui est arrivé par Rapport à la violation du Territoir & de la Souveraineté du Pays de Liege faite par les Imperiaux le 11, 12 & jours suivans à l'occasion de l'Hospitalité exercée par les Liegeois vis-a-vis de Refugiés de Brabant & autres Provinces.

On entendoit de tous cotés que les Impériaux des Provinces ci-devant autrichiennes, [...].

s.d., [27.10.1789], s.l., 28 S., (t),A4-C4,(), 8°, Schmutztitel;

Bericht über das Ersuchen Trauttmansdorffs an den Lütticher Fürstbischof, die auf das Gebiet von Lüttich geflohenen Patrioten auszuweisen und ihre Zusammenrottungen aufzulösen, sowie über den Einfall österreichischer Truppen in das Fürstbistum Lüttich, um die Patrioten zu stellen. Während der geheime Rat von Lüttich dem ministeriellen Gesuch stattgibt, geißeln die drei Lütticher Stände dieses als einen Verstoß gegen das Natur- und Völkerrecht und warnen die Patrioten, die daraufhin in großer Zahl in die Generalstaaten flüchten. Die wenigen Patrioten, die den plündernden Österreichern in die Hände fallen, verhalten sich heldenhaft. Im Anhang folgt eine Eingabe von Thomas van den Eynde, in der er die Vorwürfe des Ministers zu widerlegen sucht und die Stände bittet, den Flüchtlingen so lange Asyl zu gewähren, wie sie sich ruhig und gesittet verhalten. Mit Blick auf die Vorgänge um Van der Hoop und Vanden Elsken warnt er vor den Folgen einer Ausweisung der Patrioten, die für diese in einem Massaker enden würde. Es schließt sich die Denkschrift Trauttmansdorffs vom 30.9.1798 an, in der der Minister die Abschiebung der Patrioten verlangt, denn ihre weitere Duldung verstoße gegen die Gesetze einer guten Nachbarschaft. Sie seien Kriminelle, die einen Aufstand vorbereiteten, nachdem sie in Belgien nur Unruhe gestiftet hätten. Sie hätten sich mit Lüttichern verbündet und die Plünderungen in Tirlemont zu verantworten. Sie würden sich bewaffnen und hielten militärische Übungen ab. Zum großen Teil handele es sich um Deserteure und mit Haftbefehl Gesuchte.

Alff.K 454





Lfd.Nr.: 604

[HOOP, HENRI-JOSEPH VAN DER:]

LES VRAIS INTERETS DE SA MAJESTÉ OU ABOLITION DE TOUT SYSTEME PERTURBATEUR Par H. J. VANDER HOOP Avocat, Dedié à S. Exc. Mr. le Comte Mercy d'Argenteau Ministre plénipotentiaire de Sa Majesté près de LL. AA. RR. aux Pays-Bas, &c. &c.

BRUXELLES, 1791. [1.1791], 22 S., 12 Bl., 8°;

[Widmung S.2 unterz.:] H. J. VANDER HOOP.

In seiner rechtshistorischen Schrift, die er dem bevollmächtigten Minister widmet, versucht Vander Hoop aufzuzeigen, daß jede Reform einer belgischen Körperschaft durch den Kaiser (Brabanter Rat, Stände, Verwaltung) nicht mit der Verfassung und den gegebenen kaiserlichen Garantien übereinstimmt (Denkschrift vom 2.3.1790, Frankfurter Erklärung, Konvention von Den Haag) und den wahren Interessen des Kaisers widerspricht, da das belgische Volk bei Verfassungsbrüchen nicht mehr an den Treueid gebunden ist. Er beendet seine Schrift mit einigen Bemerkungen zur verfassungswidrigen Einrichtung des Limburger Rates und zur Unzweckmäßigkeit der Präsenz des Militärs auf dem flachen Land (s.a. Nr. 48).

Alff.K 455





Lfd.Nr.: 605

[CORNET DE GREZ, GOMMAIRE-ANTOINE-IGNACE (?):]

DEN VRIEND VAN DEN PRINS EN HET VOLK. Of verhandeling over negen belangende grondbeginzels der Nederlandsche Constitutien.

1791. [vor 1.3.1791], s.l., 8 [bis S.5 römische Zählweise],121 S. [es fehlen die Seiten 93-96, an ihrer Stelle die Seiten 113-116 nochmals eingebunden], 68 Bl., (),*4,A8,B4,C6-D6,E8,F4,G6,H10 [fehlerhaft gebunden, auf H4 folgt I5-I6, es fehlt H5-H6],I10,(), 8°, Broschur, fehlerhaftes Exemplar,;

In neun Erörterungen werden dem Volk die Prinzipien des belgischen Staatsrechts und der Provinzialverfassungen erklärt. Der Herausgeber weist in seinem Vorwort darauf hin, daß die Schrift bereits im Sommer 1790 geschrieben wurde, aber durch die revolutionären Wirren nicht gedruckt werden konnte. Die Idee, ein solches fortlaufendes Tagebuch zu verfassen, sei dem Verfasser gekommen, als er in der Denkschrift Leopolds vom 2.3.1790 dessen Willen erkannte, die Prinzipien der alten Verfasssung zu respektieren und dem Volk seinen Frieden und seine Freiheit zu sichern. Deshalb spreche man auch die Rechte des Fürsten an. Die gegenseitige Achtung sei die Basis der öffentlichen Wohlfahrt. In der Einleitung wird betont, daß das Volk um seine Freiheit betrogen worden sei und es die Verfassung nur dem Namen nach kenne. Deshalb sei es wichtig, das Volk über die Grundlagen der Verfassung aufzuklären, damit es nicht mehr verführt werden kann. Es folgen die neun Erörterungen über die Provinzialverfassungen, das Justizwesen, das Kriegswesen, die Ein- und Ausfuhrzölle, die Subsidien, die freiwilligen Abgaben, die Kommunalverwaltung, die Volksvertretung und die Regierung. Ein Aufruf, Leopold in seinen Absichten zu unterstützen, beendet die Schrift.

Alff.K 456





Lfd.Nr.: 606

[SPANOGHE, CORNELIUS-MARTINUS:]

DEN VUERIGEN WENSCH VAN PLIGTVERRIGTING, VOORGEDRAGEN AEN HET VOLK VAN BRUSSEL, DOOR C. M. SPANOGHE.

ONDER den naem van Volk van Brussel wil ik geensints bevatten die verfoeyelyke Vander Nootisten, [...].

s.d., [02.1791], s.l., 7 S., 4 Bl., A4, 8°;

Aus Anlaß des bevorstehenden Jahrestages des Todes von Joseph II. wendet sich Spanoghe an alle Demokraten und Royalisten und bittet sie, nicht nur in einer Versöhnungsmesse der Opfer der Revolution zu gedenken und Brot für die Armen auszuteilen, sondern auch für das Seelenheil des menschenfreundlichen Joseph II. zu beten. Nachdem sie bisher den früheren Kaiser vor dem Volk verurteilt und ihm den Gehorsam aufgekündigt hätten, sei es an der Zeit, bußfertig zu sein. Spanoghe verurteilt in scharfem Ton die Grausamkeiten der Nootisten, die sie aus Herrschsucht und Geldgier begangen hätten. In seinem anschließenden Trauergedicht würdigt Spanoghe die Regierungskunst Joseph II., den die Auflehnung seiner belgischen Untertanen tief getroffen habe, und fordert die Demokraten und Royalisten auf, in Eintracht und Frieden miteinander zu leben. Der große Kaiser lebe in seinem Bruder Leopold fort. Auch für ihn sollten die Königstreuen beten.

Alff.K 457





Lfd.Nr.: 607

WAER AFBEELDZEL Van ZYNE EMINENTIE den Aerdsbisschop van Mechelen, Primaet van de Nederlanden.

MEt een uytmuntend hert doór Sinxen-vuer ontsteéken,/Treed FRANCKENBERG Beaumont getrouw in't voetspoór naer,/Met recht doór zyn geloof by Athanaes geleéken,/En zoo standvastig als Ambroos dien Kerk-pilaer.

[Wiedergabe des vollen Textes], s.d., [5.1989 ?], [1 S.], 1 Bl., 15,7 cm x 9,7 cm;

Handzettel, auf dem Erzbischof Franckenberg als standhafter Kirchenfürst charakterisiert wird, s.a. Nr. 47.

Alff.K 458





Lfd.Nr.: 608

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

[DEN WAEREN BRABANDER]

ACHTSTEN BRIEF. VOOR-BERICHT TOT DEN LESER. AEngesien ik met waerheyd onderricht ben [...].

s.d., [31.7.1791], s.l., 28 S., 8°;

[unterz.:] den aldergetrouwsten en waeren Brabander. Maestricht 31 July 1791.

In einer Vorankündigung an den Leser stellt sich der neue Verfasser des 'Waeren Brabander' vor, der die Autorin der ersten sieben Briefe bis zu ihrer Rückkehr unter dem selben Namen vertreten wird. Er begründet die Fortsetzung der Briefe mit der fortdauernden Tyrannei der Regierung unter den Augen der Generalgouverneure und ihrer früheren Anhänger, die er als 'Bandieten bende' bezeichnet. Es folgen zahlreiche Anekdoten, die belegen sollen, mit welcher Brutalität gegen die Patrioten vorgegangen wird und die die Betrügereien der Patriotengegner aufdecken sollen.

Alff.K 459





Lfd.Nr.: 609

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

[DEN WAEREN BRABANDER]

NEGENSTEN BRIEF. AEngesien ik U. E., myne goede borgers, belooft heb mynen achtsten brief te verver(!)volgen, [...].

s.d., [8.8.1791], s.l., 27 S., 14 Bl., 8°;

[unterz.:] UE. dienstwilligen dienaer, Den waeren Brabander. Maestricht den 8 Augusti 1791.

Fortsetzung der Berichte über die Mißhandlungen und Verfolgungen der Patrioten durch die Banditenbande der Vonckisten und Teile des Militärs. Diese könnten ungestraft ihre Verbrechen begehen und würden dafür sogar noch von der Regierung ausgezeichnet. Den Schluß bildet eine Grabinschrift für die blutrünstigen Chapels.

Alff.K 460





Lfd.Nr.: 610

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

[DEN WAEREN BRABANDER]

THIENDEN BRIEF. AEngesien ik met reden twyffele of de waere Brabander M... F....Comt. de N... gearriveert is [...].

s.d., [ 8.10.1791], s.l., 55 S., 28 Bl., A4-G4, 8°;

[unterz.:] UE. goedwilligen Dienaer &c. Den waeren BRABANDER. Maestricht, 8 8ber 1791.

In seinem zehnten Brief setzt der 'Waere Brabander' seine Denunziationen der Vonckisten und seine Berichte über die anhaltenden Angriffe auf die Patrioten fort. Er beschreibt u.a. die skandalöse Inhaftierung einer Namenstagsgesellschaft in Brüssel durch das Militär, die zu Unrecht beschuldigt wurde, ein Fest für Van der Noot ausgerichtet zu haben.

Alff.K 461





Lfd.Nr.: 611

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

[DEN WAEREN BRABANDER]

ELFSTEN BRIEF Van den Waeren Brabander. GOEDE BORGERS, TOt inleydinge van mynen elfsten Brief, [...].

s.d., [2.11.1791], s.l., 30 S., [16 Bl., vermutl. fehlt letztes unbedrucktes Bl.], A4-D4 [bei D fehlt vermutl. letztes unbedruckte Bl.], 8°;

[unterz.:] UE, aldergetrouwsten Dienaer den Waeren Brabander. Maestrig(!)t den 2 November 1791.

In seinem elften Brief, den er mit einem Gedicht einleitet, das die Kaiserlichen auffordert, nach Bonn zu gehen, berichtet er weiterhin über die Untaten der Feinde der Religion und der Verfassung, die er auch namentlich nennt.

Alff.K 462





Lfd.Nr.: 612

[anonym, 'WAERE BRABANDER, DE':]

[DEN WAEREN BRABANDER]

TWELFSTEN BRIEF VAN DEN WAEREN BRABANDER. GOEDE BORGERS, TOt inleydinge van mynen twelfsten brief moet ik U-L seggen, [...].

s.d., [18.12.1791], s.l., 36 S., A4-D4,E2, 8°;

[unterz. S.35:] U-L. onderdanigsten dienaer den Waeren Brabander. Maestrig(!)t 18 Xber 1791.

Seinen zwölften Brief leitet der 'Waere Brabander' mit einem Selbstporträt ein. Danach berichtet er wieder über die Aktivitäten der Feinde der Patrioten. Er beschließt seinen Brief mit einer Warnung an die Bürger vor einem Komplott der Regierung.

Alff.K 463





Lfd.Nr.: 613

[anonym, 'WAERE CONSTITUTIONELE BRABANDER, DE':]

DEN WAEREN CONSTITUTIONELEN BRABANDER.

1792. [20.12.1792], [ms. Titelbl.: 20 xbre 1792], s.l., 6 S., 4 Bl., 8°;

[S.6:] Den 20 December 1792.

Korrespondenz zwischen zwei Brabantern (erster Brief, S.1, vom 18.12.1792, die Antwort vom 20.12.1792), in der deutlich gemacht wird, das die Landbevölkerung jede Änderung der altehrwürdigen, wahren und einzigartigen Verfassung ablehnt. In vier Punkten wird die Haltung der Verfassungstreuen in den einzuberufenden Volksversammlungen festgelegt; man fordert 1. den Erhalt der römisch-katholischen Kirche, 2. eine Regierung auf der Grundlage der alten Verfassung und Gewohnheiten, sowie die Annulierung aller verfassungswidrigen Maßnahmen, 3. die Anerkennung der drei Brabanter Stände als einzig rechtmäßige Repräsentanten des Volkes und ihre sofortige Einberufung, um ihr Amt wieder auszuüben und 4. den Erhalt der bisherigen Funktionen des Brabanter Rates.

Alff.E 17





Lfd.Nr.: 614

Waerschouwinge aen het Publiek.

BORGERS zyt op uwe hoede, daer is eene bezondere Bemde, die haer gezet heéft onder malkanderen binnen Brussel, [...].

[S.3:] Uyt de Vaderlandsche Drukkerye. s.d., [nach 18.11.1792], s.l., unpag., [3 S.], 2 Bl., 8°;

Der Verfasser warnt seine Mitbürger vor den Intrigen und den Machenschaften einiger Radikaler, die als Söldner der Österreicher nicht davor zurückschreckten, Zwietracht unter die Belgier zu säen und den Befreier Belgiens, General Dumouriez, zu betrügen. Die Belgier sollten sich gegen diese Vergewaltiger des Volkswillens erheben, damit Dumouriez diese erkenne und vernichte. Die Belgier seien bereit, die Franzosen zu unterstützen, nachdem sie sich und die Franzosen von einer Handvoll deutscher Betrüger und heimlicher Regierungsanhänger befreit hätten. Um der Freiheit willen könnten sie den Forderungen Balzas nicht zustimmen. Die Belgier sollten sich nicht um die Früchte ihrer und ihrer Vorfahren Anstrengungen, die alte Verfassung als Grundlage ihrer Freiheit und ihres Glücks zu bewahren, bringen lassen.

Alff.E 12





Lfd.Nr.: 615

[anonym, 'Den waeren Vaederlander':]

WAERSCHOUWINGE AEN HET VOLK VAN BRABANT.

LIeve Vaderlanders, de overwinnende Fransche Legers hebben uyt onze Landen Verdreven het Leger en gebied van het huys van Oostenryk, [...].

s.d., [20.11.1792], s.l., 3 S., 2 Bl., 8°;

[unterz.:] Loven 20 9ber. 1792. Den waeren Vaederlander.

Warnung an die Patrioten vor dem verderblichen Treiben der Vonckisten, die, nachdem die Franzosen die Belgier von den Österreichern befreit und sie als freies selbstbestimmtes Volk anerkannt haben, versuchten, sich als Gesetzgeber aufzuspielen. Die Beispiele aus den Städten Mons, Gent, Tournais und Brüssel belegten die Manipulationen der Vonckisten. Die Patrioten, die sich in Brüssel den Plänen der Vonckisten entgegenstellten, hofften durch die Standfestigkeit der Städte Löwen und Antwerpen unterstützt zu werden. Die Gewerbe, die Magistrate und andere Körperschaften sollten sich versammeln, um zu beraten, was zu tun sei. Man solle sich an den Grundsätzen der Joyeuse Entrée und der römisch-katholischen Kirche orientieren und Mißbräuche nur im Einverständnis mit den drei Brabanter Hauptstädten beseitigen.

Alff.E 4





Lfd.Nr.: 616

WEDERKOMST VAN DEN HONDT IN DE STATEN VAN DEN LEEUW Sinnebeld dat ider een zal begrypen.

MEN VINTSE TE KOOP, T'ANTWERPEN, By J. B. CARSTIAENSSENS, Boek-drukker en Boek-verkooper op de Cattevest. s.d., [Anfang Juni 1787], 6 S., 4 Bl., A4, 4°;

Allegorie, die sich auf die verfassungswidrige Verhaftung des Brüsseler Kaufmanns Jean François de Hondt und dessen Verschleppung nach Wien bezieht. Dieser war beschuldigt worden, militärische Warenlieferungen falsch abgerechnet zu haben. Das entschlossene Handeln des belgischen Löwen habe dann dazu geführt, daß der Machtmißbrauch der Wölfe von dem Adler rückgängig gemacht wurde und der Kaufmann wieder nach Brüssel zurückkehren konnte. Hier soll er nun vor ein ordentliches Gericht gestellt und bei erwiesener Schuld auch bestraft werden.

Alff.K 464





Lfd.Nr.: 617

DEN WOLF ONDER HET SCHAEPEN-VEL.

ALswanneer het bedrog ende arglistigheyd word in het werk gestelt, [...].

s.d., [11.1792], s.l., 4 S., 8°;

Der Verfasser warnt vor der Abschaffung des Zehnt durch die 'Représentants provisoires'. Scheinbar eine Erleichterung für die Bauern, schadet sie doch vor allem den Kleinbauern (z.B. durch Erhöhung der Pacht um den Betrag des wegfallenden Zehnts, durch die Unmöglichkeit, mittels der Pacht des Zehnts Futtermittel zu kaufen) und entzieht der Kirche ihre finanzielle Grundlage. Der Wegfall des Privilegs, den Zehnten zu erheben, kommt einem Diebstahl an denjenigen gleich, die dieses Privileg gekauft oder geerbt haben. Mit dieser Maßnahme soll die Religion vernichtet werden.

Alff.E 16





Lfd.Nr.: 618

[BROSIUS, HENRI-IGNACE (?):]

ZEND-BRIEF VAN DE VRYWILLIGE VAN HET NEDERLANDS LEGER AEN DE INWOONDEREN DER STAD ENDE PROVINTIE VAN LUXEMBOURG.

TOT GEND, By PH. SPILLEBAUT, Boekdrukker en Verkooper op het Steendam. s.d., [1.1790], 7 S., 4 Bl., 8°;

Aufruf an die Luxemburger Patrioten, vereint mit der Patriotenarmee, die unter Gottes Schutz steht, die österreichische Versklavung ihrer Provinz abzuschütteln. Entgegen der entstellenden Propaganda der Österreicher - die Freiwilligen werden von ihnen als Straßenräuber und Vagabunden hingestellt - seien die Soldaten Bürger, die für die Kirche und ihre Heimat kämpften und bereit seien, unter Einsatz ihres Lebens, den Luxemburgern ihre Freiheit wiederzubringen. Der Verfasser versucht die Luxemburger zu überzeugen, daß ein deutsches Heer in der Provinz nicht unterhalten werden kann; notfalls würde die Festung Namur ein unüberwindliches Hindernis darstellen. Es sei den Belgiern eine Pflicht, ihre Brüder aus der Sklaverei und der wirtschaftlichen Not zu befreien.

Alff.K 465