Diese Buchpatenschaften sind bereits vergeben

Unser Buchpatenprogramm "Wallrafs Bücher" ist sehr erfolgreich. Von 25 Buchpatienten haben 13 Bücher Paten gefunden.

Anhand von drei Beispiele zeigen wir Ihnen, wie restaurierte Bücher nun aussehen:

Diese Bücher haben einen Buchpaten gefunden:

Predigten aus dem 4. Jahrhundert - gedruckt um 1470

Augustinus, Aurelius: Homiliae. Augustinus, Aurelius: De disciplina christiana. Köln: Ulrich Zell, um 1470, Signatur: ENNE21

Augustinus von Hippo (354-430), Bischof von Hippo Regius zählt neben Ambrosius von Mailand, Gregor dem Großen und Sophronius Eusebius Hieronymus zu den lateinischen Kirchenvätern. Der Band enthält eine Reihe von Predigten  „Homilien“ (homil“ griech. ὁμιλεῖν homilein „vertraut miteinander umgehen, vertraut miteinander reden“) und schließt mit Augustinus‘ Sermo de disciplina christiana.  

Albertus Magnus' Werk über Minerale - gedruckt 1569

Coloniae : Birckmann & Baum 1569, Signatur: N7/3

Albertus Magnus, Albert der Große oder auch Albertus Coloniensis, geboren um 1200 in Lauingen, gestorben 1280 in Köln, gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des 13. Jahrhunderts. Mit Köln war der  Universalgelehrte bereits früh eng verbunden, denn hier absolvierte er sein Noviziat im Dominikanerkloster. Nach seinem Studium und Stationen als Lehrer u.a. an der Pariser Universität Sorbonne kam er 1248 nach Köln zurück.  Albertus leitete und etablierte das Studium generale seines Ordens, welches die Vorläuferinstitution der 1388 gegründeten Kölner Universität ist. 1931 wurde der Dominikaner heiliggesprochen, 10 Jahre später erhob ihn der Papst zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler.

Albertus Werk „De mineralibus et rebus metallicis“ (Über Minerale) zählt zu seinen wichtigsten naturwissenschaftlichen Schriften. Das kleinformatige (Sedez) Büchlein wurde 1569 von der Kölner Druckerfamilie Birckmann (Johannes Birckmann & Theodor Baum) gedruckt. Bevor das Buch in Wallrafs Besitz kam, gehörte es „Joannes Follinus Philosoph. & Med. doctor“, was ein handschriftlicher Eintrag auf dem Titelblatt belegt.

Die Seefahrt "De re navali“ - gedruckt 1537

Baif, Lazare de: Annotationum in legem. Basel: Froben, Hieronymus d.Ä. und Episcopius, Nikolaus d.Ä. 1537 (VD16 B 157), Signatur: WFI133+A

1. enth. Werk: Baïf, Lazare de: Annotationes in tractatum de auro et argento legato quibus vestimentorum ... genera explicantur [EST: Annotationum in legem vestis ... liber]. (VD16 B 163)
2. enth. Werk: Baïf, Lazare de: Annotationes in tractatum de auro et argento legato quibus ... vasculorum genera explicantur [EST: De vasculorum materiis ac varietate tractatus]. (VD16 B 168)
3. enth. Werk: Telesio, Antonio: De coloribus libellus [EST: De coloribus liber]. (VD16 T 304)

Das Buch umfasst mehrere Schriften des französischen Humanisten und Diplomaten Lazare die Baïf (1496-1547), die dieser in den Jahren 1526 bis 1636 verfasst hat. Es beginnt mit dem reich illustrierten Text über die Seefahrt "De re navali“, den Baïf während seiner Zeit als Botschafter Frankreichs in Venedig verfasste.

Die vorliegende Ausgabe einer Auswahl seiner Schriften erschien 1537 bei Froben und Episcopius in Basel. Die Druckermarke des Verlagshauses ziert Titelblatt und letzte Seite des Buches. Johann Froben (1460-1527) war einer der bedeutendsten Drucker und Verleger humanistischer Literatur. Sein berühmtester und wichtigster Autor war Erasmus von Rotterdam. Nach Frobens Tod übernahm sein Sohn die Offizin.

Von diesem Buch besaß Ferdinand Franz Wallraf gleich zwei Exemplare. Das hier gezeigte, gehörte zuvor Johann Nopel (Johannes Nopelius, 1548-1601). Der in Lippstadt geborene, katholische Theologe lehrte an der Artes-Fakultät und der Universität, zu deren Rektor er 1594-19595 berufen wurde. 1601 folgte seine Erhebung zum Kölner Weihbischof und zum apostolischen Nuntius. Zwei handschriftliche Einträge belegen seinen Besitz an diesem Buch: So vermerkte Nopel, dass er das Werk im Jahr 1567 erworben hatte und schrieb überdies „Ex Bibliotheca Nopeliana“ auf  das Titelblatt. Später gelangte der Band die Bibliothek des Laurentianer-Gymnasiums und anschließend in Wallrafs Besitz.

Spangenbergs Postille - gedruckt 1544

Spangenberg, Johann: Postilla latina ...Pars 1-2, Francofurti : Egenolph 1544, Signatur: WFII234

Johann Spangenberg (1484-1550) gehört zu den Reformatoren aus der Generation Martin Luthers und Philipp Melanchthons. Sein Wirkungskreis war lange Jahre die thüringische Stadt Nordhausen, wo er Pfarrer an der St. Blasius-Kirche war.

Das Werk "Postilla latina", die Auslegung der Episteln und der Evangelien, widmete er 1544 Reinhard Lorich. Dieser hatte 1520 in Köln studiert und gehörte sieben Jahre später der ersten protestantischen Universität in Marburg als Gründungsprofessor an.

Der Verfasser sah sich in der Funktion des geistlichen Lehrers, wovon neben seiner Erbauungsliteratur vor allem seine didaktischen Werke zeugen. Insbesondere die deutsche Übersetzung der "Postilla latina" wurde noch jahrhundertelang nachgedruckt. Wie Luther tat sich Spangenberg auch als Kirchenlieddichter hervor.

Von Rossen und Menschen - gedruckt 1564 - WCI123

Lautensack, Heinrich: Des Circkels vnnd Richtscheyts, auch der Perspectiua vnd Proportion der Menschen vnd Rosse, kurtze, doch gründtliche underweisung deß rechten gebrauchs.

Franckfurt am Mayn: bey Georg Raben, in Verlegung Sigmund Feyerabends vnd Heinrich Lautensacks 1564, Signatur: WCI123

Ein Buch aus dem 16. Jahrhundert, das sich ausschließlich den ästhetischen Prinzipien der Proportionen von Menschen und Pferden widmet.

Der Verfasser Heinrich Lautensack (1522-1568) war Goldschmied und Maler. Vier Jahre vor seinem Tod erschien in Frankfurt am Main sein Lehrbuch der perspektivischen Zeichnung.

Wir können davon ausgehen, dass Ferdinand Franz Wallraf, der neben seiner naturkundlichen Professur auch die für Ästhetik innehatte, dieses Buch gezielt antiquarisch erwarb, diente es ihm doch gleichermaßen zu Studien- wie zu Lehrzwecken. Unverkennbar ist, dass dieses Exemplar seit 1564 sehr intensiv gelesen wurde.

Außer den bemerkenswerten Kupferstichen beindruckt das Buch durch seinen Einband. Wieder handelt es sich um einen Pergamentumschlag, der aus einer mittelalterlichen Handschrift hergestellt wurde. Der schlechte Erhaltungszustand hat eine nähere Bestimmung dieses Fragments bislang verhindert.

Kirchlicher Kommentar für den Schüler Wallraf - gedruckt 1633

Bonaert, Olivier: In ecclesiasticum commentarius, Antverpiae: Apvd Ioannem Mevrsivm 1633, Signatur: WFII68

Es handelt sich wiederum um ein Buch aus der Bibliothek des Gymnasiums Montanum, was durch das Supralibros und den Schriftzug "Gymn. Mont." deutlich wird. Für die USB ist es von Bedeutung, dass dieser Band dem jungen Ferdinand Franz Wallraf, ausgezeichnet als "princeps poetarum", überreicht wurde.

Antikes Palermo - gedruckt 1649

Inveges, Agostino: Annali della felice citta di Palermo. Band 1., Palermo: typ d. P. dell‘Isola 1649, Signatur: WBIII+3/34

Die "Annalen der glücklichen Stadt Palermo" des italienischen Priesters, Historikers und Chronisten der Geschichte Siziliens Agostino Inveges (1595-1677) wurden in Palermo in den Jahren 1649-1651 in drei Bänden veröffentlicht. Der erste Band beschreibt das antike Palermo. Von dem schönen sizilianischen Druck im Originaleinband, der in Deutschland nicht häufig und in NRW nur in diesem Exemplar vorhanden ist, besaß auch Ferdinand Franz Wallraf nur den ersten Band. Vorbesitzer war Jean Mathieu Louis van den Bosch (1677-1780), Priester, Arzt, Schrift steller und Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. Wie der Band in den Besitz Wallrafs kam, ist bislang nicht bekannt.

Stundengebete aus Köln - gedruckt 1650

Officia propria sanctorum civitatis et archidioecesis Coloniensis, Coloniae: ab Egmondt 1650, Signatur: WFVII128

Unter "officia propria" versteht man die Zusammenfassung der Stundengebete, die einzelne Orden erstellten und publizierten. Ähnlich gegliedert wie die offiziellen Kirchenkalender, unterscheiden sie sich doch z.B. durch die besondere Berücksichtigung der von dem jeweiligen Orden nahe stehenden Heiligen. Die Psalmen und Lesungen der jeweiligen Festtage sind dem leserfreundlich gegliederten Text in Rot vorangestellt. Somit sind diese Kalender wichtige Quellen für die Geschichte und Spiritualität der Orden.

Das vorliegende Exemplar aus dem Jahr 1650 stammt aus dem Kölner Karmeliterkloster, dem Orden der beschuhten Karmeliter, das sich in der Nähe des Waidmarktes befand. Gedruckt wurde das Buch in Köln von Cornelius ab Egmondt (1615-1666). Auf dem Titelkupfer sind Petrus und Paulus im Mönchsgewand der Karmeliter abgebildet. Zwischen ihnen befindet sich das Wappen von Ferdinand von Bayern (1577-1650), dem Kurfürsten und Erzbischof von Köln.

Die Stundengebete der Karmeliter waren ein vielgelesenes Buch, dem man sehr deutlich die vielen Hände ansieht, die in ihm geblättert haben. Es gehört zu den Büchern, die Ferdinand Franz Wallraf als Kulturgut für seine Vaterstadt bewahren konnte.

Kritik eines französischen Reformisten - gedruckt 1690

Rivet, André: Critici sacri libri quattuor Lipsiae [u.a.]: G. H. Fromann 1690, Signatur: WAVII395

Bei diesem Werk des französischen reformierten Theologen André Rivet, das in Leipzig gedruckt wurde, sind es vor allem zwei Dinge, die dieses 1690 erschienene Buch im positiven wie im negativen Sinne herausragen lassen. Zum einen sticht der sog. Makulatureinband ins Auge, denn für den Einband des Buches wurde eine Handschrift zerschnitten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem 14. Jahrhundert stammt. Anhand des verarbeiteten Fragments lässt sich feststellen, dass es sich um einen Teil eines liturgischen Werkes handelt. Das beweist, dass Pergament auch rund 250 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ein beständiges und somit geschätztes Material blieb, um Bücher darin einzubinden oder Bucheinbände damit zu reparieren.

 

Gebete für Kinder - gedruckt 1787

Sailer, Johann Michael: Das Gebet unseres Herrn für Kinder, Oettingen: Oesterlei 1787, Signatur: WFV333

"Lasst die Kleinen zu mir kommen" lautet der Aufruf in einem besonders hübsch gestalteten kleinen Büchlein, das als Ostergeschenk der Oettingschen Schuljugend gewidmet ist und das "Gebet unseres Herrn für Kinder in ihrer Sprache und aus ihren Begriffen" erläutert.

Der Verfasser ist Johann Michael Sailer (1751-1832), der von 1781-1794 als Professor für Theologie an der von Oettingen rund 50 km entfernten Universität Dillingen lehrte. Der Kleriker stand der Aufklärung recht offen gegenüber, was u.a. das kleine Büchlein an die Kinder belegt, ihn jedoch in Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten brachte. Erst viele Jahre später machte Sailer doch noch Karriere in der katholischen Amtskirche: 1829 wurde er zum Bischof von Regensburg ernannt.

Plädoyer gegen die Todesstrafe - gedruckt 1784

Sebastian Schafheitlein und Michael Kammerer:„Ueber die Mittel, Verbrechen vorzubeugen", Signatur: WHIII103

„Ueber die Mittel, Verbrechen vorzubeugen“ ist ein kleines Buch im Duodezformat aus dem Jahr 1784. Die beiden Verfasser, Sebastian Schafheitlein und Michael Kammerer aus Freiburg, plädieren in dieser Schrift für die Abschaffung der Folter und der Todesstrafe. Stattdessen befürworten sie die Förderung der Tugend durch Religion und gute Erziehung. Sie fordern die Eindämmung des Mangels und der Not durch soziale Versorgung, wozu die Beschaffung von Arbeit gehöre und die Unterstützung derer, die nicht mehr arbeiten können. Solche Maßnahmen würden zum Rückgang der Verbrechen führen.

Diese typische Schrift der Aufklärung widmet sich einem Thema, das zu dieser Zeit bereits seit 40 Jahren Gegner und Befürworter des alten Strafrechts umtrieb. Ferdinand Franz Wallraf, der lieber vorsichtig von der „Aufhellung“ anstatt von der „Aufklärung“ schrieb, lag die Förderung der Volksbildung, der Religion und die Erziehung der Jugend gleichermaßen am Herzen. Auf jeden Fall beschaffte er sich dieses Buch und schrieb seinen Namen hinein. In der Wallrafschen Bibliothek fand es seinen Platz in der letzten Gruppe „Sammelbände“ unter „Miscellania“ (Vermischtes).

Antike Herrscherverehrung - gedruckt 1728

Labaune, Jacques de: Panegyrici veteres, Venetiis : Javarina, 1728,
Beigefügte Werke: Schwarz, Christian Gottlieb: Ed. altera Italica, cui acc. observationes criticae in Latinum pacatum.
Signatur: WAV251

Die Festreden beinhalten 12 lateinische Lobreden zur Ehrung des Kaisers. Entstanden ist der Kanon der XII Panegyrici Latini Ende des vierten Jahrhunderts. Der Text beginnt mit der Laudatio des Plinius (der Jüngere) auf Kaiser Trajan. Die vorliegende Ausgabe ist vom Jesuiten Jacobus de la Baume herausgegeben und kommentiert worden. Die Rückbesinnung auf diese antiken Texte der Herrscherverehrung diente der Schulung von Rhetorik und Stilistik. Insofern ist das Buch leicht als Unterrichtsmaterial jesuitischer Provenienz einzuordnen. Solche Werke dienten zur Vorbereitung der Schüler auf die Universität. Nicht von ungefähr stammt das Wallrafsche Exemplar aus dem Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium), dem späteren Kölner Jesuitengymnasium.

Bei der vorliegenden Ausgabe, einem besonders aufwendig gestalteten „Schulbuch“, handelt es sich um einen venezianischen Druck aus dem Jahr 1728. Ferdinand Franz Wallraf erstand 1802 dieses Buch auf dem Höhepunkt der Säkularisierung. Mit stolzem und schwungvollem Federstrich hat er seinen Namen dem der Vorbesitzer hinzugefügt.

Jesuitisches Lehrbuch Geographie - gedruckt 1739

Niderndorff, Heinrich: Generalis geographia cosmica, mathematica, naturalis, politica: cum speciali Sacri Imperii Romano-germanici, et Sacri Romani Imperii pontifi cii hierarchia; per totum orbem errarium, 4 libris comprehensa, ex pluribus probatis authoribus collecta, multis rebus curiosis adornata et juventuti academicae Wirceburgensi explicate. Bd. 1.2, Norimbergae: Christoph Lochner & A. Mayer, Würzburg, Jo. Jacobi Christophori Kleyer, 1739, Signatur: WCIII47

Die Allgemeine Geographia des Jesuiten Heinrich Niderndorff liegt uns in einer zweibändigen Ausgabe aus dem Jahr 1739 vor. Das mit sehr gut erhaltenen Kupfertafeln ausgestattete Werk ist dem Fürstbischof von Bamberg und Würzburg und Reichsvizekanzler Friedrich-Karl von Schönborn-Buchheim (1674-1746) gewidmet. Sein vom Nürnberger Kupferstecher Johann Wilhelm Windter gestochenes und handkoloriertes Portrait ziert den opulenten Band als Frontispiz.

Die Geografie gehört zu den Wissenschaftsdisziplinen, in denen sich der Jesuitenorden besonders hervortat. Deren Lehrbücher fanden sich insofern nicht nur in den eigenen Ordensschulen, sondern auch in anderen Lehranstalten. Das verrät in diesem Fall das Supralibros, denn der Band stammt aus dem Gymnasium Montanum. Neben dem jesuitischen Tricoronatum und dem Laurentianum war es das dritte der Kölner Gymnasien, deren Oberstufen die Artesfakultät bildeten. Wallraf, ein Schüler des Montanums, übernahm dort 1769 einen Lehrauftrag. Den Band aus der Schulbibliothek hat er durch seinen handschriftlichen Namenszug im Einbanddeckel als seinen Besitz kenntlich gemacht.