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Unser Buchpatenprogramm "Wallrafs Bücher" ist sehr erfolgreich und über 20 Paten sind gefunden.
Anhand von drei Beispiele zeigen wir Ihnen, wie die restaurierten Bücher nun aussehen:

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Diese Bücher haben einen Buchpaten gefunden:

Predigten aus dem 4. Jahrhundert - gedruckt um 1470

Augustinus, Aurelius: Homiliae. Augustinus, Aurelius: De disciplina christiana. Köln: Ulrich Zell, um 1470, Signatur: ENNE21

Augustinus von Hippo (354-430), Bischof von Hippo Regius zählt neben Ambrosius von Mailand, Gregor dem Großen und Sophronius Eusebius Hieronymus zu den lateinischen Kirchenvätern. Der Band enthält eine Reihe von Predigten  „Homilien“ (homil“ griech. ὁμιλεῖν homilein „vertraut miteinander umgehen, vertraut miteinander reden“) und schließt mit Augustinus‘ Sermo de disciplina christiana.  

Aristoteles Autobiographie– gedruckt 1482

Augustinus: Confessiones.[Köln: Bartholomäus de Unckel] 1482, Signatur: ENNE147+B

Die Bekenntnisse des Kirchenlehrers Augustinus (354-430) sind seine autobiographischen Betrachtungen. Diese gehen aber weit über die reine Beschreibung seines Lebens hinaus und reflektieren vor allem seinen Glaubensweg.  Das Werk ist in 13 Bücher (Abschnitte) unterteilt.

Seine Erkenntnisse, wie er durch seinen Glauben zu dem Menschen geworden ist, der er ist, sollten sicher auch anderen Christen zur Anleitung dienen.

Die Inkunabeln der Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf separierte Leonard Ennen (1820-1880). Er beabsichtigte die Erfassung aller Inkunabeln der Sammlung in einem Katalog, aber es erschien nur die erste Abtheilung 1865. Die von ihm vorgenommene Aufstellung unter seinem Namen blieb bis heute bestehen.

Hieronymuskult – gedruckt 1482

Andreae, Johannes: Hieronymianus. - Coloniae: Conradus Winter de Homborch 1482, Signatur: ENNE157

Der italienische Juraprofessor und Kanonist Johannes Andreae (1270-1348) war ein Verehrer des Kirchenvaters Hieronymus, er legte sich sogar den Beinamen „de Sancto Hieronymo“ zu.
So verwundert es nicht, dass er zwischen 1324 und 1346/47 das Hieronymianus verfasste.
Die Zusammenstellung von biographischem Material, Zeugnissen und Wunderberichten über Hieronymus und Auszügen aus seinen Schriften sollte seine Verehrung wiederbeleben.
Hier liegt ein Druck des Werkes vor, den der Kölner Buchdrucker Conrad Winter de Homborch, der seine Offizin von 1476-1482 betrieb, im Jahr 1482 herstellte.

Die Inkunabeln der Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf separierte Leonard Ennen (1820-1880). Er beabsichtigte die Erfassung aller Inkunabeln der Sammlung in einem Katalog, aber es erschien nur die erste Abtheilung 1865. Die von ihm vorgenommene Aufstellung unter seinem Namen blieb bis heute bestehen.

Aristoteleskommentar – gedruckt 1496

Versor, Johannes: Quaestiones iuxta textum de anima Aristoteles. - Coloniae: Heinrich Quentell 1496, Signatur:  ENNE203

Johannes Versor (gest. nach 1482) war französischer Dominikaner und Thomist. Er lehrte lange am Gymnasium Montanum in Köln. Er verfasste viele Aristoteleskommentare. Einige seiner Werke erlebten zahlreiche Nachdrucke.
Der Kölner Buchdrucker Heinrich Quentell (gest. 1501) druckte überwiegend Werke für den Universitätsgebrauch. Er war einer der ersten Buchdrucker, die ihre Drucke mit einem Titelblatt versahen.
Die Inkunabeln der Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf separierte Leonard Ennen (1820-1880). Er beabsichtigte die Erfassung aller Inkunabeln der Sammlung in einem Katalog, aber es erschien nur die erste Abtheilung 1865. Die von ihm vorgenommene Aufstellung unter seinem Namen blieb bis heute bestehen.

Aristoteleskommentar – gedruckt 1496

Versor, Johannes: Quaestiones iuxta textum de anima Aristoteles. - Coloniae: Heinrich Quentell 1496, Signatur:  ENNE203

Johannes Versor (gest. nach 1482) war französischer Dominikaner und Thomist. Er lehrte lange am Gymnasium Montanum in Köln. Er verfasste viele Aristoteleskommentare.

Einige seiner Werke erlebten zahlreiche Nachdrucke.

Der Kölner Buchdrucker Heinrich Quentell (gest. 1501) druckte überwiegend Werke für den Universitätsgebrauch. Er war einer der ersten Buchdrucker, die ihre Drucke mit einem Titelblatt versahen.

Die Inkunabeln der Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf separierte Leonard Ennen (1820-1880). Er beabsichtigte die Erfassung aller Inkunabeln der Sammlung in einem Katalog, aber es erschien nur die erste Abtheilung 1865. Die von ihm vorgenommene Aufstellung unter seinem Namen blieb bis heute bestehen.

Altes Testament – gedruckt 1522

Signatur: WFI19

Die hier vorliegende lateinische Ausgabe des Alten Testamentes entstand 1522 in der Offizin von Johann Knobloch. Seit 1509 rückte bei ihm das illustrierte Buch mehr in den Vordergrund und ungefähr ab 1516 beschäftigte er neue Holzschnittkünstler. 1524 druckte Knobloch auch die deutsche Ausgabe.

Den Einband fertigte ein Kölner Buchbinder, der nur über seinen Notnamen als "Meister der Sonnabendrechnung 1525/26" bekannt ist. Noch ausschließlich mit Einzelstempeln versehen, gehen die ältesten seiner Arbeiten bis in die Inkunabelzeit zurück. Ab 1516 kamen in der florierenden Werkstatt Rollenwerkzeuge zum Einsatz, deren Dekor in sich der Domstadt bis in die 1540er Jahre großer Beliebtheit erfreute. Neben Kranz- und Ornamentrollen gefielen hier vor allem Blütenranken sehr, die oftmals mit Tieren verziert waren. Er verwendete eine besonders schöne Blütenranke in der Vögel sitzen und an den Ästen picken.

 

Lateinisch - deutsche Psalmentexte - gedruckt 1535

Psalmi <dt.> Der Psalter latein vnd[und]// teutsch. - Cöllen: Peter Quentel 1535 Signatur: WFI111

Das vorliegende Exemplar der lateinisch-deutschen Psalmentexte ist ein Kölner Druck aus dem Jahr 1535 aus der Offizin von Peter Quentell. Im 16. Jahrhundert gehört die Druckerfamilie zu den prokatholischen Publizisten, die sich neben volkssprachlicher Literatur insbesondere auf Bibel übersetzungen fokussierte. In diesen Rahmen gehört auch dieses Werk, das unter dem jeweiligen lateinischen Psalm die deutsche Fassung folgen lässt. Die Übersetzungen gehen auf Dietrich Loher von Strathum (1495-1554), den Vikar des Kölner Kartäuserklosters zurück.

Der Originaleinband des Buches bestand aus einem recht einfachen mit Kordel zusammengehaltenen Pergamentumschlag, einem sog. Kopert. Dieser im 16. Jahrhundert langsam aus der Mode kommende mittelalterliche Einband ist am vorliegenden Exemplar nicht mehr vollständig erhalten. Durch den Verlust des Vorderdeckels tritt nunmehr ungeschützt ein handschriftliches Fragment mit roter und blauer Rubrizierung zutage, dessen nähere Bestimmung noch aussteht.

Die Seefahrt "De re navali“ - gedruckt 1537

Baif, Lazare de: Annotationum in legem. Basel: Froben, Hieronymus d.Ä. und Episcopius, Nikolaus d.Ä. 1537 (VD16 B 157), Signatur: WFI133+A

1. enth. Werk: Baïf, Lazare de: Annotationes in tractatum de auro et argento legato quibus vestimentorum ... genera explicantur [EST: Annotationum in legem vestis ... liber]. (VD16 B 163)
2. enth. Werk: Baïf, Lazare de: Annotationes in tractatum de auro et argento legato quibus ... vasculorum genera explicantur [EST: De vasculorum materiis ac varietate tractatus]. (VD16 B 168)
3. enth. Werk: Telesio, Antonio: De coloribus libellus [EST: De coloribus liber]. (VD16 T 304)

Das Buch umfasst mehrere Schriften des französischen Humanisten und Diplomaten Lazare die Baïf (1496-1547), die dieser in den Jahren 1526 bis 1636 verfasst hat. Es beginnt mit dem reich illustrierten Text über die Seefahrt "De re navali“, den Baïf während seiner Zeit als Botschafter Frankreichs in Venedig verfasste.

Die vorliegende Ausgabe einer Auswahl seiner Schriften erschien 1537 bei Froben und Episcopius in Basel. Die Druckermarke des Verlagshauses ziert Titelblatt und letzte Seite des Buches. Johann Froben (1460-1527) war einer der bedeutendsten Drucker und Verleger humanistischer Literatur. Sein berühmtester und wichtigster Autor war Erasmus von Rotterdam. Nach Frobens Tod übernahm sein Sohn die Offizin.

Von diesem Buch besaß Ferdinand Franz Wallraf gleich zwei Exemplare. Das hier gezeigte, gehörte zuvor Johann Nopel (Johannes Nopelius, 1548-1601). Der in Lippstadt geborene, katholische Theologe lehrte an der Artes-Fakultät und der Universität, zu deren Rektor er 1594-19595 berufen wurde. 1601 folgte seine Erhebung zum Kölner Weihbischof und zum apostolischen Nuntius. Zwei handschriftliche Einträge belegen seinen Besitz an diesem Buch: So vermerkte Nopel, dass er das Werk im Jahr 1567 erworben hatte und schrieb überdies „Ex Bibliotheca Nopeliana“ auf  das Titelblatt. Später gelangte der Band die Bibliothek des Laurentianer-Gymnasiums und anschließend in Wallrafs Besitz.

Spangenbergs Postille - gedruckt 1544

Spangenberg, Johann: Postilla latina ...Pars 1-2, Francofurti : Egenolph 1544, Signatur: WFII234

Johann Spangenberg (1484-1550) gehört zu den Reformatoren aus der Generation Martin Luthers und Philipp Melanchthons. Sein Wirkungskreis war lange Jahre die thüringische Stadt Nordhausen, wo er Pfarrer an der St. Blasius-Kirche war.

Das Werk "Postilla latina", die Auslegung der Episteln und der Evangelien, widmete er 1544 Reinhard Lorich. Dieser hatte 1520 in Köln studiert und gehörte sieben Jahre später der ersten protestantischen Universität in Marburg als Gründungsprofessor an.

Der Verfasser sah sich in der Funktion des geistlichen Lehrers, wovon neben seiner Erbauungsliteratur vor allem seine didaktischen Werke zeugen. Insbesondere die deutsche Übersetzung der "Postilla latina" wurde noch jahrhundertelang nachgedruckt. Wie Luther tat sich Spangenberg auch als Kirchenlieddichter hervor.

Verfall der Wissenschaften– gedruckt 1551

Vives, Juan Luis: De disciplinis. - Lugduni:  Joannes Fellon 1551, Signatur:  WAIII9

Der spanische Humanist, Philosoph und Lehrer Juan Luis Vives (1492-1540) studierte Philosophie und Theologie an der Sorbonne in Paris. Hier kommt er erstmalig mit dem Gedankengut des Humanismus in Kontakt. 1512 zog er nach Brügge, wo er seine spätere Frau unterrichtete. An der Universität Löwen erhält er eine Lehrerlaubnis. In dieser Zeit lernt er Erasmus von Rotterdam kennen und wendet sich vollends dem Humanismus zu.

In zahlreichen seiner Werke kritisiert er die herrschende Schulmeinung. Er setzt sich für das Recht der Frauen auf Erziehung und Bildung und für die Versorgung der Armen durch den Staat ein.

In dem vorliegenden Werk, das erstmalig 1531 in Brügge erscheint, übt er Kritik am Verfall der Wissenschaften und nennt Vorschläge für deren Reformen.

Das Buch wurde 1564 in Köln gekauft, leider nennt sich der Käufer aber selber nicht.

Mythologisches Handbuch - gedruckt 1554

Herold, Johannes: Heydenweldt und ihrer Götter anfänglicher Ursprung ... - Basel: Heinrich Petri 1554, Signatur: WBIII+1/5

Durch Gespräche über den griechischen Geschichtsschreiber Diodor (1. Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr.) mit dem Augsburger Ratsherren Georg von Stetten (1520-1573) wird Johannes Herold zu dem vorliegenden Werk angeregt. Er hatte ihm eine deutsche Übersetzung von Diodor versprochen, die den Hauptteil des Werkes einnimmt und illustriert ist mit Holzschnitten, die meist aus Münsters Kosmographie übernommen wurden. Aber sein Werk geht über die versprochene Übersetzung hinaus. Der Druck besteht aus vier Teilen: Herolds eigene Schrift  über die antiken - heidnischen - Götter und ihre zahlreichen Namen und Beinamen, die deutsche Übersetzung der Ägyptenbücher Diodors, Herolds Übersetzung des Berichts vom Trojanischen Krieg des Dictys und Dares und die "Bildschrift Oder Entworffne Wharzeichen dero die uhralten Ägypter in ihrem Götzendienst.. an statt der buochstäblichen schrifften gepraucht habend. Der Text insgesamt ist mit ca. 400 Textholzschnitte reich bebildert, Titelblatt und Titelholzschnitt sind zweifarbig (rot und schwarz) gestaltet. Es wirkten daran  Hans Holbein d. J., der Meister D. S. (Astronom auf S. CXC), Niklaus Manuel, Hans Rudolf Manuel, David Kandel, Jacob Clauser sowie einige unbekannte Meister mit.  Die in der Folge der Abschriften figurenhaft abgewandelten Zeichen der Horapollo-Überlieferung gehen eindeutig auf die echten Hieroglyphen zurück.
Johannes Herold (1514-1567) war Pfarrer in Reinach (Kanton Basel-Landschaft), Augsburg und Pfeffingen. Ab 1544 war er in Basel als Korrektor und Übersetzer für die Buchdrucker Johannes Oporinus, Heinrich Petri und Pietro Perna tätig.

Johannes Bononias Bibelübersetzung - gedruckt 1554

Bologni, Giovanni: De aeterna dei praedestinatione et reprobatione sententia ... . Lovanii: Anton Maria Bergagne 1554 Signatur: WFIII152

Das 1554 von Bergagne in Löwen gedruckte Buch des dort ansässigen Theologen und Professors Johannes Bononia befindet sich in zwei Exemplaren in der USB. Es stammt zwar aus Wallrafs Bibliothek, der es wiederum aus einer für Köln besonderen Quelle hat, nämlich aus dem Besitz von Caspar Ulenberg (1548-1617), was durch den handschriftlichen Besitzeintrag "Ex Bibliotheca Ulenbergica" deutlich wird. Der in Lippstadt geborene Gelehrte und zum Katholizismus konvertierte Protestant war Absolvent der Kölner Universität und von 1592-1611 Regens des Laurentianer-Gymnasiums.

Das Hauptwerk des Theologen ist eine katholische Bibelübersetzung ins Deutsche. Im Auftrag des Kölner Erzbischofs überarbeitete Ulenberg die erste katholische Bibelübersetzung nach Luther, die Johann Dietenberger im Jahr 1534 vorgenommen hatte. Er stellte die neue Übersetzung zwar noch zu Lebzeiten fertig, jedoch wurde das Werk erst 1630 gedruckt.

Caspar Ulenbergs private Büchersammlung gelangte durch seinen Nachfolger am Laurentianum Arnold Meshov (1591-1667) in die dortige Bibliothek. Zwölf Bände aus dieser Provenienz befi nden sich heute in der Gymnasialbibliothek in der USB.

Das vorliegende Buch kam auf bislang ungeklärte Weise in den Besitz von Ferdinand Franz Wallraf. Da Caspar Ulenberg von 1610 bis 1612 Rektor der Kölner Universität war, besaß Wallraf somit ein Buch aus der Bibliothek seines Vorgängers im Amt.

Renaissancerhetorik - gedruckt 1556

Toxites, Michael; Sturm, Johannes: Commentarii in libros quatuor rhetoricorum ad Herennium. - Basel: Operinus 1556, Signatur: WAV30

1556 wurde Michael Schütz (1514-1581) in Tübingen zum Professor für Rhetorik und Poetik ernannt. Im gleichen Jahr erscheint sein aus Johannes Sturms Scholien geschöpfter Kommentar.
Der Basler Drucker Johannes Operinus (1507-1568) hatte ebenfalls rhetorische Fähigkeiten. Er ist zunächst Lehrer, erlernt als Korrektor das Druckerhandwerk bei Johannes Froben. Nebenher unterrichtet er an der Lateinschule, später lehrt er Griechisch an der Universität Basel.

Kanonisches Prozessrecht für den Schüler Wallraf - gedruckt 1562

Johannes Petrus <De Ferrariis>: Practica iudicialis Papiensis. Franciscus <Curtius> [Hrsg.]; Landriano, Bernardino da [Hrsg.]. Ricius, Johannes [Komm.]. - Lugduni: Junta 1562, Signatur: WG228

Ein weiteres Buch, das sich Ferdinand Franz Wallraf verdient hat. Es handelt sich um einen weiteren Prämienband, der ihm im Gymnasium Montanum verliehen worden ist. Diesmal für eine lateinische Arbeit zu Vergil. Auch in diesem Band hat Wallrafs Professor Th eodor Herriger (siehe auch WFII68) die Auszeichnung des Eleven in wohlgesetzten Worten handschriftlich dem Buch beigefügt.

Bei diesem Prämienband handelt es sich um eine kommentierte Ausgabe der "Practica iudicialis Papiensis" des italienischen Juristen Johannes Petrus de Ferrariis (1389-1416), der sich mit der Kodifizierung des kanonischen Prozessrechts befasst.

Möglich ist, dass der Band zuvor bereits zur Bibliothek der Artes-Fakultät gehört hat, deren Bestände 1577 auf die drei Kölner Gymnasien Monatanum, Laurentianun und Tricoronatum aufgeteilt wurden. Für den jungen Büchersammler Wallraf mag das 1562 in Lyon (Lugduni) gedruckte Werk eine antiquarische Rarität gewesen sein.
Heute gehört der Band zur Gruppe "Iurisprudentia" der Bibliothek Wallraf.

Von Rossen und Menschen - gedruckt 1564

Lautensack, Heinrich: Des Circkels vnnd Richtscheyts, auch der Perspectiua vnd Proportion der Menschen vnd Rosse, kurtze, doch gründtliche underweisung deß rechten gebrauchs.

Franckfurt am Mayn: bey Georg Raben, in Verlegung Sigmund Feyerabends vnd Heinrich Lautensacks 1564, Signatur: WCI123

Ein Buch aus dem 16. Jahrhundert, das sich ausschließlich den ästhetischen Prinzipien der Proportionen von Menschen und Pferden widmet.

Der Verfasser Heinrich Lautensack (1522-1568) war Goldschmied und Maler. Vier Jahre vor seinem Tod erschien in Frankfurt am Main sein Lehrbuch der perspektivischen Zeichnung.

Wir können davon ausgehen, dass Ferdinand Franz Wallraf, der neben seiner naturkundlichen Professur auch die für Ästhetik innehatte, dieses Buch gezielt antiquarisch erwarb, diente es ihm doch gleichermaßen zu Studien- wie zu Lehrzwecken. Unverkennbar ist, dass dieses Exemplar seit 1564 sehr intensiv gelesen wurde.

Außer den bemerkenswerten Kupferstichen beindruckt das Buch durch seinen Einband. Wieder handelt es sich um einen Pergamentumschlag, der aus einer mittelalterlichen Handschrift hergestellt wurde. Der schlechte Erhaltungszustand hat eine nähere Bestimmung dieses Fragments bislang verhindert.

Albertus Magnus' Werk über Minerale - gedruckt 1569

Coloniae : Birckmann & Baum 1569, Signatur: N7/3

Albertus Magnus, Albert der Große oder auch Albertus Coloniensis, geboren um 1200 in Lauingen, gestorben 1280 in Köln, gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des 13. Jahrhunderts. Mit Köln war der  Universalgelehrte bereits früh eng verbunden, denn hier absolvierte er sein Noviziat im Dominikanerkloster. Nach seinem Studium und Stationen als Lehrer u.a. an der Pariser Universität Sorbonne kam er 1248 nach Köln zurück.  Albertus leitete und etablierte das Studium generale seines Ordens, welches die Vorläuferinstitution der 1388 gegründeten Kölner Universität ist. 1931 wurde der Dominikaner heiliggesprochen, 10 Jahre später erhob ihn der Papst zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler.

Albertus Werk „De mineralibus et rebus metallicis“ (Über Minerale) zählt zu seinen wichtigsten naturwissenschaftlichen Schriften. Das kleinformatige (Sedez) Büchlein wurde 1569 von der Kölner Druckerfamilie Birckmann (Johannes Birckmann & Theodor Baum) gedruckt. Bevor das Buch in Wallrafs Besitz kam, gehörte es „Joannes Follinus Philosoph. & Med. doctor“, was ein handschriftlicher Eintrag auf dem Titelblatt belegt.

Weltgeschichte- gedruckt 1570

Génébrard, Gilbert: Chronographia. - Lovani: Joh. Foulerus Angelus 1570, Signatur: WBI63

Gilbert Génébrard (1537-1597) trat früh in den Benediktinerorden ein. Er lernte Griechisch, Hebräisch, Philosophie und Theologie und wird Professor für Theologie und Hebräisch am Collège Royale in Paris. Später wird er Mitglied der Pariser Liga und einer der stärksten Gegner der Reformation. Schließlich wird er Erzbischof von Aix-en-Provence.

Seine erstmals 1567 in Paris veröffentlichte Weltgeschichte führt in Tabellenform die Ereignisse von Christi Geburt bis zum Jahr 1566 auf. Parallel
laufen drei Spalten dazu mit verschiedenen Arten der Zeitrechnung, Den zweiten Teil verfasste Arnauld de Pontac (um 1530-1605), der Bischof von
Bazas gewesen ist. 1580 erscheint eine überarbeitete Ausgabe. Ein Jahr später erscheint die einzige in Deutschland gedruckte Ausgabe in Köln in der
Offizin von Johann Gymnich. Petrus Victor Palma Cayet (1525-1610) setzt später die Chronologie bis 1600 fort.

Geschichte Frieslands – gedruckt 1588

Kemp, Cornelis van der: De origine,…, Qualitate et quantitate Frisiae… , 1588,  Signatur: WBIII8.98 Einb

Der friesische Jurist, Historiker und Geograph Cornelis van der Kemp (ca. 1520 – 1589) studierte in Köln und arbeitete später für die Regierung von Friesland und Groningen. Sein Werk liefert die ältesten Quellen zur friesischen Geschichtsschreibung.

Der Einband, der im selben Jahr wie der Druck entstand, zeigt in der Kartusche vorne den psalmodierenden David und die Prägung mit dem Namen des Beschenkten „Ioanni Havsman.“ Umgeben ist sie oben und unten von kleinen Tierstempeln: Gans, Hund und Hirsch, und seitlich von je drei Sternchen.

Das Zentrum des Vorderdeckels zeigt eine spitzovale Rollwerkkartusche, die mit Drolerien, oben mit einem Sonnengesicht und unten mit einer grotesken Fratze, die die Zunge herausstreckt, verziert ist.

Auf der Rückseite zeigt die Kartusche Isaaks Opferung und die Widmung „Amico nostro“. Um die Kartusche herum finden sich an den Längsseiten wiederum drei Sternchen und an den Schmalseiten rechts und links jeweils einer der Tierstempel: Hirsch und Hund.

Arabisches Evangelium - gedruckt 1591

Evangelia <lat.> Euangelium Iesu Christi : quemadmodum scripsit Mar. Mattheus. - Romae: in typogr. Medicea 1591 Signatur: WFI121

Ein ganz besonderes Stück ist das in Rom 1591 gedruckte, großformatige "Evangelium Jesu Christi", das in lateinischer und arabischer Sprache vorliegt. Jeder lateinischen Zeile ist die arabische vorangestellt. Um solche Übersetzungen mit Blick auf den arabischen Markt gezielt herstellen zu können, war auf päpstliche Anweisung 1584 die "Typographia Medicea" vom Kardinal und späteren Großherzog der Toskana Ferdinand I. von Medici gegründet worden.

Das künstlerisch auserlesen gestaltete Buch, dessen arabische Drucktypen vom französischen Schrift enschneider Robert Granjon hergestellt wurden, schmücken allein 149 Holzschnitte. Jede Seite ist in einen Doppelrahmen eingefasst, in den auch die Illustrationen eingebettet sind.

Das Exemplar aus der Bibliothek Wallraf wird von einem Pergamenteinband umhüllt. Dabei handelt es sich um ein beschnittenes großformatiges Blatt einer zweifarbig gestalteten Handschrift. Es ist das Fragment einer liturgischen Musikhandschrift, was durch die über dem Text stehenden Neumen deutlich wird.

Wundergeschichten – gedruckt 1591

Signatur: WBII114

Caesarius von Heisterbach (um1180-um1240) wurde in oder in der Nähe von Köln geboren. In Köln erhielt er seine Ausbildung, zunächst an der Schule des St. Andreasstiftes, später an der Domschule. 1198 trat er in das Zisterzienserkloster Heisterbach bei Königswinter ein.

Dort wurde er Novizenmeister. Ein von ihm selbst verfasster Katalog listet 36 Schriften von ihm auf, drei weitere sind darüber hinaus noch bekannt. Seine Wundergeschichten waren besonders beliebt und wurden schon früh gedruckt. Die hier vorliegende Ausgabe entstand in der Offizin Birckmann. Der Kölner Drucker und Ratsherr Arnold von Mylius (1540-1604), langjähriger Geschäftsführer der Offizin, war mit Barbara, der Tochter von Arnold Birckmann d. Ä. verheiratet.

Aristoteles Kommentare – gedruckt 1606 und 1609

Goes, Emmanuel de: Commentarii Collegii Conimbricensis Societatis Jesu… Signatur: WDIII7

Emmanuel de Goes (um 1547-1493) war Professor der Rhetorik und Philosophie an dem Collegium Conimbricence, der Jesuitenschule der Aristoteles-Kommentatoren in Coimbra/Portugal, das in ganz Europa bekannt war. Das Collegium veröffentlichte zahlreiche Kommentare zu den Hauptwerken der aristotelischen Naturphilosophie, die europaweit mehrfach neu aufgelegt wurden. Das Buch stammt aus dem Besitz des reformierten Theologen Philipp Caesar (um 1580- nach 1642), der Professor der Theologie in Bremen gewesen ist. Später trat er wieder zum katholischen Glauben über und veröffentlichte in Köln ein Buch, in dem er sich erneut zum katholischen Glauben bekennt. In Köln soll er auch gestorben sein. Nach seinem Tod blieb das Buch offensichtlich in Köln, so dass es in die Bibliothek von Ferdinand Franz Wallraf gelangte.

Erzherzog Albrecht VII. - gedruckt 1622

Le Mire, Aubert: De vita Alberti…. - Antwerpen: Plantin 1622, Signatur: WBIV105

Diesen Nachruf des Kirchenhistorikers Aubert Le Mire (1573-1640) auf Albrecht VII., Erzherzog von Österreich bekam der Schüler des Montaner Gymnasiums Gottfried Wilhelm Daniels (1721-1788) als Prämie. 1787 wird er selbst Regens des Montaner Gymnasiums. Er ist nicht zu verwechseln mit dem bedeutenden Kölner Rechtsgelehrten Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels (1754-1827), der an der Kölner Zentralschule lehrte.
Gestiftet hat den Band Emmanuel Sittmann, dessen Wappensupralibros den Einband ziert. Testierender Professor war Heinrich Görtz (1741-1824).

Bedenken gegen die Hexenprozesse – gedruckt 1631

Spee, Friedrich von: Cautio Criminalis, seu de Processibus Contra Sagas Liber. Rinthelii, Typis exscripsit Petrus Lucius 1631, Signatur: WFIV172

In diesem 1631 in der Universitätsdruckerei von Petrus Lucius in Rinteln gedruckten Werk brachte der Jesuit Friedrich von Spee (1591-1635), der zu dieser Zeit Moral an der Universität Paderborn lehrte, seine rechtlichen Bedenken gegen die Hexenprozesse zum Ausdruck. Er wandte sich klar gegen die Folter, um Geständnisse zu erpressen. Angesichts der Brisanz dieser mutigen Äußerungen, erschien das Werk zunächst anonym. In den Druck gegeben wurde es nicht von ihm selbst, sondern einem seiner Freunde, denen er diese Schrift im Vertrauen gab. Obwohl er die Autorenschaft bestritt, führte dies zu seiner Amtsenthebung mitten im Semester. Letztendlich wurde er nach Trier versetzt. 1635 starb er dort mit 44 Jahren an der Pest. An ihn erinnert heute eine Skulptur am Kölner Rathaus und eine Gedenktafel an der Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt in der Marzellenstraße.
Seine Schrift verfehlte ihre Wirkung nicht, 1655 wurde in Köln das letzte bekannte Todesurteil wegen Hexerei gegen die zehnjährige Waise Entgen Lenarts, die als „Teufelsliebchen“ verurteilt wurde, auf Melaten vollstreckt.

Kirchlicher Kommentar für den Schüler Wallraf - gedruckt 1633

Bonaert, Olivier: In ecclesiasticum commentarius, Antverpiae: Apvd Ioannem Mevrsivm 1633, Signatur: WFII68

Es handelt sich wiederum um ein Buch aus der Bibliothek des Gymnasiums Montanum, was durch das Supralibros und den Schriftzug "Gymn. Mont." deutlich wird. Für die USB ist es von Bedeutung, dass dieser Band dem jungen Ferdinand Franz Wallraf, ausgezeichnet als "princeps poetarum", überreicht wurde.

Dt.-lat. Wörterbuch – gedruckt 1647

Schönsleder, Wolfgang: Promptuarium Germanico-Latinum, Signatur: WAIV200

Wolfgang Schönsleder (1570-1651), aus München stammend, trat 1590 in den Jesuitenorden ein, lehrte Rhetorik und war 10 Jahre lang Missionar.
Sein hier in 5 Auflage vorliegendes deutsch-lateinisches Wörterbuch erschien erstmals 1618 in Augsburg und erfuhr zahlreiche Neuauflagen. Der Vorbesitzer war Schüler am (Kölner?) Jesuitenkolleg.

Antikes Palermo - gedruckt 1649

Inveges, Agostino: Annali della felice citta di Palermo. Band 1., Palermo: typ d. P. dell‘Isola 1649, Signatur: WBIII+3/34

Die "Annalen der glücklichen Stadt Palermo" des italienischen Priesters, Historikers und Chronisten der Geschichte Siziliens Agostino Inveges (1595-1677) wurden in Palermo in den Jahren 1649-1651 in drei Bänden veröffentlicht. Der erste Band beschreibt das antike Palermo. Von dem schönen sizilianischen Druck im Originaleinband, der in Deutschland nicht häufig und in NRW nur in diesem Exemplar vorhanden ist, besaß auch Ferdinand Franz Wallraf nur den ersten Band. Vorbesitzer war Jean Mathieu Louis van den Bosch (1677-1780), Priester, Arzt, Schrift steller und Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. Wie der Band in den Besitz Wallrafs kam, ist bislang nicht bekannt.

Stundengebete aus Köln - gedruckt 1650

Officia propria sanctorum civitatis et archidioecesis Coloniensis, Coloniae: ab Egmondt 1650, Signatur: WFVII128

Unter "officia propria" versteht man die Zusammenfassung der Stundengebete, die einzelne Orden erstellten und publizierten. Ähnlich gegliedert wie die offiziellen Kirchenkalender, unterscheiden sie sich doch z.B. durch die besondere Berücksichtigung der von dem jeweiligen Orden nahe stehenden Heiligen. Die Psalmen und Lesungen der jeweiligen Festtage sind dem leserfreundlich gegliederten Text in Rot vorangestellt. Somit sind diese Kalender wichtige Quellen für die Geschichte und Spiritualität der Orden.

Das vorliegende Exemplar aus dem Jahr 1650 stammt aus dem Kölner Karmeliterkloster, dem Orden der beschuhten Karmeliter, das sich in der Nähe des Waidmarktes befand. Gedruckt wurde das Buch in Köln von Cornelius ab Egmondt (1615-1666). Auf dem Titelkupfer sind Petrus und Paulus im Mönchsgewand der Karmeliter abgebildet. Zwischen ihnen befindet sich das Wappen von Ferdinand von Bayern (1577-1650), dem Kurfürsten und Erzbischof von Köln.

Die Stundengebete der Karmeliter waren ein vielgelesenes Buch, dem man sehr deutlich die vielen Hände ansieht, die in ihm geblättert haben. Es gehört zu den Büchern, die Ferdinand Franz Wallraf als Kulturgut für seine Vaterstadt bewahren konnte.

Astronomie, Astrologie und Kabbalistik - gedruckt 1676

Reichelt, Julius: [Exercitatio de amuletis] Julii Reichelti Exercitatio de amuletis. -  Argentorati: Johann Friedrich Spoor & Reinhard Wechtler 1676, Signatur: WCI114

Ein unbekannter Vorbesitzer des 1676 gedruckten Buches des Straßburger Mathematikers und Astronomen Julius Reichelt (1637-1717) ließ den schmalen Band rund vierzig Jahre später in einen besonders schönen Einband einbinden. Auf dem mit empfindlichem Papier bezogenen Buchdeckel, umrahmt von dunkel gewordenen goldenen Zierleisten, prangt das Datum 1708.

Die enthaltenen acht Tafeln mit den Kupferstichen weisen vielfältige Motive aus der Astronomie und der Astrologie auf. Auch kabbalistische Zeichen sind abgebildet. Das entspricht der damaligen Wissenschaftsauffassung, die nicht nur die empirische Untersuchung von Himmel und Sternen, sondern auch deren Bedeutung für den Menschen umfasste.

Das Buch enthält einige handschriftliche Anstreichungen und Annotationen. Es fand in der Gruppe "Mathesis" Eingang in die Wallrafsche Bibliothek.

Kritik eines französischen Reformisten - gedruckt 1690

Rivet, André: Critici sacri libri quattuor Lipsiae [u.a.]: G. H. Fromann 1690, Signatur: WAVII395

Bei diesem Werk des französischen reformierten Theologen André Rivet, das in Leipzig gedruckt wurde, sind es vor allem zwei Dinge, die dieses 1690 erschienene Buch im positiven wie im negativen Sinne herausragen lassen. Zum einen sticht der sog. Makulatureinband ins Auge, denn für den Einband des Buches wurde eine Handschrift zerschnitten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem 14. Jahrhundert stammt. Anhand des verarbeiteten Fragments lässt sich feststellen, dass es sich um einen Teil eines liturgischen Werkes handelt. Das beweist, dass Pergament auch rund 250 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ein beständiges und somit geschätztes Material blieb, um Bücher darin einzubinden oder Bucheinbände damit zu reparieren.

 

Sonnenuhren - gedruckt 1719

Doppelmayer, Johann Gabriel: Neue und gründliche Unterweisung…große Sonnenuhren…richtig zu verzeichnen. - Nürnberg: Weigel 1719, Signatur:  WCIII41

Johann Gabriel Doppelmayer (1677-1750) studierte zunächst Rechtswissenschaft, besuchte aber bereits nebenher Vorlesungen zur Mathematik und Physik. In Leiden erlernte er die Astronomie. Durch seine Schriften trug er zur Verbreitung mathematischer, astronomischer und physikalischer Kenntnisse bei.

Zusammen mit dem Nürnberger Kupferstecher Johann Georg Puschner gab er von 1718-36 Erd- und Himmelsgloben heraus.

Er war Mitglied der Royal Society in London, der Leopoldina und der Akademien in Berlin und Sankt Petersburg.

Hiermit legte er ein umfangreiches Werk über die Gnomonik vor, das Arten von Sonnenuhren beschreibt, ihre richtige Aufstellung und die Verzeichnung detailliert erklärt.

Johann Christoph Weigel (1661-1726) verlegte und illustrierte Werke, denn er war nicht nur Verleger und Kunsthändler, sondern auch Kupferstecher.  Gedruckt wurde das Werk über die Sonnenuhren von der Witwe des Nürnberger Druckers Johann Michael Spörlin.

Antike Herrscherverehrung - gedruckt 1728

Labaune, Jacques de: Panegyrici veteres, Venetiis : Javarina, 1728,
Beigefügte Werke: Schwarz, Christian Gottlieb: Ed. altera Italica, cui acc. observationes criticae in Latinum pacatum.
Signatur: WAV251

Die Festreden beinhalten 12 lateinische Lobreden zur Ehrung des Kaisers. Entstanden ist der Kanon der XII Panegyrici Latini Ende des vierten Jahrhunderts. Der Text beginnt mit der Laudatio des Plinius (der Jüngere) auf Kaiser Trajan. Die vorliegende Ausgabe ist vom Jesuiten Jacobus de la Baume herausgegeben und kommentiert worden. Die Rückbesinnung auf diese antiken Texte der Herrscherverehrung diente der Schulung von Rhetorik und Stilistik. Insofern ist das Buch leicht als Unterrichtsmaterial jesuitischer Provenienz einzuordnen. Solche Werke dienten zur Vorbereitung der Schüler auf die Universität. Nicht von ungefähr stammt das Wallrafsche Exemplar aus dem Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium), dem späteren Kölner Jesuitengymnasium.

Bei der vorliegenden Ausgabe, einem besonders aufwendig gestalteten „Schulbuch“, handelt es sich um einen venezianischen Druck aus dem Jahr 1728. Ferdinand Franz Wallraf erstand 1802 dieses Buch auf dem Höhepunkt der Säkularisierung. Mit stolzem und schwungvollem Federstrich hat er seinen Namen dem der Vorbesitzer hinzugefügt.

Gegen die Hexenprozesse - gedruckt 1731

Augsburg: Franz Joseph Schenfaessel 1731

Spee, Friedrich von: Cautio criminalis. - Augsburg: Franz Joseph Schenfaessel 1731, Signatur:  WG264

In dem erstmalig 1631 in der Universitätsdruckerei von Petrus Lucius in Rinteln gedruckten Werk brachte der Jesuit Friedrich von Spee (1591-1635), der zu dieser Zeit Moral an der Universität Paderborn lehrte, seine rechtlichen Bedenken gegen die Hexenprozesse zum Ausdruck. Er wandte sich klar gegen die Folter, um Geständnisse zu erpressen. Angesichts der Brisanz dieser mutigen Äußerungen, erschien das Werk zunächst anonym. In den Druck gegeben wurde es nicht von ihm selbst, sondern einem seiner Freunde, denen er diese Schrift im Vertrauen gab. Obwohl er die Autorenschaft bestritt, führte dies zu seiner Amtsenthebung mitten im Semester. Letztendlich wurde er nach Trier versetzt. 1635 starb er dort mit 44 Jahren an der Pest. An ihn erinnert heute eine Skulptur am Kölner Rathaus und eine Gedenktafel an der Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt in der Marzellenstraße.
Hier handelt es sich um eine späte, aber auch seltene Ausgabe, die in Augsburg 1731 erschien.
Die Bedeutung der Schrift von Friedrich von Spee hatte Ende des 17. Jahrhunderts durch Christian Thomasius wieder etwas Fahrt aufgenommen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfolgen Verordnungen und Gesetze, die die Anwendung der Folter und die Hexenprozesse untersagen.

Jesuitisches Lehrbuch Geographie - gedruckt 1739

Niderndorff, Heinrich: Generalis geographia cosmica, mathematica, naturalis, politica: cum speciali Sacri Imperii Romano-germanici, et Sacri Romani Imperii pontifi cii hierarchia; per totum orbem errarium, 4 libris comprehensa, ex pluribus probatis authoribus collecta, multis rebus curiosis adornata et juventuti academicae Wirceburgensi explicate. Bd. 1.2, Norimbergae: Christoph Lochner & A. Mayer, Würzburg, Jo. Jacobi Christophori Kleyer, 1739, Signatur: WCIII47

Die Allgemeine Geographia des Jesuiten Heinrich Niderndorff liegt uns in einer zweibändigen Ausgabe aus dem Jahr 1739 vor. Das mit sehr gut erhaltenen Kupfertafeln ausgestattete Werk ist dem Fürstbischof von Bamberg und Würzburg und Reichsvizekanzler Friedrich-Karl von Schönborn-Buchheim (1674-1746) gewidmet. Sein vom Nürnberger Kupferstecher Johann Wilhelm Windter gestochenes und handkoloriertes Portrait ziert den opulenten Band als Frontispiz.

Die Geografie gehört zu den Wissenschaftsdisziplinen, in denen sich der Jesuitenorden besonders hervortat. Deren Lehrbücher fanden sich insofern nicht nur in den eigenen Ordensschulen, sondern auch in anderen Lehranstalten. Das verrät in diesem Fall das Supralibros, denn der Band stammt aus dem Gymnasium Montanum. Neben dem jesuitischen Tricoronatum und dem Laurentianum war es das dritte der Kölner Gymnasien, deren Oberstufen die Artesfakultät bildeten. Wallraf, ein Schüler des Montanums, übernahm dort 1769 einen Lehrauftrag. Den Band aus der Schulbibliothek hat er durch seinen handschriftlichen Namenszug im Einbanddeckel als seinen Besitz kenntlich gemacht.

Antike und moderne Künstler– gedruckt 1742

Harms, Antoine Fréderic: Tables historiques et chronologiques de plus fameux peintres anciens et modernes. - Braunschweig: Friedrich Wilhelm Meyer 1742, Signatur:  WAVII190

Anton Friedrich Harms (1695-1745) war wie sein Vater Johann Oswald Maler und Bühnenbildner. Seine künstlerischen Fähigkeiten reichten aber wohl nicht ganz an die seines Vaters heran.
Für seine chronologisch angeordneten Tabellen antiker und moderner Maler, die auch biographische Informationen enthalten, nutzte er vorhandenes italienisches Material.
Gedruckt wurde der Band in seiner Heimatstadt Braunschweig, wo 1707 Heinrich Wilhelm Meyer eine Filiale eröffnete, die unter der Leitung seines ältesten Sohnes Friedrich Wilhelm Meyer einen großen Aufschwung erlebte.

Über die Sitten ... - gedruckt 1759

Duclos, Charles Pinot: Considérations sur les moeurs de ce siècle <dt.> Betrachtungen über die Sitten dieses Jahrhunderts. - Altenburg: Richter 1759, Signatur: WDII311

Die "Considérations sur les moeurs de ce siècle" von Charles Pinot Duclos (1704-1772) war ein auflagenstarkes französisches Buch, das 1759 auch in deutscher Sprache erschien. Die in Altenburg erschienene Ausgabe machte auch vor dem Verfassernamen nicht halt, sondern übersetzte diesen wenig vornehm mit "Düklos". Der Bretone Duclos gehörte der Riege der Enzyklopädisten an, er war Literat, Historiker, Sekretär der Académie française und überdies Bürgermeister seiner Heimatstadt Dinon.

In 12 Abhandlungen betrachtet er die Sitten seiner Zeit, sinniert über Vorurteile und die Bedeutung sittlicher Bildung.

Im Vorwort wird Duclos mit den Worten zitiert: "Ich habe gelebt, und ich wünsche denen, die nach mir kommen, nützlich zu sein", eine Aussage, die durchaus auch auf Ferdinand Franz Wallraf zutrifft.

In Wallrafs Bibliothek finden wir den kleinformatigen Band mit dem aparten Papierbezug in der Gruppe "Philosophia" bei den Werken, die sich mit der "Philosophischen Einleitung" befassen.

 

Kunst des Altertums - gedruckt 1776

Winckelmann, Johann Joachim: Geschichte der Kunst des Althertums. Band 2. - Wien: Akad. Verlag 1776, Signatur:  WAVII142-2

Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte.  Nach dem Besuch der Lateinschule, kommt er 1735 an das Cöllnische Gymnasium zu Berlin. Besonders der Griechischunterricht interessierte ihn und er entdeckte seine Vorliebe für Homer. Nach einem kurzen Aufenthalt in seiner Heimatstadt Stendal, wechselte er 1736 an das Gymnasium in Salzwedel. Hier wurde er auch Hilfslehrer.
Anschließend studierte er in Halle und Jena. Er besuchte Vorlesungen verschiedener Studienrichtungen. Nachdem er Privatlehrer und Konrektor der Lateinschule gewesen ist, wird er 1748 Bibliothekar beim Reichsgrafen Heinrich von Bünau auf Schloß Nöthnitz bei Dresden. Dort lernt er den Maler Adam Friedrich Oeser (1717-1799) kennen mit dem er sich anfreundet, zu dem er 1754 nach Dresden zieht und bei dem er später Zeichenunterricht nimmt. Ein Jahr später veröffentlicht er seine erste Publikation. Nachdem er zum katholischen Glauben übergetreten war, ging er 1755 nach Rom, wo er Kontakte zu römischen Gelehrtenkreisen knüpfte.
Nach einem Aufenthalt in Florenz wurde er in Rom Bibliothekar bei dem Kardinal Alessandro Albani, der ihn bei seinen archäologischen und kunstgeschichtlichen Forschungen unterstützte und auf dessen Vorschlag hin er 1763 Präsident der Altertümer von Rom wurde. Er unternahm archäologische Forschungsreisen innerhalb Italiens. Da er Deutschland wiedersehen und auf den Etappen Freunde besuchen wollte, reiste er am 10. April 1768 ab. Da er auf der Reise erkrankte, wollte er nach Rom zurückkehren und machte Zwischenstation in Triest.  Dort wurde er am 08. Juni 1768 aus Habgier ermordet. Der Täter -ein vorbestrafter Koch- wurde bald nach der Tat gefasst und hingerichtet. Die Nachricht von seinem Tod erschütterte die gelehrte Welt Deutschlands. Seine Ansichten und Ideale aber beeinflussten nachhaltig die Literatur der deutschen Klassik und die Sicht auf die Kunst und Kultur. Sein wissenschaftliches Werk prägte die klassische Archäologie als moderne Wissenschaft.
In seinem Hauptwerk „Geschichte der Kunst des Altertums“ stellt er die Entwicklung der Kunst anhand der Abfolge ihrer Stilperioden dar. Er nimmt dort eine genaue Beschreibung der Werke vor und schuf somit ein Instrument um Kunstwerke anhand von Spezifika in die Kunstentwicklung einzuordnen.
Die überarbeitete zweite Auflage, deren zweiter Band hier vorliegt, erschien erst posthum 1776 in Wien.

Anonymer Reisebericht - gedruckt 1778

Pilati, Carlo Antonio: Voyages En Différens Pays De L‘Europe, en 1774, 1775, et 1776, Ou Lettres Écrites de l‘Allemagne, de la Suisse, de l‘Italie, de Sicile & de Paris Tome premier. Suisse: Libraires associés 1778, Signatur: WBVI92-1

Ein Buch aus der Gruppe "Cosmographia" der Abteilung "Historia" aus Wallrafs Bibliothek.

Es handelt sich um den ersten Teil eines anonym erschienenen Reiseberichts durch "verschiedene Länder" Europas. Der nicht genannte Verfasser war der Italiener Carlo Antonio Pilati (1733-1802) aus dem Tiroler Adelsgeschlecht der Pilati von Thassul zu Daxberg.

In Brieff orm berichtet der den bayerischen Illuminaten angehörende Professor für Jura und spätere Landeshauptmann von Trient über seine Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Italien, Sizilien und Paris, die 1774-1776 stattfanden. Der Verzicht auf die Namensnennung und der Druck durch die Schweizer "Libraires Associés" weisen bereits auf den aufklärerischen Impetus des Werkes hin.

Ferdinand Franz Wallraf erstand die Bände 1780, was sein handschriftlicher Eintrag im Buch belegt.

Abgesehen von einem Besuch in Paris im Jahr 1812, verreiste der Kölner Professor äußerst selten. Vielleicht hat er den zwanzig Jahre alten Band als Vorbereitung auf seinen Paris-Aufenthalt noch einmal zur Hand genommen.

Plädoyer gegen die Todesstrafe - gedruckt 1784

Sebastian Schafheitlein und Michael Kammerer:„Ueber die Mittel, Verbrechen vorzubeugen", Signatur: WHIII103

„Ueber die Mittel, Verbrechen vorzubeugen“ ist ein kleines Buch im Duodezformat aus dem Jahr 1784. Die beiden Verfasser, Sebastian Schafheitlein und Michael Kammerer aus Freiburg, plädieren in dieser Schrift für die Abschaffung der Folter und der Todesstrafe. Stattdessen befürworten sie die Förderung der Tugend durch Religion und gute Erziehung. Sie fordern die Eindämmung des Mangels und der Not durch soziale Versorgung, wozu die Beschaffung von Arbeit gehöre und die Unterstützung derer, die nicht mehr arbeiten können. Solche Maßnahmen würden zum Rückgang der Verbrechen führen.

Diese typische Schrift der Aufklärung widmet sich einem Thema, das zu dieser Zeit bereits seit 40 Jahren Gegner und Befürworter des alten Strafrechts umtrieb. Ferdinand Franz Wallraf, der lieber vorsichtig von der „Aufhellung“ anstatt von der „Aufklärung“ schrieb, lag die Förderung der Volksbildung, der Religion und die Erziehung der Jugend gleichermaßen am Herzen. Auf jeden Fall beschaffte er sich dieses Buch und schrieb seinen Namen hinein. In der Wallrafschen Bibliothek fand es seinen Platz in der letzten Gruppe „Sammelbände“ unter „Miscellania“ (Vermischtes).

Gebete für Kinder - gedruckt 1787

Sailer, Johann Michael: Das Gebet unseres Herrn für Kinder, Oettingen: Oesterlei 1787, Signatur: WFV333

"Lasst die Kleinen zu mir kommen" lautet der Aufruf in einem besonders hübsch gestalteten kleinen Büchlein, das als Ostergeschenk der Oettingschen Schuljugend gewidmet ist und das "Gebet unseres Herrn für Kinder in ihrer Sprache und aus ihren Begriffen" erläutert.

Der Verfasser ist Johann Michael Sailer (1751-1832), der von 1781-1794 als Professor für Theologie an der von Oettingen rund 50 km entfernten Universität Dillingen lehrte. Der Kleriker stand der Aufklärung recht offen gegenüber, was u.a. das kleine Büchlein an die Kinder belegt, ihn jedoch in Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten brachte. Erst viele Jahre später machte Sailer doch noch Karriere in der katholischen Amtskirche: 1829 wurde er zum Bischof von Regensburg ernannt.

Päpstliche Briefe - gedruckt 1787

Coustant, Pierre: Dissertatio de decretalibus pontificum Romanorum epistolis. - Coloniae: Heinrich Joseph Simonis 1787, Signatur: WG300

Der französische Benediktiner Pierre Coustant (1654-1721), veröffentlicht den ersten Band der päpstlichen Briefe der Jahre 67 bis 440 in Paris 1721. Von seinem Prior war er ermutigt worden, die Briefe der Päpste St. Clemens I. bis zu Innocent III. herauszugeben. Vor seinem Tod konnte er aber nur den ersten Band erstellen.
Franz Heinrich Cramer (1740-1796) war Benediktinermönch in der Abtei Brauweiler. Er wird Lehrer am Kölner Priesterseminar, ist der Bibliothekar und Archivar der Abtei. Später wird er Professor der Theologie an der Universität zu Köln, lehrte erst Geschichte und Diplomatik in Bonn, später Rechtswissenschaften.

Griechisches Drama - gedruckt 1792

Euripedes: Tragoediae, drama satyricum et fragmenta graece…Band 1. - Königsberg und Leipzig: Friedrich Nicolovius 1792, Signatur: WAVI31-1

Der griechische Dramatiker und Dichter Euripedes (480 v. Chr. – 406 v. Chr.) war ein Freund des Philosophen Sokrates. In dem ersten Band der Zusammenstellung seiner Tragödien und Fragmente befinden sich seine Werke Hecuba, Orestes, Phoenissae und Medea.
Sein Werk Medea, das auf der Argonautensage des griechischen Mythos basiert, ist eines der am häufigsten aufgeführten Stücke der Antike. Orestes, seine Tragödie über den Muttermörder Orestes und seine Schwester Elektra, war ein nach seiner Uraufführung im Jahr 408 v. Chr. lange Zeit sehr beliebtestes antikes Drama und erfuhr zahlreiche Bearbeitungen.
Bearbeitet wurden die Werke von Christian Daniel Beck (1757-1832), der Professor für griechische und lateinische Literatur an der Universität Leipzig und mehrfach Rektor dort gewesen ist.