Diese Buchpatenschaften sind bereits vergeben. Bitte wenden Sie sich für Alternativen an Frau Dr. Hoffrath oder Frau Dohmen-Richter:

BEREITS VERGEBEN: Römisches Recht im Kölner Einband – gedruckt 1557

Francois de Connan: Commentaria luris Civilis. - Basileai: Episcop,1557. Signatur: SB539

Der französische Rechtsgelehrte François de Connan (1508-1551) hatte unter König François I. das höchste Richteramt inne. Beauftragt mit der Überwachung der Verwaltung und der Rechtsprechung in den Provinzen, stellte er sich überdies der Aufgabe, einen umfassenden systematischen Kommentar zum Römischen Recht zu schreiben, den er jedoch nicht vollenden konnte, da er mit 43 Jahren starb. Sein Werk erlebte mehrere Auflagen, zuletzt wurde es 1724 in Neapel gedruckt. Auch diese letzte Ausgabe wurde für die Ratsbibliothek angeschafft.

Die vorliegende Erstausgabe des Werkes ist in einen Einband aus der Buchbinderei des Kölner Meister des Freitagsexpositoriums gebunden. Diese Werkstatt bzw. der Buchbindermeister, der lediglich unter seinem Notnamen bekannt ist, hat in der Zeit 1550-1601 nachweislich für den Stadtrat und die Klöster gebunden. Auch das neugegründete Jesuitenkolleg gehörte zu seinen Auftraggebern.

Der Einband des vorliegenden Exemplars wurde wie der Kommentar 1557 in Köln angefertigt, was aus der Datierung der Rolle, die Paris, Venus, Juno und Athene zeigt, hervorgeht. Das Exemplar gehört somit zu den juristischen Werken, die gezielt für die Handbibliothek des Kölner Rates erworben wurden.

Das wurde gemacht:

Einband:
Reinigen, Fehlstellen im Leder ergänzen, Leder festigen, Pappe richten und festigen, Schließen rekonstruieren

Buchblock:
Reinigen, wenige Papierrestaurierungen vornehmen, Bünde verlängern und neu verpflocken, lose Lagen nachheften, Kapitale nachstechen und fixieren

Restaurierungskosten: 2.349,06 Euro (Buchpatenschaft ist bereits vergeben)

BEREITS VERGEBEN: Kritik am Klerus - gedruckt 1535

Gratius, Ortwin: Fasciculus rerum expetendarum ac fugiendarum. - [Köln]: [Peter Quentell] 1535, Signatur: SB395

Die Erstausgabe der Sammlung von 66 Abhandlungen zur Kirchenkritik und -reform von verschiedenen Schriftstellern wie Aeneas Sylvius, Lorenzo Valla, John Wyclif, Poggio, Ulrich von Hutten, Erasmus und anderen wurde in Köln 1535 gedruckt. Sie erschien anonym und ohne Nennung des Druckortes. Die aufwändig gestaltete Titelseite fertigte Anton Woensam (1500-1541). Gewidmet war das Buch Johann Helmann, Lizentiat der Rechte und Professor der schönen Künste an der Universität zu Köln. Die Zusammenstellung wird Ortwin Gratius (1480-1542), dem Theologen und Humanisten, der ab 1507 an der Artistenfakultät in Köln lehrte, zugeschrieben. Als Nebentätigkeit arbeitete er als Korrektor in der Offizin von Quentel. Das kirchenkritische Werk landete auf den Index der verbotenen Bücher, wurde aber damals nicht mit Gratius in Verbindung gebracht, so dass dieser unbehelligt blieb.

Der Einband ist als Pergamentkoperte mit einer Klappe gefertigt, die den Buchblock schützend umhüllt.

Das wurde gemacht:

Einband:
Reinigen, Glätten, Fehlstellen im Leder ergänzen ,Risse schließen, Makulatur entnehmen

Buchblock:
Reinigen, Partiell glätten, Nachheften loser Seiten, Rückenhinterklebung anbringen, Fliegendes Blatt ergänzen

Restaurierungskosten: 1.067,43 Euro (Buchpatenschaft ist bereits vergeben)

BEREITS VERGEBEN: Die Schedelsche Weltchronik – die prächtigste unter den Chroniken – gedruckt 1493

Schedel, Hartmann: Registrum huius operis libri cronicarum cu figuris et ymagibus ab inicio mudi. - Nürnberg: Koberger, 1493. Signatur: SB1011-Ink

Das „liber chronicarum“, gedruckt in Nürnberg in der Offizin von Anton Koberger, zählt zu den bedeutendsten Drucken der Inkunabelzeit, an deren Beginn Gutenbergs Bibeldruck 1452/54 steht. Die „Nürnberger Chronik“ oder gemeinhin „Schedelsche Weltchronik“ erschien 1493, zunächst als lateinische und noch im gleichen Jahr auch als deutsche Ausgabe. Initiator und (Mit-)Autor war der Nürnberger Arzt Hartmann Schedel. Die Erläuterung der Welt auf 326 Blättern (lat. Ausg.), unterteilt in „sieben Weltaltern“, beginnt mit der Genesis. Dazu griff er auf seine reichhaltige Bücher- und Schriftensammlung zurück. Das Werk trägt bis heute seinen Namen, auch wenn dieser in der deutschen Ausgabe keine Erwähnung mehr fand. Bedeutend ist die Inkunabel auch durch ihre einzigartige opulente Ausstattung mit mehr als 1.800 Abbildungen. Herausragend sind die vielen Holzschnitte der Städteansichten, von denen sich 31 dieser Veduten, darunter auch Köln, sogar über eine Doppelseite erstrecken und wirklichkeitsgetreue Darstellungen sind. Wie hoch die damalige Auflage war, kann nur geschätzt werden. Das Wissen über rund 1.700 Exemplare ist überliefert, mehr als 1.000 sollen weltweit noch unversehrt erhalten sein, viele jedoch wurden „geschlachtet“, um insbesondere die Stadtansichten einzeln zu veräußern. Das hier vorgestellte Exemplar aus dem Besitz der Kölner Ratsbibliothek zeichnet sich nicht nur durch seine Vollständigkeit, sondern vor allem durch seine besonders sorgfältige und farbenprächtige Kolorierung aus. Es dürfte nach der Restaurierung zu einem Spitzenstück der erhaltenen Exemplare zählen.

Das wurde gemacht:

Einband:
Reinigen, Deckel zurückformen und festigen, Deckel ergänzen, Risse im Leder schließen, Leder ergänzen

Buchblock:
Reinigen, Altrestaurierungen teilweise abnehmen, Papier partiell glätten, Knicke reduzieren, Fehlstellen ergänzen, Risse schließen, fragile Bereiche stabilisieren, gelöste Seiten nachheften, neue Rückenhinterklebung anbringen, Kapital ergänzen

Restaurierungskosten: 6.605,69 Euro (Buchpatenschaft ist bereits vergeben)

BEREITS VERGEBEN: Des Rates Kräuterbuch – gedruckt 1560

Lonitzer, Adam: Naturalis historiae opus novum <dt.> Kräuterbuch, Frankfurt a. M.: Egenolff, Jahr: 1560, Neuausg. Signatur: SB1014

Der Verfasser Adam Lonitzer (1528- 1586) studierte an der Universität Marburg Philosophie und Medizin. Nach einer Unterbrechung setzte er seine Medizin-Studien ab 1545 in Frankfurt und Mainz fort und promovierte 1553. Zunächst Professor für Mathematik in Marburg, nahm er 1554 eine Stelle als Stadtphysikus in Frankfurt am Main an. Er war Schwiegersohn des Frankfurter Verlegers Christian Egenolff. Ab etwa 1550 interessierte er sich systematisch für Kräuterbücher und stellte eigene Sammlungen von Abbildungen und Beschreibungen zusammen, wobei er sich vor allem für die gesundheitlichen Aspekte interessierte. Sein eigenes Kräuterbuch, wofür er auf bereits vorhandenes Material aus anderen Drucken zurückgriff und sie durch eigene botanische Studien ergänzte, erschien erstmals 1557 und wurde bis 1783 in insgesamt 27 Auflagen gedruckt.

Der in Antwerpen gefertigte Einband entstand in der Werkstatt des Buchführers Eikelaar. Er zeigt eine schöne Musenrolle (Thalia, Kaliope, Euterpe, Terpsichore), die 1551 gefertigt und hier wiederverwendet wurde, und eine weitere Rolle (Salvator, David, Paulus, Moses). Hergestellt wurden die Rollen von einem Stecher, von dem wir nur seine Initialen NP kennen. Seine sorgfältig und fein geschnittenen Rollen und Platten fanden großen Anklang und Verbreitung. Er verkaufte sie an Buchbinder sowohl in Deutschland, als auch in den Niederlanden.
Der Kölner Rat ließ später sein Supralibros auf den Einband prägen.

Das wurde gemacht:

Einband:
Leder entfetten, Rückdeckel leimen, Offene Ecken, Kanten und Fehlstellen mit Leder schließen

Buchblock:
Reinigen, beide Spiegel entsäuern, Heftung der vorderen Lagen reparieren, stark verbräunte Blätter entsäuern, Risse schließen

Restaurierungskosten: 2.350,25 Euro (Buchpatenschaft ist bereits vergeben)

 

Fotos: Catrin Blachani und Simon Epp, USB Köln
Text: Caroline Dohmen-Richter, Christiane Hoffrath, USB Köln