„Justus Lipsius, der gelehrteste Mann unter uns …“ (Michel de Montaigne, Essays) – gedruckt 1599

Projektnummer: 2022/0039

Lipsius, Justus ; Haganaeus, Melchior: Von Unterweisung zum weltlichen Regiment oder von burgerlicher Lehr : sechs Bücher Iusti Lipsii ; so fürnemlich auff den Principat oder Fürstenstand gerichtet, Amberg : Forster. 1599. Signatur: V2/35+5

Der niederländische Philologe, Philosoph und Humanist Justus Lipsius (1547-1606), der ab 1559 Schüler des Jesuitenkolleg in Köln war, studierte ab 1563 an der 1425 als „Tochter“ der Universität Köln gegründeten Katholischen Universität zu Löwen Recht. Zusätzlich belegte er Kurse am Collegium Trilingue, einer von Erasmus von Rotterdam initiierten Einrichtung. Da die Familie sehr wohlhabend war, konnte sich Lipsius ganz seinen Studien und Forschungen widmen. 1572 wurde er Professor für Rhetorik und Geschichte an der Universität Jena, im Jahr darauf kehrte er nach Köln zurück und heiratete. Ab 1576 hielt er Vorlesungen in Löwen, wechselte zwischenzeitlich an die Universität Antwerpen und wurde 1584 Rektor an der neu gegründeten Universität Leiden. Lipsius wurde von Philipp II. von Spanien zum Staatsrat und zum Hofh istoriographen ernannt. 1589 erschien sein Werk „Politica sive civilis doctrina“. In den sechs Büchern über die Politik wandte er sich an die Eliten seiner Zeit und erläuterte, unterlegt mit einer großen Zahl von Tacitus-Zitaten, seine politisch-ethische Lehre. Er gab eine Fülle von Ratschlägen, wie Leben und Politik zu gestalten sei und propagierte eine Form des tugendhaften Stoizismus, mit der sich der Einzelne einer nötigen Staatsräson unterwerfen sollte. Das Werk wurde zum ideellen Wegbereiter des Absolutismus und Justus Lipsius zu einem der einflussreichsten Denker und meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Die Originalausgabe erschien 1589 in Leiden. Bis zum Jahr 1760 erschienen 50 Neuauflagen, 24 Übersetzungen und verschiedene Zusammenfassungen. Eine englische Ausgabe wurde zuletzt 2004 veröffentlicht.

Das muss gemacht werden:

Einband:
Reinigen, Fehlstellen im Pergament ergänzen, neu hinterkleben und Verbindung zum Buchblock wiederherstellen, Bindebänder ergänzen

Buchblock:
Reinigen, Bünde ergänzen, Papierrestaurierungen vornehmen

Restaurierungskosten: 2.362,15 Euro
Projektnummer: 2022/0039

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Fotos: Catrin Blachani und Simon Epp, USB Köln
Text: Caroline Dohmen-Richter, Christiane Hoffrath, USB Köln

Diese Buchpatenschaften sind bereits vergeben:

BEREITS VERGEBEN: „Beim freundschaftlichen Mahle zu singen ...“ – gedruckt 1791

Projektnummer: 2022/0001

Rüdiger, Johann Christian Christoph: Trink- oder Commersch-Lieder : beym freundschaftlichen Mahle zu singen, aus den besten Dichtern gesammelt, Halle: Hendel, 1791. Signatur: SD3/5910

Commersch ist der alte Bezeichnung für Kneipe. Die Begriffe beschrieben seit dem 18. Jahrhundert nicht nur einen Ort für eine fröhliche Zusammenkunft von Studenten, sondern auch die Vereinigung einer von Studenten gegründeten trinkfreudigen Gesellschaft. Wie beim studentischen Comment gab es auch für diese Veranstaltungen Regeln, z.B. über Sitzordnung und Trinkspiele oder wie es bei einem Bier-Duell (geregelt im Bier-Comment) zuzugehen hatte. Hauptbestandteil solcher Kneipen war neben dem Trinken das gemeinsame Singen und insofern handelt es sich bei Commers-Liedern um Kneipenlieder, die bereits früh in Liederbüchern veröffentlicht wurden. In ihnen war das Liedgut bestimmter Studentengruppen zusammengefasst. Der Verfasser des vorliegenden, sehr abgegriffenen Liederbuches, Johann Christian Rüdiger (1751-1822) aus Burg bei Magdeburg, studierte Rechtswissenschaften in Halle an der Saale. Nach seiner Habilitation lehrte er zunächst als Privatdozent Kameralwissenschaften, Spanisch und Portugiesisch und übernahm 1791 den Lehrstuhl für Kameralwissenschaft en an der Universität Halle. Auch Hermann Heinrich Becker, der an für ihre Studentenverbindungen berühmten Universitäten studierte, war Mitglied in dortigen Verbindungen. In Heidelberg gehörte er 1840 der Burschenschaft Lumpia Heidelberg an. In Bonn wurde er 1843 Mitglied der Fridericia, die jedoch nur bis 1847 bestand.

Das wurde gemacht:

Einband:
Reinigen, Rücken ergänzen, alten Rücken wieder aufbringen, Ecken ergänzen und festigen

Buchblock:
Reinigen, Papierrestaurierungen vornehmen, neu heften

Restaurierungskosten: 1.100,75 Euro (Buchpatenschaft ist bereits vergeben)
Projektnummer: 2022/0001