Sammlungsnachrichten

Wissenswertes und Aktuelles aus 82 Sammlungsportalen

Bände, die am Tag des Brandes entliehen waren und so den Flammen entgingen.

04.04.2021: Brand der Kölner Jesuitenbibliothek vor 400 Jahren

Noch im gleichen Jahr (1621) starteten die Jesuiten den Neuaufbau ihrer Bibliothek, die sie wieder in Gebäuden an der Marzellenstraße unterbrachten.

Seit 1544/45 waren die Jesuiten in Köln ansässig und leiteten seit 1556 das Gymnasium Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium). Wie in all ihren Niederlassungen bauten sie auch hier eine Bibliothek auf.

Am Palmsonntag 1621 fielen zahlreiche Bücher einem Brand zum Opfer, doch einige blieben glücklicherweise erhalten (s.Bild links). Laut den Quellen konnten die Jesuiten kein einziges Buch retten, da der Brand schon zwei Stunden lang schwelte, bevor er bemerkt wurde. Die erhaltenen Bücher befanden sich demnach nur zufällig in anderen Räumen des Kollegs. Die neue Bibliothek blieb auch nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 bestehen. Die Franzosen brachten einen Teil der wertvollen Bücher nach Paris und nutzen den Rest für die Bibliothek der neuen École Centrale. Später wurde die "Gymnasialbibliothek" Eigentum des neu gegründeten Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Heute ist sie in unserem Magazin als Dauerleihgabe aufgestellt.

Im Rahmen des LAM-Projekts (Library Archiv Museum) wird die Kölner Jesuitensammlung präsentiert und die Jesuitenbibliothek rekonstruiert  >>

 

11.02.2021: Todestag von Rudolf Hilferding vor 80 Jahren

Am 11. Februar 1941 starb Rudolf Hilferding an den Folgen schwerer Folter im Pariser Gestapo-Gefängnis La Santé.

Rudolf Hilferding war ein österreichisch-deutscher Politiker und Publizist. 1877 wurde er als Sohn einer jüdischen Familie in Wien geboren. Dort studierte er Medizin und beschäftigte sich zusätzlich mit sozial- , nationalökonomischen und finanzwissenschaftlichen Fragen. 1923 und von 1928-29 war er Reichsfinanzminister in Berlin. 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert, ging er ins Exil. 1941 verhafteten französischen Behörden Rudolf Hilferding in Marseille und lieferten ihn an die Gestapo in Paris aus.
700 Bände seiner Bibliothek gelangten 2011 in unseren Bestand, wo sie geschlossen aufgestellt und in einem eigenen Sammlungsportal sowie über das USB-Portal, recherchierbar sind. Die Erschließung der Bücher umfasste auch die Verzeichnung der Provenienzen, so dass Widmungen von prominenten Parteigenossen wie August Bebel und Karl Kautsky oder von Freunden Hilferdings wie z.B. René Schickele im Kölner Provenienzportal verzeichnet sind.

Bibliothek Rudolf Hilferding >>
Kölner Provenienzportal >>

03.01.2021: Luthers Kirchen-Rauswurf vor 500 Jahren

Am 3. Januar 1521 wurde Martin Luther exkommuniziert.

Zuvor erhielt er im Juni 1520 die "Bulla apostolica contra errores Martini Lutheri et sequacium", eine Bannandrohung von Papst Leo X. Als päpstliche Bulle bezeichnet man Urkunden, die wichtige Rechtsakte des Papstes verkünden.

Im Dezember 1520 warf Luther während einer Bücherverbrennung, bei der u.a. Bände des Kanonischen Rechts und das Beichthandbuch des Angelus de Clavasio verbrannt wurden, auch seine Bannandrohungsbulle in die Flammen. Somit erhielt er am 3. Januar 1521 dann die Bannbulle und war exkommuniziert.

Seine Exkommunikation und seine reformatorischen Hauptschriften machten Luther im ganzen Reich bekannt. Neben anderen Faktoren verhalf der moderne Buchdruck Luther zu seinem außergewöhnlichen publizistischen Erfolg.

In der Sammlung Gymnasialbibliothek, verfügen wir über je ein Exemplar der Bannandrohung (AD+S593) und des eigentlichen Banns (AD+S96), die Sie jetzt auch im Volltext durchblättern können.

Bild: Porträt von Martin Luther aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1528, Sammlung Lutherhaus Wittenberg / Porträt des Papstes Leo X., Gemälde von Raffael, um 1518–1519, Florenz, Uffizien
Quelle: Wikipedia Commons