Sammlungsnachrichten

Wissenswertes und Aktuelles aus 82 Sammlungsportalen

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Geniales Marketing im 19. Jahrhundert

oder Wie ein Kunstsammler die Vollendung des Kölner Doms vorantrieb

Eine Sammlungsgeschichte zur Einstimmung in den Advent:

Sulpiz Boisserée (*1783 †1854), ein Kölner Kunstsammler, Historiker und einer der Hauptinitiatoren der Dom-Fertigstellung im 19. Jahrhundert, träumte bereits 1808 von der Vollendung der Kathedrale und begann mit der zeichnerischen Erfassung der vorhandenen Bauteile. Nachdem er 8 Jahre später eine Hälfte des überarbeiteten mittelalterlichen Fassadenplans fand, veröffentlichte er ab 1821, also vor genau 200 Jahren, seine "Ansichten, Risse und einzelne Theile des Doms von Köln ...", eine Serie von Kupferstichen nach Zeichnungen u. a. von Angelo Quaglio, Friedrich Schinkel und Georg Moller. Für die Turmspitze des Vierungsturms plante Boisserée einen Stern als Symbol für den Dreikönigenschrein, der sich nach einigen Standortwechseln heute hinter dem Hochaltar befindet.

Die Zeichnungen zeigten, wie der Dom einmal aussehen könnte - ein hervorragendes Mittel, eine Idee zu verbreiten und seinen Zeitgenossen das Ziel buchstäblich vor Augen zu führen. Boisserées Plan ging auf und er löste mit seiner Veröffentlichung eine landesweite Begeisterung für den Dombau aus, der zu diesem Zeitpunkt eine fast 300 Jahre lange Bauunterbrechung hinter sich hatte.

Boisserées Werk in unserem Bestand:
Die 3. Lieferung von 1823 befindet sich in der Sammlung Jacob Ignaz Hittorff >> und die vollständige Ausgabe in unserem Sammelschwerpunkt Rheinland >>

26. November 2021

 

Projekt "Rettung der Wallraf-Bibliothek"

in der KEK-Ausstellung "Originalerhalt in Perspektive"

Die KEK feiert ihren 10. Geburtstag und unser Projekt zur "Rettung der Bibliothek von Ferdinand Franz Wallraf" ist Teil ihrer Ausstellung "Originalerhalt in Perspektive"!

Was bedeutet KEK?! - KEK steht für "Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts". Sie wurde 2011 in Berlin gegründet, um Archive und Bibliotheken beim Schutz schriftlichen Kulturgutes zu unterstützen und die Arbeit über Länder- und Spartengrenzen hinweg zu koordinieren.

Mit einer Online-Ausstellung dokumentiert die KEK nun ihre Arbeit. Anhand von 10 Objekten zeigt sie, wie vielfältig unser schriftliches Kulturgut ist: Das Spektrum reicht von Büchern aus Wachs über DDR-Plakate von 1948-1961 bis hin zur ersten in Deutschland empfangenen E-Mail im Jahr 1984. 

Wir sind mit der Bibliothek von Ferdinand Franz Wallraf dort vertreten. Denn als Wallraf stirbt, erbt die Stadt Köln seinen Nachlass:
"... Zur Erbin meines sämtlichen Nachlasses [...] setze ich die Stadt und die Gemeinde Köln ein, meine Vaterstadt." Dank seiner Verfügung wurde Wallrafs Bibliothek zum Grundstock unseres Bestandes. Während des zweiten Weltkriegs musste seine Bibliothek in einen Klosterkeller ausgelagert werden. Das feuchte Raumklima führte zu erheblichen Bestandsschäden, die nun im BKM-Sonderprogramm (Bundesregierung für Kultur und Medien) von 2018 bis 2020 dauerhaft gesichert wurden.

Zur KEK-Ausstellung >>

Ausführliche Informationen zum Projekt "Rettung der Bibliothek von Ferdinand Franz Wallraf" finden Sie hier:
Teil I - Teil II - Teil III

Zum Sammlungsportal "Bibliothek von Ferdinand Franz Wallraf" >>

09. November 2021

Totenzettelsammlung im neuen Design und mit neuer Funktion

Jesses, Maria und Josef!

Sie kennen das vielleicht: An Allerheiligen und Allerseelen gedenkt man den Verstorbenen, indem man z. B. ihre Gräber mit Lichtern schmückt.
Aber sagt Ihnen die Tradition der Totenzettel auch etwas? Anfangs wurden sie bei der Totenmesse an die Trauergäste verteilt, später auch verschickt oder in Zeitungen veröffentlicht.

Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich natürlich Inhalte und Gestaltung - im 18. und 19 Jahrhundert leitete z.B. häufig ein "Jesus! Maria! Josef!" den Text ein, umgangsprachlich auch bekannt als "Jesses, Maria und Josef!". Je nach Mode folgten dann ausführliche Beschreibungen der Lebens- und Todesumstände, was die Sterbenachricht zu einer informativen Quelle für Ahnen- und Familienforscher:innen macht.

Wir haben in der USB eine Sammlung von mehr als 14.000 Totenzetteln zusammengetragen. Jetzt erscheint sie im neuen Design und mit dem zusätzlichen Register "Provenienzen". Dort werden alle Bürger- und Bürgerinnen aufgeführt, die uns Totenzettel zusenden. Denn wir sammeln natürlich weiter, damit die Datenbank kontinuierlich wächst. Haben Sie Totenzettel aufbewahrt und fänden es schön, wenn sie auch digital erhalten blieben?  Dann nehmen wir sie sehr gerne in unsere Sammlung auf, digitalisieren sie und verwahren die Originale sicher! Sie können uns die Totenzettel zusenden an:

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
Universitätsstraße 33
50931 Köln

Zur Totenzettelsammlung >>

01. November 2021