Sammlungsnachrichten

Wissenswertes und Aktuelles aus 82 Sammlungsportalen

Stichtag 1. Mai 1906

Vor 115 Jahren erschien der erste deutsch-neuisländische Sprachführer für touristische Reisen. Dieses kleine Jubiläum möchten wir feiern, denn Heinrich Erkes (1864-1932), einer unserer ehemaligen Bibliothekskollegen, war der Verfasser des Reisewörterbuchs.

Mit ca. 10.000 Titeln pflegen wir heute eine im deutschen Sprachraum einzigartige Islandica-Sammlung. Den Grundstock dafür bildete die private Sammlung von Heinrich Erkes mit ca. 4500 Titeln, die er 1920 der USB schenkte.

Der Kaufmann, Sozialdemokrat und Bibliothekar (an der frisch gegründeten Universitäts- und Stadtbibliothek Köln) sammelte systematisch Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Karten aus und über Island. 232 Buchtitel davon sind vor 1800 erschienen, wie z.B. ein Druck der ersten isländischen Bibel aus dem Jahre 1584 oder verschiedene Ausgaben der Edda-Sagen. Erkes legte neben einem Zettelkatalog einen alphabetischen handschriftlichen Katalog an, dessen Original sich heute in der Nationalbibliothek in Reykjavik befindet. Wir besitzen eine Kopie des Katalogs und haben ihn digitalisiert.

Weiterhin erwerben wir aktuelle Islandica-Literatur und bauen so den Bestand der Sammlung kontinuierlich aus.

01.05.2021

Sammlungsstart 21. April 2021

Die Jesuitensammlung Köln ist online! Ein LAM-Projekt (Library, Archive, Museum) der USB Köln.

„Lieber ein Kollegium ohne eigene Kirche als ein Kollegium ohne eigene Bibliothek“

Diese Einstellung vertrat Petrus Canisius (1521-1597), ein niederländischer Jesuit, der die Anfänge der Jesuiten nördlich der Alpen entscheidend prägte.

Der Kölner Jesuitenorden hatte von 1556 - 1773 beides: St. Mariä Himmelfahrt, die an der Marzellenstraße gelegene Kollegkirche und die dort ebenfalls untergebrachte Kollegsbibliothek, die unter anderem das Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium) mit Schulliteratur versorgte.

Heute ist diese Bibliothek verstreut in der 40.000 Bände umfassenden Gymnasialbibliothek. Dank der Förderung durch den Kölner Gymnasial- und Stifungsfonds (GSF) konnten wir einen Teil dieser Bibliothek nun in einem Sammlungsportal rekonstruieren.

Unser dreiköpfiges "Jesuiten-Team", bestehend aus einem Doktoranden, einer Diplom-Bibliothekarin und einer Studentischen Hilfskraft, durchsuchte dafür den Bestand der bei uns aufgestellten Gymnasialbibliothek nach Büchern aus der Jesuitenbibliothek und präsentierte am 21. April 2021 dem Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds sein Arbeitsergebnis. Durch die Überprüfung per Autopsie erhalten wir Antworten auf Fragen wie: "Welche Bücher wurden für Studium und Lehre beschafft?" oder auch "Welche Bücher durften nicht in der Schulbibliothek aufbewahrt werden?"

Zusätzlich geben die in den Bänden vorhandenen Besitzeinträge wertvolle Hinweise auf die Beziehungen der Kölner Jesuiten zu ihren Ordensbrüdern im europäischen Ausland. Eine Katastrophe für die Jesuiten, aber eine Chance für die heutige Forschung ist dabei der Bibliotheksbrand von 1621, der einen Neuaufbau der Büchersammlung nötig machte.

Weitere vom GSF geförderte Projektpartner sind das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud sowie der Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, die Sammlungen der Jesuiten zu erforschen und zu beschreiben. 

Bevor die Projektfinanzierung durch den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds 2022 endet, wird die Sammlung noch um Zeichnungen und Drucke des Wallraf-Richartz-Museums ergänzt.

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21.04.2021

Bände, die am Tag des Brandes entliehen waren und so den Flammen entgingen.

Stichtag 4. April 1621

Brand der Kölner Jesuitenbibliothek vor 400 Jahren

Noch im gleichen Jahr starteten die Jesuiten den Neuaufbau ihrer Bibliothek, die sie wieder in Gebäuden an der Marzellenstraße unterbrachten.

Seit 1544/45 waren die Jesuiten in Köln ansässig und leiteten seit 1556 das Gymnasium Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium). Wie in all ihren Niederlassungen bauten sie auch hier eine Bibliothek auf.

Am Palmsonntag 1621 fielen zahlreiche Bücher einem Brand zum Opfer, doch einige blieben glücklicherweise erhalten (s.Bild links). Laut den Quellen konnten die Jesuiten kein einziges Buch retten, da der Brand schon zwei Stunden lang schwelte, bevor er bemerkt wurde. Die erhaltenen Bücher befanden sich demnach nur zufällig in anderen Räumen des Kollegs. Die neue Bibliothek blieb auch nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 bestehen. Die Franzosen brachten einen Teil der wertvollen Bücher nach Paris und nutzen den Rest für die Bibliothek der neuen École Centrale. Später wurde die "Gymnasialbibliothek" Eigentum des neu gegründeten Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Heute ist sie in unserem Magazin als Dauerleihgabe aufgestellt.

Im Rahmen des LAM-Projekts (Library Archiv Museum) wird die Kölner Jesuitensammlung präsentiert und die Jesuitenbibliothek rekonstruiert  >>

04.04.2021