Sammlungsnachrichten

Wissenswertes und Aktuelles aus 82 Sammlungsportalen

80. Todestag von Rudolf Hilferding

Am 11. Februar 1941 starb Rudolf Hilferding an den Folgen schwerer Folter im Pariser Gestapo-Gefängnis La Santé.

Rudolf Hilferding war ein österreichisch-deutscher Politiker und Publizist. 1877 wurde er als Sohn einer jüdischen Familie in Wien geboren. Dort studierte er Medizin und beschäftigte sich zusätzlich mit sozial- , nationalökonomischen und finanzwissenschaftlichen Fragen. 1923 und von 1928-29 war er Reichsfinanzminister in Berlin. 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert, ging er ins Exil. 1941 verhafteten französischen Behörden Rudolf Hilferding in Marseille und lieferten ihn an die Gestapo in Paris aus.
700 Bände seiner Bibliothek gelangten 2011 in unseren Bestand, wo sie geschlossen aufgestellt und in einem eigenen Sammlungsportal sowie über das USB-Portal, recherchierbar sind. Die Erschließung der Bücher umfasste auch die Verzeichnung der Provenienzen, so dass Widmungen von prominenten Parteigenossen wie August Bebel und Karl Kautsky oder von Freunden Hilferdings wie z.B. René Schickele im Kölner Provenienzportal verzeichnet sind.

Bibliothek Rudolf Hilferding >>
Kölner Provenienzportal >>

03.01.2021: Luthers Kirchen-Rauswurf vor 500 Jahren

Am 3. Januar 1521 wurde Martin Luther exkommuniziert.

Zuvor erhielt er im Juni 1520 die "Bulla apostolica contra errores Martini Lutheri et sequacium", eine Bannandrohung von Papst Leo X. Als päpstliche Bulle bezeichnet man Urkunden, die wichtige Rechtsakte des Papstes verkünden.

Im Dezember 1520 warf Luther während einer Bücherverbrennung, bei der u.a. Bände des Kanonischen Rechts und das Beichthandbuch des Angelus de Clavasio verbrannt wurden, auch seine Bannandrohungsbulle in die Flammen. Somit erhielt er am 3. Januar 1521 dann die Bannbulle und war exkommuniziert.

Seine Exkommunikation und seine reformatorischen Hauptschriften machten Luther im ganzen Reich bekannt. Neben anderen Faktoren verhalf der moderne Buchdruck Luther zu seinem außergewöhnlichen publizistischen Erfolg.

In der Sammlung Gymnasialbibliothek, verfügen wir über je ein Exemplar der Bannandrohung (AD+S593) und des eigentlichen Banns (AD+S96), die Sie jetzt auch im Volltext durchblättern können.

Bild: Porträt von Martin Luther aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1528, Sammlung Lutherhaus Wittenberg / Porträt des Papstes Leo X., Gemälde von Raffael, um 1518–1519, Florenz, Uffizien
Quelle: Wikipedia Commons

Die Bibliothek Wallraf im YouTube-Video:

"Kraftakt mit Feingefühl: Die Restaurierung der Bibliothek Wallraf" >>

Wie gelangte die Bibliothek des Kölner „Erzbürgers“ Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) in die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln? Und was geschieht heute mit seinen historisch wertvollen Büchern?

Fehlten Wallraf schon zu Lebzeiten die finanziellen Mittel für die notwendige Bestandspflege, so befindet sich seine Bibliothek 200 Jahre später in einem maroden Zustand. Doch durch die Unterstützung von Bund, Land und der Stadt Köln sowie privater Buchpatenschaften, wird seine Bibliothek nun von Grund auf saniert und restauriert.

Unsere Kolleg*innen in der Buchbinderei sichern bereits seit einigen Jahren stark defekte Bände und leisten mit der Erstreinigung, Schadenserhebung und Neuaufstellung der ca. 10.000 Bände einen wahren Kraftakt, der zusätzlich zur laufenden Arbeit gestemmt wird. Doch die Mühe lohnt sich: Der Bestand wird nicht nur geschützt und restauriert, auch werden Besitzvermerke sichtbar, die wichtige Nachweise für unsere Provenienzforschung liefern. Die virtuelle Rekonstruktion der Kölner Jesuitenbibliothek profitiert z.B. enorm von den Vorarbeiten der Buchbinderei.

Die Rettungsaktion ist Teil der täglichen Arbeit in unserer Buchbinderei geworden und verlangt Akribie, Fachwissen und Durchhaltevermögen. Aber sehen Sie selbst: "Kraftakt mit Feingefühl : Die Restaurierung der Bibliothek Wallraf"

Unser Dank geht an das Multimedia-Team der Abteilung Presse und Kommunikation der Universität zu Köln, mit deren Hilfe dieses Video entstanden ist!