Zülpich - Kapuziner-Bibliothek (Depositum des Propsteimuseums Zülpich)

Historische Buchbestände im Stadtarchiv Zülpich

Markt 21
53909 Zülpich

Tel.: +49 2252 52202
Fax: +49 2252 52299

E-Mail: rreibold@stadt-zuelpich.de
Internet: www.zuelpich.de/index.php?option=com_content&view=article&id=76&Itemid=128

Bibliothekssigel: Zlp1 = O9037

Ansprechpartnerin:
Rita Reibold

Das stadtgeschichtliche Museum Zülpichs, seit 1920 in der früheren Propstei auf dem Mühlenberg („Propsteimuseum“) untergebracht, nahm bis zum Tod des Lehrers und Gründungsleiters Paul Hubert Pesch im Jahre 1970 auch das historische Archiv und die Stadtbücherei auf. Danach blieb die bislang ehrenamtlich ausgefüllte Stelle unbesetzt. Seit 1978 wurden die Bestände des Stadtmuseums und des zwischenzeitlich entstandenen Stadtarchivs mit Unterstützung der Fachämter des Landschaftsverbandes Rheinland inventarisiert. Der mit dieser Aufgabe beschäftigte Archivpfleger Artur Elicker entdeckte dabei 1978 im Museum eine kleinere Sammlung alter Bücher, die von ihm später dem Stadtarchiv zugeschlagen wurde.

Die Sammlung besteht aus ca. 130 Titeln in 85 Bänden. Überlieferungsschwerpunkte sind das 17. und 18. Jahrhundert; beide sind mit etwa 45 Werken vertreten. Aus dem 16. Jahrhundert stammen aber auch noch rund 30 Werke. Drei Titel aus dem 19. Jahrhundert und eine Inkunabel (Jordanus von Quedlinburg: "Sermones de Sanctis", Straßburg 1484) komplettieren die Sammlung, die ganz überwiegend lateinischsprachig ist und daneben vor allem deutsche Texte enthält.

Etwa 50 Titel tragen einen Besitzeintrag aus der Bibliothek der Kapuziner, die in Zülpich von 1635 bis 1802 eine Ordensniederlassung unterhielten. Weitere 40 Titel verfügen über Besitzeinträge von Privatpersonen, die zu einem großen Teil dem geistlichen Stand angehören; daneben sind aber auch Laien vertreten. Berücksichtigt man zudem, dass in den Bänden, die schließlich dem Kloster geschenkt wurden, in vielen Fällen noch bis zu vier Vorbesitzer genannt werden und die ersten Einträge bis in das 16. Jahrhundert zurückgehen, so bekommt man einen guten Einblick in die Geschichte des Buchbesitzes einer ganzen Region. Bis auf eine Ausnahme aus Antwerpen stammen die Eigentümer sämtlich aus zahlreichen kleinen Gemeinden der Eifel und des Eifelvorlandes.

Ohne jede Einschränkung bildet die Theologie mit ihren Spezialdisziplinen den inhaltlichen Schwerpunkt dieser Sammlung. Andere Fachgebiete - Rhetorik, Recht, Geschichte und Philosophie - sind mit wenigen Werken vertreten, insgesamt vielleicht ein Dutzend, dann aber mit großen Namen: Aristoteles, Cicero, Livius, Pufendorf. Dieses "Prinzip" scheint sich übrigens in der Theologie fortzusetzen: bedeutende, aber auch sehr unterschiedliche Theologen wie der zu den populären Erbauungsschriftstellern zu rechnende Jeremias Drexel, der Mystiker Luis de Granada, der Kontroverstheologe Robert Bellarmin, der Kirchenrechtler Pierre Stockmans und der Moraltheologe Hermann Busenbaum sind ebenfalls mit einem, höchstens zwei Werken vertreten. Letztlich lassen sich aber drei Schwerpunkte im Bestand benennen: 1. Circa 20 Werke bieten religiöse Betrachtungen und Predigten, die in der Abfolge des Kirchenjahres gegliedert sind. 2. Rund ein Dutzend Werke sind Ausgaben der Bibel und ihrer Teile bzw. Kommentare zu diesen Texten. 3. Ebenso viele Titel zählen zu den Andachts- und Gebetbüchern im engeren Sinne. Damit liegt der Wert dieser Sammlung schwerpunktmäßig auf dem Felde der praktischen Theologie.