Xanten - StiftsBibliothek

Kapitel 21
46509 Xanten

Tel.: +49 2801 987780
Fax: +49 2801 9877822

E-Mail: maas-e@stiftsmuseum-xanten.de
Internet: www.stiftsmuseum-xanten.de/index.php

 

Bibliothekssigel: X1 = Y9098

Leitung: Dr. Udo Grote
Ansprechpartnerin: Elisabeth Maas

Die StiftsBibliothek Xanten verfügt über einen bedeutenden Bestand an Handschriften, Inkunabeln und Alten Drucken vornehmlich des 16. bis 18. Jahrhunderts. Sie bildet mit dem Stiftsarchiv und dem Domschatz seit 2010 das StiftsMuseum Xanten in Trägerschaft der katholischen Propsteigemeinde St. Viktor.

Die Anfänge der Bibliothek und des Archivs liegen wohl im 8. Jahrhundert, als das Chorherrenstift St. Viktor gegründet wurde. Unter dem Namen „Xantener Evangeliar“ wird in der Königlichen Bibliothek in Brüssel (Ms. 18732) eine Handschrift vom Beginn des 9. Jahrhunderts aufbewahrt, die vermutlich in Aachen in der Palastschule Karls des Großen entstand und im Xantener Stift benutzt wurde.
Mit dem Dom fielen im Jahr 1109 auch Archiv und Bibliothek einem verheerenden Brand zum Opfer. Die umfänglich erhaltenen Dombaurechnungen weisen ab der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts Ausgaben für eine Bibliothek (im Jahre 1392 beispielsweise für Sicherungsketten) auf; ein regelmäßiger Erwerbungsetat ist allerdings nicht nachzuweisen. Die Bibliothek wuchs in der Folgezeit hauptsächlich durch Schenkungen von Kanonikern und sonstigen Gönnern. Ab 1547/48 verfügte die Bibliothek über eigene Räume, die über dem Westflügel des Kreuzgangs lagen.
Durch die Säkularisation um 1800 gelangte wertvoller Buchbesitz von Xantener Klöstern, u.a. der Kartäuser, der Kapuziner, der Jesuiten und des Birgittenklosters Marienbaum, in die Bibliothek. Die Buchbestände, die nicht zerstört, verkauft oder verschleudert worden waren, wurden hier gesammelt und warteten auf den Abtransport durch die französischen Kommissare nach Paris. Glücklicherweise kam es jedoch für den überwiegenden Teil des Xantener Bestandes nicht so weit; er verblieb am Ort. Ab 1876 wurden die Bücher des Stifts, der Klöster und der - allerdings unbedeutenden - Pfarrbibliothek verschmolzen, katalogisiert und in 19 Sachgruppen aufgestellt.
Im Zweiten Weltkrieg nahm die Büchersammlung großen Schaden; nach der Bombardierung der Stadt und der starken Zerstörung des Domes 1945 waren die wertvollen Drucke einige Monate der Witterung ausgesetzt und weitgehend ungesichert.
Spätestens seit 1970 wurden die Bestände der Stiftsbibliothek im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen katalogisiert. Der Katalog erschien 1986 im Druck.
Dem Förderverein StiftsMuseum Xanten e.V. und der NRW-Stiftung ist die umfassende Sicherung und Konservierung des Gesamtbestandes zu verdanken, die 2005 abgeschlossen werden konnte. Die historischen Bibliotheksräume wurden zwischenzeitlich saniert, klimatisiert und baulich modernisiert.
Der Bestand der StiftsBibliothek Xanten umfasst heute ca. 13.000 Bände, darunter fast 450 Inkunabeln.

Literatur: