Mönchengladbach - Die Kreuzherrenbibliothek Wickrath

Bestände der Klosterbibliothek der Kreuzherren zu Wickrath als Depositum der Katholischen Pfarrgemeinde St. Antonius Wickrath im Stadtarchiv Mönchengladbach

Depositum der Katholischen Pfarrgemeinde St. Antonius Wickrath
Goebenstraße 4 - 8
41061 Mönchengladbach

Tel.: +49 2161 2553511
 

E-Mail: stadtarchiv@moenchengladbach.de
Internet: www.archive.nrw.de/kommunalarchive/kommunalarchive_m-p/m/Moenchengladbach/oeffnungszeiten_und_kontakt/index.php

Bibliothekssigel: 260 = Z9022

Nach der Erschließung der Altbestände der Kölnischen Franziskanerprovinz, die heute der Stadtbibliothek Mönchengladbach gehören, ist jetzt ein weiterer historischer Bücherschatz aus Mönchengladbach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Bibliothek des ehemaligen Kreuzherrenklosters zu Wickrath, die sich als Depositum der Katholischen Pfarrgemeinde St. Antonius Wickrath im Stadtarchiv Mönchengladbach befindet, ist in Kooperation zwischen der Stadtbibliothek Mönchengladbach und der Arbeitsstelle "Historische Bestände im Rheinland" verzeichnet und in die Nordrhein-Westfälische Verbunddatenbank nahezu vollständig eingebracht worden - lediglich sieben Bände wurden nur mit Signaturen versehen, da sie aufgrund ihres extrem schlechten Zustands bei der Katalogisierung nicht bearbeitet werden konnten.

Mit der Stiftung des Klosters Wickrath durch Heinrich von Hompesch, Herr von Wickrath, und seine Frau Sophia von Burtscheid im Jahre 1490 beginnt auch die Geschichte der Klosterbibliothek. Sie endet mit der Säkularisation 1802. Wertvolle Drucke und Handschriften sind vorher schon von den Franzosen während ihrer Besatzungszeit eingezogen worden. Die noch vorhandenen Bestände waren bis 1976 Teil der Pfarrbücherei St. Antonius Wickrath und sind seitdem im Stadtarchiv Mönchengladbach gelagert. Diese 432 erhaltenen Bände, die mehrheitlich stark geschädigt waren und in den vergangenen Jahrzehnten nur zum Teil restauriert werden konnten, sind fast ausschließlich theologischen Inhalts und überwiegend in lateinischer Sprache, zu geringen Teilen auch in Deutsch oder Niederländisch, abgefasst.

Von dem um 1900 noch umfangreicheren Bestand an Inkunabeln sind immerhin sechs Werke erhalten. Darunter befindet sich ein "Missale Dominicanum seu Ordinis Praedicatorum" (Basel, um 1488), von dem weltweit nur noch sechs andere Exemplare nachweisbar sind, so dass die Existenz eines siebten Exemplars als besonders erfreulich bewertet werden kann. Genauso erfreulich war es, dass die Pfarrgemeinde Wickrath auf Hinweis der Arbeitsstelle mit einem "Liber sextus decretalium", Basel 1500, einen Band zurückerwerben konnte, der im Laufe des 20. Jahrhunderts entfremdet worden war. So hat die Arbeit an diesem verborgenen "Schatz" nicht nur dazu beigetragen, ihn für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, sondern auch bewirkt, dass er um ein einstmals verlorenes Stück bereichert wurde.