Herbert W. Franke: Ein halbes Jahrhundert Science Fiction

29.05. - 14.07.2019

Hintergrund zur Ausstellung über den Science Fiction-Künstler H. W. Franke:

Herbert W. Franke ist die zentrale Figur der deutschsprachigen Science Fiction nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Schriftsteller, Wissenschaftler und Höhlenforscher wurde am 14. Mai 1927 in Wien geboren, studierte dort Physik, Mathematik, Chemie, Psychologie und Philosophie und promovierte mit einer Arbeit über Elektronenoptik zum Dr. phil. Nach einer Tätigkeit bei der Firma Siemens wurde er Fachpublizist und freier Autor.

Als Grenzgänger von Literatur, Kunst und Wissenschaft galt sein Interesse früh der Produktion von bildender Kunst mit Maschinen (Computergraphik) und der Umsetzung kybernetischer Fragestellungen in physikalischer Theorie, Ästhetik und Literatur, aber auch der Erforschung und Datierung von Höhlen. Als Autor von theoretischen Arbeiten, populärwissenschaftlichen Publikationen und Literatur gehört er zur „hard science“ und versteht die Science Fiction als „Literatur der technischen Welt“.

"Im konkretisierten Modell wird durchexerziert, welche Folgen bestimmte Maßnahmen hätten, wenn man sie erst einmal getroffen hat. [...] Dabei interessiert sich der Science-Fiction-Autor vor allem für jene Konflikte, die durch die Wechselwirkung zwischen Technik und Gesellschaft entstehen, also für psychische und soziologische Effekte." [1] 

Zunächst beim Goldmann Verlag, dann in der Phantastischen Reihe Suhrkamps und schließlich bei dtv veröffentlichte er 21 einschlägige Romane, 7 Sammlungen von Kurzgeschichten, schrieb theoretische Beiträge zur Science Fiction, 20 Hörspiele und mehrere Multimediaarbeiten. Außerdem hat er sich bei verschiedenen Verlagen als Herausgeber von internationalen Stories für das Genre verdient gemacht. Zurzeit entsteht eine Gesamtausgabe seiner literarischen Werke, herausgegeben von Ulrich Blode und Hans Esselborn, im Verlag pmachinery. Von den geplanten etwa 30 Bänden sind 14 bereits erschienen.

[1] Herbert W. Franke: Literatur der technischen Welt. In: Science-Fiction. Theorie und Geschichte. Hg. von Eike Barmeyer. München 1972, S. 105-117, hier S. 107.

 

Veranstaltungsort

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Vitrine vor der Cafeteria, Universitätsstraße 33, 50931 Köln,
geöffnet montags bis freitags von 9 bis 24 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 21 Uhr

Ansprechpartner

Prof. Dr. Hans Esselborn
Institut für Deutsche Sprache und Literatur I
Hans.Esselborn@uni-koeln.de