Informationen zur Ausstellung

Der Roman “Moby Dick”, verfaßt vom amerikanischen Schriftsteller Herman Melville (1819-1891), erzählt die Geschichte eines jungen Seemanns, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts vom Walfang fasziniert ist. Er heuert auf dem Segelschiff “Pequod” an, auf dem der berüchtigte Kapitän Ahab, dem ein Pottwal einst das Bein abgebissen hat, das Kommando führt. Vom Rachegedanken an dem riesigen Pottwal, genannt Moby Dick, besessen, treibt Ahab seine Mannschaft rücksichtslos bis in den Pazifik, wo endlich das weiße Ungeheuer aufgespürt wird. Bei dem brutalen Kampf versenkt der Koloss das Schiff, die Mannschaft und den Kapitän, bevor er selbst verendet. Einzig der Erzähler überlebt und wird als Schiffbrüchiger gerettet.

Melvilles bekanntestes Werk erschien erstmals 1851, zugleich in New York und London. Der Roman, geprägt von den Erlebnisssen des Verfassers auf einem Walfänger, hatte damals nur mäßigen Erfolg beim Publikum. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Autor und Werk fast in Vergessenheit geraten. Erst in den 1920er Jahren setzte eine “Wiederentdeckung” seines Werkes ein, die es international bekannt machte. Heute gilt “Moby Dick” als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur.

Eine Illustrierung seines Romans hielt Melville für kaum realisierbar, und erst kurz nach seinem Tod kam 1896 eine illustrierte Version des “Moby Dick” auf den US-Markt. Es hätte den Autor wohl sehr erstaunt, dass es dann die 1930 vom Künstler Rockwell Kent illustrierte Ausgabe war, die wesentlich zur Popularisierung des Romans beitrug. Seither wurde das Buch von vielen Verlagen publiziert und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für den deutschen Sprachraum ist erst 1942 eine erste illustrierte Version belegt. Nach 1950 stieg dann die Zahl der bebilderten Editionen steil an, nicht zuletzt weil der Text oftmals zu einem Jugendbuch umgeschrieben wurde. Insgesamt haben deutschsprachige Verlage bis heute rund 25 illustrierte Fassungen herausgebracht, gestaltet von so renommierten KünstlerInnen wie Doris Eisenburger, Eberhard Binder, Günther Stiller, Helmut Preiss und Manfred Bluth.