Totenzettel von 1716
Totenzettel von 1716
Totenzettel - auch Totenbild(chen), Sterbebild(chen), Sterbezettel, Leichenzettel u.ä. genannt - sind eine Erscheinung des ausgehenden 17.Jahrhunderts und verbreiteten sich nach und nach im ganzen katholischen Europa. Sie wurden zunächst im Rahmen der Totenmesse an die Trauergäste verteilt, später aber auch als Todesnachricht an Verwandte oder Freunde verschickt oder in Zeitungen veröffentlicht (Todesanzeigen). Dabei wandelte sich ihr Inhalt über die Jahrhunderte hinweg von der einfachen Bitte um ein Gebet für das Seelenheil bis hin zur ausführlichen Beschreibung der Lebensumstände des Verstorbenen und Nennung seiner Familienangehörigen. Sinnsprüche, Gebetstexte und Bibelzitate gehörten immer zum festen Bestandteil eines Totenzettels, doch war seine graphische Gestaltung im Laufe der Jahre und bedingt durch den jeweiligen Zeitgeist mannigfachen Änderungen unterworfen - von schlicht bis schwülstig reicht hier die Palette.
Totenzettel von 1813
So sind Totenzettel nicht nur eine wertvolle Quelle für Genealogen. Sie bieten auch einen wunderbaren kulturhistorischen Überblick über den jeweiligen Zeitgeschmack und erlauben dem interessierten Nutzer eine teilweise anrührende Reise in die Vergangenheit und tiefe Einblicke in die Geistes- und Gefühlswelt unserer Vorfahren.
Totenzettel von 1852
Totenzettel von 1872
Totenzettel von 1920