Digitale Sammlung Totenzettel
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Die Totenzettel-Sammlung der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Totenzettel von 1716

Totenzettel - auch Totenbild(chen), Sterbebild(chen), Sterbezettel, Leichenzettel u.ä. genannt - sind eine Erscheinung des ausgehenden 17.Jahrhunderts und verbreiteten sich nach und nach im ganzen katholischen Europa. Sie wurden zunächst im Rahmen der Totenmesse an die Trauergäste verteilt, später aber auch als Todesnachricht an Verwandte oder Freunde verschickt oder in Zeitungen veröffentlicht (Todesanzeigen). Dabei wandelte sich ihr Inhalt über die Jahrhunderte hinweg von der einfachen Bitte um ein Gebet für das Seelenheil bis hin zur ausführlichen Beschreibung der Lebensumstände des Verstorbenen und Nennung seiner Familienangehörigen. Sinnsprüche, Gebetstexte und Bibelzitate gehörten immer zum festen Bestandteil eines Totenzettels, doch war seine graphische Gestaltung im Laufe der Jahre und bedingt durch den jeweiligen Zeitgeist mannigfachen Änderungen unterworfen - von schlicht bis schwülstig reicht hier die Palette.

Totenzettel von 1813

Totenzettel von 1813

So sind Totenzettel nicht nur eine wertvolle Quelle für Genealogen. Sie bieten auch einen wunderbaren kulturhistorischen Überblick über den jeweiligen Zeitgeschmack und erlauben dem interessierten Nutzer eine teilweise anrührende Reise in die Vergangenheit und tiefe Einblicke in die Geistes- und Gefühlswelt unserer Vorfahren.

Der Bestand in der USB


Grundstock der aus ca.1450 Totenzetteln bestehenden Sammlung der USB Köln sind die Zettel (ca.1200) aus dem Nachlass des rheinischen Heimatforschers Peter Paul Trippen, die einen Zeitraum vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis ca.1939 abdecken. Aus diesem Nachlass stammt auch ein Konvolut von Todesanzeigen aus Zeitungen, die er ausgeschnitten und in ein Album eingeklebt hatte. Die übrigen Totenzettel (ca. 700) sind unterschiedlicher Provenienz - meist Geschenke von Bürgern, teilweise eingegangen aufgrund eines Zeitungsaufrufes in den 1980er Jahren - und reichen bis zum Anfang des 21.Jahrhunderts. Erfasst ist die ganze Breite unserer Gesellschaft, vom Adeligen über den Geistlichen bis hin zum Akademiker und einfachen Bürger und Handwerker.

Informationen zur Digitalisierung der Totenzettel-Sammlung



Totenzettel von 1852

Totenzettel von 1852

Totenzettel 1872

Totenzettel von 1872

Totenzettel 1920

Totenzettel von 1920

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Letzte Änderung: 10.05.2012
Webredaktion