Otto H. Gerster (1907 – 1982): Gebrauchsgraphik

1.) Werbegraphik um 1930

Sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin finanzierte Gerster durch intensives freiberufliches Schaffen als Maler und Zeichner und mit zahlreichen Illustrationsaufträgen für Buch-, Zeitschriften-, und Zeitungs¬verlage. Auch Werbegraphik gehörte zu seinen Auftragsarbeiten. Nur wenige Exemplare dieses Bereichs haben sich im Nachlass erhalten.

2.) Werbegraphik 1948 – 1955

In der unmittelbaren Nachkriegszeit war Gerster ungeachtet seiner künstleri¬schen Lehrtätigkeit auf Nebenerwerb angewiesen. Hier vermittelte ihm seit 1948 das Werbeatelier Krüger in Köln zahlreiche Aufträge für Illustrationen zur Damenmode und zur Industriewerbung (z.B. Klöckner-Möller Schalt¬geräte, Englebert Autoreifen). Diese Arbeiten erschienen als Werbung in den jeweiligen Fachzeitschriften oder als Werbeplakate .

3.) Politische Werbung 1953 – 1955

Die ab 1953 entstandenen Porträtskizzen beruhen auf einer Zusammenarbeit mit Erich Peter Neumann, dem Mitgründer des Instituts für Demoskopie in Allensbach. Neumann beriet Bundeskanzler Adenauer und die CDU in Fragen der politischen Öffentlichkeitsarbeit. Gerster wurde in diesem Zusammenhang künstlerisch und gebrauchsgrafisch tätig. Gestaltet wurden Publikationen des Bundespresseamts, der Vereinigung für staatsbürgerliche Erziehung, der Gesellschaft Freies Europa, der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, des Verlags Staat und Gesellschaft GmbH, der Deutschen Reportagefilm GmbH, ferner Zeitschriften wie „Die politische Meinung“ und „Deutsche Korrespondenz“. Porträtköpfe des Bundeskanzlers und anderer Politiker – viele erste Skizzen entstanden in Plenarsitzungen des Bundestages – waren auch für Wahlplakate, für Werbeschriften, Annoncen, Plaketten, u.ä. bestimmt. Bemerkenswert sind auch die Themen Europa (Öffnung der Grenzen, Wirtschaftsaufschwung) und Ost-West-Konflikt . Gersters Plakat¬entwürfe fanden 1957 Eingang in den Bundestagswahlkampf der CDU. Die Portraitskizzen der Politiker dienten dafür als Grundlage.

BIOGRAPHIE

1907 Otto H. Gerster wird in Berlin geboren 1922 – 1928 Kaufmännische und handwerkliche Berufspraxis im Textilfach. Dort reussierte Gerster u.a. im Modezeichnen. 1928 – 1936 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Seit 1930 freiberufliches Schaffen als Maler und Zeichner. Zahlreiche Illustrationsaufträge für Buch-, Zeitschriften-, und Zeitungsverlage. Erste Wandmalerei-Aufträge, graphische und monumentale Gestaltung von Ausstellungen und Messen. Gebrauchsgraphische Arbeiten. 1933 Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. 1936 Meisterschüler an der Berliner Akademie (bei Prof. Spiegel) 1939 Berufung an die Kölner Werkschulen 1940 Leiter der Abteilung für Wand Malerei und figürliche Komposition, in der Nachfolge von Jan Thorn-Prikker 1942 – 1946 Militärdienst und Kriegsgefangenschaft Zerstörung des Ateliers am Ubierring und Verlust der meisten Arbeiten aus der Vorkriegszeit 1947 Wiederaufnahme des Lehramts an den Kölner Werkschulen 1955 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes e.V. 1965 Professur in Köln 1970 Vorsitz der Fachgruppe „Malerei und Freie Graphik“, die sieben Lehrbereiche umfasste 1972 – 1974 weitere Lehrtätigkeit nach der Pensionierung 1982 Otto H. Gerster stirbt in der Schweiz

Die Kabinett-Ausstellung ist vom 11. Juli - 26. September 2007 in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (vor dem Lesesaal Historische Sammlungen) zu sehen, montags bis freitags von 9.00 - 23.00 Uhr, samstags von 9.00 – 16.00 Uhr.

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