Entstehung und Bestand

Die Historischen Buchbestände der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ist in ihrer heutigen Form eine „junge“ Bibliotheksgründung aus dem Jahre 1920 (nach Wiedereröffnung der Neuen Universität Köln). Sie geht auf mehrere Vorgängerinstitutionen zurück, aus deren Besitz ihr reicher Altbestand stammt.
Im Handbuch der Historischen Buchbestände ist ein Überblick über die Geschichte und die Bestände (mit Stand 1991) zu finden.

Die älteste Wurzel ist die 1602 durch den Rat der Stadt Köln gegründete sog. Syndikatsbibliothek, eine Handbibliothek für die Arbeit des Rates. Ihr überwiegend juristisch geprägter Bestand wurde systematisch mit regelmäßigen Geldzuweisungen aufgebaut. Die historische Ratsbibliothek existierte bis zum Jahr 1794.

Eine weitere Wurzel ist die Bibliothek des Jesuitenordens, der seit 1544 in Köln tätig war und bei Aufhebung des Ordens 1773 über eine reiche Büchersammlung verfügte. Ursprünglich verteilt auf die drei großen Kölner Gymnasien, wurden die Bestände unter französischer Verwaltung zuerst in der Bibliothek der sog. Zentralschule, 1814/15 dann unter preußischer Verwaltung in der sog. Gymnasialbibliothek zusammengeführt, bis sie im Jahre 1885 der damaligen Stadtbibliothek übertragen wurden.

Die wichtigste und reichste Quelle für den Altbestand der USB Köln jedoch ist die Sammlung Wallraf. Der letzte gewählte Rektor der alten Kölner Universität, Ferdinand Franz Wallraf (1748 - 1824), vermachte seiner Heimatstadt seine umfangreichen Sammlungen. Seine Sammelleidenschaft verhalf der Stadt Köln nicht nur zum Grundstock einer großartigen Kunstsammlung, sondern auch zu einem umfangreichen und hochwertigen Büchernachlass. Wallraf hatte während seiner Universitätslaufbahn unterschiedlichste Fächer gelehrt und in diesen verschiedenen Bereichen eifrig gesammelt. Aus säkularisiertem Klosterbesitz kaufte er darüber hinaus in großem Umfang Bücher, darunter zahlreiche Wiegendrucke. Seit 1818 befindet sich sein Nachlass im Besitz der Stadt Köln. Die Büchersammlung wurde zuerst im Hansasaal des Rathauses, dann in der Ratskapelle untergebracht, ehe 1875 für die Stadtbibliothek ein erster eigener Bau am Rathausplatz (Portalsgasse) errichtet wurde. Handschriften und Urkunden aus seinem Besitz befinden sich heute im Historischen Archiv der Stadt Köln.

Im Laufe der Jahrzehnte kamen zahlreiche Nachlässe und kleinere Sammlungen in den Besitz der Universitäts- und Stadtbibliothek, die im Jahre 2002 in einer Ausstellung diese Sondersammlungen präsentierte. Ein Katalog (Schriften der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. 13) gibt einen Überblick über die wichtigsten Sammlungen.

Umfang des Altbestandes

Heute besitzt die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ca. 2350 Inkunabeln (Drucke bis zum Erscheinungsjahr 1500). Davon sind etwa 475 Titel in Köln gedruckt worden; dies entspricht ca. 35% der insgesamt 1280 in Köln erschienenen Wiegendrucke. Außerdem sind Drucke aus Basel, Straßburg, Nürnberg und anderen deutschen, niederländischen und oberitalienischen Druckorten vorhanden. Die Inkunabeln sind in einem handschriftlichen Kurzkatalog erfasst; ca. 385 Drucke stehen als Volldigitalisate im Netz zur Verfügung.

Das 16. Jahrhundert ist mit ca. 21.000 Bänden vertreten (davon 7.700 aus der 1. Hälfte des Jahrhunderts), das 17. Jahrhundert mit 29.500 Bänden, das 18. Jahrhundert mit ca. 31.300 Bänden und das 19. Jahrhundert dann bereits mit 250.000 Bänden. Dieser Bestand ist fast vollständig über Suchen & Bestellen der Bibliothek nachgewiesen.

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Letzte Änderung: 10.03.2011
Webredaktion