Zur Problematik des Altbestands

1. Die Problematik des Altbestands der USB
2. Benutzungs- und herkunftsbedingte Ursachen der Buchschäden
3. Erforderliche Maßnahmen
    3.1 Was ist nötig?
    3.2 Was ist möglich?
4. Auswahl der Restauratoren
5. Zu den Preisen: Beispiel eines Kostenvoranschlags für ein Restaurierungskonzept
6. Buchpatenschaft

1. Die Problematik des Altbestands der USB

Benagt vom Zahn der Zeit unterliegen Papier und Einbände natürlichen Alterungsprozessen, und so weist nach etlichen Jahrhunderten der Benutzung eine Vielzahl der Bücher des umfangreichen Altbestands der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln mechanische Beschädigungen an Heftungen und Einbänden, aber auch chemische und biologische Schäden in Form von Papierzerfall, Schimmelbildung, Bakterienbefall und Insektenfraß auf. Auch wenn die Bibliothek jährlich Geld in die Instandsetzung der Bände investiert, kann sie ihrem Auftrag, den Altbestand zu erhalten, nur unzureichend nachkommen. Die Haushaltsmittel sind knapp bemessen und überwiegend für die vordringliche Aufgabe der USB vorgesehen, der Bereitstellung aktueller Literatur für die Studierenden. Obwohl die hauseigene Buchbinderei konservatorische Maßnahmen wie die Anfertigung von Schutzkassetten, die Pflege des Leders und die Reinigung der Bände weitgehend übernimmt und ein spezieller Lesesaal die Benutzung der Bücher unter Aufsicht gewährleistet, macht der alarmierende Zustand zahlreicher historisch relevanter Werke eine fachgerechte Instandsetzung unumgänglich. Über eine eigene Restaurierungswerkstatt verfügt das Haus nicht. Um das Schlimmste zu verhindern unternehmen die Abteilungen für Historische Sammlungen und Bestandserhaltung große Anstrengungen, einen Großteil der Texte wenigstens als Digitalisate zu sichern, die aber den Wert der Originale nicht ersetzen können.
Viele dieser Bände sind bereits so gefährdet, dass – selbst bei mäßiger Benutzungsfrequenz – mit Substanzverlusten zu rechnen ist.
Passiv konserviert, d. h. in säurefreies Papier eingeschlagen und mit Kordel verschnürt, harren die extrem geschädigten Bände ihrer Restaurierung, sie können den Lesern aus konservatorischen Gründen nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Trotz der vorsorglichen Verpackung stagniert der Verfall nicht, besonders der Zustand der von Schimmelpilz und Bakterien befallenen Bücher verschlechtert sich kontinuierlich.

Im Gegensatz zu musealen Beständen, die sich oft in Dauerausstellungen präsentieren, im Allgemeinen aber nur von Restauratoren und Museumsbediensteten berührt werden dürfen, stehen die alten Bücher der USB den Wissenschaftlern, Forschern und in der Funktion des Hauses als Stadtbibliothek auch allen Bürgern an fünf Wochentagen im Lesesaal für Historische Sammlungen zur Verfügung und liegen dort – sofern es konservatorisch vertretbar ist – einen Monat lang zur Benutzung bereit. Dennoch begegnet dem Leser ein sanierungsbedürftiger Band meist nur im Einzelfall; den wenigen Mitarbeitern des Hauses aber, die ausnahmsweise Zugang zu den besonders gesicherten Trakten des Magazins für den Altbestand haben, ist das Ausmaß der Schäden so offensichtlich und bewusst, dass sie es, wie es der Leitende Direktor des Hauses, Herr Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, formulierte „nicht mehr mit ansehen können“ und in ihrer Verantwortung für die ihnen anvertrauten Bestände und der hohen Wertschätzung wegen, die sie ihnen entgegenbringen, auch nicht mehr tatenlos mit ansehen wollen und dürfen.
Abgesehen von ihren wissenschaftlich relevanten Inhalten vermitteln Bücher als Zeitzeugen in ihrer Gesamtheit wichtige Kapitel zur Geschichte der Stadt oder der Region und spiegeln das spirituelle Erbe monastischer Gemeinschaften. Ein beredtes kulturgeschichtliches Zeugnis der Handwerkskunst geben die oft schon früh entstandenen Einbände.
Das erfolgreiche Vorbild etlicher vergleichbarer Bibliotheken, wie z. B. München und auch Düsseldorf, bestätigte die Verpflichtung und den Entschluss, die Problematik der Altbestände publik zu machen und die Öffentlichkeit um Hilfe und Unterstützung zu bitten.

Nun sucht auch die USB Köln nach Buchpaten, die bereit sind, einen finanziellen Beitrag zu leisten, um das wertvolle Kulturgut zu retten und restaurierungswürdige Bücher der Wissenschaft und Forschung wieder zur Verfügung zu stellen.

2. Benutzungs- und herkunftsbedingte Ursachen der Buchschäden

Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln verwahrt mit 80000 vor 1800 erschienenen Bänden den größten Altbestand in Nordrhein-Westfalen. Darunter beeindrucken 2500 Inkunabeln, die die ältesten der in der Bibliothek vorhandenen Werke sind, nachdem die Handschriften dem Historischen Archiv der Stadt Köln übereignet wurden. Sie entstanden in der Zeit von etwa 1455-1500, als der Buchdruck noch in den Kinderschuhen steckte und erhielten deshalb die Bezeichnung Inkunabeln oder Wiegendrucke; „Incunabula“ waren die Wickelbänder der Windeln. Viele der Drucke aus diesem und den folgenden Jahrhunderten stammen aus dem Besitz der Kölner Gymnasialbibliothek (dieser Bestand setzt sich aus den ehemaligen Bibliotheken der Kölner Klöster zusammen), aus der heute über 400 Jahre bestehenden Bibliothek des Kölner Rats und aus den zahlreichen kostbaren Nachlässen der Kölner Sammler: Die namhaftesten unter diesen waren Ferdinand Franz Wallraf, Jakob Ignaz Hittorff und Gustav von Mevissen, deren Bücher sich schon die alte Kölner Stadtbibliothek einverleiben durfte.
Besonders im Bereich der Sammlung Wallraf besteht im Hinblick auf eine Instandsetzung akuter Handlungsbedarf. Der leidenschaftliche Bücherliebhaber erkannte den Wert der Bücher mit Argusaugen und so ist es ihm gelungen, seiner geliebten Vaterstadt eine Vielzahl seltener Werke zu sichern.

In bereits beklagenswertem Zustand gelangten auch einige der Bücher aus der Gymnasialbibliothek in die USB. Hier spiegelt sich das Schicksal der Bände während und kurz vor der Säkularisation; einige im Niedergang begriffene Klöster verfügten nicht mehr über die Mittel und das Personal zur Pflege ihrer Bestände, auch gingen die Beamten, die den Buchbesitz der Klöster in der Bibliothek des Jesuitenkollegs zentralisierten, während der Transporte vermutlich nicht gerade zimperlich mit den Bänden um. Gegen Ende des 19. Jh.s taten mehrere Umzüge der Sammlungen ein Übriges, die Stabilität der Bücher zu strapazieren. Die wenigsten Schäden weist noch die Syndikatsbibliothek auf, die von den Kölner Ratsherren wohl zurückhaltender frequentiert wurde. Doch selbst hier warten etliche Bände dringlich auf einen großzügigen Buchpaten. Die wertvollen Altbestände erfreuen sich großer Nachfrage. Erwartungsgemäß waren während der Weltkriege manche der Bücher Opfer höherer Gewalt, aus dem Ersten finden sich gelegentlich noch Einschüsse und Schrotkugeln in den Bänden. Obwohl die umsichtigen Leitenden Direktoren der USB im Zweiten Weltkrieg die Bestände nahezu vollständig zu retten wussten – noch heute bezeugen überlieferte Briefe die Einsatzbereitschaft der Bibliothekare und die teilweise recht abenteuerliche Evakuierung vieler Bücher – haben doch einige der Bände durch Auslagerung in feuchte Kellerräume Wasserschäden davongetragen, darunter auch Exemplare aus der kostbaren Bibliothek des Architekten Hittorff.

Auf Unkenntnis – die Bestandserhaltung ist ein relativ junger Wissenschaftsbereich – und mangelnde finanzielle Mittel sind weitere Altlasten, nämlich unzureichende Instandsetzungen, zurückführen. Ohne Rücksicht auf den Erhalt der gesamten Buchsubstanz intendierten die Bibliothekare in Zeiten der Not, den Lesern wenigstens die Texte wieder zur Verfügung zu stellen und veranlassten anstelle der für die historisch relevanten Bände notwendigen Restaurierungen billige Reparaturen, dabei entfielen nicht selten Einbände, Schließen und einiges mehr. Die Kosten hielten sich vor allem auch deshalb in Grenzen, weil leicht zu verarbeitende, aber irreversible, d. h., nicht wasserlösliche Leime und denkbar ungeeignete Materialien zum Einsatz kamen, deren Haltbarkeit sich nicht bewährte, und die heute von versierten Restauratoren in minuziöser Kleinarbeit wieder gelöst werden müssen, um den Fortbestand der Bücher zu sichern.
Als ebenso katastrophal erwiesen sich die Bemühungen manch eines stolzen Vorbesitzers, die darauf zielten, seinen oft mühsam erworbenen Buchbesitz zu „schönen“. In diesem Fall ging in der Regel und heute unwiederbringlich ein beträchtlicher Teil an „unansehnlicher“ Originalsubstanz verloren, so, z. B., meistens die Vorsatzpapiere. Als störend wurden Marginalien und Besitzeinträge empfunden, man wusch sie gern aus und (ver)presste das Papier anschließend so konsequent, dass die Papierstruktur und vorhandene Wasserzeichen nicht mehr zu erkennen sind. Umstritten ist heute auch das früher sehr beliebte Bleichen der Blätter, die Verwendung aggressiver Chemikalien beeinträchtigt die Haltbarkeit des Papiers.

Temperaturwechsel, die Aufbewahrung der Bücher in ungeheizten Magazinen und ihre Benutzung in überheizten Lesesälen dürften schließlich zum unerfreulichen Gesamtbild verzogener und instabiler Bände beigetragen haben.

Erforderliche Maßnahmen

3,1. Was ist nötig?

Alte Drucke und historische Bucheinbände bedürfen sensibelster Behandlung und der kundigen Hand eines verantwortungsvollen Restaurators. Jede Reparatur, sogar eine Restaurierung, die das Lösen des Buchblocks vorsieht, bedeutet einen Eingriff in die Originalstruktur und führt unweigerlich zu Substanzverlusten. Die einzelnen Objekte geben die Richtlinien für die Maßnahmen vor, entscheidend ist zunächst die Frage nach dem historischen Wert des Buches. Ähnlich wie die Handschriften sind die meisten der alten Drucke „einmalig“, ihre Einbände, die Provenienzen und ihre handschriftlichen Einträge verleihen ihnen den Charakter eines Unikats. Wenn der Drucker einen Fehler entdeckte und noch während des Druckvorgangs berichtigte oder die strenge Zensur anstößige Textstellen reklamierte, ohne deren Korrektur das Erscheinen des Buches gefährdet gewesen wäre, unterscheiden sich oft selbst die Exemplare ein und derselben Auflage. Nicht selten gewinnt ein Werk einen Wert erst im Kontext seiner Sammlung, aus der es überliefert ist. Meist lässt sich dieser Zusammenhang über alte Signaturenschilder, Stempel und ähnliches nachvollziehen.
Immer ist der Eingriff auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Grundsätzlich gilt die Regel, dass die Entscheidung für eine Instandsetzung nicht unter ästhetischen Aspekten fallen sollte, sondern immer nur dann, wenn ein Buch aus konservatorischen Gründen nicht mehr benutzbar und sein Fortbestand gefährdet ist. Erhaltende Maßnahmen haben den Vorrang vor Rekonstruktionen. Dennoch wird man versuchen, einen besonders wertvollen Einband nicht nur zu sichern, sondern auch sein früheres Erscheinungsbild behutsam auf-, nicht aber nachzuarbeiten.
Ein jedes Buch bedarf einer individuell auf die Schadenssituation und den Buchwert abgestimmten Behandlung. Dabei ist zu beachten, dass Restaurierungen immer sichtbar, nachvollziehbar und reversibel sein müssen. Auf die Nachahmung verlorener Elemente lässt sich verzichten, entsprechende Versuche aus früheren Rekonstruktionen avancierten zu Kitsch, dafür gehört der Ersatz der funktional notwendigen Bestandteile aber unbedingt zu einer sinnvollen Instandsetzung. Auf jeden Fall bedarf es eines ausführlichen Restaurierungsberichts, der den Zustand des Buches vor, während und nach der Restaurierung mit einem Text, Abbildungen und der Angabe der verwendeten Materialien angemessen dokumentiert. Jeder Schritt der Instandsetzung muss auch den späteren Generationen vorliegen und verständlich sein. Außerdem gehört auch die Sanierung zur Geschichte des Buches.

3,2. Was ist möglich?

Neben dem Text erzählt ein Buch über Besitzeinträge, Wasserzeichen und Einband etliche Kapitel zu seiner Geschichte, selbst die Bindetechnik lässt gelegentlich Rückschlüsse auf den Ort und die Zeit des Entstehens zu. Heute versteht es ein Restaurator mit handwerklichem Geschick und dem Einsatz modernster Technik, ein beschädigtes Buch so instand zu setzen, dass es „wie neu“ erscheint. Das hieße allerdings, des Guten zuviel zu tun, weil damit die wichtige „indirekte Informationsschicht“ verloren geht, die das Buch unverwechselbar macht. Der Fachmann wird sogar leichte Gebrauchsspuren, sofern sie die Funktionalität nicht gefährden, belassen, sie adeln, denn auch sie bezeugen die Wertschätzung (oder den Mangel daran) die ein Buch erfuhr und berichten über die Häufigkeit seiner Benutzung im Kontext einer Sammlung. Im Idealfall wird der Restaurator die gesamte Originalstruktur erhalten können und sogar weitere Details des Bandes aufdecken: Die zur Restaurierung sorgfältig gelöste handschriftliche Makulatur der Einbände gereicht nun, an entsprechender Stelle fixiert und lesbar, Handschriftenkundlern, Historikern, Makulaturforschern und zahlreichen weiteren Wissenschaftlern und Forschern zur Freude. Wenn möglich sollte die Instandsetzung nur mit traditionellen Techniken und Materialien erfolgen, die selbstverständlich reversibel sein müssen.

4. Auswahl der Restauratoren

Das gelungene Resultat einer Restaurierung hängt nicht zuletzt von der sorgfältigen Auswahl der Restauratoren und der vertrauensvollen Kooperation von Bibliothek und Restauratorenwerkstatt ab. Da die gewissenhafte Erledigung der Arbeitsgänge am fertigen Buch nicht immer nachvollziehbar ist, gehört es zu den wichtigsten Voraussetzungen, dass die Restauratoren die einzelnen Schritte der Instandsetzung nicht nur ausführen können, sondern dass sie sie auch gewissenhaft und zuverlässig tun (und fotografisch dokumentieren). Die USB arbeitet mit der Kölner Fachhochschule für Restaurierung und den dort ausgebildeten RestauratorInnen zusammen, die neben dem technischen Know-How großes Engagement mitbringen und bereit sind, unentgeltlich ein rechtes Maß an Zeit schon für die Vorbesprechungen zu investieren. Nachdem die Mitarbeiter der Bibliothek den historischen Wert des Buches ermittelt haben, der durchaus den antiquarischen Geldeswert unterschreiten kann, weil dieser sich eher nach der Seltenheit des Drucks oder Einbandes als nach der historischen Relevanz des gesamten Buchgefüges richtet, widmen alle Beteiligten dem sanierungsbedürftigen Band ihre volle Aufmerksamkeit und viel Zeit. Sie ermitteln im Gespräch die optimale Art der Restaurierung. Die Mitarbeiter der Bibliothek, die grundsätzlich über die Methoden und Techniken informiert sind, schildern die Buchgeschichte und äußern ihre Vorstellungen, wie das Buch nach der Restaurierung aussehen sollte. Der Restaurator übernimmt eine beratende Funktion, formuliert Empfehlungen und veranschlagt die Kosten der möglichen Vorgehensweisen; dazu gehört auch, Sparmaßnahmen abzuwägen, ohne qualitative Abstriche riskieren zu müssen. Der Restaurator quittiert, das Buch für die Dauer der Bearbeitung versichert in seine Obhut zu nehmen. Während der Instandsetzung bleiben alle Beteiligten im Gespräch, sollten sich Schwierigkeiten am offenen Band ergeben, ist die Bibliothek auf eine zuverlässige Rücksprache angewiesen. So teilt der Restaurator umgehend mit, wenn er während seiner Arbeit erkennt, dass sich nicht absehbare Probleme ergeben haben, dass z. B. - nur unter einer starken Lupe zu erkennen - Farbschichten gemalter Initialen abzublättern drohen, die er vor der Fertigstellung des Buches fixieren muss. Um das Buch nicht dem Risiko weiter Transportwege auszusetzen, ist es empfehlenswert, eine geeignete Werkstatt in der näheren Umgebung auszusuchen.

5. Zu den Preisen

Restaurierungen basieren auf reiner Handarbeit und sind, ordnungsgemäß ausgeführt, auf den ersten Blick sehr teuer, unbedingt aber ihren Preis wert. Zum Verständnis, warum die Kosten ihre Berechtigung haben, sei hier die Kalkulation für ein besonders kostbares Buch mit der Signatur G10/3340 (Danchet, Antoine, [éd.] Le sacre de Louis XV, Roy de France et de Navarre dans l´église de Reims, le dimanche 25 Octobre 1722) angezeigt. Der Restaurator ist in diesem Fall über zwei Wochen mit dem Buch beschäftigt, eine Arbeitsstunde schlägt in der Regel mit 44 Euro zu Buche, so kommt in diesem Fall einschließlich der Mehrwertsteuer ein Betrag von 5200 Euro zusammen.

Kostenvoranschlag und Restaurierungskonzept

Maßnahmen am Einband

Zeit (Stunden)

Trockenreinigung

  2

Feuchtreinigung

  4

Leder-Fehlstellenergänzung
(einschl. Färben des Restaurierungsleders)

13

3 Bundverlängerungen

  5

Riss-Schließung des vorderen Falzbereichs

  8

Riss-Schließung des vorderen Falzbereichs

  6

Stabilisierung gespaltener Pappenpartien

  3

Lederpflege

  1

Gesamtzeit der Restaurierung am Einband

42

Maßnahmen am Buchblock

Zeit (Stunden)

An 80 Blättern Trockenreinigung,
Behandlung des Pilzbefalls;
Riss-Schließung

40

Bundverlängerung von 7 gerissenen Bundübergriffen

15

Rekonstruktion des Lederkapitals

 2

Gesamtzeit der Restaurierung am Buchblock

57

Ausführliche Restaurierungsdokumentation in Wort und Bild

2,5

6. Buchpatenschaft

Sehr geehrte, potentielle Buchpaten,
Als Stadt des Buches kann Köln auf eine lange Tradition zurückblicken, schon im Mittelalter produzierten die Mönche in ihren Skriptorien oder Zellen Texte. Nach der Erfindung der „Schwarzen Kunst“ erreichte die Rheinmetropole im Druck- und Verlagswesen eine Bedeutsamkeit von internationalem Rang, die sie noch heute als Verlagsort und als Sitz der Medien einnimmt. Mit den geschriebenen oder gedruckten Werken entstand auch ein zunehmender Bedarf an Buchbindern, die als Mönche ihre Handwerkskunst in monastischen Werkstätten ausübten, oder die sich als weltliche Buchbinder bald in Köln niederließen und Betriebe gründeten. Die USB pflegt beide Traditionen, sie trägt zur Buchproduktion mit zwei Schriftenreihen zu den Büchern ihrer Bestände bei und beauftragt die Hausbuchbinder, die schon etliche Preise für ihre Arbeiten erhielten, gelegentlich mit der Herstellung künstlerischer Bucheinbände. Zur Pflege der Buchtradition gehört unbedingt auch die Instandhaltung der historischen Drucke und Einbände.

Bitte helfen Sie uns, mit zweckgebundenen Spenden, das uns allen gemeinsame kulturelle Erbe zu erhalten. Sie können die Patenschaft für ein historisch bedeutsames Buch übernehmen oder einen Beitrag dazu leisten. Buchpatenschaften und Teilpatenschaften eignen sich auch als sinnvolle Geschenke und sind als zweckgebundene Spenden steuerlich absetzbar.

Zur Buchpatenschaft möchten wir Ihnen zunächst als „Spitze des Eisbergs“ eine kleine Gruppe bemerkenswerter Objekte anbieten, die nach und nach erweitert werden soll. Sorgfältig formulierte Beschreibungen des Buches wollen Ihr Interesse wecken, auch sollen Sie erfahren, wie wichtig und kostbar die einzelnen Stücke sind, deren Erhalt Sie vielleicht unterstützen möchten. Die Autorin hat die Schadensfälle sorgfältig ausgewählt und versucht, zu jedem der restaurierungsbedürftigen Bände ein dichtes ganzheitliches Bild der Buchgeschichte zu entwerfen, das die Verbindungen der Verfasser, Drucker, Buchbinder, Provenienzen und Vorbesitzer nachvollzieht. Ausführliche Quellenangaben bieten Ihnen die Gelegenheit, die Recherchen zu vertiefen.

Zum Dank für Ihre Hilfsbereitschaft (und als gutes Beispiel) soll Ihr Name in die Geschichte des Buches und in die der Bibliothek einfließen: bei Spenden von über hundert Euro wird ein Etikett mit ihrem Namen in der entsprechenden Schutzkassette auch die nächsten Generationen an Ihre Großzügigkeit erinnern. Natürlich sind wir auch für kleinere Beträge sehr dankbar.
Außerdem verzeichnet - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - eine Seite der Datenbank die Namen der Paten und Förderer.
Den größten Teil der Drucke umschließen kostbare Einbände, die nach der Sanierung der Bücher in die Einbanddatenbank der USB aufgenommen werden und dort weltweit und jederzeit in Verbindung mit Ihrem Namen abrufbar sind. Sollte unser Aufruf erfolgreich sein, möchten wir einmal im Jahr zusammen mit Ihnen die Ergebnisse bei einem kleinen Umtrunk feiern. Unsere Restauratoren freuen sich schon darauf, den Abend mit einem bebilderten Vortrag über die Arbeit an den mit Ihrer Hilfe erhaltenen Büchern zu bereichern. Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen, sich das Buch ihrer Wahl noch vor der Restaurierung nach einer kurzen Terminabsprache einmal anzusehen.
Sie haben die Möglichkeit, sich ein Buch zur Patenschaft auszusuchen. Es ist aber auch möglich uns einen Betrag zu überweisen, den wir dann in Ihrem Namen für ein restaurierungswürdiges Buch unserer Wahl einsetzen. In diesem Fall informieren wir Sie über die Verwendung Ihrer Spende.

Regine Boeff, am 22. Februar 2006

Brauchen Sie Hilfe?
Facebook Icon  YouTube Icon
Letzte Änderung: 04.04.2011
Webredaktion